m't der Tagesordnung: Stellungnahme zum Handwerker- kammergesetzentwurf.
♦* Patent Srtheilusgen. Heizkörper mit Lustleitschaufeln, Zas. z. Pat. 83,291, H. Buderus, Hirzenhain, vom 5. 2. 95 ab. Zugminderungsvorrichtung anRegulieröfen, Zus. z. Pat. 78,221, H. BuderuS, Hirzenhain, vom 5. 6. 95 ab. Anzündevor- rlchtung für Gasöfen u. dergl., H. BuderuS, Hirzenhain, vom 14. 6. 95 ab.
♦♦ Gebrauchsmuster Eintragung. An Regulieröfen-Thüren durch Verschieben oder Drehen des Klinghakens und durch konischen Anlauf auf dem Fallriegel nachstellbarer Verschluß, Carl BuderuS, Lollar, 19. 11. 95.
Zu Amerika verstorbene Hessen. B e l l e v i l l e, Jll.: Heinrich Mohrhard, 73 Jahre alt, auS Semd. — Chicago, Jll.: Valentin Ruh, 62 Jahre alt, aus Bür- stadt. — Gale na, Jll.: AgneS Bensch, geb. Kremer, 86 Jahre alt, auS Heffen-Darmstadt. — San Francisco, Cal.: - Dr. Georg Gerlach, 47 Jahre alt, aus Heffen- Darmstadt. — Washington, D. C.: Martin Becker, 72 Jahre alt, auS Gonsenheim.
T Sich, 30. December. Gestern fand im Gasthof zum „Holl. Hof" dahier die General-Versammlung für die hiesige Pfennigsparkasse statt. In derselben wurde zunächst das GeschäftSergebniß vorn Rechnungsjahre 1895 mitgetheilt, nach welchem die Summe von 10988,60 Mk. eingelegt wurde, 871,80 Mk. mehr als im vorausgegangenen Jahre. Zurückerhoben wurden ungefähr 2000 Mk. Als Erheber für 1896 wurden die Herren Schreiner Vogt, Dachdeckermeister Schwenk und Schreiner Schmidt jr. bestellt, als Obererheber wird wieder Herr Schreiner Schmidt seu. fun- giren. Am Schluffe der Versammlung erstattete der Vorsitzende noch Worte des wärmsten Dankes sowohl dem Vorstände des hiesigen Vorschußvereins, wie auch den Herren Erhebern für die mühevolle und unentgeltliche Verwaltung der Pfennig- Sparkasse, ebenso wurde ein Beschluß des hiesigen Gemeinderaths dankend erwähnt, nach welchem das der Stadt gehörige Erhebungslocal nun auch noch auf Kosten der Stadt gereinigt und geheizt wird.
§ Ruppertenrod, 2. Januar. Für die hiesigen Octs- armen besteht in unserer Gemeinde die Al lend orf'sche und Philippi'sche Stiftung, aus der die Zinsen alljährlich am WeihnachtSfeft in Gestalt von Bictualien und baarem Gelde vertheilt werden. Diese Zinsen erhalten alljährlich noch einen Zuwachs an verschiedenen eingehenden milden Gaben und dem Betrag der Ortsopferbüchse. An diesem WeihnachtSfeft wurden 13 Arme m t Lebensmitteln und baarem Gelde in einem Werthe von 1—3,70 Mk. beschenkt. — Die Volkszählung ergiebt sür unsere Gemeinde einen Bestand von 733 Seelen gegen 772 der vorletzten Volkszählung. DaS kommt einem Rückgang von 5 Procent gleich. Im Zug nach den großen Städten liegt die Ursache dieser Verminderung der Einwohnerzahl.
W. AuS der südlichen Wetterau, 30. December. Seit mehreren Jahren kommt auS dem Bayerischen, vom Speffart herüber, ein Taubstummer und heischt sich Gaben, welche ganz reichlich ausfallen. Der Taubstumme weiß seine Gebrechen durch Pantomimen darzustellen und versteht dadurch die Herzen zu rühren. Das geschah auch dieser Tage wieder und wer giebt nicht gerne zur Weihnachtszeit! Ein Freund des Schreibers dieser Zeilen merkie schon im vorigen Jahre, daß der Taubstumme ein Simulant sei, konnte aber keinen rechten Anknüpfungspunkt finden, um den Schwindler zu entlarven. Dieser Tage kam er wieder und wußte in förmlich theatralischer Weise Hunger und Frost pantomimisch darzustellen. Er wurde reichlich beschenkt und der Spender sprach zum Abschiede: „Armer Mensch, wie dauerst du mich. Wie lange bist du denn schon taubstumm?" „Von Jugend an?" war die klägliche Antwort — und schwabb! schwabb! saßen ihm je eine Maulschelle rechts und links auf der Wange. Mit Windeseile schob der Curirte von dannen über die nahe
Grenze. Es ist nicht unmöglich, daß der Schwindler seine I Raubzüge weiter in die Provinz auszudehnen sucht, denn das Geschäft ging gut und war auch ohne Gewerbeschein leicht zu betreiben. Darum sei vor ihm gewarnt.
n. Altenstadt, 2. Januar. Bei der hier abgehaltenen Wahl eineL Kreistagsabgeordneten wurde an Stelle des seitherigen Vertreters, des Herrn Bürgermeisters Braun von Oberau, Herr Karl Carl von Heegheim gewählt. — Wie gewinnbringend der Obstbau sein kann, haben wir hier wieder im vergangenen Herbst erfahren- denn etwa 40 000 Mk. wurden von den hiesigen Obstzüchtern für ihre allerdings sehr gesuchten Aepfel gelöst. Einzelne Baumstückebesitzer hatten eine Brutto-Einnahme von etwa 4000 Mk. Dem entsprechend find auch die Preise der Baumstücke sehr hohe. Doch dürfte auch hier die Baumpflege eine noch viel sorgfältigere sein. In den nach Südwesteu zu gelegenen Obstanlagen sind viele Bäume bis in die äußerste Spitze dicht mit Moos bewachsen, ohne daß bis jetzt irgend etwas dagegen gethan wird. Sauber abgekratzte Bäume sieht man leider selten.
Groh Eichen, 2. Januar. Die Unsitte des Neujahrschießens, die übrigens gegen frühere Jahre ent» schieden in Abnahme begriffen, hat hier einen Unfall hervorgerufen. Ein hiesiger Bursche von 17 Jahren hantirte an einem geladenen Terzerol und hielt dabei die linke Hand vor die Mündung des Laufs. Plötzlich entlud sich die Waffe und Papierpfropfen und Pulver riffen dem unvorsichtigen Schützen das Fleisch von den Fingern, die die Mündung bedeckt gehalten. Der Verwundete mußte die Hilfe eines benachbarten Chirurgen in Anspruch nehmen.
§ Illnhausen (Kreis Büdingen), 30. December. Der Landwirth und Musikus Heinrich Reitz in dem nahen Reichenbach war gestern mit Häckselschneiden beschäftigt. Hierbei gerieth er mit der rechten Hand derart in die Häckselmaschine, daß ihm der Mittelfinger der rechten Hand total abgeschnitten, sowie der andere Finger gespalten wurde.
§ Bom höhere« Vogelsberg, 31. December. Seit heute ist hier Thauwetter eingetreten. Für das Wild ist dadurch eine bessere Zeit gekommen, denn seither bei dem hohen Schnee und dem starken Frost kamen die Hasen schon Nachts in die Dörfer und Grasgärten und suchten an den jungen Obstbäumchen zu nagen. Dadurch hatten die Hasen in unserer Gegend im vergangenen Winter bedeutenden Schaden angerichtet. Die Holzhauerei kann wieder ausgenommen werden.
w. Darmstadt, 2. Januar. Wie wir a^s sicherer Quelle hören, ist an Stelle des nach Breslau gehenden Professors Dr. Paul Iörs der ordentliche Professor Dr. Biermann an die Landesuniversität Gießen berufen. Derselbe, ein Gelehrter Anfangs der 30er Jahre, ist erst kürzlich zum ordentlichen Profeffor ernannt worden. — Am 30. vor. Mts. verstarb dahier der Dr. phil. et theol. Karl Köhler, Ober Consistorialralh und Superintendent a. D. der Provinz Rheinheffen.
WormS, 2. Januar. Die Handelskammer erklärt durch einstimmigen Beschluß, daß sie die Niederlegung des ausdrücklich nur zeitweilig übernommenen Vorsitzes durch den Reichstagsabgeordneten Freiherrn v. H eyl bedauere und daß der Rücktritt mit handelspolitischen Fragen nicht zusammen- hänge, wie dies außerdem die mit großer Mehrheit erfolgte Neuwahl des Freiherrn v. Heyl zum Mitglied der Kammer beweise.______________________________________________
Verrttifthter
• Berlin, 30. December. Die Morgenblätter melden auS Liegnitz: Der Maler Adolf Zehrer, der vor zwei Jahren von der hiesigen Strafkammer wegen Majestätsbeleidigung zu vier Jahren Gefängniß verurtheilt wurde, ist vom Kaiser begnadigt worden.
• Berlin, 2. Januar. Ein Rekrut vom Kaiser Alexander- Regiment wurde wegen grober Insubordination durch kriegsgerichtliches Urcheil zu schwerer FestungSstrafe verurtheilt.
Derselbe hatte am 23. September v. I. beim Griffe-Uebe« dem Gefreiten plötzlich das Gewehr vor die Füße geworfen mit der Bemerkung, er sei blödsinnig geworden. Die ärztliche Untersuchung ergab die Haltlosigkeit dieser Behauptung.
* Frankfurt a. O., 2. Januar. In der Sylvefteruacht explodirten in zwei Häusern des Beamten-WohuungS' Vereins je eine mit Pulver und Eisenstücken angefüllte Spreng- kiste. Die Explosion richtete in dem einen Fall geringen, im zweiten Fall gar keinen Schaden an.
* Beutheu, 31. December. Bei einem furchtbaren Brande eines Petroleumlagers sind 400 Faß Petroleum und 300 Tonnen Heringe verbrannt- der Handlungsgehilfe Kohn sowie ein Soldat sanden den Tod in den Flammen.
* Hildesheim, 29. December. In vorletzter Nacht find in dem braunschweigischen Dorse Hohenassel der Wittwe eines Oeconomen sür circa 45,000 Mark Werthpapiere gestohlen worden. Es ist anzunehmen, daß oer Dieb versuchen wird, die Papiere (Reichsanleihe, Eisen- bahnactieu u. s. w., deren Nummern noch nicht bekannt sind) auswärts zu versilbern.______________________
Anzeigers der Statt Gietzen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Sonntag, den 5. Januar. Sonntag nach Neujahr.
\ Arr der Siadttirche.
Vormittags 9V, Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Ubr: MilitLrgottesdienst. PfarrerDingeldey.
Abends 5 Uhr: Kandidat Corel! «us Lollar.
Die Kinderkirche fällt aus.
Nächsten Donnerstag Abend fallen die Bibelstunde und die Bereinigung der confirmirten weiblichen Jugend aus der MarcuS- gemeinde aus. , . _ ., ,
Nächstkünftigen Sonntag, den 12. Januar, wird Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus gemeinde im AbendgotteSdtenst gehalten.
I« btt JohauneAkirche.
Vormittags 9>/r Uhr: Pfarrer vr. Naumann.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann
Vorbereitung am Samstag, Nachmittags 31/* Uhr-
Abends 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Montag, den 6. Januar, Abend« 8 Uhr, Bibelstlwde im Confirmandensaal der Johanneskirche: 1. Petrusbrtef, Capittl 3. Des Hauses Segen und der gottgefällige Wandel in der Welt- Pfarrer Dr. Naumann.
Die Kinderkirche der LucaSgemeinde findet erst am kürütigeu Sonntage, den 12. Januar, Vormittags 11 Uhr, statt. Pfarrer
Arn künftigen Sonntage, Ken 12. Januar, 1. nach Epiphanias, wird das Landes-MiffionSfeft gefeiert und hierbei in allen Gottesdiensten eine Collecte für die Heidenmission erhoben werden.
Katholische Gemeinde.
LSonnjtag den 5. Januar. Sonntag nach Neujahr.
Samstag:
Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Von 5—7 Uhr wird ein fremder Priester Beicht Horen- Sonntag:
Bormittags von 6«/8 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte;
, um 6V| Uhr erste hl. Meffe;
„ um 7Vi Uhr Austheilung der hl. Communion;
„ um 8 Uhr zweit: hl- Meffe;
Vormittags um 91/, Uhr Hochamt mit Predigt; -
Nachmittags um 2 Uhr Herz Jesu-Andacht.
Nachmittags um 5 Ubr: Wiederholung des Weihnachtsspiels im Gießener Festsaal.
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kauft man eämmtliche Gemüse* und Obst-Conserven
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J, M. Schulhof.
Nutzholz-Verkauf.
Aus den Waldungen der Stadt Gietzen, 4—6 km von Gießen entfernt und an chaussirte Abfuhrwege angrenzend, soll das folgende, zu Schnitt-, Schwellen-, Bau- und Grubenholz rc. geeignete Eicheustamm- holz submisfionsweise vergeben werden:
Schnitt- und
Bau- und
D i st r i c t Schwellenholz
Grubenholz
Stück Festrn.
Stück Festrn.
.Stadtmald 86 . . . 132 91,81
207 92,57
„ 84 . . . 19 9,99
164 51,24
„ 114 .. . 90 73,73
105 53,36
„ 76 . . . 138 107,16
146 64,06
„ 7 . . . 86 90,93
— —
„ 8 . . . 105 104,96
— —
Gegen Bürgschaftsleistung binnen 14 Tagen nach Genehmigung wird
sechsmonatlicher Zahlungstermin und Abfuhrtermin bis zum 15. Mai 1896
festgesetzt.
Die Offerten sind bis zum 20. Januar 1896, Vormittags 11 Uhr bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung
stattfindet.
Die Gebote können für das Schnitt- und Schwellenholz, sowie andererseits für das Bau- und Grubenholz im Ganzen und auch ab- theilung-weise eingelegt werden.
Nähere Auskunft erthellen die unterzeichnete Stelle und die 6e- treffenden Forstwarte, zunächst Forstwart Brück dahier.
Gießen, den 27. December 1895.
Grobherzoglich Hessische Bürgermeisterei Gießen.
10747 Gnauth.
AliceKochschule.
Wegen Krankheit der Lehrerin kann die Kochschule nicht vor Montag den 20. Januar 1896 beginnen. _ .
192 Der Vorstand.
Bekanntmachung.
Das 5. Ziel Gemeindesteuer pro 1895/96 ist binnen acht Tagen bei Meidung des Beitreibungsverfahrens zur hiesigen Stadtkaffe zu bezahlen. Zahltage: Dienstag, Donnerstag, Samstag.
Gießen, den 2. Januar 1896.
_____________________Der Stadtrechner: Doepfer. 146
Bei öec yeute slattgefunvenen Verloosung oer Gemeinde OoUgauonen wurden gezogen:
Lit. A. Nr. 87 mit Mk. 400
„ B. „ 33 „ „ 200. .
Die Rückzahlung erfolgt am 1. April 1896 durch das Bankhaus I. Grünewald in Gietzen und unseren Gemeinderechner.
Friedberg, 2. Januar 1896.
Der Vorstand der isr. Gemeinde.
185 E. Loeb. _____
Oeffenlliche Aufforderung.
Die Erbschaft der kürzlich verstorbenen Wittwe des Fabrikanten August Weidig zu Gießen, Katharina, geb. Weidig, ist unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten worden.
Es werden daher alle, welche An- sprüche an fraglichen Nachlaß zu bilden haben, hiermit aufgefordert, solche binnen 14 Tagen dahier anzumelden, anderenfalls sie bei Ord- nung des Nachlaffes Berücksichtigung nicht finden können.
Gießen, den 30. December 1895. Grobherzogliches Amtsgericht.
Stammler. 144
GMdkvkrßkigkMg.
Die nachstehende, zum Straßen- eigenthum gehörige Parcelle Flur VII Nr. 272 der Gemarkung Pohlgöns — 8550 qm soll Montag deu 20. Januar 1896, Vormittags U</3 Uhr, vor dem Ortsgericht Pohlgöns unter den an Ort und Stelle bekannt zu gebenden Bedingungen öffentlich versteigert weroen.
Nidda, den 2. Januar 1896. Großherzogl. Strabenbauamt Nidda
Cellarius. 182
Pferde Decken Z von 1 Mk. 30 Pfg. an empfiehlt Heinrich Wallach.
Holzversteigerung
im Gießener Stadtwald.
Montag, 6. Januar 1896, Vormittags 9V2 Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, Diftrict Lache, versteigert werden:
245 Rmtr. Buchen-Scheitholz,
39 „ Eichen- „
176 „ Buchen-Knüppelholz,
31 „ Eichen- „
2 „ Erlen- „
5850 Wellen Buchen-Reisig,
104 Rmtr. Buchen-Stockholz.
Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der 9. Schneise.
Gießen, den 31. December 1895. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth. 104
Versteigerung.
Montag den 6. Januar l. I., Vormittags ,/tlO Uhr,
werden im „Rheinische« dahier: 1 vollst. Bett, 1 Gesindebett, zwei Kleiderschränke, viereckige Tische, Nachttische, Stühle, Spi:gel, Bilder Vorhänge, Porcellan, Wein- und Biergläser, 11 Fässer, 4 Lagerbalken, Töpfe, Flaschen, 2 Waschbülten, eine Partie Branntwein-Essenzen, eine Pattie Haus, Küchen- und Wirttz» schastsgeräthe u. a. versteigert.
Versteigerung bestimmt«
194 Geißler, Gerichtsvollzieher.


