fich mit der Antwort des JnnrrngSvorstanbe- einverstanden zu erklären, welchem Vorschlag die Versammlung zustimmte.
Frankfurt a. M., 5. März. Die Meldung Budapester Blätter, der dortige deutsche Generalkonsul habe mit einem Aristokraten zwecks Ueberlassung von dessen PalaiS für den Budapester Aufenthalt deS Kaiser- Wilhelm verhandelt, wird dem Budapester Correspondenteu der „Franks. Ztg." von competeoter Stelle als vollständig unbegründet bezeichnet. Dem Generalconsul sei von einem etwaigen Aufenthalt deS Kaiser- in Budapest nicht- bekannt.
Kattowih (Oberschl.), 5. März. Regierung-Präsident v. Bitter ist hier eingerroffen. Fürst Hatzfeld hat gleichfalls sein Erscheinen angemeldet. Da- Kaiserpaar ließ Bericht über die Zahl der Hinterbliebenen der Verua« glückten einfordern. Bi- heute Morgen wurden 71 Leichen zu Tage gefördert, darunter vier von den Rettungsmannschaften.
Kattowih (Oberschl.), 5. März. Nach osficiellen Mit« theilungen find bis heute früh 86 Leichen geborgen worden. 70 Mann wurden lebend gerettet. 20 Bergleute fehlen noch. 23 Pferde find erstickt. Der Brand dauert fort.
Hamburg, 5. März. Die hiesige Polizei verhaftete Dr. Fritz Friedmanns Privatfecretär, v. L, welcher an der Llauflen'schen Angelegenheit betheiligt sein soll.
Dresden, 5. März. In der heutigen Sitzung der zweiten sächsischen Kammer wurde der grundlegende § 1 der Wahlrecht-Vorlage mit 56 gegen 23 Stimmen angenommen.
Wieu, 5. März. Der „N. Fr. Pr." zufolge trifft der Minister des Aeußereu', Graf Goluchowski, anfang- nächster Woche in Berlin ein, um dem Reichskanzler den i Gegenbesuch zu machen. Graf Goluchowski dürfte auch vom | Deutschen Kaiser empfangen werden.
Mährisch Ostrau, 5. März. Die Directoren der Gruben deS Ostrau-Karwtner Revier- richteten Namens fämmtlicher Bergbau Beamten eine Eingabe an das Abge- nrdnetenhauS, in welcher sie gegen die von dem Abgeordneten Pernißtorffer erhobene Anschuldigung bezüglich unhumaner Behandlung der Bergarbeiter protestiren, die Beschuldigungen als Verleumdung bezeichnen und um Entsendung einer par« lamentarischenUntersuchungS.Commission bitten. Die Situation ist seit gestern Abend unverändert. Seitens der Directoren werden fortgesetzt Rädelsführer wegen Aufwiegelung ihrer Kameraden entlaffen.
Rom, 5 März. In der heutigen Kammerfitzung erklärte CriSpi den Rücktritt deS CabinetS, worauf das Haus in stürmischen Beifall auSbrach, der sich auch auf die Tribüne und Hofloge ausdehnte. DaS Ministerium verließ unter Lärm den Saal. Die Tribünen wurden geräumt.
Rom, 5. März. In der Schlacht bei Adua soll der Verlust der Italiener 10,000 Mann betragen haben, von denen 6000 in die Hände der Schoaner gefallen sein sollen.
Rom, 5. März. Nach weiteren Meldungen aus Massauah fehlen drei ArmeecorpS und sind die Generale Arimondi und Albertone gefangen genommen. Zahlreiche geflüchtete Soldaten irren im Gebirge umher. Menelik soll einen Angriff auf Asmara vordereiten. *
Pari!, 5.März. Die hiesige italienische Handelskammer eröffnete eine Subscription für die Opfer der Niederlage bei Adua.
London, 5. März. Die „Morning Post" spricht die Ansicht aus, daß England im letzten Augenblicke Jtaji en unterstützen müsse nicht nur durch eine Erklärung freunb- fchaftlicher Politik, sondern auch dadurch, daß es Italien mit Geld versehe und den italienischen Handel begünstige. England würde dann in seinem Jntereffe für die Sicherheit Englands sorgen und zum europäischen Frieden beitragen.
Schwurgericht.
W. Gießen, den 5. März 1896.
Um 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Herr Landgericht-- rath Seeger, die Sitzung. Zur Verhandlung kommt die Sache gegen den 30 Jahre alten Viehhändler Nathan Sommer von Crainfeld, wegen Meineid. Die Staatsbehörde wird von Staatsanwalt Koch vertreten, als Ber- theidiger ist Rechtsanwalt Katz erschienen. Es sind 44 Zeugen in der Sache geladen, von denen ein Theil erst morgen zu erscheinen hat. Drei Sachverständige find zur Stelle, nämlich der Thierarzt Remy von Schlüchtern, der Thierarzt Nuß von NiedermooS, und von der Bertheidtgung geladen Prof. Dr. Pflug-Gießen. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, daß er am 4. Juli 1895 vor dem Amtsgericht Herb' stein in der Civilproceßsache Seipel wider ihn wissentlich falsch beschworen, nicht gewußt zu haben, daß ein von ihm dem Seibel für Mk. 170 "erkauftes Pferd Flachhuf ober ZwangShus an ben Vorberfüßen hatte, so baß daS Thier am ordentlichen Gebrauch und festen Aussetzen derselben ge- hindert gewksen sei.
Der Angeklagte erklärt, wegen Hausfriedensbruch vorbestraft zu fein. Er hat an Augustin Seipel das Pferd verkauft unter der Zuficherung, daS Thier fei nicht über 6 Jahre alt, und habe ketne Fehler- eS wurde ein Schrift- stück aufgesetzt, worin der Angeklagte sich verpflichtete, daß, fall» der Schimmel binnen 4 Wochen Fehler zeige, der Handel zurückgehe. Binnen dieses Zeitraumes kam es zwischen ben Parteien zu Differenzen- Setpel erklärte, bas Pferd fei älter als 6 Jahre und lahme. ES kam zum Prozeß, und wurde Sommer in erster Instanz verurtheilt. Dor der Berufungs-Instanz in Hanau endete die Sache damit, daß dem Angeklagten der Eid auferlegt wurde, den er geschworen, ör habe den Ausdruck Flachhuf oder ZwangShuf nicht verstanden, eS fei ihm bekannt gewesen, daß ber Gaul alt unb bockbeinig war, baS hat der Käufer aber auch gesehen. Augustin Seipel wurde auf Grund dieser Eidesleistung mit seiner Klage wegen Aufhebung de» Kaufgeschäfts abgewiesen. ES wird nun in die Zeugenvernehmung eingetreten. Zeuge
| und Sachverständiger Thierarzt Nuß-NiedermooS wird vorerst nur über Tatsächliches vernommen, er hat ben Schimmel in Ulmbach ans Seipel- Auffordern auf Alter unb Huf untersucht- daS Thier hatte einen Flach- ober ZwangShuf an den Vorderbeinen. Der Zeuge setzt au-sührlich auS- einanber, worin dieser Fehler sich nachtheilig für die Verwendung deS Pferdes äußere. — Zeuge und Sachverständiger Thierarzt R emy-Schlnchtern hat daS Pferd 1893 in Schlüch- tern gesehen und untersucht, es fei ihm ausgefallen, daß daS Thier einen flammen Gang zeigte, doch ist dem Zeugen nicht erinnerlich, ob er ben Huf untersucht, er schloß an- dem Gang, daß ber Gaul hnfkrank gewesen.— Franz Huber von Ulmbach erklärte, da- Pferd habe einen lahmen Eindruck gemacht. Sommer habe er mit der Peitsche angetrieben. — Der Schmied Jobst von Ulmbach hat dem Schimmel die Eisen neu aufgelegt, weil er schnappte, einige Tage nachher I wurde er von Seipel in dessen Stall geholt - da- Pferd i konnte nicht gehen, doch hat er sich überzeugt, daß am Beschlag es nicht lag. Da- Pferd hatte, wie er sich überzeugte, Flachhuf unb ZwangShuf.
Augustin Seipel von Ulmbach erklärt, baß Angeklagter Gewähr für alle gesetzlichen unb ungesetzlichen Fehler übernommen. Zeuge schilbert den ganzen Handel eingehend. Nachdem er da- Pfer^ zwei Tage im Stall gehabt, hat er eS angespannt und gesehen, daß da» Thier vorn lahmte. Beim Kauf hat da- Pferd bei seinem vielen Hin- unb Herführen nicht gelahmt, obgleich eS auch Trab gelaufen. Der Schimmel sei im Laufe deS Prozesses für 57 Mk. versteigert worden. Den Kaufpreis hat Zeuge nicht gezahlt. Die Kosten deS Prozesses (ca. 600 Mk.) hat deS Zeugen Bruder, ber Bürgermeister Seipel, bezahlt, der den Prozeß auch geführt hat. Zeuge erklärt, das Pferd ungefähr % Jahr gehabt zu haben. Auf Befragen deS Vertheidigers erklärt Seipel, er habe beim Kauf deS Pferdes feine beiden Brüder unb anbere Zeugen zugezogen, weil diese mehr verstehen als er. Er sei 57 Jahre alt und gehe feit seiner Jugend mit Gäulen um, habe aber am Hufe des Schimmels nichts Auffallendes bemerkt. — Meyer Stern, Handelsmann, war beim Kauf unb der Vorführung des Thiere- zugegen, ihm ist besonders an den Hufen nichts auf- gefallen- der Gaul machte den Eindruck des arg Mit- genommenen. Ihm hat Sommer erklärt, als er denselben später auf daS Lahmen hinwieS, bei ihm habe daS Pferd nicht gelahmt. — Marcus Seipel von Ulmbad?, Bruder deS Augustin und deS Bürgermeisters Seipel, schildert den Abschluß deS PferdehanbelS zwischen Sommer unb feinem Stuber Augustin wie biefer; daS Pferd habe gelahmt und nicht auftreten können. — Der Zeuge Smand Hergen- röder von Ulmbach hat den Gaul für ein altes, steifes Thier gehalten, daS älter zu fein schien als 6 Jahre- so oft er das Pferd gesehen, hatte es ben lahmen Gang.
Nach ber um 3 Uhr beendeten Mittagspause erklärt Zeuge Augustin Bräsch er, daß er in der Wirthschast von Jobst dabei gewesen, wie Höchster von Lauterbach erklärt hat, der Schimmel sei höchstens 20Mk. werth. — Zeuge Adam Jobst hat, ehe der Gaul beschlagen worden, sich den Huf desselben angesehen, er hatte Zwanghuf. Auch dieser Zeuge bestätigt die von Höchster gemachte Aeußerung. —Die drei Gebrüder Seipel erklären übereinstimmend, daß Sommer nicht« gethan und gesagt habe, waS etwa gedeutet werden könnte, als ob er fich bet der Vorführung des Pferdes geweigert habe, das Thier eingespannt vorzusühren. — Kaufmann Meyer Höchster von Lauterbach erklärt, Sommer hätte ihm den Schimmel im Jahre 1893 für 15 Mk. verkaufen wollen. Sommer meinte, er könne daS Pferd vielleicht gegen ein Kalb oder Rind tauschen. — August Kübel von Herbstein hat daS in Rebe stehende Pferd jung gezogen, eS ist 1887 in feinem Stall geboren. Vom vierten Jahre ab sah man den fehlerhaften Gang deS ThiereS, er hat eS damals vertauscht, ber Werth des ThiereS war 300 Mk. Nachbem der Schimmel in mehreren Händen gewesen, kaufte Kübel nach einem Jahr daS mager gewordene Thier von Faist Sommer für 70 Mk. Der Gang des Pferdes war damals ganz gut, er benutzte es zum Ackern und zu kleineren. Touren. Spater hat der Zeuge den Gaul wieder an Faist Sommer verkauft. Der Schmied hat dem Zeugen einmal gesagt, das Thier hat faule Strahlen, wogegen er eine Salbe gebraucht habe, die ihm Thierarzt Dr. Nuß verordnet. Das Pferd wurde darauf besser. Dem Zeugen wurde durch den Staatsanwalt Koch vorgehalten, daß er vor dem Untersuchungsrichter sich anders geäußert. Der Zeuge giebt hierauf zu, daß feine frühere belastende Aussage richtig sei, daß insbesondere ber Schimmel immer gelahmt habe, wenn er Chaise bamit gefahren. Auf Befragen durch den Vertheidiger erklärt Kübel, man sah am Gange, daß daS Thier stumpf unb steif war, biese» auch nur mußte Faist Sommer sehen, Kübel will aber bem Faist Sommer nichts gesagt Haden von dem Huffehler. DaS letzte Mal hat er den Schimmel gegen einen Braunen, wozu er noch 20 Mk. dazugegeben, an Faist Sommer getauscht. Der Braune war aber gar nichts werth uhb Sommer habe ihn bei dem Geschäft gründlich hereingelegt. — Bürgermeister Na r z-Herbstein hat beobachtet, daß Kübel auffallend mit den Handelsleuten verkehrte, während er fich um ihn nicht gekümmert; es war am Tage feiner Vernehmung in dieser Sache vor Gericht. — Schmied Ruhl von Herbstein hat ben Schimmel beschlagen, eS zeigte sich zuerst ber Fehler im Jahre 1889. Der Zeuge hat nun verschiedene Beschläge probtrt, um dem Pferde zu einem geregelten Gang zu verhelfen. Al« Kübel da- Thier wieder bekam, war daS Pferd ganz erbärmlich in der Haltung und im Beschlag. Fest steht, daß eS 1891 schon einen Flachhuf gehabt, ber fich mehr und mehr zum Vollhuf ausgebildet. Kübel hat da- Thier znm Ehaisenfahren benutzt. — Land- Wirth Karl von Ilbeshausen hat auch ben fraglichen Goul vom Onkel beS Angeklagten gekauft, e- mögen 3 bi- 4 Jahre her fein, er hat ihn % Jahr gehabt; da- Thier lahmte. Der Zeuge hat geglaubt, der Fehler gebe fich. Der Huf de-ThiereS war damals hohl und faulig, die Vorderbeine waren
I schuld, daß er die von ihm -n leistende landwirthschaftliche Arbeit' nicht gethan hat. Der Zeuge verkaufte den Schimmel an Faist Sommer. — Ioh. Sch äf er von JlbeShaufen hat ge» 'eben, daß da» betreffende Pferd einen schranklichev Gang hatte, schmied Hrch. Kletn-JlbeShausen hat daS Pferd beschlagenes hatte einen flachen Hu* unb fauligen Strahl, unb lahmte zu Zeiten. — Holzhänbler Georg IV. in Ilbeshausen kennt den Schimmel seit ber Zeit ihn Aug. Kübel in Lauterbach unb Karl in Ilbeshausen hatten, das Thier lahmte stet-, der Letztere hat e- auch wohl schlecht gefüttert. — Schmieb Hrch. Löffler XXIII. in Jlbe-hausen ist dem lahmen Schimmel oft begegnet, sonst ist ihm nichts daran aufgefallen. Solange daS Thier bei Karl war, fiel dem Zeugen der schlechte Ernährungszustand des ThiereS auf. — Bäcker Sy von Schlierbach hat in Schotten den Schimmel von einem gewissen Loeb Weinberg für 150 Mk. gekauft. Der Der- käufer hat erklärt, das Thier fei ohne Fehler. Der Vor- sitzende coöftarirt, daß dieser Handel nach der gerichtlichen Versteigerung, wobei 57 Mk. herau-kamen, geschlossen wurde.
| Ey erklärt, er sei bei dem GäulShandel ordentlich rein» gelegt worben. — Der Angeklagte hat dem Zeugen bei seiner Anwesenheit in Schlierbach gesagt, daS Pserb lahme schon lange, daS sei ein alter Fehler. Dor Zeuge erklärt, nur ben Makler bei bem Pferbehanbel in Schotten, Namers Grüuedaum, gekannt zu hoben. Der Angeklagte bestreitet, daß Ey bei seiner Anwesenheit in Schlierbach vom Lahmen bes Schimmel- auf ben Vorderbeinen gesprochen, er habe nur vom Hinterfuß gesprochen. Der Zeuge sei Überhaupt mit dem gekauften Pferde zufrieden gewesen, erst 4 Wochen später, nachdem er ben Ey verklagt um ben Kaufpreis bet Pferbes, habe biefer auf ein Mal erklä t, das Pferd lahme mit ben SBorberbeinen. Ihn ginge ber Pferbehanbel mit Sy Überhaupt nichts an, denn da» Pferd habe er an ben heute zu vernehmenben Zeugen Weinberg verkauft, und dieser habe mit Ey daS Geschäft gemacht. Einige von bem Vertheidiger an den Zeugen gerichtete Fragen ließ dieser unbeantwortet - baS Gericht wird noch beschließen, ob Zeuge diese Fragen zu beantworten hat. — Der Raufmann Weinberg erklärt, vorerst unvereidet, eS für richtig daß er vorn Angeklagten für 95 Mk. den Schimmel gekauft, und diesen durch Vermittelung deS Maklers GiÜnebaum an Sy für 150 Mk. weiter verkauft habe. Bedingung deS Geschäfts mit Sommer war, daß dieser außer dem Kaufpreis noch die Hälfte de- NutzenS, den er beim Weiterverkauf haben würde, erhalten sollte. Sommer habe von ihm später sein Geld verlangt, und da habe er demselben die Forderung an Ey cebirt, unb leinen Verdienst baar herauSgezahlt erhalten. Er habe da- Thier nur zwei Tage im Stall gehabt, aber nicht bemerkt, daß eS am Huf einen Fehler habe. Dem Ey, der auf ben Kaufpreis 2 Mk. angezahlt, habe er gesagt, er könne ihm ben Gaul nach 8 Tagen wieder geben, wenn eS ihm nicht convenire. Der Zeuge wirb nach seiner Vernehmung ver- eibet. — Amtsrichter Beyke von Herbstein erklärt, ben Angeklagten vor der EibeSleistunq besonders ermahnt zu haben. Es war zu ben Acten ein Schreiben unb ein Gutachten deS ThierarzteS Nuß eingegangen. Der Amtsrichter machte Sommer barauf aufmerksam, baß, wenn er den Eid leiste, wahrscheinlich ein Verfahren wegen Meineids gegen ihn ein- geleitet werde. Sommer blieb aber dabei, er wolle ben Eid leisten. Amtsrichter Bcyke bekundete, daß ber Angeklagte aus verschiedenen Prozessen ihm als rechthaberischer Mensch bekannt sei.
CocaU» «nd provitijicUe*.
Sieben, 6. März 1896.
* * ProvivzialanSschnbfihnng. Samstag ben 14. d. Mts, Vormittags 9 Uhr, findet im RegierungSgebäube dahier eine Sitzung beS ProvinzialauSschufleS der Provinz Oberheffen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage deS Rheinischen Landarmenverbandes gegen den Landarmenverband deS KreifeS Gießen wegen verweigerter Fürsorge für die geisteskranke Ehefrau deS Heintich Hecker. 2. Enteignung von Gelände für den normalspurigen Ausbau der Zweigbahn Billiogen— Ruppertsburg—Friedrich-Hütte.
• • AuS bem Institut beB Herrn Dr. Kubel dahier unterzogen sich fünf Schüiir ber Frühjahr-prüfung für Einjährig-Freiwillige zu Darmstadt, davon bestanden vier. Außerdem hat da» Institut im verflossenen Schuljahr mit Erfolg zu anderen Prüfungen vorbereitet, insbesondere auch zum Maturitätsexamen. — Die betreffenden Schüler unterzogen sich den Prüfungen sämmtlich zum ersten Mal.
* ♦ Schliersee'r Bauerntheater. Die Aufführung von Jäger blut schloß sich der ersteren (Liserl vom Schliersee) würdig an. Mit gleicher Verve, mit gleichem Gelingen wurde gespielt, gelacht, geweint, gesungen und getanzt. Jede Scene war ein Lied, Überall war die große Kunst der Regie bemerkbar, doch nirgends drängte sie fich hervor. Alles war wie au- einem Guß. Nicht unerwähnt möchten wir die schöne Musik lassen, die theil- als Ouvertüre, theil- alt Zwischenactmufik diente, sie enthält fast ausschließlich bayerische Weisen unb ist trotz ihre- MelodienreichthnmS fern aller Trivialität. Ganz wunberfchönen, seltenen Genuß boten auch die vortrefflichen Darbietungen ber ZithervortrSge. Heute Freitag folgt Rosegger- prächtige- Schauspiel „Der Au-- gestoßene."
• * Kriegerdenkmal. Die Sammlung für bat Rrieger», denkmal gibt auch au-wärt« wohnenden Gießener Kindern Gelegenheit, ihre Liebe unb Anhänglichkeit an die Vaterstadt zu betbStigen. So sammelte Herr Ministerial • Calculaior Bruch hä user in Darmstadt unter dortigen alten Gießenern einen ganz ansehnlichen Betrag und überwie- ihn dem Denkmal-Fond-. Möge da- gute Beispiel Nachahmung findenk
Ossenheim, 4. März. Da- hiesige Gräflich Solm-^ Rödelheim's che Braunkohlendergwetk ist nun soweit abgebaut, daß eö zu E^be b. I. seinen Betrieb einstellen wird. Um ben auf dem Werke bis jetzt beschäftigten Arbeitern
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Bitai s-(htenft2mme 18 bis ub onjefioHe F>4ie in Schichtbaufen 1-50 4 Nl. ta8 Mummele 1 Mk. pro Raummeter ch die Folge der Abh Hrlich größere Quani xege an größere Han 'M immer weniger tit Preise sich erhöhet △ Hain), 5. M fcenbtU mit Ge arbeiten, hat dat h' Ministerium«, die öfsi die dazu beitimmt fin ßimbnbanblungtn i 30 Maik belegt. — 8 ol berühmter fianji Luaritan M hiesigen 16 tbtn auf btm Wn oollendet worden. Die Brrftoibtntn ausgestrlli Öhittl dar. Der bi trloftrl raht vor der körper halb ewporgeh, S-ie, schmerzersüllt bli W EohneS, als mol nrprLgeri, Die Grnpl m von einem Mainzei llchterrnann entworfen.
A 8m Rhein, 5 l-ßenen Sonntag bei 9 Schleppdampfers, Wx mit großen Sch, Näßten Dorsichtlmaßreg
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Der „Ludwig ^000 Mark versichert.
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