Ausgabe 
28.5.1895 Zweites Blatt
 
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Dienstag den 28. Mai

Amts- und Aiizeigeblatt für den Tireis Gieren.

Gratisbeilage: Hießener Kamilienblätter

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Mt InnoncavBurctnif deS In. und Auslandes nehmen Anzeigen für den ^Gießener Anzeiger" entgegen.

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Provinzen und LrhebungSbezirke.

vierteljähriger

Kösnunnenlspreiv: 2 Mark 90 Psg. mit Bringertohn.

Durch die Poft bezogen 2 Mark 60 Psg.

ftcbactien, Lxprdilion *nb Druckerei:

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Fernsprecher 61.

erwartet werden.

Die jetzt zu Ende gegangene Session deS Reichstages characterisirt sich durch den negativen AuSgaug der sie beherrschenden groben Fragen. Abgelehnt wurden in der zweiten Plenariesuug dieUmsturz Vorlage" und die Tabaksteuer - Vorlage, während der Gesetzentwurf über die Retchsfinanzreform nicht einmal zur Commissionsberathung gelaugt ist. Gescheitert find auch die ebenfalls wichtigen Novellen zu den ReichSjustizgesetzen und zu der Gewerbe­ordnung , von denen die eine auf nothwendige Reformen in der bestehenden Justizpflege deS Reichstages, die andere auf Einschränkungen des HaufirhaudelS zielte. Die erstere Dor- läge blieb im JustizauSschufie stecken, die Novelle zur Ge- Werbeordnung vermochte von der betrefienden Commission gerade noch mit Mühe durchberathen zu werden. Die äuge- kündigten weiteren bedeutungsvollen Gesetzentwürfe über die Börsenreform und die Bekämpfung deS unlauteren Wett, bewerbe- find dem Reichstage gar nicht zagegangeu. Dagegen find fertiggestellt worden: Der Etat und die verschiedenen Nachtragsetats, die Novelle zum Zolltarif, die Vorlagen, betr. die Regelung der privatrechtltchen Verhälmisie der Flöße» und der Binnenschifffahrt, dann die dem Reichstage erst im letzten Theile feiner Session zugegangenen Entwürfe, welche sich auf die Bekämpfung deS Sclavenhaudels, auf die Für- sorge für Wlttwen- und Waisen deS SoldateustaodeS, weiter auf die Ergänzung, resp. Abänderung deS Zuckersteuer- und des BrantweinfteuergesetzeS und des JnvalidenfondSgefetzeS beziehen. Außerdem genehmigte das HauS noch verschiedene kleinere Gesetzentwürfe und erledigte daneben eine ganze Reihe von Initiativanträgen; der wichtigste Antrag, der die Getreide­verstaatlichung betreffende Antrag Kanitz, blieb freilich in der Commission stecken. Die Session weist demnach immerhin positive Ergebniffe genug auf, aber da gerade die hervorragendsten Vorlagen nicht zu Stande gekommen sind, so muß sie doch mit zu deu unfruchtbarsten Tagungen der deutschen Volksvertretung gezählt werden. Auch die uner­quicklichen Reichstags. Vorgänge in der Frage der BiSmarck- Ehrung, weiter die fast chronisch gewesene Beschlußuufähigkelt des HauseS und mancherlei tiefgehende Verstimmungen anläß-

tionen Giessen,

Friedberg, Coblenz, Deetr,1 Ma, StodMJ ankommenden M, eise von 80 Pf, lener Anzeiger Aich durch d* Ate-

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Deutsche» Leich.

Berlin, 25. Mai. Kaiser Wilhelm ist am Freitag in der siebenten NachmittagSftunde von seinem Pröckelwitzer Jagdaufenthalte wieder imNeueuPalaiS bei Potsdam eingetroffen. Der erlauchte Monarch erfreut sich deS besten Wohlseins. Alsbald nach der Rückkehr des Kaisers fand im Neuen Palais zu Ehren der Königin von England, welche am Freitag ihr 76. Lebensjahr vollendete, ein größeres Diner statt.

Berlin, 25. Mai. DieNordd. Allg. Zig." widmet der abgelaufeuen Reichstagssession an leitender Stelle eine Betrachtung, in welcher sie unter Anderem sagt, daß diese Session zwar manche Lichtpunkte aufweise, wie z. B. die Annahme des Nachtragsetats der Forderungen für Armee und Marine u. s. w., daß aber gleichwohl schwarze Schatten aus der Session liegen blieben, da der Reichstag Beispiele gegeben habe, die als Vorfall der politischen Sitten und als Erscheinung des Niederganges anzusehen seien. In erster Linie kann man dabei, so schreibt das Blatt, die berüchtigten Vorgänge in der Sitzung vom 6. December, die noch immer keine Sühne gesunden haben, und die Verweigerung der BiSmarck-Ehruog in Betracht ziehen. Eine Heilung dieser Zu­stände könne nur in Läuterung der rechts stehenden Parteien

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Not« 1 sehr guter, 2 guter, 3 mittlerer, 4 geistiger, 5 sehr geringer Stand

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lich der Thätigkeit der Reichsboten Wersen eia recht unfreund- licheö Licht auf die abgeschloffene Thätigkeit deS Reichs- »arlameuts, gut darum, daß diese Session endlich der Ver- langeaheit angehört! .

Berlin, 25. Mai. Wegen Aufreizung in einer Rede in einer anarchistischen Versammlung wurde heute der Schloff» Weißhaupt zu 9 Monaten Gefängniß verurtheilt. Der wegen desselben Vergehens angekiagte Schloff» Wiese wurde frei- gesprochen. ____

Nr. 123 Zweites Blatt.

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Dir Wunder drs Morgknttndrs

- wen haben sie nicht schon bestrickt mit ihrem mystischen, geheimnißvollen Zauber? Die Märchen von tausend und dn» Nacht erschienen unserer kindlichen Phantasie als greif, bare Wirklichkeit und die Künste der indischen Zauberer und Nagler sind auch durch daS grelle Licht moderner Wiffeuschaft ihres räthselvollen Reizes noch nicht entkleidet worden. Im tzsgentheil, wir wiffen heute ganz genau, daß jene uralten ivüturvölker des OstenS in mancherlei Künsten und Kunst- sertigkeiten uns weit Überragen und daß wir auf vielen Krbleten von ihnen lernen können und auch thatsächltch gelernt haben. Im Besonderen war die Schönheitspflege von iüetfl her eine Kunst, die im Orient zu ganz erstaunlicher Vollendung entwickelt war. Ohne genauere Kenntniß der Sasetze der Chemie, die wir heute behe»schen, verstanden es Me Magier des OstenS dennoch, schon vor Jahrhunderten SaböuheitSmiltel herzustellen, wie sie in gleicher Vollkommen- heiit sür unS noch heute ein unaufgeklärtes Geheimniß find. «Ws der Bibel und auS anderen historischen Ueberlieferungcn

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Provinz Starkenburg.

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Durchschnitt für Starkenburg

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Durchschnitt für Oberhessen

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Ms. Bon der Schwalm, 24. Mat. Ja dem nahe bei Ziegenhain gelegenen Dorfe Ni ed er grenze b ach herrscht schon seit einigen Tagen eine Typhus-Epidemie In bös­artigster Weise. Der Tod hält eine schreckliche Ernt;. Das ganze Dors ist in Trauer gehüllt, denn ein großer Bruchthell der Einwohner liegt krank darnieder. Schon viele Todesfälle sind vorgekommen. U. A. ist der Bürgermeister des Dorfes mit fammt seiner Familie und Dienstboten der schrecklichen Seuche zum Opfer gefallen. Der Character der Krankheit soll dieses Jahr viel bösartiger als in früheren Jahren sein, wo auch in vereinzelten Fällen der Typhus austrat. Nieder- grenzebach ist ein großes Dorf mit meist neuen Gebäuden nn» großen geräumigen Wohnungen. Die Ursache der TyphuS- Epidemie ist allem Anschein nach aus schlechtes Trinkwaffer rurückzusühreu. ES find bereits amtliche Untersuchungen vorgenommen, auch Proben deS WafferS nach Marburg gesandt worden. . ..

* Zufolge derElbe"Katastrophe ist der Norddeutsche Lloyd bemüht, möglichst vollkommene RettungS-vor- richtuugen auf seinen Schiffen für etwaige Unfälle zu schaffen. So hat der kürzlich in Newyork augekommene DampferHavel" zwei neue metallene Rettungsboote, die Erfindung des Holländers de VoS, mitgebracht. Die bald nach der Ankunft in Hobokeu angestellten Versuche haben ergeben, daß das 30 Fuß lange und 9 Fuß breite Boot mit voller Ausrüstung zum Herablassen inS Waff» In 15 Secundeu klar gemacht werden konnte. Bewähren fich diese Boote, so sollen fie aus allen Dampsern deS Norddeutschen Lloyd zur Einführung gelangen.

Dn steinerne Gast Die Familie Sandstein in München erhält den Besuch eines Verwandten auS der Provinz Posen, deS Herrn KronowSky. Dem Posener Leder­händler gefällt es in München so gut, daß er seinen auf drei Tage bemeffenen Ausenthalt aus vierzehn Tage verlängert und auch nach dieser Zeit keine Miene macht abzureisen. Sehr zum Leidwesen Sandsteins, denen der Verwandte, der immer herumgesührt werden will, aus die Dauer lästig wird. Aus verblümte Anspielungen, seine Abreise zu be­beschleunigen, reagirte der dickfellige Posener nicht, er ver­sicherte nur, daß es ihm in München jeden Tag bester gefalle. Sandstein ist außer sich.Jettel", sagte er nach mehreren vergeblichen Versuchen zu seiner Frau,der KronowSky ist aus Dein» Familie, sieh' Du zu, wie Du den Posemr los toirfti" Frau Sandstein entledigte fich dteser Mission auch mit besonderer Delicateste.KronowSky", wendet sie sich eines TageS an den standhaften Gast,Sie sind nun schon vi» Wochen hier und amüsire» fich unberufen ganz gut. Aber was mich von Ihnen wundert :Sehnen Sie sich denn gar nicht nach Ihrer Frau?" - Der Posener legt gerührt die Hand aufs Herz.So wahr ich leb, Frau Sandstein, Sie haben m» aus der Seele gesprochen. Gestern hab tq meiner Frau geschrieben morgen kommt se!

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Freilich genügte es nicht allein, die Herstellung deS MyrrholinS" wieder aufzufinden, sondern jenes Heil- und Schönheitsmittel mußte auch den Erfahrungen der modernen Wistenschaft angepaßt werden, um auf diese Weise eine möglichst allgemeine Anwendung zu »möglichen. Die Vertreter der Wistenschaft und die Mehrheit der Aerzte entschieden sich dafür, daß dasMyrrholin" einer vollständig neutralen, reizlosen und milden Toiletteselfe zuzusetzen sei. So wurde ein Product geschaffen, wie eS bisher nicht existirte und das nach den umfaffenden wiffenschaftlichen Prüfungen als die einzige und vorzüglichste Toiletteseife bezeichnet werden muß, welche auf die Haut bestimmten Einfluß übt und die der Gesundhett und Schönheit in gleicher Weise förd»lich ist. Die neue Patent-Myrrholin-Seife kann wegen ihrer großen Milde besonders Frauen und Kindern, sür welche fie die beste und zuträglichste Toiletteseise zum täglichen Gebrauch und überhaupt Jedem, der für eine naturgemäße Pflege seiner Haut Sorge tragen will,^nur aufs Wärmste empfohlen werden. 4346 Dr* $

Tw chiettmer Anzeiger erscheint täglich, mit VuMpu H

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AamitteaSttlter werben bau Anzeiger ȊchmUlich dreimal bngelrgt.

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Nachrichten über den Saatenstand iw Groftherzogthum Heften

nm die Mitte des Monats Mai 1895.

Lasammengestellt bei der Großherzoglichen Oberen landwttthschaftt lichen Behörde.

aus jener Zeit ersehen wir, welche dominirende Rolle damals die förmlich mit Gold ausgewogenen Salb- und SchönheitS- öle bei jedem festlichen Anlaffe im Leben des Volkes spielten. Die Kunst, diese Schönheitsmittel zu bereiten, war daS Geheimniß ihrer Verfertig» und ist mit ihnen verschwunden. Nur einzelne Ingredienzien blieben bekannt und man wußte besonders, daß der ölige Auszug deS Myrrhenharzes wegen seiner aromatischen und eigenartig heilkrästtgen Eigenschaften den wichtigsten Bestandtheil gebildet hatte. Aber die Kunst, dies Myrrhenöl zu bereiten, war längst verloren gegangen. Erst neuerdings ist es einem deutschen Chemiker gelungen, daS Geheimniß wieder aufzufinden und so die Anwendung der ausgezeichneten Spezerei sür die GesundheitS- und Schön­heitspflege der Haut von Neuem zu ermöglichen. Mit welch ungewöhnlichem Erfolge dies geschehen, beweist zunächst die Pateutirung der Erfindung in allen Sulturftaaten und mehr noch die nahe an 3000 Anerkennungsschreiben, in denen deutsche Professoren und Aerzte daSMyrrholin" so nennt fich daS neue Präparat unumwunden als daS wirk­samste und bedeutsamste Mittel zur Hautpflege bezeichnen.

Provinz Rheinhessen.

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Bingen. .

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Ingelheim.

Mainz . .

Nieder-Olm

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, Osthofen .

Pfeddersheim

Wöllstein .

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Durchschnitt für Rheinhessen

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I wenige Procente der Anbaufläche (Erhebungsbezirke BenSheim und 'äÄfa, echotten bpCt.. Darmstadt 3 pCt. Winterweizen, und zwar im letzteren aaJiHthUFalle weaen Schneckenfraß) umgepflügt werden. Die Sommer- -- |ieten ftnd dis auf wenige Ausnabmen aufgegangen und zwar im Allgemeinen flut; nur in den trockenen Lagen bat die Trockenhett hl etwa« geschadet. Der Anbau der Kartoffeln ist zum Tbeil noch ___In Gange, Frühkartoffeln sind aufgegangen. Klee (auch Luzerne) ______~ ftfbt in der Provinz Starkenburg gut bis sehr gut, in den Provinzen Oberhesien und Rheinhefim nur mittelmäßig bis gut. Die Wiesen IW'3-. den sich im Allgemeinen gut entwickelt. Hinstchtltch der Wetn- 8J >>ecge kann nur bestätigt werden, was über den erhebltchm Froft- 21^- eben im voriarn Berichte bereits gesagt wurde; der Stand ist mit 18480 N wenigen Ausnahmen nur gering.

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