Ausgabe 
25.12.1895 Erstes Blatt
 
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Athen, 23 December. Au» Smyrna wird gr. ldet, rS feien von dort fünf Regimenter nach Creta ab­gegangen, nm dafelbst die Aufständischen zu unterdrücken. Die ZeitungPalingtnesia" bringt heute einen offenbar inspirirten Artikel, deffen drohender Ton Aufsehen erregt. In dem Artikel heißt e», wenn die Türkei den berechtigten Forderungen wiederum Gewalt entgegensetzen sollte, so möge sie sich in Acht nehmen. Heute wären andere Zeiten als vor fünf Jahren, wo England und Deutschland türkenfreuudlich gewesen seien.

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Sieben, 24. December 1895.

Feier der Wiedererrichtung de» Deutschen Reiche». In der Ueberzeugung, daß weite Kreise der Bevölkerung unserer Stadt übereinstimmen in dem Wunsche nach einer angemeffenen allgemeinen Feier der bevorstehenden 25. Wieder­kehr des JahreSrageS der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches, und angeregt durch eine Anzahl von Stadtverordneten hat Herr Oberbürgermeister Gnauth a if den 30. d». MtS. an eine Anzahl von Vertretern aller Kreise unserer Stadt Einladungen ergehen lasten zu einer vorläufigen Besprechung über Abhaltung und Gestaltung einer entsprechenden Feier.

A Zur Wetusteuer. Mit Rücksicht auf den Beschluß des Finanzau-schuffeS der Zweiten hessischen Kammer, die Aufhebung des WeinsteuergesetzeS der Kammer ' icht zu empfehlen, hat der Centralvorstand des Rhein- Main Verbandes süddeutscher Gastwirthe einen Aufruf an die hesfiichen Gastwirthvereine gerichtet, allenthalben sofort Versammlungen einzuberufen, um Protest gegen die Wieder­einführung der Weinsteuer zu erheben. Den LandtagS- aogeordneten soll in den Versammlungen die Ueberzeugung beigebracht werden, daß die vollständige Aufhebung deS Wein- fteuergesetzeS nothwendig, um dem Lande die ständige Auf- icgung, welche bald durch dieses bald durch jenes Wein- besteuerungSproject hervorgerufen wird, zu ersparen. Die rhetnhessischen Abgeordneten waren bei der letzten Berathung deS Gegenstandes in der Kammer sämmtlich für gänzliche Beseitigung des WeinsteuergesetzeS, während der Widerstand gegen die Aufhebung hauptsächlich von Oberhesten ausging.

* Kaufmännischer Verein. Sonntag, den 22. er., Abends von */z9 Uhr an fand im Poftkeller die Weihnachtsfeier der kaufmännischen Fachschule statt. Es hatten sich dazu e rca 40 Kaufleute und 90 Besucher des LehrltugSheimS rtngefunben. Nachdem die Gesangs - Abtheilung durch ein mehrstimmiges WeihnachtSlted die Feier eröffnet hatte, wurde durch Herrn Lehrer Knauß eine längere Ansprache gehalten, worin derselbe daS Weihnachtsfest, die Bedeutung der Fach­schule und des Lehrlingsheims beleuchtete und die jungen Leute aufforderte, ihren Dank dadurch zu beweisen, daß sie die Wohlthatösi, welche ihnen der Kaufmännische Verein durch Gründung dieser Institute erwiesen, fleißig benutzen und sich immer bestreben, tüchtige Glieder ihres Standes zu werden, um im Strome deS Lebens nicht unterzugehen. Sodann folgten Aufführungen, Prologe, Gesänge, Couplets, welche so gut ausgeführt wurden, daß reicher Beifall die Mit- fpielenden belohnte, und Einzelnes sogar wiederholt werden mußte. Zum Schluffe dieses Theiles der Feier hielt der Vorsitzende de» Kaufmännischen Vereins eine Ansprache, worin er den jungen Leuten sowohl, als auch besonders dem Leiter der Ganzen, Herrn Lehrer Knauß, dankte für den schönen, genußreichen Abend und ausdrücklich betonte, die jungen Leute möchten sich immer mehr dem Verein nähern, der durch feine zahlreiche Betheiligung auch heute wieder bewiesen, daß man eS mit ihnen wohl meint. Auch ein Schüler dankte im Namen seiner Kameraden dem Vorstände für die Bewilligung der Geldbeträge und dem Manne, welcher keine Mühe ge­scheut, diese schöne Feier zu Stande zu bringen. Hierauf erfolgte die Verloosung, wobei 78 Theilnehmer mit Ge» schenken erfreut wurden. Man sieht daraus, daß der Kauf­männische Verein eifrig bemüht ist, nicht nur für die geistige .'luSbtldung seiner angehenden Genossen zu sorgen, sondern auch durch geeignete Unterhaltungen sie immer mehr in seine Kreise hereinzuziehen, um sie von verderblichen Wegen abzulenken. Mit dem Wunsche, diese Feier möge sich alljährlich wieder­holen, kehrten alle Theilnehmer in später Abendstunde wohl­befriedigt nach Hause.

Sachbeschädigung. An der Staatsstraße zwischen Lang Gönß und Kirch-GönS vertrieben sich gestern Mittag zwei Handwerksburschen die Zeit damit, daß sie die Porzellan­glocken an den Telegraphenstangen entzwei warfen. Die Thäter wurden von einem Straßenwart abgefaßt und gefäng­lich eingeliefert.

Verhaftet. Der frühere Bürgermeistereigehilfe R. aus Lich wurde gestern hier in Haft genommen. Derselbe soll sich der Unterschlagung schuldig gemacht haben.

Umgefahreu. Von einem Bierfuhrwerk wurde gestern Abend am SelterSweg, während eS dem Omnibus auSwich, eine GaSlarerne umgefahren.

* * Rene Zweimarkstücke mit dem Bildnih de» Groß- Herzogs Ernst Ludwig gelangen demDarmst. Tägl. Anzeiger" zufolge soeben erstmals zur Ausgabe.

* Eine Erhebung über den Bestaub der deutschen Turner fchaft findet wieder am 1. Januar 1896 statt D>e auf Grund der regelmäßigen Berichte fottgeschriebenen Zahlen laffen auch diesmal ein erfreuliche» Bild deS Fortschreiten­des TurnwesenS erwarten.

* Die Weihnacht» oder Schueerafeu, Heleborus niger, stehen, zum Theil mit Schnee bedeckt, in Blüthe. Auch sonst regt sich infolge deS verhältnißmäßig milden Wetters die Frühling-- Vegetation bereit». Der Winterling, Eranthis hicmalia, sproßt an einzelnen Stellen de» botanischen Garten» schüchtern au» dem Boden, die Pestwurz, Petasites nivens, treibt Blüthenftengel und hie und da blühen noch Gänse­blümchen. Hoffen wir, daß die Letzten bald die Ersten find, daß sie nicht zu lange auf den Frühling warten wüffen.

♦♦ Zu Amerika »erstorbene Hestern New York City. Christian Gebhardt, 70 Jahre alt, auß Utphe. Catharina Romig geb. Kopp, 46 Jahre alt, auß Offenbach a. Main. Buffalo, N. Y. Elisabetha, Wittwe von Franz Häfner, 79 Jahre alt, au« Heffen-Darmftadt. Christian Schäsbuck, 82 Jahre alt, aus Harxheim. LouiS Eller, 62 Jahre alt, auß Bechtheim. Champaign, Jll. Philipp Schäfer, 73 Jahre alt, au» dem Kreise Gießen. Clarington, O. Johanne» Strauch, 79 Jahre alt, auß Busenborn. Maßcoutah, Jll. Margaretha Walte» geb. Seitz, 75 Jahre alt, auß Auerbach. Uppersandußky, Wyandot Co., O. Elisabetha Berg geb. Schneider, 69 Jahre alt, auß Gadernheim. Van Buren Township, Hancock Co., O. Johanneß Haub, 72 Jahre alt, auß Auerbach. Wheeling, W. Ba. Anna K. Brost, 66 Iah alt, auß Darmstadt.

Ober-Wöllstabt, 23. December. Am 24. December werdru e» zwei Jahre, daß der Arbeiter Veith von hier über den Viaduct bei Friedberg herabftürzte. Die von der Wittwe erhobenen Ansprüche bei der Bauberufßgenoffenschaft wurden abgelehnt, da mit dem Verlaffen der Arbeitßstätte die VerficherungSpflicht aufhöite, wie alle Instanzen ent­schieden. Ebenso fruchtloß wurde eine Klage gegen den Bahn- fißcuS angestrengt, da Veith dem Bahnreglemevt zuwider außerhalb de« Bahnhofes eigenmächtig den Zug verlaffen hatte. Die Verhandlungen waren von einem Friedberger Anwalt kostenlos geführt worden, nachdem sie beinahe zwei Jahre dauerten.

A Hungen, 21. December. In d-m benachbarten In­heiden wurde einem Händler auS der Rheinpfalz der Betrag von 4100 Mk. gestohlen. Der betr. Händler war de» Abends spät mit seinem Fuhrwerk in der außerhalb des Orte» gelegenen Wirthschasr Raab eingekehrt und hatte seinen Wagen in den dortigen Hofraum gestellt. Während der Nacht wurde der Wagen, auf welchem sich Kurzwaaren be­fanden, erbrochen, und dabei der darin befindlichen Baar- schaft beraubt. Der Mann wollte damit auf Weihnachten seine Ausstände begleichen. Gerichtliche Anzeige wurde so­fort erhoben.

Schotten. 23. December. Da»Anzeigeblatt" schreibt: In voriger Nr. brachten wir eine unß auß Hirzenhain zugegangene (auch von unß veröffentlichte. R e d.) Notiz über eine aufgelöste anarchistisch - socialistische Ver­sammlung. Wir haben diese Notiz bona fide aufge­nommen. Heute erfahren wir durch einen auß WeningS batirten Artikel in berDarmst. Ztg.", welche ebenfalls ge­nannte Notiz brachte, baß an der ganzen Geschichte fast kein wahres Wort ist. Der wirkliche Sachverhalt ist der, baß am 15. b. Mts. fünf junge Lehrer zu Hirzenhain zum Besten der Lehrer-Wittwen- und Waisenstiftung ein Concert mit darauffolgendem Tanz geben wollten. Bekannterweise darf in ber Abventszeit kein Tanz stattfinden, welche amtliche Mittheilung den Concertgebern aber erst vor dem Concert zuging. So wurde in letzter vor dem Concert erfcheineuden Nr. desB. A. A." noch Tanz veröffentlicht. Die BerwaliunzS- behörde, die Annonce bemerkend und vielleicht befürchtend, daß die Verfügung nicht angekommen sei, vielleicht auch, daß trotz derselben auf die einmal geschehene Veröffentlichung hin dennoch Tanz stattfinden möchte, sandte sofort eine Eil- Verfügung sowohl an den Großh. Bürgermeister zu Hirzen­hain als auch an die Gendarmerie in WeningS deS Inhalts, daß beide unter persönlicher Haftbarkeit dafür zu sorgen hätten, daß der Concertiaal um 11 Uhr geräumt werde. Allerdings war nun ba« Erscheinen ber Gendarmen zur angesetzten Stunde ein höchst peinliches, ba das Auditorium zum größeren Theile den befferen Ständen angehörte (Aerzte, Geistliche, Lehrer, Hüttenwerksbeamte mit ihren Familien) und in der ausdrücklichen Absendung der Gendarmen eine ehrenrührige Demüthigung erblickte. Verringert wurde dieser Eindruck nicht dadurch, daß die Gendarmen, in deren Verfügung nur von einer Räumung beß Saales die Rebe war, nun auch die anberen RestaurationSzimmer beß Gasthauseß von den theilweife von weit hergekommenenen Gästen zu säubern be­gonnen, welchen kaum Zeit gelaffen wurde, den nach dem dreistündigen Concert gewiß nöthigen kleinen Imbiß zu sich zu nehmcn. Eine Reihe von Aeußerungen gaben der er­regten Stimmung Ausdruck. Und ber Hauptzorn richtete sich gegen die Persönlichkeit beS Großh. KreiSrathS, den man, wie gesagt, für den absichtlichen und bewußten Hervor- rufet biefer Scenen ansah, ohne zu ahnen, daß Alles Folge einiger Mißverständniffe und falscher Voraussetzungen war. Der Hauptfehler war ber gewesen, daß daS Concertprogramm schon vor erlangter Eclaubniß veröffentlicht und letztere viel zu spät nachgesucht worben roar; bann war e» auch ein großer Mißstanb, baß bie dem Wirth zugesanbte, die Tanz erlaubniß verweigernbe Verfügung den baß Inserat er laffenben Herren Concertgebern erst am Tage vor dem Concert zu Händen gelangte. Unter allen Umständen ver­dient Berurtheilung, wenn man durch eine derartige Persiflage sich zu revanchiren sucht.

A Mainz, 23. December. In Folge einer Eingabe beß Vereins Mainzer Kaufleute beschäftigte sich heute die hiesige Stadtverordneten Versammlung mit ber Frage b:r Anlage einer electrifchen Bahn zwischen Mainz und Wiesbaden, fllß nächster Schritt, der in der Sache geschehen soll, will man sich mit der süddeutschen Eisenbahngesellschaft, welche baß Projekt angeregt hat, in» Benehmen setzen. Z.emlich post festum kam in ber Heu- tigen Stadtverorbnetensitzung auch noch einmal ber vor Wochen erfolgte Haußeinsturz zur Sprache, inbem ber Oberbürgermeister ausführliche Berichte be» Branddirector» und beß Polizei Comm ffarS, welche die Rettungßarbeiten leiteten, zur Verlesung brachte. Auß den Berichten geht hervor, daß der verschüttete Dachdecker bereit» am Tage beß HauSeinsturze», Nachmittag» 3</a Uhr, tobt war und mehrere Meter von ber Stelle aufgefunben wurde, an welcher man Anfang» nach ihm gesucht hatte. Durch eine Beschleunigung der Räumungsarbeiten wäre demnach da» Leben des Der

schütteten nicht mehr zu retten gewesen. Schließlich wurden von der Stadtverordneten Versammlung noch die von de» Stadtbaumeifier K r eys si g entworfenen Pläne zur Erbaunug einer zweiten evangelischen Kitche hier genehmigt. Die Baukosten für die Kirche find auf 450,000Mk. veranschlagt.

Vermischte».

Frankfurt e. M., 23. December. Durch Elecrri- cität get übtet würbe gestern der Monteur Sommer de» Städtischen ElectricitätSwerke». Da» Unglück ereignete sich Mittag» im Keller deS Hause» Große Eschenheimer- gaffe 35 (beß Neubau» der Sozietätsbruckerei). Die poli­zeiliche Ermächtigung zur Vornahme ber Sonntag» Arbeit, die der Einrichtung eine» Schaltbrette» galt, war auf Ver­anlassung der Allgemeinen Electricitüt-gesellschast eing-holt worden, weil am Sonntag wegen der geringeren Inanspruch­nahme der electrifchen Centrale die betreffende Installation am zweckmäßigsten und sichersten vorgenommen werben konnte. Nun hat Sommer, der, nachdem ihm einmal vor einigen Jahren in ber Schweiz beim Monuren ein leichter Unfall burch electrifchen Strom widerfahren war, sich besonderer Sorgfalt und Vorsicht befleißigte, gestern dem Wunsch nicht widerstanden, an Stelle ber Petroleumbeleuchtung, bie ihm vorgeschrieben war, sich clectrifcU» Licht zu verschaffen, so­bald der beaufsichtigende Ingenieur nach der Jnspection den Raum verlaffen hatte. Er schaltete sich also eine Glühlampe ein, ließ den Strom au und wollte durch Entnahme von mehr Energie aus dem Hochspannungsnetz bie Leuchtkraft verstärken. Dabei ereignete sich bann, al» Sommer nach einem Werkzeug griff, unb in biefer Bewegung durch eine unvorsichtige Wendung be« Körper» mit dem Nacken an die Leitung gerieth, ber traurige Vorfall. Der Unglückliche, beffen bießmal übermäßiges Vertrauen in die eigene Ge­wandtheit durch die genaue Sachkenntniß, die er befaß, mensch­lich hinreichend erklärt ist, hinterläßt eine tiefbekSmmerte Braut, mit der er sich vor kurzem er war erst feit fünf Monaten in Frankfurt verlobt batte. Sie erschien bald auf dem Schauplatz des Unglück», sah aber den lobten nicht, ba man ihr eine heftige GemüthSaufregung ersparen zu sollen glaubte. Die Züge ber Leiche waren übrigens frieblich und nicht entstellt. Der Tod muß bei dem auf 3000 Bolt ge­kannten Strom ohnc jeden Todeskamps eingetreten fein. Das Ereigniß ist ber erste schwere Unfall, ber feit dem Be­stehen des Städtischen ElectricitätSwerkeS vorgekommen ist.

Düren, 21. December. In einer Sandgrube bet Bedburg wurden zwei Arbeiter verschüttet. Beide fanden den Tod durch Ersticken.

Düsseldorf, 22. December. Landschaftsmaler Fritz Ebel, geboren 1835 zu Lauterbach in Hessen, ist am 20. d. M. gestorben. Er roar Schüler Schirmers und seine. Waldlandsch^sten erfreuten sich großer Beliebtheit.

Mißgeschick im Kaufmaunßstaude Eine röthsel^ haste Firma. Die Mailänder HandelßzeitungJl Com- merdo" schreibt etwa folgendes: Der Firma Jntroini u. Co., Cravattenfabrik in Mailand, rue Cesare da Sesto 15, welche schon längere Zeit regelmäßig in dem von borgen, italitnl scheu Blatt veröffentlichten Berzeichniß proteftirter Wechsel erschien, gelang eS, sich von einem deutschen Hau» Saaten im Betrag von 1500 Lire schicken zu laffen, wofür sie Wechsel ausstellte, aber nicht bezahlte- erst nach längerer Zeit gab sie wieder ein Lebenszeichen von sich, um den Gläu­bigern ein Arangement mit 9,65% zu offeriren. Al» die deutsche Firma merkte, daß sie Übel angekommen sei, ver- suchte sie den ConcurS über ihre Schuldnerin herbeizuführen. Aber weder durch die Handelskammer noch durch die Tri- bunalS-Kanzlei in Mailand vermochte sie ihre Schuldnerin, d. h. den Inhaber der Firma zu ermitteln, baJntroine u. Co." die unbekannteste aller unbekannten Größen war. Erst mit Hülfe ber Polizei gelang eS festzustellen, daß .Alfonso Manganza, Edefrau deS Tischlers Luigi Jntroini unb ber kaufmännische Vertreter Virgilio Cella die Inhaber der Firma waren und letzterer Cella zugleich Vertreter ber deutschen Firma selbst, die durch seine Vermittelung an die Firma Jntroini unb Co. verkauft hatte. Man erfuhr bann, daß bie Manganza 1891 eine Cravattenfabrik hatte, im selben Jahre sallirend mit ihren Gläubigern einen Ver­gleich abschloß, baß sie sich später mit Virgilio Cella zu- sammenthat, der dann vor Kurzem in seiner Eigenschaft olß Agent für bankerott erklärt wurde, und zwar auf Antrag der gleichen deutschen Firma, die nicht wußte, daß sie ihn auch für die Firma Jntroini zum Schuldner hatte. So hat die deutsche Firma da» Räthsel auf ihre Kosten gelöst.

kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen.

Katholische «emeiude.

Donnerstag, den 26. December: Fest M HU Stephanie».

Vormittag» von 61/« Uhr an Gelegenheit zur bl. Beichte;

, um 6Vt Uhr erste hl. Messe;

um 7Vi Uhr AuStbellung ber bl. Kommunion;

um 8 Uhr zweite hl Messe; Militärgotteßbienfi;

, um 9Vi Uhr Hochamt,

Nachmittags um 6 Uhr: Fest-Andacht.

Freitag den 27. December, am Feste beß hl. Johanne», finbeS »or ber hl Messe um 8 Uhr bie Segnung beß Weine» statt.

Verkehr, £anö* nn- Volkswirthschaft.

Gieße«, 24. December. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkl kostete: Sutter pr. Pfd. X 0.80-0,90, Hühnerei« pr. St. 78 A, 2 Sl. 00 A. Enteneier pr. St 00 VLnso- eter pr. St. 0000H, Käse pr. 6t. 4-8 3, Käsematte pr. 6t. 3 A, Erbsen pr. Liter 18 A. Linsen pr. Liter W A. tauben pr. Pa« X 0,70 biß 0,80, Hühner pr. Stück 1,00 bi» 1,20, Hahnen pr. 6tM X 0,75-1,00, Enten pr. Stück X 1,60-2,00, Gänse pr. Piunh X 0.580.70, Ochsenfleisch pr. Pfd. 72-76 A. «uh. unb Rindfleisch pr. Pfd 66-68 A. Schweinefleisch pr. Psd. 56 bi» 68 A, Schwein* fleisch, gesalzen, pr. Psd. 72 A. Kalbfleisch pr. Bsd. 6064 A Hammelfleisch pr. Psd. 60-70 A. Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,60 0,00 X, Weißkraut pr. Stück 8-16 A. Zwiebeln pr. Centn« X 3,004 00, Milch pr. Liter 16-20 A