eUnng nKlslh".
MHS aren. * ttion. ■ »tz ‘rie! ▲ ctmbtt 1895 M u. s. W.
MM-Fr M
ibt 78. 4
I 'M itei ackeret, kN Wn, fmb M 994t fchaaV wta M AahllhojßrLtzr W.
iilbnrmtt
R. 81- 26.- iii 85-
nte
v.
int :tn
1M- li-
ia- 811- M 126;
K
8*1
11
*
?!
11!
15!'
V11 Ctli
|Q (ibonne®^
ht
I 18Sö. ^2K
102.20
M tb.l5
89.10
«.•* 31'6 10U
®b. CU- lotll
i
*
«ndv-
811'
iS»»
Donnerstag den 28. November
Zweites Blatt
Nr. 280
vierteljähriger
Zlints- und Zlnzeigeblatt für den Kreis Gisste»
chratisbeikage: Hießener Aamikienbkätter.
Da«
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für bei folgenden Lag erscheinenden Nunimer bil Barm. 10 Uhr.
Manöverzeit ist'« In unserem nördlichen Denischland. ___Getreide beginnt von den Feldern za verschwinden, überall hört man da« klingende Geräusch der Sense, und die
vringerlohn.
Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg.
Aedaction, ExpeditiM und Druckerei: Kchnlstratze Mr.«. Fernsprecher 51.
I.
Verschiedene Quartiere.
Der Retter und sein geschwindes Roß, DaS sind gefürchtete Gäste, Sie nehmen sich In Feindesland AuS jedem Schloß das Beste.
dauerndem Manöver und einer im Regen verbrachten BtwakS- nacht PennigSehle, meinem Quartier sür die nächsten zehn Tage, entgegeuritt.
So weit da« Auge reichte, sah man nur Fichten und Heide, Heide und Fichten- der Regen floß in Bindfaden herab, die Heide und die Rücken unserer Pferde dampften. DaS Biwakirühstück war, wie immer, mäßig gewesen, ein sehr lange« Manöoertren hatte auch nicht gerade appetit« tödtend gewirkt, genug, ein Hunger, dem ein gutes Quartier dringend nölhig war, erfüllte die Magen von Reiter und Pserd, und jede« sehnte sich nach warmer Stube und Stall.
Und immer noch nicht« davon zu sehen.
Da piötzi'ch hörte ich hinter mir das Wort, da« liebliche: „Der Quartiermacher", und wirkl-ch, hinter einem Busch hervor zeigte sich derselbe, gab die vorgeschrtebene linke Wabe, kam galoppirend an mich heran und meldete: „Herr Major, hier rnüssin wir ausetnandergrhen, Lantonne ment Pennigsehie, sech« Unierosfiz-ere, zwei Trompeter, sünfunbfünfztg Pferde. Die Quartiere sind schlecht. Die übrigen beiden Züge unter Premler-Lieutenant v. K. kommen nach L." ,
So. Da« war ja nett, sehr nett. Auf meine Frage, wo denn PennigSehle wäre, meldete er: „ES sei von Pknn'gsehie, einer Bauer'chaft von einer halben Meile im Umkreise, für jetzt nur ein HauS zu sehen, und zwar mein Quartier, und daS sel dort."
Und in der That, ich unterschied ein graues, niedriges Strohdach ohne Schornstein; mein Humor begann bereit- blühender zu werden. Zudem melbcie der Gefreite weiter, daß auch die Ställe sehr schlecht wären, da die Bauern nur ein paar Kühe und selten ein Pserd hätten. Auch daS noch. Doch „Mensch ärgere dich nicht."
Der Premier Lieutenant mit seinem Detachement wurde entlasten.
Die Beritt« wurden hervorgenomrnru, Billets vertheilt, weiterer höherer Befehl von mir über Älarmplatz, Rapport
u. s. w. auSgegrben, auch den Leuten noch eine -arte Au« deutung gegeben, etwaige Unzufriedenheiten im Quartier durch desto größere persönliche Liebenswürdigkeiten zu tier- gelten, und die Beritt« ritten kopilchllttelnd ab. Ich aber näherte mich zögernd meinem Quartier, dem Hofe de» Colonen Westdorf, noch glücklicher durch die Nachricht, daß mein Wagen mit dem Gepäck noch nicht angikommen sei na» sich vielleicht in den Hetdewegen verfahren habe.
Welche Quartiere hatte ich ' un schon erlebt in diesen langen FriedenSjahren nach dem Kriege! Elf Jahre nannte ich die EScadron bereit« mein eigen, und wenn ich sie jetzt auch seit zwei Jahren al« Major führte, Io war mir dir Sache in den kleinen Dörfern, der S'ab erhielt ja immer die beste Blumenlese bei der Unterbringung, mit der Zett schon langweilig genug geworden, und nun gar diese Aussicht. O, du blühende Heide!
Je näher ich dem Westdors'schen Hause kam, desto mehr schwand jegliche Illusion, die ich mir vielleicht noch, de» Grundsätze folgend: „Was man sich schlecht denkt, ist oft nachher desto bester," hätte machen können.
AuS der Heide wurde eine naste Heide, ja der tietl* fabele Sumpf, in welchem der Landregen große Tümpel gebildet hatte- ein Knüppelwall führte durch diefe unb auf ihm ritt ich nun, mein Fuchs hob vorsichtig Fuß um Fuß der Knüppel wegen, dem von ein paar Eichen umgcbruea Kampe de« Westdorf'schen Hause« zu- hinter mir folgte, leise Flüche vor sich hinmu'melnd, Jean mit meinen anterra Pferden und ein Trompeter.
Den Hof schloß ein dicker Balken ab, der, erst von meinem Trompeter gehoben, sich knarrend drehte und un» den E'ngang öffnete. — Da waren wir. — Der Colon stand vor un«, rückte an der Z'vfelmütze und streckte verlangend sefne Hand nach dem Q-iartierbillet au«. Al« er dieses erhalten und sich wirklich Überzeugt hatte, daß ich seine richtige Einquartierung sei, sagte er: „Nu, guden Dag ok, nu fitzen Se man af." (Fortsetzung folgt).
Der tUlmer Anzeiger erscheint täglich, »ti Ausnahme des Montag«.
Dir Gießener Domtlieublälter werden dem Anzeiger »Lchentlich dreimal deigelegt.
Feuilleton.
Verschiedene Auartiere.*)
KriegLbilder von jetzt und damals.
Von Moritz »on Berg, Verfasser der „Ulanenbriefe"
(Nachdruck verboten.)
Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Au-lande« nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Heide blüht.
Die Heide blüht. Wie habe ich mit dem Dichter ge schwärmt, wenn ich al« Tourist in jungen Tagen auf schnellem Pferde im Lande von Annette von Droste« rother Erde durch die Heide ritt:
Mein Roß geht langsam durch die Nacht, In Blumen steht die Heide rc. rc.
und wie bist du, blühende Heide, bet mir in Mißcredit gekommen seitdem.
ES heißt, man muh in dir gelebt haben, um dich lieb gewinnen, ich sage, man darf dich nicht zu genau kennen, um dich lieb zu behalten.
ES war ein echter Regentag, wie der September, unser eigentlicher Manövermonat, so viele m't sich bringt, als ich Nachmittag« 3 Uhr mit meiner Ulanen Escorte nach lang
•) AuS „DaS Geheimfach meine« Schreibtische«. Erinnerungen au« dem Leben eine« alten R-ite'smann's/ Von Iftoilb von B<rg. Drei Bände compl. drosch. Mk. 10.-, comp\ »ebb. Mk. 13.— E nuln . Band l b>oich Mk. 5 —, aebd. Mk. 6 50, Band II und III ä Mk. 3— drosch., elegant gebt» Mk. 4.—. Dor- cäthig in allen Buchhandlungen.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
Giessen 1895: Silberne Medaille.
Ä
K
Caviar, Käse, Cervelatwurst.
Wasserdichte
Wagendecken.
Delicatessen, Conserven, Mineralwasser.
zur
Confect-
und
Sämmtliche
seit
Jahren anerkannt beste
einen
Wäsche Betten SpecialitätBraut-Ausstattungen Anerkannt gute Qualitäten,Grösste Auswahl Billigste Preise Fritz Nowack Wäsche Fabrik. Gi essen
Droguen, Colonialwaaren,
Südfrüchte.
Emil Fischtt
Seltersweg 24
Fernsprecher 22.
Chocolade « der Herren Job. Phil. Wagner & Co.
in Mainz. (0842
Cacao, Thee, Kaffee in vielen Sorten fein und reinechmeckend.
Weine, Mousseux, Spirituosen, Liqueure. Biscuits, Freiburger Bretzel. Pumpernickel.
_______w
[ Loule Awittlch II. 1 Glessen.
s
[6102]
rA. Holterhoff Söhne, Seltersweg 20. I mcealaeiteBi I in 8649
Blousen, Jupons, Tüchern, Echarpes, g ICapotten, Schulterkragen, Kinder-Capes 9 und -Mützen, Mafien und Fantasie-Artikeln.
Kuchenbäckerei zu billigsten Preisen.
A>
85 Sonncnstraße S5
Atelier für Portraitsmalerei♦ 8366
Vortrait« in Del und Kreide in künstl. Ausführung nach Karlsruher Schule- Auch Unterricht- Otto Fritz, Kunstmaler. Atelier hau« «oethestratze 46.
in Kinderspielwaaren.
Alle Arten Selbst- und Heselllchaftsspiele
nach Dr. Georgen* Fröbel 9860
Dr. Lllhter'schk Holz- und Steinbankasten
Laterna magicas neuester Construction
Schaukel- und Aoll-Vserde
Trommeln — Trompeten — Säbel — Gewehre Puppeu-Srückwagkn, massive lkiter- und Kasieulvageu Läden, Festungen, Ställe, Theater
Suppeuzimmer, Möbel, Küchen- und Kücheneinrichtungeu Angekleidete Puppen, Puppeuköpfe aller Art Alle ^uppenltzeite, ässe chrößen Helenkpuppeu rc.
Für Wiederverkäufer
Consum-Vereine u. dgl.
empsiehlt
Christbaum-Confect, Butter- und Anisgebäck, Konditorei-
und Zuckerwaaren in großer Auswahl billigst die
Conditorei laidwig »öll,
Gießen, Marktstraße ÜÄ.
|ty Mache besonder« darauf aufmerksam, dak ich nur reelle und keine Schwindelwaare liefere.9620


