unbegründet, wie Nachrichten überhaupt, die zur Erreichung meist recht durchsichtiger, aber dem öffentlichen Jutereffe nicht dienender Zwecke auSgestreut werden.
Berlin, 2. Januar. Dem „Kleinen Journal" zufolge hat es sich jetzt herauSgestellt, daß der flüchtige Rechtsanwalt Fritz Friedemann Wechsel gefälscht hat und zwar in der vorläufig constatirtea Höhe von 20,000 Mark. Doch ist eS nicht ausgeschlossen, daß noch weiteres Material in dieser Richtung zu Tage tritt.
Berlin, 2. Januar. Ende des abgelaufenen JahreS ist Frau Dr. jur. Emilie Kempiu, Privatdocentiu für englisches und amerikanisches Recht an der Uuiverfität Zürich, in Berlin vor dem Amtsgericht I als Sachkundige für Ueber- tragung der englischen Rechtssprache ins Deutsche und umgekehrt, für sämmtliche Gerichte der Mark Brandenburg vereidigt worden.
Offenburg, 2. Januar. In der hiesigen Sparkasse hat die vorgenommene Revision ein Deficit von 370,000 Mk. zu Tage gefördert. Wo daS Geld hingekommen ist, ist noch nicht aufgeklärt. Der Rechner der Sparkasse, Franz Bauer, ein sehr angesehener Mann, wurde verhaftet. Derselbe will von dem Verbleib deS Geldes, das in badischen Staatsobligationen angelegt war, nichts wissen, die gericht« liche Untersuchung wird wohl bald Licht in die dunkle Sache bringen.
München, 2. Januar. Ein eigenartiges Vor- kommniß in der NeujahrSnacht bildet hier das Tagesgespräch. In der Gastwirthschaft zum „Pschorrbräu" befanden sich auch einige Soldaten und Unteroffiziere. Ein Unteroffizier stellte nun die Behauptung auf, einer der Soldaten habe ihn beim Verlassen des LocalS nicht vorschriftsmäßig gegrüßt, weshalb er den Soldaten zur Rede stellte. Als die Gäste für den Soldaten Partei ergriffen, begab sich der Unteroffizier nach der Hauptwache und erschien bald mit einer drei Mann starken Patrouille wieder im Local. Als nun die Gäste sich erhoben, offenbar, um zu sehen, was die Soldaten wollten, commandirte der Unteroffizier: Geladen! ES entstand eine große Panik. Zum Glück erschien der Polizeiwachtmeifter, welcher die Angelegenheit beilegte.
Wien, 2. Januar. Sämmtliche Blätter geben in ihren farblos gehaltenen Neujahrsbetrachtungen lediglich einen Rückblick auf die Ereignisse des verflossenen Jahres und geben der Hoffnung Ausdruck, daß das neue Jahr die dunklen Punkte sowohl in der inneren wie in der äußeren Politik durch gegenseitiges Entgegenkommen mildern oder ganz verschwinden lassen werde.
Wien, 2. Januar. Die „Pol. Corr." meldet auS Con- stanttnopel, daß der Polizeiminister die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen hat, um etwaigen Ruhestörungen anläßlich der griechisch - armenischen Weihnachtsfeiertage vorzubeugen. Die Polizei und Gendarmerie ist bedeutend verstärkt worden.
Venedig, 1. Januar. Die große Fabrik medicinischer und industrieller Oele, Levi, Dallafta & Co. ist ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden ist sehr beträchtlich.
Brüffel, 2. Januar. Fr^re - Orban ist heute früh gestorben. Die liberalen Blätter widmen in Extra-AuS- unben dem langjährigen Parteiführer der Liberalen warme Nachrufe.
Paris, 2. Januar. Die Präfectur von Nancy ist gestern Abend in Brand gerathen. Bet den Lösch- arbeiten wurde durch einen herabstürzenden Kamin ein Feuerwehrmann getödtet und vier Soldaten verletzt.
Loudon, 2. Januar. „Daily Graphic" läßt sich auS New-Uork melden, daß die Regierung von Venezuela mit den Vereinigten Staaten über den Ankauf von Waffen und Munition verhandle. 4Kanonen größten Kalibers find bereits nach dem Hafen von Maracaibo zur Befestigung desselben abgegangeu.
Loudon, 2. Januar. Der StaatSsecretär der Colonien, Chamberlain, gibt in einem Telegramm an den Präsidenten Krüger der Hoffnung Ausdruck, daß eS diesem gelingen werde, die Feindseligkeiten tu Transvaal zu unterdrücken.
Loudon, 2. Januar. Heute Vormittag ist hier die Meldung eingetroffen, daß Dr. Jameson an der Spitze seiner Truppen ohne Widerstand in JohanntSburg ein- gezogen ist.
Birmingham, 2. Januar. Die hiesigen Gewehrfabrtken arbeiten Tag und Nacht an Waffenlieferungen für Süd-Afrika. Eine Firma verkaufte 20 000 Gewehre, eine andere 1000 Gewehre.
Sofia, 2. Januar. Infolge von Schnee-Verwehungen ist der Verkehr auf den Bahnlinien Constan- tinopel-Philippopel gestört.
Constaottnopel, 2. Januar. Nach Nachrichten aus Aleppo fanden am SamStag und Souptag in Orfa neue Unruhen statt.
Loustautiuopel, 2. Januar. Auf das von den Botschaftern gestellte Ersuchen, die Herstellung des Friedens in Zeitun zu vermitteln, hat die Pforte noch nicht geantwortet, doch steht fest, daß die Pforte diesen Vorschlag ablehnen wird. DaS in voriger Woche hier verbreitet gewesene Gerücht über die Beschießung von Mersina durch ein amerikanisches Kriegsschiff entbehrt jeder Begründung. Es befindet sich zur Zett im Hafen von Merfina und Alexandre» nur je ein Schiff deS amerikanischen Geschwaders.
WB. London, 2. Januar. Das „Colontallaud" veröffentlicht Depeschen, wonach die Boten RobtusonS Jameson zehn Meilen von ElandS River entfernt erreichten. Jameson mißachtete den Befehl, zurückzugeheu und setzte den Vormarsch ostwärts fort. DaS Gefecht begann gestern Nachmittag. Jameson wurde auS verschiedenen Stellungen verdrängt. Die Boeren nahmen 23 Verwundete, einschließlich 8 Offiziere, gefangen und begruben fünf Tobte.
WB. Pretoria, 2. Januar. Reutermeldung. Die Regierung hat wettere Nachrichten empfangen, daß die Char- teriedcompanh Streitkräfte mobilisirt, um tu Transvaal etnzudringeu. KafferncommandoS sollen sich bereits in Transvaal, an der Grenze von Betschuanaland befinden. Der Orangefreistaat bereitet fich vor, den TranSvaalstaat zu unterstützen, er stellte ein Commando von 1600 BurgherS in der Nähe von BAllußeS auf. Die Eisenbahnlinie KrügerS- dorp-JohanneSburg ist aufgeriffen. Schließlich theilt der britische Agent in Pretoria mit, daß Jameson eine Niederlage erlitten.
CocaUs nnö LrovLnzieller,
Gießen, 3. Januar 1896.
* ♦ Die psychiatrische Klinik, deren Uebergabe wir bis zum 15. d. MtS. schon meldeten, wird an dem Tage ohne jede besondere Feierlichkeit in Benutzung genommen. Zum Herbste, bis wohin auch daS hygienische Institut fertig gestellt sein wird, soll eine gemeinsame Feierlichkeit auS Anlaß der Errichtung beider Anstalten stattfinden, zu der auch der Großherzog sein Erscheinen zugesagt Hot.
* ♦ Die Ergebnisse der Verwaltung der Großh. Braud- verficheruugskaffe vom Jahre 1893 verzeichnen als Hauptsumme der Einnahme 2511374.19 Mk., als Hauptsumme der Ausgabe 1312179.02 Mk., davon an vergüteten Brandschäden und Abschätzungskosten für die Provinz Oberhessen 488 637.05 Mk., für die Provinz Starkenburg 386 221.56 Mk. und für die Provinz Rheinhessen 278837.94 Mk. — Die Großh. Landesfeuer löschkafse hatte im selben Jahre eine Einnahme von 23 144 Mk. und eine Ausgabe von gleicher Höhe, darunter an Unterstützungen an verunglückte Feuerwehrleute in der Provinz Oberhessen 1171.65 Mk., Starkenburg 2961.86 Mk., Rheinhessen 1736.25 Mk., Bei- hülfen an Gemeinden und Feuerwehren zur Anschaffung von Ausrüstungs-Gegenständen in der Provinz Oberhessen 3291.98 Mk., Starkenburg 3100 Mk., Rheinhessen 2600 Mk., dem Landesausschuß Hessischer Feuerwehren Beitrag zu den Kosten der Geschäftsführung 300 Mk.
• * Die deutsche» Alters- und JnvaliditatS - Berficheruugs- Anstalten bewilligten im Jahre 1894 neu: 33,442 Altersrenten, 44,397 Invalidenrenten. Vorhanden waren nach Abrechnung des Abgangs im Laufe des Jahres: 183,168 Altersrenten, 71,775 Invalidenrenten. Der DurchschiNSsatz der Altersrenten betrug 1894: 127,05 Mk., der Durch- schnittSsatz der Invalidenrenten 120,96 Mk.
* * Volksbäder. In immer weiteren Kreisen unserer Bevölkerung hat fich in den letzten Jahren daS Bedürfniß nach einer Badeanstalt geltend gemacht, die eS den Angehörigen aller Stände ermöglicht, Jahr aus, Jahr ein, im Sommer wie im Winter, ihrem Körper die Reinigung und Abhärtung zu theil werden zu lassen, deren cr bcnöthigt, um gesund, kräftig und widerstandsfähig zu bleiben in dem immer mehr gesteigerten Kampf um's Dasein. ES ist diese in allen Städten Deutschlands erfolgte oder wenigstens erstrebte Errichtung von Bolksbädern keineswegs etwas will kürlicheS, keineswegs eine Ausgeburt des Luxus, nein, eS ist daS natürliche Streben, im Interesse der Gesunderhaltung unseres Volkes ein Gegengewicht zu schaffen gegen die nerven- und gesundheitzerstörenden Anforderungen, die erne stets höher strebende Cultur an alle Glieder des Volkes stellt, ein Jedem zugängliches Heilmittel bereitzustellen für die Wunden, die der stetig gesteigerte Wettbewerb gerade dem schwächsten Thetle der Gesellschaft schlägt, auch auS den untersten Schichten unseres Volkes die Würgengel zu verscheuchrn, die ganze Generationen dem Siechthum überantworten und jährlich Tausende wegraffen. „Die Reinlichkeit, wie ein vernünftiger Gebrauch von Bädern sie mit sich bringt, ist das beste DeStn- fectionSmittel und der wirksamste Schutz gegen ansteckende Krankheiten." (Dr. Fetzer.) „Für die Pflege der Haut zu sorgen, ist mit der Förderung unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens gleichbedeutend und indem wir sie im Kampf gegen die Außenwelt unterstützen, erfüllen wir eine dem einzelnen Individuum, wie der ganzen menschlichen Gesellschaft auferlegte Pflicht." (Dr. Holm.) Zur Zeit Difft bet dem größten Procentsatz der Bevölkerung noch der Ausspruch PeitenkoferS zu, der sagt: „Wir senden unsere Kleider ins Bad, aber die meisten lassen den Schmutz auf der Haut liegen." Wie kommt eS, daß große Bevölkerungskretse dieses so wichtige Organ deö menschlichen Körpers, die Haut, welche die Functionen der Wärmeleitung, der Absonderrng und der Athmung zu besorgen hat, in solcher Weise, wie dies geschieht zum großen Schaden der Menschheit, vernachlässigen konnten, Jahrhunderte lang vernachlässigt haben? Die Entartung der mittelalterlichen Badestuben, der Niedergang der gesammten Cultur infolge deS dreißigjährigen Krieges, Mißbräuche, die mit den Bädern getrieben wurden, haben den Werth der Bäder in Vergessenheit im Publikum gebracht. Ein niedriger Culturstand ließ daS Bedürfniß für die Bäder ersterben. DaS weibliche Geschlecht ist der Träger solcher hygienischer Gewohnheiten und gerade bei ihm fanden und finden die Bäder nicht die häufige Anwendung, wie sie eS sollten. DaS Baden war in Mihcredit gerathen und eS hat schwer gehalten, demselben in der öffentlichen Gesundheitspflege wieder den ihm gebührenden Rang einzuräumen. Ein zweiter Grund — der allerdings eine directe Folge der mangelnden Bedürfnisses war — liegt in dem Mangel an Bädern. „Wir hatten", schreibt ein Arzt, „bislang einen Ueberschuß an Badeorten, aber einen schreienden Mangel an Bädern, und zwar gerade in Städten, wo sie daS dringendste Bedürfniß darstellen, und Oskar Laffar hat ganz Recht, wen» er sagt: „Jetzt hat, zurückgeschreckt durch die Erbärmlichkeit der vorhandenen Anstalten und den unerschwinglichen Preis, das Volk zu baden, geradezu verlernt. Mit dem rationellen Angebot von Bädern aber wird fich die Nachfrage wieder mächtig steigern. Wenn eS eine sociale Frage von humanem und sittlichem Charakter gibt, in deren Beantwortung alle Parteien und Auffassungen übereinst mmen werden, so ist es
die Popularifirung körperlicher Reinlichkeit durch billige Bader« eine Agitation, deren Träger zu sein, sich Jedermann zur Ehre rechnen sollte." Möchten diese Worte, wie in diele» anderen Städten unseres Vaterlandes, auch in unserer Stadt berechtigten Widerhall, das richtige Verftändniß finden.
* * Jubiläum. Am 1. Januar vollzog fich in de» Comptoirräumlichkeiten der Firma Carl EmmeliuS hier- selbst in aller Stille eine finnige und erhebende Feier. Dieselbe galt dem silbernen GeschäftSjubiläum der Firma. Bon Seiten des Comptoirpersonals waren der Eingang nnd die Arbeitsräume der Firmeninhaber der Bedeutung des Tageentsprechend, auf daS Schönste geschmückt. Inmitten dieser finnigen Decoration prangte daS umflorte Bild des verstorbenen Gründers der Firma, Carl EmmeliuS. Nachdem Morgens von Seiten deS ersten kaufmännischen Beamten, Herrn Wilh. Käser, in pietätvoller Weise ein prallvoller Lorbeerkranz mit Widmung auf daS Grab desselben niedergelegt worden war, versammelten fich gegen 11 Uhr tas gesammte Comptoirpersonal und die Betriebsleiter der einzelnen Fabriken zur gemeinschaftlichen Beglückwünschung auf dem Comptoir. Herr Wilhelm Käser überreichte hierbei den jetzigen Inhabern der Firma, den Herren LouiS und Heinrich EmmeliuS, Namens deS Gesammtpersonals mit einer kurzen Ansprache je eine der Bedeutung deS Tage- entsprechende Adresse. Tiefbewegt dankten die Herren für die ihnen gewordene, von Herzen kommende und zu Herzen gehende Aufmerksamkeit. Herr LoniS EmmeliuS betonte dann weiter, daß auch die Mitarbeiter Antheil hätten an dem Emporblühen der Firma, was dankbar von ihnen anerkannt würbe, und als Beweis der Anerkennung und gleichzeitig als Erinnerung an den heutigen schönen Tag sei den Herren Wilh. Käser und Wilh. Stecker, welche bereits 20 Jahre den Interessen der Firma ihre Kraft gewidmet hätten, je eine prachtvolle Uhr zugedacht. Um aber den Tag voll und ganz im Sinne des verblichenen Gründers der Firma, der stets et» warmes Herz für seine Arbeiter gehabt habe, zu verleben, hätten sie fich entschlossen, am heutigen Tage zu Ehren des verblichenen Gründers der Firma eine Stiftung von Mk. 2 5,000 zu 4 Proz. verzinslich zu errichten, die den Namen Carl EmmeliuS'sche Stiftung führen, und deren Zinsenerträgniß zur Unterstützung von Arbeitern ihrer Betriebe bei unverschuldetem Unglück, Krankheit und dergl. dienen solle. Dankend und anerkennend wurde allseitig diese Mittheilung ausgenommen. Der weitere Verlauf der Feier ging in zwangloser Unterhaltung vor sich und zeugten diese Stunden so recht von dem Einvernehmen, welche- in der Firma Carl EmmeliuS zwischen Prinzipalität, vorgesetzte» und Untergebenen herrscht.
* * Goethes Nachkomme». Die „Tägliche Rundschau" brachte kürzlich die Nachricht, daß mit dem Tode des am 27. o. M. verstorbenen Grafen Leo Henkel von Don« nerSm ark der letzte Nachkomme der Goelhe'schen Familie dahingeschieden, bemerkt aber dabei, daß de- Grafen von Donnersmark Mutter eine gebotene von Pogwisch, eine Schwester der Schwiegertochter Goethe-, gewesen sei. Es wird uns mitgetheilt, daß der ehemalige, hier verstorbene Gymnasiallehrer L. Textor, sowie der verstorbene Pfarrer Texlor in Ober - Berbach directe Nachkommen Goethes waren. Dem Ersteren entstammen zwei Söhne, nämlich der im vergangenen Jahre verstorbene Lehramtsassessor Wolfgang Textor, sowie der Dr. med. Textor, Assistenzarzt im städlischeu Krankenhause zu Darmstadt. Der Pfarrer Textor hinterließ drei Kinder, Bertha, Friedrich und Ida Textor, welche mit ihrer Mutter nach dem Tode des Vaters nach Gießen zogen und in der Ludwigftraße wohnen. Demnach leben mindestens augenblicklich noch vier Nachkommen Goethes. Auch in Oberrad soll, wie man unS versichert, bte Frau des GärtnereibefitzerS Deines ihren Stammbaum bi» auf Goethe zurückführen können.
* * Der Gabelsberger Ste»ographe» Berei» Gieße» ernannte in seiner ordentlichen Haupt-Versammlung am 12. Dccember v. I. Herrn Wilhelm Wagner, Inspektor des GaS- und Wasserwerks in Vegesack, in Würdigung seines langjährige» erfolgreichen Wirkens für die Gabelsberger'sche Stenogrophie zum Ghren-Mitgliede.
* * väcker-Ball. Wie alljährlich, feierte auch am Syl- vester-Abend der Bäckerverein „Frühauf" im Saale ces Casö 2etb seine Sylvesterfeier, bestehend in Coneert und Ball, und war die Festlichkeit, wie nicht anders zu erwarten, sehr gut besucht. Eingeleitet wurde daS Fest durch Csncertstücke und eine Polonaise. Der Höhepunkt des Festes wurde erreicht, als die Glocken der Stadtktrche das Jahr 1896 ankündigten,' und nach einer kräftigen Ansprache, gehalten vom Vorsitzenden, Herrn Hahn, gelobten fich die Theil- nehmer, auch im neuen Jahre fest und unentwegt zusammen zu halten, wie bisher.
• • AaSlrag einer Wette. Die in Nr. 1 erwähnte Wette der beiden Metzgermeister hatte vorgestern eine Menge Gäste nach dem Poftkeller gezogen. Der eine der Wettende» war pünktlich zur Stelle, während derjenige, welcher den Gaul vorzuführen hatte, später einen Boten mit der Erklärnng sandte, daß sein Pferd behindert sei, im Poftkeller zu erscheine» und er infolgedessen seine Wette für verloren ansehe. Der Gegencontrahent schmunzelte darob nicht wenig und ließ de» Rest der nicht getrunkenen 40 Flaschen Wem in feine Wohnung schaffen.
* ♦ Mordversuch. In der NeujahrSnacht versuchte der Taglöhner Betz von Garbenteich seinen alten Baler z» erwürgen. Er schlich sich zwischen 2 und 4 Uhr in die Wohnung, nahm einen Strick und warf diesen seine« ü» Bett liegenden Vater um den Hals. Der Baier griff »ach der Schlinge, sprang auf, an das Fenster und rief um Hilfe. Nachdem einige Leute hinzu kamen, ließ Betz davon ab und versuchte die Sache als einen Spaß hinzustellen. Der Staats- anwaltschaft wurde Anzeige erstattet.
— Hessischer Haudmerkertag. Für den 26. Januar 1896 ist ein hessischer Handwerkertag in Darmstadt projectttt


