Ausgabe 
27.3.1895 Zweites Blatt
 
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1893

Mititvoch den 27. März

Bikrtrljäbrigkr

Amts- und Anzeigeblatt für den Av«is Gief;sn.

eine gemachte

beweist

Abonnements - Einladung

Außer dem gewöhnlichen Personen.

Zeichnung, hervor.

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-es CalvartenbergeS

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folfltnbtn Lag erscheinenden Nummer bi- Norm. 10 Uhr.

Kr. 73 Zweites Blatt

Briugerlohn.

' Durch die Post bezöge« ' 2 Mark 50 Pfg.

Rcdactton, Sxpeditto» und Druckerei:

Kchnkkrahe Ar.7.

Fernsprecher 51.

<tttt Imitation von «benholz. Echtes Ebenholz ist sehr schön, aber auch sehr theuer, deshalb ist manschon seit_J«hrm bemüht aeetanete Holzarten ebenholzartig zu sarben. Für die,e ttesschwarze Färbung wendet man verschiedene Tinkturm an, wichtig dabet ist, daß daS zur Ebenholz - Imitation benutzteHolz von sehr feiner Textur (Fasergewebe) ist. Rach derdad. Gewerbe-Zla. ft <18 Sehe für Ebenholz - Imitation sehr empfehlenswerth eine Auflöiulm von salzsaurem Anilin in einer gleichen Gewichtsmenge Spiritus.^ Die Flüssigkeit wird auf daS Holz aufgestrichen^-nachdem man dessen Obe» fläche erst mit einer etnprocentigen Kupfervitriol- lötung getränkt und dann wieder getrocknet hatte. Etnsthrschone« und haltbares Schwarz auf Holz, das demienigen des Ebenholzes wohl am nächsten kommt, erhält man ferner, wiedie Gew^ Ztg- ri/fttfit in einfacher Weise dadurch, daß man das Arbetisstua mn A8-L S®ta (1 ' 20 Wtdl« SBaffer) b.E -nb dann erhitzt. Es genügt hierzu eine Wärme von 60 bis 90*, ta iipn sininuten ist die erwünschte Schwarzfärbung etngetreten. Sm ImttSriMmflteM« M »"*«, Lind-, Z«$u8,n;d> Wied«- boluno des Verfahrens auch Ktrfchbaum, Kastanie, Birke, weniger schön fallen die Beizungen von Eiche und Esch- aus, nicht gut bK HfX 8W« und Tonne, bei l-di-r-nistn-m-ntt» di- ungleiche Färbung der Jahresringe störend. Bet diesem Der- fahren wirkt die Schwefelsäure verkohlend auf die Holzfaser, em- pfehlenswerth ist es, die Säure wieder zuentferlien.indemmandie aebehten Geaenstände in eine warme verdünnte Sodalösung etnlegt, was allerLs nur bet kleinen Stücken empfehlenswerth ist, da große

Der Gießemer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dr- Montag».

Die Gießener Pamikiendtälter werden dem Anzeiger »ächrntlich dreimal deigelegt.

öffentliches Vergnügungslocal verschüttet. DiS thümerin mit drei unmündigen Kindern, zehn junge und elf fremde, im Local anwesende Herren wurden erschlagen, eine Anzahl verstümmelter Leichen wurden unter den Träm

leicht springen. _____

_ Imitation von Jncht-N'Ledev. Zur Herstellung wird, wie derGnb^Eofir." mitthetlt, das Leder zuerst mit dem Birken- theeröl, das ihm den Geruch flieht, eingerteben. Hierauf wtrde« in Weidenlohbrühe oder eine mit Wasser verdünnte Lösung von Sattci« in Sviritus einaelegt, um das Birkentheerol in einen gummtartigm w-KchUn Zustand üb«,nlnhren und °°n dem bremiichen Geru»e zu befreien. Die Salicinlösung besteht au? etwa 115 g Saltci», 0 5 I Spiritus von 95 pCt. und 100 l weichem Wasser.

£iteratu* und Kunst.

- Heitere Geschichte« atiS wHnem

WMZWOW lebt, Erzählt die Geschichten in trautem ^^skreise am S ammttsche. Er trägt dieselben nicht t» trocknen Er äblerton vor sondern die reine würzige Bergeslust, die man dort M'e2nJthmet bet den einzelnen Geschichten ihren Stempel auf» gNckt ^ Kein Leser wird das reizende Büchlein ^unbefriedigt aus

der Hand legen. -------------

In der Halbmonatschrift Wahrheit^ (Frommann, Ktuttaart- vierteljährlich 1.60 Mk.), von der die Hefte 34 und U ®Rs vorliegen, finden wir von Schrempf selbst eine

über die Autorität, sowie eine von der hergebrachten Schablone writ abweichende Beleuchtung der Duellfrage verblüffmd wahr nach allm ©eiten. SchubringS treffliche Arbeit über den BerrMmXobatiim, rt»4ftnotten Aussatz von Mar Diez über die schwierige

nach ber Wahrheit tu der Kunst, ^e "Wohlverdienten Strafen , he wir aas den übrigen Beiträgen noch besonders hervor.

Trier, 23. März. DieTrterische Zeitung" meldet: Die Weinversteigerungen wurden heute beendet. Im Ganzen wurden 2,690,000 Mk. für 870 Fuder Mosel- und Saar- weine erzielt. DaS theuerste Faß: ^nhäuser, Crescenz Stumm, ersteigerte daS Hosmarschallamt um 9400 Mk. Für 74 Fuder wurden je über 5000 Mk. bezahlt.

Stellt!, 23. März. In einem Walde bet Stein wurde eine Zigeunerbande, die ans zwei Männern, re Weibern und einem Kinde bestand, todt im Schnee auf gefunden. (Oberschlcs. Ztg.)

An« Ostpreußen, 21. März. Auf dem Mauersee, rwische» der Insel Upatten und der Stadt Angerburg, brach en drei mit Mehl beladene Schlitten ein. Die drei Fuhrwerke und zwei Knechte versanken- der dritte Kutscher . konnte sich retten. ,

Luxemburg, 22. März. In der vergangenen Nacht erschoß im Hotel Maron der preußische Sergeant Heim- Iura er aus Diedenhofen seine Geliebte Giroux und dann kick selbst mit einem Revolver. Auf dem Nachttisch wurden verschiedene Briefe an Angehörige gefunden. DaS Liebespaar WOr :°L°7un-°'°)?23°«r-.. 3nf.l9e 'M «es

daS tolle Saufen, sv..,. " - h n

u fetn// Wieder drückte er den Studio ans Herz, dann . tl.tte.te er schleunigst in feinen Wagen jurW unb bamtft, | bergnügt lachend, zur Halle hinan- - unf r Student ab steht da, «18 trenn ihn ein schöner Traum geäfft. In feiner Hand liegen drei nagelneue Hundertmarkscheine. JstS Wah kett ad« ein unverschämter Uit, den sich ein alter Herr m ihm erlaubt? Nein, es ist Wirtlichte t. Die Hundertmark chetne find ächt. Also eine Verwechselung! Wie er noch mmer sprachlos und wie betäubt dasteht, taucht aus dem anderen Ausgang ein zweiter Studio fein Ebenbild auf und starrt verzweifelr dem Zuge nach, der eben a Krümmung verschwindet. Studio Nr. 1 ist keinen fl blick im Zweifel, daß Studio Nr. 2 der berechtigte Besitzer des Reichrhums in seiner Hand ist. Rasch tritt er auf th zu und sagt:Ihr Herr Onkel hat mir etwa- für S hinterlassen." -Nicht wahr, zweihundert Mark? ruft der andere außer Athem. -Nein, dreihundert. Hier find sie, die Küffe, die Umarmung werden Sie wohl kaum haben wollen?" -Auch daS ist, bei Gott, me n Eigenthum jubelte der andere,'her damit." Wte die Geschichte zu Ende ging, können sich unsere Leser wohl denken: Kneipe, Schmollt«, Sauferei, Katzenjammer und Pump.

Alle «nnoncen.BureaTTbrfr^runb Auslandes nehmen Anzeigen für denG'-ß-ner Anzeiger" entgegen.

» tzuidefleifch.Vers chwunde ne Hunde", so schreiben . d. Bl. f. soz. Praxis,bildeten in Rixdorf, Friedenau und anderen Berliner Vororten ein oft wiedrrkehrendes Rathsel, bis kürzlich in Rixdorf eine Gesellschaft ermittelt wurde, die gewerbsmäßig fremde Hunde gefangen und geschlachtet ha - In Chemnitz, Dresden u. a. O. gibt es offen betriebene Hundeschlächtereien und Hundefleisch. Restaurants, wie denn das neuesteStatistische Jahrbuch deutscher Städte ver- zeichnet, daß im Jahre 1892 an g°'»lachteten Hunden gezahlt wurden: in Leipzig 65, In Breslau 80, in Dresden 8 in Chemnitz 271; in Dresden kostet das Kilogramm Hunde fleisch 50 bis 60 Pf. So bedauerlich auch das Herabfinken des Niveaus der Bolksernährung ist, daS sich im Genuß von Hundefleisch auSspricht, so ist doch beim offenen Betriebe noch wenigstens eine Controle gegen daS Schlachten kranker Hunde möglich, während bei dem oben berichteten Geheimbetrieb in ben Berliner Vororten der dringende Verdacht begründet ist, baß nur alte unb kranke Hunde geschlachtet, andere aber verkauft wurden."

Ein Erkennungszeichen. Eine Affaire, die eines ßc- wissen humoristischen Anstrichs nicht entbehrt, spielte sich kürzlich in Essen ab. Einem dortigen reichen Industriellen war seine Gattin mit einem jungen Manne durchgegangen. DaS Pärchen wandte sich nach Ungarn. Der Gemahl, dem mit der theuren Ehehälfte noch manchesKostbare ver« schwunden war, verfolgte die Spur. Er erfuhr auch, wohm sich die Herrschaften Billets gelöst hatten und depeschirte an die dortige Polizei:Frau X. aufhalten, Gewicht 83 Kilo. AlS der betreffende Zug in die Station einlief, mußten sämmtliche weibliche Passagiere die Waage pa.siren, und es aelana, die 83 Kilo schwere Dame zu ermitteln, welche dem ! trostlosen Gatten auf seine Reclamation von der Behörde nicht vorenthalten wurde.

* Zustotzen der Ohren bei Hunden. Der englische ' Stenneiclub hat In feinen Satzungen die Bestimmung aus­genommen, daß fein englischer Hund, der nach dem 31. Marz 1895 geboren ist, einen Preis in irgend einer von d-m Lind veranstalteten Ausstellung gewinnen tonn, wenn ihm die Ohren inaeftutzt worden sind. Es ist erfreulich, daß «an beginnt,

Zum Bezug desGieszener Anzeiger" für das 2. Vierteljahr 1895 laden wir hiermit ergebenst em Wie bisher, wird derGießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrich­ten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Lau­fenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist derGießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich Mr Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des An­zeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhesten betriebenen Landwirthschäft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Beruck- fichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die 'Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen Em ge­diegenes Feuilleton wird neben besonderen Ar­tikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die

Gießener Familienblätter", welche dem An­omer wöchentlich 3 mal beigelegt werden und die stets ein gewähltes ^06^ ^ 11^0^« bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten.

Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. April den Anzeiger kostenfrei zu- aestellt, wie wir auch gerne bereit sind , Probe- Nummern nach auswärts postftei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnements- betrag durch Quittung erheben lassen, salls nicht aus­drückliche Abbestellung ersolgt.

Hochachtend

Verlag desGießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch u. Steindruckerer

(Pietsch & Schepda). vermischte».

Ä , d , MonnemtMispteü:

Gießener Anzeiger

Hmerat-Wnzeiger.

* Daß die Amerikaner eS verstehen Kapital - Anlage möglichst vielseitig auszunutzen, wiederum einmal die Stadt Toronto m Canada mtt ihrer electrischen Trambahn. Außer dem gewöhnlichen Pcrsone - wagenverkehr wird dieselbe auch dazu benutzt, um Sommer mern hervorgezogen. I auf derselben Sprengwagen laufen zu lassen, »eia)C

* Wie ei» armer Teufel ,« Geld Ioä«L Steht @lrofeen halbe Stunden reichl-ch mit Wasser besprengen, kürzlich ein flotter Studio vor dem Eingang de« Bahnho S Geleise in den Straßen vorhanden, o können die^

Friedrichstraße zu Berlin, als er plötzlich einen seiner ° in voller Breite benetzt werden- auf diese Weise bleibt Manichäer auf sich zukommen sieht. Schnell entschlossen laust umständliche, theuere Sprengen mit Ps^wagen nur er nach dem Fernbahnsteig, kauft für den etzten Groschen Nebenstraßen übrig. Ebenso wird die.Asche und dtt

eine Perronkarte und entzieht sich so den Klauenl des blu ^Qd)tg/ wenn der Personenverkehr ruht, durch M

dürftigen Löwen. Als er hochaufathmend an de« sicheren Me ebenfalls auf der electrtscheu Bahn laufen, ab

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tritt, steigt berfReifenbe aus,, umnrm«««W- _jllti neue# Verkabren, um Hurn <iti

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die Manganpasten Helle bis dunkelbraune Flecken, entsprechend der