Nr. 262
Freitag den 6. November
Erstes Blatt
1896
Amts- und Airzeigeblatt für den Atveis Gieren
chratisöeikage: Gießener Kamikienötätter
Anrtlichev Theil
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
Von dem untergegangenen Kanonenboot China heute hier angekommen.
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Die Gießener Aamitienökäller Werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
//Franks. Ztg."
Der HKßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
schreibt: „Zweck
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Paris, 4. November. Nach der Interpellation über Armenien sollen im Laufe dieser Woche noch folgende eingebracht werden: Die Interpellation über die Vorgänge in Carmaux und über die in Algerien vorgekommenen Phosphor- Scandale. Am nächsten Montag diejenige über die Affaire DrehfuS und außerdem eine solche über den Katholikencongreß in Reims. Die letztere gilt für die Regierung als die gefährlichste.
Paris, 4. November. Am 18. November wird in Lyon der Congrese national de la democratie chrßtienne zusammentreten. In dem Programm wird hervorgehoben, daß, wenn die Wahlbewegung in Oesterreich eS erlaube, man auf das Erscheinen Luegers und Lichtensteins mit Bestimmt- heit rechnen könne.
Carmaux, 4. November. Sonntag den 15. d. Mts. soll ein soctalistischeS Meeting organifirt werden, als Protest gegen die soctaltstenfeindliche Politik der Regierung.
Konstantinopel, 4. November. Um den drohenden Demonstrationen wegen der wachsenden GehaltSrückstände vorzubeugen, läßt die Regierung neuerdings verbreiten, daß die Armenier wieder verbrecherische Anschläge vorbereiteten. Die Pforte stellte an die europäischen Gesandten daS Ansuchen, die Stationsschiffe nach Armeniern durchsuchen zu dürfen.
Newyork, 4. November. Mac Kinley erhielt 271 Mandate, 47 mehr als er braucht, um fich die Präsidentschaft zu sichern. Die Mehrheit im Senat und in der Kammer wird mit ihm eine republikanische sein. Die Bevö.kerung Newyorks feiert den Sieg Mac KinlryS in begeisterter Weise. Zahlreiche Häuser waren NachtS prächtig illuminirt. Die Zeitungen gaben daS Resultat durch Transparente bekannt.
Berlin, 5. November. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ist ein Telegramm aus Ostafrika etngelauien mit der Nachricht, daß in der Nacht vom 19. zum 20. October Eingeborene in Meru im Kilimandscharo - Gebiet die beiden Missionare, Karl Segebrok und Ewald Ooir, welche erst vor Kurzem zur Anlegung einer Station dorthin gekommen waren, ermordet haben. Beide find deutscher Her- kunft, aber russische Staatsangehörige. DeS Weiteren wird gemeldet, daß eine Expedition unter dem Compagnie Führer Johannes zur Bestrafung der Mörder unterwegs ist.
Lerltu, 5. November. Wegen heftigen SturmeS mußte der Kaiser gestern Vormittag die Jagd in Groß- Strehlitz aufgeben. Dieselbe wird heute fortgesetzt werde».
Oppeln (Oberschlefien), 5. November. Durch eine Verfügung deS Minister« ist bestimmt worden, daß vom 11. November ab die Schweine, deren Ausfuhr aus Rußland gestattet ist, nur denjenigen Gewerbetreibenden überwiesen werden dürfen, welche dircct an Confumenten verkaufen.
Lübeck, 5. November. Wiederholte Kanonenschüsse zeigten gestern Abend den Anwohnern der Trave Ufer an, daß Hochwasser-Gefahr drohe. Die Trave steigt rapid. Die Kai-Schuppen wurden geräumt. Glücklicher Weise trat aber Windstille ein, so daß ein weiteres Steigen des WaffrrS vorläufig nicht zu befürchten steht. Die am Trave-Fluß gelegenen Wiesen sind vollkommen überschwemmt.
Rom, 5. November. Die „Agenzia Jtal'ana" dementirt kategorisch die Nachricht, Visconti Venosta habe den deutschen Botschafter über den deutsch-russischen Geheimver- trag inNrpellirt ober überhaupt dieses Thema nur berührt.
Alle Annonccn-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» i Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
lerj AdlltülM
Cocales und protHttjkUef»
Siegen, den 5. November
•• OrdenSverleihnngen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen zu den von Seiner Majestät dem Kaiser von Rußland den nachgenannten Personen verliehenen OrdeoSinfignien zu ertheilen: dem Provinzialdirector Geheimrath v. Marquard zu Darmstadt für ben St. Stanislaus Orden 1. Klaffe, dem Redacteur der „Darmstädter Zeitung" Hofrath Becker und dem Ministertalbuchhalter RechnungSrath Petry zu Darmstadt für den St. Stanislaus Orten 3. Klaffe, fowie dem Briefträger Christoph Vatter zu Darmstadt für die kleine silberne Medaille des St. Stanislaus Ordens.
•• Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzg haben Allergnädigst geruht, am 31. October den von dem Herrn Fürsten zu Solms HohensolmS- Lich auf die evangelische Pfarrstelle zu Ettingshausen, Drcanat Grünberg, piäsentirteuPfarrverwaltrr Karl Wagner zu Gelnhaar für diese Stelle zu bestätigen.
•• Lobende Anerkennung der StnndeSbeawten. Line lobende Anerkennung für ihre Geschäftsführung im
«ölst» tciegrnphische» Lorresporwen,'Buren».
Berlin, 4. November. Die Aeltesteu der Kaufmannschaft beschloffen, die Sachverständigen-Commt'siou für gewerbliche Angelegenheiten um ein Gutachten zu elsuchen, inwtrweit der die Organisation des Handwerks bezweckende Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung, die Interessen der Industrie zu schädigen geeignet sei, wenn er Gesetz werden würde.
Berlin, 4. November. Der „Nationalzeitung" wird bestätigt, daß im Landtage eine Ermäßtgung der Eisen- bahngütertartse bet Vorlegung des Etats vorgeschlagen werden wird und zwar im Betrage von 15 M lltonen Mark; auch in diesem Jahre erfolgt eine besondere Vorlage über die Erweiterung des Etsenbahnnetzes und Vermehrung der Betriebsmittel.
Berlin, 4. November. Wie die „Nationalzeitung" vernimmt, erfolgt die endgtltige Beschlußfaffung über die bevorstehenden Gehaltserhöhungen in der demnächst statt
meldet auS Newyork: Die Commentare der Preffe zudem Ergebniß der gestrigen Wahl laufen darauf hinaus, daß eS sich nicht um einen Sieg der republikanischen Partei, sondern um einen Sieg der patriotischen Bürger einer großen Republik handele, daß jetzt die Ptolperität deS Landes gesichert fei, sofern Mac Kinley dem ihm ergebenen Congreß nicht einen neuen Tarif schaffe ober daS Land in auswärtige Abenteuer stürze. Der „Newyork Herald" sagt, Diejenigen, welche die Zügel der Regierung ergreifen wollten, um neue Theorien zu erproben und Diejenigen, welche den Credit der amerikanischen Nation zu untergraben wünschten und aufrührerische Ideen in ihrem Parteiprogramm zum Ausdruck brachten, seien vollständig unthätig gemacht. Mac Kinley solle nicht ver- geffen, daß er Präsident der ganzen Nation ist und daher seine LieblingStheorien nicht in den Vordergrund stellen darf.
Boze», 4. November. In dem Paffeier Thal droht ein großer Bergrutsch. DaS oberhalb der Ortschaft Hofen aufragende Gebirge zeigt riesige Sprünge und Klüfte. DaS Rutschen deS Terrains hat bereits großen Schaden avgerichtet. Ueberatt herrscht große Panik. Die Bewohner räumen die Wohnungen.
Brüx, 4. November. Heute Nacht erfolgte bei starkem Sturm ein heftiges Erdbeben mit unterirdischem donnerähnlichem Getöse. Daffelbe hielt etwa 10 Secunden an. Nach fünf Minuten erfolgte ein zweiter Erdstoß, welcher 5 Secunden dauerte. Die Bevölkerung ist sehr geängstigt, obwohl kein Schaden verursacht ist.
Nom, 4. November. König Humbert hat dem Prinzen von Neapel eine JahreSrente von 700000 FrS. auS feiner Civilliste abgetreten. Die Regierung wird deshalb keinen Apanage-Antrag stellen. Der Prinz erhält im Januar den Commondeurposten eines ArmeecorpS.
Rom, 4. November. Wie hier bestimmt verlautet, hat Cardinal Hohenlohe kurz vor feinem Tode sämmtliche wichtigen Papiere verbrannt. Man erwartete bekanntlich auS feinem Nachlaß interrffante Mittheilunge» über den Cultur- kämpf.
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Corre pondent in Port Said hatte mit dem früheren Generalresidenten in Madagaskar, Laroche, eine Unterredung. Laroche bezeichnete sich als daS Opfer eines Com- plotts des Militärs und erklärte die Meldungen von einem Ausstand auf Madagaskar für übertrieben.
London, 4. November. Den „Times" wird auS Konstantinopel vom 2. d. M. gemeldet, daß am Tage vorher zahlreiche Verhaftungen von Türken stattfanden, die mit einer Verschwörung zur Plünderung von Pera und Ausführung von Metzeleien in Verbindung gebracht werden. Eme allgemeine entnervende Unruhe, sowie weitverbreitetes Elend und Armuth kennzeichnen die Lage.
Newyork, 3. November. AuS verschiedenen Gegenden deS Landes werden Unordnungen gemeldet. In St. Louis schoß ein republikanischer Wahlagent bet dem Wahlstreit auf einen Demokraten und verletzte denselben tödtlich. In Wal- sord (Alabama) wurden vier Neger durch Mitglieder einer geheimen Gesellschaft getödtet.
Konstantinopel, 4. November 29 wegen der vorjährigen Umtriebe in Mocedonien zum Tode verurtheilten Aus- ständischen find zu lebenslänglichem Kerker begnadigt worden.
Euakin, 4. November. Reuter - Meldung. Ein als Derwisch verkleideter, nach dem Sudan reisender Europäer wurde von der hiesigen Behörde verhaftet.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 4. November. Der Kaiser ist heute früh kurz nach 8 Uhr in Groß-Strehlitz eingetroffen und hat sich sofort nach dem Jagdgelände begeben.
Berlin, 4. November. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Rothen Adlerordens 1. Klaffe an ben Herzog Aböls Friebrich von Mecklenburg- Schwerin.
Berlin, 4. November. Wie die „Deutsche TageSztg." meldet, tritt Oberst-Lieutenant von Trotha, der stellvertretende Gouverneur von Deutsch-Oftafrika, einer hier ein» gelaufenen telegraphischen Meldung auS Dar-eS Salam zufolge, von seinem Posten als Vice-Gouverneur und Commandeur der Schutztruppe zurück. DaS Ausscheiden v. Trothas auS dem ReichSbienst sei auf ben Rücktritt deS Gouverneurs v. Wißwann und auf die Personalfragen betreffend dkffen Nachfolger in erster Linie zurückzuführen.
Wilhelmshaven, 4. November. Der Zahlmeister Loß
Frankfurt a. M, 4. November. Die
eingebracht. DaS Gehalt der PremierlieutenantS 1800 Mk., daS der Hauptleute auf 3600 Mk. werden.
Berlin, 4. November. Der „Reichsanzeiger" AuS dem Artikel eines hiesigen Blattes über den
Achill
WWW 1855,
Gießen, den 4. November 1896.
Belr.: Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Großherzog- und Ihrer Kgl. Hoheit d.r Großherzogin.
Die
Großh. Kreis-Schulcommission Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
Wir beauftragen Sie, rubr. Feier am 25. d. Mts. in der seither üblichen Weise in den Ihnen unterstehenden Schulen feiern zu laffen.
v. Gagern.
der Enthüllungen" find nachstehende Behauptungen in verschiedene Zeitungen übergegangen: „Zar Nikolaus II. hatte die Abficht, während seines Aufenthaltes in Deutschland dem Fürsten Bismarck in Friedrichkruh einen Besuch abzu- fiatten. Der junge Zar hegt für den deutschen Staatsmann das Gesühl aufrichtiger Verehrung und Zuneigung. DaS Vorhaben feines Besuchs war kein Geheimviß. Der Besuch ist unterblieben auf eine Anregung hin, die nicht von niedriger Stelle kam. Wenn der Zar auf die Erfüllung seines Vorhabens und Wunsches verzichtete, so konnte eS nur geschehen sein, weil ihm von höchster Regierungsstelle der Verzicht nahe- aelegt wurde. Wie wir zuverlässig erfahren, ist daS auch der Fall gewesen." Wir find zu der Erklärung ermächtigt, daß weder an Allerhöchster Stelle noch in amtlichen Kreisen von einer Absicht des russischen Kaisers, den Fürsten Bismarck za besuchen, etwas bekannt geworden ist. Die vorstehenden Angaben über die Gründe, warum der Besuch unterblieben sei, beruhen daher auf Erfindung.
Sroß-Etrehlitz, 4. November. Se. Majestät der Kaiser ist heute früh gegen 9 Uhr hier eingetroffen und von der Bevölkerung jubelnd begrüßt worden. Zum Empfange aus dem Bahnhöfe waren erschienen Gras Tschirschky Renard, Landrath v. Alten, Bürgermeister Gundrum, Generaldirector Biehler, Erbprinz von Hohenlohe und Kammerherr v. Zawadzki. Rach huldvoller Begrüßung der Anwesenden fuhr Se. Moj.stät unter den begeisterten Huldigungen der angesammelten Volksmenge nach dem Jagdrevier. Kriegervereine bildeten am Bahnhöfe Spalier. Abends wird der O't festlich beleuchtet.
Brün», 4. November. Bei den Landtagswahlen M Großgrundbesitzes wurde die Compromißliste einstimmig gewählt.
Pari», 4. November. Die Mehrzahl der Blätter drückt ißre Genugthuung über ben Sieg Mac Kinleys aus. Der „Temps" unb bie „Liberte" finb überzeugt, baß trotz b'tr Wahl Mac Kinl'PS die Rückkehr zu dem früheren Ultra» Protektionismus nicht zn befürchten fei. — Der „TempS"-
mbSßtnitn; tztiuri- Weserflr-, Weit; in er: Saubach r Wtlh. t verlier. 2483
findenden Sitzung des Staatsministeriums. Die Erhöhung des AnfangSgehaiteS der Richter wird von 2400 Mk. auf 8000 Mk erfolgen. Die Zweifel der Preffe an der ^e- haltSsteigerang der Lehrer an höheren Schulen feien gründ- loß; die Erhöhung der Gehälter der UniverfitätSprofefforeu findet gleichfalls statt, ebenso ist auch eine Milderung der Ungleichheiten bezüglich der Collegiengelder beabsichtigt. Mit dem Vorschläge für die Gehaltserhöhungen wird der Gesetzentwurf behufs Erhöhung der Wiitwen- und Waisen-Pensionen soll auf
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