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irS Landes find Rundschreiben wegen Beitritts zum Verein ergangen, allerdings sind die Anmeldungen noch spärlich ein» erlaufen, doch gibt man sich, durch die Verhandlungen der heutigen Versammlung veranlaßt, der sicheren Hoffnung hin, daß recht bald noch viele Beitrittserklärungen folgen werden. <18 Gründe, warum die Lehrer, für welche doch eigentlich Bae Lehrerheim errichtet wurde, sich der neuen Schöpfung gegenüber noch so zurückhaltend benähmen, wurden folgende Äründe angegeben: Der Vogelsberg werde noch vielfach verkannt, man halte ihn für rauh und unfreundlich und als tilngeren Aufenthaltsort wenig geeignet (hier wird ein Besuch |<|ot)l Jeden eines Anderen belehren)- dann könne es keine Sympathie erwecken, wenn gerade die Collegen der Schotten iicnachbarten Orte dem Verein nicht beiträten (hier kann l,geführt werden, daß am Versammlungstage eine größere Krzahl Herren Lehrer aus den Bezirksveretnen der Umgebung ihaen Beitritt erklärt haben und daß noch viele Nachfolgen orrdeu) und schließlich glaubt man in der keineswegs glücklichen Ftnanzirung des BaucapitalS einen Grund zu erblicken, ttnn kaum erstandenen Heim eine längere Lebensdauer abzu- Inechen. Ueber letzteren Punkt wäre am leichtesten und Itnellsten hinwegzukommen, wenn die Lehrerschaft HeffenS möglichst vollzählig dem Verein, der ja für fie selbst das verste will, bettritt — dann ist das Unternehmen gesichert ttir alle Zeit. Und dieses ist umsomehr zu wünschen, da faü Lehrerheim sein erstes Probejahr gut bestanden hat. D e zahlreichen tm Lehrerheim eingekehrten Gäste, die sich längere Zeit in demselben aufhielten, bezeugen alle, daß die 'ü,ge eine äußerst günstige, der Aufenthalt ein angenehmer sei und hat sich daS Unternehmen ihre vollste Zuneigung er» vt-rben. Manche Kurgäste find sogar in diesem Sommer )wt zweiten Mal wiedergekommen. ES beweist dies, daß, tvann das Lehrerhetm erst einmal seine Kinderkrankheit, die eß bedrückenden Schulden, überstanden, sein Gedeihen und Vksstehen gesichert sein wird. Drum, hessische Lehrer! sucht kalt große, schöne Werk lebensfähig zu erhalten, es ist der veilhältnißmäßig kleinen Ausgabe vollauf werth. — Nach tirotr Statutenänderung, wonach der Vorstand jetzt alljährlich ju wählen ist und auch auf 9 Mitglieder erweitert wird, fotib die Vorstandswahl statt. Herr Lehrer Schultheis- Schotten, der Schöpfer des Lehrerheims, wird in dankbarer Aaerkennung der zahlreichen Verdienste, die er sich um daS Les rerhetm erworben, zum Ehren-Vorfitzenden von der Ge- vcnalvrrfammlung ernannt. Die wetteren Vorstandsmitglieder jlitli die Herren: Ltnck Rudingshain, Vorsitzender, W. Engel« Schotten, Stellvertreter des Vorsitzenden, TrinkauS-Schotten, Schriftführer, C. Glock II.-Schotten, Rechner (auf 6 Jahre gkv'ählt), BackeS-Darmstadt, Fiedler-Darmstadt, Ludwig-Ober- Li.Ä, Ruppel-DüdelSheim, Hotz-Nidda. A. f. d. Kr. Sch.
A Ans dem westlichen Vogelsberg. 5. October. Gehö r |d)i;n ein Gewitter AuSgangS September zu den felte- neraen Erscheinungen in der Atmosphäre, so noch mehr ein soltzdeS im October. Bet heftigem Sturm donnerte es heute Ncühmittag recht kräftig. DaS schöne Wetter der vorigen Lache, das für die Landwirthschaft so unendlich vorthcilhaft e®;, scheint mit einer wieder auftretenden Depression leider w<ä)er vorüber zu sein. Die Kartoffelernte liefert ein viel hksssereS Ergebntß, als man eS sich versprochen hatte. Trotz
der langen Regenpertode tritt die Fäulniß der Knollen nicht allzu häufig auf. Manche «artoffelsorten, wie Weltwunder, blaue Riesen und gelbe Rosen, find in Anbetracht der ab» normen WitterungSverhältniffe erstaunlich gut gediehen. Die gute Kartoffelernte verstopft manche Lücken, die bet der Ge« treideernte entstanden waren. Auch die übrigen Hackpflanzen, wie Dickwurzel, Kohlrüben und Kohl liefern reiche Erträge. Bei Kraut und Wirsing find wahre Rtesenhäupter keine Seltenheit. Die Grummeternte konnte noch nicht beendigt werden. Ihr Ergebniß ist ein sehr geringes, dazu wird das wenige Grummet noch äußerst schlecht heimgebracht, so daß eS wohl nicht selten noch verderben wird. DaS junge Korn geht trotz der Nässe deS Bodens recht schön auf. Obwohl in voriger Woche sehr viel Korn grsäet worden ist, ist die Saat noch nicht beendigt, da noch viele Aecker mit Hack» gewächsen auSgesäet werden sollen. Hoffentlich tritt der Winter nicht so bald ein.
Darmstadt, 4, October. Gestern Nachmittag wurden unter starker Gendarmerie-Bedeckung 100 Strafgefangene aus dem hiesigen Gefängutß in da» Zelleng efän gniß nach Butzbach verbracht.
Darmstadt, 5. October. Lieutenant von der Mülbe vom 115. Regiment hat heute durch einen Schuß tu das Herz fich getödtet. Die Ursache ist unbekannt.
Mainz. 4. October. Ein Soldat vom Jnfauterie-Regt. Nr. 117 wurde zu drei Monaten Festungsstrafe verurtheilt, weil er die von einem Kameraden geplante, ihm zur Kenntniß gekommene Desertion nicht zur Anzeige gebracht hatte. — In Kastel wurde ein Deserteur vom Dragoner-Regiment Nr. 23 aus Darmstadt festgenommen, der in den Manövern zu Wörrstadt einen EiubruchSdiebstahl begangen, einen Ctvilanzug und Mk. 40 an Geld entwendet und noch mehrere Kameraden bestohlen hatte. Die Uniform hatte er vergraben.
Schwurgericht.
W. Gießen, den 5. October 1896.
In der Verhandlung gegen den Taglöhner Conrad Strack von Homberg a. d. Ohm bejahten die Geschworenen die aus §§ 173 und 174 des R. St. G. an fie gerichtete Schuldfrage und verurtheilte der Gerichtshof den Angeklagten zu 6 Jahren Zuchthaus und sprach demselben auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren ab.
W. Gießen, den 6. October 1896.
Heute Vormittag kam zur Verhandlung die Strafsache gegen den noch unbestraften, am 23. März 1868 geborenen Maurergesellen und Tagelöhner Heinrich Mangold zu Rainrod wegen Meineid. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Weidig. 15 Zeugen find zu hören. Der Thatbestand der Anklage ist folgender: Am 6. Juli 1895 hatte der Angeklagte mit Johannes Georg in Rainrod Streit, wobei dieser jenem eine Verletzung beibrachte. Diese Rauferei kam am 1. October vor dem Schöffengericht zu Alsfeld zur Verhandlung und richtete fich die Anklage gegen Georg wegen Körperverletzung. Der damals als Zeuge vernommene heutige
Angeklagte hatte aber am Tage vor dieser Schöffenverhandlung ein Mal wieder gerauft und zwar in der Düring'schen Wirthschaft, wobei er leicht an der Backe verletzt worden war. Bor den Schöffen beschwor nun der Angeklagte, er habe fich die Verletzung an der Backe durch einen Fall über eine Wagendeichsel zugezogen. Diese Behauptung soll nun wissentlich falsch abgegeben fein. Der Angeklagte, welcher fich bei dem Jnquisitorium in die ärgsten Widersprüche verwickelt, bleibt zum Schluß dabei, er habe in Al-feld vor den Schöffen die Wahrheit beschworen. (Forts, folgt.)
Verarrschte».
8. Vetzberg, 5. October. Gewiß ist e» vielen unbe- könnt, daß unser Dorf, welches mit seiner alten Burgruine dem Auge weit umher sichtbar ist, bis dahin noch nicht eine eigene Schule besessen bat. Obgleich wir schon längere Jahre 50 und mehr schulpflichtige Schüler gehabt, so konnte eine Schule nicht gegründet werden. Unsere Kinder wußten tagräglich zur Schule nach Rodheim Pilgern- wenn der Weg dahin auch nicht weit zu nennen ist, so wurde bei Wind und Wetter den jüngeren Schülern dieser Gang oft recht sauer. Diesem Uebelstaude ist nunmehr abgeholfen, auf dem Nordabhang unser- Bergkegels ist diesen Sommer ein schmuckes SchulhäuSchen entstanden. Dasselbe ist in diesen Tagen vollendet worden und wird die neu errichtete Schulstelle wohl zum 16. October besetzt werden.
TLirchttcheAnzeigen der evang.Gemeinde.
Donnerstag den 8. October, Abends 8 Uhr: Confirmandenvereinigung der MattbäuSgemeinde im Schwesternhaus.
WitterurrgSbericht vom 5. Oktober.
Während im Nordostrn und Osten Europas der Luftdruck gestiegen ist und im Innern von Rußland sich ein barometrisches Maximum ausgebildet hat, Hal fich gleichzei ig daS Cenirum der nordwestlichen Depression beträchtlich vertieft. Außerdem hat der niedere Druck in südlicher und südöstlicher Richtung gegen den Kontinent zu an Ausdehnung beträchtlich gewonnen. Unter seinem Einfluß waren im nördlichen Theile Süddeutschlands bereits Nachts wieder stellenweise Niederschläge eingetreten. Auch war am Morgen der Himmel daselbst allenthalben bedeckt. Im Süden Bayerns herrscht unter Föhn-Einfluß heiteres Wetter, doch sind auch hier im Laufe des Tages Trübung und leichtere Regenfälle eingetreten.
Trübes, kühles, zeitweise unruhiges Wetter mit Niedeischlägen.
Verkehr, Cant* tmfc Vottswirihschaft.
Glatze«, 6. October. Marktbericht. Auf dem heutige» Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. A 1,20—1,25, Hühnerei« vr. St. 6-7 H, 2 St. 00 H, Enteneier 0 H, 2 St. C H, Gänse- tier pr. St. 00-00 H, Käse pr. St. 5-7 H, Käsematte pr. St. 3 * Erbsen pr. Liter 16 4, Linsen pr. Liter 28 Taubm pr. Paar X 0,50 bis 0,60, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,00, Hahnen pr. Stück JL 0,50-0,80, Enten pr. Stück X 1,60-2,0), Gänse pr. Pfund X 0,46-0,55, Ochsenfletsch pr. Pfd. 70-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 64-68 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 66 A. Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-00 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 60—70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00 bi, 6,00 A, Weißkraut pr. Stück 0--00 H, Zwiebeln pr. Centn« •* 4,00—6,00, Milch pr. Liter 16 H, Zwetfchen pr. Centner A 6—7.
Submission.
Mr die psychiatrische Klinik soll die: Lieferung von:
15
Centner
Aepfeln,
400
n
Kartoffeln,
9
H
untererd. Kohlrabi,
1
n
obererd. Kohlrabi,
5
H
Zwiebeln,
1,6 ,
rothe Rüben,
L6 ,,
Meerrettig,
4
n
weiße Rüben,
7
gelbe Rüben,
20
M
Weißkraut,
880
Stück
Rothkraut,
3(00
//
Wirsing,
2(00
n
Lauch,
1350
n
Sellerie,
30
Rmtr.
Holz
tu| ibem öffentlichen Submissionswege Hiß .eben werden.
T?ie Lieferungsbedingungen liegen vf dem Verwaltungsbüreau Vor- ritteng, von 10—12 Uhr offen.
Offerten sind versiegelt und mit ^rechender Aufschrift versehen bis M14. October, Nachmittags lUhr, einzureichen.
Zuschlag erfolgt am 20. Oc« ttez 1896.
sieben, am 26. September 1896.
Großh. Direction der psychiatrischen Klinik.
Sommer. 8598
ßeh- und Kraluumkt
zu Aissenöurg 1219 Montag, 12. Oktober. Markt-Anzeige. Zum heutigen Markt empfehle: Hkuudeu-Flanelle, billig, 3 Meter >M, Litze», Besatzartikel, te sonstige Artikel ebenfalls lilliiig. Stand kenntlich am Schild, rti 1 Elberfelder Fabriklager.
Kgl. pttuWche Ztaatsbahllen, Er. Gberhesfischk Sisenbahnkn, Gr. Gldesbukgische Ztaatsbühncu eil. Tarif für die Beförderung von Leichen, lebenden Thieren und Fahrzeugen.
Am 1. d Mts. ist ein neuer Tarif für die Beförderung von Leichen, lebenden Thieren und Fahrzeugen in Kraft getreten, der unter Anderem den Verkehr der Oberhessischen Bahnen mit Stationen der Preußischen und Oldenburgischen Staatsbahnen, der Dortmund-Gronau- Entscheder, Eisern-Eiegener rc. Bahnen umfaßt.
Nähere Auskunft erthcilen die Güterabfertigungen.
Gießen, den 2. October 1896.
8882 Gr. Direction.
Donnerstag den 8 Dctbr. I. I,
Nachmittags 2 Uör,
in der vieter'fchen Hofratthe — Rev- Uadt 55 zu Gtetze« — versteigere ich öffentlich gegen Baarzahlung:
2 Hobelbänke, 1 Partie Gold- und Politurleisten, 1 Pianino, 1 GlaSfchrank, 1 Büffet, 30 Servirbretter, 1 Sopha, 1 Nachtschrank, 1 Regulator, 1 Plüschdecke, diverse Bilder, 8 Fatz Biet rc.;
ferner: die 10 erflen Bände von Meyers Lonoersations» Lexicon (neueste Auflage), 1 große Partie «leg. und sehr guter Sommer- u. Winter-Herrenkleider (theils noch neu, theils wie neu), darunter komplette Anzüge, wie einzelne Stücke, Havelocks und Ueberzieher, sodann neue und gebrauchte Herrenhemden und sonst. Wäsche, Schuhe, Stiefeln u. f. w.
Versteigerung voraussichtlich bestimmt, insbesondere Absatz 2.
8889 Engel, Gerichtsvollzieher.
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