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•• Uetzer den «ent» Commaadeur der Sroßherzogl. Hess. jSS.) Division, Herrn Generalmajor ». «aller, entnehmen wir dem „Darwst. Tgl. Anz." folgende Mitrheilungen über defien bisherige Laufbahn. Friedrich v. Müller ist am ersten Januar 1843 geboren. Er kam frühzeitig in das Cadetteu- TorPS und trat bereit- mit 16 Jahren als Portepeefähnrich in das damalige 7. Ulanen Regiment, heute Ulanen-Regiment Großherzog Friedrich von Baden (Rheinisches) Nr. 7. Im lolgeodev Jahre zum Seconde - Lieutenant befördert, wurde er einige Jahre später Regiments - Adjutant und machte al» iolcher den Feldzug 1866 in Böhmen «Mähren mit. Zum Premier Lieutenant befördert, rückte er mit seinem Regiment 1870 nach Frankreich. Er nahm an dem Feldzug mit einer mehrwöchigen Unterbrechung während des MonatS September, indem er als Ordonnanz-Offizier beim Obercommando der 1. Armee commandtrt wurde, Antheil und war besonders während der bekannten Demonstrationen de- Detachement- v Pestel gegen da- bei Saarbrücken stehende 2. französische Corps (Froffard), sodann bet der Einschließung von Metz, sowie in den Kämpfen gegen die französische Nord«Armee mit Auszeichnung thätig, so daß ihm daS eiserne Kreuz 2 Klaffe, sowie daS Ritterkreuz 1. Klasse deS Badischen OcdenS vom Zähringer Löwen mit Schwertern verliehen wurde. Einige Monate später zum Rittmeister und EScadronS- Chef befördert, wurde er 1877 in gleicher Eigenschaft in das 2. Grohherzoglich Hessische (Leib).Dragoner«Regiment Nr. 24 nach Darmstadt versetzt. Schon im Jahre 1879 zum Major befördert, war er zuerst bei der 22., dann — 1880 — bei der 20. Division Adjutant und wurde 3 Jahre später, unter Entbindung von dem letzteren Commando, als rtat-mäßiger Stabsoffizier in daS 1. Hannoversche Dragoner- Regiment Nr. 9 versetzt. Im Jahre 1885 wurde er L la iruite diese- Regiment- gestellt und mit Wahrnehmung der Geschäfte al- Inspekteur dev Militär«BetertoärwesenS be- oustragt- 1886 erhielt er daS Commando des Ulanen Regiments König Wilhelm (2. Würtemb.) Nr. 20. Nachdem er im folgenden Jahre zum Oberst-Lieutenant befördert und unter Belastung iu seinem Commando ä, la suite deS Schleswig Holstetn'schen Ulanen - Regiments Nr. 15 gestellt worden war, wurde er 1891 Commandeur der 26. Cavallerie - Brt« zade (1. Kgl. Württembergischen) und 1893 unter Belastung hi diesem Commando und unter Versetzung zu den Offizieren 1 la suite der Armee General«Major. Der neue Führer der Großherzoglich Hessischen (25.) Division steht gegenwärtig in seinem 53. Lebensjahre. Er ist ähnlich wie der Vor« jünger des General-Lieutenant v. Goßler, General v. Bülow, o uS der Cavallerte-Waffe hervorgegangen und gilt für einen schneidigen Retterführer, dem besonders die treffliche Aus- Bildung der beiden Dragoner-Regimenter Nr. 25 und 26 zu r er danken ist.
* Wir erhielten folgende Zuschrift:
Gießen, den. 2. September 1896.
Die Redaction des „Gießener Anzeiger" ersuche ich auf Grund de-Preßgesetzes — § 11 — um Aufnahme folgender Zeilen: Die im Friedberger „Oberhesfischen Anzeiger" ver- Sffentlichte und in Ihrem Blatte weiter verbreitete Mitteilung über die von mir in Ntederflorstadt — übrig enS Licht vor einigen Tagen, sondern vor bald fünf Wochen — vollzogene Trauung ist, wie schon die nächste
Nummer de» „Oberhesfischen Anzeiger" zu berichten gezwungen ist, ein klägliches Gewebe von Lug und böswilliger Verleumdung, deren Bestrafung ich einem bereit- eingeleiteten Gerichtsverfahren übergeben habe. Uebrigen» geht die dort auch veröffentlichte Erklärung, daß die ganze Mittheilung Erlogene» enthalte, von dem Vater der Braut selbst aus, der zugleich erster Vorsteher der israelitischen Religion»- gemetnde zu Ntederflorstadt ist und tm Namen deS Gesammt- vorstandeö zeichnet. Achtungsvoll
Rabbiner Dr. Hirschselb.
-h- Höchst a. d. Ridder, 1. September. In verschiedenen HauSgärten unsere» Orte- stehen gegenwärtig so riesenhafte Exemplare der al- Zierpflanze bekannten Sonnenblumen (Helianthus annuus) in Blüthe, daß dieselben allgemeine Bewunderung erwecken. Der armdicke Stengel einzelner dieser colosialen Sommergewächse besitzt eine Höhe von nahezu vier Metern, die Blattfläche der größeren Blätter ist eineu halben Meter lang und fast ebenso breit und selbstverständlich entspricht solchen Größeuverhältntffen ihrer Träger auch der Umfang der wirklich sonnenähnltchen Blüthenköpfe. Diese in unserem Himmelsstrich gewiß al-Seltenheit zu betrachtenden und meist nur in Gärtnereien in gleicher Größe anzutreffenden Riesenpflanzeu erinnern unwillkürlich an die in der großartigen Entfaltung ihrer Gewächse einzig dastehenden Flora der Tropengegende».
§ Mücke, 2. September. Gestern Abend ereignete fich hier auf der Schmtdt'schen Dampf Holzschneiderei kurz vor Feierabend ein schrecklicher Unfall. Ein Anfangs der 20 er Jahre stehender Arbeiter von Nieder-Ohmen war an der Kreissäge damit beschäftigt, Theile zu einem Wagen zu schneiden. Er arbeitete in Hemdärmeln. Plötzlich faßte die Zirkelsäge den Hemdärwel des linken Armes und zog diesen blitzschnell zur Säge. Bis auf den Knochen wurde der Unterarm durchsägt, so daß das Blut hoch aufspritzte. Der junge Mann wurde sofort nach Nieder-Ohmen gebracht, wo ihn der dortige Arzt behandelt.
? Nieder-Ohmen, 2. September. Ein sehr schwerer Unfall begegnete gestern Abend der Frau des hiesigen Besitzers der Katzenmühle, dem die Frau leicht zum Opfer hätte fallen können. Dieselbe versuchte in Abwesenheit ihres Mannes das Waffer des großen oberschlägigen Mühlrades einzustellen. Hierbei glitt sie au», stürzte auf das Mühlrad und wurde von demselben erfaßt und mit in die Tiefe geriffen. In dem, glücklicher Weise nicht tiefen, unteren Wafferbett blieb dieselbe liegen, ohne fich auS demselben erheben zu können. In dieser peinlichen Lage mußte die corpulente Frau über eine Stunde verharren, bis sie ihr heimkehreuder Mann daraus befreite. Die bedauernSwerthe Frau hat nicht unbedenkliche Verletzungen, nameutlich am Kopfe, der vom Arzt mehrmals vernäht werden mußte, erhalten.
Herbstein, 1. September. Der Kreisarzt a. D. Dr. Zinßer dahier feierte gestern sein fünfzigjähriges Doctor- ju biläuw.
Aus Rheinhessen, 1. September. Die im Ort Undenheim bestehende Apotheke, die von zwei Apothekenbrfitzern in Oppenheim und Wörrstadt als Zweigstelle unterhalten wurde, soll von jetzt ab von der Gemeinde übernommen und an einen Pächter vergeben werden. Es ist die- in Rheinheffen der zweite Fall, daß das Ministerium einer Gemeinde erlaubt, Eigenthümer und Concesfionär einer Apotheke zu sein.
DermifcfrteSv
• Ans der Pfalz, 31. August. Der Zeugfeldwebel Neumann aus Germersheim wurde in verfloffener Nacht, als er von einem in Speier abgehaltenen Radfahrerfeste heimradelte, von einem Bierwagen überfahren und ge- t übtet.
• Entrüstete Aussteller. An d'e Aussteller der bayerischen Landes-Ausstellung in Nürnberg find 246 goldene, 659 silberne und 772 broncene Medaillen, sowie 99 Anerkennungsschreiben zur Vertheilung gelangt. Auf Nürnberg allein kamen hiervon 57 goldene und 137 silberne Medaillen, auf Fürth 12 goldene und 24 silberne Medaillen. Gleichwohl find viele Aussteller mit dem Urtheil der Jury unzu- frieden und haben die ihnen zuerkannten Medaillen zurück« gewiesen. Die Kundgebungen der Unzufriedenen mehren sich mit jedem Tag. So hat die Firma S. Bing, Fürth, die ihr zugedachte Medaille zurückgewiesen. Im Ausschank der von Thüngen'schen Brauerei, welche die silberne Medaille erhielt, soll daS Täfelchen, welches die Auszeichnung meldete, verkehrt angenagelt sein, wohl als leicht zu lösendes Bilder- räthsel. Der Vertreter der W. Tümmel'schen Buchdruckeret riß daS vor seinem AuSstellungSschravk befindliche Täfelchen mit der Aufschrift „Silberne Medaille" in Stücke und ließ letztere durch die Spalten des Bretterbodens verschwinden. Ein anderer Aussteller brachte folgendes Placat an seiner Ausstellung an: „Ich erkläre hiermit, daß ich jede mir zu- gedachte Medaille zurückweise, da ich den meiner Gruppe zu- getheilten Preisrichtern jedes Verständniß abspreche, über meine Arbeiten ein fachgemäßes Urtheil zu fällen." DaS Placat wurde aber vom Aufseher der Gruppe alsbald entfernt.
Gottesdienst in der Synagoge.
SamStag den 5. September. ,
Vorabend 6“ Uhr, Morgens 8» Uhr, Nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 7“ Uhr.
verkehr, tanb. un& V»U»«»irthschaft.
etwbttte, 2. September. Fruchtmarkt. Rother Weizm (neuer) X 12.80, weißer Weizen X 00.00, Korn (neues) X 8.50, Gerste X 0.00, Hafer (alter) X 7.60, neuer X 5.00.
Witteruugsbericht vom Ä. September.
Das Maximum behauptet seine Lage im Nordosten des Erd- theils. Gleichzeitig hat aber daS gestern erwähnte flache Minimum an Umsang beträchtlich gewonnen und bedeckte heute Morgen außer England und der Nordsee noch einen großen Theil von Nordsrankreich und dem nördlichen Deutschland. Auch südlich der Alpen haben sich neuerdings Störungen tm Lustdruck eingestellt. In Eentral-Europa sind die Barometerstände zwar relativ hoch, jedoch bei geringen Unterschieden unregelmäßig vertheilt. Namentlich im Gebirge und dessen nördlichen Vorlande treten wieder zahlreiche Thetlmtntma aus, unter deren Einfluß in Süddeutschland neuerdings unbeständiges Wetter eingetreten ist.
Bo»ansB»Ui»r tSittmma t
Unbeständig und kühl, zeitweise Niederschläge.
Temperatur der Lahn und Lust
nach Reaumur gemeffen am 3. Septbr., Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Waffer 12V«, Lust 11'/»°.
Rübsamen'sche Badeanstalt.
„Continental Pneumatik“, bester Radreifen. 7885
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Beschneiden der Hecken.
Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten« and Feldbesitzer, die ihren Grundbesitz au öffentlichen Fahr« oder Fußwegen einfriedigenden Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März cuf 1,25 Meter Höhe und 0,50 Meter Breite zurückzuschneiden und im Laufe des Monats September die neuen Schößlinge wiederholt zu beschneiden oder zurückzubinden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Gmnd de» Art. 31 des Feldstrafgesetzes mit Geldstrafe von 1 bis 10 Mark bestraft werden.
Gießen, den 2. September 1896.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth. 7861
StmkHen-KeM-GchlWft Gieße».
Bezugnehmend auf die Vorversammlung am 31. August l. I. findet
General-Versammluna
Montag den 7. September l. I., Abends S‘/a Uhr, auf Lonys Bierkeller statt.
Tages-Ordnung: 1. Festsetzung des Statuts.
2. Vorstandswahl.
NB. Die Liste zur Einzeichnung liegt in der Versammlung offen.
7862 Die Commission.
| Frankfurter Möbel-Magazin
« Inh.: Aug. Ossmann, Giessen,
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BerdrngrmA.
Die zur Anlage einer Güterladestelle auf Haltepunkt Groß-Linden bei Gießen erforderlichen Grd-, Chansstrnngs- u. f. w. Arbeiten sollen im Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden- Die VerdingungS. Unterlagen können gegen post- und bestellgeldsreie Einsendung von Mk. 1.50 durch unS bezogen, bezw- in unserem Amtsgebäude, Poststraße 6, Zimmer 2R, eingesehen werden.
Die Eröffnung der mit entsprechender Aufschrift versehenen, geschloffen und gebührenfrei an unS einzureichenden Angebote erfolgt
Dienstag den 15. September, Bormittag» 11 Uhr.
Zuschlagsfrist 4 Wochen. 7860 Frankfurt a- M-, den 25. August 1896 Königl. Eisenbabn-Betriebs-Jnspection 2.
Grasversteigerung.
Mittwoch den 9. d. Mts., Vormittags 8 Uhr anfangend, soll das diesjährige Grummetgras von den dem Marienstift Lich zustehenden etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- und Oberbessingen versteigert werden.
Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg.
Lich, 1. September 1896.
7837 Winheim.________
Versteigerung.
Mittwoch den 9. September, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Pfandlocal, Selter»- weg 11, gegen Baarzahlung:
1 Stamm Eichenholz, 1 Schreib- secretär, 1 Buffet, Sophas, Commode, Kleiderschränke, 2 Regulateure, eine Standuhr, 1 Spiegel und ein werthvolles Oelgemälde.
Gießen, den 2. September 1896.
7829 Mnlch, VollziehungSbeamter-
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