Ausgabe 
20.11.1895 Erstes Blatt
 
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das Strafverfahren.

Off- Ztg.

Mainz, 15. Novtmber. Zwischen den Vertretern der bürgerlichen Parteien ist für die bevorstehende Stadt« Verordnetenwahl eine Verständigung wegen eine- ge­meinschaftlichen WahlvorichlagS erfolgt. Dem Ceotrum, von dem 7 Mitglieder ausscheiden, wurden 5 Sitze bewilligt, wahrend Nationalliberale, Freisinnige und Demokraten je drei Candidaten zu dem gemeinschaftlichen Zettel nennen. Für die noch verfügbaren zwei Plätze wurden zwei auS- scheidende Mitglieder als gemeinschaftliche Candidaten be­zeichnet. Diese beiden Plätze waren ursprünglich der social« demokratischen Partei angeboren worden. Diese hat aber abgelehnt und selbstständiges Vorgehen beschloffen.

Dermifcbki.

Straßburg, 18. November. DasStraßb. Tagebl." meldet: Als gestern Mittag ein Schutzmann eine Amts­handlung vornahm, wurde er durch einen Maurer Namens Schmidt dabei unter beleidigenden Au-drücken gestört. Der Schutzmann forderte den Schmidt aus, sich zu entfernen, worauf dieser mit erneuten Schmähungen erwiderte. Als der Schutzmann ihn um seinen Namen befragte, verweigerte Schmidt die Angabe und antwortete mit Thätlichkeiteo. Mehrere andere Burschen nahmen eine drohende Haltung an. Als die Situation für den Beamlen immer gefährlicher wurde, war er gezwungen, zur Waffe zu greifen. Dabet erhielt der Angreifer einen Stich durch den Leib, sodaß die Waffe am Rücken herauSdrang. Er wurde in das Spital gebracht und verstarb daselbst.

Citcratur wwb Kanft

Als Neuigkeit vom Büchermaikl geben uns soeben die Lieferungen 3 und 4 vonArmand- ausgewähtte Dioaent* tu. Wir haben schon wiederhotl auf das Verdtenil bingewicfen, daS sich die Schriftenvertriebsanstalt in Weimar dadurch erworben hat, daß sie die so beliebten Werke Armands in einer neuen Aus­gabe dem deutschen Lesepudltkum berMetet. Da die Schriften» Vertriebsanstalt dem Verein für Massenverbreitung Guter Schrille» in Weimar untersteht, io dürfen wir wohl mit Recht erwarten, daß die Auswahl de jenigen Romane Armand-, welche in dreie Sammlung ausgenommen werden, eine s.hr sorgfältige fein wird. Schon mit dem ersten Werke .An der Indianergrenre oder Treuer L<be Lohn- hat der Verein einen glücklichen Griff get',an. Das­selbe gehört zu den besten literarisch,n Erzeugnissen der Muse Armands Dieser Roman, der schon seit längerer Zeit vollständitz vergriffen war, kostete bet feinem ersten Erichetnen 18 Mk. T otz- dem er nun einer eingehenden Text - Revision unterzogen wo, de» und die Ausstattung eine vorzügliche ist, kann derselbe nunmehr to zwei stattlichen Bänden broschirt zu dem billigen Preis von 6 Mk. und in zwei Bänden gebunden zum Preise von 6 Mk. bezogen werden. Der Einband ist ein so geschmackvoller, daß die beiben Bände irder Bibliothek zur Zterbe gereichen.

Geschichte der Kri«OerkaWiradschaft Mfhu Kamerad Dr. Emil Bogt in Butzbach, Schriftführer der Hafsta, hat, nach-

Paris, 18. November. In RaismeS ereignete sich grstern bet einem im Bau begriffenen Hause ein größeres Unglück. In dem Augenblicke, wo Arbeiter damit beschäf tigr waren, einen Balkon anzubringen, stürzte das HauS ein und begrub 16 P-rsouen unter seinen Trümmern. Neun derselben wurden schwer verletzt, die übrigen als Leichen heroorgezogeu.

Paris, 18. November. In den Kammer«CoulotrS herrsch! eine an die Zeit deS wildesten Pavama ScandalS erinnernde Erregung. Marcel Habertt wird die Regierung tnierpelliren, ob sie gewillt ist, die geheime Vorgeschichte der Verhaftung ArtouS bekannt zu geben, insbesondere mit- zutheilen, ob über die zweideutige Haltung der früheren Ministerien, vor allem Dupuys, Documente vorliegen, die geeignet sind, die Angaben des DetectiveS DupaS zu bestä­tigen, welcher in seiner Broschüre behauptet, er hätte Arton schon 1893 tu Venedig verhaften können, wenn die Regierung gewollt hätte.

London, 18. November. Der englische Botschafter in Konstantinopel, Sir Philipp Curvie, ist heute von hier nach Konstantinopel mit wichtigen Instructionen abgereift. Vorher hatte er eine Audienz bei der Königin Victoria in Wladsor.

Odessa, 18. November. Ueber daS letzte Massacre in Erzerum wird über KarS gemeldet, daß dasselbe am letzten Mittwoch Vormittag um 11 Uhr begann und sich die Soldaten daran betheiligten, welche die türkische Bevölkerung noch an Wildheit übertrafen. Circa 2000 Personen wurden gelödtet, tausend Läden und vierhundert Geschäfte geplündert. Die Häuser ^Derjenigen, welche Widerstand leisteten, wurden niedergebrannt.

| und viel Vieh werde ernähren können, glaubt aber die Zett | für eine Masseneinwanderung noch nicht gekommen, da die Verkehrsmittel noch nicht ausgebildet siod. Die Erbauung einer Eisenbahn vom Swakopmund nach dem Tasellandc wäre nothweudig, bevor die Einwanderung größeren Umfang anuehmen könnte. Jsolirung der Engländer in der Waifisch- bai wäre leicht, die Ablenkung des Handels von derselben nach Swakopmund beginnt bereits. Zur Zeit laufen alle drei Monate Dampfer birect von Hamburg nach Swakop­mund. Der Vortrag war durch Klarheit der Disposition, besonnene Abwägung der Vortheile und Nachtheile der Colonie, vorsichtiges, aber sachkundiges Unheil ausgezeichnet und rief bei der Zuhörerschaft reichen Beifall hervor.

** Dresdener Gesamwl Vorstellung. Am Donnerstag den 21. November findet die zweite Vorstellung im Abonnement statt und kommt daS reizende Lustspiel ScribeS »Ein GlaS Wasser" mit den Gästen Frau Rinald«Pauly, Herrn Rinald und Herrn W e s s e lS zu glänzender Darstellung. Wir machen auf diese herrliche Vorstellung ganz besonders aufmerksam. Die dritte Vorstellung der Dresdener Gäste im Bon-Abonnemcut findet bann am Dienstag statt, und kommt Ctzprienne von Sardou zur Aufführung. In liebens­würdigstem Entgegenkommen werden noch je vier BonS zu bekannten Preisen abgegeben, was gewiß noch mancher unserer Leser gern benützt. Die BonS können ja ganz beliebig ge- I tauscht werden.

* Gustav Ambergs phyfikalisch naturwiffeoschaftliche Sx. perimeutalvortrage. Dem morgen (Mittwoch) Abend im i (5af6 Leib ftattfindenden Vortrag des Herrn Amberg sieht i man allenthalben mit Spannung entgegen. Nur durch daS anetkennenSwerthe Zusammengehen deS GewerbeveretnS mit dem KaufmänntschenVeretn wurde es ermöglicht, größere interessante Vorträge, wie der angezeigte, veranstalten zu lassen. Wie uns ferner mitgetheilt wurde, find heute Morgen in einem besonderen Waggon die physikalischen Apparate des Herrn G. Amberg zu dessen Experimental- Vortrag eingetroffen. Herr Professor Dr. Matthiesen in Rostock schreibt u. A. in derRostocker Zeitung": !®er Physiker Herr Amberg, welcher durch seine öffent- ltchen experimental - physikalischen Demonstrationen während der beiden letzten Decennten in allen gebildeten Kreisen rühmlichst bekannt geworden ist, beabsichtigt in nächster Zeit auch in Rostock drei Experimental-Vorträge über specielle Gebiete der Electricität, der Acustik und der Wärmetheorie zu halten. Was den Domonstrationen deS Herrn Amberg lebhaftes und allseitiges Interesse zu eigen macht, ist sowohl die Eleganz, m't welcher derselbe, unterstützt durch die aus« gezeichnetsten und kostspieligsten Apparate, seine Experimente vorführt, als auch die verständuißvolle Anordnung und Klarheit seiner Vorträge, worin er seinen Zuhörern die interessantesten und neuesten Entdeckungen auf den angedeuteten Gebieten der Physik zur Anschauung und zum vollen Verständniß zu bringen weiß. Insbesondere möge den StuUrenden unserer Universitär I der Besuch dieser Vorträge hiermit warm empfohlen fein." In ähnlicher Weise empfehlend sprechen die Herren Professoren Dr. Zech in Stuttgart, Dr. Reusch in Tübingen, Dr. Klinkersues in Göttingen, Dr. Melde in Marburg, Dr. Weinhold in Chemnitz sich in den betreffenden Zei- I tungen aus.

♦♦ Soeben erschien ein illustrirter WeihnachtSkatalog der Ferber'schen Universität- Buch-, Kunst- und Mufikalienhand» lung (C. Koch, Gießen, Kirchenplatz 11). Derselbe dürste alle bisher hier erschienenen, sowie auch d e von auswärts zugesandten, durch seine Reichhaltigkeit nach jeder Richtung hin, ganz bedeutend überragen, und wird als solcher zum bevorstehenden Weihnacht-fest ein sehr willkommener Rath­geber sein.

Eine neue Parkanlage. Nachdem schon lange von den Ständen die Mittel bewilligt waren zu der Anlage einer I Parkanlage auf dem entlang der Klinikstraße, gegenüber den Kliniken, wüst liegenden Gelände, ist man seit zehn Tagen tüchtig daran, diesen Platz gärtnerisch umzugeftalten. Auf der den Kliniken gegenüber liegenden Seite der Straße I sind bis zu Ende derselben Kastanienbäume angepflanzt. DaS ! dreieckige, für die Parkanlage bestimmte Stück Land ist planirt worden, und wird mit Strauchwerk bepflanzt und mit Rasenflächen durchsetzt. Auf der nach der Frankfurter- straße zu belegeneu Spitze des geplanten Schmuckplatzes wird eine Grotte dem Ganzen einen hübschen Abschluß geben.

** Bade- und Waschetnrtchtnng für die Arbeiter. Die Actienbrauerei hat schon im vergangenen Jahre für ihre zahlreichen Arbeiter eine Brausebadeetnrichtung Herstellen lassen. Anfangs wurde die Badegelegenheit nur wenig be­nutzt, doch nachdem sich die Leute an die Wohlthat des Ba« den- gewöhnt haben, werden die eingerichteten Badezellen sehr fleißig in Anspruch genommen. Herr Director Lernme hat, hierdurch veranlaßt, jetzt auch an einer, allen Arbeitern zugänglichen Stelle des Etablissements einen dreiständigen Waschraum anlegen lassen, welcher seiner inneren Einrichtung wegen als mustergiltig bezeichnet werden kann.

* Preisermäßigung der «ner'schen Gasglühlichtbreuuer betreffeud. Wie wir von zuständiger Seite hören, ist eine bedeutende Herabsetzung des Preises für Auer'sche GaS- glühlichtbrenner eingetreten und wird die betr. Anzeige deS GaS« und Wasserwerks morgen erfolgen.

Nieder Maas, 14. November. Gestern Abend gegen I 10 Uhr hörte man in dem benachbarten Ober MooS Feuer- allarm blasen. Nachdem man lange auf Ordre gewartet und auch von einem Brande nichts wahrnehmen konnte, erfuhr I man heute Morgen, daß die Ziegeuner, welche jetzt zahlreich die hiesige Gegend besuchen, ungezogen geworden waren, I namentlich J»el dem Gastwinh Muth, indem sie den ge« trunkenen Schnaps nicht bezahlen wollten und an einem andern HauS bie Fenster eingeschlagen hatten. Hierauf wurde die Feuerwehr aüarmirt und diese siegte über die braune Bande, die Hauptanführer waren jedoch bereits entwichen - die Gesellschaft, welche in einer Scheuer Quartier genommen I

tecMes mit proohnUtkf.

Gießen, den 19. November 1886

** Sitzung der Großh. Handelskammer vom 15. November l. I. Anwesend die Herren Ko ch, Scheel, Gail, Heichelheim, Katz, Klingspor und Wort mann. Bor Eintritt in die Tagesordnung beglückwünscht der Vorsitzende das Mit­glied der Kammer Commerztenrath Heichelheim zu dessen silberner Hochzeit. Dem Gesetz nach haben auSzuschetden die Herren Gail, Koch und Wortmann. Termin zur Er« gänzungSwahl wurde auf 4. December bestimmt. Zum Wahlcommissär erwählte die Kammer Herrn Kaufmann Kraatz, zu Urkundspersonen die Herren Rudolf Nowak und Max Friedberger. Die Liste der Wahlberechtigten liegt in dem Geschäftslocal deS Herrn Bankier Heichelheim offen, der Wahlact wird in dem Büreau der Kammer, Neustadt 32, stattfinden. DaS Großh. Ministerium des Innern und der Justiz theilt der Kammer mit, daß der Handels­vertrag mit Chile gekündigt sei und am 26 August 1896 ablaufe. DaS Waarenzeichenschutz-Gesetz hat auch Gültigkeit in den Consularbeztrken; die Consule sind sonach berechtigt und verpflichtet, auf civil« und strafrechtlichem Wege gegen diejenigen im Bezirk sich aufhaltenden RetchSaugehörigen einzuschreiten, welche eine in Deutschland, sei es für einen Deutschen oder einen Ausländer geschützte Marke unbefugt verwerrhen. ES ist also beispielsweise Reichsangehörigen nicht gestattet, für die Waarenemfuhr nach Marokko eines Zeichens sich zu bedienen, für welches ein Franzose in Deutschland den gesetzlichen Schutz erlangt hat, umgekehrt, kann der Schutz der französischen Consule in Marokko an­gerufen werden, wenn ein Franzose im marokkanischen Der« kehr ein in Frankreich deponirteS Zeichen unbefugt verwerthet. Der italienische Zolltarif für gegerbte Häute und Felle hat einige Aenderungen erfahren- Interessenten können auf Wunsch nähere Auskunft von der Kammer erhalten. Die Fabrikanten von Maschinen für Land- und Forst- wirthschaft, Garten« und Weinbau, Zootechnik und ähnliches, deSgl. die mit derartigen Maschinen Haudeltreibenden werden ersucht, sofern sie illustrirte Prospecte und Cataloge auSgeben, jeweils ein Exemplar an das Kaiser!. Patentamt in Berlin N. einzuseuden, für welches diese Cataloge ein werthvolleS HülsSmittel bei Prüfung von Patentanmeldungen bilden. Die Kammer spricht sich gelegentlich einer bczüg- Ii*en Anfrage principiell dafür aus, daß es wünschenSwerth erscheine, wenn die Geschäftsinhaber polizeilich ge- i zioungen würden, neben der Firma den Namen des Inhabers und wenn derselbe eine Frau ober ein Minderjähriger ist, auch dieses auf dem Firmenschild anzugebens, insbesondere wenn Absicht, den wahren Sachverhalt zu verschleiern, vor­liegt. Für Gießen wird aber die BedÜrfnißsrage verneint. In Fulda ist eine Reichsbanknebenstelle errichtet. DaS Berzetch n zweifelhasterFirmenim Aus­land hat für Großbritannien, Rumänien, Italien und Algier einige Ergänzungen erfahren. Die Rureaustunden sind bis auf Weiteres auf Dienstag und Freitag von 4 bis 6 Uhr festgesetzt.

** Deutsche Lolonialgesellschaft, «btheiluug Gieße«. Ueber die wirthschaftlichen Verhältnisse Deutsch« SüdwestafrikaS sprach am Donnerstag, den 14. No­vember, in der großen Aula der Universität vor einer zahl­reichen Zuhörerschaft Herr Premier Lieutenant Hugo von FranyoiS. Redner berührte zunächst die Wassersrage, die wichtigste Vorbedingung für daS Gedeihen der Colonie und kam zu dem Ergebniß, daß die Erbohrung an Wasser mittelst artesischer Brunnen so weit möglich sei, daß zahlreiche Heerden ernährt werden könnten. Zur Besiedelung eignet sich am besten daS vegetation-reichere Hochland, in zweiter Linie die westlichen Gezweige desselben, dagegen nicht da- küstennahe Wüstengebiet. DaS Klima erdrückt Mitteleuropäer bei persönlicher Feldarbeit tu den Morgen- und Nachmittags- stunden und zeichnet sich durch hohe TageS- und tiefe Nacht- temperatur auS. Während des SüWommer» fommtn täglich schwere Regengüsse mit electrischen Entlobungen vor. Am metsten Aussicht auf Srsolg gewährt allein die Viehzucht, die von den Eingeborenen bisher durchaus irrationell betrieben wird. Redner berechnet, daß das Land zahlreiche Einwohner *

| hatte, wurde auSquartirt und in da- unterste feste Backhaus gebracht und die Nacht Über bewacht. Heute Morgen wurde die braune Gesellschaft durch die Gendarmerie weitergebracht.

Darmstadt. 18. November. Auf ba«' am 16. dS. MiS. von Herrn Oberbürgermeister Morneweg Namens der Stabt an Seme Majestät den Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin von Rußland anläßlich der Geburt der Großsürfttn Olga gerichtete Glückwunsch«Telegramm traf derDarmst. Ztg." zufolge am 17. d. M. von Seiner Majestät dem Kaiser folgende Antwort per Draht ein: ZarSkoje Sela Palais, 17. November 1895. Die Kaiserin und ich danken herzlich der Stadt Darmstadt für die un­bargebrachten Glückwünsche. Nicolaus."

Darmstadt, 18. November. Seine König!. Hoheit der Großherzog gratulirtc Sr. Großh Hoheit dem Prinzea Wilhelm am Samstag Vormittag persönlich zum 50. Ge­burtstag. Auf Allerhöchsten Befehl wurde dem Prinzen durch die Capelle des Leibgarde-Regiments eine Morgen­musik dargebracht. Von Mainz war eine Deputation deS I H7. Regiments, bestehend aus dem RegimentScornmandeur, einem Stabsoffizier und einem Hauptmann, zur Gratulation auf der Rosenhöhe erschienen.

Darmstadt. 18. November. Seit 26. September l. I. befindet sich dahier eine schwachsinnige Frauensperson, an­geblich Elise Wagenhöfer, etwa 24 bt» 28 Jahre alt, 1,60 bis 62 Ctm. groß, von schlanker Statur und langes, schmales Gesicht, mit dunklen Haaren, defecten Zähnen, ziemlich großen, abstechenden Ohren und langen, schmale« Händen, in Obhut und ist bis jetzt noch nicht gelungen, deren HeimathSort festzustellen. Die Person hat einstweilen im hiesigen Armenhaus Aufnahme gefunden. Falls über die Persönlichkeit der Frauensperson irgendwelche Auskunft er- theilt werden könnte, wäre solche an daS Polizeiamt Darm« stabt zu richten. Erhängt hat sich Freitag Mittag i« ber Infanterie Kaserne ein Rekrut ber 12. Compagnie auf Heusenstamm. Häusliche Verhältnisse sollen die unmittelbare Ursache sein. N. H. v.

Darmstadt, 18. November. Gestern starb ber Director ber Hauptstaatskasse dahier. Geheimer Finanzrath Lind eck, der durch seine vielen dienstlichen Begebungen in weitern Kreisen bekannt war.

Aspisheim, 17. November. Bei dem in verflossener Woche während der Nacht hier auSgedrochenen Großfeuer, das die gefammten Hofraiten der Herren G. und v. Ehr- Hard und Gruber einäscherte, schwebten die vier Kinder des letzteren in größter Lebensgefahr. Herr Lehrer Matz erkannte dies, stieg von außen durch ein Fenster, rettete die Kinder, sowie die Baarschaft deS Gruber von 900 Mark, bestehend in den Einnahmen für verkauften Wein. D. Ztg.

Klei« steiuheim, 17. November. Der Wasenmeister, dem kürzlich zwei an Rothlauffeuche verendete und mit Petroleum übergossene Schweine zur Verscharrung übergeben wurden, ist seine- Dienstes entsetzt worden. Er hatte zwei Leute mit ber Verscharrung betraut, welche den größten Theil ber creplrten Thiere für sich behielten und zur Verspeisung einpökelten. Gegen btefe beidenFeinschmecker" itbroebt noch