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Rr 92 Zweites Blatt. Tamslag sm 20. April
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-ie^ener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS
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, Die Gießener Pamikien ktatler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
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Amtliche»« Theil.
Bekanntmachung,
betreffend die Abhaltung öffentlicher Faselschauen.
Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß in Verbindung mit dem am 24. April l. I. zu Gießen stattfindenden Biehmarkt eine öffentliche Faselschau durch die Körcomrnission abgehalten werden soll. Bet der Schau, welche Vormittags IO Uhr beginnt und welche nur zum Zweck der Ankvrung ttattfindet, wird die Commission nur sprungfähige Bullen Vogelsberger und Berner, speciell Simmenthaler Raffe berücksichtigen. Den Besitzern guter Fasel können, soweit die Mittel reichen, Wegegelder, vorbehaltlich näherer Bestimmungen in Aussicht gestellt werden.
Gießen, den 18. April 1895.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Gießen, den 17. April 1895.
Belr.: Die Anstellung der Kreisstraßenwarte.
Daß Srsßherzogliche Kreisamt Metze« au die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Wir erinnern Sie an die Erledigung unserer Verfügung vom 26. März ds. I»., Gießener Anzeiger Nr. 75 binnen 8 Tagen.
v. Gagern.
Polizeiverordnung,
betreffend Verhütung von Waldbränden.
Mit Rücksicht auf die zur Zeit bestehende Gefahr der Entstehung von Waldbränden bestimmen wir auf Grund des Art. 79 der Kreis- und Provtnzialordnung das Folgende:
1. Bis auf Weiteres ist das Rauchen von Cigarren, ^igarretten und ungedeckelten Tabakspfeifen in Waldungen und auf Haiden außerhalb der chaussirten Ortsverbindungs- rvege verboten.
2. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 90 Mark bestraft.
Gießen, den 18. April 1895.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Obstbaucurse für Landwirthe und Freunde des Obstbaues
Während ves Frühlings und Sommers lb95 zu Friedberg.
Vorläufig finden folgende Curft statt:
I. CursuS von 2 Wochen. Erster Theil vom 13.—18. Mai, zweiter Theil im Juli. Honora^ für Heffen 10 Mark, für Richthessev 15 Mark. Täglich, von 8 bis 11 Uhr Vorträge, Nachmittags von 3 bis '6 Uhr Uebungen in Baumschnitt, Baumpflege, Obstverwerthung.
II. Sommercursus. Beginn am 17. Mai, Dauer bis 1. October. Freitag von 5 bis 7 Uhr Abends Borträge SamStag von 7 bts 11 Uhr, bezw. Montag von 3 bis 7 Uhr Uebungen. Honorar für Heffen 10 Mark, für Nichthessen 15 Mark.
Die Vorträge in beiden (Surfen erstrecken sich auf folgende Themata:
vr.v.Peter: Ausgewählte Capitel aus der Morphologie, Physiologie und Anatomie des Obstbaumes.
K. Reich e lt: Geschichte des Obstbaues, Pomologie, Obstbaumpflege, Baumschnitt, Obstbaumschädlinge und Krankheiten, Obsthandel und Obstverwerthung.
Zu den Demonstrationen stehen die Pomologischen Gärten und 13 Hectar Baumgüter und Baumanlagen zur Verfügung.
Anmeldungen zu diesen Cursen find an den Dirigenten der landwirthschaftl. Winterschule zu Friedberg i. H., Herrn Dr. b o n Peter, zu richten.
Der AufsichtSrath der landwirthschaftl. Winrerschule.
Dr. Braden.
Die Geldvorräte der wichtigsten Culturstaaten.
ES ist eine lehrreiche und mit Genugthuung aufzu» nehmende Thatsache, daß diejenigen Staaten der Welt, welche in der Cultur am weitesten fortgeschritten find, auch die meisten Geldmittel, das heißt die größte Ordnung in ihrem WirthschaftSleben haben, denn volkSwirthschaftlich gilt der Grundsatz, daß die am höchsten entwickelte Cultur in Ackerbau, Industrie und Handel auch den Reichthum der Länder an Geld und Gut ausmacht, und nicht etwa umgekehrt, große Gold- und Silbcrmaffen nothwendiger Weise einem Lande auch die beste Cultur verleihen.
Länder, welche ursprünglich enorme Gold» und Silber« mengen besaßen, sind zum Beispiel Spanien, Portugal, China, Mexiko, Peru und selbst Rußland hatte viel Gold- und
Suberschätze, aber in der Cultur marschircn diese Staaten keineswegs an der Spitze der Menschheit. Und so hat sich denn auch im Lause dieses Jahrhunderts taS Gold und Silber bauptsächltch in derjenigen Ländern am stärksten angesammelt, tn welchen sich die Cultur am böchsten entwickelte. Etwa- befremdlich kann dabn allerdings der Umstand sein, daß gerade Frankreich, dem man nicht ohne Weiteres den ersten Platz in der Kulturstufe einräumen möchte, die meisten Geldvorräthe besitzt, nämlich nach den neuesten stattstischen Berechnungen die Summe von 5,7 Milliarden Mark in Gold und Silber- münzen. Erklärlich wird diese Erscheinung aber wohl, wenn man bedenkt, daß Frankreich einen sehr hoch entwickelten durch Klima und Bodenbeschaffenhctt enorm begünstigten Ackerbau, ferner einen sehr lohnenden Seiden- und Weinbau mit entsprechendem Ausfuhrhandel betreibt und infolge der geringen Volksvermehrung in Frankreich das Geldsparen in sehr vielen Familien mit besonderem Erfolge betrieben werden kann, denn Frankreich besitzt immer nur noch 38Vi Millionen Einwohner. England hat bei größerem Retchihum doch nicht soviel baares Geld als Frankreich, nämlich nur 3 1 Milliarden Mark. Diese Merkwürdigkeit muß cavurch erklärt werden^ daß in England der Checkverkehr wohl mehr als das Doppelte des Geldumlaufes deckt. Deutschland besitzt einen Geldvorrath von nahezu 4 Milliarden Mark. Die Vereinigten Staaten von Amerika sollen nach des amerikanischen Münzdirector- Preston Angaben sogar 7 Milliarden Geldumlauf haben, wären also nach dieser Angabe der geldreichste Staat. Jndeffen stecken in diesen Geldmitteln Amerikas ganz enorme Mafien Papiergeld und in seinem Vorrathe an Goldgeld bleibt Amerika ganz bedeutend hinter Frankreich, England und Deutschland zurück. Ganz bedeutend zurück stehen die Geldmittel aller übrigen Staaten, doch muß erwähnt werden, daß sich die Geldverhältnisse Rußlands, Oesterreichs und Italiens in den letzten Jahren gebeffert haben und daß Belgien, sowie auch Holland und Egypten (letzteres durch Englands Protection) verhältnißmäßig reiche Geldvorräthe besitzen.
* Laadwirthschaftliche Gesellschaftsreise nach Oberitatten. Die Deutsche Landwirthschafts-Geseüschast veranstaltet alljährlich eine landwirthschaftliche Studienreise nach außer- deutschen Ländern. So wurde in den Vorjahren England, Belgien und Holland bereist. In diesem Jahre ist eine Reise nach Oberitalien geplant. Dieselbe wird den Monat Mai in Anspruch nehmen und in einer Rundreise von Riva über BreScia nach Mailand, Turin, Genua, Pisa, Florenz,
Feuilleton.
Ein brrver Hochstspter.
Humoreske von Robert Frohn.
(Nachdruck verboten.)
„Gesellschaft zur Berbesierung der Welt," nannte sich -der Club. Ntchr als ob die Mitglieder eine Blasphemie gegen den Schöpfer beabsichtigten, oder deffen Werk der Ber- befierung bedürftig hielten, nein, für sie war ihr norddeutsches .andstädtchen die Welt, und hier gab es allerdings Manches, was dringend Besserung heischte.
Wer jedoch die Welt beffern will, der soll bei sich selbst anfangen.
Dieser Maxime huldigte auch unser Club, und das Mittel, wodurch man das im Namen angedeutete schöne Ziel zu erreichen strebte, bildete der Gesang, deffen veredelnden Emfluß auf Herz und Gemüth Niemand bestreiten wird.
In der Stille freilich bezog jedes der einzelnen Mit« glieder das „sich selbst" mehr auf den Club im Ganzen, als auf seine eigene Person, denn jedem schien an den anderen Mitgliedern vieles förmlich nach Besserung schreiend.
Namentlich standen sich zwei Parteien der Weltverbesserer hadernd gegenüber: die älteren und die jüngeren Herren.
Die ersteren zählten zur Elite der Bevölkerung des Städtchens- sie waren sämmtlich mit irdischen Gütern reich gesegnet und stolz auf, ihre Bürgerqualität. Es läßt sich auch nicht leugnen, daß die meisten von ihnen dem Gemeinwesen große Dienste leisteten, denn sie ratheten und thateteu für das Wohl der Stadt. Dieses gilt natürlich vor Allem von dem Herrn Bürgermeister, den Rathsherren und dem Polizeimeifter,- aber ihnen reihten sich würdig an der Hotelier Müller, der Gewürzkrämer Schulze, der Metzgermeister Meier und der Bäckermeister Krüger, die, wenn fie auch von den Vatern der Stadt nicht als ebenbürtig geschätzt wurden, doch
gleichfalls Stimme im Rathe hatten, mancherlei Ehrenämter verwalteten und hauptfächlich die Großmacht Geld im Staate repräfentirten. Was Wunder also, daß alle diese Herren im Bewußsein ihres WertheS auf andere Sterbliche wie aus stolzer Höhe herabsahen und sogar zuweilen gegen unS jüngere Mitglieder des Clubs eine gewisse Geringschätzung zeigten, da wir, auf untere moderne Bildung pochend, der lieber« legenheit der älteren Herren nicht immer die gebührende Anerkennung zollten und es wagten, ihrer Meinung Opposition zu bereiten.
„Unerhört," hatte einst bei einer solchen Gelegenheit, als man sich über eine beabsichtigte Vergnügungsreise mcht einigen konnte, der Bäckermeister Krüger ausgerufen, „unerhört, was sich die junge Welt herausnimmt! Leute, denen die Natur nichts als eine schöne Stimme gegeben, die ja der einzige Grund ist, weßhalb fie in der „Gesellschaft zur Verbesserung der Welt" geduldet werden, denn mit ihrer Gelehrsamkeit kommen sie hier nicht durch, damit können sie nicht einmal einen Hund vom Ofen locken!"
„Allerdings," hatte darauf mein Freund, der junge Dr. AlberS, welcher Referendar am Gericht des Städtchens war, gereizt entgegnet, „mit Streberthum und Anbetung des goldenen Kalbes wäre hier schon eher durchzukommen."
Durch diese herbe Auseinandersetzung war die Spannung ärger geworden als zuvor; namentlich hatte sich aber Freund AlberS durch seine aufbrausende Antwort selbst arg geschädigt; denn es war eine der Schwächen der wohlsituirten Bürger deS Städtchens, daß sie es nicht leiden konnten, wenn Jemand vom goldenen Kalbe redete.
Am meisten grollte der Bäcker, und dessen Zorn hätte mein Freund am allerwenigsten leichtsinnig heraufbeschwören dürfen.
ES muß nämlich gesagt fein, den jungen Dr. Albers hatte nicht die edle Tendenz, die sich in dem Namen des Clubs auSsprach, bewogen, in die „Gesellschaft zur Bebesserung
der Welt" Aufnahme zu suchen, sondern andere, ganz selbstsüchtige Interessen Nicht die Unterhaltung der biederen Bürger, nicht die kräftigen Baßtöne, welche der feisten Kehle des MetzgermeisterS Meier entquollen, hatten ihn angelockt, nein — Gertrude, baß liebliche Töchterlein des Bäckermeisters Krüger.
Daher fehlte Albers auch nie an den sogenannten Damenabenden des Clubs, und in den Kränzchen, welche in der Wintersaison arrangirt wurden, waren er und Gertrud die eifrigsten und unzertrennlichsten Tänzer. Längst schon trugen sie daS beseligende Gefühl, zu lieben und geliebt za werden, in ihrer Brust, längst schon waren sie einig unter sich; doch noch immer hatte der junge Referendar es nicht gewagt, die Zustimmung der Eltern seiner Geliebten zu erbitten, und nun war dieses durch sein schnelles Wort in jener Herrenfitzung schwerer als je.
Endlich faßte sich Albers doch ein Herz und trat mit seiner Werbung vor die Eltern Gertruds. Unwillig legte der Bäckermeister Krüger sein rothstrahlendeS Gesicht ia Falten, unb währenb bie Frau Bäckermeisterin sprachlos ob der Anmaßung des jungen unbemittelten Beamten dasaß unb nur bie mit zahlreichen Ringen geschmückten, fleischigen Haube wie abwehrend von sich ftretfie, entgegnete, seinen Zorn anfangs noch bekämpfend, der Mann:
„Aber, lieber Freund, bis jetzt sind Sie ja noch der reine Nihilist: Sie Haden nichts, Sie sind nichts uni können auch noch nicht einmal die Beweise geben, daß Sie das Zeug besitzen, später eine hervorragende Stellung in unserem Staate einzunehmen. . . . Wenn Sie etwa," fuhr er gereizter fort, „meine Tochter für das „goldene Kalb" halten, daS mau, wie Sie neulich sagten, anbeten müsse, um hier durchzukornmen, so irren Sie gewaltig!"
(Fortsetzung folgt).


