Ausgabe 
3.4.1896 Erstes Blatt
 
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Berlin, 1. April. Die Verhandlungen über den deutsch- japanischen Handelsvertrag siad der »Nordd. Allg. Zrg." zusolge zom Abschluß gelangt. Die Unterzeichnung desselben dürfte noch vor den Osterfeiertageo erfolgen.

Friedrichlruh, 1. April. Im Parke concerttreu seit halb 12 Uhr abwechselnd die Capellen der Ratzeburger Jäger, deS Altonaer 31. Regiments und des Hamburger 76. Regi­ments. Dom Kaiser traf ein großes Bild ein. Graf Henckel von Donnersmarck, der um 12 Uhr 30 Min. hier ankam, nahm an dem Frühstück Thetl. Für daS Publikum ist der Park geschloffen. DaS Wetter ist schön.

Mannheim. 1. April. Gestern fand in Mainz eine Besprechung von Delegirten der Nationalvereine der mittel- rheinischen Städte Mannheim, Heidelberg, Mainz, Worms, Bingen, Neustadt, Darmstadt und Ludwigshafen über Ver­anstaltung einer großen gemeinsamen FrtedenSfeter am Riederwald-Denkmal statt. Diese Feier ist am Himmelfahrttage geplant.

Lemberg. 1. April. Seit gestern herrschen hier und in ganz Galizien heftige Schneefälle, verbunden mit Kälte.

Lemberg, 1. April. Die diesjährigen russischen Herbftmanöver werden, wie aus Warschau gemeldet wird, tu Anwesenheit des Czaren im September bet SmoleuSk stattfinden. An denselben sollen Truppen von drei Militär­bezirken theilnehmen. Die Militär Attaches von Deutsch­land, Oesterreich-Ungarn, Italien, England und Frankreich werden diesen Mauövern beiwohnen.

Graz. 1. April. In hiesigen aristokratischen Kreisen verlautet, daß fich die Gräfin Hartenau, die Wlttwe deS verstorbenen Fürsten Alexander von Baltenberg, dem­nächst mit einem hohen Offizier verloben soll. Die Gräfin, welche jetzt in Frankfurt a. M. wohnt, fährt Ende Mai nach Graz zurück.

Graz, 1. April. Die hiesigen Bäckergehilfen be- schloffen, sich dem geplanten Generalstrike der Bäcker Deutsch­lands und Oesterreichs anzuschlteßen und Delegirte zu dem demnächst in Wien stattfindenden Congreß abzusenden.

Pari«, 1. April. Der UnterrichtSminister CombeS wird in der ersten Kammerfitzuug nach den Osterferien die nölhigeu Credite beantragen, um eine Mission behufs Bobachtung einer totalen Sonnenfinsterniß in Japan, welche am 9. August dieses Jahres stattfindet, nach dort zu entsenden.

London, 1. April. Ein Beamter deS französischen aus­wärtigen Amtes versicherte dem Correspondenten derPall Mall Gazette", der deutsche Kaiser selbst habe nach Berathung mit den Vertretern der Dreibundmächte England eine Action zu Gunsten Italiens empfohlen und gleich­zeitig die Unterstützung Deutschland- zugefichert.

Sitznng -er Stadtverordneten

am 1. April 1896.

Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Wolff und Georgi, von Seiten der Stadt­verordneten die Herren Adami, Brück, Emmeltus, Flett, Dr. Gaffky, Grünewald, Dr. Gutfleisch, Habeuicht, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Heyligenstaedt, Hornberger, Jughardt, Keller, LooS, Löber, Dr. Ploch, Dr. Schäfer, Scheel, Schmal!, Dr. Thaer und Wallenfels.

Nach Eröffnung der Versammlung gab Herr Oberbürger­meister Gnauth Kenntntß von dem Eingang eines Dank­schreibens mehrerer Lehrer der höheren und erweiterten Mädchenschule für deren Gleichstellung im Gehalt mit den seminaristisch gebildeten Lehrern der höheren Lehranstalten.

Eine zweite Mittheilung betraf daS in voriger Sitzung berathene Reglement, betr. das Schritts ahren über den Kirchenplatz während deS Gottesdienstes. Großh. Polizei- amt hat danach in Hinsicht auf die wegen der Höhe der au- gedrohten Strafen geäußerten Bedenken einiger Herren Stadtverordneten mitgethetlt, daß zu einem Erlaß eines der­artigen Reglements nur dann geschritten werden solle, wenn einer an die Kutscher zu richtenden Aufforderung, während des Gottesdienstes über den Ktrchenplatz im Schritt zu fahren, nicht nachgekommen werde.

Der Voranschlag der Realschule und des Real­gymnasiums für die Bauperiode 1897/1900 balancirt in Einnahme und Ausgabe mit 101,727 Mk. ES hat nach Abzug deS auf 46,000 Mk. bemessenen Schulgeldes die Stadt beizutrageu zu den Lehrerbesoldungen Mk. 24.713, zu den sachlichen Ausgaben Mk. 6173. Das Mehr von 4400 Mk. für Besoldungen erklärt sich aus der Umwandlung provisori­scher Lehrerstellen in definitive.

DaS bisher von Herrn Stadtverordneten Heß an der StesanSstraße benutzte, an deffen Gartengrundstück stoßende Wiesengelände wird ab 1. Mai d. Js. pachtfrei. Dem Er­suchen Großh. Direction des Realgymnasiums und der Real­schule, ihr fragliche-, auch an den Realschulgarten stoßende- Gelände für die Zwecke der Anstalt zur Verfügung zu stellen, wird stattgegeben.

Zu dem Baugesuch deS Herrn Th. GeilfuS (Markt- straße) war die Anlage eine- Hydranten im Hose fraglichen Neubaues zur Bedingung gemacht worden- auf Ersuchen deS Herrn GeilfuS erklärt die Versammlung in Berücksichti­gung der Schwierigkeit der Anlage und deS zweifelhaften Nutzens derselben, sich mit Anbringung eines FruerhahuS in der Nähe de- HofeS zu begnügen.

Zum Gesuch des Herrn I. Jhring von Lich um Er- laubniß zum Bauen auf der LiebtgShöhe (Errichtung eines SaalbaueS) wird, da das zu bebauende Gelände außerhalb de- StedtbauplaneS liegt, auSnahmSwetfe Befürwortung beschloffen.

Zur Herstellung eines Aborte- auf dem Fried­höfe in Näbe des logen. CadaverplatzeS wird Genehmigung ertheilt und 320 Mk. dafür vorgesehen.

In einer früheren Sitzung ist feiten- der israelitischen RcligtonSgemetnde um llebernahme der Unter»

von

Dr. Gutfleisch

Gnauth in Sachen

daS der

und Jean Noll (Bahnhofstraße 6) wegen Branntwein über die Straße.

Hierauf ertheilt Herr Oberbürgermeister Wort Herrn Stadtverordneten Grünewald in der Sitzung vom 12. Marz von Herrn

gegebenen, in Nr. 63 d. Bl. abgedruckten Erklärung, betr. die Veranlagung des Gießener BrauustetubergwerkS zur Gemeindesteuer. ES handelt fich hier um die Frage, ob da- Gießener Braunsteinbergwerk zu Recht 3/s seiner Gemeinde­steuer nach Großenlinden entrichte, über welche Frage in der juristischen Commission sowohl von Herrn Dr. Gutfleisch wie von Herrn Grünewald Gutachten abgegeben worden und welche als diScret zu behandelnden Gutachten Herr Grünewald dadurch der Oeffentlichkeit preisgegeben, daß er sie in der Sitzung des Bezirksvereins Südwest vom 8. Januar d. I. zum Gegenstand der Verhandlungen gemacht habe.

Herr Grünewald gab hierzu eine Erklärung ungefähr folgenden Inhalts ab:

In den Tagesblättern vom 13. März l. I. findet fich vor ein Bericht über die am 12. März stattgehabte Sitzung der Stadtverord­netenversammlung. in welchem reierirt ist, daß in dieser Herr Stadt­verordneter Dr Gutflrisch zur Position EomMunalstener daö Wort ergriffen hat. Dte von ihm abgegebene Erklärung enthält Betrachtungen über die Heranziehung deS Feri.ie'sch« Bliunsteln- bergwerkS zur Communalsteuer und beschäftigt sich mit einer im Januar I. I. stattgehabten Versammlung des Bezirksverein- Südwest. Aul den Inhalt der Erklärung deS Herrn Dr. Gutfleisch komme ich noch zu reden: für den Augenblick genügte eS, sefizustellm, daß dieselbe mehrere verletzende Dorwürfe theilS offen, thctlS versteckt und in all­gemeine Betrachtungen eingehüllt, enthält.

Ich will mich zunächst wenden zu der Art und Weise, mit welcher dlefe Angriffe in die Oeffentlichkeit gebracht worden sind.

Ich habe noch niemals einem Parlament angehört, ich weiß aber, daß es in derartigen Körperschaften Gitte ist und unter diesen Gebräuchen steht schließlich auch eine Stadtverordneten­versammlung daß man die nicht durch Tagesordnung angekündigte Besprechung einer Angelegenheit, insbesondere bann, wenn sie bas persönliche Gebiet berührt, anküudigt. daß man namentlich einen Eollegcn, den man angreifen will, von dem man aber weiß, daß er in der betreffenden Sitzung nicht anwesend fein wird, Kenntniß und damit Veranlassung gibt, da zu fein und sich erklären beziehungs­weise wehren zu können.

Wird dies unterlassen, so entsteht der Schein, daß man gerade die Abwesenheit des Angegriffenen benutzen wolle. Ich muß ein solches Verfahren für ganz unzuläsfig erklären, ich muß fordern, daß wer binfchießm will, auch das Herschießen auSzuhallen bereit ist.

2. Nach dem Bericht bat die Stadtoerordnetenverfammlung sich auf Anregung" des Herrn Oberbürgermeisters mit den Ausführungen deS Herrn Dr. Gutfleifch einverstanden erklärt.

Auch dtefeS Verfahren muß ich als ein un-nlLssige- be­zeichnen. ES ist damit gegen den Grundsatz der Gerechtigkeit ver­stoßen:Eine- Wanne- Rede ist keines Manne-Rede, »an mutz ste billig hören Beede . Correct wäre jede DiScussion und jedes Urtheil des Plenums vertagt worden, bis man dem von den Angriffen betroffenen Eollegen Gelegenheit zur Gegenrede gewährt batte. Zum Mindesten mußte dieEonstattrung" einer Zustimmung der Versammlung insofern eine Unterscheidung treffen, als sie betraf die allgemeinen, fachlichen Bemerkungen unb als sie enthielt persön­liche Borwürse. c r

Den letzter«!, bürste ber unparteiische Leiter ber Versammlung weder selbst -ustimme« noch eine Zustimmung der Versammlung provoetrere.

ImGießener Anzeiger" steht aber geschrieben, daß die Ver­sammlung einstimmig mit sämmtltche« Ausführungen des Herrn Dr. Gutfleisch einverstanden sei.

3. Wende ich mich nun zu der Erklärung selbst, so lege ich zu Grunde daS Referat deS Gießener Anzeiger-, weil dieses Organ, wie ich Grund habe anzunehmen, die bezügliche Erklärung aus der Jeder des Herrn Dr. Gutfleifch selbst gebracht hat.

Ich verkenne dabei nicht, daß die Erklärung in diesem Blatte eine schärfere Fassung aufweist al» in den anderen, nicht von derselben Feder versorgten Organen.

Die Erklärung deS Herrn Dr. Gutfleifch gibt an, im Bezirks­

gesuche von Fr. Führer (Wtrthschaft und Metzgerei, Bleich» straße 5), Aug. Mühleisen (Brandgaffe 3, Schnell), Ludwig Flamme (Schiffeubergerweg 63, Häuser), Ludwig FeldhauS (Wiener Hof) und bezüglich deS Gesuch- der Herren Carl

Verkauf-

verein Südwest sei von dem Referenten die Meinung vertret« worb», da- Bergwerk sei not in Gießen zn versteuern.

Da- ist unwahr.

Die Erkläruna gibt an, hiermst sei die Andeutung verknüpft worden, dte jnristische Commtsstan sei leider, beeinflußt Herrn Dr. Gulflu,«r. anderer Ansicht.

DaS ist unwahr.

Die Erklärung gibt an. der Referent - da» bin ich - die Haltung ber Stadt »itzdtlligt unb getadelt, der Referat habe sich mit seinem Begehre« an eine öffentliche Belt*. Versammlung gewendet.

Beides ist unwahr.

Die Erklärung behauptet nicht, aber Ne deutet an, baß ich bei von mir erstattete Gutachten veröffentlicht unb bamit meine rtr fettige Auffassung zur allgemein« Xennlniß gebracht hätte.

TaS ist unwahr.

Man wolle mir nicht entgegmhalten, daß eine 'olche Behaupt», auch nicht einmal angebeutet sei. In wetten Kreis« ist bie Er­klärung nicht anders verstand« worden, al» daß ich refertrt, Jtrtitf geübt, mißbilligt, da» Gutachten veröff«tlicht unb an ber Pech, polemik, bte herauf folgte, mich derheiligt hätte.

Herr Dr. Gutfleifch bat also zum Mindest« so fich geäußert, daß der Leser verstehen kannte, mir falle auch die .bebauali* Publicalion" zur Last.

Wehr ist nur Folgendes:

Aufglsordert unb mehrfach monirt zu einer SairbtnRettei von ©eit« des Vorstände- deS Südwestverein- habe ich schließlich in der fraglichen Sitzung erklärt, daß ich ein solche- Referat avle-m, müffe; bie Sache sei schwierig und «thalte zweifelhasre ttreUtzi Rechttzfrag«. in bei« Erörterung nicht eingetret« werben könoe.

Formell lieft bte Sache so, baß wideiiprech«de Gulach?« stattet feien, und baß daraufhin die Stadtverwaltung beschlösse, habe, die Sache vorerst beruhen zu laffen.

Dies war mit ganz kurzen Wort« zu vorgerückter Sstwtz mein Referat, nach welchem Herr Stabtoerorbncler Landgericht-, rath Dr. EchLfee das Wort ergriff, meine Angaben deflLtigch, unb den Antrag stellte, e- mögt die Versammlung ben Vorn«; beaufl agen, «titel- einer Eingabe an den Ltadtvorffa» dte Angelegenheit wieder in tzlutz in bringen.

Da- Protokoll über jene Sitzung, test« Richtigkeit der Yen Schrittiührer zu beschwören bereit ist, entspricht gtnai meiner T« stellung. Der Vorstand de- Sübwestverein- hat mir folgende La- Zunft ertheilt: _

.Der Gegenstand eab. 3 ber Tazesorbnung für bte General­versammlung vom 6. Januar a. er. lautete.

Eingabe an ben Stabtoorstand weg« Inanspruchnahme let Steuer vom Braunsteinbergwerk.

Herr Rechtsanwalt Grünewald hat auf wiederho les Billa einige 'Mittheilungen gemacht, dahingehmd, daß bte Sache von zaei Gutachten widersprechend deurthettt, unb von ber stäbtifch« «er trelung daraufhin beschloss« worb« sei, bie Sach.' bauten |u lasse» Ein Eingehen auf die schwierige Materie sei in ber Veisammlua, nicht angängig. Herr Grünewald bat mit keinem Wort da- Bet fahr« ber Stabt mißbilligt. Herr LanbgerichtSraih Dr Schäfer be stätigte besagte Mitlbeilung« und stellte ben Antrag, bie Dersamv lung möge ben Vorstanb beauftragen, ihm da- Recht einräumend nach Belieben anbtre Person« zuzuziehen, eine Eingabe im Store ber Tagesorbnung an die Sladtoerordneten-Dersammlung vorzu» retten unb in ber demnächstlgen Generalversammlung vorzulegw welcher Antrag einstimmig angmommen worben ist."

Weiter habe ich in btefer Sache nicht- gethan, in-besondert kei« Wort geschriebe«, unb da- A« sinnen, da« demnächst an mich berantrat, einen Artikel burchzuseh«, abgelehnt.

Zu bemerk« ist noch Eine-: e8 trat in jener Sitzung ein Herr an mich heran mit ber Bitte, mein Gutachten durchlesen zu dürfen Ich gab Ihm da- Eoncept, er erschien nach e ntgen Minuten wieder unb bat, ba ba3 Schriftstück zu umfangreich fei, um bte Erlaudnitz. baßfelbe bis zum anderen Tag zu behalt«.

Ich gestattete ihm die- gegen sein verspreche«, e- mn zum Lesen zu benutze«. v ,

Als Ich demnächst den wesentlichen J"halt des Gutacht«» oa 3ffentliefet sah, forderte ich den Herrn brieflich auf, ba» Schritts« sofort zurückrugeb« unb ich verwieg ihm ernstlich unb scharf ben Mißbrauch, ben er sich erlaubt habe.

Gleichzeitig ersuchte ich ihn, ben Herrn Dr. Gutfletsch von ber Sachlage in Kenntntß zu s tzen, unb ihm Gelegenheit zu geben, dm Erwiderung zu veröffentlich«.

Ein gleiches Ersuchen richtete ich an ben Redacteur ber ..hessi­schen Lande-zeltung", wie bleS au8 besten Brief vom 16 Mär, " btroorßefet. Marburg i H., ben 16. III. 1886.

Ihr Brief ist, wie da- bei mir üblich ist, (. Zt. vernichtet worden. Ich bestätige Ihnen aber gern, daß Sie keine Zeile deS über die Fernic'schc Angelegenheit in berHifi Av?g. Gießen veröffentlicht« Gutachten- geschrieben, noch die Veröffentlichung bind ober tnblrect veranlaßt hab«. Im Ihren Rath habe ich mich burch meinen bärtig-n Herrn Ver­treter Kleinschmltt an Ihren Kolleg« Dr. Gutflersch «a Ueberiassung seine- Gutachten- gewanbt. W-«halb bula Schrill keinen Erfolg gezeitigt hat, entliefet sich zur Z« meiner Kenntniß."

Wie mir mitgethetlt würbe, ist auch ein Herr von berHeisst»«» LanbeSzetlung" bei Herrn Dr. Gut fleisch gewesen unb hat btnlelbe» darüber ansgeklLrt, baß ba- Gutachten rotber meinen Willen w öffentlicht worb« ist. . , r . , .. ,

Man wirb nun vielleicht sich barauf zurückziehen, baß bte weise Heberlassung deS GulachtenconceplS von einem Dritten du fei

Hätte man sich barauf beschränkt, biefi zu behaupt«, so würde ich keinen Einwand erhoben haben, da ber Erfolg bie Wet-Heit, NI eS ein Fehler war, mich gelehrt hat. ___

Aber wer begeht nicht einen solch« Fehler! Wer gibt nw einmal gegen daS Versprechen, baß kem unzulässiger Gebrauch -e- macht werde, ein Schriftstück einem Andern zum Les«! Gegm DertraucnSbruch und Untreue kann man so wenig sich schütz«,* gegen Diebstahl unb Unterschlagung.

Ich gebe zu, baß ich bim Wort deS Manne-, baS Schrittst«» nur zu lesen, getraut habe; ich halte ebm bie Mensch« für zu ein Punkt, in bem ich mich ju bessern verspreche.

Uebrtgens enthielt da- Schriftstück keine SteategcbdirnWj sondern nur meine überall der Etadt sehr günstige« Lnficht-- äußerungm über bie Auslegung von Steuergesetzen.

Dies ber Thatbestai.b, au6 bem bie Vo, würfe entnommen N»

Zur Steuer frage selbst will ich auch heute nicht- äußnn: wj bitten möchte ich, daß man durch Hinweis, daß Herr Feroie einer TagS sein« Betrieb nach Wetzlar verlegen werde, sich nicht blendN' lassen möge. So gut ein Bäcker, der seinen Backos« in hat, seinen Leben nicht auf den Staufmberg verleg« wirb, so 1® wirb auch Fernte seine Belriebscontiole in Gieß« belasten.

In bem Bericht be«Gießener Anzeiger" ist im Anschlüße ar bie Erklärung des Herrn Dr. Gulfleisch reierirt, beß Herr vtae^ verorbneter Petri in ber Versammlung be- Sübwett - verein- ungefähr dasselbe erklärt habe wie Herr Dr.Gui'ieisch in ber vlaoo verorbnet«versammlung. . u_k.

Das muß auf Hypnose unb ouggeftton berufe«. 3® alle Person« befragt, bie bamal- neben unb gegenüber venn gefesten babm - ste haben au- seine« Monde kein aehört! Er habe b« Mund jTiefet auigclban, io berichten Eompar«ten einmüihig. - Nur bei einer ander« DKnstN" über bte Lristmzberechligung ber Bezirk-vereine hat sich Herr v» b< Ich muß bemgemäß hauteenent bestreiten, daß er bie ilcnße'^s gethan habe, die er fich selbst in btn Munb legt unb bin er000» ihm ba» Gegmtheil gerichtlich nachzuweis«. _ __

3um Schluffe noch Ein»: Herr Dr. Gutfldsch läßt m

halttmg ber Wege auf de« für dieselbe bestimmten LH eile deS Friedhofes, event. gegen Vergütung uachgesucht worden. Die Beschlußfassung wurde behufs Erhebungen über die Eigen- thumSverhältniffe vertagt. Nachdem aus den Acten festgeftellt worden, daß dieser FriedhosStheil Eigenthum der israelitischen ReligionSgemetnde ist, diese auch die GraSnutzung hat, ferner Gebühren für Begräbnißplätze von der Gemeinde nicht Angehöreuden erhebt, hat die Commission mit Rücksicht auf diese gesonderten EigenthumSverhälmiffe beantragt, daß der israelitische Kcrchhof in der Unterhaltung der israelitischen Religionsgemeinde verbleiben möge, im Falle die Unter­haltung aber die Stadt übernehmen wolle, dies gegen eine jährliche Vergütung von 20 Mk. zu geschehen habe. Die Versammlung hob diesen Antrag zum Beschluß, nachdem Herr Homberger in Anlehnung an die bei Einweisung der Gemeinde in den Besitz diese- FriedhofStheileS ge­pflogenen Verhandlungen mit dem damaligem Gemeinderath er­suchte, von einer Gebühr, die für die isr. Gemeinde selbst mehr prlncipielle wie materielle Bedeutung habe, absehen zu wollen und nachdem ferner Herr Dr. Gutfleisch bemerkt, daß die Commission lediglich al- Lonsequeuz deS der israelitischen Religionsgemeinde zustehenden EtgcnthumS ben Schluß ge» zogen, daß bie UnterhaltnngSpflicht ber ReltgionSgemeinde zukomme.

DaS Gesuch der Herren Weiß & Dornberger um Rückvergütung des OctroiS für 24 Flaschen al- Wein beclartrien sogen. MalkonweinS, eines aus Malz, Milch- präparaten rc. bestehenden Nahrungsmittel- für Kranke, wird abgelehnt.

Zur Errichtung eines DölkerschlachtdenkmalS bei Leipzig werden auf Ersuchen dcS deutschen Patrioten­bundes 100 Mk. bewilligt- die Herren Haubach, Grünewald, Jughardt sprachen fich dagegen, die Herren Schmall und Dr. Gutfleisch dafür auS.

Das Gesuch des AuSschuffeS zur Förderung des Cillier deutschen Studententhums um Widmung eines Beitrages wird auf Antrag der Commission abgelehnt, da eS fich nach ihrer Anficht um eine vorübergehende, an­geblich zu Gunsten deS DeutschthumS gegen den SloveniSmuS zu Tage getretene Strömung handele.

Die Bedürfnißfrage wegen AuSschankeö von Branntwein wird bejaht bezüglich der WirthschastSconcesfionS-

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