Synode, Tabaksteuer ufro. Dieselben enthalten Lorrespon- decizen verschiedener Excellenzen, hervorragender (namentlich conservativer) Abgeordneten und vieler einflußreicher Personen. Eine der Mappen trägt die Aufschrift „Duell Eugen Richter" und birgt mehrere Briefe von sehr bekannten politischen Persönlichkeiten. Die Mappe: „Antrag Hammerstetn" enthält tiver hundert Briefe von meist evangelischen Geistlichen sowie Zustimmungsadressen mit mehreren tausend eigenhändigen Unterschriften von Pfarrern, Bankdirectoren, Offizieren, döheren Beamten und Privatpersonen auS allen GesellschafrS- klaflen bedeckt. Bezüglich der Veröffentlichung der Briefe seien namhafte Juristen zu Rathe gezogen worden, die zu d>m Schluß kamen, daß eine Veröffentlichung auS preßgcsetz- l'chen Gründen unterbleiben müsse, da in den Briesen Auslassungen enthalten seien, die nicht einmal im Reichstage unter dem Schutz der Redefreiheit wörtlich wiedergegeben werden dürften.
Berlin. 16. October. Ein parlamentarischer Correspon« dent schreibt: Eine der parlamentarischen Hauptact-onen wird sich beim Zusammentritt des Reichstags den Bestrebungen auf Reform der Börse zuwenden. ES verlautet, daß die Regierung sich mit der Absicht trägt, den vorjährigen Entwurf dem Reichstag wieder- vorzulegen.
Leipzig, 16. October. Die Voruntersuchung in Sachen des Spionage-ProcesfeS ruht vorläufig noch in Händen des hiesigen LandgerichtSdirectorS Bartsch. Die Meldung, daß der kürzlich nach Leipzig tran-portirte Buchhalter Apfelbaum auS Essen schon dem ReichSanwalt vorgeführt sei, beruht auf Jrrthum. Der ReichSanwalt hat mit der Sache gar nichts zu thun, denn der erste Staatsanwalt des Reichsgerichts, welcher darüber bestimmt, ob die Sache überhaupt das Reichsgericht beschäftigen wird, hat noch keinen Beschluß darüber gefaßt, dies wird erst geschehen, nachdem die Acten vom Untersuchungsrichter dem Reichsgericht ein- gereicht worden find. — Die Angelegenheit des Fuchsmühler Aufruhrs ist jetzt beim Reichsgericht zur Revision eingereicht und wird demnächst vor dem ersten Strafsenat verhandelt werden.
Budapest, 16. October. In einer gestern Nachmittag von ungarländtschen Rabbinern abgehaltenen Eonferenz wurde mit allen gegen eine Stimme die Einsegnung gemischter Ehen abgelehnt.
Parts, 16. October. DaS Soc^alistenblatt „Republique Fran^aise" tbeilt mit, Kaiser Wilhelm habe sich durch t-m Generalstab ausführlich Bericht erstatten lassen über die Expedition auf MadagaScar. Dieser Bericht deS GeneralstabcS soll die Organisationen deS KriegSministerS scharf kritisiren. Auch über den gewählten Weg soll der Bericht sehr streng lauten, doch ertheilt er dem General DucheSne großes Lob und spricht sich über die Leistungen der französischen Artillerie sehr anerkennend auS.
Loudon, 16. October. Die Regierung erhielt in dieser Nachl die officielle Bestätigung der Ermordung der Königin von Corea.
Loudon, 16. October. „Daily News" meldet auS Konstantinopel, daß am 9. October in Rcklssar 50 Armenier 8 ctödlet und zahlreiche verwundet worden sind. Nur 14 Leichen wurden begraben, die anderen wurden in die Brunnen geworfen.
Agram, 16. October. Nachdem der Kaiser gestern die serbische Kirche besucht hatte, kam eS in derselben zu Raufereien zwischen Croaten und Serben, die sich auch auf die Straße ausdehnten. Der Kaiser mußte auf seiner Rundfahrt eine Hauptstraße meiden, weil dieselbe von der Gendarmerie vollständig barrlkadirt war, um die Tumultuanten aufzuhalten.
Konstantinopel, 16. October. ES herrscht neuerdings große Panik. In den letzten Tagen fanden in allen Stadtbezirken wiederum Zusammenstöße statt. Viele Tobte und Verwundete sind zu verzeichnen. Die Kirchen find wiederum mit Flüchtigen angefüllt. Die Polizei ist gänzlich machtlos.
WB- London, 17 October. Nach einer Reutermeldung aus Shanghai von heute fand gestern eine Explosion auf dem Truppentransportschiff „Kungpai" nahe bet Kiuchau statt. 600 Personen sollen getödtet sein.
Der Krieg von 1870|71,
»eschUdert durch Ausschnitte auS Zeitung»-Nummern jener Zeit.
(Nachdruck verboten.)
18. October.
Victor Hugo ist m t einem Manifest gegen die deutschen Truppen ins Feld gerückt. Hören imr einige seiner Phrasen:
„Wir find nur noch ein einziger Franzose, ein einziger Pariser, ein einzige» Herz, eS gibt nur noch einen einzigen Bürger, der seid Ihr, der bin ich, der find wir alle. Wo die Bresche sein wird, da werden unsere sämmtlichen Brüste sein. . . . Widerstand heute, Befreiung morgen. Darin liegt alle». Wir find nicht mehr von Fleisch, sondern von Stein. — Ich kenne meinen Namen nicht mehr, ich heiße Vaterland! Front gegen den Feind! Wir alle heißen Frank- reich, Parts, Mauer!"
Mieten, btn 17. October 1895
•* Kriegerdenkmal. Auf morgen Abend ladet der provisorische Ausschuß für Errichtung eines Krieger- den km als zu einer allgemeinen Versammlung ein. ES ist angesichts dieser Ver»ammlung notdwendig, vorher einige weitverbreitete, mit Hartnäckigkeit stet» wiederdoltc Behaup- lungen zu widerlegen, die von «niang an gemacht worden find, um das schöne Vorhaben von vornherein bei unserer Bürgerschaft in Mißkredit zu bringen und dessen Verwirk lichung zu vereiteln. SS wird behauptet, ein solches Denkmal sei ja bereit» vorhanden, die Errichtung eine» zweiten sei
deshalb überflüssig. Der Obelisk auf dem Friedhof ist kein Kitegerdeukmal, sondern lediglich ausweislich seiner Inschriften ein Grabstein für die auf dem Friedhöfe begrabenen deutschen Soltaten/ lediglich zu Ehren dieser den verschiedensten Truppentheilen und Provinzen angehörigen, hier gestorbenen Kämpfer ist da» schlichte Denkmal errichtet, Fein Stein, kein Erz dagegen ist bis heute in unserer Stadt geschaffen, bei unseren Nachkommen in ehrendem Gedächtniß die Namen aller der Söhne unserer Stadt lebendig zu erhalten, die den rühm- und erfolgreichsten aller Kriege mit- durchgekämpft haben, den die an Kriegen reiche Geschichte unsere- Volkes zu verzeichnen hat. ES hatte sich im Jahre 1871 ein Comitö für Errichtung eines solchen Denkmal- gebildet — Acten hierüber sollen auf hiesiger Bürgermeisterei sich befinden — die Anregung verlief im Sande, ruhte mehrere Jahre lang, eS wurden zwar Entwürfe von Herrn Proseffor v. Ritgen und Herrn Director Bergen ein- gefordert, kamen jedoch nicht zur Ausführung und eS blieb schließlich bet Eirtchtung deS Denkmals für die lobten. Sorge ein Jeder an seinem Platze dafür, daß die neue Anregung nicht demselben Schicksal anheimfalle, trage auch ein Jeder sein Scherflein dazu bei, daß auch in unserer emporblühenden Stadt bald ein schönes Denkmal Zeugniß für fernste Z-iten davon ablege, daß die Zeitgenossen würdig gewesen sind des durch den großen Krieg Errungenen, daß sie bei dem Bestreben, wirthschaftlich auszunutzen die durch die Machtstellung des neuen Reiches erlangten Vortheile, nicht der DankeSpfltchten vergessen haben gegen die, die ihr Leben eingesetzt haben, um den Traum unserer Väter nach einem mächtigen deutschen Kaiserreich zu verwirklichen. Den Streitern deS Jahres 1870 haben wir eS mittelbar zu verdanken, daß unsere Stadt sich so herrlich entwickeln konnte in jeder Beziehung, ihnen gebührt deshalb ein Ehrenstein auf dem schönsten Platze der Stadt. Noch kann sich ein »roßer Thetl der Krieger der Ehrung freuen, noch ist es für diese Ehrenschuld nicht zu spät, seien wir nicht säumig!
Hanfe« Soiree. Der heute Abend dahier im „Gießener Festsaal" eine Vorstellung gebende Herr Prof. Karl Hansen auS Kopenhagen gehört unstreitig zu den ersten Hypnotiseuren der Gegenwart. Seine Leistungen sind geradezu bewunderns- werth und lassen alles weit hinter sich zurück, was auf diesem Gebiete dem Publikum geboten zu werden pflegt. Mit einer Sicherheit, die manchmal etwas Verblüffendes hat, vollführt er die schwierigsten Experimente und beinahe nie kommt eS vor, daß ihm einer seiner Versuche mißlingt. Durch eine einfache Handbewegung, durch ein paar leise gesprochene Worte weiß er ein „Medium", welches er als geeignet für seine Zwecke erkannt hat, sofort zu allem zu bewegen, was er von ihm wünscht. Ohne nach rechts oder links zu schauen, leistet ein von Herrn Hansen in Hypnose Versetzter jeder Aufforderung deS Hypnotiseur» Folge, ohne einen Moment zu zögern, stellt er einen Schuldschein auf eine beliebige Summe aus, die ihm vorgesagt wird, oder tanzt er im Saale hei um. In der Tagespresse sowohl, rote auch in Fachzeitschriften ist schon so oft und nachdrücklich auf die überraschenden Leistungen Herrn Hansens als Hypnotiseur hingewiesen worden, daß es beinahe überflüssig erscheinen muß, noch viel darüber zu sagen. Keiner der Hypnotiseure und Gedankenleser, welche in letzter Zeit Gießen besuchten, bot auch nur annähernd da-, was Herr Hansen bietet. Seine Vorführungen sind auch von hohem wissenschaftlichen Werth.
** Erweiterte Haudwerkerschole. Wir wollen nicht unter- assen, auch hier darauf hinzuweisen, daß in unserer Er- weiterten Handwerkerschule für die tüchtige Ausbildung des Gewerbestandes recht viel Gelegenheit geboten wird. Bei der gegen Ostern ds. Js. entrirten Ausstellung m Schulhause konnten wir uns überzeugen, welche Viel- eitigkeit im Unterrichtsstoff gepflegt wird und haben wir einerzeit besonders darauf hingewiesen, daß ein fleißiger Schüler sich eine Summe von Kenntnissen sammeln kann, die sein späteres Fortkommen wesentlich unterstützen würden. Man versäume deshalb diese, insbesondere für unsere Stadt o günstige Gelegenheit nicht, dem Sohne dasjenige Wissen und Können mit auf den Weg zu geben, ohne das er nun einmal nicht mehr gut existiren kann.
♦* Wechfelstempelsteuer. Im OberpostdirectionS- Bezirk Darmstadt wurden im September 1895 an Wechsel stempel st euer 11,765.60 Mk., zusammen mit den Vormonaten (ab 1. April 1895) 75,969.40 Mk. vereinnahmt, oder 348.90 Mk. weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.
** Jagd. Vom 15. October ab ist die Jagd im ganzen Grohberzogthurn auf weibliches Rehwild wieder er- öffnet, dieselbe dauert aber nur zwei Monate und wird am 15. December schon wieder geschlossen. — Mit dem vorgestrigen Tage hat auch in dem Gebiete des RhkineS und >eS Maines und deren Nebenflüssen die Winterschonzeit ür Fische ihren Anfang genommen.
** Der Gießener Cigarrendieb nod Einbrecher Pütz vor Bericht. Der Zimmermann JuUuS Briddigkeit von Darm- tadt erkannte ein Stemmeisen, welches nach dem Diebstahl bet S'mon Laubenheimer in Darmstadt am Orte der That gefunden wurde, als ihm gehörig an. Bei Schuwer in Bingen fielen dem Pütz außer 66 Kästchen Cigarren ein Paar neue Stiefel in die Hände, die der Thäter alsbald anzog. Die 30 Schinken, welche Pütz und Zimmermann in Wiesbaden holten, wurden aus dem Keller geholt, in welchen ble Diebe kamen, nachdem fle die Thüre mit einem Stemm e>fen erbrochen hatten, welches sie liegen ließen. Der Dieb tadl bet dem Cigarrenfabrikanten Simon Laubenheimer muß ehr spät stattgefunden haben. Der Bestohlene war ziemlich pät nach Hau'e gekommen, hatte damals aber noch nichts Außci gewöhnliche» bemerkt. Bon den gestohlenen Cigarren wurden später bei Frohndöser» in Mainz gefunden. Joseph Laubenheimer erinnert sich, daß kurze Zeit vor dem Dieb tabl ein Herr zu ihm tnfl Geschäft kam und sich als stellenloser Kaufmann vorstellte. Beim Weggehen sah sich
derselbe auffallend um. Er glaubt, daß Pütz der Mann war. 1 Der Diebstahl war mit einer Leiter vom Garten de» Herr« Df. Rieger verübt worden, wie der Crimir.a'.schutzma,i« Lindemann feststellte. Im ©arten de» Herrn Dr. Ritg r war eine Kiste Cigarren sowie ein Stemmeisen zurückgedlilden. ES scheint, daß zwei Personen den Diebstahl oornahmea. Wegen vorgerückter Zeit wurde nun eine Mtttagpause gemach^ Nach derselben fand die Vernehmung eine» durch Krankheit verhinderten Zeugen durch einen beauftragten Richter statt. Pütz/ der wohl noch Gelegenheiten zum Entwischen sucht, beantragte, dabei zugelaffen zu werden. Da» Gericht lehnte dies jedoch ab. An die Vernehmung reihte sich noch ei* kleine S'tzung, welche jedoch keine sehr erhebliche Momen« zu Tage förderte. In Kastel wurden aus einer Bill, verschiedene Gegenstände entwendet. Pütz bestreitet, de, Diebstahl „gemacht" zu haben, Zimmermann, der mitgeholfe, haben soll, leugnet die» und giebt an, in Kastel sei Pütz einmal zu ihm gekommen und habe gesagt, er sei wo gewesen, eS sei aber nichts da. Die Verhandlung scheint Pütz sehr zu interesfiren. Während das Gericht die Verlesung deS Protocolls eine» auswärts vernommenen Zeugen nicht für erforderlich erachtete, äußerte Pütz den Wunsch, benfelben kennen zu lernen. Seinem Verlangen muhte entspräche« werden. Bei dem Cigarrenfabrikant Wenck zu Darmstadt wurde im Februar 1895 eingebrochen. Dabei käme« 1800 Stück Cigarren im HerftellungSwerthe von etwa» Über 51 Mk. weg. Außerdem verschwanden auS einem Garten- | Hause eine grüne Decke und Vorhänge. Weil damals hoher Schnee lag, sah man am Morgen nach der That drei Fußspuren. Auch bei dieser That hatten die Diebe einen Meisel liegen lassen. Beim Einsteigen in die Fabrik vom Garten au» rutschte etn Einbrecher ab und fiel in daS leider festgefroreve Woflerreservoir. In der Fabrik war wohl nur Einer ge- wesen. Dieser war augenscheinlich sehr wählerisch. Er rauchte im ersten Raume eine Cigarre und stahl nicht». Erst im Lagerraum griff er zu. Pütz erklärte sich bereit, zu sagen, wie eS gegangen sei. Unter Heiterkeit gab er zu, inS Wasserloch gefallen zu sein. Er habe den Diebstahl allein verübt, daS Bellen eine»
HundeS habe ihn veranlaßt, ein Päckchen liegen zu lassen. ! Der Zeuge Wenck behauptet bestimmt, daß die eine Spur von einem zierlichen kleinen, seiner Ansicht nach von einem ! Frauensuß herrührte. Im Juni 1894 fei schon einmal tn der Fabrik eingebrochen worden. Damals fei wohl derselbe Dieb thätig gewesen, derselbe habe damals nur ein einzige» Packet mitgenommen. DaS Anschlägen der Hunde habe th, verscheucht. Bei dem zur Anklage gestellten Einbruch hätten überall Fede>n gelegen. Pütz erklärte die» dahin, daß er einen Sack benutzt habe, in dem Federn waren. Wohin die im Gartenhause entwendeten Sachen gekommen seien, will Pütz nicht wissen. Dieselben find bei der Frohnhöser erhoben worden. Mit welcher GcmüthSruhe der Dieb arbeitete, geht daran» hervor, daß derselbe in der Fabrik seine Noth- durst verrichtete. Der Criminalschutzmann Bär ist fest überzeugt, daß Mehrere den Diebstahl verübten. Der alte Frohn- Höfer hat ihm, al» er bei ihm war, gesagt, Pütz habe öfter» Morgens früh Cigarren gebracht. Auch erzählte ihm der- selbe, Pütz habe tn Gießen mit Unterstützung eine» Portier» und in Bingen einen Diebstahl begangen. Frohnhöfer will nur von einem Diebstahl von 300 Mark gesprochen haben, im Uebrigen widerspricht er lebhaft, da feine Hehlerei damit erwiesen ist. In RüdeSheim ist im März im Rathhause ein» gebrochen worden. Dec Raub war nicht sehr bedeutend. Der Diebstahl wurde Nacht» verübt, die unteren Räume betrat der Dieb nicht, dort lag die Nachtwache. Bei der That verlor der Dieb eine Rechnung. Diese de war von I. Kreuz ausgestellt. Pütz g'bt den Einbruch zu und stellt fest, daß die Wachtleute geschlafen haben mußten, denn der eine Raum, in dem er war, befinde sich direct über der Wachtstube. Da weitere Zeugen biß jetzt nicht geladen wurden, hatte sich da» Gericht darüber schlüssig zu machen, ob der Zeuge Streng zu beeidigen sei oder nicht. Pütz, der gegen seine, früheren Commissionär sehr erbost zu sein scheint, beantragt die Beeidigung. Da» Gericht lehnt dieselbe jedoch ab, da Verdacht vorliegt, daß Streng sich der Begünstigung schuldig gemacht hat. N. H. B.
t Lich, 16. October. In dem benachaarten Dorf-Güll gerieth ein 14 jährige» Mädchen mit der einen Hand in die Häckselmaschine, worauf diese in einzelnen Stücken vom Arme getrennt wurde. Da» so schwer verletzte Mädchen wurde in die Klinik nach Gießen verbracht.
Krunberg, 15. October. Heute wurde da» neue Wasserwerk zum ersten Male versuchsweise in Betrieb gesetzt und damit Wasser in die Stadt befördert. Wie wir hören, ist die Probe zur Zufriedenheit ausgefallen, indem der neue Benzinmotor tadellos functionirte. Morgen, am ersten GallmarktStage, sollen auch einige bis jetzt schon fertiggestellte HauSleitungen dem Vernehmen nach probeweise mit Wasser versorgt werden. Darmft. Zig.
§ Crainfeld, 15. October. Unsere neue Wasserleitung wurde vorgestern eingeweiht. Am Abend vorher fand ein Zapfenstreich nebst Fackelzug statt, denen später Concert im Saale bei Gastwirth» Oechler folgte. Am Morgen deS Festtages gäbe» Weckruf vom Quellengebiet au», dazwischen donnerten Böllerschüsse. Um 1 Uhr Mittag» wurte ein prächtiger Feftzug ausgestellt, an welchem die Schuljugend, der Gemeindevorstand, Pfarrer, die Techniker, der Gesangverein und viele OrtSbürger sich beteiligten; der Zug bewegte sich unter Voraotrttt der Heutzenröder ichen Capelle nach dem Hochbehälter. Dte Eröffnungsrede hielt Herr Techniker Harer, die Festrede Herr Pfarrer Ful dat. Die Leitung hat eine Länge von 2'/, Kilometer, die Anlagekosten belaufen sich auf 2500 Mk. Herr Bürgermeister Schmalbach, drffeu wesentliche» Verdienst daS Zustandekommen der Wasserleitung ist, sprach hierauf Allen, die am Gelingen de» Werke» mitgearbeitet, seinen Dank au». ES folgte ein GesangSvortrag, und nach Rückmarsch tn den Ort
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