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6.3.1896 Erstes Blatt
 
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Berlin, 4. März. Wie da-Tageblatt" erfährt, er­schien gestern Abend der Kaiser kurz vor 7 Uhr in der italienischen Botschaft und verweilte etwa 20 Minuten beim Grasen Lanza

Berlin. 4. März. Die dentsch-conservative Fraction bei Reichstages hat den Beschluß gefaßt, in der Commission für dal bürgerliche Gesetzbuch sür die föderative Civilehe einzutreten.

Berlin, 4. März. Die Bubcommissiou der Börsengesetz-Commission war heute im Reichstage zusammengetreten, um den Wortlaut del Börsengesetzes nach dem Beschlüsse erster Lesung festzustellen. Die von der Gubcommisfion nach dem Beschluffe der ersten Lesung revi- litte Fassung soll bil Freitag den Mitgliedern zugänglich gemacht werden, damit die Commission am Montag in die zweite Berathung eintreten kann. Morgen wird die Tom« Mission die Berathung deS Depotgesetzes beginnen, welche! man bi! SamStag zum Abschluß zu bringen hofft.

Berlin. 4. März. Da! Berliner Theater soll in nächster Zeit ein Drama zur Aufführung bringen, deffen An­nahme und Einstudtrung auf dieser Bühne aus besonderen Wunsch de! Kaiser! erfolgt sei. Deo Titel de! Drama! und den Namen deS Verfassers möchten wir, so schreibt da! Kl. Journ.", vorläufig noch dilcret behandeln.

Berlin, 4. März. DerBoff. Ztg." wird von best- unterrichteter Seite mitgetheilt, daß alle Meldungen, be­treffend die vierten Bataillone, auch wa! die Kosten betrifft, auf Bermuthungen beruhen. Selbst im Krtegl- wiatstertum, wo die Vorbereitungen für die Neuorganisation eifrig betrieben werden, könne man weder über den Zeit­punkt der Beendigung der Neuorganisation, noch Über den Kostenpunkt Bestimmte! sagen. Erst mit dem 1. April 1897 dürfte die geplante Umbildung der 4. Halb Bataillone zur Aulführuog gelangen.

Berlin, 4. März. Der Reichltaglabgeordnete Ahl- wardt hat derPoft" zufolge einem Berliner antisemitischen Agitator, Namen! Werner, mitgetheilt, daß er bestimmt nach Deutschland zurückkehren werde. Er habe jetzt da!, was ihm bisher hauptsächlich gefehlt habe, nämlich Geld, viel Geld.

Frankfurt a. M., 4. März. DieFranks. Ztg." meldet au! Parts: Die Blätter besprechen die Niederlage der Italiener mit kaum verhehlter Geougthuung. Fast alle Commeotare unterscheiden zwischen dem italienischen Volk und der Regierung. Dem Volke wird Mitleid, selbst Sym­pathie aulgebrückt. Ueber Erilpt hinweg wird ein ver- uichtende! Urtheil gefällt. CrtSpi wird der böse Geist Italien! genannt und al! einziger Verantwortlicher für die Niederlage bezeichnet. Einzelne Blätter halten sogar die italienische Dynastie für gefährdet. Rochefort gibt den Italienern den Rath, jetzt die Republik zu erklären.gtg^ro" schreibt, der Sieg Meneltk! fei ein kaum gut zu machender Schlag für da! Prestige der italienischen Armee.

Frankfurt a. M., 4. März. DieFrankf. Ztg." erfährt au! Fiume, daß der DampferSt. Pierre" im Atlantischen Ocean gescheitert ist. Der Dampfer ist unter- gegangen. Die Mannschaft wurde durch den deutschen Dampfer Normannia" gerettet.

Kiel, 4. März. Am 7. d. M. begibt sich die Kaiser­yachtHohenzollern" nach Abbazia, um dort zur Ver­fügung de! Kaiser! zu stehen, der sich auf dem Landwege dorthin begibt. DieHohenzollern" wird acht Wochen von Kiel abwesend sein.

Kattowitz (Oberschl.), 4. März. (Bereit! durch Depesche veröffentlicht.) Heute Nacht entstand auf der GrubeKleo- pha!" ein Brand, und zwar im Frankenberg-Schacht. Der aus Holz gezimmerte Schacht gab dem Feuer reichliche Nahrung. 140 Bergleute wurden durch den Braud von der Außenwelt abgeschnitten. 80 konnten gerettet werden. 27 lobte sind bereit! geborgen. Vermißt werden noch 23 Leute, darunter ein Steiger und zwei Oberhäuer.

Kattowitz (Oberschl.), 4. März. (Weitere Meldung.) Bet dem in der letzten Nacht in derKleophaS-Grube" durch bil jetzt unaufgeklärte Ursache entstandenen Brande sind von den 144 Mann der Belegschaft bi! heute Nach­mittag 4 Uhr 3 Lebende und 50 lobte geborgen. Die Aussichten für die noch im Schacht befindlichen Bergleute find sehr ungünstig.

Mährisch Ostrau, 4. März. Der Bergarbeiter- Strike ist im Abnehmen begriffen. Die Zahl der Strikenden ist auf 12,000 gesunken. Man hofft, daß die Arbeit noch in dieser Woche in vollem Umfange wieder ausgenommen werden wird.

Rom, 4. März.Popolo Romano" ist der Ansicht, daß dal Expedttionlcorps gezwungen ist, sich bi! nach Aimara zurückzuziehen. Die Italiener haben innerhalb der letzten drei Monate alle Gebiete verloren, welche sie in den verschiedenen Feldzügen der letzten drei Jahre erobert hatten. Dem General Baratieri wird der Vorwurf gemacht, au! den bereit! erlittenen Niederlagen keine Lehre gezogen zu haben. Da! Blatt glaubt, Baratieri fei verwundet.

Rom, 4. März. Crilpi conferirte während de! ganzen gestrigen Nachmittag! mit dem König. Ueberall herrscht die größte Aufregung. Die Stimmung in der Stadt ist eine gedrückte. Die Polizei beschlagnahmte mehrere schwarze Fahnen, welche zum Zeichen der Nationaltrauer oulgebängt worden waren. In Mailand und Neapel haben stürmische Protestkundgebungen gegen Crilpi stattgesunden. Die radtcalen Redner forderten den sofortigen Rücktritt Crilpi!. Ei heißt, Crilpi fei seiner Niederlage bet der Er­öffnung der Kammer sicher, weßhald er tu letzter Stunde dal Parlament auf ein spätere! Datum vertagen wolle.

Rom, 4. März. Aul Neapel wird gemeldet, daß die dortigen Studenten unter Führung eint! Abgeordneten zur Präfectur zogen und gegen die Colontalpolitik protestirten. Die Universität wurde geschloffen. Auch au! Mailand und Pavia werden Demonstrationen gemeldet.

Rom, 4. März. Gegen die Afrika-Politik und da! Ministerium wurden in Venedig, Pavia, Verona, Mailand und auch hier Kundgebungen veranstaltet. In Venedig wurden die Theater geschloffen. 17 Demonstranten wurden verhaftet. In Mailand zerstreute Militär die Manifestanten, wobei mehrere Derwundungeo ftattfanden.

Paris, 4. März. DerFigaro" erklärt, die ita­lienische Regierung habe in letzter Stunde den tele­graphischen Befehl ertheilt, 30,000 Manu in Neapel zu versammeln.

WB. Kola, 5. März. DieKölnische Volkszeitung" meldet: Der frühereBicepräfident de! Reichstages, Reichs- rath Buhl-DeideSheim, ist heute früh gestorben.

CO*U» und provinzielles.

Sieben, 5. März 1896.

** RahestandSversetzuog und Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht, den KreiSschulinspector bei der KreiSschulcommisfion Gießen, Schulrath Friedrich Büchner und den Kreis- schuunspector bei der KreiSschulcommisfion Allfeld, Georg Müller, Beide auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste und mit Wirkung vom 1. April d. I. an, in den Ruhestand zu versetzen und dem KreiSschul- inspector Schulrath Friedrich Büchner dal Ritterkreuz 1. Klosse bei Verdienstorden! Philipp! de! Großmüthigen, dem Kreilschulinspector Georg Müller da! Ritterkreuz 2. Klaffe diese! Ordenl zu verleihen.

** Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, den Kreilschulinspector bei der KreiSschulcommisfion Worm! Dr. Albert Luciu 1 zum Kreilschulinspector bei der Kreilschulcommisfion Gießen, den Lehrer an dem Schullehrerseminar zu Friedberg Dr. Kar.l Karg zum Kreilschulinspector bei der KreiSschulcommisfion Worm! und den Lehrer an dem Schullehrerseminar zu Alzey Heinrich MatheS zum KreiSschulinspector bei der Kreil- schulcommission Alsfeld, sämmtlich mit Wirkung vom 1. April d. I. an, zu ernennen.

* Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog Haden Allergnädigst geruht, dem Bürgermeister Johann Groh VI. zu NiederRoSbach dal Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste" zu verleihen.

Z Von der Universität. Die Prüfungen für dal höhere Lehramt find gestern mit befriedigendem Ergeb­nisse beendigt worden. ES haben 10 Bewerber die Prüfung vollständig bestanden, 5 mit Zeugnissen ersten, 5 mit Zeug- niffen zweiten Gradel- 2 Bewerber haben die Prüfung be­dingt bestanden- 1 Bewerber war auf Grund der schrift­lichen Prüfung von der mündlichen ausgeschlossen worden.

** Militärdienstnachrichten. Dr. Drüner, Unterarzt vom Jnf.-Regt. von Wittich (3. Heff.) Nr. 83, unter Ver­setzung zum 3. Großh. Heff. Jnf.-Regt. (Lelb-Regt.) Nr. 117, zum Assistenzarzt 2. Klaffe, Dr. Su lzer, Assistenzarzt 2. Klaffe der Reserve vom Landwehr-Bezirk WormS, zum Assistenzarzt 1. Klaffe, Wollermaun, Unterarzt der Reserve vom Landwehr-Bezirk I Darmstadt, zum Assistenzarzt 2. Klaffe befördert. Dr. Hirsch, Assistenzarzt 2. Klaffe vom 3. Großh. Heff. Jnf.-Regt. (Leib Regt.) Nr. 117, mit Pension, Dr. Brückner, Stabsarzt der Landwehr 1. Aufgebot! vom Landwehr-Bezirk I Darmstadt der Abschied bewilligt.

* * Zu den Ruhestand wurde versetzt am 26. Februar der Gefangenaufseher am Landeizuchthause Martenschloß Bernhard Tröster auf fein Nachfuchen und unter An­erkennung feiner langjährigen treuen Dienste.

Schlierfee'r Bauerntheater. Vor gut besetztem Hanse begann gestern der Cycln! der Schlierfee'r mit dem Lif er l vom Schliersee von Han! Nanni. El scheint uni müßig, ergründen zn wollen, ob die Schlierfee'r Bauern oder Schauspieler seien, Dilettanten find e! jeden- sall! nicht oder doch wenigstens nicht mehr, denn dal, wa! sie darbieten, ist schauspielerisch Vollendetes. Ebenso wenig wollen wir darnach forschen, ob Conrad Dreher, der Schöpfer de! Ensembles, nach Talenten gesucht und diese ge­funden oder ob er ohne Prüfung zugegriffen habe. So un- erklärlich ist ja der große Erfolg der Schlierfee'r durchau! nicht, wenn unsere Dilettanten-Künstler immer nur in dem Beruf, in welchem sie thätig find, auf der Bühne erscheinen würden, dürfte ihre Aufgabe eine leichtere sein, wenn aber ein braver Kaufmannljüngling Fürsten und Könige darstellen will und eine ehrsame Küchenfee gar die Ebolix verbricht, gestaltet sich die Sache ungünstiger, besonder! sür die Zu­hörer. Die Schlierfee'r find Bauern und stellen Bauern dar, von ihnen verlangt man kein gewählte! Deutsch- wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, sprechen sie, nur sollen sie sprechen. Auch die Handlung in den Stücken selbst ist au! dem Leben dieser Leute gegriffen. Der Haß gegen den Jaga ist nicht blo! in der Comödie, sondern im Leben erst recht vorhanden, die Bual, die sich dort auf der Bühne raufen, haben dal in Wirklichkeit recht oft und sehr naturalistisch geprobt. Groß find die Schliersee'r und ihr Meister Dre her, im Erkennen deffen, wa! sie leisten können und au! diesem Grunde groß in ihren Leistungen selbst. Dieses Urtheil bestätigte die gestrige Aufführung voll und ganz, Alles war abgerundet und fertig, man vergaß, daß man sich im Theater befand, ein Lebensbild rollte sich auf der Bühne ab und da einzelne Leistungen hervorzuheben, wäre ein Unrecht gegen die anderen. Wir find gespannt auf die weiteren Abende und zweifeln nicht, daß ebenso viele Erfolge sein werden. Heute Abend kommt Raucheu- egger's Jägerblut, morgen, Freitag, Der Au-ge­stoßene beffelben Dichters.

* * Bolksbad. Der Arbeitsausschuß hat seine vorberei­tenden Arbeiten vollendet. Vorschläge und Anträge sollen der Generalversammlung de! Verein! und allen Jmereffenten

in einer Volk! Versammlung am Dieulrag ben 10.1. DL, Abend! 81/. Udr, im Gießener Festsaal zur Genehmigung und Befchlußsaffung unterbreitet werden. Die Versammlung ist öffentlich, auch Nichtm'tglieder des Verein! haben Zutritt.

* Cffeae Karte» für 3 Psg. El wird schon Manchem pasfirt sein, daß er für offene, mit 3 Pfennig Marken frankine Postkarten, welche auf der Rückseite lediglich gedruckten In­halt hatten, Strafporto zahlen mußte. Von fachmännischer Seite wird nun geschrieben, daß im Publikum vielfach die Ansicht verbreitet ist, Postkarten mit gedrucktem Inhalt kosteten 3 Psg. Tagtäglich wird eine große Anzahl solcher Postkarten mit Strafporto belegt. Offene Karten mit ge­brühtem Inhalt werden aber nur dann zu drei Pseonig befördert, wenn sie nicht den VermerkPostkarte" tragen.

* Rene Briefmarken beabsichtigt die ReichSpostverwaltung für Deutsch-Ostafrika Herstellen zu laffen. Dieselben bestehen gegenwärtig au! unseren deutschen Reichs Postmarkem mit dem in Schwarz aulgeführten Aufdrucke de! dem Wende derselben entsprechenden Betrage- der in Ostafrika geltende» Rupienwähruog. Zu diesem Aufdruck soll nun auf de» Marken der neuen Verausgabung außerdem noch der weitere AusdruckDeutsch Ostafrika" hinzukommen.

§ § Lauterbach, 3. März. Gestern früh find einem diesigen Metzgermeister seine vier Gesellen davongelaufen, haben also in aller Form g e strikt. Die Gesellen sollen, wie sie behaupten, wegen zu langer Arbeitszeit ihre Stellen verlaffen haben.

-1- Salzhausen, 4. März. Die Bauloose aus unserer neuen Bahnlinie find ausgeschrieben, die Bauthätigkeit wird in aller Nähe beginnen, aber auch bei uns regt cl sich in Bezug auf weitere innere Einrichtungen und Herstellungen, welche unser reizend gelegenes Bad immer mehr heben und den neuesten Bedürsniffen entsprechend autgeftalten sollen. Zunächst wirb daS Kesselhaus neu eingerichtet. Die Bäder wurden hier nach dem alten System in Keffeln erwärmt und weitergeleitet, was ganz beseitigt werden soll. ES wird dafür die Einrichtung getroffen, wie sie in größeren Bädern erprobt worden ist. Eine sehr beliebte Erfrischung siod Douchen und Brausen von süßem Waffer nach Soolbädern. Derartige Douchen werden jetzt hergestellt. Endlich wird eine ganz neue Installation geplant. Sämmtliche Arbeiten und Einrichtungen werden so gefördert, daß alles in bet Reihe ist, bis die Badesaison beginnt. Daß wegen Ver­schönerung und Vergrößerung deS kleinen, aber sehr lieb­lichen und schönen CurparkS gesorgt worden ist, haben wir gelegentlich früher einmal kurz mitgetheilt. Die Mittel für diese Einrichtungen stehen zur Verfügung und zwar au! der jetzt zu Ende sehenden Budgetperiode und sollen darum un­verzüglich Verwendung finden.

Bingen, 3. März. Die Stadtverordneten wählten soeben den KreiSamtmann Neff in Darmstadt zum Bürger­meister der Stadt Bingen.

Oesundheitsverhältniffe und Sterblichkeit im ^reiseOietzen während des Jahres 1895,

Konnten wir über die Sterblichkeit im Kreise Gießen für da- Jahr 1894 gegenüber den nächsten Vorjahren, ia welchen die Influenza dieselbe merklich erhöht hatte, schon von günstigeren Berhältniffen berichten, so gilt dies noch viel mehr vom Jahre 1 8 95- es starben nämlich im Ganzen im Berichtsjahre nur 1 351 Personen gegenüber 1570 im Durch­schnitt der verfloffenen 18 Jahre, unter welchen eine so niedere Sterbezahl wie die diesjährige überhaupt noch nicht vor­gekommen ist, trotz einer immerhin demerkenSwerthen Be­völkerungszunahme, indem jene zwischen der niedersten 1412 in 1889 und der höchsten mit 1877 in 1893 schwanken^ hinter dem Vorjahre 1894 mit 1527 Todesfällen bleibt daS Berichtsjahr trat 176 zurück.

Zieht man, um die Sterbeziffer der Kreisangehörigen, d. L das Derhältniß der Gestorbenen zu den Lebenden, zu ermitteln, von der Gesammtzahl der Todesfälle 119 in den Kliniken zu Gießen verstorbene, dem Kreise nicht anaehörige Personen ah, so bleiben 1232, und eS fallen von 77,125, für die JahreSmitte berechneten Einwohnern auf je tausend Lebende nur 15,97 Sterbefälle gegen 17,89 22,03 19,96 und 21,02°/H in den vorauSgegangenen Jahren 1894 bis rückwärts 1891. Die Sterbeziffer für die Stadt Gießen, nach denselben Principien berechnet, beträgt für das Berichts­jahr 13,3®/oe, sür den Landkreis gesondert mit 54425 Eia» wohnern und 930 Todesfällen 17,le/eo gegen 19,83*/oo dkl Vorjahres.

von wesentlichem Einfluffe auf die verminderte Sterb­lichkeit war, wie wir noch sehen werden, im Berichtsjahre die Abnahme der Todesfälle an den Bräunekrankheiten, Diphtheritts und Croup, von den einzelnen Quartalen waren das vierte und dritte mit je 287 und 289 Verstor­benen die günstigsten, die meisten Fälle brachte wie gewöhn­lich da! zweite: 399, im ersten Vierteljahre starben 376 Menschen- von den Monaten bot der October mit 84 die geringste, der März mit 148 die höchste Sterblichkeit ur* zwar dieser durch erhöhte Zahlen der Todesfälle an Lungen­erkrankungen tuberkulöser und einfach entzündlicher Art, wa! ohne Zwang der damals in Blüthe stehenden Influenza zu­zuschreiben sein dürfte.

Nach Altersklassen geordnet starben im erste» Lebensjahre 247, etwas mehr als */i der Gesammt­zahl, ältere Kinder von 115 Jahren 173, Erwachsene zusammen 931, wovon unter 60 Jahren 513 und über dieser Altersgrenze 418 Personen gezählt wurden. Die übliche Berechnung der Säuglingssterblichkeit, d. h. wie viele von den in einem Jahre geborenen Kindern im ersten Ledens jähre gestorben find, können wir nicht geben, da u»S die nöthigen Angaben über, die Geburtenzahl noch fehlen.

An den acuten In fe ctionS krankheite n, welche vornehmlich dem K'.ndeSaltrr Gefahr bringen, starben im Ganzen 84 oder von 10,000 Einwohnern 10,9, eine sehr

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