nach Norden über Trais Horloff, Hungen und Lang-dorf bi- tn die Gegend von Lich. nach Genen in die Wellerau darbietet. Die Ausblicke nach Süden und Osten werden durch nahe Bergvorsprünge versperrt.
Kommt man von dem Kirchberge zurück, so wird Ober- WtdderSheim in westlicher Richtung durchschritten- eS em- stehlt fich nun, einen wegekundigen Knaben, oder wer sich gerade an Sonntagen darbietet, mitzunehmen, der den Wanderer biß zum Waldrande begleitet und tbm die Richtung deS Wege- am Häuserhof, Schwalheiwer Römerbrunnen, BlffeS und ForsthauS vorbei, angibt. Der Weg fährt immer am Waldrande hin- zur Rechten hat man die fruchtbare Werterau, zur Linken köstliche Laubwaldungen- so geht eS etwa 6 Kilometer dahin. Der Schwalheiwer Rümerbrunnen zeichnet ffch >chon von Weitem durch feine Hellen gradlinigen Gebäulich. keirev aus. Wer fich für die Wasiertnduftrie interesfirt, scheue den kleinen Umweg nach dem Etablissement nicht, wo ihm alle- SetzenSwerthe gern gezeigt wird.
Am Forsthause, wo die Herren LuciuS, Bater und Sohn, ein trefflich geleitetes Snabeninstitut befitzen, verläßt der Wanderer den Waldrand und wendet seine Schritte, die von Ober-WtdderSheim bis zum Forsthause genau westlich gerichtet waren, scharf nördlich, aber nur etwa drei« bis vierhundert Meter weit, denn hier führt ein Feldweg wieder westlich nach dem etwa 18 Minuten entfernten Bingenheim. An diesem Punkte bietet fich dem Beschauer rin liebliches LandschaftSbild, nämlich: vor fich die beiden stattlichen Dörfer Echzell und Gettenau, welche sich berühren. Der Echzeller Kirchthurm sieht aus wie eine riesige, sauft gebogene Säbelklinge, steht aber trotz seiner Krümmung seit Jahrhunderten fest. Zur Rechten zeigt fich daS Dörflein Bisses- zur Linken erheben sich die Schloßbäulichkeiten von Bingenheim, im Rücken, dicht am Waldrande, liegt daS stattliche ForsthauS, in der Mitte zieht, von der Horloff durchfloffen, ein üppiges Wieseuthal hindurch, «eit im Westen zeigen sich die GebirgS- maffen des Taunus.
Ist man vor Bingenheim angekommen, so richtet mau d'e Schritte, den Friedhof link- lastend, nach de« in fünf Minuten zu ersteigenden Hügel (die „Krone" genannt) hinauf. Hier bietet fich eine äußerst lohnende Rundsicht. Zu Füßen liegt Bingenheim, besten Schloß und Kirche einen stattlichen Emdruck machen. Bon Nord über West nach Süden erblickt man Echzell, Gettenau, Berstadt, Wölfersheim, Melbach- dm Johannisberg mit setnrm Thurme bei Nauheim- Friedberg, hinter welchem die Masten des WlntersteinS emporsteigen,
weiter nach Südwesren den -roßen und klemm Feldberg. In der Mitte des Panoramas zeigen sich, von Süd nach Nord gehend, Nieder-Florstadt, Reichelsheim, Heuchel-Heim, WeckeSheim- ganz nahe im Osten ist da- durch fein gmeS Obst bekannte Blofeld.
Man sieht von der „Krone" achtzehn Dörfer und Städte. Hat man die schöne Au-sicht geuosten, wa- am besten Bor» mittag- noch geschieht, damit mau die Sonne tm Rücken hat, so begibt man sich nach Bingenheim, wo da- Gasthaus ,Zurn Darmstadter Hof" sowie einige andere WirthShäuser guten Unterschlupf bieten. Bor dem „Darmstadter Hof" ist ein kleiner freier Platz, auf dem do- alte Rathhau- mir der Folterkammer stand. Auf dem mit hübschem Buichwerk angelegten alten Friedhöfe befindet fich die steinerne Tisch» plane, an welcher von dem peinlichm HalSgerichke die un* glücklichen Hexen zum Tode verurtherlt und nahe dabei meisten- enthauptet, verschiedene auch außerhalb aus dem sog. Löwenbusche verbrannt wurdm. Auf der nördlichen Langseite der Kirche stehen die Grabsteine der Schultheißen Endel und Schäffer. Letzterer spielte bei den Hexenproceffen eine hervorragende Rolle. Bon der Kirche führen wenige Schritte über eine steinerne Brücke nach den wohlerhaltencn Schloßgebäulichkeiten. Die Schloßwälle find, obgleich zu GraS- und Obstgärten umgewandelt, doch noch deutlich erkennbar. Im Hinteren Schloßhofe steigt man an der Mauer eine steinerne Treppe empor- hier bietet sich eine kleine, aber liebliche Aussicht in da- Horloffrhal dar. Gettenau, Echzell, Schwalheiwer Römerbrunnen, Biffe- und ForsthauS zeigen fich von der westlichen Seite. Nachdem man diese Aussicht, die Schloßgebäulichkeiten, die guterhaltenen Be- festigung-thürme angesehen, richtet man die Schritte hinter dem Löwenbusch vorbei nach dem sog. AmtSpfade. ES empfiehlt fich, tm Dorfe nach diesem Pfade zu fragen, am besten ist eS, einen Führer bis zu dem Pfade mitzunehmen. Bom Löwenbusche aus kann man einen großen Theil der Rundficht in die Wetterau noch einmal genießen.
Der sog. Amtspfad führt etwa 4 Kilometer lang durch herrlichen Laubwald. Waldmeister, Schlüffelblume, Anemone blühen und duften unter den Bäumen- Amsel, Droffel, Buchfink u. a. Sänger jubiltren in den Zweigen. Der Gang durch den Amtspfad entzückt jeden Naturfreund. Da wo der Pfad die von Nord nach Süd führende Schneise trifft, muß man vorsichtig sein, denn der Pfad führt nicht unmittelbar über die Schneise in den Waid weiter, sondern man muß die Schneise recht-, also südlich, einige hundert
Schritte HMLui gehen, worauf der Pfad von der Schneise au- link- gerechnet, in den Wald »eiter führt. Am Wald- ranbe vor Gerß»Nidda bietet fich eine schöne Au-ficht nach den westlichen Bergen de- Dogel-berge».
Nach einer Bterrelstunde etwa ist das Dorf Geiß Nidda erreicht, deffen Kirche wenh ist besichtigt zu werden, denn sie hat baultche Schönheiten, welche man in diesem versteckten Weltwinkel kaum erwartet. Dieder eine Diertelstnnde weiter befindet man sich in den köstlichen Parkanlagen von Salzhausen. Hier sitzt der Wanderer wie m Abraham- Schooße, denn wa- kann er sich am Schluffe einer erfrischenden Wanderung denn noch mehr wünschen, al- einen paradiesischen Park und ein gastliche- Hau-, wo er cuiinarische Genüffe findet, die selbst etnem verwöhnten Gaumen Genüge leisten. Selbstverständlich sieht man sich den kleinen Park, die Quellen und Badeeinrichtungen etwa- an und pflegt dann der Ruhe, je nachdrm fich Bedürfniß zeigt.
Da- Städtchen Nidda soll man fich bei dieser Gelegenheit auch einmal ansehen und wem der zurückgelegte Weg noch nicht ganz genügt, dem rathen wir einen Gang nach dem etwa eine Stunde entfernt liegenden, schönen Au-flng» orte „Glaubzahl" zu machen. Hierdurch summirt fich die zurückgelegte Strecke: Ober - Widder-Heim—Bingenheim— Salzhausen—Nidda—Glaubzahl—Nldda aus iech- Stunden oder dreißig Kilometer, womit man zufrieden sein kann. Die meisten Touristen werden fich wohl in Salzhausen au-rasten, nach eingenommenem Kaffee in Salzhausen auf der schönen Staat-ftraße nach Nidda pilgern, hier im Vorbeigehen einen guten Schoppen einheimischen Biere- (— oder einen ganz delicaten Schoppen Wetterauer Aepfelweine» bei dem sog. „Treppenruppel" —) mitgehen heißen, nm zu dem um 6 Uhr 14 Min. in Nidda eintreffenden Zuge zu gelangen, der eine gute Stunde später im lieben Gteßen landet. Diejenigen, welche e- vorziehen in Salzhausen zu bleiben, können, wenn die Witterung trocken bleibt, einen näheren Fußpfad über den Berg wählen- der Pfad mündet ganz nahe am Niddaer Bahnhof au-.
Die hier beschriebene Parthie bietet keine so bedeutenden Fernfichten und großartigen Ruinen, wie diejenige, welche wir in Nr. 87 (zweite- Blatt) dieser Zeitung geschildert haben. Sie ist aber auch nicht so anstrengend und kann daher ganz gut von weniger geübten Fußgängern absolvirt werden. Dabei bietet fie aber doch so viel Abwechslung und Interessantes, daß fie besten- empfohlen werden kann. Wer sie macht, wird e- nicht bereuen.
Höhere und erweiterte Mädchenschule -mg-tr-si-n-
;u Gießen. Große Sendung
Montag, den 22. April d. I., von 10—1 Uhr, erfolgen die Anmeldungen neuer Schülerinnen: Kinder, welche noch keine Schule besucht haben, werden für die Porschulklaffen X der höheren ober 8 b der erweiterten Mädchenschule im unteren Stock des Schulhauses an- gemeldet i erforderlich ist für die Anmeldung die Beibringung des Impfscheines , sowie die genaue Angabe von Bornamen und Geburtstag des Kndes, sowie des "Namens des Vaters ober Pflegers, bei auswärts geborenen Kindern die Vorlegung des Geburtsscheines. — Kinder, welche schon eine Schule besucht haben, werden im 2. Stock, im Zimmer des Director- angemelbet; dieselben haben ein Zeugniß über den seitherigen Schulbesuch beizubringen und wenn sie über 12 Jahre alt sind, eine Be- scheinigung über die geschehene zweite Impfung.
Dienstag, den 23. April, Bormittags 10 Uhr, findet die Dienfteiuführung des Herrn Director Dr. Ttoeriko in bet Turnhalle der Anstalt statt; die Schülerinnen der Klaffen I—V der höheren, und 1 b—3b der erweiterten Mädchenschule versammeln sich dazu in ihren seitherigen Klaffenzimmern Vormittags 93/t Uhr. (Auf Einladung der Eltern muß mit Rücksicht auf den beschränkten Raum verzichtet werden.)
Mittwoch, den 24. April, Morgens S Uhr, beginnt der Unterricht in Den Klaffen I—VII der höheren und 1 b—5b der erweiterten Mädchenschule, um 9 Uhr derjenige in sämmtlichen Vorschulklaffen.
Gießen, den 19. April 1895.
Das Kuratorium:
Gnauth, Oberbürgermeister.3552
Grotzh. Gymnasium und Vorschule zu Wietzen.
Anmeldung neuer Schüler: Montag, den 22. April, 9 dis
11 Uhr, im Gymnasialgebäude.
Beginn des Unterricht«: Dienstag, den 23. April, 8 Uhr.
3422 Die Direktion.
V er Steigerung.
ktzreitag be* 86. «prU Mittag 8 Uhr.
»ersteigere im Pfandlocal, EelterSweg 11, «egen vaarzablung:
3 Kühe. 4 Schweine, 1 Schreibtisch, 1 Nähmaschine. 1 Hobelbank, SophaS, Eommode, Schränke unb 1 Küchenschrank.
Gießen, den 18. April 1895.
8601 «*!*, VollziehungSbeamter
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