Ausgabe 
1.7.1896 Erstes Blatt
 
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packele nach Künzelsau L 8-/, Kilo Mk. 2,60 anstatt Mk. 1,80 ab­gelagert waren. Die Post hatte das Porto nach der dritten Zone berechnet, während Künzelsau von Darmstadt aus in der zweiten Zone liegt, wie es auch tmKleinen Stephan" angegeben war. Das Kaiserliche Postamt I in Darmstadt schrieb der Verlagshandlung M Beantwortung einer an dasselbe gerichteten Anfrage'Ihr Kleiner Stephan (Band II) hat Recht!" Die auf den Postämtern befind­lichen Zonentabellen werden nur handschriftlich auf dem laufenden gehalten, aus diesem Grunde sind natürlich Versehen unvermeidlich und ist eine Controlle durch denKleinen Stephan" für Jedermann von Werth. Das Zonenverzeichniß ist für Jedweden, auch den kleinsten Ort des deutschen Reiches zu beziehen; es hat sich schnell Freunde erworben, sodaß 6 Auflagen rasch aufeinander folgen mußten. Da auch der Preis ein billiger ist (das Exemplar kostet gebunden Mk. 2., für kleinere Orte, für welche die Zonentabelle handschriftlich einaetragen werden muß, Mk. 3.-), können wir unseren Lesern die Anschaffung dieses zweckmäßigen Hilfsbuches nur bestens empfehlen.

- «avfmLnnische «orrespoudenr in deutscher Sprache, gon C. F. Ftndetsen. Vierte, vermehrte Auflage, bearbeitet von Hahn, Oberlehrer an der LXffentltchen Hande!slehranstalt Zu Dresden. In Original - Leinenband 2 Mk. 50 Pf. Verlag von 3/3. Weber in Leipzig. Das reichhaltige und handliche Buch darf als eines der besten in seiner Art bezeichnet werden; es eignet sich sowohl zum Leitfaden für den betreffenden Unterricht an Handels­schulen, als auch zum privaten Studium. Es enthält Anweisungen -ur Corresondenz und Musterbrtefe aller Art. Eine Vermehrung der Briefe entstand durch Einfügung des Abschnittes über Dupltcate und durch wettere Zirculare und Marktberichte. Die Briese über Wechsel- und Waarengeschäfte und die Empfehlungsbriefe erhielten eine andere sachgemäße Grupptrung. Die Hoffnung des Heraus­gebers, daß das Werk in seiner neuen Gestalt eine günstige Auf- uahme, wie die ersten Auflagen, finden möge, theilen auch wir. Es ist der Empfehlung werth.

- 7 Zon der vor einiger Zett an dieser Stelle besprochenen

hochinteressanten Zeitschrift ,Der Sunssgewerbegehilse- liegen unS die Nrn. 5 und 6 nebst der reichhaltigen Beilage: »Kunss gewerbliche Rundschau- vor. DerKunstgewerbegehtlfe" enthält f* S ?Ufcf Kummer eine solche Fülle des für die Kunstbefltssenen aller Art Interessenten in Wort und Bild, daß wir uns versagen muffen, den reichen Inhalt hier anzuführen. Die Zeitschrift hat mS Erfreulichen Aufschwung genommen, wie ersichtlich aus der .il»« ia£e u"b aus den neuen Rubriken in Nr. 6 ,fenf(fiafL' erregenden Artikel: Fischbach, Die Ornament- Symbole des Feuer- und Ltchtcultus,Architectonisches" mit dem Aufsatz von Architect Ritter von Feldegg, Was ein Bauwerk zu uns spricht. DerKunstgewerbegehilfe" ist das Organ der Vereinigung oer Kunstgewerbegehtlfen aller Branchen, von der Vereinigung sind bereits 4 Sectionen gegründet. In dem trefflichen Werke wird den Ansprüchen aller Kunstbefltssenen: Maler, Zeichner, Decorateure, Keramiker Tapezirer, Kunsttischler, Drechsler, Metallarbeiter, Archt- lecten, Elfenbeinschnitzer, Graveure, Techniker der Textilbranche, Lithographen u. s. w. in einer wirklich genialen Weise Rechnung ge­tragen, so daß das Werk nicht warm genug empfohlen werden kann und nur ru bewundern bleibt, wie es möglich ist, für den billigen Preis von 80 Pfg. für die einzelne Nummer so etwas zu bieten Zu beziehen ist derKunstgewerbegehilfe" durch Erwin Großmanns Verlag in Stuttgart, sowie durch jede Buchhandlung.

Universitäts - Nachrichten.

r 7 »reidnrg (Baden), 29. Juni. Der Professor der Rechte, Sndemann^an na* Bonn als Nachfolger des Geheimraths

- ««"Lndtt an »en deutschen UniversitLten.

An dm sämmtlichen deutschen Universitäten zusammen find im laufenden SommeZalbjahr 2192 Ausländer immatriculirt, gegen "origen Winter und 2424 im vorjährigen Sommer; es ist die höchste Zahl, die bisher in einem Sommersemester zu verzeichnen war Von diesen Ausländern sind 595 für Philosophie, Philologie und Geschichte, und 444 für Mathematik und Naturwissenschaften eingeschrieben, 488 sind Mediciner, 261 Juristen, 148 evangelische ber Landwirthschast, 74 Cameralisten, je 24 katholische Theologen und Pharmaceuten, endlich 8 Studirende der Zahnheilkunde. Der Heimath nach kommen 1665 auS euro­päischen und 527 aus außereuropäischen Ländern. Unter den ersteren noo r ,513 Russen, 316 Studirende aus Oesterreich-Ungarn, ^Schweizer, 139 Engländer, 96 Bulgaren, 56 Franzosen, 44 Niederländer, 34 Italiener, 31 Schweden und Norweger, 28 Luxemburger, 25 Rumänen, 24 Türken, 23 Serben, 21 Griechen, 12 Belgier, 9 Dänen, 5 Spanier, 2 Portugiesen und je 1 Lichten- und Montenegriner. Von den übrigen Ausländern kommen 452 allein aus Amerika, 56 aus Asten, 15 aus Afrika und 4 aus Australien.

Verkehr, Land- und Volk»u»irthschaft.

30. Juni. Marktbericht. Auf dem heutiger, Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,90-1,10, Hühners pr- Sl. 5^-6^, 2 St. 00 4, Enteneier 6 H, 2 St 0 4, Gänse- der ^.©LOO-OO ^, Käse pr. St. 5-11 4, Käsematte pr. St. 3 ^blEN pr. Liter 17 Linsen pr. Liter 30 Tauben pr. Paar JL 0,60 bis 0,80, Hühner pr. Stück 1,10 bis 1,20, Hahnen pr. Stüä * 1,3°' Eliten pr. Stück 1,602,00, Gänse pr. Pfund

* 00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-74 ^uh- und Rindfleisch

pr. Pfd. 6468 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 50 bis 66 4, Schweine, steisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 50-00 4, ?! Md. 60-70 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,(0 Sil Weißkraut pr. Stück 0-00 Zwiebeln pr. Gentner * 7,008,00, MUch pr. Liter 16 4, Kirschen pr. Pfund 1820 4.

- bessere Wahrnehmung Det laudwirthschastltchen Interessen im Schlachtviehhandel. Da das Fehlen einer ein­heitlichen Preisnotirung für Schlachtvieh auf tun Schlachtviehmärkltn den LandwtrthenNachthetle bereitet, fohatder DeutscheLandwilthschafts- rath feit einer Reihe von Jahren daS Ziel verfolgt, eine einheitliche Preisnotirung an allen Schtachtviehmälkten herbeizuführen, vor Allem aber den Handel und die Nottrung nach Lebendgewicht allgemein zur Geltung zu bringen. Gegenwärtig wird auf dem Lande zwischen dem Viehproducenten und dem Zwischenhändler häufig noch nach Stück, in vielen Gegenden aber nach Bruttolebendgewicht gehandelt. An den Schlachtviehmärkten ist ein Handel nach Stück ober nach sogenanntem Schlachtgewicht gebräuchlich, in den Preisnotirungen steht aber nicht der Preis pro Stück ober pro Bruttolebendgewicht, sondern ein Preis, der aus dem Stückpreis und dem geschätzten Schlachtgewicht pro 50 Kilogramm Schlachtgewicht berechnet wird. Will also der Landwtrth wiffen, wieviel fein Vieh auf dem Markte im Preise gilt, so steht ihm nur diese Nottrung nach Schlachtgewicht zur Verfügung. Da es aber für ihn sehr schwer, in den meisten Fällen unmöglich ist, das Schlachtgewicht seines Viehs richtig zu schätzen, während der Händler darin eine größere Erfahrung und Hebung besitzt, so sind ihm die wahren Marktverhältnisse durch die Nolirung nach Schlachtgewicht fast ganz verschleiert. Hierzu komm: noch, daß der Begriff Schlachtgewicht an den einzelnen Viehmärkten ein sehr verschiedener ist und daß die Preisnotirungen selbst auf frei­willigen Angaben der Händler und Fleischer beruhen. Das Resultat ist die beklagenswerthe Thatsache, daß erstens die Notiiungen an den einzelnen Märkten schwer vergleichbar sind, daß zweitens der Vroducent aus den verschiedenen Marktberichten nicht ersehen kann, in welcher Gruppe und wie hoch fein Tbier an den einzelnen Markt­plätzen berechnet ist, und drittens die Notirungen selbst auf einer

Eig unsicheren Grundlage aufgebaut find. Diesen Mißständen wirb am einfachsten abgeholfen werden, wenn an Stelle des Handels und der Nottrung nach Schlachtgewicht an den deutschen Viehmärkten Dera?aPbeI unb bfe Nolirung nach Lebendgewicht mit allgemein verständlicher Classificirung des Viehes nach Geschlecht, Mastzustand rc. treken würde. Durch eine Reihe Bemühungen sucht nun der Deutsche vOn.r? bieses Ziel zu erreichen und ist zumal an die

deutschen Staatsregierungen wie an die Stadtverwaltungen eine entsprechende Petition gesandt worben. Auch hat der Landwirth- fchaftsrath alle landwirthschafllichen Centraloertretungen, sowie sämmtliche 2900 landwirthschaftliche Vereine Deutschlands zur Unter: Nutzung seiner oben dargelegien Bestrebungen insbesondere zur Auf- stelluna Dort Vi-Hwagen in den Gemeinden und zur Veröffentlichung von Kaufabschlüffen nach Lebendgewicht in den Vereinsbläitern, wo eS noch nicht geschehen ist, aufgefordert.

Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemessen am 30. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14'/,, Luft 13°.

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Wald-Verbot.

BehördlicheAnzeigen

Wegen Vorkommenheiten wird an- durch ausdrücklich eingeschärft, daß das Betreten der Schießstands-Anlagen im Gießener Wald, südlich der Ober­hessischen Eisenbahn, auch an Sonn- und Feiertagen, für das Publikum bei Strafe verboten ist.

Gießen, den 29. Juni 1896. Großherzogl. Oberförsterei Gießen.

Block. 5989

Gr.ObtthesßscheEiftubahueu

Zu dem Ausnab metarif für Eisenerze auS dem Lahn-, Dill» unb Sieggebiet nach den Hochofenstationen dieser Gebiete rc. (s. g. Nothffandstarif) tritt am 1. k. Mrs. der Nachtrag VI in Kraft-

Derselbe enthält unter Anderem Aus­nahmesatze für Dinslaken und Dortmund, D. G- E B

Nähere Auskunft ertheilen die betr Güterabfertigungen.

Gießen, den 27. Juni 1896.

5Q97 Gr. Directton.

Gr.BderheMchc Eisenbahnen.

Die Lieferung von zwei Signal» masten von 6 m Flügelhöhe mit Gitter­mast, eisernem Fuß, Blenden, Laternen und oberirdischem Antrieb mit Drahtseil und Regulirschrauben nach vorhandenem Muster ist zu vergeben. Angebote sind bis znm 6. Juli dahier etnzureichen Lieferfrist 3 Wochen.

Zuschlagsfrist 5 Tage.

Gießen, den 29. Juni 1896.

6011 Gr. Directton.

Mittwoch den 12. August,

Nachmittags 2 Uhr,

soll auf dem hiesigen OrtSgericht die dem Wilhelm Schneider in Gießen gehörige Hofraithe:

Flur 36 Nr- 2261/to 1152 qm hinter der Burg

öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 30. Juni 1896.

Großh OrtSgericht Gießen- I. A-: Bogt. 5996

Mittwoch den 1. Juli l. I,

Nachmittags 2 Uhr,

werden im Bieker'schen Saale Neu­stadt 55 versteigert:

4 Hobelbänke mit Werkzeug, 1 Partie Werkholz, 1 antiker Schreibtisch mit Aufsatz. 1 Herrenschreibtisch, 1 Regu­lator, 1 Jagdgewehr (Dreiläufer), 1 Waschmafchme unb Möbel aller Arten.

?998_______Geißler Gerichtsvollzieher.

Donnerstag den 2. Juli l. I., versteigere ich zu Gießen öffentlich gegen Baarzahlung:

». Nachmittags 2 Uhr im »Adler^:

1 Partie Nutzholz, 1 Drehbank, eine Hobelbank, 1 Ladeneinrichtung, 2 Eis- schränke, 1 Pianino, 1 Nähmaschine, 6 Sophas, 1 Buffet, 1 Silber- unb 1 Spiegelschrank, 4 Bettstellen unb sonstige Mobilien, Bilder, Hüte, Bücher rc.;

b. unmittelbar barnadj an Ort unb Stelle (Zusammenkunft im flbler): "ne Poriie eichene unb kieferne, wie ktrschbaumene Bohlen, 2 Hobelbänke, 1 Hanbkarren rc.

Versteigerungen voraussichtlich bestimmt. 6001 Engel, Gerichtsvollzieher-

Donnerstag den 2. Inti l. I., Nachmittags 3Va Uhr, versteigere ich Moltkessratze 2 bahier gegen Baarzahlung:

gedeckte, große Holzhalle versseigernng findet bestimmt statt. 6017 Born

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