Herr Oberbürgermeister Gnauth eröffnete die Sitzung mit der Mitthetlung, daß er dieselbe erst auf heute anberaumt habe, um den Herren Stadtverordneten in der ersten Sitzung des neuen JahreS den DerwaltungSbericht der Stadt für das EtatSjahr 1893/94 vorlegen zu können. ES wurde hierauf Seitens des Herrn Oberbürgermeisters über diejenigen Rubriken der unten abgedruckten ziffernmäßigen VerwaltungS- rechenschaft referirt, die mit mehr al- 500 Mk. von den DoranschlagSsummen abweichen. Danach erforderte Rubrik 2, Gebäude, infolge Einrichtung einer Kochschule im Mädchenschulhause an der Westanlage eine Mehrausgabe von rund 1250 Mk., Rubr. 3, Grundstücke, ergab infolge der hohen GraSpreise einen um 10000 Mk. höheren Erlös aus den städtischen Wiesen,- desgleichen gingen die Einnahmen aus Waldungen um 13 700 Mk. über den Voranschlag infolge Mehrerlöses aus Holz. In Rubr. 5, Gaswerk, gestalteten sich infolge erhöhten Gasverbrauchs die Einnahmen um 10 200 Mk. höher- bei Rubr. 6, Wasserwerk, ergab sich infolge Wassermangels ein Ausfall von 1744 Mk., bei Rubr. 7, Schlachthaus, überstiegen die vereinnahmten Schlachtgebühren u. s. w. die Doranschlagssumme um 1479 Mk., wogegen sich in Rubr. 14, Schulen, hauptsächlich infolge eingetretener Gehaltserhöhungen und Mehraufwand für Heizung und Be- leuchtung ein Fehlbetrag von 3416 Mk. ergab. Bei Rubr. 16, Realgymnasium und Realschule, sind 727 Mk. Weniger- au-gabe verzeichnet, bei Rubr. 19, Oeffentliche Feierlichkeiten, 1800 Mk. mehr und zwar infolge der anläßlich des Besuchs Sr. König!. Hoheit des GroßherzogS auSgesührten Straßendecorationen und veranstalteten Feierlichkeiten. Die Kosten des unter Rubr. 22 aufgeführten 1893er AnlehenS blieben um 2390 Mk. hinter dem Voranschläge zurück- die Straßenunterhaltung, Rubr. 23, erforderte 2394 Mk. weniger wie veranschlagt, die Straßenreinigung, Rubr. 24, 3010 Mk., die Straßenbeleuchtung 1011 Mk., dagegen die öffentlichen Anlagen, Rubr. 26, 979 Mk. mehr- desgleichen die Unterhaltung der Brunnen 4275 Mk. infolge der wegen des allgemeinen Waffermangels nöthig gewordenen Herstellung von sechs Pumpbrunnen. Der Zuschuß zur Armenpflege, Rubr. 38, betrug 3920 Mk. weniger wie veranschlagt- für Militärzwecke mußten infolge erhöhter Einquartierung 952 Mk. mehr aufge- wendet werden, für die allgemeine Verwaltung 586 Mk., für Schuldentilgung 5934 Mk., für Capitalzinsen 2381 Mk., die Rubr. 52, Octrot, ergab in Einnahme ein Mehr von 5010 Mk., die Ausgabe in Rubr. 57, Rettungsanstalt und Cholerabaracke, überstieg den Voranschlag um 1917 Mk., hauptsächlich infolge der neuen DeSinfectionseinrichtungen; der Ertrag aus Com- munalsteuern war um 5216 Mk. höher als veranschlagt. — Nachstehend lasten wir die ziffernmäßige Rechenschaft über Einnahme und Ausgabe folgen.
996*26 64
A. Betriebs Rechnung-
Einnahme
Ausgabe
X
X
73933 65
Rest aus vorderen Iahten
56 56
5579.60
Gebäude
2786.41
39665 93
Grundstücke
9742 30
95581.11
Waldungen
29768.56
50349.10
Gaswerk
—
33925 16
Wasserwerk
—
27988.91
Schlachthaus
11047.46
3340.-
Jagdm
—
2556.30
Märkte
371.61
37.44
Ä'chanstalt
24.20
914.69
Waaganstalten
509 08
44337.06
Kirchen
45485.88
2964.91
Friedhöfe
5910 33
1261.51
Volksschule unb Fortbildungsschule
82792 13
27422 44
Höhere unb erweiterte Mäbchenschule
57929 57
170.-
Realgymnasium unb Realschule
29209 61
50.-
Handwetkerschule unb Localgewerbeverein
1969 98
—
Vorschule bes Gymnasiums
1099.—
•0-
Aliccschule
1753.80
—
Oeffentliche Feierlichkeiten
2157 94
:—
Denkmäler
GemeinnützigeZweckeaußethalbdet städtischen
99 22
1788 60
—
Verwaltung
—
Kosten deS 1893er AnlehenS
2390 —
5453 76
Straßenuntei Haltung
18305.56
50.-
Straßenreinigung und Kehrichtabfuhr
30850 74
—
Str« ßenbcleuchtung
23988.42
284.50
O.ffentliche Anlagen
Brunnm
8348.86
10261.84
138.80
Bäche
620 —
Eanäle
6017.28
—
Entwässerungsanstalte«
498 93
240579
FilialarbeilShaus
2405.79
449.55
lonnenunftalt
45 78
73.10
Feuerloschanstalten
2040 69
48.61
Faselvieh
Gcmarkungs-, Flur- und Gewanngrenzen,
700.—
268.07
4999 98
Parzellenvermessung
46.90
Werth und Schadenersatz von Feldftrafen
4670
_
Vertilgung schädlicher Thiere
288.30
_
Armenpflege
35423 03
1848.98
Versicherung ber Arbeiter
3563.42
—
Impfung
360.80
470604
Stiftungen
3984.31
Zwecke des Kreises unb ber Provinz
66987 76
1556.—
Militärzwecke
5952 85
4728.16
Polizei
46202 07
108.-
O'stentliche Sicherheit
195209
6177.12
Allgemeine Verwaltung
66048 23
—
Pensionen
4743.78
5465 Ok
Schuldentilgung
37600.—
313.64
Grundzinsen unb AnerkennungSgebühr
—
56.-
Einzugs- unb Einscht eibegelb
—
32220.47
Eapitaizinsen
204484.68
119254 81
Octioi
31136 12
3410-
Hunbefteuet
234 50
28.50
Antheil von Stempeltaren für Wanderlager
—
80-
Für bie LanbeSuniverftlät
924.46
»924 60 Fleischbeschau
5782 09
826.7E
SlettunflCanftalt unb Ebolerabaracke
2933 41
Beitrag t im Einkommen des Reichsbankagenten —
741.71
Zusammenlegung von Grundstücken
311.56
766.58 AuSgeliehene Kapitalien
766.58
_
Reser oesond
—
_
Betriebst-vital
♦» —
384288.35 Eommunaliieuern
17604.97
Rente ber Oderhessischen Eisenbahn,Gelände-
5761.74
—
Entschädigung _
Einnahme X
B Btt ****** ««!)*•*«•
Ausgabe X
73890.24
16431.69
26367 89
27060.81
1364631.69
1508382.32
Rest aus vorderen Jahren
Stift aogScapitalien
An- und Verkauf von Gebäuden und Grundstücken
Erbauung gemeinbeiilicher Gebäude
Erbauung von Straßen
Eanalbauten
Erbauung eines Gaswerks-
Erbauung eines Wasterwerks
Anlage eines Obstbaumftücks Außerordentliche Kosten für die Feuerwehr Außerordentliche Kosten deS Friedhofs Stipendien Stiftung »um Gedächtniß Sr.
Kzl. Hoheit des GroßherzogS
Stiftungen
Eapitalaufnahmen und Rückzahlungen
Summe der DermögenS-Rechnung
61886 88
109713 78
99206 36
2016 74
26728 64
13139.95
985 61
3673 80
12429 34
10000.-
2990-
1088593 46
1431364 56
Hatrpi-Wiederholir*g.
996526.64 Betriebs-R'chnung^ ^4337 65
1508382.32 Vermögens Rechnung 1431364 06
2504908 96 Hauptsumme 2365704.21
X
Die Einnahme beträgt nach ber Rechnung „ Ausgabe „ „ * *
Verglichen bleibt Ueberschuß ....
unb bieser besteht in:
1. Baaroorrath: X
a) für ben Betrieb 59525 59
b) für das Vermögen 70389.04
2504908.96
2365702 21
139206 75
129914 63
2. Vorlagen:
a) für ben Betrieb
b) für bas Vermögen
713.26
713 25
3. Hqutbirten AuSstänben:
a) für ben Betrieb einschließlich
33.37 X liquibirte Kirchensteuer 1950.15
b) für das Vermögen 6628 72
Summe wie oben
8578 87
139206.75
• Die Rechnung wird, wie üblich, der Finanzcommisfion zur Prüfung überwiesen. — Bezüglich des Voranschlags für 1895/96 theilt Herr Oberbürgermeister Gnauth mit, daß derselbe in der Hauptsache fertiggestellt sei. Er theile weiter mit, daß in dem neuen Voranschlag an besonders belangreichen Posten näher getreten werde der Frage der Canalisation und der Ausarbeitung eines neuen Octroireglements, ferner der Anstellung eines besoldeten Beigeordneten, für welchen ein BedÜrfniß wegen der infolge Mangels eines juristischen HilfS« arbeiterS angehäuften Arbeiten des Bürgermeisters bereits als vorhanden anerkannt sei. — Inwieweit sich eine Er' Höhung deS CommunalsteuerauSschlagS nöthig machen werde, sei noch nicht abzusehen, doch werde die Erhöhung sich aus höchstens 0,6 Pfg. pro Mark Steuercapital belaufen.
Die Rechnung des Gas- und Wasserwerks für 1893/94 ist geprüft worden und hat zu Beanstandungen Anlaß nicht gegeben. (Wir werden demnächst eingehender darüber berichten. Red.)
Der Voranschlag des Großh. Realgymnasiums und der Realschule für 1995/96, welcher bei einer Gesammt'AuSgabesumme von 97 354 Mk. und einer Eln> nähme an Schulgeld in Höhe von 49 827 Mk. einen Zuschuß aus der Stadtkaffe zu den Lehrerbesoldungen und zur Bestreitung der sachlichen Ausgaben von 26 840 Mk. erfordert, wird genehmigt.
Das Gesuch des Herrn R. Rodewald um Erlaubniß zur Ausstellung einer Gartenhütte in seinem Garten am Steinbacherweg wird widerruflich genehmigt.
Herr Louis Hahn hatte beabsichtigt, für die Dauer deS Baues der neuen Eisenbahnwerkstätten am Riegelpfad daselbst eine Cantine zu errichten. Da das Gesuch weder die nach Art. 5 deS Ortsbaustatuts nöthige Ausnahme von baupolizeilichen Bestimmungen rechtfertigt, noch von Großherzogl. Direction der Oberhrssischen Eisenbahnen ein BedÜrfniß zur Errichtung einer Cantine anerkannt worden, Großh. Direction vielmehr Werth darauf legt, daß eine solche nicht errichtet wird, wird das Gesuch abgelehnt. — Dieser Berathungs- gegenständ gab Anlaß zu einer längeren Besprechung in Betreff der Anlage der Oberhesfischen Bahnen selbst. Herr Scheel fragte an, ob der bereits von der Handelskammer berührten Frage einer Umführung der Einmündung der Oberhessischen Bahnen, etwa in der Nähe deS Klein Lindener Viaducts, angesichts der Erbauung von Werkstätten nicht nähergetreten werden könne. Die Stadt sei durch die Ober- hessischen Bahnen in zwei Theile zerschnitten, was viele Mißstände im Gefolge habe. Herr Schleie gab, von Herrn Heyligenstaedt unterstützt, seiner Ansicht über die Roth- Wendigkeit einer Verbesserung bei der Unterführung der Bahn im Zuge der LudwigSstraße Ausdruck. Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärte, daß die hier geäußerten Wünsche auch von ihm gehegt würden, er bezweifle aber, ob daS mehrere Millionen zu seiner Durchführung beanspruchende Project einer Umführung der Oberhessischen Bahnen im Sinne deS Herrn Scheel auch auSgesührt werde- auch sei eß fraglich, ob dadurch die Aussichten auf eine BetriebS- Dereinigung der Oberhessischen Bahnen mit der Main-Weser- Bahn verbeffert würden. (Herr Scheel vertritt die Meinung, daß durch eine derartige Umführung die Vereinigung nur gefördert würde.) Er möchte vor einer Agitation in dieser Richtung warnen, mit Rücksicht schon auf die zwei fehlgeschlagenen Projecie auf dem Gebiete des BahnverkehrS, damit der Stadt nicht bei ferneren derartigen an sie heran- tretenben Aufgaben schon von vornherein mit einem gewissen Mißtrauen bezüglich ihrer Befähigung zur Beurtheilung der Sachlage begegnet werde. Was die Unterführung der LudwigSstraße betreffe, so sei dieselbe zwar verfehlt, aber zu einer Zeit ausgeführt, in der man noch keine Ahnung von der Ausdehnung der Stadt noch jener Gegend hatte. Trotzdem werde versucht werden, Schrute zur Beseitigung der Mißstände zu thun. — Herr Beigeordneter Georgi hegt Befürchtung wegen der großen Kosten, würde aber eine Beschleunigung
etwa zu nnlernehmender Schritte empfehlen, da mit dem Bau der Werkstätten demnächst begonnen werde.
Den Besitzern deS an der Ecke der Schanzenftraße und Westanlage neu errichteten Hause«, den Herren Birken- ftock und Schneider, werden auf Vorschlag der Baudepu- tation 500 Mk. bewilligt für die von ihnen ausgeführte Ueberwölbung eine- TheileS deS GchoorgrabenS im Zuge der Schanzenftraße.
Die für Reinigung der Locale für die Fortbildung S- schule und für den H a nd f er t i g kei t s u n t err i ch t verfügbare Vergütung von 100 Mk. soll im Derhältniß zur Arbeit unter die zwei mit der Reinigung betrauten Personen vertheilt werden.
Don Seiten deS evangelischen Kirchenvorstandes ist die Errichtung von BedürfnißhäuSchen bei den beide» evangelischen Kirchen beantragt worden. Ein Beschluß in dieser Angelegenheit wurde nicht gefaßt und daß Anliegen des Kirchenvorstandeß der Stattverordneten Versammlung nur zu dem Zwecke unterbreitet, die Ansichten über Zweckmäßigkeit, Dertheilung der Kosten, sowie besonders über die Platzfrage für die weitere Behandlung der Frage zu böten. Daß BedÜrfniß zur Errichtung solcher Häuschen wurde nur von Herrn Wallenfels in Abrede gestellt, im Uebrigen anerkannt unb verschiedene Vorschläge in Bezug auf die Standorte, denen besonders bei der JohanneSkirche -Schwierigkeiten entgegenstehen, gemacht. Man nahm als Grundlage für die weitere Behandlung der Frage an, daß die auf rd. 5000 Mk. berechneten Kosten von Stadt und Kirche gemeinschaftlich aufgebracht werden.
Zu den auf der Tagesordnung stehenden fünf Gesuchen um Concession zum WirthschastSbetried kam noch ein sechstes,, dasjenige deS Herrn Franz Ger ich lag er für die Wirth schäft „$u den zwölf Aposteln". Die Bedürfnißfrage wurde bezüglich aller Gesuche bejaht, da eS sich durchgängig um Uebcrgabe bestehender Wirthschasten handelte. Die Gesuchsteller find die Herren Gg. Atz dach (Brauerei Förtsch), Karl Lenz (alter Schützenhof), Wil h. Gerhardt (früher Loth bezw. Gros), Louis Bourgeois (RöhrleS Brauerei), Joseph Baues (früher Noll, Matktstraße).
Verehr, £anö* «nd volk-wirthschaft.
— Denkt an da« «ußputzen der OdstbLuue«. Wenn auch in bet Toeorre Manches geUhn wirb, was praktisch selten jur Ausführung gelangt, so läßt sich solches boch nicht von dem Aus- putz-n ber Odstbäume sagen. dessen großer Ruhen auch von Den Gegnern einer oerreinciten Cbftcultur nicht geleugnet werden kann, unb baß wohl auch bet uns übereU gehandhabt wird, wo sich nicht ber Obstbau in gänzlich verwahrlostem Zustande befindet. Bäume, die jahrelang entweder gor nicht ober nur schlecht beschnitten wurden, können nur durch gründliches Ausputzen roieber in den Eulturzuftand zurückgesührt werden: aber auch bet gut beschnittenen Bäumen wird zuweilen ein AuSputzen nolhwenbig. Durch daS AuSputzen, welche- bekanntlich in dem Entfernen von Zweigen unb Vierten, bie älter als einjährig sinb, besteht, wi'b bieKrone lichter gemocht, bie günstigen Einflüsse von Lust, Licht, Wärme unb Feuchtigkeit werben dadurch einzelnen Zweigen reichlicher zu Theil, unb die Blätter werben in ben Staub gesetzt, bie von ihnen eingeschlossenen Hnofipen bester auSzubilden. Man nimmt baS Ausputzcn mindestens alle 2 dis 3 Jahre vor unb »war von Anfang November bis Enbe Februar, an froftfreien günstigen Tagen. Die hierzu ersorberlichen Getäth schäften sinb: eine kleine Baumsäge, ein scharfes Messer, eine hohe Leiter sowie ein Topf mit Baumwachs ober mit Holstbeer. Ehe man einen Baum ausputzt, besieht man ihn erst grünbllch. Süd Hefte vorhanden, bie mehrere bürr geworbene Zweige besitzen, ober sind Zweite ba, bie ungefunben, kümmerlichen Wuchs zeigen, gelbe Blätter hatten, von Krebs ober Brand befallen sind, bei ber Ernte gebrochen würben u. f. w., so werden diese zuerst ganz entfernt. Dann wählt man immer erst bie größeren Beste, bie schlicht, dicht ober ungünstig stehen, schlecht verzweigt ober kahl sind, enblich bie kleineren Zweige, die ähnliche Eigenschaften zeigen, bis alle theile ber Krone gleichmäßig frei unb licht geworben sinb. Alle Hefte und Zwerge, welche wegfallen sollen, werben b,chl an ihrem EntstehungS- punkte abgesägt, barauf wirb bie Wunde glatt geschnitten unb mit Baurnwachtz ober Holztheer verstrichen. Die Wasserreiser, welche überall an alten Heften unb am Stamm entstehen, wenn bie Blätter ben von ben Wurz In au'genommeren Saft nicht mehr verarbeite» können, ober bie Rinbe zu sehr verhärtet ist, oder wenn ber Saftlauf burch das Holz gehemmt wird, werben schon im ersten Lebensjahre mit einem icharfen Messer weggeschnstt.n, da sie in den meisten Fälle» zu nichts nutze sind: rs sollte denn schon fein, daß man sie zur Verjüngung älterer Bäume gebrauchen könnte, in welchem Falle man die erkrankten Aefte dicht über bin Wasferschofsen abwirft. Hu« Vorstehendem geht hervor, baß bas Ausputzen der Odstbäume mehr Hebung als Kenntnisse erforbert; ein wenig Ueberlegung genügt, um jeden Landwirth ober landwinhschaftlichen Arbeiter in ben Stand zu setzen, bie Bäume ohne Beihilfe eine« Gärtners genügend aus»»- putzen, unb werben auch bie ersten Versuche etwa« mamelbalt auS- sollen, so wirb man boch bei einigem Fleiß sich schnell Dcrbefter» unb bald im Stanbe sein, bie Arbeit exact unb brauchbar auszuführe».
— Sur Düngung der Wiesen mit LhomaSschla«-. lieber bie Düngung ber Wielen mit Tdomasichlacte unb Kalisalze» tbetlt Herr Professor Märcker ginz überraschende Resultate mit. Wiesen, auf denen man früher nur 3400 kp H-u pro Heciar grrntet hatte, ergaben nach ber Düngung mit ThomaSschtack- und Kalntt 6000 biS 7000 kg unb beim zweiten Schnitt nochmals 3000 bi« 4000 kg. Währenb bie Düngung nur 50 Mk. kostet. betrug der Mehrwerth des HeueS 240 Mk. pro H.ctar. Wo früher über 1000 kg saures Heu gemäht worden waren, wurden nach der Düngung 8000 ke gute« Heu gewonnen. Wenn nicht allenthalben gleich günstige Erfolge zu verzeichnen sind, so liegt das i-denfallS barm, baß nur einseitig mit Thomasschlocke ober nur einseitig mit Kaw salzen gedüngt worden ist. Auf kaliarmem Sand- ober Moorboden kann eine volle Wirkung nur burch gleichzeit ge Anwendung von Phosphorsäure und Kali erreicht werden. Wenn durch fortwährende« ^ubitngen von rhomasschlacke die Phosphorsäure im Boden erhöht, der Kaligehall aber alljährlich vermindert wird, so wird dadurch die volle Entwickelung der Pflanzen gestört. Den Winter über, biß zum Moral April, ist die geeigneicste bett zur Düngung ber Wirsen mit Thomasmehl unb Kalisalzen. L. Tgbt.
— Zu» Giufukrverdot für amertkauitche« Aletsch und Btev. Das AuSwantge Amt b ß deutschen Reiches toll de» deutich-n Botschafter in Washington eine schnstliche, auS'ühtlich« Auser. anbersetzung der Gründe deß Elnfuhrverboiß für amei ikauische« Vieh und zur liebe, mittelungon die Regierung bet Vereinigten Staate» Übei fanbt Laben. Der BeicheibbeS Reichtzkamlerßaui Die von Washington unb ber hiesigen amenkanischen Botschaft erfolgten Reklamationen lautet ungünstig für bie amerikanischen An'p üche. Es verlautet zugleich, baß daß Einfuhrverbot auf keinen Fall webet mobisicirt, noch ausgehoben werben soll, devot die Angelegenheit im Reichstage jur Erörterung gelangt ist


