Ausgabe 
28.4.1895 Erstes Blatt
 
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1898

Sonntag den 28. April

Erstes Blatt

Rr. 99

Amts- und Anzeigeblatt für den Tireis Gieren.

Gratisbeilage: Gießener Jamitienbtätter.

Mindesten verfrüht sind.

zum Reichs ta g-

für Baumbach

der

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr.

Alle «nnoncen-Bureaux de» In- und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Die spanische Fregatte untergegangen gemeldete zwischen dem Vorgebirge

n Husten, "freit,

heute: nisch-

JSle Schiff Tarisa

freien und Hansestadt Bremen ernannt.

Weimar, 26. April. Ersatzwahl

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Deutscher Reichstag.

77. Sitzung. Freitag, den 26. April 1895.

Berlin, 26. April. Ueber Resultate der mit den neuen BekleidungS- und Ausrüstungs-Gegenständen angestellten Versuche dringen fortgesetzt Nachrichten in die Presse. Demgegenüber kann diePost" auf Grund zuver­lässigster Informationen mittheilen, daß alle derartigen Nach­richten entweder ganz auf Erfindung beruhen oder doch zum

Madrid, 26. April, de Luzon" hat das als Königin Regentin" und Trafalgar entdeckt.

vierteljähriger Monnrnunlsprel»: 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlodn.

Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg.

Redactton, ExpedittoA und Druckerei:

Schukftrahe?lr.7.

Fernsprecher 51.

(frelf.j 4384, für Bcrudert (Soc.) 6575 Stimmen. Aus 40 Ortschaften steht das Ergebniß noch aus. Voraussichtlich kommt es zur Stichwahl zwischen Baudert und Reichmuth.

Pari«, 26. April. Im heutigen Ministerrathe tbeilte der Minister des Innern LeYgueS mit, daß die ausständigen Omnibusbediensteten die Arbeit wieder ausgenommen haben.

Laadoo, 26. April. In Denny, Schottland, fand heute eine schwere Grubenexplosion statt. 164 Bergleute sind gerettet. 13 sind vermuthlich umgekommen.

Petersburg, 26. April. Der Kaiser und die Kaiserin begaben sich gestern nach Zarskoje-Selo. Graf Schu­walow wird in acht Tagen hier erwartet.

Lima, 26. April. Der Präsident der Republik Ecuador hat sein Amt niedergelegt.

Rewyork, 26. April. DaSReuter'sche Bureau" meldet auS Montreal, daß gestern dort eine große Tabakfabrik theilweife vom Feuer zerstört wurde. Der Schaden beträgt eine halbe Million Dollars. Bei AuSbruch des FeuerS entstand eine Panik unter den Tausenden in der Fabrik beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen, da die Rettungsapparate nicht benutzbar und die Fenster mit eisernen Schiebern verschloffen waren. Schließlich wurde ein Fenster eingeschlagen und die Arbeiterinnen begannen vom vierten Stock auf die Straße zu springen) fünfzig derselben mußten ins Hospital transportirt werden, viele trugen tödtliche Ver­letzungen davon.

tragen.

** DaS Goldene Kreuz für fünfundzwanzigjährige treue Dienste ist von Ihrer König!. Hoheit der Großherzogin als erste Serie an 75 Dienstboten aus der Provinz Starken­burg verliehen worden.

** Von der Universität. Der bisherige z w e i t e C u st u s der Universitätsbibliothek, Herr Dr. phil. SW a 111 n f e n, ist ans fein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. April ds. IS. seiner Stellung enthoben worden. An seiner Stelle wurde der seitherige Assistent Herr Dr. phil. K. Eb e l zum zweiten Custos und der seitherige Volontär, Herr Dr. phil. R. Fritzsche zum Assistenten der Großh. Universitätsbibliothek ernannt.

* Theater. Wie uns mitgetheilt wurde, weilte Herr Theaterdirector Pollak zur Jnspection der hiesigen Bühnen- verhältniffe hier, um zu seinem Gastspiel fehlende Decora- tionen rc. rc. mitbringen zu können. Nach Allem, was wir über die Leistungen dieses Opern-Ensembles gehört, haben wir eS diesmal mit einer Gesellschaft zu thun, welche

DerStandard" schreibt

Csceit» ttttd ptwimicße*

Bieten, den 27. April 1885.

Neueste Nacbricttten.

Wolff» telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Bremen, 26. April. Der Senat hat den Staats« fecretär Dr. v. Stephan anläßlich seines 25jährigen Jubiläums als Leiter des Reichspostamts und in Würdigung seiner hervorragenden Verdienste zum Ehrenbürger der

Berlin, 26. April. Auch die Stadtverordneten-Ver- sammlung von Charlottenburg hat auf Antrag des Stadtverordneten Schenk einstimmig beschloffen, eine Petition gegen die Umsturz-Vorlage an den Reichstag zu senden. Der Magistrat ist diesem Beschluffe beigetreten.

Berlin, 26. April. DieNationalzeitung" hört, daß Oberpräfident v. Achenbach den Stadtverordneten'Vorsteher Langerhans angewiesen habe, bet 300 Mark Geldstrafe die Absendung der gestern von der Stadtverordneten-Versammlung beschlosienen Petition gegen die Umsturz-Vorlage zu unter­lassen. Die Absendung war jedoch bereits erfolgt.

Berlin, 26. April. DieLiberale Correspondenz" weiß mitzutheilen, daß die von derFrankfurter Zeitung" ange­kündigten Erörterungen über den chinesisch-japanischen Friedensvertrag im Reichstage nicht ftattfinden werden.

Berlin, 26. April. Das Bismarck-Comite war heute Vormittag 10 Uhr unter dem Vorsitz des Abg. v. Levetzow im neuen Reichshause zusammengetreten, um die weiteren Einzelheiten der Errichtung eines Bismarck-Denkmals zu erörtern. Zunächst wurde zur Vervollständigung der Preisrichter - Jury geschritten. Sodann wurden die Be­dingungen für die beabsichtigte Ausstellung der eingegangenen Entwürfe aufgezählt- diese Ausstellung soll am 1. Juni im Ausstellungsgebäude stattfinden. Am 15. Juni soll die Jury das Urtheil über die einzelnen Entwürfe fällen.

Kiel, 26. April. ES wird mitgetheilt, daß das Pro­gramm' für die Feierlichkeiten dadurch eine Er­weiterung gefunden hat, daß am 22. Juni ein Abendfest im königlichen Schlöffe stattfindet, an dem etwa 250 bis 300 Per­sonen theilnehmen werden. Prinz Heinrich hat zu diesem Fest den Bonner Männergesangverein eingeladen, der in Stärke von etwa 70 Personen hier eintrifft.

Karlsruhe, 26. April. Der Kaiser erlegte auf der Auerhahnjagd in Kaltenbronn fünf Auerhähne.

Karlsruhe, 26. April. Der badische Landwirth- | schaftSrath erklärte sich gegen den Antrag Kanitz und ! den Staffeltarif, dagegen für die Reform der Getreidebörse ' zur Verhinderung der Differenzgeschäfte, für die Erhöhung

der Getreidezölle, für die Aufhebung der MeistbegünstigungS. clausel gegenüber Argentinien, sowie für die Untersagung der Transitlager.

Budapest, 26. April. Nach den jetzt vorliegenden Be- richten sind infolge des Hochwassers in Süd-Ungarn in Mosorin 20 Häuser, in Kutzoz sämmtliche Häuser, in Vilova 90 Häuser und in Rudolsknab sämmtliche Häuser ein­gestürzt. Außerdem sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Die genannten Gemeinden sind vollständig ver­nichtet. Der Schaden beträgt über zehn Millionen Gulden.

Brüssel, 26. April. Die Kammer lehnte heute nach äußerst heftiger Debatte den Antrag Anseele, den 1. Mai als Nationalfeiertag zu erklären und keine Sitzung stattfinden zu lassen, ab. Am nächsten Donnerstag wird die Kammer bei verschlossenen Thüren die Frage erörtern, ob eine Ab­änderung des Kammerreglements nothwendig sei.

Paris, 26. April. Wie der hiesigeNewhork Herald" telegraphisch auS Berlin meldet, sollen die deutschen Inhaber griechischer Werthpapiere beabsichtigen, die von Griechenland zu den Festlichkeiten nach Kiel zu entsendenden Schiffe mit Beschlag belegen zu lassen. (?)

Paris, 26. April.Gaulois" spricht in einem Artikel über die Einw eih un gs seierlichkeiten des Nord-Ostsee- canals von der Eventualität, daß der Canal bei der großen Zahl der bei der Feier anwesenden Schiffe in seinem Wasser­st a n d e erheblich und gefahrdrohend steigen würde. (?'.) Es empfehle sich deshalb eine Aenderung einzelner Theile deS Programms.

leisten werde.

Petersburg, 26. April. Die Regierung beschloß, dem­nächst eine Anzahl junger Aerzte nach Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Frankreich zu senden behufs Studien der dortigen Kurorte.

Bukarest, 26. April. Der Ministerrath beschloß, die von der socialistischen Arbeiterpartei für den 1. Mai geplanten Str aßenauszüg e zu verbieten. Der Polizeipräsect wurde mit strengster Durchführung dieses auf Grund Der Verfassung erlassenen Verbots beauftragt.

Belgrad, 26. April. In der letzten Nacht sind im Morawe-Thal heftige Erderschütterungen verspürt worden. ______________

Berlin, 26. April. Die Justiz-Commission deS Reichstags hat heute eine Sitzung abgehalten, in welcher Abg. Lenzwann den Vorschlag machte, von der Durchberathung der ganzen Justiznovelle wegen der Kürze der Zeit abzusehen und nur den Abschnitt, welcher die Entschädigung unschuldig Verurtheilter behandelt, herauszunehmen. StaatSsecretär Nreberding gab hieraus die Erklärung ab, er könne sich im Namen der Regierung hierüber nicht äußern. Es entstand daraus eine längere Debatte, ein Beschluß wurde jedoch nicht

Der Gießener Anzeiger drillt täglich, mit Ausnahme de» Montag».

Die Gießener mtlienv lätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Bisher wurden gezählt für Rui em an n (natL)^2284, für

Reichmuth (cons.-agrar.-antis.) 4215, s" ~

Loudon, 26. April.

Die Haltung Rußlands und Frankreichs in der japa chinesischen V er tr a g s a n g e l e g e n h eit fei leicht er- klärlich, die Haltung Deutschlands dagegen unverständlich Japan werde in diesem Falle der Gewalt dieses antijapanischen Dreibundes weichen und auf alle territorialen Eroberungen verzichten müffen.Daily Telegraph" sagt: Das Vor­gehen des antijapanischen Dreibundes würde schwere Folgen haben, da sicher anzunehmen fei, daß Japan Widerstand

Depeschen beS BureauHerold".

Berlin, 26. April. Zum 25jährigen Jubiläum des StaatSsecretärs Stephan hat der Kaiser in eigenem Handschreiben gratulirt. Dem gegenwärtig auf Reisen befind­lichen Jubilar gingen Hunderte von Glückwunsch-Telegrammen und zahlreiche kostbare Blumenspenden zu.

Berlin, 26. April. Ein Berichterstatter meldet: Der Präfident des Reichstages beabsichtige, die zweite Lesung der Umsturzvorlage am 1. Mai auf die Tagesordnung zu fetzen. Vorläufig widerstrebe die socialdemokratifche Fraction wegen der Maifeier der Verwirklichung dieser Absicht.

Berlin, 26. April. Die Duelle zwischen Herrn v. Kotze und seinen Gegnern sollen mit dem neulich statt- gefundenen Duell durchaus noch nicht erledigt sein. Es ver­lautet, Herr v. Kotze werde sich noch mit dem Grafen Hohenau und dem Prinzen Aribert von Anhalt schießen.

Berlin, 26. April. Heute Nachmittag wurden in der Druckerei desVorwärts" 15,000 Exemplare der Mai- Fest-Zeitung consiscirt wegen des darin enthaltenen Aufruf» an die Arbeiter.

Gießener Anzeiger

Generat-Mnzeiger.

Tb 10 i weilere Qual. Srbfen »silin3versch.EtLrken ,d .2 ,

Karotten und (hbfen, Scmüse Teltower-Rüben, onß fn 3 oen'ch Sotten, Wortteln. trüRet, to> Mftnputet, ner sämmtliche .tzüMMU

Ananas in Scheiben, , Kirnen, roth und weitz, i, Kirschen, Melange, m, Nüsse, Pflaumen, Preiselbeeren, Reim- [. f. W; empfiehlt in den tfttn Warten billigst !I Orbig, ihetetrane 30.

Zolltartfnovelle.

Abg Schumacher (Soc.) wendet sich gegen dre Resolution und geht gleichzeitig auf eine Petition kleiner Gerbereien zu Gunsten des Quebrachozolles ein, welche er als nicht maßgebend bezeichnet.

Abg. Bachem (Emtr.) erklärt, im Interesse der Schälwaldungen gegen die Resolutionen stimmen zu müßen, und erläutert nochmals seinen Antrag auf Rtchtverzollung von Gerbstoffen für Farberet- itDeCftabg. Barth (frf. Dg.) fürchtet größere Schädigungen für die Lederindustrie.

Abg. Salisch (conf.) bringt einen Zusatzantrag ein, welcher auch Gerbstoffe für die chemische Industrie zollfrei wissen will.

An der weiteren Debatte betheiligen sich noch die Abgg. Dresler (ntl), Hitze (Centr.), Langerhans (frf. Vp.) und Brunck (ntl.). nr

Sodann erfolgt die Annahme der Resolution und der Amende-

Rf, finb r <

1 iu l£ J bitten, SasaJ^«50ti>.

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Amtti^ev Theil.

Gefunden: 1 Handschuh, 1 Hundehalsband, 1 Peitsche, 1 Schürze, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 3 Hemdenkragen und 20 Mark in baar.

Gießen, den 27. April 1895.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V.: Wolff, Regierungs - Afleffor.

** Kirchliche Dieustnachricht. Seine Königliche Hoheit Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 10. April dem Pfarrverwalter Rudolf Sommerlad zu Meiches, Decanat Alsfeld, die evangelische Pfarrstelle daselbst zu über-

ments Bachem und v. Salisch. t ,

Cbne Debatte wird die kaiserliche Verordnung, betr. die Zollzuschläge mit Spanien befinitin genehmigt.

Erste Lesung ber Branntweinsteuer-Novelle.

Staatssecretar Posadowsky erklärt, ber Zweck ber Vorlage fei ein agrarischer: sie solle bie Ueberprobuction beenden und den Preis wieder zu einem lohnenden machen. Die Benefizien des Ge­setzes von 1887 seien nicht ausreichend für die Brenner, der Kartostel- bau habe um 4*/g pCt. abgenommen. Etwa 20 000 Arbeiter seien weniger mit Kartoffelbau beschäftigt. Redner weist auf die Gesammt- Unkosten der Brennereien hin und kommt zu dem Schluß, daß bie Novelle auch auf bie Kleinbetriebe von Vortheil sei. A

Abg. Spahn (Emir.) verhält sich abwartenb.

Abg. Wurm (Soc., erklärt sich gegen bie Vorlage, da bie Mehrkosten ja boch nur der ärmeren Bevölkerung zur Last faflen würben.

Aba Gamp (Np.) machtBebenken gegen bie neue Branntwein- ...... *~-d------_ ....

steuer geltend. Nur die Hebung des Absatzes im Jnlande könne I gefaßt. Die freisinnigen Mitglieder der Commission beab-

BortheUe bringen. Den Rückgang des Exportes sucht Redner in I ^t|ßcn nun, wenn in den nächsten Tagen vom RegterungS-

anderen Ursachen als den angegebenen. I oertreter eine definitive Auskunft nicht gegeben wird, die An-

E «- « - Xf l. U-M WH« in W einer I Interpellation zur Debatte zu bringen.

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