Steift tu er beschließen wollen, würde unS das Vaterland nur Dank wissen können. (Beisall rechts.)
Abg. Förster (Soc.) bestreitet, daß der Tabak ein Luxus- gegenstand sei und hält einen starken Lonfumrückgang und demgemäß »msangreiche Srbesterentlaffungen nach Annahme der Fabrikatfteuer für zweifellos. Je höher die Steuersätze mürben, um so kleiner »erde der fcrei« der Fabrikanten ronb'n und die übrig bleibenden würden schließlich der Regierung das Monopol auf dem Präsenttr- teller entgegen bringen. Um den Ausfall, der ihnen die Fabrikaisteuer bringe, zu decken, würden die Fabrikanten die Löhne herabfetzen. Zahlreiche Existenzen würden durch Annahme dieser Vorlage vernichtet werden.
Abg. Zimmermann (Antis.) protefttrt dagegen, daß man die Btersteuer wieder aus der Versenkung erscheinen lasse. Die Tabaksteuervorlage sei mit der Zusage des Grasen Caprivi, daß die ärmeren Klassen, die schwächeren Schultern nicht belastet werden sollten, nicht in Einklang zu bringen. Halte fich die Regierung an diese Zusage nicht für gebunden Weshalb wird nicht eine RetchS- etnkommenfteuer eingeführt?! Seine Freunde hielten eS für viel richtiger, den Zoll auf Tabak ,u erhöhen, denn damit treffe man die stärkeren Schullern- Diese Vorlage lchnten fie ab, ebenso Com- misfionsberalhung, da an der Vorlage überhaupt nicht viel zu oer, bessern sei.
Weiterberathung morgen.
Deutsches Reich.
Berlin, 21. Februar. Die Socialdewokraten haben im Reichstage den Antrag eingebracht: „Die ver- kündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegeu, durch welchen die Erziehung der Jugend zur Wehrhaftigkeit und die Umwandlung der jetzigen HeereSorganisatton in eine Miliz Wehrordnung ungebahnt wird."
Berlin, 21. Februar. Die heute hier abgehaltene, alle Zweige und alle Bezirke deS deutschen TabakgewerbeS vertretende, stark besuchte Hauptversammlung deS deutschen TabakveretnS, der gegen 1400 Rauchtabak-, Kautabak', Schnupftabak', Cigarren« und Cigarrettenfabriken und Rohtabakhandlungen umfaßt, erklärt auch die neue Tabakfabrikat st euer-Vorlage für unannehmbar. Die Versammlung geht dabei von der auf Sachkennlntß, Erfahrung und ernstester Prüfung beruhenden Ueberzeugung auS: 1) daß die beabsichtigte Mehrbelastung des Tabaks bei der wirthschaftlichen Lage des deutschen Volkes einen entsprechenden Rückgang im Tabakverbrauch und demzufolge Arbeitermassenentlassungen bis zu einem Fünftel der im Tabakgewerbe nachweislich beschäftigten ca. 170,000 Arbeitskräfte herbctführen würde- 2) daß die geplante Tabaksabrikat- steuer sich nicht ohne die weitgehendsten Belästigungen und größten Erschwernisse für die Herstellung und den Verkauf von Tabakfabrikaten, sowie den Rohtabakhandel würde durch- sühren lassen, und deßhalb nothwendiger Weise eine Gefährdung zahlreicher wirtschaftlich schwächerer Tabakbetriebe und namentlich deS hochentwickelten, handwerksmäßigen Kleingewerbes trotz der scheinbaren Wohlthat der dauernd unhaltbares Pauschalirung zur Folge haben müßte- 3) daß diesen beklazenSwerthen Beeinträchtigungen weiter Volkskreise keinerlei wirthschastltche Vortheile gegenüberstehen, im Gegentheil auch der deutsche Tabakbau auf die Dauer unter den Wirkungen deS Minderverbruuchs schwer leiden würde. Von diesen Erwägungen ausgehend, richtet der Deutsche Tabak- verein in aller Ergebenheit an den hohen Reichstag die dringende Bitte, dem von den verbündeten Regierungen vorgelegten Entwurf eines Tabaksteuergesetzes seine verfassungsmäßige Genehmigung zu versagen. Frkf. Ztg.
Neueste Nachrichten.
WolfsS telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 21. Februar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen kaiserlichen Erlaß vom 15. December 1894, betr. die Umgestaltung der Eisenbahnbehörden, wonach die zur Ausführung der bisherigen Organisation eingesetzten Gisenbahndirectionen und EisenbahnbetriebSämter aufgelöst und Eisenbahndirecttonen in Altona, Berlin, BreSlau, Bromberg, Cassel, Cöln, Danzig, Elberfeld, Erfurt, Esten a. d. R., Frankfurt a. M., Halle a. d. S., Hannover, Kattowitz, Königsberg, Magdeburg, Münster i. W., Posen, Saarbrücken und Stettin errichtet werden. DaS Eisenbahn Commistariat in Berlin wird ausgelöst. Die DerwaltungSordnung wird am 1. April d. I. eingesührt.
Berlin, 21. Februar. Im Abgeordnetenhause eonstituirte sich auS allen Parteien eine Vereinigung für körperliche und werkthätige Erziehung. Die zur Berathung stehenden Grundzüge über die Thätigkeit und Organisation wurden einstimmig angenommen.
Berlin, 21. Februar. Der brandenburgische Provinziallandtag stimmte heute der Bildung einer LandwirthschaftSkammer zu, die aus 75 Mitgliedern bestehen soll. Die Wahlbezirke unter dem Grundsteuer- DurchschnittS-Reinertrage wählen zwei, die übrigen drei Mitglieder.
Berlin, 21. Februar. Die GewerbeordnungS- Commission nahm Artikel 161 an, wonach die den Schauspiel Unternehmern zum Betrieb deS Gewerbes bisher er« theilte Erlaubntß nur sür daS bei Inkrafttreten deS Gesetzes betriebene Unternehmen gilt.
Paris, 21. Februar. General Trochu, der seit dem deutsch-französischen Kriege in größter Zurückgezogenheit in TourS lebt, ist an Lungenentzündung erkrankt^ sein Zustand ist sebr bedenklich.
Marseille, 21. Februar. Aus Tongking mit der Post eingetroffene Blätter melden, Seeräuber hätten am 20. December vor. J-. einen Proviantzug, welcher von 22 TirailleurS und einem Sergeanten begleitet wurde, angegriffen. Dreizehn Mann von der Begleitung wurden ge- Übtet und acht Mann verwundet. Die Seeräuber entflohen mit ihrer Beute. Sine Truppencolonne hob am 11. Januar d. IS. die von den ©eerSubewi nach der chinesischen Grenze zu besetzte Stellung von Langwai auf- hierbei wurden drei Offiziere und neun Soldaten getvdtet, 23, zumeist Ein- - geborene, verwundet.
Tientsin, 21. Februar. CS gilt al» sicher, daß Li- Hung-Tschanq sich nach Japan begibt, um wegen bei , Friedensabschlusse» zu unterhandeln.
Depeschen deS Burean .Herold".
Berlin, 21. Februar. Der preußische Landtag genehmigte den Etat bei Innern und verwies daS Fischerei« geletz sür die Rheinprovinz an eine Commission.
Berlia, 21. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Königliche Staat^regierung beabsichtigt, den StaatSrath zur Berathung über die agrarische Frage sobald wie möglich zu berufen. Die hierzu nothwendigen, unerläßlichen Vorbereitungen werden allerdings kaum gestatten, daß der : StaatSrath vor dem 11. März wird versammelt werden * können.
Berlin, 21. Februar. Die WahlprüsungS-Com j Mission bei Reichstages beanstandete heute die Wahl bei Abg. Colbus-Saargemünb. Der Beschluß über die Giltigkeit soll bii nach Erledigung der Erhebungen auigesetzt werden.
Berlin, 21. Februar. In der Justiz-Commission deS RetchStageS wurde heute der § 123 der Novelle zum GenchtSverfassungSgesetz in der von der Regierung beantragten ! Fassung angenommen. Danach werden die OberlandeSgerichte | künftig für die Berufung gegen Urtheile der Strafkammern in erster Instanz zuständig fein.
Berlin, 21. Februar. Heute Nachmittag 3 Uhr trat i im Reichstagsgebäude der Ausschuß des deutschen Bi« - metalltstenbundei zu einer Sitzung zusammen, >n welcher die Statuten und Organisation desselben berathen wurden.
Berlin, 21. Februar. Der Zollb eirath wird Ende I dieses MonatS zur Dorberathung eines Handelsvertrages mit Japan einberufen werden.
Berlin, 21. Februar. Die „Kreuzztg." tritt in ihrem heutigen Leitartikel, lebhaft für die Bier st euer ein. Bei einer Wiedereinbringung einer dahin zielenden Gesetzesvorlage könnte durch eine ähnliche Abstufung, wie sie in Bayern j besteht, das Kleingewerbe geschützt und durch Verbot oeS ! Surrogats das Ansehen deS ganzen Gewerbes gehoben werden. ‘ DaS Blatt schließt seinen Artikel mit den Worten: „Die , vernünftigste Steuer sei die Btersteuer." j
Berlin, 21. Februar. In der Budgetcommisfion des । Reichstages wurde heute die Beratung deS M ar in e- E tatjS fortgesetzt. Mit Rücksicht auf die finanzielle Lage wurden von der Position „Für Indienststellung der Schiffe" 800 000 Mk. gestrichen.
Berlin, 21. Februar. Morgen, als dem GeburtS- ! tage des ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten von ' Nordamerika, George Washin g ton, werden der amerikanische Botschafter am hiesigen Hofe, General Runyon, und deffen Gemahlin von 3 bis 5 Uhr Nachmittags die Mitglieder der amerikanischen Colonie in Berlin empfangen. Abends 8 Uhr findet tm Reichshofe ein Festbanket statt.
Stuttgart, 21. Februar. Payer (DolkSpartei) wurde * mit großer Majorität zum Präsidenten der Zweiten württem- I bergischen Kammer gewählt.
Bern, 21. Februar. Der Vorstand deS Bauern« ! bun des hat folgendes Programm aufgestellt: Verstaatlichung der Eisenbahnen durch Expropriation, schleunige Einführung des GetreidemonopolS und Erhöhung der Getreidezölle.
Prag, 21. Februar. Gestern Abend schlug eine Rotte junger Leute die Fenster deS Adligen-Cafino ein. Der Statthalter, welcher sich im Casino befand, beauftragte die Polizei, die Thäter zu eruiren. Dieselben sollen Besucher j einer Fortbildungsschule sein.
Paris, 21. Februar. Der „TempS" veröffentlicht an j leitender Stelle einen längeren Artikel über den Dreibund l und macht den Mächten, welche denselben bilden, den Vorwurf, j daß sie mit der größten Sorgfalt die Verträge geheim halten, während der Czar Alexander III. nicht Licht genug über seine Ideen, die Volksverbrüderung betreffend, verbreiten konnte. Der Dreibund sei und bleibe eine Gefahr für Europa und nur ein anderer Bund, der ein Gegengewicht für denselben bilde, könnte die Kriegsgefahr abwenden.
Paris, 21. Februar. DaS „Journal" veröffentlicht einen sensationellen Artikel, in welchem der Ministerpräsident Dupuy für die Ermordung Carnots verantwortlich gemacht wird, weil er nicht die nöthigen Schutzmaßregeln getroffen und Caserio durch Polizeilockspitzel habe ausreizen lassen. Es halte nicht schwer zu beweisen, daß Caserio in (Sette mit einem gewissen Loumel, der sich Polizeibedienter nannte, Unterredungen gehabt habe.
Paris, 21. Februar. „Libre Parole" bringt heute folgende Mittheilung, für welche fie die Aufmerksamkeit deS KriegSministers erwartet: Einem Vertrage des früheren Kriegsministers mit einem Industriellen in Maubeuge gemäß tranSportirt der Letztere zahlreiche französische Gewehre nach Belgien. Von dort werden die Waffen über Ant- i werpcn nach Hamburg gebracht und dann nach Madagaskar geschafft, wo die in Frankreich gefertigten Gewehre von den HowaS gegen die Franzosen gesühr.t werden.
Arco, 21. Februar. Erzherzog Eugen ist leicht erkrankt.
Madrid, 21. Februar. Don Carlos erklärte in einem Interview, daß die Monarchie, deren Vertreter et sei, nur aus den Trümmern der jetzigen Ordnung, welche zur Anarchie führen würde, zur Herrschaft gelangen könnte.
CocaU* tinO provtnrtelle-
Gietze», den 22. Februar 1895
— Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Generaldirector deS Königlichen Hof- und NafonalthearerS zu München Professor Emst P o s s a r t daS Comthurkreuz 2. Klaffe deS Verdienstordens Philipps de« Großmüthigen, der Ge- meinde - Hebamme Eva LouiS in Ober - Olm die Silberne Medaille deS LudewigS - Ordens und der D.enstmagd Margarethe Hildebrand in Darmstadt, in Diensten der Fräulein
Emma Felsing daselbst, die Goldene Medaille deS LudewigS OrdenS au verleihen.
* Sitzung der Sroßh. handelökammer vorn 19. Februar I I. Aawese.iv: die Herren Koch, Heichelheim, Katz, Klingspor, Üraatz, Wortmann. — Der Kammer ist von dem Verbände Deutscher Klempner Innungen e’ne Einladung zu einer tm Juni l. I. zu Leipzig stattfindenden allgemeinen Deutschen Fachausstellung für diegesammteBlechinduftrie zngegangea. Interessenten, welche die Ausstellung beschicken wollen, können auf dem Geschäftszimmer der Kammer Anmeldescheine und Programme erhalten. Auch kann daselbst weitere Auskunft eingeholt werden. — DaS Großh. Ministerium des Innern und der Justiz weist daraus hin, daß nach Mittheilung deS Kaiser!. ConsulS in St. Petersburg der vierte Theil der bisher eingegangenen Zollbeschwerden die Niederschlagung von Strafen zum Gegenstand hatten, welche wegen angeblicher Versehen in den Gewichts- und ähnlichen Angaben von den russischen Zollämtern verhängt worden sind. ES wird empfohlen, fich in fraglicher Hinsicht bei der Waareneinfuhr nach Rußland der peinlichsten Genauigkeit zu befleißigen. — Die Eingabe der Handelskammer zu Halle an den preußischen Handelsminister, in welcher bezl. der Sonsumvereine der Erlaß schärferer gesetzlicher Bestimmungen, insbesondere hinsichtlich deS Verbotes, Maaren an Nichtmitglieder deS Vereins zu Verkäufen, beantragt wird, beschließt die Kammer, thatkräftig zu unterstützen mit Rücksicht darauf, daß der gejammte KaufmannSstand durch die gegenwärtige Ausdehnung der Consuwvereine und durch die begünstigte Lage der eiben auf daS Schwerste geschädigt wird. — DaS Verzeichnis der unsicheren Firmen in London wird durch eine weitere Firma vermehrt. Interessenten wird der Namen derselben auf dem Geschäftszimmer der Kammer mitgetheilt werden. — Auf der am 22. und 23. d. MtS. zu Berlin stattfindenden Plenarverfammlung deS Deutschen HandelStageS wird die Kammer durch ihren Vorsitzenden vertreten fein. Auf der Tagesordnung stehen unter Anderem : der Gesetzentwurf betreffend die Bekämpfung bet unlauteren Wettbewerbs und die WährungSfrage. — In dem herauS- gegebenen Entwurf eines SowmerfahrplanS der Hessischen Ludwigs Eisenbahngesellschaft ist der von der Kammer beantragte MittagSzug Frankfurt—Mainz (ab Frankfurt 12 Uhr 45 Min.) vorgesehen.
• • Bau bet Universität. Zum Director ber neuen psychiatrischen Klinik und Professor für Psychiatrie würbe, wie wir vernehmen, Herr Dr. Sommer, Privatbozent und 1. Assistenzarzt an ber psychiatrischen Klinik zu Würzburg, berufen. Zu biefer Berufung schreibt ber „Würzburger Generalanzeiger", baß Herr Dr. Sommer seine Vorlesungen mit dem kommenden Sommersemester beginnt, unb ba bie inneren Einrichtungen in ber neuen Irrenanstalt noch nicht fertig gestellt sind, seine an der Würzburger Jrrenklinik gesammelten Erfahrungen während deS Ausbaues verwerthe» wird. — AuS Freiburg wird der „Frkf. Ztg." geschrieben: Für den durch Hofrath Warburgs Weggang erledigten Lehrstuhl der Physik an ber Freiburger Universität kommen zwei hervorragende Gelehrte in Betracht: Prof. Röntgen hr Würzburg (früher in Gießen) unb ber früher in Freiburg als Privatdozent thätig gewesene Prof. Himstedt. Ersterer soll dem Ruse zu folgen bereit fein.
* * Prüfung. Zu ber heute am hiesigen Realgymnasium vorgenommenen Reifeprüfung waren 13 Abiturienten zugelassen, von benen 11 bestanden. Zwei (Sanbibaten traten während der mündlichen Prüfung zurück, dreien war dieselbe auf Grund ihrer guten Leistungen in der schriftlichen Prüfung erlassen worden.
• * Oberhesfischer Geschichtsvereiu. Die gestrige Sitzung deS Oberhessischen GeschichtSvereinS war sehr zahlreich besucht. Nach Eröffnung derselben durch den Vorsitzenden Herrn Oberbibliothckar Dr. Haupt sprach Herr Professor Dr. Buchner über die hessische Franzosenzeit von 1806—1814. Im Feuilleton unseres heutigen Blattes theilen wir den Vortrag, ber mit großem Beifall ausgenommen würbe, ausführlich mit. Bei der Besprechung, bie fich baran knüpfte, machte Herr A. Bock ausmerkiam auf bie verschobenen Stellen in ben Schriften von Steffens, die sich auf Gießen beziehen. Die Herren Haupt, Major Weimer u. a. betbei« ligten fich an der Besprechung, worauf ber offizielle Theil ber Sitzung geschlossen würbe.
* * Neues Theater. Sonntag ben 24. Februar finbet bie letzte Kinderaufführung in dieser Spielzeit statt. Herr Director ReiuerS hat diesmal „Aschenbrödel oder der goldene Pantoffel" für die Kleinen gewählt, was um ss mehr anzuerkennen ist, als dies Märchen den Kinberher.en wohl am meisten entspricht. Der Anfang ist auf Vj4 Uhr festgesetzt.
• • Ernennung. Ernannt wurde am 14. Februar Karl MöbuS zu Gießen zum SteiiercommissariatSgehilfen bei dem Steuercommiffariat Gießen.
Diebstahl nnb Hehlerei. Gestern wurde ein Gemüsehändler wegen Hehlerei und ber Knecht einer hiesigen Fruchthanblung wegen DiebstadlS verhaftet. Der Knecht hatte seit August v. I. von Zeit zu Zeit kleinere Mengen Weizen, Korn, Gerste unb Hafer au« dem Magazin ft’ne» Dienstherrn entwenbet unb solche bem Gemüsehändler übergeben, welcher dann die Frucht anfammelte unb fie sackweise nach unb nach an hiesige Fruchthänbler verkaufte. Da« so von ben beiden gemeinsam geführte Geschäft war fehr einträglich, benn eS würben verkauft für Mk. 258,57 Weizen, für Mk. 210,48 Korn, für 20 Mk. Gerste unb für Mk. 14,85 Hafer, zusammen für 503,90 Mark. Außerdem hotte ber Hehler auch noch in einer Mühle für gelieferten Weizen Mehl eingetanfcht. Der Hehler hat bem Dieb etwa 40 Mk. in kleineren Zahlungen gegeben, währenb er 463 Mk. einheimste. Einem Fruchihänbler tarnen die Lieferungen deS Gemüsehändlers, obschon dieser erklärte, seine auf dem Lande wohnende Schwester habe ihm ben Verkauf ihrer ttrnte- ertrSgniffe übeitragen, verdächtig vor unb er machte ber Polizei Mtttheilung.


