Ausgabe 
30.11.1895 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

-Hedervkhe», welche die Lolonne zurückgelaffen. Lastet die Hoffnung hinter euch! rufe ich jebeßmal, wenn wir durch etn Dorf kommen, in welchem ich die Bayern cantonnlren sehe. Aber ihre Philosophie ist die richtige, und verwahre »ich ausdrücklich gegen den Verdacht, ich habe meine Seußerung böse gemeint. Die Bayern find die richtigen «riegSphtlosophen. Man soll keinen Krieg anfangen, wenn man die Nachtheile des Kriege» nicht will. Jetzt, da die Kälte und überfallen, »uh man die Bayern in ihrem Wintercostüme marschrren sehen. Jedes Kleidungsstück, das Wärme giebt, ist ihnen willkommen; namentlich haben sie in den grau-blauen Tapotten der Zuaven und Jäger eine vortreffliche Capuze entdeckt und die Gefallenen beerbt. Man glaubt ein fran­zösisches Bataillon vor sich zu sehen, wenn die grauen Capuzen heranziehen. Daneben find die franzöfischen wollenen Pferde­decken, ShawlS, gestreift und carrirt, Reisedecken und PlaidS, wie und wo man sie gefunden, sehr kostbare Umhüllungen, und ebenso ist ein Tuch um den Kopf oder um die Ohren gebunden, für unsere Leute daS Kennzeichen, dah die bayerischen Kameraden wohl viel an Zahn- und Ohren- lchmerzen zu leiden haben. Der Soldat, der tu bitterer Kälte, in Sturm und Regen angestrengte Märsche zu machen, daun plötzlich im Rendez-vouS stundenlang auf der Land- strahe zu stehen hat, der in jedem Wetter, in jeder Ber» fastung dem Feinde die Stirn bieten soll, mag auf dem Marsche für seine Selbfterhaltung sorgen, und Gott weiß, daß so mancher daran glauben muhte.

(Han» Wachenhusen.)

Alexander Dumas fils f (Origtnalbericht für denGießener Anzeiger-.) (Nachdruck verboten.) 0. W. Pari«, 28. November.

Tin alter Volksglaube behauptet, dah eine Todtenfeier stets eine andere nach sich zieht, gleichsam verstehen lastend, als ob der eben Dahtngegangene unter Denen, die ihm daS letzte Geleit gegeben, einen auSgewählt, der ihm unmittelbar folgen soll. Man kann diesen Glauben sehr prosaisch erklären und sicher ist derselbe auch dadurch entstanden, daß auf den feuchten Gräbern, unter einem nicht immer freundlichen H mmel stehend, mancher sich den Keim zu der Krankheit holt, die ihn dann htnrafft, aber baß Volk wird an seiner Auslegung fefthalten, und daher auch meinen, Alexander Dumas, der nach kurzem Leiden dahin Geschiedene, sei ein Opfer seiner FreundeSpflicht geworden. War es auch kein Begräbntß, welches ihm die tödtliche Erkältung zugezogen, fo war doch eine Feier, die einem Tobten galt, die Ein­weihung beS Monuments von Emile Augier, ber beizuwohnen der Greis sich nicht nehmen lasten wollte, trotzbem ber Regen in Strömen hernieberfiel.

Denn etn mehr als 70 jähriger Greis ist eS, ber soeben die Augen zum letzten Schlummer geschloffen, trotzbem ber Beiname ,'Dtt Jüngere", ben er in Deutschlanb trägt, bteS fast wie eine Anomalie erscheinen läßt, unb eS auch kaum Jemanb gebucht hätte, der ben schönen, kräftigen, rüstigen Mann gesehen, besten Haupthaar unb Schnurrbart zwar filberweih glänzten, welcher aber mit so lebhaften, blttzenben, blauen Augen fröhlich in bk Welt blickte.

DumaS fils hat ein gar anbereS Leben wie sein be­rühmter genialer Vater geführt, ja Biele haben ihm eine allzu große Sparsamkeit, eine zu nüchterne Auffastung der Dinge zum Borwurf gemacht, unb bieS barauf zurückgeführt, daß ihm bte Erziehung, welche ihm ber leichtlebige Vater gegeben, unb eben besten Beispiel eS war, welches ben Sohu auf andere Wege führte.

Aber diese Erklärungen find nicht stichhaltig, Erziehung und Beispiel Pflegen nicht abzuschrecken, sondern anzuspornen, und wenn doch nach einer stürmischen Jugend DumaS fils tn andere Bahnen lenkte, so liegt dies daran, daß daS Kind nicht immer dem Erzeuger gleicht, und die Natur dem Jüngeren zwar weniger Ursprünglichkeit unb Genialität, aber mehr ruhiges Urthetl unb Characterfestigkeit gegeben. ES zeigte bieS sich nicht nur tn ber Art der Lebensführung, sondern auch tn der Art, tote bte beiden Schriftsteller arbei­teten, unb natürlich in ben Werken, welche aus ihrer Feber stoffen. Der ältere DumaS schöpfte seine Jbeen stets auS feiner Phantasie, der jüngere auS ber Wirklichkeit- die Mo­delle, welche ersterem geseffen, wären nirgends zu finden gewesen, bte beS letzteren konnte man häufig bezeichnen, ber ältere trug sein Stück oder seinen Roman fertig im Kopfe, der jüngere begann, wenn die Idee ihm selbst kaum klar geworden, unb arbeitete sie langsam auS, machte einen Act zum brttten, ber anfänglich ber fünfte gewesen, ober an -weiter Stelle stehen sollte, seilte, corrigirte Io viel unb so destänbig, baß, wie sein Vater von beffen Mannseripten sagte, dieselben Notenblättern glichen, eine Menge bicker, schwarzer Striche unb einige Zeichen barüber.

Duma- fils hatte bereit- lange Jahre geschrieben unb viele Werke veröffentlicht, ehe er dem großen Publikum be­kannt würbe unb sich ben glänzenben Namen gewann, auf dcffen Ruhm kaum je wieder ein Schatten gefallen- die Aus­führung der ,(Samtltenbame* im Frbruar 1852 war, die ihm denselben errang und diese- Schauspiel hat ihn wohl auch außerhalb Frankreich- am meisten bekannt gemacht, trotzdem bei weitem sein bedeutendste- nicht ist und auch vielleicht am wenigsten von allen seine Eigenart trägt. In der Dame aux camßlias ist der Einfluß de- Vater- noch sehr bemerkbar, trotzdem auch hier der Borwurf zum Thetl au- dem Leben geschöpft ist und DumaS jr. die Marie DuplesfiS, welche er darin fchildert, selbst gekannt unb mit andern Freunden sich in baß Liebeßwerk getheilt, die letzten Nächte vor ihre« Tobe bei ihr zu wachen. In seiner Heimath wird Dumaß gewöhnlich ber Verfasser der .Demi»Monde" genannt werden, aber nicht, weil dieses Stück, obgleich t,on vielen alß sein bestes erachtet wird, ihm den größten Ruf erbrachte, sondern weil er damit die Bezeichnung er- fand, bte seitdem eine so allgemeine geworden ist.

Trotzdem DumaS saft in allen seinen Werken Dar- I stellungen auß dem Pariser Genußleben gibt, find doch gar verschiedene Phasen seiner Entwicklung tn denselben bemerkbar. Zuerst wollte er tn denselben beweisen, daß eine reine Liebe auch Gefallene wieder zur Höhe führen kann. Dann zeigte fich in den Werken seines relferen ManneSalterS eine Strenge gegen die Frauen, die selbst seiner Beliebtheit einigen Eintrag that und bann in dem letzten Jahrzehnt bie Nachficht unb daS Erbarmen, welches nach seinem eigenen Au-spruch Er­fahrung unb Philosophie stets mit sich bringen müssen, wenn fie baß werth sein sollen, waß fie gekostet haben. Auß dem scharfen Weltverbefferer war ein liebender Priester geworben, für ben wahre Reue auch immer volle Vergebung verbient.

Trotzdem ist DumaS ein Realist gewesen, eine Realist in dem Sinne, baß seine SujelS nicht nur stets ber Wirk­lichkeit entnommen sind, sondern auch tn seinen Werken bte Sprache beß heutigen Leden- geführt wirb- et war ein fdjarfer, logischer Denker, ber, wie -. B. der bekannte Kritiker Weiß meinte, seine Stücke aufbaute wie ein Rechenexempel. Manches ist wahr an dieser Behauptung und so werben auch seine Dramen ihren Schöpfer kaum lange Überbauern unb viele von ihnen muthen schon jetzt veraltet an. Aber nur die Werke wirklich überragenber Geister leben btesen nach unb baß ist DumaS fils so wenig wie Dumaß pdre gewesen, aber er hat seine Zeit verstanden unb so wirb fein Name erhalten bleiben. Alexanber Dumaß ber Jüngere hat in 1824 baß Licht ber Welt erblickt unb also ein Alter von 71 Jahren erreicht.__________________________________________

der Stadtverordneten

U jA am 28. November 1895.

Anwesenb: Herr Oberbürgermeister Gnauth, bie Herren Beigeorbneten Wolff unb Georgi, von Seiten brr Stadt- berorbneten bte Herren Adami, Brück, Emmelinß, Faber, Flett, Habenicht, Helfrich, Heyligenstaebt, Hornberger, Jngharbt, Keller, Löber, Orbig, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Dr. Thaer unb Wallenfels.

In Betreff ber Volkszählung hat das Großh. Polizeiamt berichtet, daß fich nur etn freiwilliger Zähler gemelbet unb bemznfolge Auswahl unter einer größeren Anzahl von Personen zu treffen war, welche sich btefer Arbeit gegen Bezahlung unterziehen wollen. ES finb 21 Beamte unb 65 Privatpersonen in Aussicht genommen unb soll ben Beamten je eine Vergütung von 10 Mark, ben Übrigen eine solche von 20 Mark gewährt werben. Der sich sonach aus 1510 Mark belaufenbe Crebit wirb bewilligt.

Dem Verwalter beß Thurmhaus eS am Branb, woselbst eine Klaffe ber Realvorschule untergebracht ist, soll für Heizung unb Reinigung beß hierfür benutzten SaaleS eine jährliche Vergütung von 30 Mark gewährt werben.

Zur Erwerbung eines vor ben Häusern Nr. 16 unb 18 ber Grünbergerstraße (Pitz Wwe. unb KaSpar Wwe.) belegenen GelänbetheilS von 52,8 Duabratmeter, welches bie Eigenthümer f. Z. zur Anlage von Vorgärten vom Staate erworben haben, baß aber infolge beantragter Aenberung ber Fluchtlinie ber Einfriedigung tn bte Straße fällt, wirb Ge­nehmigung ertheilt unb der Preis auf 1.30 Mark pro Quadrat- metet, inSgeiammt 74.50 Mark, nebst 4pCt. Zinsen fett Uebergang beß GelänbeS an bte jetzigen Eigenthümer, fest­gesetzt.

Herrn Heinrich Rinn V. von Heuchelheim, welcher an ber Ecke Rrofborfer» unb Rodheimerstraße bauen will, sollen auf bieSbezüglicheß Gesuch 74 Quabratmeter BöschungS- geiänbe zum Preise von 4 Mark pro Quadratmeter überlasten werben.

Daß Gesuch beß Herrn Gottlieb Nauheimer um Dißpensation von ber Bestimmung, welche im Jntereffe ber Unterbrückung von Fenerßgefahr bte Anlage einer minbeftenß 2 Meter breiten Einfahrt an einem seiner Neubauten in ber Löberstraße vorschreibt, wirb befürwortet, nachbem Gesuch­steller sich verpflichtet, in ben Höfen ber in Betracht kvmmenben Bauten Hydranten anzulegen unb bie dieHvfraithen trennenben Sinfriebigungen mit Thoren zu versehen, woburch baß Ein- bringen von Löschgeräthen ermöglicht wirb.

Infolge Gesucheß einer Anzahl Anlieger auf Verbeste- rung ber Feldwege in der Lichtenau wurden vorerst 500 Mk. zur Verbesserung beß von ber Marburger Straße nach der Lichtenau führenbeu Grenzwegeß bewilligt, unb be- schlossen, diese Arbeit alßbalb in Angriff nehmen zu lasten. Wegen ber übrigen Wege soll Beschluß gesaßt werben, wenn über ben «ußbau beß in ber Richtung nach Wißmar sührenbeu Hauptwegeß alß Kretßstraße beschloffen, bezw. ber Außbau fertig gestellt ist.

Behufß. Fortsetzung ber Wasserleitung bu rch bie Eich gärten nach ben Häusern der Herren Gärtner Berger unb Bleicher Schmal l werben 530 Mk. bewilligt, nachbem bie Genannten einen jährlichen Wasterverbrauch im Betrage beß zehnten Theileß ber Anlagekosten gorantirt.

Zur Einführung ber Gasleitung in die Kantine ber neuen, von ber Stabt errichteten Kaserne an ber Grünberger- Straße werben 140 Mk. bewilligt.

Dem Gesuch einer Anzahl Bewohner der Robheimer-, Rrofborfer» unb Schützenftratze um Aufstellung eineß Ventil- brunnen» an einer ber genannten Straßen wirb nach Befürwortung ber Direction beß Gaß- unb Wasserwerkes stattgegeben - ber Brunnen, ein sogen, srostfreier Ventil­brunnen, soll an ber Ecke beS Haubach'schen HauseS unb ber Rrofborfer Straße ausgestellt werben- bie Anlagekosten be- I laufen sich auf 270 Mk.

von Seiten der Baugenossenschaft des evange­lischen Arbei ter-vereinS ist um Aufstellung eines I ventilbrunnenS in der Landmannstraße bzw. deren Nähe I nachgesucht worden mit bet Motivirung, daß bie Einführung I der Wasserleitung in bie bort errichteten HSuSchen vorerst I von ben Eigenthümern nicht erwünscht sei. Seitens beß I GaS- unb Wasserwerks wird aus die hohen Rosten (1580 Mk ), auf die durch Aufstellung eines Brunnen» in der verhält-

nißmäßtg engen Straße entstehenden Verkehrshindernisse, auf die Möglichkeit einer Wosterverschwendung seitens ber an» liegenden Triebviertelpächter unb barauf hingewiesen, daß in einer Entfernung von 80 Meter bereits ein Ventilbrunnen (Wolfstraße unb Grünbergerstraße Ecke) bestehe. Daß Gaß- und Wafferwerk empfiehlt vielmehr die verhältntßmäßig wenig Rosten (ca. 55 Mk. per Hauß) verursachende Siu» führnng ber Wasserleitung in die Häuser selbst mit Anlage je eines Zapsoentilß in ben untersten Rüchen. Ferner wird barauf hingcwiesen, daß für diese Häuser nur ber Mindest­betrag für ben jährlichen Wafferbezug tu Ansatz komme. Daß ben Wasserpreis betrifft, so tft seitens ber Deputation beß GaS- und Wasserwerks berichtet worben, baß der jähr- liche Minbeftbetrag von 15, 25 unb 35 Mk. zu hoch sei für Häuser mit Stockwerken von weniger alß 4 Zimmern- die Deputation empfiehlt banach allgemeine Ermäßigung beß jährlichen Mindeftbetrageß auf 8 Mk. für eine Familie, auf 16 Mk. für zwei Familien, auf 24 Mk. für brei Familien für Häuser mit Stockwerken biß zu brei Zimmern, und Be- laffung der bißherigen Sätze für Hauser mit vier- und mehr»- zimrnerigen Wohnungen. Die Versammlung beschloß An­nahme beß Deputationßantrageß bezüglich ber Herabsetzung bei Miabestbetrageß unb zwar mit Rückwirkung biß zum 1. Oe- tober. Jrß., ferner Einführung ber Gaß- unb Wasser­leitung in bie Landmannstraße, Ausstellung zweier Straßen­laternen, dagegen Ablehnung beß Gesuches bezüglich Aus­stellung eines VentilbrunnenS.

Eine Eingabe einer Anzahl Bewohner ber Nenendäue, Sonnenstraße, Kaplaneigaffe u. f. w. richtet fich aus Aus­stellung eine- VentilbrunnenS an Stelle beß vor dem Winn'schen Neubau in ber Schulstraße in Wegfall gekommenen. Nach Bericht ber Direction beß GaS- und Wasserwerks liegt ein Bedürfniß zur Wiederaufstellung eineß BrntilbrunnenS hier nicht vor, da die meisten Häuser de» in Betracht kom­menden Quartiers an bte Leitung angeschloffen, zum TheU mit guten Pumpbrunnen versehen feien. Ferner wird auf die Nähe ber am Kreuz, MäuSburg, Kirchen- unb Lindevplatz stehenben Brunnen verwiesen unb auf bie E.klarung von Anliegern, u. A. von ber Post, baß ein Benttlbrunnev m ber Schulstraße, abgesehen von der gefährlichen SiSbilbnng im Winter, verkehrSstörenb fein würde. Die Deputation für baß GaS- und Wasserwerk hat danach beantragt, von Errichtung eineß Brunnens abzusehen, weil fich kein ge­eigneter Platz zur Ausstellung eineß solchen hat finden laßen, sie begründet bezüglich beß Bedürfnisse ihren Antrag weiter damit, daß auf Grund deß (oben mitgetheilten) bte Ermäßigvop beß Waffergelde» betreffenben Beschlüsse, bie Besitzer ber wenigen noch nicht angeschloffenen Häuser nunmehr tn der Lage wären, ihre Häuser anzuschlteßen. Herr Orbig spricht sich unter Htnweiß auf baß allgemeine öffentliche Bedürfniß, welcheß befonberß an Markttagen und bei ben zahlreich e* bezeichneter Stelle verkehrenden Arbeitern hervortrete, fftr Genehmigung beß Gesuch- auß. Der Antrag der Deputation auf Ablehnung beß Gesuchs wirb gegen drei Stimmen an­genommen.

Daß Gesuch beS Kaufmännischen Vereins um Bewilligung eines höheren Beitrags zu ben Kosten der von ihm geleiteten FortbilbungSschnle für KaufmannSlehrlinge wird genehmigt und bet bisher geleistete jährliche Beitrag von 800 Mark auf 1000 Mark erhöht.

Bezüglich beß WirthichaftSconceffionSgesucheß be« Herrn Wilh. Leyerer für bie Wtrthschaft ,m Hause Neustadt 55 spricht fich die Versammlung für Bejahung der Bedürfniß- frage au«. Gesuchsteller beabsichtigt neben der Schankwirth» schäft auch Gastwirthschaft zu betreiben.

CeceJUrt w*6 PwpIbjUIU».

Gieße», den 29. November 1695.

* Personalnachrichten. Durch Entschließung Großh- Ministeriums beS Innern und der Justiz wurde der Lehr» amtSaccessist Otto Ur stabt in Gießen zum LehramtSaffeffor ernannt.

* * Theater. Der Gustav v. Moser sche Schwank: ,D a S Stiftungsfest" ging gestern Äbenb vor gut besetztem Hause vor sich, ein Beweis, baß bleiern Werke beß beliebte* Lustspieldichters immer seine Zugkraft gewahrt bleibt. DaS Stück baut fich auf auf dem immer fruchtbar bleibende* Boden der Liebe, die hier einmal zur Beschwichtigung eine» ausgebrochenen ehelichen Sturmes, daS andere Mal zu einem neuen HerzenSbund führt- die Würze verleihen dem Ganzen die geschickt eingefädelten und bte Heiterkeit des Publikums hervorrufenben Verwechselungen unb bte von einzelnen Dar­stellern trefflich characterifirte VereinSmekrel. D e Anlage beß .StiftungßsesteS" ist auch insofern eine glückliche, al» fast särnmtllche Rollen ben Darstellern Gelegenheil geben, ihr Können zu zeigen. Den Damen Frl. Pr o ß (Bertha), Fran Pfunb-Kühnan (Wilhelmine), Frl. Steinau (Ludmilla), schloffen sich tn Auffassung ihrer Rollen würdig an die Herren Oehmig (Dr. Scheffler), Würzburg (Lommerzienraih Bolzau), Wessel» (Hartwig), Marner (Dr. Steinkirch), Schmeichel (Festordner Vrimboriu»), Wagner (OereW- diener). W,e un» mitgetheilt wird, finden nur noch drei Vorstellungen beß DreSbener Gesammt-Gastfpielß statt, n. A. am Sonntag Lessing»Minna von Barnhelm".

(hncert Lotsch. Wir machen auf bie heute *nt morgen Samßtag Abenb stattfindenden öor.certe ber beliebten Concertsängergefellschaft Lötfch aufmerksam, die fich dnrch gute» Programm auch für Familienbesuch empfehlen.

Kriegerdenkmal Am Mittwoch Abend fand im Hotel Einhorn die erste Sitzung beß Gesammtaußschnsse« fü,r Errich tung eine« Rriegerbenfmal» statt Der zweite Vorsitzende beß engeren AuSschvffe», Herr Rtr», erstattete auf Wunsch be» ersten Vorsitzenden, de» Herr» Commerzienrath Heyligenstaebt, Bericht über die bis­herige ThStigkeit be» auß 20 Herren beftehenben engeren AuSschuffeß unb de» auß denselben gewählten Bureau«. Diese» Bureau besteht an» ben genannten beiden Herren