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OKteuer Adriger erscheint täglich, mU Ausnahme de» Montag».
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Deutsche» L^ich.
Berlin, 16. November. Der Jagdbesuch, welchen Großfürst Wladimir von Rußland soeben am deutschen Katserhofe abgestattet hat, soll einer gewissen politischen Bedeutung nicht entbehren. Wenigstens versichert eine Petersburger Mittheilung im „B. T.", daß Großfürst Wladimir der Ueberbringer eines Handschreibens des Lzaren an Kaiser Wilhelm gewesen sei. Der Brief des russischen Herrschers trage das Gepräge großer Herzlichkeit und thue in Überzeugender Weise den Wunsch Rußlands dar, mit Deutschland die besten Beziehungen zu unterhalten - in Petersburg lege man dem erwähnten Schreiben des Czaren eine sehr hohe Bedeutung bet. Zunächst bedarf allerdings diese Petersburger Mittheilung wohl noch der Bestätigung von zuständiger Seite, immerhin klingr sie nicht unwahrscheinlich, zumal ja Kaiser Wilhelm seinerseits erst vor einigen Wochen einen Brief an den Kaiser N colauS gerichtet hat.
— Ueber die Verhandlungen der Sachverständigen- Commission wegen der geplanten Revision der socialpolittschen Gesetzgebung liegt endlich ein authentischer Bericht im „Reichsanzeiger" vor. AuS demselben seien im Folgenden die wesentlichsten Punkte wiedergegeben: Die Conferenzverhandlungen betrafen zunächst die Frage der Zusammenlegung der verschiedenen Zweige der Arbeiter Versicherung, wobei allgemein die Verbesserung», bedürftigkeit des Gesetzes vom 22. Juni 1889 anerkannt wurde. Die hierauf zielenden Abänderungsvorschläge, welche in dem der Commission vorgelegten RevlsionSentwurfe des ReichSamts deS Innern enthalten sind, wurden zum größten Theile von der Versammlung gebilligt. Dagegen stießen die in den Fragen der Beseitigung des Markensystems und der organischen Vereinigung aller Zweige der staatlichen Rentenversicherung vorgebrachten VerbesierungSvorschläge Seitens der Mehrzahl der Conferenztheilnehmer auf verschiedene Bedenken. Speciell wendete man gegen die VereinigungSpläne des Dr. Bödtker, Präsidenten des ReichSverstcherungsamteS, ein, daß dieselben die Schwierigkeiten in der landwirthschaft» lichen Unfallversicherung nicht genügend berücksichtigten. Im Uebrtgen wurde gegenüber den sämmtlichen Reformvorschlägen hervorgehoben, daß sie noch nicht ausgereift seien. Schließlich hat es die Commission den zuständigen Behörden anheim- geftellt, ob das Reviflonswerk bis auf Weiteres auszusetzen sei oder ob zunächst mit der Revision der einzelnen socialpolitischen Gesetze fortgefahren werden solle. Nach diesem Stande der Dinge zu urtheilen, erscheint es vorerst ziemlich zweifelhaft, ob der Reichstag bereits in seiner nächsten Session m't der Frage der Revision der socialpolttischen Gesetze befaßt werden wird.
Berlin, 16. November. Der „Reichsanzeigcr" meldet: Der LandwirthschaftSministee erließ eine Anordnung an die Regierungspräsidenten von Aurich, Osnabrück, Münster, Düffeldorf, Aachen und Trier, in der sie darauf htngewiesen werden, daß die Maul- und Klauenseuche in neuester Zeit in den südlichen und westlichen Theilen oes Staates wieder an Ausdehnung gewinnt. Um eine weitere Verbreitung zu verhüten und in den wenigen Kreisen, wo sie neuerdings epizootisch austritt, ziemlich zum Erlöschen zu bringen, wird eS auSreichrn, die bezüglichen Vorschriften vom 27. Juni d. I. streng auszuführen und darauf Bedacht zu nehmen, die Zu- führung neuen AnfteckungöstoffeS auS dem AuSlande zu verhindern. Die Gefahr einer solchen Zuführung ist mit der Einfuhr der Milch auS Holland und Belgien derzeit eine erhebliche. Die Präsidenten werden daher angewiesen, anzuordnen, daß die Einfuhr von Milch bis auf Weiteres verboten wird. In vier Bezirken, in denen die arbeitende Bevölkerung durch die Steigerung deS MilchprriseS nicht im Stande fei, die für den Haushalt unentbehrliche Milch zu beschaffen, wird ausnahmsweise abgckochte Milch zugelaffen.
Ausland.
Wien, 16. November. Um Mittag sammelte sich eine größere Menschenmenge vor dem Parlameutsgebäude an, die, da die Galleriekarten vergriffen waren, ohne Karten in daS Parlament zu gelangen versuchte. Die Polizei trieb die Menge zurück. Zwei Personen wurden verhaftet.
Wie«, 16. November. In der gestrigen Fest Versammlung dcS katholischen Schulvereins hielt der deutsche CentrumS-Abgeordnete Lieber eine gegen den Liberalismus gerichtete Rede.
Rom, 16. November. „Fanfulla" erklärt anscheinend »fficiös, die Anwesenheit der europäischen Flaggen in türkischen Gewässern werde voraussichtlich genügen, mm die Pforte zu energischen und wirthschastlicher'. Maß-
nahmen Im Interesse der Ordnung und öffentlichen Sicherheit zu bestimmen. Die in den letzten Tagen auSgesprengten Alarmnachrichten seien mit größter Vorsicht aufzunehmen.
Rom. 16. November. Die „Agencta Stefani" veröffentlicht folgende Note: Die Annahme, daS italienische Geschwader, daS sich nach dem Orient begibt, solle feierlich mit demjenigen irgend einer anderen Macht cooperiren, ist unbegründet. Die Instruction deS Commandanten lautet dahin, gegebenenfalleS auch allein vorzugehen, sobald eS sich um den Schutz von italienischen Agenten oder Staatsangehörigen handelt und sich, sobald es sich um ein gemeinsamer Vorgehen der Geschwader der übrigen Mächte handelt, daran zu betheiligen und dabei mit der italienischen Botschaft in Konstantinopel in Verbindung zu bleiben.
Rom., 16. November. Der „Secolo" meldet aus Konstantinopel, daß in den armenischen Wirren bisher 20,000 Personen umgrkommen seien. Bei Erzerum wurden 10 Armenier von Türken on Bäumen aufgeknüpft, mit Petroleum überschüttet und dann angezündet.
Paris, 16. November. Die focialistischen Abgeordneten haben sich dahin geeinigt, für den Fall, daß die Kammer den Antrag Vaillant auf Durchsicht der Ver- faffung annehmen sollte, folgende drei Forderungen aufzustellen: 1. Abschaffung des Postens eines Präsidenten der Republik, 2. Abschaffung des Senats, 3. Widerherstellung des Volkerechts, über Krieg und Frieden zu entscheiden. Die Kammer wird voraussichtlich den Antrag Vaillant ablehnen.
Paris, 16. November. Zu Beginn der gestrigen Kammersitzung hatten sich im Saale nur 20 Abgeordnete eingefunden. Die übrigen hielten sich in den Wandelgängen auf, wo das Votum vom Dienstag über das Anarchisten- gesetz besprochen wurde. Die osfiicirlle Schätzung ergab, daß 385 Stimmen für und 82 gegen daS Cabinet Bourgeois seien. Die allgemeine Meinung ist die, daß Bourgeois für seine kühne Haltung zu beglückwünschen sei, doch glaubt man, daß, selbst wenn die Socialisten sich feindlich stellen sollten, dem Cabinet immer noch 250 Anhänger, also eine genügende Mehrheit sicher sei.
Paris, 16. November. Heute erschien die erste Nummer des Anarchist en blattes, welches Sebastian Faure unter dem Titel „Le Libertaire" herauSgibt.
London, 16. Novembrr. Im Caral wüthet ein furchtbarer Sturm. Zahlreiche SchiffSunsälle werden gemeldet.
London, 16. November. Wie in politischen Kreisen verlautet, unterzeichneten die sechs Großmächte eine gemeinsame Convention behufs Einleitung einschlägiger Schritte gegen die Türket. Der Inhalt derselben wird streng geheim gehalten, um eine Erregung des mohamedanischen Fanatismus, der eine Maffenverfolgnng aller Fremden zur Folge haben würde, zu vermeiden. DaS Gerücht erhalt sich, eS sei eine gemeinsame Besetzung verschiedener Theile der Türkei beabsichtigt.
CocoUs unö provinzielles,
Friedberg, 15. November. Ein Postgehilfe, der in Lollar Geld unterschlagen hatte und flüchtig war, wurde heute an der hiesigen Bahnstation von unserer Gendarmerie im Bahnzuge verhaftet. Der Flüchtling hatte ein Billet nach Frankfurt gelöst. Darmst. Ztg.
Hochweistl, 16. November. Die am 3. November zu Ostheim stattgefundene Versammlung der Delegirten deS „HauSberg-Wetterau-SängerbundeS" beschloß, in 1896 wieder ein Bundesfest zu Ostheim abzuhalten. AIS Bundeslied wurde gewählt: „Vaterlandsgruß" von F. Huber. W. B.
△ Mainz. 17. November. Wie der Verein der Mainzer Kaufleute, har jetzt auch der Verein selbständiger Gewerbetreibenden auf Ersuchen der Bürgermeisterei zur Frage der Abänderung deS Submissionsverfahrens Stellung ge nommen. Der genannte Verein erachtet es in erster Linie für erforderlich, daß bei Vergebung von größeren Arbeiten und Lieferungen alle Arbeits und Lieferungsangebote einer Prüfung unterzogen werden, ob die Arbeiten mit angemeffenem Verdienst aus gutem Material hergeftellt werden können, sowie, daß die Arbeiten nur an Mainzer Geschäftsleute vergeben werden, die schon nachweislich zwei Jahre ein selbständiges Geschäft betreiben. Das AuSschreiben der Arbeiten und Lieferungen hat so frühzeitig zu geschehen, daß auch kleinere Geschäfte noch Zeit haben, sich daran zu be helligen. Bei Baugewerben hält oben genannte Vereinigung daS Vergeben von Arbeiten in General-Entrepise als der gesunden Entwickelung des Handwerkerstandes nachtheilig und will solche daher vermieden wiffen.
DermWef
* Halle a. S., 16. November. Heute Morgen 7 Uhr wurde der Arbeiter Reinhold John durch den Scharfrichter Rein del aus Magdeburg hingertchtet.
* Könitz, 16. November. Die Fran des TaglöhncrS Föhse wurde in der RevistonSinstanz wegen Ermordung ihres Mannes zum Tode verurtheilt.
* Da» Eiserne Kren, aus Roth versetzt. Ein herberes Schicksal ist wohl keinem Veteranen beschieden gewesen, alS dem „Freiwilligen von Dijon", dessen Julius Wolff in seinem Gedichte „Die Fahne der Einundsechziger" gedenkt. Von den Freiwilligen, die hinauSgingen, um die Fahne wieder zu holen, die sie aber nicht fanden, weil sie unter einem Hausen von Tobten begraben war, kehrte, vom Feinde verfolgt, ein Einziger zurück. Dieser Freiwillige ist jetzt ein Mann von 60 Jahren. Er lebt als Tagelöhner ans dem Gute HeuerSdorf bei Stettin. Buchwald, so heißt der „Freiwillige von Dijon", ist in die traurige Lage gekommen, sein Eisernes Kreuz versetzen zu müssen. DaS wenig benetdenSwerthe Loos deS Veteranen, der schon 1866 mitgekämpft hat, ist dadurch zur Kenntniß weiterer Kreise gekommen, daß Gendarmerie-Wachtmeister Ruhen in Bölltnken kürzlich die hervorragende Theilnahme BuchwaldS an dem mörderischen Kampfe bei Dijon zunächst seinen Bekannten wieder ins Gedächtniß zurücklief. Durch diese kam daS Schicksal de» Veteranen auch zur Kenntniß deS Krteger- vereinS in Zülchow. Einige Mitglieder des Vereins haben daS Ehrenzeichen für den Veteranen wieder ausgelöst und auch sonst geeignete Schritte gethan, um den Lebensabend des Mannes etwas freundlicher zu gestalten.
* De» jüngsten Steuerzahler, und zwar einen Knaben von acht Jahren, hat die Stadt Landsberg a. W. auf- zuwetsen. Er befindet sich dort bei Verwandten, um da» Gymnasium zu besuchen. Aus einem ihm erbweise gehörigen, vormundschaftlich verwalteten Capital von ca. 750 000 Mark bezieht dieser jugendliche Dreiviertelmillionär eine Rente von 30000 Mark pro Jahr. Für dieses Einkommen muß er an Conimunalsteuer das nette Sümmchen von etwa 2000 Mark jährlich an die dortige Kämmereikasse zahlen.
* Esten a. b. Ruhr, 16. November. In Oberhausen ist gestern Abend ein dreistöckiges Haus ei> gestürzt. Eine Frau wurde verschüttet und schwer verletzt aus den Trümmern hcroorgezogen. Durch die brennenden Oefen gcriethen die Trümmer in Brand. Die meisten Einwohner hatten dos Haus schon vor dem Einsturz verlassen.
• Welchen wirthfchastlichen Verlust erleidet ein Reich durch die Erkrankungen seiner Bewohner? Auf diese Frage finden wir in einem „Was die Krankheiten kosten" betitelten Auflatze in dem letzten Hefte der illustrirten Familtenzettschrift „Universum" (Dresden) eine interessante Auskunft. Wir greifen daraus die folgende auf die Einwohnerzahl Berlins bezügliche Berechnung heraus: „Nach der Tabelle des statistischen Amtes von Berlin betrugen bei einer Einwohnerzahl von 1,656,698 Menschen im Januar 1893 die Todesfälle 32,696 in dem vorangehenden Jahre 1892. Rechnet man nach dem Vorgänge PettenkoferS, daß 1 Todesfall 34 Krankheitsfällen entspricht und 1 Krankheitsfall durchschnittlich 20 Krankheitstagen, so kommen auf diese 32,696 Todesfälle 22 Millionen KcankheitStage. Nun kann man annehmen, daß nur die Hälfte der Todesfälle auf Menschen entfällt, die im erwerbsfähigen Alter stehen. Für die eine Hälfte würde man deßhalb nur die Krankheitsunkosten zu rechnen haben, die sich nach der Statistik der Krankenkassen auf etwa 2,6 Mk. pro Tag stellen. Für die andere Hälfte, diejenige der EiwerbSfähigen, sind außer den 2,6 Mk. KrankyeitSunkoften noch täglich 2 Mk Arbeitsverlust in Anschlag zu bringen. ES ergibt sich daher für die Stadt Berlin durch die Krankheiten des Jahres 1892 ein Kostenaufwand und Verlust von 80 Millionen Mark. Auf die Brwohnerzahl des Deutschen Reiches berechnet, ergibt dies einen jährlichen Gesammtverlust von über 750 Millionen Mark.
* Der Erdgeruch. Wer schon jemals über einen frisch umgepflügten Acker gegangen ist, der wird, namentlich wenn em Regen vorher gefallen war, einen eigenthümlichen, aromatischen Duft Dahrg-nommen haben. Ueber den Ursprung dieses Duites sind mannigfache Vermuthungen aufgestellt worden. Wie wir einem Artikel hierüber in der illustrirten Familienzeitschrisr „Universum" (Dresden) entnehmen, hat man durch verschiedene Experimente festgestellt, daß sich in der Ackerkrume Spuren von Alkohol und anderen ätherischen Körpern vorfinden. Wahrscheinlich handelt es fich um aromatische Oele, die auS den verwesenden Pflanzenkörpern im Erdboden zurückbleiben und dann unter gewissen Bedingungen ihren Duft on die Atmosphäre abgeben.


