Antwerpen, 3. September. Die Polizei verhaftete mehrere Abgesandte der englischen Gewerkoereiue wegen soctaliftischer Umtriebe unter den Hafenarbeitern.
Havre, 3. September. Am Panlrouhe - Dock find zwei Waareuhäuser mit Baumwolle und Schmalz verbrannt. Der Schaden beträgt 1 Million Franc».
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Stehen, den 3. September.
* • Militärdtenstnachrichten. Dem Hauptmann NÜcker und dem Premierlieutenant Giese vom Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 wurde da» Patent ihrer Charge verliehen.
’• Der Jahresbericht der Großh. Handelskammer in Stehen für da» Fahr 1895 constattrt in seinem allgemeinen Thetl eine schon vor Beginn deS Berichtsjahres bemerkbar ge- wordene Besserung der wirthschaftlichen Lage. Der Bericht sagt weiter: Bon sichtlich belebendem Einfluß auf dem in- dustrielleu Gebiete war die starke Inanspruchnahme deS deutschen Marktes Seiten» der Vereinigten Staaten, welchen durch den ermäßigten Zolltarif die Möglichkeit geschaffen war, die Deckung lange zurückgehaltenen Bedarf» endlich wieder bet den deutschen Fabrikanten zu bewirken.
Wenn auch manche Industriezweige durch hohe, den Export hindernde Auslandszölle sich nicht in gleich günstiger Lage befinden, bet ihnen die innerhalb der deutschen Grenz- Unten eingeengte Ueberproduction eine Befferung der Preise nicht aufkommen läßt, so ist doch nicht zu verkennen, daß durch die starke und häufig auf längere Zeit hinan» gesicherte Beschäftigung der Mehrzahl der leistungsfähigen Gewerbebetriebe eine Stärkung unserer Kaufkraft im Allgemeinen sich vollzieht, der inländische Consum aufnahmesähtger geworden ist. Der Rückblick ist um so erfreulicher, als die Befferung der Verhältnisse, der sich mehrenden Nachfrage entsprechend, sich allmählig vollzogen hat- es berechtigt dies zu der Hoffnung, daß jene von Dauer sei und ein Rückschlag nur dann zu befürchten, wenn eS der Partei der Schutzzöllner der Vereinigten Staaten gelingen sollte, eine Aende« rung des jetzigen TarifsyftemS durchzusetzen. Die Detailgeschäfte klagen mit Fug und Recht nach wie vor über die Concurrenz der Versandt-Magaziue und Consumvereine. ES ist eine häufige Beobachtung, daß besonders auS den dem Geschäftslebeu fernerstehenden Kreisen mit Vorliebe das baare Geld in jene Verkaufshäuser wandert, während man sich durch Baareinkäufe mindestens die gleichen Vortheile auch beim heimischen Geschäftsmann, deffen Wohl und Wehe jedem Mitbürger am Nächsten liegen sollte, sichern könnte. Bezüglich der Consumvereine constatiren wir die wohl auch in anderen Städten gemachte Beobachtung, daß seit ihrem Anwachsen der Verkehr der ländlichen Bevölkerung mit der Stadt in bedauerlicher Weise Einbuße erlitten hat. Die Arbeiterverhälrniffe find durchaus befriedigende zu nennen. Zu Entlassungen hatten unsere Fabriken in Folge genügenden Absatzes keine Veranlassung, vielmehr würden gute Arbeiter, zumal bei unserer hochentwickelten Cigarrenindustrie, noch tu größerer Anzahl dauernde Beschäftigung finden. Es gilt dies jedoch nur für die Zeit nach dem Fall der Tabak« fabrikatsteuervorlage, während zur Zeit der durch dieselbe hervorgeruseneu Unsicherheit Arbeiterentlaffungen drohend geworden waren. Wir geben auf» Neue der Erwartung Ausdruck, daß wir in dem nächsten Jahresbericht von der endlichen Gewährung des RohstoffiarifS zu berichten in der Lage find. In gleicher Weise, wie der Landwirthschaft vom 1. Januar 1890 ab ein ermäßigter Tarif für Düngmittel, Erden, Kartoffel und Rüben bewilligt worden ist, muß diese Tarismaßregel für die den Massenverbrauch der Industrie bildenden Rohstoffe als eine unerläßliche Vorbedingung für die günstige Entwickelung unseres Erwerbslebens gefordert werden. Wenn hierdurch für die Bahnverwaltungen anfangs auch ein Einnahme-Ausfall eintreten sollte, so ist doch anzu- nehmen, daß durch die bewirkte Stärkung der LeistungSsähig- keit unsere» Gewerbefleißes dies bald ausgeglichen sein würde. ES muß als ein Gebot nationaler Pflicht bezeichnet werden, daß diejenigen Kreise, in deren Hände die Regelung der Verkehrsmittel gelegt ist, mit Eifer darauf bedacht seien, ein vorübergehendes Opfer nicht zu scheuen, wenn eS sich um größere Gewinne handelt, uns anderen Nationen gegenüber, welchen das billigste Verkehrsmittel — ausgedehntes Kanalisationssystem — zur Verfügung steht, nach Möglichkeit leistungsfähig zu erhalten.
Die handelspolitische Situation hat sich im Jahre 1895 wenig verändert. Bon agrarischer Seite wurde die Kündigung des Handelsvertrags mit Argentinien angeregt. Der Antrag, gegen den auch der deutsche Handelstag protestirte, fand jedoch im Reichstag keine Mehrheit. Der FreundschaftS, Handels- und Schifffahrtsvertrag mit Chile vom 1. Februar 1862 ist Seitens Chiles gekündigt worden und mit dem 27. August außer Kraft getreten. Mit Japan waren Verhandlungen wegen eines neuen Handelsvertrages im Gange, die inzwischen auch (in 1896) zum Abschluß geführt haben. Der Zollkrieg mit Spanien dauert fort.
Einer Anregung des Verein» Mainzer Kaufleute folgend, beantragte die Kammer bei der Zweiten Kammer der Stände, dahin zu wirken, daß an Sonn- und Feiertagen — abgesehen von den Stunden de» Hauptgottesdienstes — die Schaufenster im Großherzogthum Hessen offengehalten werden dürfen. Zur Begründung wurde angeführt u. A., Zweck der gesetzlichen Bestimmungen für die Sonntagsruhe sei Schutz der Bediensteten, diese würden durch Offenhalten der Schaufenster nicht beschwert- so gut man GesammtauS- stellungen an Feiertagen nicht verbiete, könne man Einzel- ausstellungen in Schaufenstern gestatten, zumal eine Reihe »ohlassortirter Schaufenster einen annähernd gleichen Zweck erfülle, wie eine ex profeeso veranstaltete Ausstellung. Für einen großen Theil de» Publikum- — insbesondere die in Läden beschästigteu Personen — werde erst durch ein Aufhalte» der Schaufenster außerhalb der Verkaufszeiten die
Möglichkeit gegeben, sich aus eigener Anschauung Kenntniß geeigneter Bezugsquellen zu verschaffen. Für Aufrechterhaltung des Verbotes spräche nur Vereinfachung der polizeilichen Coutrole. Die Ständekammer beschloß iudeß, dem Antrag keine Folge zu geben.
Die Anfrage der Handelskammer Offenbach, ob die Bestimmung, daß an den speciell katholischen Feiertagen nur nichtkatholische Arbeiter, an speciell protestantischen Feiertagen nur nichtprotestantische Arbeiter beschäftigt werden dürfen, zu Mißständen geführt habe, konnte mit Rücksicht auf die geringe Anzahl der katholischen Arbeiter im Bezirk der Kammer verneint werden.
In Preußen find in einer Anzahl Städte Polizeiverordnungen erlaffen, welche die Handel- und Gewerbetreibenden durch Strafandrohungen zwingen, den bürgerlichen Namen neben der kaufmännischen Firma auf dem Firmenschild anzubringen, um auf diese Weise Täuschungen über die Jnhaberschaft kaufmännischer oder industrieller Unternehmungen zu verhüten. Der Verband deutscher Schuh- und Schäftefabrikanten zu Berlin trat agitatorisch für ähnliche Maßnahmen auch im Großh. Hessen ein. Auf eine Anfrage des Großh. Ministerium», ob für einzelne Orte des GroßherzogthumS ein Bedürfutß für derartige Anordnungen sich geltend gemacht habe, wurde verneinend geantwortet. Auch trug die Kammer Bedenken über die Zulässigkeit solcher Polizeiverordnungen gegenüber dem Handelsgesetzbuch, Bedenken, die neuerdings auch von namhaften Juristen getheilt werden.
Die Klagen deS Handels- und Gewerbestandes über das Ueberhandnehmen der Consumvereine und die zufolge der rechtlich bevorzugten Stellung dieser Vereine dem Berufskaufmann erwachsende ungleiche Concurrenz gaben der Kammer Veranlassung, an zuständiger Stelle dringend gesetzliche Abhilfe zu verlangen. Im Anschluß an eine Petition der Kaufmännischen Innung an den Herrn Reichskanzler und eine Eingabe der Handelskammer zu Halle an den preußischen Minister für Handel und Gewerbe wurden folgende Maßregeln gefordert: Zulassung der Consumvereine nur in Form eingetragener Genossenschaften, Beschränkung deS Geschäftsbetriebs auf die Mitglieder, ConcessionSpflicht für Kleinhandel mit Branntwein, Heranziehung zu den Steuern in gleichem Umfang wie Private, Ausschluß von Offizieren und Beamten als Vereinsleiter und Ausdehnungen der Bestimmungen über die Sonntagsruhe auf die Consumvereine. Bezüglich dieser letzten Forderung wurde in dem Schreiben der Kammer an den Herrn Reichskanzler darauf hingewiesen, daß sie für Hessen durch Gesetz vom 1. Juli 1892 bereits erfüllt sei und Erlaß einer ähnlichen Bestimmung für das Reich als wünschenSwerth bezeichnet.
(Fortsetzung folgt in nächster Nummer.)
* ♦ Bon den Siebener Bauten für industrielle Zwecke. Außer dem Werkstättenbau für die Oberhessischen' Bahnen, den wir in diesem Jahre bereit- besprachen, ist nun auch in seiner Hauptsache der am Aulweg liegende große Werkstättenbau der Firma Heyligenstaedt u. Co. seiner Vollendung nahe. Die Gebäude find sämmtlich in rothem Verblend- ziegelbau errichtet, die Giebelfläche nach dem Aulweg zu, sowie die 60 Meter lange Längsseite deS Hauptgebäudes, welche die von außen sichtbare Fatzade des Etablissement- bilden, find mit hell-gelben Verblendern geschmackvoll gegliedert, wodurch der Anlage ein sreundlicheS und gefällige» Ansehen gegeben ist. Neben dem Giebel deS Hauptgebäudes ist da- zweistöckige Verwaltungsgebäude. Dieser Bau wirkt in Verbindung mit den dahinter liegenden Bauten wie ein einheitliches Ganze. Betreten wir den Hauptbau, welcher, abgesehen von den zahlreichen Fenstern an der Längsseite, in der Mitte durch ein Glasdach Licht erhält. Hier in diesem Raum, welcher an den beiden Giebelseiten breite Einfahrts- thore hat, werden die schweren Arbeitsmaschinen unterkommen, zwei Laufkrahne durchlaufen den ganzen 60 Meter langen und 19 Meter breiten Hallenbau, dessen beide Seiten durch Gallerten in zwei Etagen getheilt find, welche oben durch Hoddies resp. in Holz Cementdach abgedeckt find. An diesen ca. 1140 Quadrat-Meter großen Hauptbau fügt sich in gleicher Länge ein weiterer Bau an, welcher nur Oberlicht hat, und worin die Schlosser ihren Platz erhalten. Diese Werkstatt umfaßt einen Flächen-Johalt von 900 Quadrat-Meter, und da dieselbe vom Montage- oder Haupt- werkftattSraum nur durch einen Säulengang getrennt ist, so dürften beide Werkstätten zusammen wohl der augenblicklich größte überdeckte Raum in Gießen sein, fie fassen zusammen ein Quadrat von 60 Meter Länge und 34 Meter Breite oder 2040 Quadrat-Meter Inhalt. Dieser gewaltige Raum ist mit Holzpflaster versehen, unsere- Wissen- auch die erste Anwendung, die dasselbe in Gießen in diesem Maßstab findet. In beiden Räumen hat man fast die Verwendung von Holz soweit al- angängig vermieden. Im Kesselhaus find zwei Kessel mit 85 und 54 Quadrat-Meter Heizfläche untergebracht. Neben dem Kesselraum, von demselben durch eine Mauer getrennt, ist der Maschinenraum für die Betriebs-Maschinen, deren eine mit sechSzig Pferde- kräften für die eigentliche Fabrication ausgerüstet ist, während noch eine vierzig»pferdekräftige zweite Maschine zur Krafterzeugung für Beleuchtungszwecke bienen soll. Eine hier untergebrachte Dynamomaschine dient dazu, sämmtlich e Räume deS Etablissements mit electrischem Licht zu versorgen, während die zweite Dynamomaschine zur Kraftübertragung für die Gießerei der Firma dienen soll. Ein 4»/8 Quadratmeter großes Marmorschaltbrett von der Lahnkalk- und Marmor-Industrie Aug. Gabriel jun. Gießen geliefert, ziert hier in diesem Raum die Wand. Nun betritt man die große geräumige Schmiede, worin 8 Feueressen stehen, außerdem ein Dampfhammer, dessen Gewicht 8 Gentner beträgt, ebenso ein etwas leichter Luftfederhammer Unterkunft finden werden. Hinter der Schmiede steht der 30 Meter hohe Fabrikschlot, welcher gestern mit einer Fahne geschmückt, den ersten Rauch gen Himmel sandte. Don der Schmiede au- j betritt man einen Rau», welcher für Wasch- und vadezwecke •
eingerichtet werden wird. Noch ist man am Bauen zweier freistehender Gebäude, wovon da» eine für Verpackung», zwecke hergerichtet werden und eine Wohiwng für den Portier enthalten soll, während im unteren Geschoß deS andere» Gebäudes ein 120 Quadratmeter großer Spriseraum sür die Arbeiter angelegt wird, nach seiner Fertigstellung dient der obere Stock zur Aufbewahrung von Modellen. Noch ist nicht alle- vollendet, Hunderte von fleißigen Arbeitern schaffe» täglich, um dieses Werk zu fördern, damit noch vor dem Winter die Heyligenstaedt'sche Arbeiterschaar einziehe» kann in diese für fie neu erbauten Räume, die nach deo eigenen Ideen ihrer Chefs errichtet find, welche Luft unfr Licht gewähren und auch sonst allen hygienischen Anforder- ungen der Neuzeit entsprechen. E» dürfte wohl noch inter» esfiren, daß die gesammte bebaute Fläche des Hrvligenstaedt ichen Etablissements incl. der schon vorhanden gewesenen Eisengießerei rund 4000 Quadratmeter umfaßt. DaS Etablissement ist durch einen Schienenstrang direkt mit der Bahn verbunden.
• * Sarnison de» »en zu fetmtreeben 5. Kroßherzogl. Heß. Infanterie - Regiment». Ein Mitglied eine» Darmstädter Bezirksvereins brachte in einer dieser Tage abgehaltenen Sitzung daS demnächst neu zu formtrende 5. Grohherzogl. In- f an ter ie-Rg iment zur Sprache und bat die anwesenden Herren Stadtverordneten, dahin wirken zu wollen, daß min- bestens ein Bataillon diese- Regiments in Darmstadt casernirt werde. — Falls ein Wettbewerb um die Erhaltung bezw. Vermehrung einer Garnison von praktischem Erfolg ist, dürften wohl auch die berufenen Organe Gießens nicht zurückftehen, gleiche Schritte zu thun.
• • Die ordentliche Generalverfammlnng de» AliceVereiu» für FraneobUdnllg und Erwerb fand am 26. August statt. AuS dem Bericht, welcher über die Thätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre erstattet wurde, dürfte intereffiren, daß der KochcursuS und der WeißzeugcurfuS immer am stärksten besucht, daß namentlich für den ersteren schon jetzt zahlreiche Anmeldungen zum Winter-Semester eingelaufen sind- ferner daß im letzten Jahre neu eingerichtet wurden Curse in französischer und englischer Conversation. In den Vorstand wurden gewählt die Damen v. Gagern, Gnauth, v. Buseck, Bach, Gebhardt, Heyligenstaedt, Lanaermann, Weidig, Hanstein, Riegel, Kirch, Pampe und die Herren Büchner, Gnauth, Störiko, Lucius, Schwan, Fromme. In dem Unterrichts- Programm des kommenden Jahres (Beginn am 13. October) tritt als neu der Klassenunterricht auf, in welchem junge Mädchen, die sich nicht gerade berufsmäßig für ein bestimmte- Fach au-bilden wollen, gleichzeitig in mehreren Fächern unterwiesen werden sollen.
* • Der Gießener Turnverein unternimmt am Sonntag einen Turngang nach Usingen. Die Tour wird von hier bi- Friedberg per Eisenbahn, von dort zu Fuß Über Ufingen nach Butzbach und von dort wieder hierher mittels der Bahn zurückgelegt.
• • Wetter-Aulfichten. Der bekannte Meteorologe Hade- nicht in Gotha hat seine neueste Wetterprognose für die kommende Zeit veröffentlicht. Die Prophezeihung lautet folgendermaßen: Trockene Witterung um Ende August, sodann ein anhaltend schöner Herbst (wovon bis jetzt noch- nichts zu spüren) bis in den November hinein, dem ein harter, schnee- und eiSreicher Winter folgen dürfte.
* • Falsche 10 Mk.-Stücke. Nachdem kürzlich in Main» ein falsches Zehnmarkstück, daS aus Silber bestand und nur vergoldet war, angehalten worden ist, find neuerdings abermals falsche Zehnmarkstücke in den Verkehr gekommen. Diese tragen daS Münzzeichen C., die Jahreszahl 1876 und daS Bildniß Kaiser Wilhelm- I. Die Stücke selbst find plump gearbeitet.
Vom Kelter Aepfelmarkt. In dieser Woche ist aQent- halben mit dem Einkeltern der Aepfel begonnen worden. Schwäbische Agenten befinden fich in großer Zahl in Franksurt und Umgebung und machen starke Einkäufe, da die Obsternte in Württemberg schlecht ausfällt. Auch Aepfel aus der Normandie find in Frankfurt wieder angeboten.
• • „Frische Eier", unter dieser Bezeichnung werde» Eier, sowohl auf dem Markte, als auch in Ladengeschäfte» vielfach feilgehalten und verkauft, obwohl die Eier nicht- weniger als „frisch" find, und obwohl dies den Verkäufer» bekannt ist. Eine dieser Tage in Worm» vorgenommene polizeiliche Revision ergab, daß die von einer Händleri» erhobenen 7 Eier sämmtlich und daß von 25 in eine» dortigen Geschäfte gekauften Eiern, die als ganz besonderfrisch und gut angepriesen wurden, 9 Stück verdorben waren. Die schlechten Eier wurden confiScirt, die Verkäuferin trifft selbstverständlich auch noch eine empfindliche Strafe.
* * Da» russische Kaiserpaar in Romrod. sDa» russische Kaiserpaar trifft am 6. oder 7. Octeber in Darmstadt ein. Der Aufenthalt ist auf zehn bi- zwölf Tage bemessen. Nach den dort vom Petersburger Hofe bekannt gegebene» Anordnungen wird daS Zarenpaar sich von Kopenhagen za Schiff nach Rouen und von dort nach Paris begeben, vo» Frankreich begibt fich da- Zarenpaar nach Balmoral zur Königin von England und von dort über Ostende nach Darmstadt. Während hier für die ersten beiden Tage der Anwesenheit des russischen Herrscherpaares officielle Empfang»- 2C. Feierlichkeiten, Galaoper in Au»sicht genommen find, wird da» Kaiserpaar die übrigen Tage seine» Aufenthalte» still, auf Schloß Romrod in Oberheffen zubringen. Die Kaiserin wollte ursprünglich während der Dauer de» Aufenthalte» in Hessen ganz und gar auf Wolf-garten leben, doch ist wegen der vorgerückten Iahre»zeit hiervon Abstand genommen worden.
* • Katholische Schulamt» - Aspiranten. In den letzte» Jahren hat nach den statistischen Nachweisen die Zahl der katholischen Schulamts-Aspiranten bedeutend ab- genommen. Auch in diesem Jahre war die Zahl derselbe» eine äußerst geringe, so baß bereit» am 1. August sämmtliche katholische SchulamtScandidaten dienstlich verwendet waren. Die Regierung mußte de»halb neuerding» mehrere junge


