• 8n8 Lothringen, 25. Juni. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die beim Landgericht Zabern erfolgte Freisprechung der Polizetdtener Grau und Hackel von Saarburg, die an- geklagt waren, den im Arreftlocal zu Saarburg verhungerten Bettler Stich eiugesperrt und dann vergessen zu haben, Berufung eingelegt.
* Paris. 29. Juni. Bet dem gestrigen 24ftüudtgen internationalen Radwettfahren erhielt der Franzose Rivierra den ersten, der Engländer Williams den zweiten, der Franzose Buffet den dritten und der Deutsche Stein den vierten Preis. Zurückgelegt wurden 759 Kilometer.
* Da8 böse Fahrrad. Das Fahrrad hat'S gethau — so lauten die Klagen tu Frankreich und in Amerika. Die
„Gießener Anzeiger" über den Ausflug nach Manzenberg und Arnsburg, zu welchem der Vorstand des Oberhesfischea GeschtchtßvereinS seine Mitglieder etogeladeu hatte, bedarf noch einiger Ergänzung. Von Mitgliedern deS Oberhesfischen Geschichtsvereins waren sieben erschienen, dazu kam noch eine Dame und ein Freund deS Vereins. Der Vorstand glänzte durch Abwesenheit. Der Hanauer GeschichtSverein hatte die Theilnahme deS Oberhesfischen GeschichtSvereiuS angeregt und der Vorstand diese angenommen- da hätte mau doch erwarten dürfen, daß mindestens ein Mitglied deS Vorstandes sich eingefunden hätte, um den befreundeten Verein zu begrüßen, sowie die Führung der Besucher und die Erklärung der zu befichtigenden Baudenkmäler zu übernehmen. Der Vorstand zählt reichlich Mitglieder und muß doch genug Fühlung unter sich haben, um eine solche nicht übertriebene Forderung erfüllen zu können. Daß sich tu Herrn Dr. Rö sgeu von Laubach ein Führer fand, wie man sich ihn nicht bester wünschen konnte, ist nicht daS Verdienst deS Vorstandes, welcher mit der Einladung zur Theilnahme seine Thätigkeit für den gemeinsamen Ausflug erschöpft zu haben scheint. Wenn es in der Einladung hieß: „Fahrgelegenheit nach Münzenberg 93/< Uhr", so ist die- insofern richtig, als die 56 erschienenen Hanauer für sich zwei Leiterwagen und fünf andere Wagen bestellt hatten, auf denen durch die liebenswürdige Zuvorkommenheit der Hanauer 2 oder 3 Herren aus Gießen Platz fanden- Sonst war keine Fahrgelegenheit als die mit der Hand über den Arm."
*• Vorträge über Kaiser Wilhelm I. Aus Plön, 27. Juni, meldet die „K. Ztg.": Seit Mittwoch den 24. Juni weilt hier der GeschichtSprofestor Dr. Wilhelm Oncken aus Gießen, um im Allerhöchsten Auftrag den beiden ältesten Söhnen des Kaisers Vorträge zu halten über Wilhelm I. Die drei ersten Vorträge, die zu anderer Zett fortgesetzt werden sollen, haben in dem großen Saale des SchlosteS ftattgefunden, in welchem ehedem die Dänenköntge Christian VIII. und Friedrich VII. im Sommer zu wohnen I pflegten, und besten weite, helle Räume seit 1868 als CadettenhauS dienen. Zu den Borträgen erschienen außer I den Prinzen und ihren Erziehern die 150 Cadetten sowie die Lehrerschaften deS Cadettenhauses und des Gymnasiums I mit ihren Familien.
** verichtigung. Der mit dem 11. Preis auf dem Gautarnfest in Büdingen ausgezeichnete Turner Carl Höri ist nicht aus Bad Nauheim, sondern aus LaunSb ach.
•• Zehn Gebote für Badende und Schwimmende. 1. Bei heftigen GemüthSbewegungen bade nicht! 2. Bei eintretendem Unwohlsein oder dauerndem Uebelbefinden bade nicht! 3. Nach durchwachten Nächten und übermäßigen Anstrengungen bade I nicht, bevor du nicht einige Stunden geruht hast! 4. Nach reichlichem Genuß von Speisen und besonders von geistigen I Getränken bade nicht! 5. Den Weg zur Badeanstalt lege in mäßigem Tempo zurück! 6. Bet der Ankunft erkundige Dich nach der Temperatur, Tiefe und Strömung des Wassers! 7. Entkleide Dich langsam, gehe dann aber sofort ins I Wasser! 8. Springe mit dem Kopfe voran in'S Wasser I oder tauche wenigstens schnell unter! 9. Bleibe nicht zu lange im Master, zumal wenn Du nicht sehr kräftig bist! 10. Nach dem Bade reibe den Körper tüchtig zur Besörder« ung des Blutumlaufs, kleide Dich rasch an und mache Dir eine mäßige Bewegung!
«• Unfall Beim Kirschenbrecheu auf dem Trieb fiel gestern Nachmittag ein junger Mann von der Letter und brach einen Arm, auch erlitt er noch wettere Verletzungen im Rücken.
* • Wege» Vergehens gegen § 183 deS R Stt.-S. wurde heute Vormittag ein dahier wohnhafter Arbeiter verhaftet.
• • Mau schreibt un«: „Der Bericht in Nr. 147 deS
• Frankfurt a. M., 29. Juni. Bei der heutigen ivter- I nationalen Ruder-Regatta (zweiter Tag) gewann der „Mainzer [ Ruder - Verein" in glänzendem Stege den Kaiserprets. Zweiter wurde die „Frankfurter Ruder-Gesellschaft Germania", Dritter der Studenten Ruderveretn „Triton", Utrecht, I
Vierter der Mannheimer Ruder-Verein „Hmicttfo“. Der Mainzer Ruder-Verein war auch im vorigen Jahre Sieger dieses Wanderpreises. — In dem Einser-Rennen um den Preis von der Gerbermühle (Wanderpreis) siegte Fritz Trendel vom Berliner Ruder-Verein von 1876 gegen den „Mainzer Ruder-Verein".
* Esten, 26. Juni. Für die Errichtung eines Kranken- Hauses hat Geh. Commerzienrath Krupp 600,000 Mk. geschenkt.
* Flinke Heilung. In Neunkirchen kam jüngst ein Vater mit feinem Söhnchen, einem strammen Bengel von 12 Jahren, zorvbebend zum Arzte und verlangte ein ärztliches Zeugniß, weil der „arme Bub" in Folge einer tu der Schule erlittenen Mißhandlung vollständig das Gehör verloren habe. Bei der Untersuchung verhielt sich der Junge ganz still. Er schien den lautesten Ruf nicht zu verstehen und erklärte, nichts hören zu können. Der Arzt ließ ihn daS Kopftuch abuehmen, untersuchte die angebliche Verletzung des Trommelfells mit dem Ohrensptegel und sprach dann im leisesten Flüstertöne zu seinem Gehilfen: „ES scheint inwendig Alles
— Londorf, 27. Juni. Neuester Bestimmung gemäß ist die Eröffnung der Nebenbahn Grünberg—Londorf um einen weiteren Monat htoauSgeschoben, so daß erst am 1. August der Betrieb seinen Anfang nehmen wird. Veranlassung hierzu bot die Verzögerung in der Fertigstellung der Stationsgebäude. — Der Gesangverein „Frohsinn" da hier, welcher für sein großes Sängerfest am 5. und 6. Juli auf die neue Bahn sicher rechnete, hat eine Petition an Grohherzogl. Ministerium der Finanzen, Abtheilung für Nebenbahnen, gerichtet, um zu erreichen, daß wenigstens eine Personenbeförderung auf der neuen Bahnstrecke statt- finden möchte. — Die Land post soll von hier nach Grün- berg auch nach der Eröffnung der Nebenbahn zunächst in der seitherigen Weise weiter verkehren, da ein Vertrag zwischen Bahn- und Postverwaltung an der Höhe der in Frage kommenden Vergütung scheiterte.
X. Butzbach, 29. Juni. Am Sonntag den 5. Juli stndet hierfelbst der zweite Kreisfeuerwehrtag des Kreises Friedberg statt. Morgens um 8 Uhr wird in der Turnhalle die Instruction für die Commandanten des Bezirks Butzbach auStzegeben, um 11 Uhr findet eine Beratung in der landwirtschaftlichen Halle statt, der fich ein gemein- sameS Essen daselbst anschließt. Sehr interessant wird die auf Nachmittags angesetzte Vorführung der Fretw. Feuerwehr Butzbach, bestehend in Fuß- und Geräthe-Uebungen, sowie ein Brandangriff sich gestalten, dem fich ein Concert an- schließen soll.
Salon Ausstellungen in den Champs-Elysees und dem Mars- felde werden schlecht besucht- wcShalbk Weil jung und alt, statt auf behäbigem Spaziergange vor den Bildern Station zu machen, jetzt auf flüchtigem Rade nach dem Bois de Bou- logne enteilt, um im Chalet du Cycle eine Limonade zu trinken. In Amerika wird die neue Erfindung von Uhrmachern, Juwelenhändlern, Kneipwirthen, Schneidern, Theater- directoren und Tabakoerkäufern verwünscht. Früher war des Knaben Belohnung eine Uhr- jetzt bittet er sich vom Vater ein Fahrrad aus. Sehnten die jungen Damen fich bisher nach Goldschmuck und Toiletten, nunmehr steht ihr ! Dichten und Trachten nach einem Fahrrad. Die Schneider setzen hauptsächlich nur noch Fahrradcostüme ab, und daran ist nicht viel zu verdienen. Dem Fahrradler soll ferner das Rauchen lästig und schädlich sein- daher werden Cigarren, Cigaretten und Pfeifen ersetzt durch Zuckerstengel und Pastillen : der Zuckerbäcker hat den Gewinn. Aus siebzig Millionen Cigarren wird schon jetzt der Ausfall im Tabakbudget geschätzt. Starke Getränke find auch verpönt- beim Kneip- wirth kehren daher die Radler seltener ein. Mit am lautesten jammern wohl die Bühnendirectoren- es entgehen ihnen sowohl die verliebten Pärchen, die ehedem mit Vorliebe die Musentkmpel aufsuchten, als aur> eine Menge regelmäßiger Kunden, die früher ihre Abende im Theater verbrachten. Sie alle haben ein Losungswort: „Das Fahrrad ist der Feind."
* Daß Zett Geld ift, und Zett sparen daher Geld spare« heißt, die Wahrheit dieses amerikanischen Sprichwortes wird auch den einsichtsvollen deutschen Hausfrauen immer mehr klar und führt sie zur Anwendung dieses Sprichwortes für das Gebiet, wo sie herrschen, für die Küche. Die Fray- Bentos Zungen, die ihnen die Möglichkeit geben, rasch ohne viel Mühe treffliche warme Gerichte, gute Gemüsebeilagen und wohlschmeckende Abendschüsseln herzustellen, sind von ihnen mit Recht daher geschätzt und viel gebraucht. Der Geschmack der Fray-BentoS-Zungengerichte ist ein tadelloser und kräftiger, wenn daS Gelee, in dem die Zungen liegen, entweder zur Bereitung der - Saucen oder als Belag tote beim Aufschnitt von Kalbsbraten verwandt wird. In keinem practisch geführten Haushalt sollen deshalb Fray-Bentos- Zungen fehlen.
Citeraiur und Kauft
— Dem Kaiser Wilhelm - Denkmal aus dem Kyff- häuser, das am 18. Juni d. I. enthüllt wurde, ist das soeben er- ! schienen« Hrst 21 der „Modernen Knust- (Verlag von Rich. Bong, Wien - Benin - Leipzig) vorzugsweise gewidmet In vorzüglichsten Zeichnung n von Fritz Gehrke und einem sehr interessanten Text von Dr. Natge wird von der großartigen Denkmalsanlage und ihren Einzelheiten eine ausgezeichnete Anschauung geboten. Bemerkenswerth sind die Angaben über die Gesammtmassen des Monument«: fie betragen 25 000 Cubikmeter mit einem Gewicht von 62,5 Millionen Kilogramm oder l«/< Millionen Cmtnern. Dies- Mauermassen würden hinreichen, um eine Stadt von etwa 5000 Einwohnern zu erbauen. Auch die Dimensionen des Reiterstandbildes Kaiser Wilhelms I. sind sehr bedeutende. Roß und Reiter mitiammt den beiden Nebenfiguren der „Geschichte", und des „Germanen", die in 2 bis 3 M llimeter starken Kupferplatten getrieben sind, wiegen 16800 Kilo oder 336 Centner. Die Höhe de« Reiters bis zur Helmspitze beträgt 9.70 Meter, von denen 1.30 Meter auf den Kaiserkopf und 3.20 Meter auf die Länge eines BeinS entfallen. Die Länge des PferdeS mißt nicht weniger wie 8,46 Meter. So ist das Denkmal auch in feinem Umfange dn außergewöhnliche« Werk, wie solche nur wenige auf deutschem Boden erstanden sind Weiter enthält das Heft eine Fülle vortrefflichen Stoffs in Wort und Bild und erweist sich seinem ganzem Inhalte nach auch dieses 21. Heft der „Modernen Kunst" als eine vortreffliche, von feinstem Geschmack und frischem Leben getragene Gabe, die erklärlich erscheinen läßt, warum gerade diese Zeitschrift die geschätzteste und beliebteste in allen feinsinnigeren Kreisen sämmtlicher Eulturstaaten der Erbe ist.
— Im Verlag der „Romanwelt", Berlin-Charlottenbura erschten soeben „Dörgerpack" von R. Bredenbrücker. 242 S in 80. Broschin Mk. 2.-. Elegant grd. Mk. 2.50. Ein neuer Verlag und ein neuer Autor treten am den Schauplatz. Dieser — es ist der „Verlag der Romanwelt" — hat in der aparten Ausstattung, den originellen und fein getönten Buchumschlag, dessen siter- stücke von Letstikov herstammen, etwas Geschmackvolle« geliefert. Der neue Autor ist Richard Bredenbrücker, sein Werk beißt „Dörgerpack" dies st der wunderliche Ausdruck für die fahrenden Leute, die heimatlosen, die Paria« der Dörfler. Aus ihrem Leben entrollt da« Buch lebensechte ©eenen und gtebt anschauliche Typen. Unnachahmlich getreu ist der Dialeet der Berge getroffen und genau so ge, treu spiegelt fich die Lorstellungs- und Gefühlswelt ihrer Menschen wieder. Ein frischer Humor weht durch daS Buch, ungekünstelt und lebendig. Die geleckte Salontirolerei ist hier durch die Natur siegreich überwunden.
m , -Der kleine Stephan", ein HUfsbuch für« Publikum, Band II, erschien soeben im Verlage von Gerhard Kühtmann in Dresden in 6. völlig neubearbeiteter und ergänzter Auflage. Das Bändchen enthält ein Zonenverzeichniß zur Berechnung des Poftpacket- und GeidbriefportoS innerhalb Deutschland« und zur zweckmäßigen Anwendung der bezüglichen Po st Vorschriften und umfaßt sämmtliche Postorte mit Angabe de« Landes, Verwaltungsbezirks und der amtlich vorgeschriebenen Bezeichnungen zur Unterscheidung gleichlautender ober gleichnamiger Orte, sowie eine besondere Zonentabelle für den betreffenden Ort. Die Einrichtung de« Büchleins ist eine höchst einfache und brauchbare und trägt dem Bedürsntffe deS Publikums nach einem practischen Portorechner in vollem Maße Rechnung. DaS Zonenverzeichniß ist — eine Hauptsache bet einem derartigen Tabellenwerke — mit der größten Sorgfalt und Genauigkeit bearbeitet und hat-sich dasselbe auch stets als durch- aus zuoerläsfig errotefen. Al« ein Bewei« hierfür fei erwähnt daß fich z. B. eine Firma in Darmstadt auf Grund des Zonenoer,eich'nisie« seitens der Post 80 Pfennige zurückoergüten lassen konnte da sie an der Hand de« „Kleinen Stephan" nachwies, daß ihr für zwei Poft-
Frankfurt a. M., 29. Juni. Ein grausiger Fund, der auf einen Mord oder Todtschlag schließen läßt, ist in der Nähe de« GutleuthofeS gemacht worden. Dort fand mau nämlich vorgestern spät Abends nicht wett vom Main- ufer, mit Schilf bedeckt, die Leiche eine« etwa 35 Jahre alten, dem Arbeiterstunde angehörigen Manne«. Die Leiche dte, na» ihrem Kniffen ,u fmiefeen, schon etwa zwei M°! nn« dn gelegen haben mag und keinerlei Anhali,punkte über Mt Per on au,wie«, wurde dem S°chsenhLu,er Friedhoie überwiesen.
I ruinirt zu sein- ich kann aber nicht ordentlich Hinsehen. Bringen Sie mir einmal ein Messer, damit ich das Ohr abschneide!" Kaum hatte er dies gesagt, so entwand fich der I taube Knabe blitzgeschwtnd seinen Armen, stürmte heulend I vor Angst zur Thür hinaus und ließ den Vater allein bei I dem schrecklichen Doctor. Beschämt griff der Vater in die Tasche und zahlte mit sauersüßer Miene drei Mark für die glückliche Heilung. Dann schlich er davon und brummte noch I in den Bart: „Die halten alle zusammen, da kann unser- I einer nichts wollen."
• Der chinesische Viceköntg hat fich beim Fürsten | BiSmarck auch tnS Stammbuch eingeschrieben. Er füllte I eine ganze Seite mit chinesischen Charakteren, die den folgenden Sinn haben: „Nachdem ich schon von dem Rufe I des größten historischen Staatsmannes des gegenwärtigen Jahrhunderts seit mehr als 30 Jahren mit Bewunderung gehört habe, macht eS mir ein unaussprechliches Vergnügen, während meiner außerordentlichen Botschaft in Europa Seine Durchlaucht den Fürsten BiSmarck in seinem Landhause in FriedrichSruh zu sehen und meinen Namen als einen Ausdruck dieses frohen Ereignisses in dieses Buch eintragen zu können." Der Botschaftssecretär Lo-fang-Luh schrieb: „Ich wünsche mir Glück, dieser Botschaft anzugehören, die mir Gelegenheit gibt, den BiSmarck deS OstenS in der Gesellschaft
| deS Li-Hung-Tschangs deS Westens zu erblicken."
* KottbuS, 29. Juni. Zwischen zwei jungen Offizieren de« hier garnisonirenden 6. Brandenburgischen Jnfavterie- RegimentS Nr. 12 fand am Samstag hinter den Schieß- ständen ein Pistolen - Dnell statt. Gleich beim ersten Kugelwechsel wurde einer der Offiziere dura) einen Scysiß in । den Mund schwer verletzt. Anlaß zu dem Duell sollen grobe thätliche Beleidigungen in einem Restaurant sein.
* BreSlan, 27. Juni. Gemeinsamen Selbstmord verübten ein hiesiger sechzigjähriger Musiker und ein achtzehn- jähriges Mädchen. Die Leichen wurden, einander feftum- klammernd, am Ufer der Oder geländet.
* Kattowitz. 26. Juni. Ein Lustmord ist an einem 12jähr.geo Mädchen, welches in einem Kornfelde aufgefunden wurde, verübt worden. Von dem Thäter ist bi« jetzt keine Spur gefunden.
* Wie weit die Concurreuz geht. Ein Gothaer Blatt theilt den nachstehenden Original-Brief eines gut fituirten BrauereibefitzerS mit: „Herrn....., Gaftwirth i . . . .
Hierdurch verpflichte ich mich, wenn und so lange Sie das ganze Bier, welches Sie für Ihre Wirtschaft bedürfen, zum Ausschank von mir entnehmen, Ihnen pro anno zu liefern: 1) das Stroh für Ihr Vieh (Ziegen und Schweine), was Sie brauchen, ferner pro anno ein hübsches gesundes Saug- schwein und 2) entweder ein paar Centner Futterrüben oder Kartoffeln. Besten Gruß von »*♦." Wenn daS nicht zieht . . .
* Harzburg L H., 27. Juni. Bei der heutigen Auction einjähriger Fohlen des Harzburger Gestüts wurde für 20 Fohlen die enorme Summe von 150,000 Mk. erzielt. Die beiden teuersten Fohlen kosteten 25,000 Mk. und 21,000 Mk.
* Leipzig, 27. Juni. Der Dachdecker Sommer hier I "schoß heute aus Eifersucht seine im benachbarten Schöne- selb arbeitende Ehefrau. Der Mörder wurde verhaftet. I
♦ Dresden, 29. Juni. Wie die Morgenblätter melden, stürzten gestern Nachmittag die im Alter von 15 bezw. 12 Jahren stehenden Töchter des hier wohnenden Lageristen Fischer von einem Felsvorsprung deS LiliensteineS in der fächfischen Schweiz etwa 120 Meter in die Tiefe hinab und verstärken binnen wenigen Minuten an den erlittenen schweren Verletzungen.
* Die versteigerte Festjungfer. In einem Orte deS badischen Unterlandes feierte ein Verein sein Fahnen- weihfest, wobei alle Dorfschönen Festjungfern fein wollten. Um nun einem Streite vorzubeugen, ließen die weifen Väter deS Ortes vor versammeltem vr'ke das Amt der Festjungfer — versteigern! Eine fceifeblü'“* unb ehrliedende Schöne fflodte zuguterletzt noch 40 W^eVlt ' °b" eS war zu spät und der Zuschlag bereits etf Ut
* Straßburg, 29. %fUg[5 ®°bß ^Hge internationale Radwettfahren tierP Q[d8Grl,, 3n Hauptfahren fleg« 8oUriUon.¥an«fld)i “(® ®ri,u^OmJRt\ul.aRat«Cme
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