Ausgabe 
5.1.1896 Zweites Blatt
 
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sich zweifellos später meistens noch auSmerzen lasten. Worauf eS jetzt zunächst ankommt, ist, daß das hochwichtige gefetz geberische Werk endlich einmal unter Dach und Fach gelangt, da eS in seiner Gesammthe't doch immerhin e'nen gewaltigen Fortschritt für unser Volk in wiflenschaftlich-rechtlicher Be- ztehung, wie auch nicht minder in politischer, wirthschaftlicher und sozialer Hinsicht bedeutet. Hoffentlich wird darum der Reichstag alle kleinlichen Bedenken gegen den Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuches fallen lasten, und das seinige dazu thun, daß derselbe noch im Jubeljahre der Proclamirung des deutschen Kaiserreiches nunmehr zu Stande komme.

Der Krieg von 1870J71, geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit (Nachdruck verboten.)

6. Januar.

Die Pariser haben den Deutschen mancherlei zugetraut, nur nicht dieses Feuer. Die Artilleristen des Forts RoSny gestanden am ersten Tage des Bombardements, diese» Feuer sei gewaltiger, als das bei Sebaftopol. Die deutschen Bomben hätten alles durchschlagen und man hätte trotz der stärksten Werke daS Gefühl vollständiger Schutzlosigkeit. Es wird auch sehr unbehaglich in Parts selbst. Die deutschen Gra­naten fliegen in Menge (in einer Nacht 2000) in die innere Stadt, sie haben in dem Pantheon, im Odeon, auf den Straßen und Plätzen bereits Tod und Verderben angerichtet; an einem Tage wurden in den Straßen 15 Menschen ge- 1 übtet und viele Häuser gingen in Flammen auf. DaS Wort Capitulation tritt unwillkürlich den Parisern auf die Zunge, sie sträuben sich aber noch, eS auszusprechen. Trochu weift in einer Proclamation die Capitulation zurück und die Barrikaden« Commission hat geschworen, Paris Schritt vor Schritt zu vertheidigen. Die Generale Ducrot und Peltsfier wurden in den FortS durch Bombensplitter verwundet.

In Paris werden jetzt täglich 650 Pferde geschlachtet und verzehrt, auch die beiden letzten Elephanten und Bären im Pflanzengarten find den Weg allen Fleisches gegangen, daS Pfund Bärenfleisch kostete 14 Francs. Die Bärenköpfe wurden im Schaufenster ausgestellt.So möchte ich die Köpfe Bismarcks und Rockns sehen", sagte ein Vorüber­gehender laut,

6. Januar.

ZeitungS - Ragout von französischen ProviantirungS- Artikeln: Paris ist dem Hungertode nahe (Bosfische Zeitung)- unser Parlamentär fand den General Trochu mit seinem ganzen Stab^bel einem lucullischen Male (Spenersche Zeitung) und eine Frau mit sieben Kindern wurde gestern begraben, die in den letzten 14 Tagen nur von alten Schuhsohlen gelebt hatten (Provincial-Zettung). Es ist schreckhaft zu sehen, wie in Par,S die saftigsten Bratenstücke vergeudet werten (National-Zeitung) und eine ganze Pension junger Mädchen liegt im letzten Stadium des Hungertyphus (Nordd. Allgem. Zeitung). Säuglinge werden in frischer Kuhmilch und Greise in starker Rinderboutllon gebadet (Kreuz - Zeitung), ebenso werden Pferdehufe seit Wochen zu den Leckerbiffen gezählt (Publizist). Parts wird durch den Hunger zur Uebergabe gezwungen (Staats - Anzeiger), denn es tst mindestens noch sechs Monate mit Proviant versehen (Post").

Nach officiösen telegraphischen Depeschen hat am 5. Ja­nuar früh 9 Uhr die Beschießung der Süds orts von Parts, bei 9 Grad Kälte ohne Schnee, begonnen. Die Beschießung der Ostfront wird ebenfalls energisch fortgesetzt.

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Ruppertenrod, 30. December. Eine eigen thum- liche So ldaten liebe bekundete der Hund, eine Art Dogge, des hiesigen GaftwirthS I. Schmidt. Als im Herbste d. I. die hier im Quartier befindlichen weißen Dragoner aus Darmstadt abrückren, um in der Richtung nach Fulda hin zu manüveriren, war auch der Hund des genannten GaftwirthS verschwundon. Er war mit den Dragonern gezogen und im Manövergelände bei Fulda gesehen worden. Nach Beendigung der dortigen Corpsmanöver kam der Hund zu seinem Herrn zurück, hielt sich aber nur kurze Zeit auf und verschwand wieder. Nach hierher gelangten Nachrichten hatte man den Hund in Darmstadt bemerkt. Er war also mit seinen geliebten Dragonern zur Garnison zurückgekehrt. Sein Herr hatte seit dieser Zeit den Hund fast vergessen, aber wer beschreibt sein Erstaunen? am ersten Weihnachtsfeiertag kehrte der Vermißte unvermuthet zurück. Ob er bloß auf WeihnachtSurlaub gekommen, oder seinen ständigen Aufenthalt wieder bei seinem alten Herrn erwählt, bleibt abzuwarteu. Jedenfalls aber ist diese Zuneigung eines HundeS zum Militär eine bemerkenswerthe.

§ Ans dem Kreise Alsfeld, 30. December. Der letzte, dritte Weihnachtsfeiertag ist nach alter Sitte in unserem Kreise der Wechselpunkt der Dienstknechte und Dienstmägde. Dieser Wechsel, der fich früher unter Sang und Klang vollzog, wird in viel stillerer Weise bewerkstelligt. Nur vereinzelt noch begleiten Kameraden oder Kameradinnen den aus dem Dienste gehenden Knecht oder die in einen neuen Dienst tretende Magd. Dieser Dienstbotenwechsel gibt Veranlaffung, eine Parallele zwischen den heutigen und früheren Löhnen für das Gesinde zu ziehen. Vor dreißig Jahren bekam eine tüchtige Magd einen Lohn von 15 bis 20 Gulden 25 bis 33 Mark, ein Knecht erster Güte 70 bis 80 Gulden ----- 120 bis 137 Mark. Gegenwärtig erhält eine gute Magd einen Lohn von durchschnittlich 170 bis 300 Mark, ein tüchtiger Knecht 300 Mark. Die heutigen hohen Löhne für daS Gesinde find im landwirthschaftlichen Betriebe ein Ausgabepunkt, der vor allen anderen erschwerend inö Gewicht fällt. Ein Landwirth, der zu seinem Gute einer Magd und eines Knechtes bedarf, muß an Gesindelohn jährlich die Summe von ca. 500 Mark aufbringen. Bei dieser außerordentlich hohen Ausgabe steht die Einnahme aus Getreide im umgekehrten Verhältniß zur Zeit der niedrigen Gefindelöhne. Damals erhielt der Landwirth das Malter Weizen mit 24 bis 28 Gulden 41 bis 48 Mark bezahlt­heute erzielt er fast nur den vierten Theil des damaligen Preises. Allerdings verwandelt fich die Zeit und wir mit ihr- aber Thatsacke bleibt eS, daß die Gefindelöhne gegenwärtig zu hoch bemessen find in Hinsicht der Rentabilität deS land- wirthschaftlichen Betriebes.

Neu Ulrichstein, 28. December. In unserer Arbeiter- colonte wurde am vergangenen Montag das WeihnachtS- fest auch Heuer wieder in, erhebender Weise gefeiert. Im Speisesaal waren zwei große, schön geschmückte Christbäume ausgestellt worden, unter deren Lichterglanz sich am Abend die Beamten und Colonisten versammelten. Eingeleitet wurde die Feier mit dem Liede:O du fröhliche, o du selige", worauf der evangelische Geistliche, Herr Pfarrer Jaudt von Maulbach (der katholische, Herr Pfarrer Seipel, war durch Krankheit verhindert, der Feier beizuwohnen) ein Gebet sprach und baß Weihnachts-Evangelium verlas. Nacb dem Gesang des LiedesJauchzet, ihr Himmel" folgte die zu Herzen gehende WeihnachtS Predigt des Pfarrers, worauf das Lied Stille Nacht, heilige Nacht" die Andacht beschloß. Bei der nun folgenden Verkeilung der Geschenke wurden sämmtliche

Colonisten, 107 an der Zahl, reich bedacht. Sie erhielten theilS Hemden, theilS Unterhosen, Socken und Taschentücher^ sowie Cigarren, Aepfel und Nüffe. Die Soften der Be- scheerung wurden auS der Hauptkasse und aus den von drei Vorstandsmitgliedern im Betrage von 40 Mk. gespendeten Gaben bestritten. Außerdem hatten der Frauenverein in WormS und Fräulein von Follenius in Darmstadt Strümpfe, die Herren I. Marx in Kirtorf, Gail und TribuS und Sunt- heim in Gießen Cigarren geschickt. Allen freundlichen Gebern gebührt unser aufrichtiger Darf.

* Die gekrankte Unschuld. DaSMainzer Journal" berichtet über folgenden Scherz, der sich in Darmstadt abgespielt haben soll: Einer der dort bet einer Weinknelperet betheiligten Herren kam nämlich in fröhlicher Laune auf den Einfall, fich heimlich ein GlaS Essig geben zu laffen. ^Rufen Sie mal den Wirth", wurde bann bem Kellner befohlen. Hurtig eilt ber Gastwirth herbei, um fich nach den Wünsche« seiner Gäste zu erkundigen.Aber, Herr Wirth, soll daß Winkler Hasensprung sein, kosten Sie doch selbst einmal, wie sauer daS Zeug ist!" Nichts ahnend setzte der Wirth daS GlaS an den Mund und nimmt einen festen Schluck. Zwar verzieht fich sein Geficht sofort in Mitleid erregender Weise und man sieht, wie die Säure seinen Gaumen prinigt. Aber daß es Esfig gewesen ist, ahnt er nicht, und auf feinen Wein darf er doch nichts kommen lasten. Mit heroischem Muth bringt er also feine Mienen wieder in Ordnung und meint dann mit dem Tone gek.äukter Un­schuld:Na, tin dem Wein ist doch nicht- auSzusetzen."

* Daß Wiedersehen oft auch traurig machen kann, da» hat ein junger WeihnachtS Urlauber eines Posener Regiment- erfahren wüsten. Der Soldat hatte seit Sonntag Urlaub und kam nach Berlin, um die ©einigen zum ersten Male während seiner Dienstzeit besuchen zu können. Des Sonntags Vor­mittags hier angelangt, begab er fich unverzüglich nach der in der Brunnenstraße belegenen Wohnung der Eltern. Leise schlich er fich an die Thür, klopfte und da ihm nicht geöffnet wurde, öffnet er selbst. Hier aber bot sich ihm ein ent­setzliches Bild: am Fensterkreuz hing die Leiche deS alten Vaters. Der Unglückliche, ein kranker Arbeiter, hatte sich kurz vor der Ankunft des Sohnes, während seine Frau und Tochter in der Kirche weilten, den Tod gegeben.

* Elberfeld, 31. December. Heute Morgen 8 Uh- wurde der Mädchenmörder Blae sing aus Solingen durch den Scharfrichter Reindl hingerichtet.

* Myslowih, 31. December. In Za borze-Poremb» kamen beim Brande eines Wohnhauses die Frau des Eisen- bahnarbeiterS Brontzel mit drei Kindern im Alter von dreiviertel, sechs und sieben Jahren in den Flammen um.

* Leipzig, 31. December. DaS hiesige Landgericht verur- theilte den vormaligen Redacteur derLeipziger Volkszeitung", Simon Katzenstein, wegen M a je ft ä t sb e lei di g u ng zu drei Monaten Gesängntß. ES handelt fich um eine Kritik ber Berurtheilung Liebknechts.

* Ergebnisse der Volkszählung vom 2. December. Bonn 44,56Q (4- 4755), Augsburg 80,798, (-f- 5170), Regen«- bürg 41,317 (> 3380), Kaiserslautern 40,503 (-s- 3450), Ludwigshafen 39,503) (+ 7900), P rmafenS 24,400 (-1- 3360), Amberg 20,232 (+ 1150), Erlangen 20,42t (+ 3300.)

Der deutsche Ceutralausschuß zur Forderung der Jugend- und BolkSspiele lehnte die Betheiitpung an den alle wer Jahre geplanten, 1896 in Athen, 1900 in Paris abzuhaltenden internationalen olympischen Spielen ab, weil daS dafür ein.

denn eS hatte sich herauSgestellt, daß für die zwei Millionen Einwohner in Paris doch viel zu wenig LebenSmittelvorräthe vorhanben waren.

Unter diesen Umständen steigerte sich die Wuth ber Pariser gegen die Deutschen bis zum sinnlosen Wahnwitz und ein auf ber Straße noch entdeckter Deutscher ober Prassten", wie die Pariser in ihrer ebenso lächerlichen als blinden Preußenfresierei jeden Deutschen zu nennen pflegten, lief Gefahr, von dem fanatischen Pöbel sofort todtgeschlagen ober an einen Laternenpfahl aufgehängt zu werben.

Da mußte Ernest Robin in Sicherheit gebracht werden, sonst war er, verfolgt und schließlich wiedererkannt, ein Kind deS Todes. Am Tage war er fast immer in den Katakomben und wurde von dem alten Morin mit Speise und Trank versehen, und nur Abends wagte er, fich in MatthieaS Wohnung zu schleichen, wo er auch manchmal seine Braut und deren Mutter sah.

(Schluß folgt.)

Wochenbrikfe aas der Residenz

(Ortginalbericht beßGießener Anzeigers").

Z. Darmstadt, 4. Januar.

Aus dem Kuustlebeu. Neujahr. Feier bei 18. Januar. Allerlei.

Wir find unseren Lesern noch den Bericht über die fest­lichen Veranstaltungen, namentlich die Feiertagß-Vor­stellungen im Hoftheater schuldig. Der 2. Feiertag brachte eine sehr gute Aufführung von Richard Wagnerß Lohengrin", der hier seit Jahren zu den beliebtesten Opern gehört. BeiondereS Jntereffe erweckte die-mal der neue Vertreter der Titelrolle, Herr Basser mann, der schon durch seinenTannhäuser" seine große Befähigung für den Wagner'ichen GesangSsttl bekundet hatte. Der 3. Feiertag bescheerte dem Publikum der oberen Ränge nach altem Brauch eine PoffennovitätDer Mann im Mond", eine tolle Ver- wickelungßcomödie, die jedoch namenlosen Inhalts ist, maß man von den meisten gegenwärtig beliebten Schwänken nicht gehaupten kann und jedenfalls trefflich unterhält. Dank

dem regen Eifer aller Mitwirkenden gelangte die Novität zu durchschlagender Wirkung und brachte einen hübschen Erfolg. Ein wirkliches künstlerisches Ereigniß jedoch wurde die Premiere von SmetanS tragischer OperDalibor" am vergangenen Sonntag. Derböhmische Richard Wagner" ist für Darmstadt keine unbekannte Größe mehr gewesen, seine reizende OperDie verkaufte Braut" wurde vor zwei Jahren aufgeführt, errang aber bei unserem in künstlerischen Dingen oft unberechenbaren Publikum nicht den verdienten dankenden Erfolg, der ihr sonst überall beschieden gewesen ist. Diesmal läßt sich Günstigeres berichten, 1 ennDaliboi" sand eine glänzende Aufnahme und die berufene Fachkritik bezeichnete die Oper einstimmig als Meisterwerk, daß einen Ehrenplatz in ber Musikgeschichte beanspruchen darf. Die Handlung verwerthet eine böhmische Nationalsage, in deren Mittelpunkt der sangeßfrohe Held Dalibor steht. Allerdings ist da- Textbuch nicht frei von Mängeln. Oft stockt die Handlung, einzelne ©eenen wiederholen sich und wirken dadurch ermüdend, auch der Schluß ist nicht bühnenwirksam, doch neben den wunderbaren Klangbildern, die daS Orchester hervorzaubert, verschwinden diese Fehler als geringfügig. Namentlich der 2. Act ist reich an ganz herrlichen Orchester- stellen, daß große Duett zwischen Dalibor und Mtleda be­zeichnet wohl deren Höhepunkt. Die Aufnahme beß grandiosen Werkes Seitens des Publikums war denn auch enthusiastisch und die Darsteller der Hauptrollen Frl. BorcherS und Herr Bassermann ernteten den Dank beß Publikums in reichem Maße. Hoffentlich ist unserer Hofbühne in dem Werke ein dauernder ZuwuchS zu ihrem Spielplan gegeben und Freude jedes Mufikverständigen, der nur bedauern kann, daß die Schöpfung des böhmischen Meisters ihren Lauf über die deutschen Bühnen so spät antritt. Sonst ist aus dem Kunstleben der abgelaufenen Wache nicht viel zu berichten. Am Neujahr-tcrge wurde der prächtig außgefiattete SommernachtStraum" gegeben. DaS HauS erstrahlte auS Anlaß beß Festtages in strahlendem Lichtglavze und baß Großherzogliche Paar wurde mit lauten Hochrufen und dem Klang der Nationalhymne empfangen. Für die nächste Zeit steht als bemerkenswerthe Aufführung die ersteBolkS-Bor- stellung" in Aussicht, die am 11. Januar Schiller«Räuber"

bringen wird. Man ist sehr gespannt, ob daß Unternehmen Erfolg haben wird. Ueberhaupt dürste nach Mittheilungen in der Preffe der Spelp'an in den nächsten Wochen wieder eine größere Auswahl klassischer Vorstellungen bringen.

Die Feier des Neujahr Stage« unterschied sich in nicht« von früheren. Wie alljährlich fand baß große Neujahrßeffen statt, die Galatafel im Neuen Palais wurde auf den 4. Januar festgesetzt.

Der 18. Januar soll Seitens ber Stabt, wie schon in dem letzten Briefe gemeldet, festlich begangen werden. Da jedoch der Saalbau für den eigentlichen Festtag an bie Humanitaß" vergeben ist, so wird man wohl, die Feier auf den 19. verlegen müssen. Am Freitag berathschlagte eine besonders berufene Versammlung über daß Festprogramm. Auf Anregung beß Herrn Oberbürgermeisters Morneweg beschloß man, eine gesellige Vereinigung mit patriotischen An» sprachen, vocalen und instrumentalen Vorträgen zu ver- , anstalten. Ein eigen- gewählte- Comits wird die Einzel­heiten berathen und endgültige Beschlüffe faffen. Ob außer Seitens derHurnanitaS" noch besondere Berein-veranstal- tungen aus dem gleichen Anlaß zu erwarten sind, ist zur Zeit noch nicht bekannt.

Am Hofe wird sich dieser Tage eine nicht unwichtige Personalveränderung vollziehen. Der seitherige preußische Gesandte, Graf Dönhoff, der etwa feit Jahresfrist hier verweilt, will in den einstweiligen Ruhestand treten, und aa feine Stelle soll der frühere deutsche Gesandte in Buenos- AyreS, von der Goltz, kommen.

DaS Großherzogliche Paar nimmt am öffent­lichen Leben zur Zeit regen Antheil. ES erscheint fast in jeder Vorstellung und in den öoncerten im Hoftheater und neulich besuchte die Großherzogin auch eine in der Frei­maurerloge veranstaltete Chriftbescheeruug für arme Kinder. Don größeren Hoffestlichkeiten während der Ballsaison hört man noch nichts. Der Carneval zieht nun mit feinem munteren Treiben bald ein. DieNanhalla" steht die-mal an Stelle derCarneval-gefellschaft" an der Spitze de» närrischen Lebens. Ueber das Programm für die Fasching--' zeit berichten wir im nächsten Briefe.