Ausgabe 
23.8.1895 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Walther, dessen Sitz in Bern, besitzt eine Reihe vorzüglicher Anerkennungen und Dankschreiben über die Resultate der von ihm geleiteten Sprachheilcurse. Auch in Gießen er­öffnet da« Institut einen CursuS, auf welchen hierdurch auf. merksam gemacht sei. (S. Inserat.)

Kaiser-Parade. Im Anschluß an das in dieser Woche in Mainz startfindrnde FestungSmanöver und als Abschluß desselben wird in Gegenwart Sr. Majestät deS Kaisers eine große Parade der 21. und 25. Division stattfinden. Seine Kgl. Hoheit wird persönlich die hessische Division, mit Aus­nahme des Inf. Reg. Nr. 115, welches in Darmstadt ver­bleibt. dem Kaiser vorführen. Da« Jnf.-Reg. Kaiser Wil. Helm wird per Bahn in der Nacht vom Sonntag zum Montag nach Mainz befördert, wo dasselbe, um an der Parade theil« zunehmen, um 6 Uhr früh eintrifft. DaS Regiment wird am Montag Abend mit der Bahn in seine Garnison zurück» befördert.

Der jüngste Soldat im Feldzüge 187071 sollte der nodj nicht 15 Jahre alte Füsilier Rogalla von Bieberstein aus Trier vom 40. Regiment, Sohn eines Offiziers, ge. wesen sein, der durch einen Schuß in den Hals beim Sturme der Spicherer Höhen den Heldentod gefunden habe. Dann kam u. A. ein ,,-allerjüngster" zur Meldung, Marx Neke, Sohn eines in der Schellinstraße 9 wohnenden Gärtners. Der junge Krieger, am 23. April 1856 geboren, war gleich nach der Kriegserklärung, also im Alter von 14% Jahren, freiwillig in das Füsilier - Bataillon des 1. Garde - RegtS. zu Potsdam eingetreten und hat zuerst bet St. Privat mit- p kämvft. Augenblicklich steht derallerjüngste Veteran" 'm Dienste seiner Vaterstadt Berlin bei der städtischen Bau- Verwaltung. Diesen Angaben entgegen theilte dem Einsender eines Artikels in derDarmstädter Zeitung" Herr Schreiner- meister Wiemer aus Hochstädten bei Auerbach, der in d'r 8. Eomp. 3. Großh. Heff. Jnf.-(Leib-)Regts. Nr. 117 r'ente und dem Feldzuge während seiner vollen Dauer bei- wohnte, folgende Begebenheit mit: AlS die Truppen der Großherzoglich Hessischen Division am 26. Juli 1870 vom Exerzierplätze in Darmstadt den Marsch nach Frankreich an- traten, fand sich dort ein kaum der Schule entwachsener Knabe, angeblich auS Eberstadt bei Darmstadt, ein, der, obgleich man ihn zurückwieS, beharrlich erklärte, er werde nur den Truppen gen Frankreich ziehen und den Krieg mit- machen. Der Knabe beharrte auf seinem Vorhaben, nahm au den Gefechten und Schlachten Theil, nachdem er das Gewehr eines gefallenen Soldaten an sich genommen und sich mit der nöthigen Munition versehen hatte. Unter dem SpitznamenLu l u", den ihm die Mannschaften der 8. Com­pagnie beilegten, war er auch den Offizieren und Unter­offizieren bekannt und erfreute sich deren Zuneigung in hohem Maße. Wie bekannt, wurde der Führer der Com­pagnie, Herr Hauptmann Wtllenbücher, bei Gravelolte ver- wunder, und der zweite Offizier, Herr Oberlieutenant Kölsch, übernahm das Commando, der den jugendlichen Helden militärisch kleiden und ihn auch mit einem Tornister versehen ließ. Die Einkleidung desselben erfolgte erst nach der Schlacht von Gravelotte. Mit der Compagnie theilte er das sog. Mirabellen-Biwak", das in den letzten Tagen deS August oder in den ersten Tagen des Monats September einige Tage von der Mannschaft bezogen wurde. Von den persön­lichen Erlebniffen berichtete unser Landsmann ferner, wie 'hm noch erinnerlich sei, alsLulu" nach Orleans im December 1870 in Begleitung deS Marketenders Huber auS Gernsheim den Boden Frankreichs verlasien habe und in die Heimath zurückgekehrt ist. Nicht unerwähnt mag hier bleiben, daß der junge Mann, als die Hessischen Truppen wieder in Darmstadt einrückten so erzählt der GewährS- mann sich unter den Spielleuten befunden und die Trommel gerührt habe. Es wäre erwünscht, über die Schicksale des Helden Näheres zu erfahren, wozu hier an­geregt sein möchte.

Vn. Reittircheu, 21. August. Der Verfasser des Briefes über die Gravelotte-Feier in Reiskirchen, E-r. in Wr. 195 d. Bl., scheint nicht richtig informirt gewesen zu sein, indem er sagt: Es sei eine Deputation, bestehend auß bem Bürgermeister und mehreren Veteranen, zu den bezeich­neten Feierlichkeiten nach Darmstadtentsandt" worden. ES ist dies insofern unrichtig, als dieDeputation" auSeigenem Antrieb" und bis dahin auch aufeigene Kosten" nach dorten gingen. Wohl ist es richtig, daß nach GemeinderathSbefchluß dem Kriegerveretn dahier 80 Mark auß der Gemeindekaffe jur Begehung gedachter Festlichkeiten bewilligt wurden, mit dem Bemerken, daß denjenigen Veteranen, welche nach Darm­stadt gehen wollten, eine Reisevergütung gewährt werden tolle- cS hat aber bis jetzt eine solche Vergütung an die betreffenden Veteranen noch nicht stattgefunden.

Chr.SBonMt, 19. August. Heute Vormittag kam der o8,ahrige Taglöhner Peter dahier auf gräßliche Weise ums Leden. Derselbe war aushilfsweise kurze Zeit als Ein- leger bei der Dreschmaschine deS Oeconomen Veith I. be- fchafttgt- er kam auf unaufgeklärte Weise der Trommel zu nahe und wurden ihm hierbei beide Arme abgeriffen, sowie der Hinterkopf zermalmt. Der Tod trat sofort ein. Peter Mnterlafct eine kinderlose Wittwe und ist zu Ober-Rodenbach gebürtig. o a

«ul dem Ohmthal. 21. August. Die Hoffnung, die man auf daß Wetter gesetzt, daß sich zu Ende August bessern werde, hat sich vollauf erfüllt. Jetzt erst herrscht hier wahres Sommerwetter und damit zugleich prächtige« Erntewetter. Die Erntearbeiten gehen rasch von Statten und mit Ende dieser Woche dürfte auch daß Ende der Getreideernte gekommen fein. Daß Ergebniß der Sommer­frucht, Hafer und Gerste, ist hier ein geringes. Kaum die Hälfte her vorjährigen Ernte wird erhalten. Dabei ist die Gerste sehr kurz, oft nur handlang geblieben. Daß Körner- ergebniß aber ist im Ganzen ein gutes. Trotz der langen Regenzeit ist keine Frucht ausgewachsen. Beim Ausdrusch zeigen sich die Körner sehr sauber, fast rein von allem Un-

frautj'amen, gut ausgewachsen und sehr mehlreich- Daß Grummetgraß beginnt jetzt erst recht zu wachsen, da zu der überschüssigen Feuchtigkeit jetzt auch die nöthige Wärme erhält. Mit der Grummeternte wird mit dem Beginn der nächsten Woche der Anfang gemacht. Im Garten liefern Bohnen und Gurken sehr reiche Erträge, ebenso alle Gemüse- arten. Ueberhaupt stehen die Hackpflanzen im üppigsten Wachßthum.

§ Freiensteinau, 20. August. Viele Landwirthe in unserer Umgegend erzielen gegenwärtig einen bedeutenden Erlös aus ihrem Klees amen und zwar Weißklee. Ein hiesiger Landwirth verkaufte dieser Tage etwa neun Gentner Kleesamen, den Gentner zu Mk. 52, gewiß ein schöner Erlös für einen unserer Vogelsberger Bauern. __

E'nem Kaufmann auß einer benachbarten Stadt, welcher kürzlich hier Kleesamen einkaufen wollte, war hier seine Brieftasche mit 10 Stück Hundertmarkscheinen abhanden gekommen. Trotz aller Nachforschung und Aussetzung einer guten Belohnung wurde das Verlorene nicht er- mittelt. Derehrliche" Finder hat jedenfalls vor­gezogen, den Fund mit dem Finderlohn zu vertauschen.

§ Sichenhausen (Kreiß Schotten). 19. August. Bei der hier stattgefundenen Ergänzungswahl der Gemeinde- rathßmitglieder wurden neu gewählt: 1) Heinrich Blößer, 2) Ludwig Adolf, Landwirth- wiedergewählt wurden Heinrich Fischer, Maurer, Ludwig Fischer, Landwirth. Die Wahl war eine sehr bewegte.

A Mainz, 21. August. Laut amtlicher Mittheilung wird der deutsche Kaiser kommenden Montag 10 Uhr Morgens hierher kommen. Der Monarch wird vom Bahn- Hof auß bis zur Gastell'schen Fabrik (bei Mombach) fahren und von da auß nach dem großen Sande retten, wo eine große Parade der gejammten Garnison stattfindet. Ob ein Empfang durch bie Civilbehörden hier ftattfindet, ist noch unbestimmt. ist hieß der erste Besuch, welchen der Kaiser seit seiner Thron­besteigung Mainz abstattet. AlßSpion" wurde heute Morgen von der Polizei ein Franzose in Haft genommen. Alß der eifrige Polizeioffiziant den angeblichen Spion einem höheren, der französischen Sprache mächtigen Beamten vor­führte, stellte sich derselbe alß ein harmloser Vergnügungß- retfenber herauß, dessen etwas lebhaftes Temperament dem unteren Polizeiorgane verdächtig erschien. Die Freilassung des Franzosen erfolgte alsbald wieder.

es 1

Dermifdrtt«,

* Herborn, 16. August. Bei Driedorf schlug der Blitz in eine Ziegenheerde und töbtete 53 Ziegen - der Hirr war längere Zeit betäubt.

* 3n Berlin hat auch eine Zusammenkunft deutscher Kriegsgefangener au6 den Jahren 1870/71 statt- gefunden. Chemiker Vilain sprach über seine neunmonatige in Algier verbrachte Gefangenschaft.

* Stettin, 17. August. DieNeue Stettiner Ztg." berichtet: Das hiesige Pionierbataillon Nr. 17 besitzt auf ber Pommerensdorf gegenüber in der Oder gelegenen Insel Picpenwerder einen Uebungßplatz. Dort hatte die Mann- schäft zur Hebung eine auf Böcken ruhende sogenannte feste Brücke gebaut, an welche sich nach der Mitte deS Stromes zu eine Pontonbrücke anschloß. Gestern Nachmittag nun übte bie vierte Compagnie auf dieser Brücke einen Uebergang. Schon war sie am Ende derselben angelangt und wachte Kehrt, alß die Brücke Plötzlich mit einem Krach, wie es heißt, durch den Bnch eines Streckbalkens, zusammen stürzte. Die ganze Compagnie in einer Stärke von 80 Mann stürzte in die Oder. Die Leute klammerten sich an die im wirren Durcheinander im Wasser liegenden Brückentrümmer und konnten fast sämmtlich geborgen werden, zwei Mann jedoch waren durch die Wucht der Balken unter das Wasser ge­drückt worden. Den einen konnte man sogleich hervorholen, unb es gelang bald, ihn zum Bewußtsein zu bringen- den anderen jedoch, den Pionier Heinicke, auß Sachsen gebürtig, vermochte man erst am Nachmittag als Leiche aufzufinden.

* Leipzig, 20. August. Bei einer Felddienstübung ber 10. Compagnie bes Infanterie-Regiments Nr. 106 schwammen mehrere Solbaten in voller Ausrüstung freiwillig über bie Elster. Dabei gerieten drei in schwere Lebensgefahr unb leider ertrank der Sohn einer Wittwe, der Soldat Sommer aus Werdau. sei ausdrücklich conftatirt, bafe die Uebung von geübten Schwimmern freiwillig auS- geführt wurde.

* München, 21. August. Wie auß Traunstein gemeldet mirb, ist ber RechtSpracticant Heinz auß Traunstein bei einer Parthie auf bie Hörndelwanb abge stürzt unb hat sich mehrere sehr bebenkliche Verletzungen zugezogen.

* Speyer, 21. August. Im Nachbardorfe Mutterstadt erdrosselte in einem Wahnsinnsanfalle eine Bauern­frau ihr Kind. Vor drei Jahren hatte sie schon ein älteres Kind auf dieselbe Weise getöbtet; damals war sie als irrsinnig in die Irrenanstalt Klingenmünster überwiesen worden, später wurde sie als geheilt entlassen.

Bern, 21. August. Die Leiche des von der Jung­frau abgestürzten deutschen Schriftsetzers Ritz au wurde heute beim untersten permanent angebrachten Seil im Schnee gefunden.

* «tieglctinnetung. Daß sieben Brüder den Feldzug gegen Frankreich mttgemacht haben, ist wohl ein einzig dastehender Fall. Sie gehörten der auß bem Münsterlande in Westfalen stammenden Familie W. an, und grenzt fast anfl Wunderbare, daß alle Sieben auß bem Feldzüge nach Deutschland zurückgekehrt find. Sechß von ihnen leben trotz der Strapazen eineß solchen Krieges noch heute unb erfreuen sich bester Gesundheit. Von den Brüdern hat einer, der Kaufmann H. W., seinen dauernden Aufenthalt in Berlin genommen, während die übrigen sich in Westfalen und Rheinland ober nicht allzuweit entfernt niedergelassen haben. Der in Berlin ansässige Hermann stand mit seinem Bruder Fritz dieser lebt jetzt in Brilon

beim Garde-Füsilier-Regiment in Berlin in einer Compagnie zusammen, machte die Schlachten von Gravelotte und Sedan, owie die Ausfälle vor Pariß mit und kam überall, trotzdem das Regiment bei bem Sturm auf St. Privat fast die Hälfte seiner Mannschaft verlor, mit heiler Haut durch, während >ein Bruder Fritz bei Sedan verwundet wurde, aber so leicht, daß er alsbald seinem Regiment wieder zugetheilt wurde und vor Pariß, ohne Schaden zu nehmen, mitkämpfen konnte. Ottokar W., ber jetzt alß Privatier in Düsseldorf lebt, ftcnb 'n Berlin beim Garde-Artillerie Regiment, bei dem er alß Bombardier den Krieg in allen Stadien mitmachte und auch gänzlich unversehrt nach Deutschland zurückkehrte. Die be-ben Brüder Arnold und Heinrich standen beim 7. westfälischen Iägerdataillon und kamen ebenfalls überall glücklich davon. Der eine lebt im Rheinländischen, der andere bei Bremer- Haven. Emil W., der inzwischen verstorben ist, war Grenadier beim 87 Regiment in Mainz und wurde bei Wörth leicht verwundet, genoß indeß sehr bald wieder und machte den ganzen Feldzug biß zu Ende mit. Der letzte Bruder, Rudolph, der alß Oefefcäftßmann in Elberfeld lebt, ist am abenteuerlichsten heimgesucht worden. Er stand beim 16. westfalischen Infanterie Regiment in Köln unb wurde zunächst bei Mars-la-tour leicht verwunbet unb in bieiem Zustande kriegßgefangen nach Metz gebracht, wo er indeß mit Dielen anderen Kameraden zusammen (er war inzwischen lieber genesen) von der französischen Militärverwaltung auß Mangel an Nahrungsmitteln freigelassen ober richtiger ge- fagt auß Metz hinousgetrieben wurde. Er machte dann alle Gefechte gegen die Südarmee mit, wurde hierbei abermals verwundet und bei Blois wiederum kriegsgefangen. Mit anderen Genossen wurde er auf ein Kriegsschiff gebracht, daß einige Tage an der afrikanischen Nordküste umherkreuzte unb dann nach Frankreich zurückkehrte, wo Rubolph bis zur Be- enbigung bes Krieges in BloiS gefangen gehalten, beim FriedenSschluß aber wieber freigelassen würbe unb gesund unb munter in fein Vaterland zurückkehrte. Die drei Brüder Ottokar, Heinrich und Fritz haben bereits 1866 den Feldzug gegen Oesterreich mitgemacht und Heinrich außerdem 1864 gegen Dänemark, von wo sie ebenfalls sämmtlich gesund und ohne Verwundungen wiedergekommcn sind.

* Schlüssel französischer Festungen, die vor 25 Jahren erobert worden sind, werden im Zeughause ju Berlin aufbewahrt. Da ist u. A. in einem Glaskasten der ver- goldete Schlüssel der Stadt Lüneville ausgestellt, ber vor 25 Jahren, am 13. August 1870, erbeutet und am folgenden Tage dem damaligen Kronprinzen, späteren Kaiser Friedrich, überreicht wurde. Weiter bemerkt man dort den Schlüssel der Festung Thionville, der den Namen der Stadt eingravtrt trägt, dann die rostigen Schlüssel von Breisach, MeziöreS, Verdun, sowie die Schlüssel der Festung Metz, die nach der Uebergabe dieser Festung am 29. October 1870 bem König Wilhelm nach Versailles übersandt wurden.

Die leicht zerstörbaren Glühkörper, wie sie beim 2Iuer schen GaSglühlicht Anwendung finden, werden am meisten beim Abnehmen beß Cylinberß behufs bessen Reini- gung gefährbet. Diesem vorzubeugen, ließ sich H. Eisen­de iS tn Berlin eine recht zweckmäßige Vorrichtung gesetzlich schützen, welche baß Abnehmen beß Cylinberß ohne jede Gefahr für den Glühstrumpf ermöglicht. Dieselbe besteht auS einem metallenen Ringe, der im Durchmesser etwa« deiner wie die innere Cylinderweite ist und auf dessen Um­fang vier Blechstreifen angelöthet sind, die, auf dem Umfange gleichmäßig vertheilt, gewissermaßen den Umfang eines Cylinderß bilden - diese Stäbe laufen oben in eine mittlere Stange auß. Dieses Gerätst wird in den Cylinder ein- geschoben und führt sich dabei an dessen inneren Wänden entlang, bis schließlich der untere Ring von der Brenner- kröne aufgenommen wird, worauf man den Cylinder bequem abnehmen, putzen und dann wieder über die Führung schieden und letztere herauSnehmen kann. Die gefällige Neuheit sei für den Winter all.ii Besitzern von GaSglühdeleuchtung bestens empfohlen. (Mitgetheilt vorn Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin N.W.)_______

Technische Fortschritte.

. Mi Segen siedendes Wasser «nd Dampf wider-

standsfahig z« mache«. Hierzu wird folgende« Verfahren empfohlen: Zwei Gewichtstbetle gebrauchten GypS unb ein GewichiS- theil fein pulverifirtes Asbest werden innig gemengt unb mit frischem befibrinirtem Ochsenblute zu einer dicken, streichbaren Masse verrührt. Das durchaus trockene Holz wird damit gleichmäßig überzogen, worauf man den Anstrich trocknen läßt. Rach wenigen Stunden wird ein zweiter Anstrich oorgenommen und es Hai sich bewährt, diesem einen ganz geringen Zusatz von LeinSIfirniß zu geben. Um ein vollständiges Erhärten des Anstrichs herbeizuführen, kann man sich eines kleinen Holzkohlenfeuers, über baß das bestrichene Holz gehängt wird, bedienen, doch genügt auch ein einige Tage dauerndes Lufttrocknen. Dann laßt man den Dampf erst langsam darauf eins wirken urb trocknet das Holz bann nochmals an ber Luft, bevor man es bauernd in Gebrauch nimmt. Bei guter Ausführung hält der Anstrich fehr fest unb wird nicht rissig. L -Ztg.

Rostsiecke« do« polirien Stahlwaaren z« e«tfttm«. Die rostigen Stellen werben einige Tage mit Baumöl erweicht, alß- bann mit Schmirgel ober Tripel unter Zuziehung von Cel mittelst eines harten Holzes abgerieben, bann bad t el unb alle Unreinlich- feiten abgewischt, die Flecken nochmals mit Schmirgel und Weinessig gerieben unb zuletzt mit feinem Blutstein und einem Leder überpolirt.

U« Kleister geruchlos ,« erhalte«, seht man der irischen Masse ungefähr ein Zehntel ihrer Raummrnge Alkohol zu. Der Alkohol muß gut mit dem Meister verrührt werden unb be­wirkt alsdann, daß keine faulige Gährung entstehen kann, sondern daß der Kleister Wochen und Monate lang geruchlos bleibt unb sich ebenso in Fläschchen aufbewahren läßt, wie i B Gummi arabicum. Es ist nicht rathfam. gar zu orbinären, suselhaltigen Spiritus zu verwenden, weil sonst ber Huselqeruch vorschlägt.

Schiff» nad> richten.

Norbbeuischer Lloyb, in Gießen vertreten burch bie Agenten Earl Loos unb I. M. Schulhof.

Bremen, 21. August. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Postdennpfer Wittekind, Eovt. O. Euppertz, vom Norddeutschen Lloyb in Bremen, ist gestern 9 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen.