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Der erscheint täglich, mit LuSnahme bei Montag»
Die Gießener M.Mitte-otLller werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.
Zweites Blatt. Freitag den 22. November
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Feuilleton.
Verschiedene! Busrtjierr. >?;
KriegSbtlder von jetzt und damals.
von Moritz von Berg, Verfasser der „Ulanenbriefe"^ (1. Fortsetzung.)
Noch immer klatschte der Regen herab, weine laugen Stiesel waren bis an den Rand voll Wasser gelaufen und der Regenmantel hatte, wie gewöhnlich bet einem strammen Landregen, sehr mangelhaft seine Pflichten erfüllt; so kam eß, daß ich mir, endlich vom Fuchs heruntergekletrert, noch nasser vorkam, als oben, und zögernd folgte ich dem weisenden Finger des WirrheS in die schwarzgeräucherte „Deele", dem gemeinschaftlichen Aufenthalt für Mensch und Bieh. Genügend schon war mir die Einrichtung eine- solch nieder« sächsischen HausrS bekanntj ein großer Raum, in welchem zu beiden Seiten die Kühe und eventuell die Pferde stehen, bat auf der dem Eingang gegenüberliegenden Sette das Heroseuer und rechts und links davon einige Thüren, welche in die sogenannten ^Stuben" führen. Hier war alles ge« schwärzt von Rauch, der in blauen Streifen seinen AuSgang mühsam auS dem Thorweg suchte. In ganz PennigSehle befand sich kein Schornstein und nur in der Schule sollte ein solcher gebaut werden, wie ich später hörte.
Des Reiters Parole folgend: „Erft die Pferde und dann die Menschen," bat ich nun den Colon, mir daß Gelaß für erstere zu zeigen. Dieses geschah, und nachdem ein paar Kühe höflichst ersucht waren, etwas seitwärts zu_schlteßen, gelang es meinen Pferden, indem sie ihre stolzen Häupter tief be"gen mußten, einen Platz zu erreichen, der ihnen ohne Kaufe, nur mit einer Kuhkrippe versehen, notbdürftig eine Ruhestätte bot. Wo für meine nachkommenden Wagenpferde Platz Herkommen sollte, war vorläufig noch unerfindlich.
„Na, nu kommen Se mau rin," so redete mich der ver« ehrte HospeS an, und ich folgte ihm ahnungslos ob der Dinge, die noch kommen würden.
Als wir an dem gastlichen Herdfeuer ankamen, über welchem an einem Steighaken ein schwärzlicher Topf über dem Feuer brodelte, öffnete sich die Thür und heraus trat
— fie, des Gastfreundcs Töchterlein „Marie", der für zehn Tage mein körperliches Wohl in Bezug auf Nahrung und Verpflegung anvertrant sein sollte. Q Marte, wie sahst du auS, wie du da einladend vor mir standest und mir die dicke, rothe Hand entgegenstreckteft! War es das braune Wasser der Heide, welches dir einen solchen Abscheu erweckte, daß eS dir zu dem Zwecke der Reinlichkeit so unbekannt war, oder hatten die bräunlichen Tinten der Kiefern ihren Ton all mählich auf dir abgelagert? Jung warst du nicht mehr, liebliche Heidetochter, so Ende der Dreißiger, aber stattlich, wenn auch nicht schön von Gesicht, doch stattlich in Bezug auf Figur und Taille, mein rechter Flügelmann war in Brette und Stärke ein Waisenknabe im Vergleich zu dir.
Ob ich dich zu den Blonden oder Brünetten rechnen durste, daS entzog sich vorläufig noch meiner Beurthetlung, da em dickes Kopftuch daS Haar verhüllte. Ein späterer zufälliger Anblick deiner Vorbereitungen zum Kirchgang (schreckliche Erinnerung) hat mich zu dem Glauben gebracht, daß „lehmfarben" die richtige Bezeichnung deiner Haarfarbe sein möchte.
„Wullt Se ok wat eten?" DaS waren die lieblichen Töne, welche unserer Vorstellung folgten, und nun setzte sie weiter auseinander, daß der Quartiermacher gesagt habe, mein Esten würde ich wohl unter, hiesigen Verhältnissen mit mir führen. Nun war eS zwar richtig, daß ich für Fälle der Noth einige Büchsen conservtrter Gewüie rc., die sehr schmackhafte Sachen enthielten, auch Wein, Thee und Zucker mit mir führte - aber für zehn Tage war die Sache doch wohl bedenklich und — o Graus, mein Wagen nickt da, auf dem all diese Sachen waren. Dazu ein Hunger!! O, du prachtvoller Hunger der Mauöoerzeui Dieser liefe mir daß Diner-Anerbieten Martes nicht ganz unannehmbar erscheinen uod indem tch ihr versicherte, dafe ich mit ihrem so freund lichen Vorschlag durchaus einverstanden und für eine möglichst schnelle Erledigung desselben sei, bat ich den Wirth, mir nun mein Ztmmer zu zeigen, da die Situation mir nun doch nachgerade etwas sehr uäfelich war.
Die Zimmerthür war leicht gefunden, eS war die auf der anderen Sette des Herdfeuers. O, Piofanation des Wortes Kemnate, welchen alten Namen man diesem Gemach
bcizulegen beliebte. Die Kewnate hatte ich mir sretS als da» Fraucngemack in den alten Ritterburgen gedacht, worin bet Ritter das Schönste zusammentrug, das er auf seinen Züge» für die Dame seines Herzens fand. Ur b nun dieser Rauul^ der hier vor meinen entsetzten Blicken lag! Fünfzehn Fuß ungefähr im Quadrat, in der Mitte ein Tisch, daneben ei« Strohstuhl, ein anderer Stuhl, auf dem ein irdenes Waschbecken stand, ein Fenster mit kleinen schmutzigen Scheiben, da» auS Grundsatz nie geöffnet wurde, und schließlich zwei große Schrankthüren in der Wand, daö war so ziemlich alles, wa» sich meinen entsetzten Augen bot.
Man vergegenwärtige sich die durchnäßte Situation, de* Humor war im Sinken bei dem Gedanken, dort hinein al» trautes Heim, als comfortableS chez moi nach sieben anstrengenden Manöoertagen, der drei Ruhetage dabei gar nicht zu gedenken. DaS war hart! Auf meine schüchterne Frage, wo ich schlafen sollte, öffnete Westdorf die geheimnißvollen Schrankthüren und zu meiner aufrichtigen Überraschung lag die wunderbare „Butze", daS nationale Schrankbett, vor meinen Augen.
Die Ueberzüge desselben spotteten jeder Beschreibung, da» Plumenau war ungefähr drei Fuß hoch, die eigenthümlichste Einrichtung aber war die, daß, durch ein halbsüßigeS Loch in der Wand, ein Loch, nicht etwa ein Fenster, sehr freundlich mein Fuchs hindurchblickte, als wollte er mir sagen: „bon jour, voiain.*
Dafe selbstverständlich mit dem Anblick dieses meines Nachbars auch der ganze Parfüm des PferdestalleS zu mir hineindrang, bedarf nur der Erwähnung, um auch die Freude« deS letzten buen retiro, meines BetteS, ahnen zu lasten. Vater Westdorf empfahl fick; ich stand schaudernd vor Kälte und Aergerniß über die Situation da und zog mir de« klatschenden Regenmantel herab - dann machte ich vergebliche Versuche, die langen Stiefel auSzuz ehen, welcke aber, wie gewöhnlich, wenn sie natz waren, meinen Bemühungen spotteten und erst endlich, nachdem durch daS Loch in der Wand der SuccurS meines Burschen aus dem Stalle erfolgt war, dem gemeinschaftlichen Zerren und Ziehen sich bequemte».
(Fortsetzung folgt.)
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