Ausgabe 
27.6.1895 Erstes Blatt
 
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Darstellungen aus der Geschichte seines Hauses schmücken. Sein Sohn stiftete die reiche Sammlung alter Waffen, die dem so sehenswerthen Büdinger Schlöffe zur besonderen Zierde gereicht. Darauf sprach Herr Prof. Dr. Buchner, anknüpfend an einen früheren Vortrag über die hessischen freiwilligen Jäger während ihres Aufenthaltes in Lyon vom 2. Mai bis 2. Juni 1814; den Stoff zum Vortrag hatten Acten aus dem hessischen Staatsarchiv in Darmstadt geboten. Das Jägercorps war aus den verschiedensten Bevölkerungs­klaffen zusammengeströmt und nur ein geringerer Bruchtheil bestand aus Studenten und anderen Theilen der gebildeten Gesellschaft. Auf dem Marsch durch Baden, die Schweiz und Frankreich machten sich die Folgen weniger bemerkbar, wohl aber während der vierwöchigen Ruhe in den Lyoner Quartieren, der Dienst war so viel wie nicht vorhanden, der Wein billig und gut und so konnte es nicht auSbleiben, daß Streitigkeiten entstanden, Raufhändel und blutige Köpfe. Die Klagen der Quartiergeber über Mißhandlungen wurden häufiger und kamen zu den Ohren des hessischen Höchst- commandirenden, des Generallieutenants Prinzen Emil. Noch eine andere Ursache für dessen Unzufriedenheit war der Dünkel mancher Jäger, durch welchen sie glaubten, der strammen militärischen Zucht nicht unterworfen zu sein. Prinz Emil war mehrfach genöthigt, ebenso ernst und streng wie würdig diesen Unregelmäßigkeiten entgegentreten und strafen zu müssen. Darauf wurde die Sitzung geschloffen. Nur zu schnell enteilte die kurze Zeit bis zum Zugabgang im Verkehr mit den Büdinger Freunden. Die Rückfahrt in dem überfüllten Zug mir sehr verspäteter Ankunft war der unangenehmste Theil des sonst so schönen Tages.

* Die GerichtSferieu beginnen am 15. Juli und endigen am 15. September. Während der Ferien werden nur in Feriensachen Termine abgehalten und Entscheidungen erlassen. Fertensachen find: Strafsachen, Arreftsachen und die eine

werden unsere studentischen Corporationen, mit den, keiner Corporation angehörenden Studenten, wie an anderen Hoch­schulen einen studentischen Ausschuß bilden, welcher unter Vorsitz des Rectors alle gemeinsamen Angelegenheiten der Studentenschaft berathen und ordnen wird.

** Oberhesfifcher Geschichtsverein. Der Ausflug nach Büdingen am 23. Juni war, wie schon kurz bemerkt, im Ganzen und allen seinen Theilen durchaus gelungen und genußreich. Von Bereinsmitgliedern in Büdingen freundlich empfangen, wurde zuerst eine Ruhepause mit Frühstück Im Hotel Stern eingeschoben und dann ein Rundgang um die Stadt nach dem Schloß trotz glühender Sonnenhitze unter­nommen. Von Sr. Durchlaucht dem Fürsten Bruno freundlich empfangen, hatte der hohe Herr selbst die Gnade, die Gesell­schaft nicht nur durch die Prunkräume des Schlosses, Festsaal, Krummer Saal, Kirche 2c., sondern auch durch die Wohnräume der fürstlichen Familie zu führen. Die Schätze an Waffen, Alterthümern, Geweihen, Kunstgegenständen usw., sowie die archttectonischen Sehenswürdigkeiten aus der frühesten romanischen Zeit durch alle Stilarten bis zum Rococco sind so zahlreich, daß ein Aufzählen nicht möglich ist. Aufs höchste befriedigt verließ dankend die Gesellschaft das Schloß, um noch einen Rundgang durch den schattigen Park zu machen. Darauf wurden noch verschiedene ältere Gebäude der Stadt mit ihren zahlreichen malerischen Stellen besichtigt. So war die Zeit zum Mittageffen imStern" fast schon vorüber. Küche und Keller des Herrn Walz bewährten sich wie immer. Nach Tisch brachte Herr Prof. Dr. Buchner mit warmen

einstweilige Verfügung betreffenden Sachen, Meß- und Markt­sachen, Streitigkeiten zwischen Vermieter und Miethern von Wohnungs- und anderen Räumen wegen Ueberlassung, Be­nutzung und Räumung derselben, sowie wegen Zurückhaltung der vom Miether in die MiethSräume eingebrachten Sachen, Wechselsachen und Bausachen. Auf das Mahnverfahren, das Vollstreckungsverfahren und das Concursverfahren sind die Ferien ohne Einfluß.

** General - Versammlung des Kaufmännischen Vereins. In der gestern Abend im VereinSlocal abgehaltenen außer­ordentlichen Generalversammlung des Kaufmännischen Vereins wurde an Stelle des Herrn Wilhelm Wagner, welcher binnen Kurzem als Leiter des GaS- und Wasserwerks nach Vegesack bei Bremen übersiedelt, Herr Röhr als Mitglied der Schulcommisfion gewählt. An Stelle des Herrn Frick, der das Amt als Bibliothekar im Verein niederlegt, wird Herr Waag gewählt. Auf Antrag des. Vorstandes wurde dem scheidenden Herrn Wilhelm Wagner in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein von der Versammlung ein­stimmig die Ehrenmitgliedschast zuerkannt.

** Cultur-Zuspectioueu. Für die Besorgung der ört­lichen culturtechnischen Geschäfte ist das Großherzogthum in folgende vier Cultur-Jnspectionen eingetheilt worden. Cultur- nspection Darmstadt, Culturinspection Gießen, Cultur- nspection Friedberg, Culturinspection Mainz. Die Cultur- nspection Gießen mit dem Amtssitze in Gießen umfaßt die Kreise Gießen, Alsfeld, Büdingen, Lauterbach und Schotten; >ie Culturinspection Friedberg mit dem Amtssitze in Fried­berg, umfaßt den Kreis Friedberg. Es bleibt Vorbehalten, den Zeitpunkt, mit welchem die obige Bezirkseintheilung in Wirksamkeit treten soll, besonders zu bestimmen.

** Von dem Cigarrendieb, der auch s. Z. Gießen un- icher machte, wird berichtet:Der kürzlich festgenommene Ctgarrendieb Kreiz alias Pilz, welcher sich als Cigarren- retsender ausgab, hatte Ctgarrenfabriken in Darmstadt und Gießen in solchem Maße geplündert, daß nicht allein eine Masse von Wirthen in Mainz und Umgegend mit Cigarren versehen, sondern auch voriges Jahr in der Betzelsgasse in Mainz einem gewissen St. einen vollständigen Laden mit Cigarren einrichten konnte.

** Ueberfahre» und gelobtet wurde gestern Nacht gegen 1

1 Uhr auf der Bahnstrecke.Gießen-Deutz bei dem Dorfe Rebbelroth der Dachdecker Reinhold aus Bergneustadt- Der Ueberfahrene, von dem noch nicht festgestellt ist, ob er sich in selbstmörderischer Absicht auf die Schienen gelegt oder ob er verunglückt ist, war mitten entzwei geschnitten.

** Von Wanderlager«, deren im Jahre 1894/95 inner- halb des GroßherzogthumS 36 betrieben wurden, wurde am meisten Gießen heimgesucht, denn eS statteten ihm 6 Wander­lager Besuche ab, während auf WormS 4, Darmstadt, Büdingen, Schotten, Mainz und Bingen nur 3 entfielen. An Gewerbesteuer mußten diese 36 Wanderlager entrichten 1680 Mk.

* * Gedenkfeier in Darmstadt. Der Dtvifiouscomman- deur Generallieutenant v. Goßler hat den in Darmstadt garnisonierenden Truppen der 25. Division die Genehmi­gung ertheilt, in dem am 18. August d. I. stattfindenden großen Festzuge mttzuwirken.

* * Soldatenurlaub zur Erntezeit. Die General-Com- mandoö haben auch in diesem Jahre die Regiments- und Bataillons-Commandeure angewiesen, Soldaten zur Unter­stützung ihrer Angehörigen bei der Ernte, soweit die dienst, lichen Interessen dies gestatten, in die Heimath zu beurlauben.

* * Fleißig gießen ! Bei Eintritt des heißen und trockenen Wetters machen wir unsere Leser darauf aufmerksam, daß laut polizeilicher Verfügung die Hausbesitzer für das wieder­holte Gießen der Straße zu sorgen haben, und daß daS Polizei-Personal angewiesen ist, für die Folge auf genaue Befolgung dieser Verfügung zu achten.

** Lebensmittel-Preise Ende Mai 1896. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landes- statistik kosteten:

Graf Ernst Casimir I. von Ysenburg - Büdingen (17081749) erließ ein Toleranzedict, in dem er versprach, Jedermann vollkommene Gewissensfreiheit zu ver- statten" und bald war die Grafschaft Büdingen ein Zufluchts- ort für solche Secten, die anderwärts verfolgt wurden, z. B. die Herrnhuter. Er gründete in Büdingen auch eine Univer­sität, diehohe Schule", die jedoch wegen zu geringen Besuchs wieder einging. Da seine Söhne in der dänischen Armee dienten, war das Schloß in Büdingen nach Ernst Casimirs I. Tod lange Zeit unbewohnt. Ernst Casimir II. schuf mehrere zweckmäßige Einrichtungen zum Wohl seiner Untertanen, verbesserte u. a. auch die schon im Jahre 1726 gegründete Civildienerwittwenkaffe. 1806 verlor die Graf­schaft Isenburg-Büdingen ihre Reichsunmittelbarkeit und ge­hörte nun zu dem souveränen Fürstenthum Isenburg unter der Herrschaft des Hauses Ysenburg - Birstein. 1816 ging Büdingen in den Besitz des GroßherzogthumS Hessen über.

" Marburg, 24. Juni. EineBrie staube auSKiel wurde vorgestern hier eingefangen resp. gerettet. Dieselbe wurde von einem jhtefigen Herrn unter dem Küchentisch ge­funden. Einen Brief konnte man trotz eifrigen Suchens nicht finden. Der seltene Fund wurde bei der Polizei angemeldet. Die Taube stammt auS Düsseldorf, wie der Stempel ausweift.

* Marburg, 24. Juni. Gestern Morgen ertrank beim Baden unterhalb der städtischen Badeanstalt et« Jäger der 1. Compagnie, Namens Heinz. Derselbe war mit noch einem Kameraden zum Baden gegangen und hatte sich, obwohl er nicht schwimmen konnte, ins Tiefe gewagt, wo er vor den Augen seines Kameraden, der ihm keine Hilfe bringen konnte, versank. Die Leiche wurde nach einer Stunde gefunden.

* Frankfurt a. M., 24. Juni. Ein Marburger Stu- dent der Pharmakopie, Namens Wollmann, traf gestern Abend gegen 9 Uhr hier ein und stieg im Gasthaus Zum Raben" an der Scharnhorststraße ab. Kaum hatte er sich auf sein Zimmer im ersten Stockwerk begeben, da vernahm man im Hofraum ein Geräusch: der junge Man« hatte sich zum Fenster htnausgestürzt und war mit de» Kopf auf eine Stuhlkante gefallen, so daß der Schädel völlig zertrümmert wurde. Der von der Rettungsstation herbei-

Düdelsheim, 20. Juni. Das achtjährige Söhnchen der siefigen Landwirths Nanz fiel beim Heuabladen vom Futter­boden herab und spießte sich förmlich an dem Träger des Leiterbaumes, der sogenanntenLehse", am Wagen auf. Die Spitze drang dem Jungen seitwärts in den Leib. Der Vater zog den Jungen aus dem Spieß und nach einer Viertelstunde machte der Tod den Qualen des unglückliche« Kindes ein Ende. Darmst. Tgl. Anz.

Darmstadt, 25. Juni. Als heute Nachmittag im Justiz- Palast der Sitzungssaal der Strafkammer geöffnet wurde, entdeckte man, daß sämmtliche Ledersessel des Gerichts- Personals sowie die grünen Ueberzüge der Tische des Gerichts, des Staatsanwalts und der Vertheidigung mit einem scharfen Instrument, vermutlich einem Messer, durchschnitten worden waren. Der Thäter ist wohl durch ein Be- rathungSzimmer in das Innere gelangt. Der bübischen Handlung erscheint ein heute von der Strafkammer Ver­urteilter verdächtig. Frkf. Ztg.

Goddelau, 21. Juni. Gestern früh 5 Uhr hat sich ei« junger, militärpflichtiger Bursche von hier erhängt, er wurde aber rechtzeit g entdeckt und noch lebend abgeschnitten. Der Strick hat den Kehlkopf sehr beschädigt, so daß der Bursche bis jetzt die Sprache nicht wieder erlangt hat, bezw. nicht mehr erlangen wird. Als Motiv wird einerseits an­gegeben, der Bursche habe sich auf diese Weise der Militär- Pflicht entziehen wollen, andererseits wird erzählt, er Hube zuviel Dickwurzeln stampfen müffen und sei deswegen lebens- überdrüssig geworden.

Alzey, 25. Juni. Gestern Abend wurden dem hiesige« ledigen Bahnhofsarbeiter Zahn beim Rangiren eines Güter­zuges beide Beine abgefahren. Der Verunglückte wurde noch lebend in das Hospital verbracht.

Wolfgang Ernsts ältester Sohn, Wolfgang Heinrich, befehligte als Oberst ein Regiment unter Christian von Braunschweig und diente später als General- major im schwedischen Heere. Deshalb wurde er von Ferdinand II. in die Acht erklärt und starb, seines Landes beraubt, in Frankfurt. Seine Söhne, wie seine Brüder sahen sich sogar genöthigt, ins Ausland zu fliehen. Erst 1641 ward ihnen durch Ferdinand III. Amnestie gewährt und somit die Rückkehr in ihre Grafschaft ermöglicht. Wolfgang Heinrichs Nachkomme ist der Fürst von Birstein. Johann Ernst, der jüngste Sohn des Grafen Wolfgang Ernst, theilte sein Gebiet unter seine Söhne und so entstanden die Linien Ysenburg- Büdingen, Ysenburg - Wächtersbach, Ysenburg «Meerholz und Ysenburg - Marienborn. Letztere starb 1725 aus.

Worten des Dankes für die gütige Aufnahme im Schloß ein Hoch auf den Fürsten Bruno von Ysenburg und Büdingen aus. Se. Durchlaucht der Erbprinz dankte Namens seines Herrn Vaters. Das merkwürdigste und berühmteste Bauwerk Graf Ernst Casimir HL, 1840 in^den Fürstenstand'erhoben^ Büdingens ist unstreitig das Jerusalemer Thor, aus der ließ die Wände des Festsaals int Schlöffe zu Büdingen mit zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Den allermeisten ------

Besuchern und vielen Büdingern war unbekannt, daß es nicht von außen allein besichtigt werden könne und hatte man nun , Gelegenheit, auch den inneren Bau und den Rundgang oben kennen zu lernen. Im Garten, beimFürstenhof", wo der Kaffee vortrefflich war, wurde auch der mächtige alte Stadt- rhurm betrachtet, ja ein Theil der Gesellschaft ging noch weiter nach demWilden Stein" trotz brennender Sonnen- glurh. Nach 5 Uhr wurde dann im Saale desStern" durch Herrn Prof. Dr. Buchner die Sitzung eröffnet. Herr Prof. Hoffmann hielt seinen Vortrag über die Geschichte von Büdingen. Zu welcher Zeit das Schloß erbaut wurde, 'st unbekannt. Die Herren von Büdingen werden zuerst in einer Urkunde von 1131 erwähnt. Verlach II. von Büdingen, Burggraf zu Gelnhausen, wurde von Kaiser Friedrich II. -um Landvogt der Wetterau ernannt. Nach seinem Tode fiel Büdingen an Ludwig von Ysenburg. Auf die Verwendung Luthers von Ysenburg und Büdingen gewährte Ludwig der Bayer dem Dorfe Büdingen, das in der unmittelbaren Nähe des Schlosses entstanden war, 1330 daS Marktrecht. Luther schloß auch mit den Herren von Eppstein, Hanau und Falken- stein, sowie mit den Städten Frankfurt, Friedberg, Wetzlar und Gelnhausen einen Vertrag zum Schutz der den Markt besuchenden Kaufleute. Seine am Rhein in der Gegend von Coblenz gelegenen Besitzungen erhielt sein Sohn Philipp, der alsbald mit dem Erzbischof von Trier schwere Kämpfe zu bestehen hatte. Die von ihm abstammende Linie der Herren von Nieder-Ysenburg starb 1666 aus. Luthers ältester Sohn Heinrich regierte in Ober-Ysenburg. Dank seiner Bemühung erhielt 1353 daS Dorf Büdingen Stadtgerechtigkeit. Wegen seiner im Husfitenkrieg geleisteten Dienste wurde Diether 1442 öon Kaiser Friedrich III. in den Grafenstand erhoben. Er erbaute das Rathhaus in Büdingen. Von den Herren von Weilnau kaufte er Birstein. Durch weitere Gebietserwerbungen hob Ludwig II. (1461 1511) die Macht seines Hauses. Auch war er darauf bedacht, seine Residenz mit stattlichen Gebäuden zu schmücken. So ist auch das berühmte Jerusalemer Thor entstanden. Seinem älteren Bruder, dem Erzbischof Diether von Mainz, dem Stifter der Mainzer Universität, stand er im Kampf mit dem vom Papst bevorzugten Adolf von Nassau treulich bei und zog ihm an der Spitze von 300 Reitern zu Hülfe. Dafür verlieh ihm Diether die dem Erzstift Mainz gehörige Ronneburg. Ludwig II. bestimmte in seinem Testament, daß sein Land, das ausgedehnte Theile des Vogelsbergs und der Wetterau und die nördlichen Ge­biete der Provinz Starkenburg umfaßte, ungetheilt an seinen ältesten Sohn Philipp übergehen solle. Da seine jüngeren Söhne dies nicht zugeben wollten, entbrannte nach Ludwigs Tod ein Bruderkrieg, der erst im siebenten Jahre durch den Erbbrüdervergleich" sein Ende fand. Philipp mußte sich mit der Hälfte des Landes begnügen und residirte auf der Ronneburg. Sein jüngster Bruder, Johannes III., erbaute sich in Birstein ein Schloß. Philipps Sohn, Anton der Aeltere, trat 1533 zur evangelischen Kirche über, bald nach­her^ auch sein Vetter Reinhard von der Birsteiner Linie, ein Freund Philipp des Großmüthigen von Hessen, der Er­bauer des noch jetzt vielbewunderten Schlosses in Offenbach. Ein Kunstwerk gleichen Werthes muß auch das Schloß ge- wesen sein, das Antons Sohn Wolfgang sich in Kelsterbach erbauen ließ, die im 30jährigen Krieg zerstörte Wolfenburg. Wolfgang, mit Wilhelm von Oranien in Dillenburg und Brüssel erzogen, war ein Mann von hoher Bildung. Er begab sich im Auftrag Kaiser Maximilians II. als Gesandter wiederholt an fremde Höfe. 1586 führte er eine Abordnung der protestantischen Reichsstände nach Paris. Er trat zum reformirten Glauben über und seinem Beispiel folgte später sein jüngerer Vetter Wolfgang Ernst in Birstein, der nach dem Aussterben der Ronneburger Linie wieder fest ganz Ober-Ysenburg beherrschte. Dieser Graf, unstreitig einer der bedeutendsten aus dem Ysenburgtschen Geschlecht, stiftete 1601 die Büdinger Lateinschule, die sich bald eines starken Besuchs erfreute, und 1606 ein Seminar. Ein Zeugniß dafür, in wie hohem Ansehen er stand, ist seine Ernennung zum Director des Grasencollegs der Wetterau. Im 30jährigen Krieg hatte die Grafschaft Büdingen viel zu leiden.

Ochsenfleisch per Mund

Rindfleisch per Pfund

Kalbfleisch per Pfund

Schweinefl. 1 per Pfund

Hammelfleisch per Pfund

Gemischtes Brod

Roggen- Brod

Butter per Pfund

Milch 1 Liter

ti

SS

H

Städte mit Octroi

Darmstadt

76

70

76

66

70

11,5

10

91100

18

Mainz

72

63

70

79

55

11,5

10

97-104

18

57

Offenbach

76

66

76

70

70

12

10

114-124

21

57

Worms

74

70

72

64

68

10

9

97-111

16

57

Gießen

72

65

60

65

65

10

9

81- 93

18

5

Städte ohne Octroi

Bingen

75

65

60

70

60

12

11

92112

19

5-6

Bensheim

72

64

70

64

60

11,5

9

90 98

17

5-6

Alzen Friedberg

68

64

65

60

60

16

10

95-104

17

5-6

75

70

70

52

65

11,5

10

100-110

18

5-6

Alsfeld

65

57

70

55

12,5

10

95-100

16

5

Lauterbach

64

64

60

60

55

13

10

100

16

5