Üinbtn, 25. April. Wie der „Times" au6 Niut- schwang Dom 23. 68. gemeldet wird, herrscht infolge der Mißernte keS letzten Jahres im Süden der Mandschurei Hungersnoth. Die Occupation durch die feindlichen lrmeen führte die Stockung des Land- und WassrrtranS- porreS und eine völlige Lähmung des Handels von Niatfchwang herbei. _____________
Tepefchen des Bureau „Herold^.
Berlin, 25. April. Der „ReichSanzeiqer" ist zu der Erklärung ermächtigt, daß die Meldung der „Schaumburgischen Zeitung-, der Kaiser habe seiner Zeit feine Einwilligung zur Vermählung der Prinzessin Victoria von Preußen mit dem Prinzen Adolf von Schaumburg-Lippe nur unter der Bedingung gegeben, daß Prinz Adolf dem jetzt verstorbenen Fürsten zv Lippe Nachfolge, vollständig erfunden ist.
Berlin, 25. April. Das Abgeordnetenhaus nahm heute in dritter Leiung die Novelle zur Hinterlegungsordnung an. Das preußische Gerichtskostengesetz mit der NotariatS- gebÜhren-Ordnung gelangte ebenfalls in dritter Lesung zur Annahme. Nächste Sitzung SamStag. Kleine Vorlagen.
Berlin, 25. April. Der BundeSrath beschäftigte sich heute, wie die „Post hört, mit dem Gesetzentwürfe, der die Ansprüche an den JnvalidenfondS auf Grund des kaiserlichen Erlast'eS vom 22. März regelt und verwies denselben an einen Ausschuß.
Berlin, 25. April. Der Reichstag hat in corporeJ£in* lndung zu den Eröffnungsfeierlichkeiten des Nord- Ostsee-Canals erhalten.
Berlin, 25. April. In der Commission §ur 93c* rathung der Umsturzvorlage wurde heute die Bor« leiung des Berichts fortgesetzt und der Bericht schließlich ohne Abstimmung genehmigt. Die Commisfion hat damit ihre Aufgabe vorläufig erledigt. Die nationalliberalen Mitglieder find außer dem Vorsitzenden auch der heutigen Sitzung fern geblieben.
Berlin, 25. April. Wie die „Post" erfährt, liegt gegen- wärtig dem Kaiser der Gesetzentwurf betreffs der 93 er» ps legungSstationen vor, der in wenigen Tagen dem Abgcordnetenhause zugehen dürfte.
Berlin, 25. April. Der Ceremonienmetster v. Kotze ist heute Mittag auS der Klinik als geheilt entlasten worden.
Berlin, 25. April. Aus Wilhelmshaven wird gemeldet, daß der Kreuzer „Prinzeß Wilhelm" übermorgen früh nach China zur Verstärkung des Kreuzergeschwaders in See geht.
Berlin, 25. April. Ueber die vergleichenden Bemerkungen des Kaisers in seinem unlängst in der KrtegSakademie gehaltenen Bortrage hinsichtlich der verschiedenen Flotten erfahren die „B. N. N." nachträglich, daß der Monarch u. A. darauf binwieS, daß vor acht Jahren die Kreuzer der deutschen Flotte 'hrer Construction nach alle derartigen Fahrzeuge der übrigen Flotten übertrafen, heute jedoch hinter vielen derselben zurück- itehkn und nach Versicherung deS commandirenden Admirals im Jahre 1898, wenn Deutschland so im Schiffsbau fortfahre wie bisher, mit keinem ausländischen Schiff mehr auS- zulaufen vermögen.
Berlin, 25. April. Bon einer Ratificirung deS Friedens von Shimonofeki ist, wie bte „Poft" hört, in deutschen politischen Kreisen nichts bekannt. ES wird überhaupt bezweifelt, daß sich China zu einem derartigen Schritte entichließen kann. Der Einspruch, den die mitteleuropäischen Mächte in Tokio gegen die Forderungen Japans erhoben haben, erstreckt sich dem genannten Blatte zufolge speciell aus die verlangte Gebietsabtretung.
Köln, 25. April. Die ultramontane „Köln. VolkSztg." versichert gegenüber anderweitigen Meldungen, das Cent rum wetde bei der Umsturzvorlage nur für den CommifsionS- befchluß stimmen. Wenn die Confervativen und die ReichS- parteiler die Vorlage nicht nach den Wünschen des CentrumS annehmen, dann werde die ganze Vorlage scheitern. DaS Centrum werde unter keinen Umständen zulasten, daß man die „bürgerlichen Paragraphen" in der Form zu Stande bringe, in welcher die Selbstzucht der Mittelparteiler es wünscht und die Schwäche der Confervativen es neuerdings ermöglichen möchte.
Wilhelmshaven, 25. April. Der Capitänlieutenant Bur Ski, welcher den Corvetten-Capitän Mittler im Duell erschoß, wurde zu zwei Jahren Festung verurtheilt.
Laibach, 25. April. Außer dem gestern Nachmittag erfolgten Erdstoße wurde heute früh 3 Uhr abermals eine Erderschütterung verspürt.
Mailand, 25. April. Gestern hat in der Gemeinde Bacca bri Bologna ein größerer Erdrutsch stattgefunden. Die gelammte Ernte und sechs Häuser sind vernichtet. Die Bewohner konnten rechtzeittg flüchten.
Paris, 25. April. Wie verlantet, wird das englische Mittelmeer-Geschwader Ende Juni die Häsen von Marseille und Toulon besuchen. Der Besuch wird 14 Tage dauern.
Petersburg, 25. April. Der General Annenkow hat den Finanzminister Dr. Witte wegen angeblich ehrenrühriger Aeußerungen zum Duell gefordert. Der Minister nahm die Forderung an und wird dem Czaren darüber Bericht erstatten.
H. Darmstadt, 26. April. Die Königin von England, die Prinzessin Heinrich von Battenberg find um 11 Uhr nach Cronberg abgereist, vom Großherzog in »Jenem Wagen zur Bahn geleitet; im Gefolge befanden sich zwei Damen und zwei Herren der Königin.
Sitzung -er Stadtverordneten
am 25. April 1895.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadt- rerordnetcn die Herren Brück, EmmeliuS, Faber, Flett,
Dr. Gutfleisch, Helfrich, Heyligennaedt, Hornberger, Jughardt, Löber, Lrbtg, Petrt, Ploch, Dr. Schäfer, scheel, Schmoll, Bogt und Wallenfels.
Mct dem Gesuch des Bäckermeisters PH. Pfeiffer um pachtweise Ueberlaffung eines HolzlagerplayeS am Luther- berg erklärte sich die Versammlung unter Festsetzung deS üblichen ZtnseS einverstanden.
Zu dem Gesuch deS Herrn I. Dietz wegen Pachtung cineS Kellers unter dem Schulhause in der Westanlage zum Lagern von Wein beschließt die Versammlung ebenfalls Ge nehmigung; der Pachtzins wird für die Dauer von sechs Monaten auf 20 Mk. bemessen.
Die Erlaubniß zur Anbringung einer Laterne am Hause deS Herrn W. Mayer, Neustadt 1, wird auf ^Widerruf ertheilt, deSgl. widerruflich
Herrn Chr. Weeg die Erlaubniß zur Verlegung einer Haustreppe mit einer in das Trottoir am Neuenweg springenden Stufe.
Abgelehnt wird das Gesuch deS Herrn W. Retnhold um Benutzung des Trottoirs vor dem „Kaiserhof" in der Schulftraße zu WirthschastSzwecken. Gesuchsteller wollte seinen Gästen den Aufenthalt im Freien dadurch ermöglichen, daß er durch Aufstellung von Epheukästen und Lorbeerbäumen mit darüber befindlichen Marquisen eine Art Vorgarten herzustellen beabsichtigte, innerhalb deffen Tische Ausstellung finden könnten. — Dtrecte und indirecte Störung der Paffage an bezeichneter Stelle wurde von der Bau- Deputation als Grund ihres ablehnenden Antrags bezeichnet.
Die dem Herrn Gg. Hilgen s. Z. widerruflich er- theilte Erlaubniß zur Errichtung ein eß GartenhäuSchenS am Schiffenberger Weg wird auf wettere zwei Jahre verlängert.
Bezüglich der Gesuche der Herren Jac. Weiden- Haus, Phil. Seipp, Phil. GanS und Fritz Kühn um Erlaubniß zur Errichtung von Häuschen zur Aufbewahrung von Geräthen in ihren Gärten erfolgt ebenfalls auS- nahmSweife widerrufliche Genehmigung, dagegen wird die Genehmigung zur Errichtung eines GartenhäuSchevS größeren Umfang» am NahrungSberg Seitens des Herrn Jul. Bach auf die Dauer von zwei Jahren beschränkt.
DaS Gesuch deS Herrn Gg. Simon um Erlaubniß zur Errichtung einer Feldfcheuer am Krofdorfer Weg wird befürwortet mit der Maßgabe, daß frag!. Scheuer auf einem mindestens 2 Meter hohen Steiosockel und mit einer darüber befindlichen Bretterverschalung errichtet wird.
Die Errichtung einer Steinmetzwerkhalle auf den Werner'schen Grundstücken hinter den Eichen durch Herrn s.Vtajtln Schmoll wird widerruflich, zunächst auf die Dauer von zwei Jahren, genehmigt.
DaS Gesuch deS Herrn Th. GeilfuS um Errichtung einer Lagerhalle in der Westanlage wird beanstandet, weil fragt Halle an eine öffentliche Straße, nämlich an die nach Herstellung einer Unterführung entstehende Zufahrtstraße von der Westanlage nach dem künftigen Güterbahnhos zu stehen kommt, was gegen § 14 deS OrtSbaustatutS, im klebrigen bezüglich deS Aeußeren der Halle, des Baumaterials u. s. w. gegen sonstige Bestimmungen deS yrtS- baustatutS verstoßen würde.
Die Bauveränderung, um deren Genehmigung Herr Johs. Vogel II. am Strofborfer Weg nachgesucht, hat sich als Neubau qualificirt, weshalb Beanstandung auf Grund deS § 5 des OrtSbaustatutS erfolgt, da fragt Anwesen an einer zur Bebauung noch nicht vorgesehenen Stelle sich befindet.
Das Gesuch deS Herrn Joh. Häuser um Erlaubniß zum Bauen in der Frankfurter Straße wird auf Grund deS § 5 des OrtSbaustatutS beanstandet.
Die Anlage eines WegeS nach den Wiesen in den Torflöchern wird genehmigt.
DaS Großh. Polizeiamt hat der Bürgermeisterei mitgetheilt, daß eß im öffentlichen Interesse, besonders wegen des Schutzes der Ufer und der daranstoßenden Grundstücke, an gezeigt erscheine, die mit der Zeit in größerem Maßstabe betriebene Entnahme b eß Kieseß auß bem Lahn- bette zu regeln; dem Bericht war der Entwurf eines Local- reglementß beigegeben, welches an Stelle des unterm 19. November 1880 erlassenen treten soll. Danach hat die juristische Commission beantragt, einem von ihr entworfenen Reglement die Zustimmung zu erthetlen, in welchem, abweichend vom Entwürfe des Polizeiamts, gewahrt sind die Bedingungen, unter denen die Entnahme von KieS und Grund ans der Lahn stattfinden kann. Die Verfammlung erklärte sich mit dem Entwurf ihrer juristischen Commission einverstanden. Derselbe lautet: tz 1. Wer KieS oder Grund auS der Lahn innerhalb der Gemarkung Gießen entnehmen will, hat hiervon mindestens eine Woche vorher Gr. Polizei- amte Gießen die Anzeige zu machen, damit bestimmt werden kann, ob und an welchen Stellen, für wie lange und unter welchen Bedingungen KieS oder Grund aus dem Lahnbette entnommen werden darf. — § 2. Unterlassung der in § 1 bestimmten Anzeige und Zuwiderhandlungen gegen die von Gr. Polizeiamt Gießen in Gemäßheit deS § 1 erlassenen Anordnungen werden in jedem einzelnen Falle mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mk. bestHpft.
Eine Anzahl Industrieller deS Bieberthals haben vor einiger Zeit ein Project ausarbeiten lassen, nach welchem unter Verzicht auf eine Vollbahn eine Kleinbahn von Gießen nach dem Bieberthal errichtet und damit daS letztere für seine Produkte, besonders Steine und Kalk, er» schloffen wird. Nach dem Project soll mit der Benutzung j der Staatsstraße diese Schmalspurbahn biß anS Neustädter ! Thor geführt werden, und eventl. Fortsetzung finden nach ! der Margarethenhütte, bezw. dem Güterbahnhof. Die Der- ' Handlungen mit dem Großherzogi. Ministerium wegen Ueber- laffung der Staatsstraße find soweit abgeschloffen, und ist seitens der Firma Hager u. Lausberg in Köln, welche den Bau ausführen will, bei der Stadl die Ueberlaffung von Gelände beantragt worden. Finanziell ist daß Unternehmen gesichert, sofern nicht noch Geländeschwierigkeiten eintreten
£oe*Us meO proohnWU*.
Sieben, den 26. April 1885
Zum 50jährigen Tienßjubilänm bei Herrn Prälaten Dr Habicht ja Darmstadt. Arn 27. April d. I. begeht einer der vorzüglichsten und ob seiner langen Wirksamkeit in verschiedenen Orten im ganzen Grvßherzvgthum bekannten Theologen: der Prälat, Oberconfistorialrath und Provinzial- superintendent von Oberheffen Dr. Victor Habicht, sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Die segensreiche Thätigkeit, die der Jubilar besonders in unserer Provinz Ober* Hessen entfaltete, läßt eß unseren Lesern gegenüber gerechtfertigt erscheinen, wenn wir etwas näher auf den Lebenslauf des verdienten Theologen, nebenbei bemerkt eines geborenen Oberheffen, eingehen. Geboren am 5. Februar 1822 in Engelthal, als Sohn deS dortigen JustizamtmannS, verlor Habicht im 12. Lebensjahre feinen Vater; die Mutter ließ sich deshalb, um ihren Söhnen eine gute Bildung angebe/ien zu lassen, mit ihren sechs Kindern in Büdingen nieder, wo Habicht, bereits in Laubach durch Pfarrer Dieffenbach und Marx tüchtig vorbereitet, das damals unter dem Direktor Thudichum stehende Gymnasium besuchte. Er bezog, nachdem er sämmtliche Klaffen mit Auszeichnung abfolvirt, im Alter von 18 Jahren die Universität Gießen, um Theologie zu ftubiren. Seine Lehrer waren die Profefforen Credner, Knobel, Mayer, Fritzsche- nebenbei lag er den Studien der Philologie und der englischen und spanischen Sprache ub, bestand im sechsten Semester das FacultätSeramen und bezog das Predigerseminar zu Friedberg, nach deffen ein Jahr später erfolgtem Austritt er eine Lehrerstelle in Echzell bekleidete. Nach der im Jahre 1844 bestandenen Definitorial» Prüfung fungirte er in den folgenden Jahren al» Substitut deS ersten Pfarrers Hoffmann in Echzell. Nach ersprießlicher, feinem Arbeitsdrange entsprechender vielseitiger Thätigkeit erhielt Habicht im Jahre 1852 die Pfarrstelle zu Lardenbach, nachdem er kurz vorher seine Cousine, die Tochter be* Apothekers Weber in Echzell, als Gattin heimgeführ». Im Jahre 1859 siedelte er mit feiner, inzwischen um vier Söhne vergrößerten Familie nach Grünberg über und zwar als erster Pfarrer, späterer Decan- hier wirkte Habicht neben seinem Amte als Mitglied der Kreisschulcommission zum Wohle der Gemeinde, bis im Jahre 1870 seine Ernennung zum Pfarrer in Rüsselsheim a. M. und zum Decan de» Dccanats Groß-Gerau und Schulcommiffär des Kreises erfolgte. Auch feine fünfjährige Thätigkeit in Rüffelsheim war segensreich, nicht nur auf rein kirchlichem Gebiete, sondern auch durch die Arbeit, die er sich infolge der Errichtung eine» großen Lazareths in Rüffelsheim während deS Krieges auferlegte. Im Anfänge deS Jahres 1875 erhielt der Jubilar die Ernennung zum Oberconfistorialrath in Darmstadt und Superintendenten in Oberheffen, nachdem er schon während zweier Jahre da» Amt deS ersten SecretärS in der zur Berathung der neuen Kirchenverfaffung berufenen Landes- fynode bekleidet. Seine Arbeit in derselben, besonders bei Einführung der neuen Ordnung, war mancherlei Anfechtungen ausgesetzt, mühe- und verantwortungsvoll, doch hielt ihn während der folgenden 20 Jahre nicht» davon ab, unentwegt mitzuarbeiten an dem Wohl der Landeskirche und ihrer Diener, zu fördern da» religiöse und sittliche Leden aller Gemeinden. Oeffentliche Anerkennung fand sein Wirken in erster Linie im Jahre 1880 durch die LandeSuniversität, deren theologische Facultät ihn durch die Doktorwürde honoris causa au»- zeichnete. Im Jahre 1882 vertrat der Jubilar die hessische Kirchenbehörde auf der Eisenacher Conserenz, und im Jahre 1885 erfolgte mit feiner Ernennung zum Prälaten fein Eintritt in die erste Kammer der Stände al» lebenslänglicher Vertreter der LandeSfynode, 1889 der Eintritt in den Central- Vorstand des evangel. Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung, in welchem Verein er übrigens feil 50 Jahren thätig ist. Ja den sonstigen gemeinnützigen und WohlthätigkeitSvereinen, denen der Jubilar angehört, aufoltcte er stets eine segensreiche Wirksamkeit, kurz der Jubilar kann nach Verlauf von 50 Jahren zutückblicken auf eine Fülle von Arbeit, die za verrichten seine geistige und körperliche Rüstigkeit ihm von Gott beschieden war. Ausgezeichnet durch Gaben deS Geistes, ausgezeichnet durch Ehrenbeweise aller Art, decorirt mit dem Comthurkreuz de» Verdienstorden» Philipp» de» Großmüthigen, ausgezeichnet auch durch eine Anzahl literarischer Arbeiten auf theologischem Gebiete, steht der Jubilar heute unter seine» AmtSgenoffen, Mitarbeitern und Mitbürgern, hoch geehrt und
’oCten; zur Errichtung einer Station Gießen war in AuS sicht genommen da» vor dem Neustädter Biaduct am Hamm, vor dem Viehmarktplatze, befindliche Gelände, eventl. die Neustadt selbst' mit Benutzung von Oswalds Garten. Die Baudeputation hat beantragt, daß von Oswalds Garten für bezeichneten Zweck vorläufig abgesehen werden möge, sie empfiehlt, das Unternehmen durch Gewährung der Anlage von Geleisen und Ueberlaffung deS Platzes am Biehmarkt- platze (Hammstraße) zu unterstützen, baß Gelände jedoch nicht in Eigenthum zu überlasten, sondern iniolange zur Verfügung zu stellen, al» die Bahn auch für den örtlichen Personen- und Güterverkehr nutzbar gemacht würde und täglich vier Züge in jeder Richtung mit Personenbeförderung abgefertigt würden. Die Gesellschaft hat sich hierzu bereit erklärt. ES wurde nach längerer Debatte, in welcher hauptsächlich der Verkehr auf der Lahnbrücke eingehend erörtert und eine etwa nöthig werdende Verbreiterung derselben in Berück- sichtigung gezogen wurde, der DeputationSantrag angenommen nftt dem Zusatze: „unbeschadet der wegen etwa nöthig werdender Verbreiterung der Lahnbrücke emstehenden Anforderungen."
Mit dem Anträge der Baudeputation, die künftige, von der verlängerten Wilhelmftraße nach dem Leihgestemer Weg führende, bereit» „Ebelstraße" benannte Straße mit einer durchgehenden Steigung von 8% anzulegen, erklärte sich die Versammlung einverstanden.
(Schluß folgt.)
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