Ausgabe 
19.1.1895 Zweites Blatt
 
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Herr Oberbürgermeister Gnauth eröffnete die Sitzung mit der Mitthetlung, daß er dieselbe erst auf heute anberaumt habe, um den Herren Stadtverordneten in der ersten Sitzung des neuen JahreS den DerwaltungSbericht der Stadt für das EtatSjahr 1893/94 vorlegen zu können. ES wurde hierauf Seitens des Herrn Oberbürgermeisters über diejenigen Rubriken der unten abgedruckten ziffernmäßigen VerwaltungS- rechenschaft referirt, die mit mehr al- 500 Mk. von den DoranschlagSsummen abweichen. Danach erforderte Rubrik 2, Gebäude, infolge Einrichtung einer Kochschule im Mädchen­schulhause an der Westanlage eine Mehrausgabe von rund 1250 Mk., Rubr. 3, Grundstücke, ergab infolge der hohen GraSpreise einen um 10000 Mk. höheren Erlös aus den städtischen Wiesen,- desgleichen gingen die Einnahmen aus Waldungen um 13 700 Mk. über den Voranschlag infolge Mehrerlöses aus Holz. In Rubr. 5, Gaswerk, gestalteten sich infolge erhöhten Gasverbrauchs die Einnahmen um 10 200 Mk. höher- bei Rubr. 6, Wasserwerk, ergab sich infolge Wassermangels ein Ausfall von 1744 Mk., bei Rubr. 7, Schlachthaus, überstiegen die vereinnahmten Schlachtgebühren u. s. w. die Doranschlagssumme um 1479 Mk., wogegen sich in Rubr. 14, Schulen, hauptsächlich infolge eingetretener Gehaltserhöhungen und Mehraufwand für Heizung und Be- leuchtung ein Fehlbetrag von 3416 Mk. ergab. Bei Rubr. 16, Realgymnasium und Realschule, sind 727 Mk. Weniger- au-gabe verzeichnet, bei Rubr. 19, Oeffentliche Feierlichkeiten, 1800 Mk. mehr und zwar infolge der anläßlich des Besuchs Sr. König!. Hoheit des GroßherzogS auSgesührten Straßen­decorationen und veranstalteten Feierlichkeiten. Die Kosten des unter Rubr. 22 aufgeführten 1893er AnlehenS blieben um 2390 Mk. hinter dem Voranschläge zurück- die Straßen­unterhaltung, Rubr. 23, erforderte 2394 Mk. weniger wie veranschlagt, die Straßenreinigung, Rubr. 24, 3010 Mk., die Straßenbeleuchtung 1011 Mk., dagegen die öffentlichen Anlagen, Rubr. 26, 979 Mk. mehr- desgleichen die Unter­haltung der Brunnen 4275 Mk. infolge der wegen des all­gemeinen Waffermangels nöthig gewordenen Herstellung von sechs Pumpbrunnen. Der Zuschuß zur Armenpflege, Rubr. 38, betrug 3920 Mk. weniger wie veranschlagt- für Militärzwecke mußten infolge erhöhter Einquartierung 952 Mk. mehr aufge- wendet werden, für die allgemeine Verwaltung 586 Mk., für Schuldentilgung 5934 Mk., für Capitalzinsen 2381 Mk., die Rubr. 52, Octrot, ergab in Einnahme ein Mehr von 5010 Mk., die Ausgabe in Rubr. 57, Rettungsanstalt und Cholerabaracke, überstieg den Voranschlag um 1917 Mk., hauptsächlich infolge der neuen DeSinfectionseinrichtungen; der Ertrag aus Com- munalsteuern war um 5216 Mk. höher als veranschlagt. Nachstehend lasten wir die ziffernmäßige Rechenschaft über Einnahme und Ausgabe folgen.

996*26 64

A. Betriebs Rechnung-

Einnahme

Ausgabe

X

X

73933 65

Rest aus vorderen Iahten

56 56

5579.60

Gebäude

2786.41

39665 93

Grundstücke

9742 30

95581.11

Waldungen

29768.56

50349.10

Gaswerk

33925 16

Wasserwerk

27988.91

Schlachthaus

11047.46

3340.-

Jagdm

2556.30

Märkte

371.61

37.44

Ä'chanstalt

24.20

914.69

Waaganstalten

509 08

44337.06

Kirchen

45485.88

2964.91

Friedhöfe

5910 33

1261.51

Volksschule unb Fortbildungsschule

82792 13

27422 44

Höhere unb erweiterte Mäbchenschule

57929 57

170.-

Realgymnasium unb Realschule

29209 61

50.-

Handwetkerschule unb Localgewerbeverein

1969 98

Vorschule bes Gymnasiums

1099.

0-

Aliccschule

1753.80

Oeffentliche Feierlichkeiten

2157 94

:

Denkmäler

GemeinnützigeZweckeaußethalbdet städtischen

99 22

1788 60

Verwaltung

Kosten deS 1893er AnlehenS

2390

5453 76

Straßenuntei Haltung

18305.56

50.-

Straßenreinigung und Kehrichtabfuhr

30850 74

Str« ßenbcleuchtung

23988.42

284.50

O.ffentliche Anlagen

Brunnm

8348.86

10261.84

138.80

Bäche

620

Eanäle

6017.28

Entwässerungsanstalte«

498 93

240579

FilialarbeilShaus

2405.79

449.55

lonnenunftalt

45 78

73.10

Feuerloschanstalten

2040 69

48.61

Faselvieh

Gcmarkungs-, Flur- und Gewanngrenzen,

700.

268.07

4999 98

Parzellenvermessung

46.90

Werth und Schadenersatz von Feldftrafen

4670

_

Vertilgung schädlicher Thiere

288.30

_

Armenpflege

35423 03

1848.98

Versicherung ber Arbeiter

3563.42

Impfung

360.80

470604

Stiftungen

3984.31

Zwecke des Kreises unb ber Provinz

66987 76

1556.

Militärzwecke

5952 85

4728.16

Polizei

46202 07

108.-

O'stentliche Sicherheit

195209

6177.12

Allgemeine Verwaltung

66048 23

Pensionen

4743.78

5465 Ok

Schuldentilgung

37600.

313.64

Grundzinsen unb AnerkennungSgebühr

56.-

Einzugs- unb Einscht eibegelb

32220.47

Eapitaizinsen

204484.68

119254 81

Octioi

31136 12

3410-

Hunbefteuet

234 50

28.50

Antheil von Stempeltaren für Wanderlager

80-

Für bie LanbeSuniverftlät

924.46

»924 60 Fleischbeschau

5782 09

826.7E

SlettunflCanftalt unb Ebolerabaracke

2933 41

Beitrag t im Einkommen des Reichsbankagenten

741.71

Zusammenlegung von Grundstücken

311.56

766.58 AuSgeliehene Kapitalien

766.58

_

Reser oesond

_

Betriebst-vital

»

384288.35 Eommunaliieuern

17604.97

Rente ber Oderhessischen Eisenbahn,Gelände-

5761.74

Entschädigung _

Einnahme X

B Btt ****** ««!)**«

Ausgabe X

73890.24

16431.69

26367 89

27060.81

1364631.69

1508382.32

Rest aus vorderen Jahren

Stift aogScapitalien

An- und Verkauf von Gebäuden und Grundstücken

Erbauung gemeinbeiilicher Gebäude

Erbauung von Straßen

Eanalbauten

Erbauung eines Gaswerks-

Erbauung eines Wasterwerks

Anlage eines Obstbaumftücks Außerordentliche Kosten für die Feuerwehr Außerordentliche Kosten deS Friedhofs Stipendien Stiftung »um Gedächtniß Sr.

Kzl. Hoheit des GroßherzogS

Stiftungen

Eapitalaufnahmen und Rückzahlungen

Summe der DermögenS-Rechnung

61886 88

109713 78

99206 36

2016 74

26728 64

13139.95

985 61

3673 80

12429 34

10000.-

2990-

1088593 46

1431364 56

Hatrpi-Wiederholir*g.

996526.64 Betriebs-R'chnung^ ^4337 65

1508382.32 Vermögens Rechnung 1431364 06

2504908 96 Hauptsumme 2365704.21

X

Die Einnahme beträgt nach ber Rechnung Ausgabe * *

Verglichen bleibt Ueberschuß ....

unb bieser besteht in:

1. Baaroorrath: X

a) für ben Betrieb 59525 59

b) für das Vermögen 70389.04

2504908.96

2365702 21

139206 75

129914 63

2. Vorlagen:

a) für ben Betrieb

b) für bas Vermögen

713.26

713 25

3. Hqutbirten AuSstänben:

a) für ben Betrieb einschließlich

33.37 X liquibirte Kirchen­steuer 1950.15

b) für das Vermögen 6628 72

Summe wie oben

8578 87

139206.75

Die Rechnung wird, wie üblich, der Finanzcommisfion zur Prüfung überwiesen. Bezüglich des Voranschlags für 1895/96 theilt Herr Oberbürgermeister Gnauth mit, daß derselbe in der Hauptsache fertiggestellt sei. Er theile weiter mit, daß in dem neuen Voranschlag an besonders belang­reichen Posten näher getreten werde der Frage der Canalisation und der Ausarbeitung eines neuen Octroireglements, ferner der Anstellung eines besoldeten Beigeordneten, für welchen ein BedÜrfniß wegen der infolge Mangels eines juristischen HilfS« arbeiterS angehäuften Arbeiten des Bürgermeisters bereits als vorhanden anerkannt sei. Inwieweit sich eine Er' Höhung deS CommunalsteuerauSschlagS nöthig machen werde, sei noch nicht abzusehen, doch werde die Erhöhung sich aus höchstens 0,6 Pfg. pro Mark Steuercapital belaufen.

Die Rechnung des Gas- und Wasserwerks für 1893/94 ist geprüft worden und hat zu Beanstandungen Anlaß nicht gegeben. (Wir werden demnächst eingehender darüber berichten. Red.)

Der Voranschlag des Großh. Realgymnasiums und der Realschule für 1995/96, welcher bei einer Gesammt'AuSgabesumme von 97 354 Mk. und einer Eln> nähme an Schulgeld in Höhe von 49 827 Mk. einen Zuschuß aus der Stadtkaffe zu den Lehrerbesoldungen und zur Be­streitung der sachlichen Ausgaben von 26 840 Mk. erfordert, wird genehmigt.

Das Gesuch des Herrn R. Rodewald um Erlaubniß zur Ausstellung einer Gartenhütte in seinem Garten am Steinbacherweg wird widerruflich genehmigt.

Herr Louis Hahn hatte beabsichtigt, für die Dauer deS Baues der neuen Eisenbahnwerkstätten am Riegelpfad daselbst eine Cantine zu errichten. Da das Gesuch weder die nach Art. 5 deS Ortsbaustatuts nöthige Ausnahme von bau­polizeilichen Bestimmungen rechtfertigt, noch von Großherzogl. Direction der Oberhrssischen Eisenbahnen ein BedÜrfniß zur Errichtung einer Cantine anerkannt worden, Großh. Direction vielmehr Werth darauf legt, daß eine solche nicht errichtet wird, wird das Gesuch abgelehnt. Dieser Berathungs- gegenständ gab Anlaß zu einer längeren Besprechung in Betreff der Anlage der Oberhesfischen Bahnen selbst. Herr Scheel fragte an, ob der bereits von der Handelskammer berührten Frage einer Umführung der Einmündung der Ober­hessischen Bahnen, etwa in der Nähe deS Klein Lindener Viaducts, angesichts der Erbauung von Werkstätten nicht nähergetreten werden könne. Die Stadt sei durch die Ober- hessischen Bahnen in zwei Theile zerschnitten, was viele Miß­stände im Gefolge habe. Herr Schleie gab, von Herrn Heyligenstaedt unterstützt, seiner Ansicht über die Roth- Wendigkeit einer Verbesserung bei der Unterführung der Bahn im Zuge der LudwigSstraße Ausdruck. Herr Oberbürger­meister Gnauth erklärte, daß die hier geäußerten Wünsche auch von ihm gehegt würden, er bezweifle aber, ob daS mehrere Millionen zu seiner Durchführung beanspruchende Project einer Umführung der Oberhessischen Bahnen im Sinne deS Herrn Scheel auch auSgesührt werde- auch sei fraglich, ob dadurch die Aussichten auf eine BetriebS- Dereinigung der Oberhessischen Bahnen mit der Main-Weser- Bahn verbeffert würden. (Herr Scheel vertritt die Mein­ung, daß durch eine derartige Umführung die Vereinigung nur gefördert würde.) Er möchte vor einer Agitation in dieser Richtung warnen, mit Rücksicht schon auf die zwei fehlgeschlagenen Projecie auf dem Gebiete des BahnverkehrS, damit der Stadt nicht bei ferneren derartigen an sie heran- tretenben Aufgaben schon von vornherein mit einem gewissen Mißtrauen bezüglich ihrer Befähigung zur Beurtheilung der Sachlage begegnet werde. Was die Unterführung der LudwigSstraße betreffe, so sei dieselbe zwar verfehlt, aber zu einer Zeit ausgeführt, in der man noch keine Ahnung von der Ausdehnung der Stadt noch jener Gegend hatte. Trotzdem werde versucht werden, Schrute zur Beseitigung der Mißstände zu thun. Herr Beigeordneter Georgi hegt Befürchtung wegen der großen Kosten, würde aber eine Beschleunigung

etwa zu nnlernehmender Schritte empfehlen, da mit dem Bau der Werkstätten demnächst begonnen werde.

Den Besitzern deS an der Ecke der Schanzenftraße und Westanlage neu errichteten Hause«, den Herren Birken- ftock und Schneider, werden auf Vorschlag der Baudepu- tation 500 Mk. bewilligt für die von ihnen ausgeführte Ueberwölbung eine- TheileS deS GchoorgrabenS im Zuge der Schanzenftraße.

Die für Reinigung der Locale für die Fortbildung S- schule und für den H a nd f er t i g kei t s u n t err i ch t ver­fügbare Vergütung von 100 Mk. soll im Derhältniß zur Arbeit unter die zwei mit der Reinigung betrauten Personen vertheilt werden.

Don Seiten deS evangelischen Kirchenvorstandes ist die Errichtung von BedürfnißhäuSchen bei den beide» evangelischen Kirchen beantragt worden. Ein Beschluß in dieser Angelegenheit wurde nicht gefaßt und daß Anliegen des Kirchenvorstandeß der Stattverordneten Versammlung nur zu dem Zwecke unterbreitet, die Ansichten über Zweckmäßigkeit, Dertheilung der Kosten, sowie besonders über die Platzfrage für die weitere Behandlung der Frage zu böten. Daß BedÜrfniß zur Errichtung solcher Häuschen wurde nur von Herrn Wallenfels in Abrede gestellt, im Uebrigen anerkannt unb verschiedene Vorschläge in Bezug auf die Standorte, denen besonders bei der JohanneSkirche -Schwierigkeiten ent­gegenstehen, gemacht. Man nahm als Grundlage für die weitere Behandlung der Frage an, daß die auf rd. 5000 Mk. berechneten Kosten von Stadt und Kirche gemeinschaftlich auf­gebracht werden.

Zu den auf der Tagesordnung stehenden fünf Gesuchen um Concession zum WirthschastSbetried kam noch ein sechstes,, dasjenige deS Herrn Franz Ger ich lag er für die Wirth schäft$u den zwölf Aposteln". Die Bedürfnißfrage wurde bezüglich aller Gesuche bejaht, da eS sich durchgängig um Uebcrgabe bestehender Wirthschasten handelte. Die Gesuch­steller find die Herren Gg. Atz dach (Brauerei Förtsch), Karl Lenz (alter Schützenhof), Wil h. Gerhardt (früher Loth bezw. Gros), Louis Bourgeois (RöhrleS Brauerei), Joseph Baues (früher Noll, Matktstraße).

Verehr, £anö* «nd volk-wirthschaft.

Denkt an da« «ußputzen der OdstbLuue«. Wenn auch in bet Toeorre Manches geUhn wirb, was praktisch selten jur Ausführung gelangt, so läßt sich solches boch nicht von dem Aus- putz-n ber Odstbäume sagen. dessen großer Ruhen auch von Den Gegnern einer oerreinciten Cbftcultur nicht geleugnet werden kann, unb baß wohl auch bet uns übereU gehandhabt wird, wo sich nicht ber Obstbau in gänzlich verwahrlostem Zustande befindet. Bäume, die jahrelang entweder gor nicht ober nur schlecht beschnitten wurden, können nur durch gründliches Ausputzen roieber in den Eulturzuftand zurückgesührt werden: aber auch bet gut beschnittenen Bäumen wird zuweilen ein AuSputzen nolhwenbig. Durch daS AuSputzen, welche- bekanntlich in dem Entfernen von Zweigen unb Vierten, bie älter als einjährig sinb, besteht, wi'b bieKrone lichter gemocht, bie günstigen Einflüsse von Lust, Licht, Wärme unb Feuchtigkeit werben dadurch einzelnen Zweigen reichlicher zu Theil, unb die Blätter werben in ben Staub gesetzt, bie von ihnen eingeschlossenen Hnofipen bester auSzubilden. Man nimmt baS Ausputzcn mindestens alle 2 dis 3 Jahre vor unb »war von Anfang November bis Enbe Februar, an froftfreien günstigen Tagen. Die hierzu ersorberlichen Getäth schäften sinb: eine kleine Baumsäge, ein scharfes Messer, eine hohe Leiter sowie ein Topf mit Baumwachs ober mit Holstbeer. Ehe man einen Baum ausputzt, besieht man ihn erst grünbllch. Süd Hefte vorhanden, bie mehrere bürr geworbene Zweige besitzen, ober sind Zweite ba, bie ungefunben, kümmerlichen Wuchs zeigen, gelbe Blätter hatten, von Krebs ober Brand befallen sind, bei ber Ernte gebrochen würben u. f. w., so werden diese zuerst ganz entfernt. Dann wählt man immer erst bie größeren Beste, bie schlicht, dicht ober ungünstig stehen, schlecht verzweigt ober kahl sind, enblich bie kleineren Zweige, die ähnliche Eigenschaften zeigen, bis alle theile ber Krone gleichmäßig frei unb licht geworben sinb. Alle Hefte und Zwerge, welche wegfallen sollen, werben b,chl an ihrem EntstehungS- punkte abgesägt, barauf wirb bie Wunde glatt geschnitten unb mit Baurnwachtz ober Holztheer verstrichen. Die Wasserreiser, welche überall an alten Heften unb am Stamm entstehen, wenn bie Blätter ben von ben Wurz In au'genommeren Saft nicht mehr verarbeite» können, ober bie Rinbe zu sehr verhärtet ist, oder wenn ber Saftlauf burch das Holz gehemmt wird, werben schon im ersten Lebensjahre mit einem icharfen Messer weggeschnstt.n, da sie in den meisten Fälle» zu nichts nutze sind: rs sollte denn schon fein, daß man sie zur Ver­jüngung älterer Bäume gebrauchen könnte, in welchem Falle man die erkrankten Aefte dicht über bin Wasferschofsen abwirft. Hu« Vorstehendem geht hervor, baß bas Ausputzen der Odstbäume mehr Hebung als Kenntnisse erforbert; ein wenig Ueberlegung genügt, um jeden Landwirth ober landwinhschaftlichen Arbeiter in ben Stand zu setzen, bie Bäume ohne Beihilfe eine« Gärtners genügend aus»»- putzen, unb werben auch bie ersten Versuche etwa« mamelbalt auS- sollen, so wirb man boch bei einigem Fleiß sich schnell Dcrbefter» unb bald im Stanbe sein, bie Arbeit exact unb brauchbar auszuführe».

Sur Düngung der Wiesen mit LhomaSschla«-. lieber bie Düngung ber Wielen mit Tdomasichlacte unb Kalisalze» tbetlt Herr Professor Märcker ginz überraschende Resultate mit. Wiesen, auf denen man früher nur 3400 kp H-u pro Heciar grrntet hatte, ergaben nach ber Düngung mit ThomaSschtack- und Kalntt 6000 biS 7000 kg unb beim zweiten Schnitt nochmals 3000 bi« 4000 kg. Währenb bie Düngung nur 50 Mk. kostet. betrug der Mehrwerth des HeueS 240 Mk. pro H.ctar. Wo früher über 1000 kg saures Heu gemäht worden waren, wurden nach der Düngung 8000 ke gute« Heu gewonnen. Wenn nicht allenthalben gleich günstige Erfolge zu verzeichnen sind, so liegt das i-denfallS barm, baß nur einseitig mit Thomasschlocke ober nur einseitig mit Kaw salzen gedüngt worden ist. Auf kaliarmem Sand- ober Moorboden kann eine volle Wirkung nur burch gleichzeit ge Anwendung von Phosphorsäure und Kali erreicht werden. Wenn durch fortwährende« ^ubitngen von rhomasschlacke die Phosphorsäure im Boden erhöht, der Kaligehall aber alljährlich vermindert wird, so wird dadurch die volle Entwickelung der Pflanzen gestört. Den Winter über, biß zum Moral April, ist die geeigneicste bett zur Düngung ber Wirsen mit Thomasmehl unb Kalisalzen. L. Tgbt.

Zu» Giufukrverdot für amertkauitche« Aletsch und Btev. Das AuSwantge Amt b ß deutschen Reiches toll de» deutich-n Botschafter in Washington eine schnstliche, auS'ühtlich« Auser. anbersetzung der Gründe deß Elnfuhrverboiß für amei ikauische« Vieh und zur liebe, mittelungon die Regierung bet Vereinigten Staate» Übei fanbt Laben. Der BeicheibbeS Reichtzkamlerßaui Die von Washington unb ber hiesigen amenkanischen Botschaft erfolgten Reklamationen lautet ungünstig für bie amerikanischen An'p üche. Es verlautet zugleich, baß daß Einfuhrverbot auf keinen Fall webet mobisicirt, noch ausgehoben werben soll, devot die Angelegenheit im Reichstage jur Erörterung gelangt ist