Gliederung des eigentlich etwas einförmigen Stoffe» und bildet in ihrer zarten Farbengebung und luftigen Perspective der langen Halle einen doppelt wohlthuenden Gegensatz zu ' den harren Tönen und steifen Formen eine» daneben Hangenden : „Stilllebens" von Bictorine Wolf (Dresden). Auch der Vergleich de» Letzteren mit dem Stillleben von H. Rinck (Weimar) bestätigt diese» Unheil. — Da» Master und seine Wiedergabe sind in der gegenwärtigen Ausstellung in den verschiedensten Varianten vertreten: dem „Kieler Hafen" von Arp (Kiel) und seinen etwa» gewagten Tinten ziehen wir unstreitig den „Mondaufgang" und die „Marine" von Petersen.Flensburg (Düffeldorf) vor. Auch unsere ' Binnenwäffer find mehrfach vertreten durch liebenswürdige Bodenseebildchen von Rettich (München- und ein größeres Bild von Dillmann (Berlin) „Am Rhein bei Constanz", welches anmuthig und wahr das durchsichtige Blaugrün des jungen Rheins wiedergibt. — Welcher Eontrast von da zu den fast schmutzig trüben Tönen einer „Abendftimmung an der Trave"; wenn das Bild auch, von e«em weiteren Standpunkt aus betrachtet, etwas wahrscheinlicher wirkt, so ist doch der Geschmack Ihres Referenten noch altmodisch genug, solcher „Wahrheit" die freundlicheren Farben vorzuziehen in M. von RaejkoS (Weimar) „Stillem Weiher am Hay" oder in einer „Landschaft auS Dachau" von Gertrude Staats (Berlin) oder in der „Abendruhe" von Hardt (Düffeldorf.) Daneben kann uns auch der „Abend am Kanal" von Karl Piep ho (Stuttgart) wieder nicht entzücken. Sehr gute Sachen haben gesandt die Geschwister Lobedan aus Berlin: dem großen „Flieder" von Clara Lobedan gebührt un» । streitig der Preis unter den ausgestellten Blumenstücken - auch Emma LobedanS Aquarell „Dom zu Würzburg" ist eine für eine Dame doppelt lobentwerthe Leistung auf dem Gebiete der Architecturmalerei, wenn schon die eine oder j andere Linie der schwierigen Innenperspective nicht ganz richtig conftruirt scheint. Auch HeffenS Malerei ist gut vertreten : ein „Flieder" von Emmy Dingeldein läßt uns wünschen, bald weiteren Proben des Talentes unserer Gießener Künstlerin in der Ausstellung zu begegnen- neben wetteren Studien von Otto Fritz (Gießen) finden wir HernMn Diez (jetzt in Mainz) wieder mit einer gut gemalten Pariser „Blumenverkäuferin". Neu hinzugekommen sind Bilder verschiedenen Genres von Richard Hölscher (Darmstadt), unter welchen wir dem dunkel gehaltenen „Porträt" und dem kleinen Aquarell den Vorzug geben möchten. Auch die Federzeichnung ist vertreten durch zwei, etwas mühsam gearbeitete, im Ganzen aber doch wirksame Landschaften von Jeanna Bauck (München.)
* * Pr. Buff-Coucert. Zu dem am Sonntag im Clubsaal abgehaltenen Concertdes Herrn Carl Buff-Gießen hatte sich eine sehr zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden. Hatte schon der Umstand, daß Herr Buff ein geborener Gießener ist, ein erhöhtes Interesse für das Unternehmen erweckt, so ließ die Thatsache, daß kein Geringerer als der Großherzogliche Hoscapellmeister Dr. Eduard Lassen aus Weimar, einer der bedeutendsten Liedercomponisten der Gegenwart, die Clavierbegleitung übernommen hatte, noch viel mehr darauf schließen, daß uns ein hoher Kunstgenuß geboten werden würde. Außerdem wirkte die Großherzogliche Hosopernsängerin Frau P feiffer-R ißma nn auS Darmstadt mit, eine Künstlerin, die hier bisher nicht bekannt war, die sich aber durch ihre gestrigen Borträge bei unserem Musik liebenden Publikum sehr vortheilhast eingesührt hat. Es ist immer ein Wagniß, ein Concertpublikum zwei Stunden lang nur mit Liedern und Opernsragmenten zu unterhalten, und eS gehören außer einem geschickt zusammengestellten interessanten Programm vor allen Dingen ausgezeichnete Künstler, die des Erfolges ; von vornherein sicher sind, dazu, die Aufmerksamkeit der Zuhörer von Anfang bis zum Schluß zu fesseln. In dem gestrigen Concert waren diese Factoren sehr gut vertreten - das Programm war vielseitig und intereffant, und die auS- fübrenben Künstler entledigten sich der Aufgaben, die sie sich gestellt, mit großem Geschick und vielem Erfolg. Frau Pfeiffer-Rißmann verfügt über einen sehr ausgiebigen und wohl ausgeglichenen Sopran. Ihre Textaussprache ist musterhast. Von ihren Borträgen gefielen namentlich die Duette aus „Carmen" und „Tell", sowie die Arle auS: «Der Barbier von Sevilla". Letztere bot ihr schöne Gelegenheit, sich als tüchtige Coloratursängerin zu zeigen. In den Liedern von Schubert und Lasten vermißten wir die den übrigen Borträgen innewohnende Leidenschaft, doch mag Anfang« eine Indisposition die Künstlerin verhindert haben, auch in den Liedervorträgen daS Gleiche wie in den späteren Nummern zu leisten. Herr Buff hat den Rus, der ihm voranglng, glänzend bewährt. Sein Tenor ist namentlich in der hohen Lage von seltenem Wohllaut und wunderbarer Klangfülle- seine Vorträge zeichnete ebenfalls eine mnster- giltige Textaussprache in hohem Maße auS. Er ist nicht nur ein tüchtiger Opernsänger, wie der Vortrag deS PreiSliedeS aus den Meistersingern und der Duette aus „Carmen" und „Tell" deutlich erkennen ließ, sondern auch ein ausgezeichneter Liederinterpret, der den Anforderungen der einzelnen Corn- ponisten wohl gerecht zu werden versteht. Von seinen Lieder- Beiträgen wurden namentlich die vier Composittionen von Lasten durch reichen Beifall ausgezeichnet, der zum Theil auch dem begleitenden Componisten galt. Herrn Buff sowohl, wie Frau Pfeiffer-Rißmann wurden Lorbeerkränze und Blumenspenden dargebracht. Herr Hoscapellmeister Dr. Lassen begleitete sämmtllche Vorträge mit außerordentlicher Frische; seine Mitwirkung hat nicht wenig zum guten Gelingen deS Ganzen beigetragen. Hoffentlich bereitet uns Herr Buff gelegentlich durch ein gleiches Unternehmen einen ähnlichen Genuß.
• • WohlthötigkeitSvorflelluug. Wie bereits angekündigt worden ist, wird Freitag den 22. d. M. im Gießener Fest- faale (Casö Leib) zum Besten bedürftiger Hinterbliebener der mit der „Elbe" verunglückten Mannschaften und Pastagiere eine WohlthätigkeitSvorstellnng stattfinden. Bon der Auf- führung eine» längeren Stücke» Ist auS verschiedenen Gründen
abgesehen worden. Dafür wird Kotzebues Eiuacter: „Der gerade Weg der beste" gegeben werden, woran sich eine Reihe wirkungsvoller lebender Bilder, „Im Reiche deS WafferS" betitelt, anschließen wird. Zu den Bildern, die zu dem Schönsten gehören, wa« aus diesem Gebiete geleistet worden ist, gibt ein begleitender, von Johanna Baltz gedichteter Text die nähere Erläuterung. Musikalische Darbietungen werden die Zwischenpausen au»füllen, so daß für reiche Abwechslung besten» gesorgt ist. Die in bewährten Händen ruhende Inscenirung deS Stückes sowohl wie der Bilder verspricht einen in jeder Beziehung genußreichen Abend. — Mit dieser Vorstellung folgt Gießen dem Beispiel anderer Städte, die in Veranstaltung von Vorstellungen und Sammlungen zum gleichen Zwecke bereit» vorangegangen find. In frischer Erinnerung ist und allen noch das gräßliche Un glück, von dem die „Elbe" betroffen wurde, und daS an 500 Menschen da» Leben kostete. Welche Lücken find hierdurch in Hunderte von Familien gerissen worden, wie viele von ihnen haben ihre Ernährer verloren! Die Mildthätig- feit der Menschen kann die Lücken nicht anSfüllen, aber lindern kann fie die äußere Noth, in die jene Familien durch den Verlust der Ernährer geratheu sind. Und deßhalb wenden wir uns an unsere Mitbürger mit der Bitte, den guten Zweck eifrig zu unterstützen, damit auch wir im Stande find, unser Scherflein beizusteuern.
* * Vom Circus Lorch. Zu der in Nr. 39, 1. Blatt, von uns veröffentlichten Mittheilung, daß die Gebrüder Lorch infolge Unglücksfällen ihr ganzes Vermögen verloren Hütten, wird uns von der Direction Lorch, die sich eben mit CircnS imWinterquartier zu Eschollbrücken befindet, geschrieben, daß die Mtttheilung von Anfang bis Ende unwahr sei. Der Circus habe bi» jetzt weder Verluste an Material, noch an Pferden gehabt, auch befänden sich beide Directoren nebst ihren Familien gesund und wohl. — So viel wir bis jetzt in Erfahrung * bringen konnten, wurde unser Berichterstatter von einem den Namen der Gebr. Lorch mißbrauchenden, leider noch ntcht ermittelten Schwindler mystlficirt. Der Unbekannte, der sich für Director Louis Lorch ausgab, hat u. a. auch hiesige israelitische Familien gebrandschatzt. DieHerren Gebr. Lorch haben an die hiesige Polizeibehörde ein Schreiben gerichtet, in welchem sie alle die über fie verbreiteten Nachrichten als erfunden bezeichnen und bitten, den falschen Lorch wegen Betrugs zu verhaften. Jedenfalls hat ein früher bei Lorch angestellt gewesener Mensch fich durch die falschen An gaben auch anderwärts Mittel zu verschaffen gewußt. Hoffentlich gelingt die Festnahme und gebührende Bestrafung des Schwindlers.
* ♦ Relief der Umgegend von Gießen. In der am letzten Mittwoch abgehaltenen Versammlung der „Oberhesfischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde" hielt, wie bereits kurz rnttgetheilt, Herr Lehramtsaccessist Hoffmann (Darmstadt) einen Vortrag über die Herstellung von Reliefkarten unter gleichzeitiger Vorführung eines von ihm gefertigten Reliefs der Umgebung von Gießen. Der Vortragende führte aus, daß eS wesentlich zwei Methoden der Reliefherstellung gibt, von denen die ältere sehr ungenau ist, weil dabei nur die wichtigsten Höhen als Anhaltspunkte für das Modelliren gegeben sind, und also der Phantasie des Arbeitenden ein großer Spielraum bleibt. Dagegen liefert das jetzt mehr gebräuchliche Verfahren, wobei das Relief auS einzelnen Höhenschichten aufgebaut wird, vollständig getreue Nachbilder der Wirklichkeit. Auf diese Art sei auch daS Relief unserer Umgebung entstanden - Redner konnte die Art deS Schichtenaufbaues an einem noch in Arbeit befindlichen Modell deS DünsbergS erläutern. Nach einigen kurzen Bemerkungen über das Vervielfältigen und Coloriren der Reliefs legte derselbe noch seinen Standpunkt zur UeberhöhungSsrage dar. DaS vorliegende Relief sei mit vierfacher Ueberhöhung gearbeitet, er halte aber eine solche Uebertreibung der Höhen für nothwendig, damit kleinere Anhöhen überhaupt noch erkennbar werden und auch im Ganzen die Unebenheiten fich deutlicher herausheben und so auf das äuge kleiner Schüler, für welche daS Relief in erster Linie berechnet ist, mehr Eindruck machen. — Der Längenmaßftab des Reliefs beträgt 1: 20 000, das dargeftellte Gebiet erstreckt fich etwa auf eine Stunde im Umkreis von Gießen. DaS Relief ist in dieser Woche im geographischen Institut (Brandplatz 18) zur Ansicht ausgestellt, der Preis deffelben wird etwa 60 Mk. pro Exemplar betragen.
♦ ♦ Wechselstempelsteuer Im OberpostdirectionSbezirk Darmstadt betrug die Einnahme an Wechsel ft empelsteuer im Monat Januar 1895: 13,133.30 Mk., zusammen mit dem Betrag in den Vormonaten (ab 1. April 1894) 115,511.30 Mk. ober 1781 Mk. mehr als im gleichen Zeiträume von 1893/94.
Neue Offiziersfabel. Die an daS Königin Augusta- Regiment zur versuchsweisen Tragung auSgegebenen neuen Offiziersäbel unterscheiden fich von dem im Jahre 1891 zur Einführung gelangten Muster nur hinsichtlich der Scheide. An Stelle der blinkenden und schon auf sehr weite Entfernungen sichtbaren Metallscheide soll eine solche von Holz mit einem Ucberzug von Kautschuk eingeführt werden, wie solche auch bei der russischen Reiterei getragen wird.
* • Von hessischen Behörden werben steckbrieflich verfolgt: Barbiergehilfe Hermann Alexander auS Nieder-Ohmen vom Amtsanwalt in Gießen wegen Diebstahls - Johannes Euler auS Nösberts, zuletzt in Landenhausen, vom Amtsgericht Lauterbach wegen unentschuldigten Ausbleibens im Hauptverhandlungstermin - Hch. Oskar Julius Felke auS BreSlau vom Amtsgericht Friedberg wegen Strafvollzug» ; Carl Ernst Hugo Koch auS Berlin von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahl»- die Korbmacherin Elisa- detha Weißbeck, verehelicht an Hch. Müller aus WeckcrS- heim, von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstah».
-V Treis e. d. Lda., 16. Februar. Unvorsichtiger Umgang mit einem geladenen Gewehr bat gestern hier wieder ein Opfer gefordert. Ein Baier, deffen 16jähriger Sohn
fich setther viel mit dem Wegichießen von Spatzen beschäftigte^ versteckte die Schießwaffe in einem Bund Stroh- der Sohn fand dieselbe aber wieder und wollte sie an» dem Stroh ziehen, wobei fich der Schuß entlud und den Unglücklichen inS Herz traf, so daß er alSbald starb.
H. Aus dem tzorloffthale, 14. Februar. In dem ver- floffenen Jahre 1894 sind mehrere kleine Landwirthe an« hiesiger Gegend nach Preußisch Polen und Posen auSgewan- bert, um fich dort billige Rentengüter anzulegen. Die erworbenen Grundstücke find ertragfähig und sehr billig, aber die klimatischen und gesellschaftlichen Verhältniffe taffen viel zu wünschen übrig. Bon der Familie de» einen Ausgewanderten, E. in Diffe», trifft sccben die betrübende Nachricht ein, er sei in schrecklicher Weise um» Leben gekommen. Durch die langanbauernbe Kälte und den hohen Schnee habe sich ein Rudel von 4 Stück Wölfen auf dem Gute gezeigt. Um die Bestien zu verscheuchen, ergriff E. da» Schießgewehr und verfolgte die Raubthiere ein Stück Weges, worauf sie sich stellten. E. schoß, hat aber wahrscheinlich gesehlt und ru» stürzten die Raubthiere über ihn her und riffen ihn buchstäblich in Stücke. DaS tragische Schicksal der Familie und de» Mannes, der sehr fleißig und intelligent gewesen, erregt die allgemeinste Theilnahme.
§ Bom höheren DogelSberg, 15. Februar. Der gestrenge „Winter" scheint nicht weichen zu wollen, da sich wieder Schneeverwehungen eingestellt haben, mit 18 und 19 Grab R. Obwohl von Seiten mehrerer Jagdpächter das Wild gefüttert wird, so leidet doch der Wildstand diesen Winter bedeutend Noth. Rehe und Hasen werden vielfach halb erfroren aufgefunden, sie gehen bi» in die ein« gefriedigten Hofrailhen der Landwirthe, um Nahrung und Schutz vor der Kalte zu suchen. Die Hasen haben in den Obstgärten bedeutenden Schaben angerichtet, indem fie an den jungen Obstbäumchen die Rinde abgefressen haben. Der Schaben ist um so beklagenSwerther, da gerade in letzter Zeit, infolge der Dortrage und Anregungen des Oberhesfischen Obstbauvereins, viele Obstbäurne angepflanzt worden sind, die in unserem höheren Gebirg sehr gut fortgekommen waren.
A Mainz, 17. Februar. Auf der Eisdecke de» Rhein» läng» der hiesigen Stadt herrschte heute im Laufe des Tage» ein tolles Leben und Treiben. Durch da» herrliche Wetter in das Freie gelockt, zogen Tausende und aber Tausende auf gebahnten und ungebahnten Wegen nach beiden Richtungen über den zugefrorenen Strom. An den beiderseitigen Ufern gaben Schlittschuhbahnen, EiScarousselS u. A. einer tausendköpfigen Menge Gelegenheit, sich dem Eissport hin- zugeben. Glücklicher Weise ist bis jetzt von einem vorgekommenen Unfall nichts bekannt geworden.
A Vom Rhein, 17. Februar. Da fich bei den starken Schneefallen dieses Winters beim Eintritt deS Witterung»- umschlags durch Eisstopfungen große Ueberschwemmung»- gefahr befürchten läßt, so hat daS Commando de» elften Pionier-BataillonS angeordnet, daß von jeder Compagnie 30 Mann in Bereitschaft gehalten werden, um bei eintretendem Thauwetter sofort mit EiSsprengungen zu beginnen Diese Sprengungen sollen sowohl an den engen Stellen del Rhein» wie auch an dem unteren Maingebiet und wenn nöthig auch an der Lahn betätigt werden. Neben den Sprengungen ist angeordnet,'daß auch die Pioniere in Actio» treten, um den Bewohnern ^burdj Hochwasser bedachter Gegenden hilfreich zur Seite zu stehen.
Vermischtes.
• Marburg, 14. Februar. Dem heutigen Schweinemarkt waren trotz deS sehr kalten Wetter» 250 Stück Schweine zugetrieben. Die Preise waren sehr hoch- ab- gesetzt wurde alle». Einem Acker»mann, Menge! au» Roda, war sein Schwein, als er es au» dem Wagen Heden wollte, erfroren. Der Werth deffelben war 20 Thaler.
♦ Wesel, 16. Februar. Der Militärballon „Albatros" ist gestern nach Ö^gfiünblger Fahrt bei Wesel jenseits de» Rheines gelandet. Jnsaffen waren der Major Nieder, der österreichische Hauptmann Trieb und der Premier- lieutenant Groß.
• Leipzig, 14. Februar. Die Burschen, die den Geldbriefträger Breitfeld hier überfallen haben, find der 20jährige Sohn der WohnungSindaberin, der Handarbeiter Albert Ott, Werner, und der gleichalterige Kellner Schmidt. Wohin sie entflohen, ist noch nicht festgestellt. Die beiden Bursche» waren schon seit längerer Zeit eng befreundet und hatte» zweifellos den Ueberfall von langer Hand geplant.
• Brauuschweig, 16. Februar. Gestern und heute fanden vor der Strafkammer de» hiesigen Landgericht» die Verhandlungen gegen 15 Rangirer, Wagenschreider, Hilf»- rangirmeifter u. s. w., sowie drei Frauen statt wegen der großen umfangreichen Diebstähle, welche in den letzte» Jahren auf dem hiesigen Güterbahnhose der Staatseisendah» verübt wurden. E» waren namentlich durchgehende Wage» nach Beseitigung der Plomben bestohlen worden. 10 Angeklagte wurden zu Zuchthausstrafen von 1 Jahr bi» S1/, Jahren, sechs Angeklagte zu Gefängnißstrafen bi» zu einem Jahre verurtheilt. Zwei Angeklagte wurden frei- gesprochen.
* Die ambulanten Astronomen, welche auf den Plätzen der Großstädte ihre Tele»cope aufstellen und jedem gegen Erlegung eine« Nickels einen aufklärenden Blick in» Weltall zulaffen, erfreuen fich im allgemeinen eines ziemlichen Zuspruches. Auch in London find dergleichen Astronomen nicht selten, von denen besonders einer durch ein anscheinend sehr gute», den Mond und den MarS in verblüffender Vergrößerung und mit allen Detail» sehr deutlich zeigende» TeleScop alle Concurrenz ausstach. Die» ging eine Weile ganz gut, bi« eines Tage» ein ftuöirter College, ein Professor der Astronomie der berühmten Sternwarte zu Greenwich, zufällig auch einmal bei seinem Collegen holpitine, d. h. einen Blick durch da« besagte Fernrohr that und darin den M,nd in ziemlich merkwürdiger verfaffuug erblickte^


