Ausgabe 
30.4.1895 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

nothwendibe Folae wird sich die Tabaksabrikatfteuer ergeben. Tas mögen sich alle Diejenigen gesagt sein lassen. die sonst vielleicht ge­neigt wären, dieser Vorlage zu;ufttmmen. Redner vertheidtgt dann das Melassebrennen, gegen welche» man vorgehe, als wäre es ein Verbrechen, Melasse zu brennen- Dos; der tiartoffdbau zurück- g-gangen sei, sei unzutressmd. Aus 1OOO Einwohner kommen aller­dings heute etwa» weniger Hectare ^cartonelbau, als früher. Aber ist denn das nicht natürlich ' Die Bevölkerung wächst doch bei uns zusehends, aber das Areal wächst doch nicht. Der Herr ^chatz- secretär hat gestern die Rmtadlität der Brennereien und des Kartoffelbaues möglichst niedrig dargestellt. Aber die Breslauer Handelskammer hat die einschlägige Berechnung in den Motiven und in den Ziffern falsch nachgewtesen. In Wirklichkeit bringt der Cmttier Brennkartoffeln Dank der LiekeSgabe zwei Mark Reingewinn. Der ganze Gesetzentwurf beruht auf ganz falschen Unterlagen. Und auch der dess lben wird nicht erfüllt, so namentlich auch nicht in Hinsicht auf die erwartete Steigerung deSExports durch die Prämien.

Abg. Paasche (ntl): Ramen« meiner Freunde habe ich zu erklären, daß wir nachdem der Herr Schatzsecretär gestern in erster Linie den aararischen Character der Vorlage betont hat und weil wir die Roth der Landwirthschaft anerkennen, der Vorlage große Sympathien entgegenbringen. Auch den Grundgedanken der staffelförmigen Brennsteuer billigen wir. Aber nicht mit allen Einzelheiten der Vorlage sind wir einverstanden. Besonders gefällt uns nicht die dtsierenttelle Behandlung der landwirthschastlichen und der gewerblichen, sowie der Melasse-Brennereien. DaS ist unS sogar unannehmbar und es sollte auch den Herren rechts Bedenken ein- flötzen, weil es der Vorlage einen im schlimmen Sinne agrarischen Eharacler verleiht. Redner macht sodann Bedenken geltend gegen die Erhöhung der Ausfuhrprämien. Er hone, so schließt er, daß es gelingen werde, in iftr Commission die Ungerechtigkeiten der Vorlage zu beseitigen ohne Schädigung des eigentlichen Zweckes derselben.

Abg. Pachnicke (frs. VgO will angesichts der mancherlei auch auf der Rechten erhobenen Bedenken die Hoffnung nicht ausgeben, daß die Vorlage nicht Gesetz werde. Schon jetzt sei der Branntwein mit 500 bis 600 pCt. seines eigentlichen WertheS besteuert und da entstehe doch die berechtigte Frage, ob man einen bereits so stark be­lasteten Perbrauchsgegenstand noch weiter belasten dürfe. Roch durchschlagender erscheine aber das weitere Bedenken, daß wie ja auch die Herren Gamp und Paasche gemeint hätten, diese Vorlage eine Hebung deS Exports voraussichtlich nicht zur Folge haben werde. Die Vorlage stelle sich nur als Vorstufe für das Monopol dar. Im Lande verfolge man den Soctalismu», hier züchle man ihn. Er und seine Freunde würden eine solche Jnteressenpolittk nicht mitmachen.

Abg. Szmula (Ctr) giebt der Hoffnung Ausdruck, daß eS in der Commission durch Zugeständnisse von jeder Seite zu einer Ber- ständtgung über die Vorlage kommen möge.

Abg. Holtz-Parltn (Rp.) constattrt zu seinem Bedauern, daß die Vorlage heute im Allgemeinen eine weniger günstige Be- urtbtllung gefunden habe, als gestern. Auf daS Gerede von der LteoeSgabe etnzugehen, fei überflüssig, denn daran glaube im Lande doch Niemand mehr. Auch mit den Einzelbesttmmungen der Vorlage erklä t sich Redner im Allgemeinen einverstanden.

Schatzsecretär Graf Posadowsky tritt noch den mancherlei gegen die Vorlage erhobenen Einwänden entgegen.

Damit schließt die Debatte und die Vorlage geht an eine be­sondere Commission.

Das Hau« vertagt sich auf Montag 1 Uhr: Binnenschiffsahrts- und Flößereigefetz in zweiter Lesung. Schluß b'/e Uhr.

Deutscher Reich.

NN. Darmstadt, 27. April. Die Ankunft Seiner Majestät des Kaisers in D arm st a dt-erfolgte gestern Abend um 6 Uhr. Mit dem Glockenschlag dampfte der stattliche Kaiser« zug, geführt von Obermaschtnenmeister Becker, in den Bahnhof der Main «Neckar «Bahn, woselbst sich Seine Königl. Hoheit der Großherzog, Prinz Wilhelm von Hessen, Prinz zu Holstein, der neue Divisionär von Goßler, der Preuß. Gesandte und seine Gemahlin und andere hohe Militärs eingefunden hatten. Da Se. Majestät militärischen Empfang nicht gewünscht hatte, war eine Ehrencompagnie und EScorde zum Empfang nicht commandirt. Sofort nach dem Halten des ZugS ent» stieg der Kaiser seinem Salonwagen und eilte auf Se. Kgl. Hoheit den Großherzog zu, wobei er ihm kräftig die Hand schüttelte und ihm beide Wangen zum Kusse bot. In der herzgewinnendsten Weise begrüßte hierauf der Kaiser den Prinzen Wilhelm von Hessen, sowie den preußischen Gesandten, mit deffen Gemahlin und Tochter er sich lebhaft unterhielt, sowie sämmtliche anwesende Offiziere, denen er sämmtlich die Hand reichte und sie begrüßte. Zum Empfangssalon der Main-Neckar-Bahn von Sr. Königl. Hoheit geleitet, bestieg der Kaiser mit dem Großherzog einen vierspännigen Wagen a la Daumont und fuhr unter den Hochrufen und Tücher« schwenken eines nach vielen Tausenden zählenden Publikums in daS Großh. Palais am Wilhelminenplatz, woselbst er zunächst seine Großmutter, die Königin von England, und Prinzessin Beatrice, sowie die junge Großherzogin begrüßte. Bon hier aus fuhr der Kaiser mit dem Großherzog, überall mit Hochs begrüßt, nach dem Refidenzschloß, woselbst der Kaiser Wohnung genommen hat. Im Gefolge deS Kaisers befand sich Generallieutenant von Plesien, Legationsrath von Kiderlen-Wächter, Generalarzt Dr. Leuthold, Hofmarschall Freiherr von und zu Egloffstein, Oberst von Scholl, Major Graf von Moltke und Major von Jacobi. Um */a 8 Uhr begab sich der Kaiser nach dem PalaiS am Louisenplatz, wo- selbst die Königin von England wohnt. Dort fand Familien- und MarschallStafel statt. Um 10 Uhr wurde von den Mitgliedern des Großh. HoftheaterS daselbst daö Lustspiel von BendixDie zärtlichen Verwandten" zur Aufführung gebracht. Um 11 Uhr fuhr der Kaiser inS Großh. Residenz« schloß zurück.

Berlin, 27. April. Die WahlprüfungS-Eom- Mission deS Reichstages beschloß, die Wahl des Ab­geordneten Reibnitz (Wahlkreis Gumbinnen-Tilsit) zu be­anstanden und den Reichskanzler zu ersuchen, durch die preußische Regierung Beweis erheben zu laffen.

Frankfurt a. M., 27. April. DieFrankfurter Zeitung" meldet aus Paris: Heute früh fand ein schrecklicher Unglücks fall in B ouzey bei Epinal (Vogesen) statt. DaS Reservoir de« OstcanalS brach plötzlich durch und ver­ursachte ungeheure Verwüstungen. Viele Häuser in den um­liegenden Ortschaften wurden weggeriffen. 38 Menschen kamen umS Leben, 40 wurden weggeschwemmt und werden noch vermißt. Der Schaden beträgt mehrere Millionen. Der Minister ordnete telegraphisch Unterstützung der betroffenen Familien an. Die Eisenbahn« Berbindungen find gänzlich gestört.

Hofgeismar, 27. April. Amtliches Äahlergebniß der Reichs r ag S « Ersatz wähl im Wahlkreise Rinteln- Hofgeismar-Wolfhagen: Don inSgefammt 9246 ab­gegebenen giltigen Stimmen erhielt Dr. Vielhaben (deutsch- social) 5029, v. Wächter (Socialdemokrai) 2265, Souchay (nat.-lib.) 1245, Dr. Virchow (freis. DolkSp.) 502 und Martin (hessische Rechtspartei) 164 Stimmen. Dr. Vielhaben ist gewählt.

Neueste

Wolffs telegraphisches Correfpondenz-Bureau.

Hamburg, 28. April. Fürst Bismarck erwiderte den Hamburger Nachrichten" zufolge auf die Ansprache des Führers der Deputation des GefammtauSfchuffeS deS Ver­bandes alter EorpSftudenten, HanS v. Hopfen, mit herz­lichstem Dank für die ihm durch Errichtung eines Denkmals auf der Rudelsburg, welche ihm auS feiner Jugend wohl­bekannt sei, zugedachte Ehrung. Der Ausspruch DanteS: Kein größerer Schmerz, als in der Zeit deS Unglücks zurück­zublicken auf die glückliche Zeit" fei unwahr, wenigstens bei ihm. Er finde jetzt, wo er krank und matt sei, in dem Rückblick in eine glückliche Zeit Ruhe und Frieden. Nicht hohe Stellung mache glücklich, sondern Gesundheit. Er sei nie herrschsüchtig und ehrgeizig gewesen, sondern immer nur diensteifrig. Es sei ihm immer werthvoller gewesen, Nie­mandem zu gehorchen, als Anderen zu befehlen. Doch habe er seinem alten Könige mit Liebe gehorcht. Auf sein CorpS- verhältniß übergehend, äußerte der Fürst, die schwarzen Punkte seiner Jugendzeit finde er doch in diesem Verhältniß. Er hätte mehr gearbeitet und weniger Schulden gemacht, wenn er nicht im Corps gewesen wäre. Der heutige LuxuS der CorpS sei eine betrübende Thatsache. Er würde aber dennoch auch heute in ein CorpS eintreten. Man halte dort einigermaßen zusammen. Die durch die CorpS geknüpften Bande seien fester als andere, welche später vielfach zer- riffen. In seiner Erwiderung auf die Adreffe der Olden­burger betonte der Fürst die hohe Bedeutung der Land- wirthschast als ersten Gewerbes Deutschlands. Wenn die Landwirthe zusammenhalten mit Ruhe und Besonnenheit, so würden sie mit der Zeit auch erreichen, daß sie als die erst­geborenen Kinder deS Landes und des Volkes anerkannt und berücksichtigt werden. Wenn die Landwirthschaft etwas gewinn- reicher würde, so würde auch das jetzt noch vorhandene Ein- fuhrbedürfniß für Getreide schwinden. Noch mehr sei daS in der Viehzucht der Fall, die man noch leichter gegen die Uebermacht ausländischer Zufuhr schützen könne.

Depeschen deS BureauHerold".

Darmstadt, 28. April. Gestern Abend 8'/, Uhr fuhr der Kaiser nach dem Palais am Louisenplatz, dem Absteige­quartier der Königin, wo um 3s/4 Uhr Familien- und Mar­schalltafel stattfand. Später führten daselbst die Mitglieder deS HoftheaterS BenedixS LustspielDie zärtlichen Ver­wandten" auf. Am Sonntag Vormittag legte der Kaiser im Mausoleum auf der Rosenhöhe einen Kranz nieder. Sodann besuchte er den Prinzen SolmS und wohnte dem Gottesdienste im PalaiS am Louisenplatze bei. Um 12 Uhr 7 Min. holte der Kaiser in Begleitung deS Großherzogs und der Prinzessin Beatrice am Main«Neckar-Bahnhof die Kaiserin Friedrich ab, welche mit dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich Carl von Heffen eintraf. Um 2 Uhr fand im PalaiS am Louisenplatze Großherzogliche Tafel statt, woran der Kaiser, die Königin, die Kaiserin Friedrich u. s. w. theilnahmen.

G. Darmstadt, 29. April. Der Kaiser ist heute Morgen um 7 Uhr nach Schlitz abgereist. Vorher, um 5 Uhr, ließ der Kaiser die gejammte Garnison alarrniren.

Ließe», den 29. April 1895.

* Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 27. April dem Oberconsistorialrath und Superintendenten der Super- intenbentur Gießen Prälaten D. Victor Habicht das Comthurkreuz erster Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen.

* Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog empfingen am 27. April u. A. den Professor Dr. Sommer, Director der psychiatrischen Klinik in Gießen, den Oberförster Bücking von Büdingen.

W. Ehrung für den Herr» Pralateu>ud Superiuteu- deuten Dr. theol. Victor Habicht. Zur Ehrung des Herrn Prälaten Habicht anläßlich seines 50jährigen Dienstjubiläums wird Herr Professor Dr. Stade morgen, dem Tage der offi­ziellen Feier des Festes, in Darmstadt als Vertreter unserer theologischen Fakultät, deren Doctor der Jubilar ist, ein auf Pergament gedrucktes kunstvolles Glückwunsch-Diplom Über­reichen. Bon der Stadt Grünberg werden Bürgermeister Zimmer, Dekan Pull mann und Gemeinderath Stamm­ler dem Gefeierten den Ehrenbürgerbrief ihrer Stadt über­bringen und gleichzeitig eine Glückwunschadresse behändigen, worin außer dem Stadtvorstand, der Kirchen- und Schul­vorstand, sowie die Großh. Armencommisfion dem Herrn Prälaten Habicht gleichzeitig für sein segensreiches 11jährige» Wirken in Grünberg, in ihren Korporationen, denen er bis vor 25 Jahren als Vorsitzender angehörte, die Anerkennung und den Dank aussprechen. Der Ehrenbürgerbrief, welcher am Kops daS in Farben ausgeführte Wappen der Stadt Grünberg trägt, sowie die Glückwunschadresse find Meister­stücke der Buchdruckerkunst, auf Pergament in altdeutscher Manier gedruckt.

* * Wir erhielten nachstehende Zuschrift: Die an- gekündigte RecitatiouS Serie bet Baronin K. C|enEerfei scheint sich eine- recht regen Zuspruchs zu erfreuen. Wie wir erfahren, ist eS ihrer Thätigkeit und Umsicht gelungen,

schon letzt, vor Beginn ihrer künstlerischen Leistungen, einen Beitrag zu Gunsten bei Vereins für die Armen« und Kranken­pflege unserer Stadt, dem Vorstand abgeben zu können. Die Vorträge der uneigennützigen Dame werden unS au» Mainz und auS Darmstadt als sehr gediegene geschildert« Wir scheinen in der Hoffnung nicht fehl zu gehen, wenn wir annehmen, daß dal finanzielle Erträgniß dem Verein mehr bringen wird, als man sonst in solchen Fällen gewöhnt ist. Ein großer Gewinn zu Gunsten deS Vereins wäre zu erzielen, wenn die Nibelungen all Festspiel mit lebenden Bildern aufgeführt werden könnten. Wir bitten alle Die» jenigen, welche der Baronin beim Arrangement hilfreich zur Seite stehen wollen, in der Ricker schen Buchhandlung ihre Adressen bekannt zu geben. Ein Auszug auS W. Jordan» Nibelungen ist von Baronin Osten-Sacken zum Festspiel ein­gerichtet worden. Wenn sich der Vorstand des Vereins für Armen- und Krankenpflege an die Spitze dieser Aufführung stellen würde, hätte man ohne Zweifel ein ausverkaufte» HanS mit einem bedeutenden Reingewinn, aber allein kann Frau Osten-Sacken eine so große Aufführung nicht leiten. Wer hilfreich die Hand bieten will, der melde sich in den nächsten Tagen.

* * Brandstiftung l Vorigen SamStag Abend wurde von einem Forstgehilfen ein angetrunkener fremder Hausirer bei der Polizei cingeliefert, welcher im Verdacht steht, einen Haufen Reistg im Schiffenberger Wald angezündet zu haben.

* Diebstahl. Ein Taglöhner von hier wurde am vorigen SamStag verhaftet. Derselbe hatte ein Gartenhaus auf dem NahrungSberg erbrochen und einige Gegenstände daraus ent­wendet,- auch hatte er verschiedene Sachen darin demolirt.

* * Gebrauchsmuster - Eintragung. Stopfbüchsendichtung, auS zwischen zwei Metallringen von trapezförmigem Quer­schnitt gelagerten konischen Ringen von rhombischem Querschnitt - Hugo BuderuS, Hirzenhain, 9. 3. 95.

Ter «ittelrhemische Verband der evangelische» Arbeiter» Vereine wird sein diesjähriges verbandsfest auf dem Niederwald feiern.

n. Reichelsheim i. d. W., 27. April. Mit dem ab- gelaufenen Geschäftsjahr kann unsere Molkereigenossen­schaft recht wohl zufrieden sein; den» e» wurde darin ein Ge­winn von 19573 Mk. 28 Pfg. erzielt, welcher nach Abzug der satzungsmäßigen Abschreibungen unter die Genossen nach Maß­gabe deS gelieferten MilchquantumS vertheilt werden wird. Für gelieferte Milch wurden 137 495 Mk. 10 Pfg. bezahlt und für Molkereiproducte 171 511 Mk. 82 Pfg. eingenommen. DaS GefchäftSguthaben der Genossen beträgt 11 775 Mk., die Sicherungseinlage derselben einschl. der Zinsen 19 229 Mk. 57 Pfg., der Reservefond 2424 Mk. 60 Pfg., die Betriebs- rücklage 2375 Mk. 60 Pfg. Die ordentliche Generale Versammlung ist für den 5. Mai anberaumt.

§ Bom höheren BogelSberg, 26. April. Seit einigen Tagen ist hier mit dem Ausfäen deS Hafers begonnen worden, auch die sonstigen Feldarbeiten haben ihren Anfang ge­nommen. Die Witterung ist seit einigen Tagen sehr günstig für die Entwickelung der Vegetation, warmer Sonnenschein mit Regen wechseln ab; der Wintersaat kommt diese Witterung sehr zu Hilfe und können wir nun doch noch auf eine gute Roggen- und Weizen-Ernte hoffen. Die Wiesengründe zeigen einen bedeutenden Wuchs. Erwähnt sei an dieser Stelle auch, daß in der Nähe von Volkartshain (Kreis Schotten) im sogenannten Salzwäldchen in einem jungen Fichtenbestand der Schnee noch zwei Meter hoch liegt.

VemHcbtci.

* Frankfurt a. M., 26. April. Im Jahre 1894 wurden 67 Ehen rechtskräftig geschieden und bei 95 Ehe­schließungen wurden 108 voreheliche Kinder

* Nach einem Berichte der Londoner Laudwirthfchaftliche» Gesellschaft sind in England im vergangenen Jahre für 14 Millionen Pfund Sterling Butter, Eier und Früchte eingeführt worden, welche Zahl beweist, welche» wichtige Absatzgebiet Britannien für solche Produkte bildet. An der Lieferung beteiligen sich so ziemlich alle Länder der Welt, nächst den europäischen Ländern besonder» Australien. (Mit- getheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Rejichelt, Berlin N.-W.)

' Eine heitere Geschichte wird vom Bischof von Westminster erzählt. Trat da jüngst Jemand auf ihn zu und sagte ihm:Reverend, wissen Sie, daß ich Ihnen einen herzlichen Gruß von meiner Mutter auözurichten habe." Der Bischof, der ungemein kurzsichtig ist, da» er aber nicht merken lassen will, that sehr erfreut und rief in jovialem Tone:So ? Na da» freut mich. Lebt die alle Seele noch? Wie geht eS ihr ? gut? wa»? Na geben Sie nur Acht auf sie, s geht nicht» über eine gute Mutter." Sprach», klopfte dem Andern auf die Schulter und ging. Wie wurde ihm aber, al» er erfuhr, daß derAndere" fern Anderer al» der Herzog von Connaught, unddie alte Seele" die Königin von England war!

~ Der Baler de» Präsidenten. Londoner Blätter melden: Don dem originellen Präsidenten de» Tran»vaal», Krüger, oder, wie ihn feine Mitbürger nennen,Dom Paul", wird folgende Anecdole erzählt: vor nicht langer Zeit besuchte der Herzog von Abercorn den Präsidenten. Der Herzog fand e» nöthig, Oom Paul mitzulheilen, daß er zwanzig Jahre lang Parlament»«Abgeordneter und fein Vater irischer Dizekönig gewesen sei.Ach", erwiderte Oom Paul,da» ist gar nicht». Mein Vater ist Schaf Hirte gewesen."

Zu viel Eifer. In der spanischen Hafenstadt Ali­cante wurde kürzlich eine neueZarznela" (Schauspiel mit Musik und Gesang), die vielen Anklang sand, zum ersten Male anfgesührt. Der Kapellmeister Moncayo bhighrte, durch den Beifall hingerissen, mit solchem Nachdruck, daß der Taktstock seiner Hand entglitt und birect in da» Auge der Primadonna Frau Medina geschleudert wurde. Der Schlag