Ausgabe 
6.11.1896 Erstes Blatt
 
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Laufe des Jahres 1894 erhielten, lautDarmft. Ztg.", vom G oßh. Ministerium der Justiz die Standesbeamten der StandeSamtsbezirke Brann-Hardt, Rai-Breitenbach, EberS- berg, Erlenbach (Michelstadt), Momart, Unter-Moffou, Harres­hausen, Sickenhofen, Trösel, Nieder KainSbach und Weis­kirchen in Starkenburg, die Standesbeamten der Amts- perichtSbezirke Ermenrod, Nieder-Bretdenbach, Friedberg, Queckborn, Ruppertenrod, Steivfurt (Herbstein), Rupperts­burg, Maar, Ober Bessingen, Unter-W'dderSheim, Gedern, Michelbach, Groß Felda, Unter«Seibertenrod, Petterweil und Gillingen in Ob er Hessen und der Beamte deS Standes- amtsbezirks Schornsheim in Rheinhessen.

* Vortrag. Wir machen nochmals auf den morgen Freitag, Abends 8 Uhr in Steins Garten stattfindenden zweiten Vortrag Dr. Müllers aufmerksam, der das hochinterefiante Thema behandeln wird:DaS Naturgesetz und der christliche Glaube."

Stadttheater. Auf daS heute, Donnerstag, und morgen, Freitag, hier stattfindende Gastspiel des Herrn OScar Bohnee vom Kölner Stadttheater sei hierdurch nochmals htngewiesen.

Verein zur Züchtung reiner Hunderassen Gießen. Freitag Abend wird der Verein zur Züchtung reiner Hunde« raffen seine MonatS-Versammlung abhalten. Herr Sei der er wird daselbst seinen bereits angekündtgten Vor- trag überAufzucht und Pflege der Hunde" halten. Der Bortrag mußte einmal ausfallen, weil Herr Seiderer ver­reist war. ES dürfte darin für Jntereffenteu Wichtiges und Nützliches besprochen werden.

Da» Präsidium der KriegerkameradfchaftHassia" richtet einen Appell an die einzelnen Vereine derselben be­hufs Aufbringung von Mitteln, um daS Kyffhäuser- Denkmal vollständig fertigzuftellrn; eS sind noch 200,000 Mk. uvthig zum völligen Ausbau mit den Wegeanlagen. Jeder Verein möge nach seinen Kräften beisteuern, um diese Ehren­schuld quitt zu werden. Seit Aufstellung der letzten Bei« tretbungSliste für daS Khffmuser-Denkmal find 71,150 Mk. etngeqangen, sodaß die Gesammtsumme nunmehr 1,034,750 Mk. 62 Pfq. beträgt.

* Wurstigkeit. Ein hiesiger Student war beschuldigt, bet Gelegenheit eines Ausfluges nach Wetzlar einen Auf« lauf verursacht zu haben dadurch, daß er mit mehreren an einen Stock gebundenen Würsten durch die Straßen gezogen sei. Er wurde der ihm zur Last gelegten Strasthat schuldig befunden und vom Wetzlarer Schöffengericht zu einer Geld- strafe von 10 M k. verurtheilt.

Wichtig für Cousum Anstalten. Nach den am 1. Januar 1897 in Kraft tretenden AbänderungSbesttmmungen zu dem Reichsgesetz über die Erwerbs- und WirthschaftS- geuoffenschaften haben diejenigen Consum-Veretne, welche offenen Laden halten, die Pflicht, schon vor dem 1. Januar darüber Anweisung zu erlassen, auf welche Weise sich ihre Mitglieder den Waarenverkäufern gegenüber zu legitimiren haben und diese Anweisung in Abschrift der Be- höcde einzureichen.

* * Vertilgung von Fischfeindeu. In der Zeit vom 1. April 1895 bis dahin 1896 find im Großherzogthum Hessen erlegt worden: 60 Fischottern (Prämie ä 6 Mk.), 8 3 Fischreiher (Prämie L 1 Mk.). An Prämien wurden hierfür im Ganzen bezahlt 443 Mk.

- j- Nidda, 4. November. Gestern Abend fand im GamdrinuS" eine sehr schwach besuchte Wählerversammlung der socialdemokratischen Partei statt, in welcher der Abge­ordnete Förster auS Hamburg als Redner aufgetreten war.

L. Leidhecken, 3. November. Vor einiger Zeit brachte derGieß. Anz." eine kurze Nachricht über die Verschönerungs« bauten an der Reichelsheimer Kirche, sowie Über eine kunstvolle in Messing getriebene Taufschüffel, die zu den Vasa sacra jener Kirche gehört. Nun hat sich die für Kunstkenner und Kunstfreunde gewiß sehr intereffante Thal- fache ergeben, daß jene schöne werthvolle Schüffel nahe an dreihundert Jahre alt sein dürste, sowie daß fie in der Wetierau selbst, von einem geborenen Leidhecker Namens Pfeil gest ftet und gearbeitet worden ist. Die kunstvolle Schüffel liefert also einen sicheren Beweis dafür, daß daS Kunst- Handwerk vor etwa dreihundert Jahren auch in der Wetterau in hoher Biüthe stand, dergestalt, daß sich heute, am Ende deS neunzehnten Jahrhunderts, wohl schwerlich ein Kunst­handwerker in der Gegend, wahrscheinlich kein einziger in der ganzen Provinz Oberheffen, findet, der eine so treffliche künstlerische Arbeit zu leisten im Stande wäre. Ferner er- gibt sich daraus, daß die Wrtterauer vor dreihundert Jahren gut kirchlich gefinnte Leute waren, denn der Arbeitslohn für die kunstoolle Schüffel muß eine große Summe dar- stellen, weil der Künstler Monate lang an dem schönen Werke zu thun hatte. Diese Summe hat der Stifter und Künstler Pfeil der Kirche gewidmet. Wir glauben den Kunstfreunden und Kunstverständigen einen Gefallen durch Mittheilung dieser Feststellungen gethan zu haben, weil da- durch ein intereffanteS Streislicht auf daS Kunsthandwerk in der Wetterau vor dreihundert Jahren geworfen wird.

? Flensungen, 4. November. Eine hiesige Frau halte sich am verflossenen SamStage nach Mücke begeben, um Kraut zu holen. Vor ihrem Weggänge setzte fie ihr acht Monat altes Bübchen aus daS Bett. Als sie zurückkam, sand fie zu ihrem Schrecken daS Kind, zwischen dem Bett und der Wand eingeklemmt, tobt vor. DaS Kind hatte sich nach der Wand zugemacht, war hier in die Spalte gefallen, ohne aber auf den Boden zu gelangen, und hatte so den Lod gefunden.

n. Ortenberg, 4. November. Unser weithin bekannter faltet Markt" wurde gestern und vorgestern hier ab­gehalten. Er erfreut fich bet der Gesammtbevölkerung der näheren und weiteren Umgegend derselben Beliebtheit, wie der Schottenrr Sommer- und der Grünberger GalluSmarkt in dortiger Gegend. Der diesmalige, recht gute Besuch stand hinter dem der vorhergehenden Jahre doch zurück. Pferde

waren sehr viele uufgetriebeu. Der Kauf in Fohlen war so stark, daß bereit» am Montag fast alle verkauft wurden. Schöne Saagsohlen wurden mit 300 Mk. bezahlt, anderchalb- jährige galten 500 Mk., dritthalbjäbri.e 700 bis 750 Mk.- gute, jüngere Arbeitspferde galten 600 bis 1000 Mk. Der Rindviehmarkt war nicht so stark befahren wie sonst. Ganz flau war daS Geschäft in alten Kühen. Diele mußten sogar unverkauft wieder abgetrieben werden. Stark gefragt und gut bezahlt waren dagegen frischmelkende und hochtrachtige junge Kühe. Erstlinge wurden zu 300 bis 350 Mk. um« gesetzt, Kleinvieh stand verhältnißmäßig niedrig im Preise. Was die Raffen anbelangt, so war die Nachfrage in der Landraffe, einer Stmmenthaler Kreuzung, am stärksten. Norddeutsche Händler, die auch erschienen waren, suchten hauptsächlich Zuchtstiere. Ueberhaupt geht von unserem Markte vieles Vieh ins Ausland.

Lauterbach, 1. November. Dieser Tage brachte ein hiefiger Einwohner von einem Spaziergang einen Strauß prachtvoller Walderdbeeren mit nach Hause. Die Beeren waren ausgezeichnet süß und aromatisch und außerdem be­fanden sich an den Sträuchern eine große Zahl noch halb­reifer und unreifer Beeren, woraus hervorgeht, daß die Erdbeeren nicht etwa Ueberbleibsel aus der Sommerblüthe find, sondern daß wir Früchte aus dem zweiten Trieb in einem Jahre vor uns haben.

vobstadt, 2. November. Ein hi-siger Fortbildungsschüler wurde wegen Beleidigung seines Lehrers vom Schöffengericht Lorsch zu 4 W och en Gefängntß verurtheilt. Gegen dieses Urtheil legte er Berufung ein, wurde aber von der Straf­kammer abgewiesen. Unterdeffen erlaubte sich der Schüler wieder neuerdings Beleidigungen gegen den Lehrer und er­hielt hierfür weitere 6 Wochen.

Darmstadt, 4. November. Im weiteren Verlause seines VortragScyclus verbreitete fich heute Herr vr. F. Noack über das Heraion (Heratempel) in Olympia, wie eS durch die Ausgrabungen auf der Stätte des alten Olympia 1877 am Abhänge eines Hügels freigelegt worden. Sein Grundplan zeigt schmale, erstreckte Verhältniffe, wie bei den alten Tempeln, sechs Säulen an der Schmal-, sechzehn an der Langsette. Der Redner sührte an Hand der Forschungen aus, wie die Steinsäulen deS HeraionS höchstwahrscheinlich an Stelle früherer Holzfäulen getreten, wie auch Pausanias (2. Jahrh. n. Ehr.) noch eine Säule aus Eichenholz in der Hinteren Halle gesehen, und zeigte im Uebrigen, daß die Baugleder, die am Heraion vorkommen, schon beim mykenischen Privathaus in der Hauptsache vorhanden find, wie aber die Säulen an die mit der neuen Construction geschaffenen Verhältniffe sich anglichen, so daß man zu ihrer Erklärung keineswegs auf egyptische Vorbilder recurriren muß. Die Griechen bildeten so als Kunstformen aus, was früher schon als constructtve Theile bestanden- so ist der falsche Schleier zerrtffen, der die griechische Baukunst in ihren Anfängen umgeben, und dargethan, daß diese daS Product langer, langer Entwickelung unter Benutzung früher vorhanden gewesener Elemente ist.

WormS, 2. November. Die Regierung hat jetzt definitiv entschieden, daß die neue Straßenbrücke über den Rhein bei WormS oberhalb der jetzigen Schiffbrücke gebaut wird. Die Kosten, die der Stadt WormS durch diesen Bau er- wachsen, betragen inSgesammt 800,000 Mk., worunter sich 300,000 Mk. als Beitrag zum BaufondS und 500,000 Mk. zur Anlage der nöthigen Straßen und der damit verbundenen Ausfüllung deS tiefliegenden Geländes befinden.

Mainz", 2. November. Mit einer sonderbaren An- klage hatte sich daS hiesige Schöffengericht zu befaffen. Ein junges Mädchen, das in dem Arresthause eine kurze Strafe zu verbüßen hat, steht unter der Anklage, aus dem Zimmer drs Verwalters ein paar Tropfen Tinte mitgenommen zu haben, um mit den anderen Insassen des GesäugniffeS zum Zeitvertreib Karten zu bemalen. DaS Gericht erkannte aber auf Freisprechung, da der Werth der entwendeten Tinte nicht einmal in RetchSpsenntgen auszudrücken sei.

vermischte».

» Biedenkopf, 4. November. Gestern Abend wurden von dem Personenzug Nr. 452 einem Schreiber von der WilhelmShütte, der auf den schon im Fahren begriffenen Zug springen wollte, beide Beine abgefahren.

Kleine Ursachen, große Wirkungen. Der amtliche Bericht der Hessiichen BrandverficherungSanstalt stellt fest, daß der große Brand von Brotterode am 10. Juli durch die beiden vier- bezw. fünfjährigen Kinder des Schneiders Peter entstanden fei, welche sich eine gestohlene Forelle hätten braten wollen und zu diesem Zwecke in der Scheune ihres Vaters einFeuerchen" angezündet hätten. Nach der amtlichen Feststellung find 329 Wohnhäuser, 131 Scheunen, 92 Ställe, 175 Nebengebäude, 1 Kirche mit Thurm und 1 gewerbliches Gebäude, zusammen 729 Gebäude nieder- gebrannt, für die 1,734,878 Mk. 90 Pfg. Brandentschadi- gungen zu zahlen find.

Sin Proceß um ein Zengniß, der zu einem beachtens« wertheu Ergebniß geführt hat, ist gestern vor dem Land- gericht IV., in Frankfurt verhandelt worden. Ein Ar­beiter bekam von seinem Arbeitgeber ein Zrugniß ausgestellt, in welchem eS hieß, fein Fleth fei gut, feine Leistungen gering und fein Benehmen nicht immer bescheiden. Dies hatte fich der junge Mann nicht gefallen laffen und deshalb Klage angestrengt und verlangt, fein Arbeitgeber habe ihm nur ein Zrugniß auSzustellen, in welchem nur Art und Dauer der Beschäfttgung angegeben sei. Kläger berief fich dabei auf $ 119 der Gewerbeordnung, welcher bestimmt, daß der Arbeitgeber nur auf Verlangen deS Arbeiter» auch über die Führung--Qual fication ein Zengniß auSzustellen habe- wenn in § 146 der Gewerbeordnung unter Strafandrohung der Fall nicht erwähnt wäre, so sei dieS ganz natürlich, denn die Strafbestimmungen richteten fich gegen dieGeheim- I Zeichen", wie fie früher von den Industriellen angewendet

wurden, gegen die fich der Arbeiter nicht habe schützen können, gegen ein solche» Zeugniß stehe jedoch einem Arbeiter der Rechtsweg offen. Der Arbeitgeber wandte dagegen ein, d e Arbeitgeber wüßten sich gegen die schlechten Arbeiter dadurch schützen, daß fie in da» Zeugn'ß die Qual'fication hinein- schrieben. Die oberste Instanz gab dem Arbeiter Recht, indem sie anSsührte, der Arbeitgeber könne sich dadurch schützen, daß er in der vorherigen Stelle Nachfrage, dadurch aber, daß er solche Qualification in» Zengniß schreibe, würde dem Arbeiter von vornherein der Weg zur weiteren Beschäs« tigung gänzlich abgeschnitten- eine Berechtigung de» Arbeit- gebet», dem Arbeiter ohne deffen Verlangen eine Führung»« Qualification in» Zeugniß zn schreiben, könne nicht aner­kannt werden.

* Frankfurt a. M., 2. November. In der Markthalle traf am Mittwoch wieder eine große Sendung amerika« nischer Aepfel ein- der Lentner wurde mit 15 Mark bezahlt. Die Aepfel zeichnen fich durch ungewöhnliche Größe au».

Biebrich, 2. November. Ein Transport von einer Million Werth im Möbelwagen dürfte wohl zu den Seltenheiten zählen. Diese werthvolle Ladung wurde in einem Wagen der Firma L- Rettenmayer-Wiesbaden befördert und bestand auß Gold« und Silbergeräthen der Großherzoglich Luxemburgischen Silberkammer, welche von Biebrich nach Luxemburg im Auftrage deS Großherzoglich Luxemburgischen HofmarschallamteS übergeführt wurde. Aus der Fahrt mit der Eisenbahn begleiteten den besonder» ver­wahrten Wagen zwei Packmeister der Firma, welche die kost­bare Fracht am Ziele glücklich ablitferten.

Düsseldorf, 3. November. Der Schmalzraffinerie« befitzer Reibel auS Neuß wurde gestern nach zwölfstündiger Verhaiidlung von der hiefigen Strafkammer wegen Schmalz­verfälschung (Nahrungsmittelverfälschung und Betrug) im Rückfälle zu sechs Monaten Gesängniß und 1000 Mk. Geldstrafe verurtheilt. Sein Werkführer erhielt wegen Bci« Hülse vier Monate Gesängniß.

Bitter -war, aber nicht unlogisch. Ein Steuerzahler in Elberfeld, der mit seinen Steuern im Rückstände ge­wesen war, erhielt einen Mahnzettel, der zwar schon aus« gestellt war, ehe er die rückständigen Steuern bezahlt hatte, ihm aber erst nach der Zahlung der Steuern zugesttllt worden war. Er ging nun mit seiner Beschwerde biß an den preußischen Finauzminifter, der aber zu seinen Uugunsten entschied, indem ihm folgender Bescheid wurde:Da Sie selbst die gesetzliche Frist zur Zahlung der Einkommensteuer für das zweite Quartal verstreichen ließen, haben Sie selbst Anlaß zur Ausfertigung deS Mahnzettels und zur Beauf­tragung des Vollziehungsbeamten mit seiner Behändigung gegeben. Der Auftrag konnte, nachdem Sie inzwischen Zah­lung geleistet hatten, nicht mehr zurückgenommen werden, und wenn die Behändigung deß Mahnzettels In Folge diese» Umstandes trotz der inzwischen erfolgten Zahlungsleistung stattgefunden hat, fo tonn doch hiermit wegen der Ihne» zur Last fallenden Versäumniß ein ausreichender Grund, Sie von der Zahlung der gesetzlichen Mahngebühr zu entbinden, nicht entnommen werden."

Dem Rector der Berliner Uuiverfität hat dieser Tage das American-Theater in Berlin einen Spaß gemacht, indem es ihm solgenden Brief schickte:Herrn Brunner, hier. Bitte höflichst, den Herrn Studirenden bekannt zu geben, daß ich denselben im American-Theater eine Preisermäßigung von 50 pCt. an den Wochentagen gewähre. . . . Selbst­verständlich stelle ich Ihnen zu jeder Zeit Billett honoris causa zur Verfügung."

Bautzen, 3. November. Der Maurer Räche tödtete gestern seine Ehefrau durch Beilhiebe, weil fie ihm Geld zum Schnapskaufen verweigerte. Der Mann wurde eine Stunde nach vollbrachter That in einer Restaurat ou fest­genommen.

Mannheim, 30. October. Die allgemeine Versamm« lung der Vereinigung südwestdeutscher Tabakinter« ess ent en zur Beseitigung deS Tabak-Dachkauf», welche ur­sprünglich erst am nächsten Sonntag stattfinden sollte, wurde nunmehr bereits heute Vormittag abgehalten, da die suche sehr dringend ist und verschiedene Mitglieder telegraphisch um Beschleunigung der Angelegenheit ersuchten, da fie sonst fürchten, bei dem Einkauf de» Tabak» in» Hintertreffen zu kommen. Die Versammlung war sehr gut beschickt und nah« einstimmig den Antrag aus Auflösung der Bereinigung an. Die Auflösung erfolgt mit dem genügen Tage. Leider er- eignete sich gegen den Schluß der Verhandlungen ein be­trübender Zwischenfall, indem ein Teilnehmer an der Ver­sammlung, Herr Gottschall Abenheimer von hier, plötzlich von einem Schlaganfall getroffen wurde, der dem Leben deS Bedanernswerthen ein rasche» Ende bereitete. D:r Vor­fall hatte natürlich den sofortigen Schluß der Versammlung zur Folge.

Sin verhängnißvolle» Mißverstandniß. An» Zell am See wird telegraphirt: Donnerstag Nacht 11 Uhr wollte der Knecht Berger uuS der Gemeinde Ma Shofen für einen kranken Kameraden von der Apotheke Arznei holen. Der Befitzer der Apotheke hörte Berger an der rückwärtigen HauSthüre pochen. Er hielt ihn für einen Ruhestörer, welcher bereits vor einigen Nächten da» Apothekerhauö ottoquirt hatte. Der Apotheker feuerte einen Gewehrschuß ab. Mit dem Au-rufeRecept" stürzte Berger tobt zusammen.

Die OrMrankenkaffe in Heidelberg hat wohl al» erste eine hygienische Station mit Badeanstalt (enthaltend Badezimmer, Douche- und Maffagera.m, Dampf' bad rc.) errichtet. DaS Bad kommt die Mitglieder auf ner 5 Mennige zu stehen.

Für die Schaffung besonderer Radfahrerwege, d. h- neben den Landstraßen laufender, den Radfahrern vor­behaltenerTrottoirs", wird jetzt in Radfahrerkreiseu leb­haft agitirt. In Belgien bestehen schon viele Kilometer lange ,Voies cyclablee®, und weitere lange S-recken find im Bau begriffen, so eine die Seeküste entlang. In Belgien