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Dienstag den 26. Februar
1U. 48 Zweites Blatt.
1893
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Redaction, (kxprdNioR und Druckerei:
Kchukstrahe Ar.7.
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Vierteljähriger «Mtmntmenbpttif! 2 Marl 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bfjogm 2 Mark 50 Pfg.
Die Vietzener Damttie» ö kälter werde« dew Anzeiger »dchentsich dreimal kigdegt
Der -te^ener A«zeiger erscheint täglich, m* Lnroahm» des Montags.
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden tag erscheinenden Nummer bis Vor«. 10 Uhr.
Gratisbeilage: Gießener Jamitienbkätter.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Anrtticher Theil.
Bekanntmachung, betreffend LehrcursuS für Anlage und Prüfung von Blitzableitern. Electrotechnische Lehr- und Untersuchung« Anstalt de» Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M.
Wir machen darauf aufmerksam, daß auch in diesem Jahre an der electrotechnischen Lehr- und Untersuchung«» anstatt de» phystkalischen Vereins zu Frankfurt a. M. ein Lursu» über Anlage und Prüfung von Blitzableitern statt' ßndet. Der Unterricht findet in der Woche vom 18. auf 23. März l. IS. täglich Vormittags von 10—12 Uhr und Nachmittag» von 3—5 Uhr statt. Das Honorar beträgt 80 Mark.
Gießen, den 22. Februar 1895.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Polizei-Reglement,
die polizeiliche Beaufsichtigung der Spinnstuben in der Gemeinde Lang GönS betreffend.
Mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern mb der Justiz vom 18. Februar 1895 zu Nro M. I. 4649 »ird hiermit unter Aufhebung der Polizei-Reglements vom 11. November 1890 und 6. September 1893, nachstehendes Polizei Reglement für die Gemeinde Lang-Göns erlassen:
1. Spinnstuben dürfen in Wirthshäusern überhaupt »icht, und in Privathäusern nur bi» zu der festgesetzten Polizeistunde ftattfinden.
2. Spinnstuben dürfen nur in dem Hause eine» Be- cheiligten und auch hier nur dann gehalten werden, wenn da» Familienhaupt oder dessen Ehefrau in dem betreffenden Hause anwesend find.
3. Der männlichen Jugend ist der Zutritt zu den Spinn- ftuben bis zum zurückgelegten 16. Lebensjahre untersagt.
4) Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften unterliegen einer Gelostrafe bis zu 30 Mk.
5. Gegenwärtiges Polizei Reglement tritt mit dem Tage seiner Verkündigung in Kraft.
Gießen, am 22. Februar 1895.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Deutsche» Reich.
Berlin, 23. Februar. Die Delegirten der Berliner Gewerkschafts-Commission hielten gestern Abend eine öffentliche Sitzung ab, um über das Sammel- wesen und die Maifeier zu berathen. Buchdrucker Masfini gab bekannt, daß der Berliner Polizeipräsident die Frauen- Agitations-Commisfion aufgelöst habe. Diese Mittheilung rief große Erregung hervor. Es wurden Rufe laut: „DaS ist der Umsturz!" Redner befürwortete sodann, die Sammlungen in Zukunft nicht durch L sten, sondern durch Sammelmarken vornehmen zu lassen. Die Abstimmung darüber findet in der nächsten Sitzung statt. Bezüglich der diesjährigen Maifeier wurde beschlossen, dieselbe in der gleichen Weise wie im Vorjahre zu begehen und den Gewerkschaften zu empfehlen, für die Durchführung der ArbeitSruhe am 1. Mai zu wirken. In der nächsten Sitzung soll auch berathen werden, wie die Feier des 18. März in diesem Jahre begangen werden soll.
Berlin, 23. Februar. Die feierliche Eröffnung deS Nord-Ostsee-Canals wird, wie nunmehr als feststehend gelten kann, in der zweiten Junihälfte in o egenwart des Kaisers und vieler Bundessürsten vor fich getea. Nach Allem, was man bis jetzt hierüber hört, wird sich die ge- sammte Einweihungsfeier zu einem glänzenden Eretgniff: gestalten, würdig der Bedeutung des großen Canal-Unternehme s. Die officiellen Einladungen zur Theilnahme an der Feier sind den Regierungen der meisten seefahrenden Nationen dem Vernehmen nach bereits zugegangen und sollen Spanien und Oesterreich - Ungarn die Einladung schon in aller Form angenommen haben. Beide Mächte werden ein sörmlicheS Geschwader nach der deutschen Ostseeküfte entsenden, auch viele der übrigen eingeladenen Staaten werden bei der EtnweihungS- feier des Nord-Ostsee-CanalS sicherlich durch mehrere Kriegsschiffe vertreten sein, daß sich dieselbe vor Allem zu einem imposanten maritimen Schauspiele zu gestalten verspricht.
Berlin, 23. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt officiöS: Das vom „Berliner Tageblatt" mitgetheilte, von einem im Herzogthum Schleswig erscheinenden Blatte gebrachte Gerücht, daß die Wiederabtretung Schleswigs ein Glied in der Kette von Festlichkeiten bilden werde, die zur Eröffnung des Nordostseecanals in Aussicht genommen find, ist nicht allein, wie das „B. T." sagt, bezeichnend für die
Beschränktheit gewisser Leute, sondern zeugt von einer geradezu unglaublichen Dreistigkeit derjenigen Kreise, als deren Organ das fchleSwiglche Blatt'„MorderSmaalet" sich darstellt. Die grobe Tactlosigkeit dieses Blattes erreicht ihren Höhepunkt in der fast an Majestätsbeleidigung streifenden Behauptung, daß die Kaiserin für den Plan arbeite. Die weitere Angabe, daß jenes Gerücht allgemein verbreitet sei, ist lächerlich und abgeschmackt.
Ausland.
Budapest, 23. Februar. Die Polizei nahm in Be th l en baß auS Preußen stammende Ehepaar Lenhardt in Hast, welches einen schwunghaften Handel mit falschen Pässe« betrieb. Es wurden bei den Verhafteten und in deren Wohnung eine große Anzahl von Stempeln, Petschaften und gefälschten Namenfacfimiles vorgefunden,- unter den letzteren befanden fich die NamenSzüge deS Deutschen Kaisers und des Fürsten. BiSmarck.
Paris, 23. Februar. Die Morgenblätter melden, der Polizeipräfect habe allen Untergebenen des SeinedepartemeutS mitgetheilt, daß ein bedeutender Dynamitdiebstahl vorgekommen und das Dynamit wahrscheinlich in Parts oder Umgegend vergraben worden ist. Die Polizeibeamten sollen aufgefordert worden sein, bei den Haussuchungen mit größter Vorsicht ihre Pflicht auszuführen.
Pari», 23. Februar. DaS „Memorial Diplomatique" behauptet, CriSpi wolle noch vor den Wahlen den König Humbert zum Kaiser von Aethiopien ausrufen lassen. CriSpi rechne hierbei auf die Mitwirkung deS Ra» von Makonen, welcher ein persönlicher Feind deS jetzige« Herrschers von Aethiopien sei.
Paris, 23. Februar. AuS Monceau-les-MineS, wo vor einiger Zeit die Grubenexplosion stattgefuuden hat, wird gemeldet, daß unter den Arbeitern daselbst große Erregung herrscht. Die Arbeiter der Grube, in welcher die Explosion stattfaud, verlangen wegen der Gefahr, der fie ausgesetzt find, eine Lohnerhöhung.
Loudon, 23. Februar. Die Blätter beschreiben mit allen Einzelheiten ein gegen den' Kaiser von China geplantes Complott, in welchem besonders der Vcekönig Li Hung Tschang eine bedeutende Rolle spielen soll. Man hält diese Einzelheiten für falsch oder sehr übertrieben.
Feuilleton.
Aas der hessischen Fran)osen?eil.
1806—1814.
Von Dr. Otto Buchner.
(Fortsetzung.)
Wie nimmt sich nun eine solche einzelne Episode auS itn Freiheitskriegen bei rheinbündlerischer Beleuchtung aus? j Dir suchen eine betr. Nachricht in der zu Darmstadt er- ’ scheinenden Großh. Hessischen Zeitung. In ihrer Nr. 120 dcm 7. October 1813 (S. 966) bemerkt sie nur: „Ein Streifzug gegen Kassel von Seite der auf das linke Elbufer herübergekommenen feindl. Truppen scheint sich nicht mehr bezweifeln zu lassen" und dann auf der folgenden Seite unter rxrmftabt, 6. October: „Nach einer biesen Morgen hier ; nngelangten sicheren Nachricht hat sich das nach Kassel und , . »te umliegende Gegend des Königreichs Westphalen gezogene ^ruppencorps von der coalisirten Armee am 3ten Nachmittags -ufs eiligste über Münden und Göttingen zurückgezogen. Nehrere französische und königlich westphälische Truppen sind ja dessen Verfolgung auf dem Marsch." In der folgenden Kummer vom 9. October (S. 975) wird noch von Frankfurt, 8. October berichtet: „Unsere heutige Zeitung enthält zwei vekanntmachungen, welche am 5. October der Herr Gen.- (ommissär von Wolf und der Herr Präfect A. von Trott ,u Marburg erlassen haben. Nach denselben war der Tuff. Veneral Czerniczeff, welcher einige Tage Kassel besetzt gehalten und daselbst am 1. October das Königreich Westphalen für lusgelöst erklärt hatte, am 3. nach Leerung aller öffentlichen Nagazine ohne Schwertstreich aus dieser Residenz wieder s gezogen. Der General von Alix verfolgte denselben. Die ’ Lcwohner des Werra-Departements, insbesondere die des vepartements-Hauptorts Marburg haben sich bei der An- >ai)crung des feindlichen Streifcorps ruhig benommen. Wenige Lcchlechtgesinnte haben hin und wieder die Ruhe gestört und ojsnntliche Beamte beleidigt."
Erst in Nr. 123 vom 14. October S. 998 bringt sie timen ausführlicheren Bericht unter Kassel, 8. October, in ifim der Sturm auf die Stadt durch die Russen und die '
Flucht des Königs bestätigt wird. Natürlich wurden nur durch den trunkenen, sinnlos wüthenden Pöbel Unordnung und die heftigsten Auftritte hervorgebracht. „Dies-s Gesindel entwaffnete die Soldaten. Einige Kosacken, welche in die Stadt eingedrungen waren, wurden im Triumph empfangen. Die Husaren wurden beleidigt, mißhandelt- man wollte den General in Stücke hauen" rc. Die Nattonalgarde konnte nicht verhindern, „daß die Kasernen vom Gesindel geplündert wurden."
Also waren es nur Uebelgesinnte, es war der Pöbel, das Gesindel in .Stadt und Land, nicht deutschfühlende Männer, die das fremde französische Joch abzuschütteln bemüht waren.
Das Gewitter, das den corsischen Eroberer niederschlagen sollte, zog sich immer drohender zusammen und entlud sich mit vernichtender Macht in der dreitägigen Völkerschlacht bei Leipzig. Nie hatten so ungeheure Kriegsmassen gegenübergestanden. Zum französischen Heere gehörten immer noch bei Fußvolk, Reiterei und Artillerie wenigstens 40 000 deutsche Rheinbundstruppen, obgleich Bayern außer einer Brigade keine Truppen bei der französischen Armee stehen hatte und während der Schlacht große Theile der sächsischen und württembergischen Truppen zu dem verbündeten Heere übergingen. Es waren im Ganzen 5400 Mann Fußvolk, 1100 sächsische und 1100 württembergische Reiter und 38 Kanonen mit Bedienung. Nach schwerem, furchtbaren Ringen war der Sieg für die deutsche Sache entschieden, die Franzosen flohen.
Im Laufe von acht Monaten wurde bei Leipzig der hessische Theil des französischen Heeres zum zweiten Male bis auf schwache Reste aufgerieben.
Ein Kampf nur von Deutschen gegen Deutsche war am dritten Tage der Schlacht, als die Brigade Zieten bei Zuckelhausen auf die Division Marchand traf. Diese bestand aus Hessen darmstädtischen und badischen Truppen. Es wurde heiß gekämpft, bis es Zieten gelang, das Dorf zu nehmen und den Feind zum Weichen zu bringen. Die Hessen hatten zuletzt die Aufgabe, am Grimmaischen Thore den Rückzug der französischen Armee zu decken und fielen dabei Viele oder wurden mit ihrem Führer, dem Prinzen Emil von Hessen,
I gefangen. Nur ein kleiner Ueberrest blieb bei dem fliehende« I französischen Heere, theilte sich unterwegs, ein Theil kam vo« Hünfeld aus über Schlitz nach Gießen, der andere Theil erreichte am 30. October in der Nacht vor der Schlacht bei Hanau den Main und am 3. November Darmstadt.
Blücher folgte dem flüchtenden französischen Heere auf dem Fuße. Im Hauptquartier der Verbündeten wurde angenommen, Napoleon werde nicht wagen, Wrede bei Hana« anzugreifen, sondern versuchen, über den Vogelsberg an die Lahn und da.un an und über den Rhein zu kommen. Deshalb bekam Blücher den Befehl, diesen Weg zu verlegen. So tarn der alte Held am 2. November 1813 nach Ulrichstein, wo er übernachtete, und am 3. November nach Gießen, wo er mit unendlichem Jubel empfangen wurde. Die Studentenschaft veranstaltete ihm zu Ehren einen CommerS, auf welchem er den Toast ausbrachte: „Meine Herren, gut deutsch oder tut den Galgen." Nach anderer Angabe soll Blücher ein „Pereat auf alle Halben" ausgebracht haben. Sein Hauptquartier blieb acht Tage in Gießen.
Von allen diesen wichtigen Ereignissen enthält die Großh. Hess- Ztg. nicht ein Wort. Dagegen bringt sie am 2. November ein Ausschreiben der Oberregierungs-Commission vom I. November: „Da der Kriegsschauplatz sich in die Großherzoglichen Lande gezogen hat, und davon die unvermeidliche Folge ist, daß die Untertanen mit schweren Aufopferungen zu kämpfen haben, und daher zu Vermeidung größeren Unglück» nichts nothwendiger ist, als daß die Untertanen allen an sie von ihren Vorgesetzten ergehenden Befehlen und Aufforderungen die pünktlichste Folge leisten, so werden die gelammte« Untertanen unb Einwohner des Großherzogthmns hierdurch nochmals bei schwerer Verantwortung und nachdrücklichster Ahndung angewiesen, sich nicht die geringste Widersetzlichkeit gegen die Befehle ihrer Oberen und Beamten zu Schulde« kommen zu lassen."
Aber wo in aller Welt dachte Jemand an Widersetzlichkeit! Es kamen ja die so sehnsüchtig von der gesammten Bevölkerung erwarteten Befreier von dem schimpflichen französischen Joch.
(FottsetzUnq folgt.)


