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'nen zahlreichen Bene bei dem uns be- srluste sagt innigsten
Vierteljähriger A6o*n<ment5prcU l 2 Marl 20 Pfg. mit vringrrlohn. Durch die Poft öezogr» 2 Mark 50 Psg.
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Kchutstratze?t.7.
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F. A»S dem Steife Friedberg. 17. September. In eintaen Dörfern der Wetterau ist Scharlach mit DiptheritiS aufgetreten, das Uebel verläuft aber gutartig. Die Aerzte haben Proben mit dem Bering schen Diphtherie - Heilserum gemacht, welche recht befriedigend ausfielen. September. Die, wie unterm 14. August berichtet, an Typhus erkrankten Arbeiter in Utphe, die In der Klinik zu Gießen untergebracht waren, befinden sich sämmtlich auf dem Wege der Besserung. Weitere typhus- verdächtige Erkrankungen sind nicht vorgekommen. D. Ztg.
Deutsche» Leich.
Romrod, 18. September. Seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Preußen ist heute Vormittag 9»/. Uhr, von Kiel kommend, auf der Station Zell-Romrod etngetroffen und von Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Heinrich empfangen worden. Im Gefolge befindet sich Graf Dahn. Seine Königliche Hoheit der Großherzog em- Mfingeu vor der Ankunft deö Prinzen den Oberforstmeister Dittmar, den Oberförster Schlotterer, den Pfarrer Klingen-
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te 1 Ihr.
Der OUfte<r Anzeiger rrscheinl täglich, gilt LuSnahmc de» Montag«.
Die Gießener Aknmtliendtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Gießener Anzeiger
Kmeral-Mzeiger.
Amts- unb Anzeiseblatt für den Nr-is Giefzen.
y|t zzi Zweites Blatt. Freitag dm 2«. September
Bekanutmachuua.
Anläßlich der Anwesenheit Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin am Samstag den 21. d. M. werden in der Zett von 11 bis UV, Uhr BormittagS folgende Straßen für den FuhrwerkSverkehr gezerrt: Die Ltebigstraße zwischen der Bahnhofstraße und Frankfurterstrabe, die Frankfurterstraße vom Bahnübergang abwärts, der Seltersweg, Kreuzplatz, MäuSburg, Marktplatz 11 nb die Neustadt. Die während der genannten Zeit zwischen itm Wallthor, der Marburgerstraße und dem SelterSweg unb in umgekehrter Richtung verkehrenden Fuhrwerke nehmen iliren Weg durch die Ostanlage und Südanlage bezw. über dm Brandplatz oder Wallthorstraße, die Schulstraße, Neuen- Baue, BtSmarckftraße, Ludwigstraße und Wtlhelmstratze. Dieselben Straßen in umgekehrter Richtung. Diejenigen Fuhrwerke, welche von der Lahnbrücke Herkommen und nach len nördlichen und östlichen Stadttheilen fahren wollen,haben ihren Weg durch die Westanlage, Südanlage und Ostanlage in nehmen. Für Fuhrwerke, welche nach den Bahnhöfen fahren wollen, bleiben die Westanlage und die Bahnhofstraße frei.
Gießen, den 18. September 1895.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
I. V.: Roth.
fdtmlbt Bon R°mr°d. den Pfarrer toom&tjoffer Bon @»6- ketbo, den Pfarrer Fritfch von Grebenan. Heme Nach- mittag 2 Uhr findet Militärtafei statt, wozu an den Dtoision«. cammanbeur, fawie an bie Brtgabe. unb R-S'M-n-.Eom. mandeure Einladungen ergangen find.Darum. ö-
«llr «nnvucen-Bureaux dk« In- und Auslände« nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
♦ Marburg. 18. September. Einem hiesigen Herrn war gestern früh auf dem Pferdemarktplatze ein Regenschirm ab- ganben gekommen. Da er aber im Besitz eines Lotterieloo eS war so Chatte Fortuna ein Einsehen und entschädigte ihm da- durch ' feinen Verlust, daß sie ihm Nachmittags als Gewinn einen neuen Regenschirm bescheerte. Der bett. Herr tragt fitz sein „Unglück" mit größerer Standhaftigkeit.
» Berlin, 15. September. Die Wittwe emes Veteranen aus der Zeit der Befreiungskriege 1813/15, D^oro hea Biermann, feierte heute ihren 9 5. Geburtstag. Di Greisin lebt in dürftigen Vermögensoerhaltniffen und bezieh nur ein geringes JahreSgeld. „. . ,n
* Ein Kaiserwort. Als General von Go eben, der sich bereits 1866 durch glänzende Waffenthaten berühmt g macht hatte, bei Ausbruch deS Kr egeS 1870 da» achte Armeecorps erhalten sollte, äußerte ein Generaladjutant be Königs dem Monarchen sein Bedenken über diese Ernennung, da Goeben bekanntlich sehr kurzsicht'g sei, und em» trage, ein für einen preußischen comrnanbkenbcn ®cnCTa unerhörter Fall. Die Antwort deS Königs war schlagend unb würdig. „Sie sagen," erwiderte König Wilhelm seinem Rathgeber, „Goeben sei kurzsichtig , desio besier. o wtr er dem Feinde um so näher kommen! Der tapse« General hat diese Prophezeihung feines KonigS trefflich ertÜI1* Pofeu, 15. September. Der älteste Einwohner der Provinz Posen und wahrscheinlich des ganzerl dent sche Reiches ist der Kaufmann Salomon Hirsch Mro sch . Derselbe steht im 114. Lebensjahre und ist verhaltmßmaßig körperlich und geistig noch sehr rüstig.
* gbentoben. 17. September. J”
Manöver auf Vorposten beim Nachbarbors Altbors ein Solbat bes 4. gnfanterfe > Regiments burch einen Solbatm d-, 17. Infanterie - Regiment« mittelst einer Platzpatrone erschossen.
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biefem sinb e« nur brei Schritte nach znr Thur- des gast- lichen Hauses, wo zwei Damen gesetzten Alters e n Dutzend Musensöhne beherbergen. Dort finden wtr herrliche Rast. — „Doch den Schlüffel des Hauses, wo hast Du chn sorglich geborgen, Held Ajax?" fragte ich dagegen. — «Au dem Rücken, den man niemals dem Feinde soll zeigen, hängt heimlich an der Schnalle des Beinkleides der Rtie« Oefiner der Pforte." — Die Angabe war richtig, bald hielt ich den Schlüffel in der Hand. Ajax erhob sich, um vorwärts zu streben, doch schlapp wie ein leerer Kartoffelsack klumpste er auf das Mäuerchen zurück. „Wie AeneaS aus dem zer- störten Troja fioh: arma virumque cano! so floh tO) vor den leergetrunkenen Fäfferu aus Oswalds Garten, perorhte Ajax, „um schließlich den Bollochsen t°> dte Hande zu fallen. weil die aufrührerischen Pedäler den Dienst versagen..Auf der Welt ist alles eitel, hakaul hewel! philosophirt der weise Salomo, wer kein Geld hat, Pfeift in Beutel, hakaul hewel! Hewel hakaul!“
„Ohe jam aatia est!“ sprach ich dagegen, „>atz av, Ajax, von den Eitaten; wenn Du die Schleusen deS Litaten- stromes ziehst, sitzen wir in einer Stunde noch ^Ur auf bet harten Steinmauer, anstatt der köstlichen Ruhe auf ) Deiner Bude zu pflegen. Doch still, Männerschritte nahen und Stimmen werden laut. Lasten wir die Wanderer vorüber- ziehen und folgen wir ihnen alsdann nach."
Denke Dir nur," sprach einer von den beiden Herankommenden mit etwas kratziger Stimme, die mir bekannt schien, „so oft ich dem verdammten Staurent zusprach, be- hauptet der Kerl: sein Bruder bläst die Flöt. Ich harte aus Zorn zerplatzen mögen, wie eine mehlige Kar^ffel, konnte mit dem Burschen aber nichts anfangen. Wa<hattest Du gethan?" - „Ich hätte gesagt: »ei' Brurer blast sie aach. und da hält sich der Andere ärgern mögen. - „©o hab ichs Nit gemacht, ich hab dem Kerl alle Knochenl im Le b verflucht und bin fortgegangen." — „Auch gut, der Geschertste gibt nooch un denkt fei' Dhal, Valentin!" erwiderte der erste. Weiteres konnte nicht mehr gehört werden, die be ben Sicherheitswächter — solche waren es — schlurften gemüth- ltch ben SelterSweg hinauf.
*) Bor dreißig Jahrm faß bet Student .auf“ seiner Bude. Ist das noch jetzt der Fall?
Fortsetzung folgt).
Feuilleton.
titlet Erlebnisse eines ehemaligen Gießener Wusen- IMes ans dem 1-udmrtMftlichen Öruoinjinlfefic
;u Gießen im Angnss 1864.
(1. Fortsetzung.)
„Mir ist eine Fliege, welche durch die geistreiche Rede ohnmächtig wurde, inS GlaS gefallen," rief einer aus der Tafelrunde. „Rücke jeder mit einem Batzen heraus, au daß es Ruhe gibt, fönst geht die Gemächlichkeit zum Teufel. Zur Belohnung soll der Glücksmann meinen Schoppen auS- trinke^r @(ücEgloofemQnn schmunzelte, als er sah, daß der Aufforderung Folge geleistet «urde- er empfing, bie neun Batzen unb ben Schoppen, in welchem bie Fliege lustig herumschwamm, lieferte die beiden Loose ab unb trappte vergnügt von dannen, indem er uns zurtef. „Der Fastel ^^Jeder^nÄne" sich die Nummern- einer nahm die Loose in Empfang und nach wenigen Minuten war der Zwischen-
*Pftttschnell verflogen die Stunden. Nach Mitte^acht Mebte jeder mit etwas wunden Füßen nach seiner Bude. Aber o weh', einer hatte den HauSschlüffel vergessen, das Phtlisterium lag im ersten tiefen Schlafe und überhörte alles Rufen, Klopfen und Schelten. „Sie werden doch keinen unnötbiaen N-chtscandal machen wollen," sprach grimmig und mst kratziger Stimme ein daherschre.tender SicherheitS- Wächter. — „DaS weniger, aber mein Bruder blast die Flöt''"*) war dte diplomatische Antwort. — „Ob Zyr Bruder bie Flöt' oder die Ziehharmonika bläst, geht mich nichts an," versetzte der ficherheitswächterliche Biedermann, „machen Sie, daß Sie in Ihre Bude kommen, das ist ge- ickeiter." — „Sehr richtig, weiser Wächter der Nacht, war die Antwort, „doch das Hineiukommen ist das Kunststück, weil der HauSschlüffel fehlt und der Philister fest schlaft wie
L ta 3«n ÄbÄ bis ber Nvni-ns w.eber .-rfchw-nb, wie er gekommen war.
ein Murmelthier." — „Ja, da müssen Sie sehen, wo Sie unterkommen, hier werden Sie doch nicht bleiben wollen. — DaS weniger, aber mein Bruder bläst die Flöt'," wurde ermtbert. - .3» hab 3hn-n ja fion einmal getagt," schnaubte der Sicherheitswächter, „daß mich die Flöt Ihres Bruders gar nichts angeht, mir scheint, Sie haben etwas im Dache." — „Das weniger, aber mein Bruder blast die Flöt 1" erklang es zurück. — „Da sollen ja hunderttausend Millionen Heuwagen voll Donnertwetter in die verdanmtte Flötenblaserei hineinschlagen!" schrie der biedere Nachtwachter und verschwand eiligst um die Ecke
„Quid nunc, faciamus nos!" philosophirte der Aus- gesperrte unb versuchte an bekannten, mit zahlreichen Stubentenbuden gesegneten Häusern, ob vielleicht irgend eine mitleidige^Thüre aus Versehen offen geblieben sei und so auf dem Sopha eines Bekannten Unterschlupf gefunden werden könne. Nichts fand sich, die Studiosen waren, wie bereits bemerkt, größtentheils in die Ferien gegangen, die Philister aber hatten bie Thüren alle verschlossen. Nach- fraaen im „Rappen" und im „Einhorn" erwiesen sich als erfolglos, jeder Winkel war besetzt. Bleibt nichts anders Übrig, als nach Oswalds Garten zurückzuwandern und den jungen Tag abzuwarten, vielleicht findet sich noch eine oder die andere trinkbare Seele dorten, welche Gesellschaft leistet — dachte der AuSgesperrte.
Der nächste Weg vom „Einhorn" dorthin führt hinter der Stadtktrche durch eine enge, winkelige Straße. Einige hundert Schritte waren gemacht, da zeigte sich eine Menschengestalt, mit dem Rücken an die Mauer gelehnt, die Arme über die Brust gekreuzt und ein kräftiger Bierbaß versandte die deutlichen Worte:, „Wandrer, wer Du auch seist, werde mir freundlicher Führer heim zu den holden Renaten! - Ajar, Du bist eß!" rief ich vergnüglich und faßte den Biergewaltigen fest untrrm Arme. Langsam, Schritt vor Schritt wanderten wir fürbaß, über Kirchen- unb Marktplatz nach dem „Kreuz". Hier versagten die Pedaler Asax den Dienst, wahrend Kopf und Sinne noch leidlich in Ordnung waren. Auf diese Bank von Stein will ich mich setzen, citirte'der Pseudotelamonier und sank langsam auf die kleine Steinmauer, mich neben sich ziehend. „Ich dcmke Dir, mein Sohn, daß Du mich auS den Händen der Philister errettet und glücklich hierher gebracht hast," fuhr er fort, „doch nur langsam kommen wir weiter. Meine Wohnung kennst Du, gegenüber der musikalischen Handlung drS biederen Rudolph steht ein wafferspendender Brunnen, hombil® dicht! von
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Annahme ton Anzeigen zu ber Nachmittag« für be« Agenden Tag erscheinenden NuE^r^orm^lO^r.
Anntlichrr The».
Der Krieg von 1870|71, gefdittbert burch »usfchnt.tr -ns 3‘W—
20. September.____ ________
Die vollständige Einschließung von Paris ist Thatsachc. AuS dem großen Hauptquartier wird gemeldet, daß nach vorbereitenden Bewegungen der letzten Tage am 19. September durch den Vormarsch sämmtlicher CorpöNe vollständige Eernirung ausgeführt war und König Wiche m im Lause des genannten TageS dte Befestigungen auf der Nordostseite in Augenschein genommen hat , und der Kron- vrinz telegraphirt an seine Mutter in Versailles, 20 Sep- tember: „Die Einschließung von Paris auf der Linie von Versailles bis Vincennes ist siegreich durch meine Armee unter Zurückwerfung deS Feindes und Eroberung etner Schanze mit sieben Geschützen auSgeführt. Verluste gering.
WW M, Giessen, weg 89i rugslfuelle in Bette«, f'owie Uebernahme lattunge«. 7701


