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04/07/1896 Zweites Blatt
 
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dem Mai« -i.g-.h-tt., daß di- Stabt, da fi- j-d-°I°ll- °n b-r Spr-ngung d-r M°I-lbrück- nid), unbeteiligt ,st, uns bi» h-u.- Margen s-chs Uhr °i-rh°nb-rt «rb-it-r au ihr- Kosten in stellen habe. Der Maire hat mir hierauf mit der größten Höflichkeit und spitzbübischen Freundlichkeit entgegnet, daß er zu seinem Bedauern hierzu nicht im Staude sei, da es nicht tu seiner Macht liege, die Arbeiter zu zwtafleti unb diese um kein Geld der Welt für .diese Preußen" arbeiten würden. Ich habe ihn sodann darauf aufmerksam gemacht, daß wir in diesem Falle andere Maßregeln ergreifen müßten, die ihm und der Stadt jedenfalls sehr unangenehm sein würden, erhielt jedoch nur ein Achselzucken zur Antwort. Daß die Arbeiter weder um sechs Uhr noch auf eine zweite und dritte Aufforderung hin um fieben oder acht Uhr gesteut worden find, ist Ihnen bekannt, meine Herren, und die höhnischen Gesichter der Franzosen werden Sie wohl selbst bemerkt haben. Wenn es uns nicht gelingt, den passiven Widerstand der Stadt zu brechen und den Herren Franzosen eine scharfe Lehre zu geben, so ist unsere Autorität un­widerruflich verloren. Seine Excellenz rechnet daher daraus, daß Sie die soeben erhaltenen Befehle mit der größten Ge- nauigkeit zur Ausführung bringen. Von der Schußwaffe soll nur im äußersten Nothfall Gebrauch gemacht werden, der Kolben dürfte wohl genügen. Guten Morgen, meine Herren!"

(Schluß folgt.)

Berliner AusstkUungsbrirfe.

lVon unserem Korrespondenten.)

(Nachdruck verboten.) XIII.

Berlin, 29. Juni 1896.

Die deutsche Colonial Ausstellung.

Mit dem Jutereffe an unseren Colonien sowohl, als auch mit den eingehenderen Kenntuiffen über dieselben liegt eS bet der überwiegenden Mehrheit unseres deutschen Publikums, dies kann nicht geleugnet werden, leider noch ganz iw Argen. Um so anerkennenSwerther ist es, wenn hier der Versuch gemacht wird, tu leichter auschaulicher Art den weitesten Kreisen daS Derstäudniß zu eröffnen, auf welche Weise unsere Colonien für daS Mutterland dienstbar gemacht werden können. Je größer baß Verständutß der breiten Maffe für unsere colonialen Bestrebungen ist, desto größer muß auch daß all­gemeine Jntereffe für diese werden, und ist alßdann eine thatkräftigere Betheiliguvg, mehr Opferwilltgkett, alß wir dieses dtßher gewohnt waren, zu erhoffen.

Deutschland ist ja allerdtngß noch eine sehr junge Tolonialmacht, denn noch find kaum 12 Jahre vergangen, daß die deutsche Regierung den Entschluß faßte, ebeufalls in

die Reihe der Tolouialmächte eintreten zu wollen. TS ist erstaunlich, waß Alles in dieser verhältuißmaßig kurzen Zeit geleistet worden ist und zu welcher beträchtlichen Höhe der Werth der Ein- und Ausfuhr in unseren Colonien gebracht worden ist. Betrachtet man diese Zahlen und berückfichtigt andererseits die wenigen Jahre, welche schon dazu genügten, ein derarüg günstiges Erträguiß zu Tage zu fördern, so wird man fich über die Bedeutung unserer Colonien schnell klar werden und wird einsehen lernen, daß dieselben i« Jntereffe unseres volkswirchschaftlichen Lebens nicht zu ent­behren sind.

Die Ausstellung selbst erstreckt fich über ein weites, großes Gebiet und bietet auch für Denjenigen, welcher sich bis jetzt noch wenig mit unseren Colonien beschäftigt, iuter- effante Anregung genug. Pasfirt man baß rechte Ufer btß kleinen, aber landschaftlich reizenden Karpfenteichß, so gelaugt man über eine Bogendrücke zu dem Hauptportale der Colonial, außstellung, ein überaus malerischer Bau, besten Formen und Zierrath streng einem Neu-Guinea-Hause nachgebildet find. Haben wir ihn durchschritten, so zeigt fich dem überraschten Besucher die Straße etncß Dualladorfes. Zu beiden Seiten befinden sich die iuterestanten Giebelhütten der Eingeborenen, deren Wände meist auß einem Holzgitterwerk, daß auß Palmenrippen hergestellt ist, gebildet wird. Die Wände werden mit Baumrinden sorgsam bekleidet und auch zumeist mit Lehm beworfen. Daß Dach ist in Giebelform aus mehreren Lagen von Palmblättern angelegt. Dieses mit den primitivsten Mitteln hergestellte Dualla-Heim ist häufig sehr geräumig, da, wenn auch nur wenige Fuß breit, so doch sehr lang gestreckt ist. Der hallensörmtge Bau ist durch bunt geflochtene Matten in einzelne Raume eiugetheilt, tu welchen fich dann die Leiden und Freuden dteseß schwarzen Familien- lebens abspielen. Die Dualla find besonders durch ihre tüchtigen Leistungen auf dem Master bekannt, es find auß- gezeichnete Schiffer und handhaben die Ruder mit einer geradezu virtuosen Fertigkeit. Auch in der Ausstellung ist ihnen zur Vorführung ihrer Künste Gelegenheit gegeben und wenn auch hier ihr Operationsfeld der Karpfenteich keln sehr großes ist, so find fie mit dem kleinen Tümpelchen ebenfalls zufrieden und sind bestrebt, ihrem Namen und Rufe Ehre zu machen. ES ist ein wirklich interestanteS Bild, wenn die schlanken, auß Rothholz hergestellten, grell bemalten Fahrzeuge mit einer rapiden Fahrgeschwindigkeit b;n Wasser­spiegel durchschneiden. Wandern wir weiter, so schließt sich an baß Dualladorf eine kleine Anfitblung ber Ewe, bet Be­wohner von Togo. Dieselbe besteht auß einem größeren Hause unb mehreren mit Stroh gebeckten runbtn Hütten. Die Bewohner dieser armseligen Gebäulichkeiten finb ein überaus fibeleS Völkchen, stets sreunblich grinsenb unb bereit, dem Fremden nach bestem Wisten und Können durch allerlei

Handbewegungen ober auch burch ein ausgeschnappteS beutscheS ober englisches Wort über ihr Thun unb Treiben Auskunft zu geben. Wenn man bemerkt, mit welcher Emffgkeit diese Togoneger bestrebt sind, dem Besucher einen Nickel oder auch mehr abzuknöpsen und wie geschickt und eifrig fie fich hierbei auftellev, so wird unser Urihell stets dahin lauten, daß dieser Negerstamm anscheinend ein handeltreibendes Volk zu sein scheint. Dies ist allerdings in Wirklichkeit nicht der Fall, den Haudelsgeift haben sie dem Europäer seit ihrem Hiersein nur abgeguckt, denn tu khren afrikanischen Gefilden nähren fich die Togoneger, soweit dieses ihr Phlegma zuläht, vom Ackerbau, zu welchem fie fich ebenso wie zur Plautagenarbeit gut eignen.

Don hier auS gelangt man in daß Neu-Guinea»Dorf, desteu Häuser durch ihre vorgeschrittene Construction gegen- über den soeben besichtigten Bauten überraschen. Diese Wohnräume find nach photographischen Aufnahmen, welche im Kaiser - Wilhelmßland hergestellt wurden, erbaut und wirken überhaupt originell. Die Häuser sind sämmtlich auf Pfählen erbaut und liegen einige Fuß über dem Erd­boden, da die Feuchtigkeit beß Erbbodenß in Neu-Guinea bk direkte Bebauung nicht zuläßt. Besonbers interrstant wirb diese Besichtigung, wenn man bedenkt, daß diese Ein- geborenen, als sie mit unserer (Sultur in Berühaung kamen, noch gewohnt waren, mit Steinwerkzeugen zu arbeiten. Auffällig tritt hierbei ihre unzweifelhafte Begabung für Schnitzereien zu Tage, welche fie überall an paffenden unb unpassenden Stellen anzubringen versucht sind. Erstaunlich ist auch, daß diese auf einer so niedrigen Culturftuse stehenden Bewohner von Neu-Guinea sogar biß zu einer Construction von zweistöckigen Häusern gebracht haben. UebrigevS wußten die intelligentenWilden" ihre Fertigkeit, Schnitzereirn herzustelleu, in den letzten Jahren auch schon auszunutzen, denn hat sich in jüngster Zeit an den besuchteren Plätzen der Südsee eine Art Industrie entwickelt, deren Producte allerdtngß nicht mehr die Schönheiten der alten Schnitzereien erreichten. Am interrffantesten und wirkungsvollsten ist in diesem Theile der Colonialaußstellung das ebenfallß auf Pfählen, im Wasser ruhendeJnnggesellenhauß", welcheß durch seine bunte Malerei und Schnitzerei besonderß inß Auge fällt. Dieses Hauß wird in Neu - Guinea nur von der männlichen Bevölkerung bewohnt, den Frauen unb Jung­frauen ist der Zutritt unter Androhung der Todesstrafe unter- sagt. Ob man mit diesem Versammlungsort nur eine Stätte schaffen wollte, wowir junge Leute von Neu-Guinea ein- mal unter unfl find, oder ob man unter dieser Flagge vielleicht einen ficheren Zufluchtsort vor Schwiegermüttern Herstellen wollte, konnte ich in der Eile mit Bestimmtheit nicht feststellen, doch behalte ich mir nähere Angaben hierüber in einem weiteren Briefe vor.

Pflichtfeuerwehr.

Montag, den 6. Juli d. J., Abends 8y2 Uhr:

Hebung fammtlidjer Rotten.

Der Branddirector: Schmandt.

6105

Bilanz am 31. December 1895.

Activa. JC. H

1. Außgeliehene Kapitalien 89447.59

2. Kaffenvorrath . . . 7353.95

3. Unersetzte Vorlagen . 31.78

4. Außstände .... 2198.24

5. Mobilien .... 369.53

Passiva. v4L H 1. AufgenommencCapitalien 9 l 183.83 2. Mitgliederguthaben . . 5050.80 3. Reservefond .... 2214.27 4. Special-Reservefond . 440.

5. Noch zu bezahlende

Dividende .... 23.50

6. Reingewinn . . . 489.19

Mk. 99401.09 146

18

Mk. 99401.09

Mitgliederstand Ende 1894 . . .

Während 1895 gingen zu . . 20

ab . . 2

Daher Stand der Mitglieder 1895 . 164 Staufenberg, den 2. Juli 1896. 6091

Der Director: Der Rechner: Der Controleur:

Geißler. Benzler. Kraft.

^Kkdöröliedk^nreigkn^ Oberhesfische Eisenbahnen. Vergebung von Bauaebeiten.

Die bei Erweiterung beß Haltepunkts Büches - Düdelsheim vorkommenden Arbeiten und Lieferungen und zwar:

A. Erd-, EbausstrungSarbeiten und Kunstbauten,

B. Erbauung eineß Empfangß- flebäubeß nebst Güterschupp» n unb Abort

sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werben.

Bebingungen unb Zeichnungen, sowie Arbeitsoerzeichnisse sind auf dem Büreau des Unterzeichneten, Frankfurterstroße 24, in den Geschästßstunden zur Einsicht offen gelegt.

Die Angebote find biß zum Eröffnungß- termin am

»otit a 9 de« 6. Jnli, Nachmittags 4 Uhr, portofrei, verschlossen und mit entsprechen­der Aufschrift versehen, hierher einzu- reichen.

Zuschlagßsrist 14 Tage.

Gießen, den 22. Juni 1896.

Roth, 5870

Großh. Eisenbahnbauinipector.

NASSÄÖ

ILuipt-Depöt bei Wilhelm Mayer, Giessen.

Man achte, dass Vignette, Kapsel, Kragzeichen u. Korkbrand die BezeichnungOriginal tragen.

Niederlagen bei:

C. Roth 11., Wallthorstrasse, Ph. Herrmann, Seltersweg, J. Häuser, Ludwigstrasse.

Gesvindheits- und Tafelwasser

ersten Ranges

wird von hervorragenden ärztlichen Autoritäten des In- und Auslandes bestens empfohlen. 5246

Das Original-Selter» wird in den heissen Sommertagen pur oder mit Wein, Himbeersaft und sonstigen Fruchtsäften vermischt, als ein vortrefflicher Labe trank bevorzugt.

atOruckt»

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W ZU Selters a. Lahn. 'U

Post Löhnberg (Nassau).

Einträge im firmtnrrgiflrt I Großh. Amtsgerichts Hungen am 1. Juli 189 6.

1. AntonieBuch betreibt dahier unter der Firma ihres Namens ein Handelsgeschäft mit Colonialwaaren und hat ihrer Mutter Louiß Buch Wittwe, Johanna, geb. Ehrmann, dahier, Procura ertheilt.

2. Dorchen Klipstein, geb. Kahn, dahier, betreibt das unter der Firma S. Klipstein dahier be- tehende Handelsgeschäft ihres ver- lorbenen Ehemannes unter der seil- origen Firma weiter.

3. Die Firma A. Buch dahier ist erloschen 6094

Großh. Amtsgericht Hungen.

Versteigerungen.

Samstag den 15. August,

Nachmittags 2 Uhr,

sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die dem Wilhelm «teindach in Gießen gehörigen Immobilien:

Flur 27 Nr. 19U0/ioo 657 qm Hof- raithe am kleinen Steinweg rechts,

Flur 27 Nr. 192/10 - 380W/10o0 qm Hof- raithe daselbst,

Flur 27 Nr. 195Wmo 43 qm Hofraithe- gründ am kleinen Steinweg links, Flur 27 Nr. 196as/10 - 108 qm Weg am alten Schlag,

Flur 33 Nr. Nr. 35 475 qm Acker am Altenfeld auf ein Gäßchen öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 3. Juli 1896.

Großh OrtSgericht Gießen

I. A.: Vogt. 6092

Landwirlhschastliches Versuchsfeld.

Die Crescenz von zwei Morgen Roggen und ein Morgen Erbsen soll auf dem Halm versteigert werden. Schriftliche Angebote nimmt das unterzeichnete Rentamt bis zum 10. Juli er., Abends 5 Uhr, entgegen und können bei diesem auch die Bedingungen eingesehen werden Feldschütze Wenzel wird gleichfalls Auskunft ertheilen.

Gießen, den 2. Juli 1896.

Großh. Unioersitäts Rentamt. 6086 Weimer.

Sumslsg den 15. August,

Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die dem Karl Leib und Kinder in Gießen gehörigen Immobilien:

Flur 1 Nr. 1093 - kO3 qm Hofraithe hinter dem Burggraben,

Flur 1 Nr. lOCl^/ico 180 qm GraS- garten hinter dem Stockhause öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, ben 3. Juli 1896.

Großh- Ortsgericht Gießen.

__________I A: Bogt._______6093

Ssmslag den 1. August,

Nachmittags 2 Uhr, soll auf bem hiesigen OrtSgericht bie bem Wilhelm Schneider II. in Gießen ge­hörige Hofraithe:

Flur 3b Nr. 226' 10 1152 qm hinter ber Burg

öffentlich meiftbietenb versteigert werben. Gießen, ben 19. Juni 1896.

Großh- OrtSgericht Gießen-

I. A.: Vogt. 5664

L^mpfeNungen^J Kram- und Viehmarkt zu N-Wildungen

14. Juli 1896

verbunden mit PrLmttrung von Pfer­de«, Sohlen und Rindvieh, sowie Verlooaung von Vieh, landwtrlh- schaftt undHaudhatt Gegenständen.

Die Prämtirung findet Vormitt. 8 Uhr, die Verloosung Nachmittags 2 Uhr statt. Die lebenden Gewinne, landwtrth- schaftt. Maschinen u. «eräthe werden a. d. Marktplätze v. d. Ausstellern angekaust | oose ä 1 ML Generalagenten L Buchdruckereibesitzer Onnr. Hnnelt-

Wlldungen zu beziehen, welcher auf zehn Loose 1 FreilooS gtebt- Du Comite.

Montag, Mittwoch und

Lamstag

frischen Zmebelknchen

empfiehlt die 5519

Couditorei und Bäckerei

W. Amend,

______Bahnhofstraße 58.

Wotbe, saure GlaSkirscheu, so­wie Stachel- und Johannis­beeren, zum Einmachen und zu Wein, zu haben 5980

Bergstraße 17.

Redaction: A. Scheyda. Druck mrd Berlag der Brühllcheu UniversitätS-Buch- unb Cteindruckerei (Pietsch & 8cheyb«) in fließen.

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Petnlbmg, 3. Im. will lvtjseu, daß der Min einer neuen Verordnung ohne Untexfdlieb bei Ber Räch vom 15. Juni a. z Reifenden müssen mit de noch vochrgegangener l sterinm» der Innern ver

PeterArg, 3. Ink flaggt unb seststch grschn des Kaisers unb bi wird SamStag früh In

üthen, 3. Juli. ( griechischen und tii starke Lrrrgung hensö kenne. Der (Sommanbai den galten, flii Itbim Sonfllct vorzuöeugi

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Mia, 3. Juli.

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Gesetzes, betreffend des deutschen Heere lautet:

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