Ausgabe 
27.11.1895 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Ula Mgend»

rträge

Lichte».

r * Reich cll6n Freiheit

mt.

' $ Personen en derselben identenkarten re Mch beim 0798

nt, unter frei.

en jeden erhältlich, iländieche

11

Werke 'genfer oh big-

mColpor- DR i wir in MF 9807

?!

ovember:

m

llung

zuvn-

Wtttwm- s«, vtgrLd. taffe Äton* waisevsttf' kvv Avvatt- vstrftütza«- BeUöttfr* _ (5taatlla)t (flioiien Ma>k. md. Pl°s°^ itschs* Privat- Oflsnbach a. *

t

aWlN6"

895.

-en«« wl$0

itt 0

1(180

^ÄlO'S

*

sB

iiff»

J4.ll1'

m. 279

Der tiejeeer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag«.

Die Gießener >«mi(i<*8r»ltei werben dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt

Zweites Blatt. Mittwoch den 27. November

ISO*

Gießener Anzeig er

Kenerat-Anzeiger.

Viertelsähriger \ Aöonne«en1rpretA< 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohm Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg.

-iedaction, Expedition und Druckerei:

Kchnkfiratze Ar.H.

Fernsprecher 51.

Amts- und Anzsigrblatt für beit "Kreis Giesxen. r Hr-tt-ö-ic-gk- K'4-n-r gtamifienHäfkr. |

,Feuilleton.

Die Persries.

Sine Jagdertnnerung aus Texas von Franz Potter.

(Schluß.)

I« der Thal, der Lichrerschein bewegte sich wieder seitwärts, meine Antwort auf die Gewehrschüsse war nicht erhört worden. Eine Art wüthender Verzweiflung befiel mich und schon stand ich im Begriff, mich auf alle und jede Gefahr von dem Baume herunterzuschwingen, als plötzlich da» zornige Anschlägen von Hunden gar nicht so sehr ent- 'ernt von mir ertönte. Wie eiectrisch durchzuckten mich diese kurzen grollenden Laute, krampfhaft klammerte ich mich erneut an die mir nächsten Hefte an und lauschte in die bolbdunkie Nacht hinaus. Richtig, die Hunde hatten die Witterung der PecarteS unter mir wegbekommen, denn näher und näher erklang ihr Lautgeben und tauchten auch die dichter der mich suchenden Hactendabewohner drüben an der Grenze deS TeakholzgrbüscheS auf. Raich kam eine Gruppe von Männern, aus vier oder fünf Fackelträgkrn und ebenso viel Bewaffneten bestehend, über die Prairte gerade auf den Lhprefsenbaum ju; an der Spitze der Schaar ritt der Squire, deffen GesichtSzüge ich natürlich noch nicht zu er» fcoaen vermochte, dessen sich von dem Fackelscheine abhebende kurze gedrungene Gestalt aber keinen Zweifel an seiner Per- sSalichkeit tiefe.

Schwerlich konnten die Hrrannahenden ahnen, dafe ich mich auf der alten Cypresse befand, ich wollte mich daher durch Rufen bemerklich machen, aber nur ein heiserer, krächzender Laut entrang sich der ausgedörrten Kehle, ich mußte demnach bis auf Weitere- ein völlig passiver Zuschauer bei der ferneren Entwickelung der Dinge bleiben. Dieselbe sollte rasch genug vor sich gehen. Ich bemerkte, wie die PerarieS, offenbar durch da» Bellen der drei oder vier

Hunde, durch daS Sl'mmengeräuich der heraastürmeuoen Männerschaar und vor Allem durch den Fackelschein erschreckt, unruhig wurden, um dann nut einem Male, laut grunzend, flüchtig zu werden.

Alle Teufel, waS ist daß?" hörte ich jetzt den alten WiikinS rufen, der fein Pferd anhielt und erstaunt den davonstürmenden Rüffelthieren nachblickte.Wenn ich wich nicht ganz täusche, find e» PecarteS wie kommen die Rackers hier unter den einzelnen Baum? Na, wir wollen den verdammten MaiSdieben nur rasch eins auf den Pelz brennen," fuhr der R'chter fort.Vorwärts, Jungens, pfeffert auf die kleinen Teufel los!"

WilkinS riß bei diesen Worten die eigene Büchse von den Schultern und feuerte auf die in einer aufgelösten Gruppe sich eiligst über die Prairie flüchtenden PecarieS, während sich zugleich auch die Gewehre der Begleiter deS Squire" in derselben R'chtnng entluden.

So, das wirdS thun," erklang daS mächtige Organ WilkinS aufS Neue,Morton und Hairly, schaut zu, daß Ihr die Hunde zurückbringt, sonst kommen sie vielleicht erst morgen wteder heim, die geschoffenen PecarieS werdet Ihr wohl auch finden. Well, nun kommt," wandte fich der Alte zu seinen übrigen Begleitern,müssen doch sehen, waS diese kleinen Satans eigentlich an dem Eypress>nbaum gewollt haben."

Als die kleine Gesellschaft am Fuße de» BaumeS au- gekommen war, erscholl ein allgemeiner Ruf deS Erstaunens, offenbar veranlaßt durch den Anblick der von mir mit dem Revolver getödteten PecarieS. Ich aber warf mich jetzt förmlich vom Baume herunter, von den Umstehenden natür­lich mit großem Halloh empfangen. WilkinS merkte mir die Erschöpfung jedoch sofort an und nöthlgte er mich, au» seiner Jagdflasche zunächst einen tüchtigen Schluck von altem Whiskey Branntwein zu mir zu nehmen, der mich wunderbar stärkte,- hierauf erzählte ich mein seltsames Jagderlebniß.

Als ich geendet, brach der Richter in ein herzliches Gelächte* aus, dann aber sagte er, ernster werdend:

Lassen Sie sich die Geschichte mit den PecarieS zur Lehre dienen, Mr. Potter! Sie haben natürlich keine Ahnung von der bösartigen und rachsüchtigen Natur dieser kleinen Bestien gehabt, sonst würden Sie dieselben heute sicherlich ungeschoren gelassen haben. Bei unß greift kein Jäger einzeln einen Trupp PecarieS an, nur mehrere Mann, die dazu gute und kaltblütige Schützen sein müssen, zusammen dürfen die» wagen. Mir war Ihr Ausbleiben bei der Abendmahlzeit gleich verdächtig und ich wachte mich daher auch ohne langes Zögern mit einem Thetl meiner Leute auf die Suche nach Ihnen- hätten wir aber die Hunde nicht mitaebabt, so würden wir Sie gewiß noch nicht entdeckt haben. Well, ich denke jedoch, wir machen uns allmälig auf den Heimweg."

Die Leute mit den Hunden hatten fich inzwischen wieder eingestellt und auch zwei von den auf der Prairie geschossenen PecarieS mitgeschleppt. Von den PecarieS, die unter meinen Revolverkugeln gefallen waren, wurde daS feisteste Thier auSgeiucht und gleich den beiden anderen mit Lassos um­schnürt, worauf einige Leute die erlegten PecarieS einfach hinter fich herschleiften. Nachdem ich auf baß Pferd deS Richterß gehoben worden war, trat der kleine Zug den Rückmarsch nach der Hacienda an, wo wir nach Mitternacht eintrasen. Ich nahm noch ein paar Gläser Rothwein mit Wasser gemischt, sowie etwaß kalten Truthahnbraten zu mir und verfiel dann in einen tiefen Schlaf, ouß dem ich erst spät am anderen Vormittag erwachte. Die Eckzähne eine» der erlegten Pecarteß liefe ich mir außbrechen und trage ich fie seitdem zum Andenken an daß Abenteuer mit den PecarieS alß BerloqueS an meiner Uhrkette.

^Die Waffermeffer nebst dem «üchstaufchlietzendß« Lheil der Rohr- stt tnns ftnb während des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln ifaen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschloffen xu halten. I Die Herstellung aller Waffermeffer, die in Folge ungenügenden echvtze» gegen Külte «Haben erleide», erfolgt anf »echnung der tzmnSvesttzer. ^^blenen Vorkehrungen wird dem Wasserabnehmer die Lieferung M «offers möglichst gewährleistet, bm Hausbesitzer aber werden »eschüdignngen an Leitung nnd Gebäude fern gehalten, »ie empfehlen daher vorstehende vnrstMtSmatzregeln allen Betheiligten zur ganz besonderen BeaHtnng.

Reparaturen und Austhauen von Hauswafferleitungen w.rden am schnellsten u» denjenigen JnftallationS-Geschäften besorgt, welche die betreffenden HauSwafser- Mtinien f. Z. au»geführt haben

Gieß en, den 25. November 189».

Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.

----- Ott» Bergen.

Bekanntmachung.

Vorkehrungen

gegen das Einfrieren der Wafferleitungen.

Unter Hinweis auf dieBestimmungen über Anlage der HauSwafferleitunaen m Gießen- wachen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren de» Waffer» n den Hauswafferleitungen bei eintretender Külte vorzubeugen e» er- orderlich ist d'e Hauswafferleitungen deS Abends für die Dauer der Nacht zu älteren. Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermeffer befindliche bauvtabsperrhahn geschlossen und dann das settlich desselben befindliche EntleerungS' bjhnchen, nachdem ein passendes Gefäß untergestellt, geöffnet wird und dieS so lange eröffnet gehalten wird, biS das in der Hauslettung stehende Waffer vollständig ab, «tiaufen ist, worauf bezeichn. teS Hähnchen wieder geschlossen wird.

Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während bet, selben raß in dem obersten Stockwerk de» Hanse» befindliche Aapfventil irr HauSleitung offen m halten, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte. Ein größerer Lheil des Wassers kann auch schon durch das Zap'venttl der untersten siüche entleert werden, wodurch die ©niletrung im Keller vereinfacht wird. Nach fiaitgehabter Entleerung sind die beiden Zapfventile, welche dem Eintritt der Luft and der Entleerung des WasserS dienten, wieder zu schließen.

Das Schließen de» HanptabsperrhahnS erfolgt durch Aufsetzen deS beigegeoenen Schlüssels auf den vierkantigenHahnzapfen und Drehung in der Richtung von links nach rechts im Sinne eines Ubrz tgerß bis Widerstand erfolgt- Das veffne« de» Hanptabfperrbahne» geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperrhahn wieder »ollfiündig geöffnet werden.

Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, Hofräumen, Gärten L w find während dcs Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähn- h*e Weise zu entleeren und ertbeilt hierüber im Besoi deren am Besten derjenige SnftaÖatcur Auskunft, welcher die betr. Leitungen gefertigt hat.

Bei anhaltender außerordentlicher Mitt empfiehlt eS sich, die Wasser- nt nähme a»H während de» Tage» anf kürzere festgesetzt- Zeit, r« be- tzrünken und während der übrigen Tageszeit die Hauswasserlettungen gleichfalls ii oben angegebener Weise abzuftellen.

Dem Einfrieren solcher Wafferleitungen, welche durch Küch'n nnbenntzter Kohnnngen geführt find, kann man durch Unterhalten eines flehten Heerdstuers hi beugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten «loset- ober sonstigen ungeheizte« tzünmen, durch welche die Wasserleitung führt, sofern daielbft die Leitung nicht shon durch eine Umhüllung gegen Kälte geschützt ist, die Temperatur durch ein Deichen ober geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe

Bekanntmachung.

Die Rechnung der Armenkasse und der Plockischen Stiftung zu Gießen pro 1894/95 liegen während acht Tagen auf dem Armenamte zu Jedermanns Einsicht offen.

Gießen, 22. November 1895.

9890 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen.

Wolff.

Mittwoch den 11. Derkinber,

Nachmittag? 3 Ubr,

sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Äatl Leib Ehefrau, Marie, geb. Löber in Gießen gehörigen Grundstücke: Ölur 36 Nr 59 3644 qm Wi fe im Wallptorter Feld, rechts der Chaussee auf die herrschaftlichen Wiesen,

Flur 39 Nr. 187Via 6813 qm Acker links deS Wiefecker WegS und rechts der Chaussee,

Flur 39 Nr. I88V10 - 18 qm Lacksied­häuschen daselbst,

öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 19 November 1895.

Großh. Ortsgericht Gießen.

____________I. A-: Vogt.________9737

Mittwoch den 27 Novbr. II.,

Nachmittag» 2 Ubr, versteigere ich im früher Brawin'schen Saale r

SophaS, Commoden, Glas- und Kletderschränke, Spiegel, Bilder, ein Veriicow, 1 vollst. B°tt, 1 gr. ®aaL regulateur, 1 Brandkiste, 1 Oelbild, 1 goldene Damenuhr, 1 Oelgemälde * (Winterlandschaft), 1 Kupferstich (vor

Gericht), versch Stahlstiche, Bilder­rahmen, Spiegelgläser, 6u Bleigläser und -Krüge, versch. Porzellanwaaren, 1 Waschmaschine, 1 Waschmangel, 1 Schwein, 2 Hobelbänke, Eichen- und Buchenwerkholz, 1 Jagdgewehr (Dreiläufer) u a.

Versteigerung theilweise bestimmt. 9888 »eitzler, Gerichtsvollzieher.

Oberhemden,

Havelocks, Pellerine-Mäntel, Haus- und Iagd-Ioppeu

liefere nach Auswahl der Stoffe nach Maaß unter Garantie des Gutfitzens. 8494 H. Rübsamen.

H'uh-Gursus.

Gründliche Erlernung aller

Futzarbeiten

in 50 Stunden. Preis 15 Mark. Erfolg garantirt. Schülerinnen werden täglich angenommen.

Frau A. Fliesse,

8903 Ludwigftraße 12, pari.

frankfurter 9360

Möbelmagazin

87 Leltersweg 87

empfiehlt fein reichhaltiges Lager in

Kasten- und Müermödelu.

Billigste Berechnung.

A. Ossmann, Tapezier.

Neu ! Neu!

LauKsägeholz aus 3 Theilen verleimt.^ Verziehen und Abbrechen einzelner Stücke beim

Sägen vollständig ausgeschlossen. Platten bis zu 50 cm breit vorräthig. 9146 Wiederverkäufer

erhalten hohen Rabatt!!! üllär.Luler.Sttinstr.ll. ®Haarnhrketten

paffend -uWeihnachtsgeschenken, fertigt billigst an

H. Tichy

141 Eeltersweg 43.

San Andre Mexico,

hochfeine 7 pfg.-Sigarre.

Verkaufsstellen bei:

Rich. Buchacker, Neuenbäuen 11.

Wtlh. Haa», Bleichstraße 21.

Wilh. Mayer. Neustadt 1. [9700

Weimar-Loose'

empfiehlt Heinrich Wallach.

Haarketten

fertigt gut und billigst an 9734 Max Rüger, Wallthorstr. 6.

Aechte Kieler

Iettbücktinge per Stück 5 Pfg., Dutzend 50 Pfg., bekannte Güte, täglich frischer Eingang. 9074 J. M. Schulhof.

Lardellen, marinirte und Bismarck-Heringe, Ruff, und O'l-Sardinen, Bücklinge, Rollmop», Ural-Caviar, Aronen Hummer, j Salm, \ in

Zunge«, ( Büchsen,

Corned-Beef,

empfiehlt in stets frischer Waare

9481 Heinrich Wallach»

Syrische geräucherte Kieler Bück« O linge beute eingetroffen pro Stück 5 Pfg. E. Dort, Wallthorstraße»^

Schellfisch n. Cabliau

stets frisch imRebllock-. [9744

Vorzügliches

Sauerkraut

Bierapvarat

mit Büffet zu verkaufen.

9863 Kaplaneigaffe T»

Preis 10 Pfg. per Pfd. bei Co Stoth ILj

8364 «allthorstratze ft.