Ausgabe 
3.1.1896
 
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Der im November begründete Bund der Indu­striellen, welcher dem Bunde der Landwirthe als Gegen» gewicht dienen soll, hat nunmehr einen Aufruf zum Beitritt erlafsen. Die Kundgebung kennzeichnet zugleich die Ziele und Bestrebungen des neuen Bundes und betont dabet aus­drücklich, daß derselbe bemüht sein werde, fich von allen poli­tischen Parteiströmungen fern zu halten.

Berlin. 31. December. DaS Armee-Berordnungblatt veröffentlicht eine Allerhöchste CabinetSordre über Ab­änderungen bezüglich oer Cavallerie-Jnspectionen.

Frankfurt t. M., 31. December. Wie derFranks. Ztg." auS Straßburg gemeldet wird, wurde der 55jährige Maler Wilhelm Bühner von der dortigen Strafkammer wegen Majestätsbeleidigung zu vier Monaten Gefängniß verurtheilr. Bühner hatte die betreffende Aeußerung im an­getrunkenen Zustande gethan.

Waldenburg, 31. December. Die Explosion schla­gender Wetter im Wrangelschachte ist angeblich durch die Entzündung eines SchuffeS derbeigeführt worden. Bon den 50 zur Zeit des Unglücks im Schacht befindlichen Gruben­arbeitern sind bis jetzt 23 Tobte, 9 Schwer und 3 Leicht­verletzte in daß KnappschaftS-Lazareth geschafft worden. Weitere FörderungSarbeiten find im Gange.

Karlsruhe. 31. December. DieKarlsruher Zeitung" meldet: Die Karlsruher Studentenschaft bringt am 24. Januar dem Großherzog von Baden zur Erinnerung an die unter feiner Theilnahme erfolgte Gründung des Deutschen Reiches eine Huldigung in Gestalt eines FackelzuoeS dar. Zu dem fick hieran anschließenden CommerS hat der Großherzog seine Theilnahme zugesagt.

Arr-land.

Wien, 31. December. DaSExtrablatt" meldet auS Newyork, daß ein Deutscher, NamenS Georg Rupprecht in Evansville im Staate Indiana während de» Gottesdienstes eine gewisse Paula Baum erdolchte. Die Polizei mußte den Mörder vor der ihm zugedachten Lynchjustiz schützen.'

Wien, 31. December. Nach einer Meldung desExtra­blatt" aus Philadelphia befindet fich diese Stadt in vollem Aufruhr. Die sämmtlichen Straßenbahnen find außer Betrieb. Täglich finden grobe Exceffe statt. Frauen, welche in dichten Schaaren die Stadt durchziehen, zerstören die gesammten Bahnanlagen und Kabelleitungen. Die Polizei vermag die Strikcnben, welche berittene Führer haben, nicht zur Ruhe zu bringen. Alle Gastwirthschaften wurden ge­schlossen. Wenn die Bewegung der Ausständigen noch weiter um fich greift, wird der Gouverneur die Miliz einberufen.

Budapest, 31. December. Blättermeldungen zufolge wird der Minister des Innern Perczel demnächst im Ab­geordnetenhause einen Gesetzentwurf über die Verhinderung der Verbreitung ansteckender Krankheiten ein- dringen.

Rom, 31. December. Der König hat ein Decret unterzeichnet, durch welches dem Commandanten des Armee- corpS in Stcilicn die Ausübung der Polizeigewalt entzogen wird. Das Decret wurde überall gut ausgenommen.

Rom, 31. December. Die Nachricht, daß König M en elik zu sehr günstigen Bedingungen mit den Italienern einen Friedensvertrag schließen will, wird bestätigt.

Rom, 31. December. Privat-Depeschen zufolge hat bei dem Dorfe Cidciano bei Nola vom 28. d. MtS. ein sehr heftiges Erdbeben stattgefunden- einige Personen find getödtet, einige verletzt worden.

Paris, 31. December. Der Botschafter Loze hat gestern Abeud Paris verlassen und ist auf seinen Posten nach Wien zurückgekehrt.

Madrid, 31. December. Einem osficiellen Telegramm aus Cuba zufolge haben die spanischen Truppen die Banden der Insurgenten unter Maceo, Gomez und Rodriguez verfolgt, das Lager der Insurgenten eingenommen und diesen große Verluste beigebracht.

Loudon, 31. December. DerStandard" betont, daß fich Frankreich immer mehr bestrebe, unter den Völkern den ersten Rang einzunehmen. So lange dieser Ehrgeiz fortbestehe, habe man keine Friedensgarantie.

London, 31. December. Johannisburger Privat - Meldungen schildern die Lage dortselbst zwar als auf­geregt, halten aber die Gefahr blutiger Conflicte vorläufig für ausgeschlossen.

Loudon,31. December. Nach Nachrichten aus Venezuela herrscht unter der dortigen Bevölkerung andauernd eine kriegerische Stimmung. Der Präsident erklärte osficiell, das Land sei völlig kriegsbereit und der Krieg könne schon morgen beginnen.

TUudjte

Deprsch« des Burron .Herold*.

Berlin, 1. Januar. Wie die Morgenblätter melden, wird Hammerstein voraussichtlich nicht von der Straf­kammer, sondern vor dem Schwurgericht abgeurtheilt werden. Unter den Urkunden, deren Fälschung ihm zur Last gelegt wird, befindet fich auch eine Bescheinigung, welche die Unter­schrift eines Mitgliedes des KreuzzeitungS« ComiteS trägt. Hammerfiein soll nicht nur diese Unterschrift, sondern auch die Beglaubigung des AmtSvorfteherS gefälscht und diese mir einem gefälschten Siegel versehen haben.

Wien, 1. Januar. DasExtrablatt" meldet auS Petersburg: Ungeheurer Aufregung bemächtigte sich vor­gestern der hiefigen Studenten, da sich die Nachricht ver­breitete, daß die Universität umzingelt und sämmtliche Stu­denten in Haft genommen werden sollten. 200 Stu­denten verließen an diesem einen Tage die Stadt und reisten in das Ausland. Die Polizei soll nämlich eine weit ver­breitete, geheime Action entdeckt haben, unter der Bezeich­nung :Nordische Verbindung", deren Mitglieder er sich zur Aufgabe machten, socialistische Ideen zu verbreiten. Die Studenten waren Wanderpredtger dieses Bundes, dessen An

Hänger geschworen hatten, durch einfache Lebensweise, Ent­haltung aller geistigen Getränke, des Spiels und Tabaks rauchi.nS ein gutes Beispiel zu geben. Alle hierdurch ge­sparten Gelder gelangten in eine gemeinsame Kaffe, um damit ein Partei - Organ zu unterhalten. Die Druckerei dieses Blattes wurde durch die Polizei entdeckt und eine große Anzahl Exemplare beschlagnahmt. In diesen wird ein vollständiger Umsturz des Reiches und der Familie gepredigt. 300 Personen, darunter Mitglieder der vornehmsten Stände, wurden verhaftet. Weitere Maflenverhaftungeu stehen bevor.

Der Krieg von 187M,

geschildert durch Ausschnitte «u8 Zeitung» - Sttnmuern jener Zett (Nachdruck verboten.)

3. Januar.

Der Wegnahme und Besetzung des Mont Avron, welche schon deshalb von großer Bedeutung war, weil sie den Parisern die Ausfälle auf der Oftseite, die ihnen durch jene Position sehr erleichtert wurden, für die Zukunft er­schwert, ist die weitere Beschießung der nächftgeleaenen Forts gefolgt, und zwar mtt so glänzendem Erfolge, daß bereits das Feuer der FortS Nogeut, RoSny und Notsy veistummt ist. Mittlerweile wird ohne Zweifel aus dem Mont Avron mtt aller Energie an der Herstellung von Verschanzungen gearbeitet, um dort mit Sicherheit Geschütze und Mann­schaften aufstellen zu können. Vom Avron können bequem bis in den Mittelpunkt der Vorstadt Belleville die Bomben geworfen werden, und die Bewohner dieses unruhigen Stadt­viertels werden alsdann in anderen Quartieren untergebracht werden müssen.

Vor Paris. Das Gedröhne deö Bombardements ist so stark, daß der Tisch, an dem ich schreibe, nicht zittert, sondern zu zerspringen scheint. Die Geschosse der 50-psün- digen Mörser, theilS bayerische, theilS preußische Pracht­exemplare der artilleristischen Kunst, wiegen nicht weniger als zwei Centner und reichen 10,000 Schritt weit. Sie helfen, alles zerstörend, was von ihnen getroffen wird, den breschelegenden 24-psÜndigen, ebenfalls gezogenen Geschützen nach. ES ist-, alS sollten wir alle in die Luft fliegen, so stark erdröhnt der Erdboden und so heftig erzittert die Luft um unS her. Man bombardirt nicht in zu rascher Folge, aber dafür um so sicherer, jeder Schuß soll ein Meisterschuß sein, wirkend, imponierend, den Feind außer Fassung bringend. Ich kann nur In Absätzen schreiben, so fürchterlich ist der Lärm ringS um mich her und die innere Aufregung. Es kracht über mir. Ich eile and Fenster meiner kleinen Spe­lunke und gewahre, daß eine Granate vier zusammengestan­dene Schornsteine vom Dache des Nebenhauses herunter- geriffen hat. Unmittelbar darauf stürzt, 200 Schritte vor uns, ein Stallgebäude ein. Um 1/l 10 Uhr Vormittags nimmt das Bombardement zu, in so hohem Grade, daß uns Hören und Sehen vergeht. Ich muß zu schreiben abermals auf* hören, schon weil die Hand, vor Frost erstarrt, nicht mehr den Bleistift halten kann." (Wiener Presse.)

___CacaUs tmfc ^provinzielle-.

Gießen, 2. Januar 1896.

* * Ans dem Justizdieust. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den Großh. KreiSrath i. P. Gustav v. Zangen unter Belassung im Pensionsstande zum Mitglied des VerwaltungSgerichtShofeS, den LandgerichtSrath bei dem Landgericht der Provinz Starken­burg, Hermann Schäfer, zum Landgerlchtsdirector bei diesem Gericht, mit Wirkung vom 1. Januar 1896 an, zu ernennen.

* * Sine deutsche Frauen Universität in Gießen. Unter dieser Spitzmarke schreibt dieFrankfurter Zeitung": Binnen Kurzem wird in Berlin eine Broschüre erscheinen, deren Herausgeber an hervorragende Vertreter der Wissenschaft mit der Frage herangetreten ist, ob die Frau zum aka­demischen Studium befähigt, respective berechtigt ist. Zu diesem Gegenstand äußert sich der bekannte Rechtslehrer Professor Dr. Heinrich Dernburg wie folgt:Nichts ist unzweifelhafter, als daß es Frauen gibt, welche zum akademischen Studium befähigt, also auch berechtigt sind. Eine andere Frage ist, ob eS für unsere Universitäten ge- rathen ist, Frauen wie Männer zu den Vorlesungen unter­schiedslos zuzulaffen. Zweckmäßig wäre, eine der deutschen Universitäten vorzugsweise zum Frauenstudium zu bestimmen. Man könnte zum Beispiel Gießen, im Mittelpunkte Deutsch­lands und in anrnuthiger Lage, zur deutschen Frauen- Universität erheben."

* * Der Uebergang vom alten zu« neuen Jahre wurde hier in der üblichen Weise gefeiert. Wer nicht vorzog, in seiner Klause den wichtigen Moment deS Jahreswechsels zu feiern, wartete dies entweder in seiner Stammkneipe ab oder nahm Theil an dem allgemeinen Rummel, der fich kurz vor und nach dem Glockenschlag 12 im Centrum der Stadt voll­zog. Das günstige, nicht zu kalte Wetter gestattete daS Promeniren in den Straßen und tausendstimmig erscholl durcheinander daS Profit-Neujahr-Rufen. Glücklicher Weise bedurfte der allgemeine Spektakel nur kurze Zeit zur Ueber- schreitnng seines Höhepunktes, die Massen verzogen fich, nach' dem zwei Dutzend Sylvesterschützen gebührend vorgemerkt und sonstige Radaugeister gebannt waren. Nur ab und zu machten nach 1 Uhr einzelne heimsegelnde Sylvestergafte ihrem Herzen durch einProfit-Neujahr" Luft, der Morgen des neuen Jahre» fand Gießen wieder in tiefster Ruhe.

* * Kriegerdenkmal. Am Montag Abend war der Haupt- auSschuß für Errichtung eines Kriegerdenkmal» versammelt, um den Bericht seine» Vorstandes über daS Er gebniß der bisherigen Sammlungen entgegenzunehmen und Beschlüsse über das fernere Vorgehen zu fassen. ES gereicht dem Gemeinfinn weiter Kreise unserer Bürgerschaft zur großen Ehre, daß in fe kurzer Zeit bereit» eine Summe von beinahe 17,000 Mk. gezeichnet ist, die die Gewahr dafür bietet, daß der schöne Gedanke in absehbarer Zeit zur Ver­

wirklichung gelangen und auch unsere Stadt ihr ErinnerungS-- denkmal an die Kämpfe, Siege und Errungenschaften der großen Zeit haben wird. Diel bleibt allerdings noch z» thun, die gezeichneten Bettrage reichen bei Weitem nicht auf, um ein Denkmal herzustellen, das unserer Stadt und dem Zweck würdig wäre. Gar manchem unserer Mitbürger ist in Folge der gewählten Art der Sammlung noch nicht Ge- legenheit zur Zeichnung geboten worden, mancher, dessen Mittel ihm einen größeren Beitrag für den schönen patrio- ti'chen Zweck gestatten, hat wohl nur deshalb wenig ge­zeichnet, weil er das Zustandekommen de» Projects bezweifelte. Allen diesen ist jetzt noch Gelegenheit geboten, mit vollen Händen dazu beizutragen, daß nun auch ein Denkmal ge­schaffen werde, daS eine Zierde für unsere Stadl bildet und den Wettbewerb mit unserem herrlichen Liebig-Denkmal auf­nehmen kann. DaS Liebig-Denkmal ist der Stadt geschenkt,, aus eigener Kraft möge nun die Bürgerschaft ihm eia zweites Denkmal zur Seite stellen, das noch nach Jahr­hunderten Zeugniß dafür ablegt, daß Gießen nicht nur eine Stätte der Wissenschaft, sondern auch eine Heimath opfer­freudiger, vaterländischer Gesinnung und Begeisterung ge­wesen ist. Zur Ergänzung der Zeichnungen wird allen unseren Mitbürgern, welche noch keine Beiträge gezeichnet haben, von denen solche aber zu erwarten sind, die Liste noch vorgelegt werden, und werden im Januar ucb Februar die festlichen Veranstaltungen ftattfinden, von denen wir bereits früher schon Mittheilung gemacht haben. Bei dem Bankhause A. Heichelheim liegen auch Listen zur Zeichnung jeder Zeit offen. Die Versammlung wählte einen Sonderausschuß, dem dte Vorberettungen für die Ausführung de» Denkmals selbst überwiesen wurden- dieser Ausschuß besteht aus dem Ehrenvorsitzenden, dem engeren Vorstand und den Herren Director Bergen, Dr. Sauer, Stadt- baumeister Schmandt, Hauptlehrer Traber und den Archt- tecten Stein und Meyer.

* * Gold, Weihrauch und Myrrhen. Das von zahl­reichen Mitgliedern oller Stände der katholischen Gemeinde am ersten Weihnachtsfeiertag so vortrefflich aufgeführte Herr» liche WeihnachtsspielGold, Weihrauch und Myrrhen", ein dramatisches Spiel in 8 Auszügen, das auch in Bezug auf scenischen Aufwand allgemein befriedigte, soll am 5. Januar, Abends 5 Uhr, im Festsaal de» Cafe Leib wiederholt ge- gegeben werden. Obwohl die» nicht ohne erhebliche Opfer aller Mitwirkenden geschehen kann, hat man fich doch in an- erkennenSwerther Weise dazu nochmals bereit gesunden, be­sonders weil bei dem starken Zudrang zur ersten Aufführung Vielen keine Karten mehr au» Raummangel verabreicht werden konnten, und weil ein etwaiger Ueberschuß Über bie Kosten der Aufführung einem anerkannt guten Zweck zu- gewiesen werden wird. Gegen em mäßige» Eintrittsgeld (fiehe Inserat in diesem Blatte), daS zum Besten der hiefigea- darmherzigen Schwestern verwendet werden soll, ist allen Freunden dieser Art Festspiele nochmals eine willkommene Gelegenheit geboten, fich einen Herz und Sinn erhebendkn erbaulichen, höchst edlen Genuß zu verschaffen. Wir find Überzeugt, daß die zweite Aufführung in keiner Hinsicht hinter der ersteren zurückstehen wird.

Wegen Feilhalteus bezw. Berbreituug vou Neujahrskarte»' aus denen sich unzüchtige Abbildungen befanden, wurde gegen einen Colporteur und einen Kaufmann von hier Anzeige auf Grund deS § 184 des ReichSftrafgesetzeS erhoben. Eine Partie dieser Karten wurde beschlagnahmt.

* * Zu der Neujahrsuacht wurden, obschon im Allge­meinen grobe Ausschreitungen nicht vorkamen, 27 Personen wegen Schießens rc. zur Strafanzeige gebracht.

* * Sachbeschädigung. Einem Bewohner der Fruok- furterstraße wurden gestern Morgen srüh zwei Fensterscheibe« mit Steinen eingeworfen. Hoffentlich gelingt, den Thüter zu ermitteln und ihn wegen Sachbeschädigung zu belangen.

* Verhaftet. Aus dem hiesigen Bahnhofe wurde gestern Morgen der angebliche Hausbursche Wilh. Lorsch durch den Polizetdiener von Krofdorf und einen hiesigen Schutz­mann feftgenommeri. Der Verhaftete steht im Verdacht, mit noch zwei Cornplicen, die bereit» in Krofdorf verhaftet waren, einen größeren Gelddiebstahl in Frankfurt ausgeführt zu haben. In feinem Besitze befanden sich 357 Mark und ein scharf geladener Revolver.

* * Neujahrs-Ovation Die Bewohner der vorderen Westanlage wurden mit dem Glockenschlage 12 in der Neujahrs- nacht mit einem tadellos rein vorgetragenen Trompeten Solo angenehm überrascht. Der Künstler spielte von dem Choral Wie groß ist de» Allmächt'gen Güte" drei Verse.

* Sachbeschädigung. In der Nacht vom 29. auf 30. v. Mts. wurde einem Bewohner des AsterwegS die in feiner Gartenhütte zum Trocknen aufgebängte Wäsche zerschnitten und sonstiger Unfug verübt. Die Thäter wurden heute ermittelt und dürften eine empfindliche Strafe zu erwarten haben.

* Bor 25 Jahre, stand der größte Theil der hessische« Division zu Weihnachten in und um Orleans, und wäre» unsere Truppen eifrig beschäftigt, VertheidigungSwerke her­zurichten, da man jeden Augenblick einen neuen Angriff de» Feindes erwarten konnte. Trotzdem wurde da» Fest von den Soldaten so gut eben ging, gefeiert. Live schwere Aufgabe war dem auß dem Großh. 2 Infanterie - Regiment Nr. 116, dem 2. Dragoner-Regiment Nr. 24 und der reitenden Batterie bestehendenDetache«ent Rantzau" zugefallen. Da über die Absichten de» Feinde» an der oberen Loire keine Klarheit gewonnen werden konnte, o wurde am 20. December daß vorerwähnte Detachement unter dem Eommandeur der 25. Eavallerie-Brigade, General­major v. Rantzau, nach Montargis (68. Kilow. östlich Orleans) entsendet, um auszuklären, ob Bourbaki über Mon- targiß nach Pari» vorzugehen beabsichtige. Am 22. Decbr. traf daß Detachement in dem Städtchen ein ohne auf de« Feind zu stoßen und wurde hier daß Weihnachißsest gefeiert. Weiter südlich an der Loire bei Briare wurden starke feindliche Kräfte vermulhet. Am 25. trat die Abtheilung