Nr. 296
Der
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Zweites Blatt. Dienstag den 17. December
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zu ihrem Gatten empor. Sie gealtert aussah.
kam häufiger als sonst aus unser Gut hinauSgeritlen. Kurzum, ich bemerkte eines Tage«, daß sein Herz nicht mehr mir, sondern meiner schönen Freundin gehörte. Ob Konstanze wußte, wie eS um meinen Bräutigam stand, weiß ich nicht. c>ch sah mit Schmerz, wie Schönau mit seiner Leidenschaft kämpste. ES schien, als wollte sein Pflichtgesühl mir gegenüber den Steg davontragen. Niemand von meinen Angehörigen hatte eine Ahnung von meiner unseligen Entdeckung. Konstanze verließ unser HauS und mein Verhältuiß mit meinem Bräutigam schien äußerlich noch ganz so, wie eS ehemals gewesen. Da — als Schönau einmal von unserer bevorstehenden Hochzeit sprach, sagte ich ihm rückhalslos die ganze Wahrheit inS Geficht, die er sich selbst nicht einzu- gestehen gewagt hatte. Er war zu ehrlich, um es zu leugnen, daß er Konstanze liebe. Genug — wir lösten mnsere Verlobung auf und Schönau ließ sich in eine entfernte Garnison
s Die junge Frau ffchöpfte tief Athem, ehe sie fortfuhr.
„ES war ein förmliches Berhängmß, daß Schönau und Koustanze nach mehr als acht Jahren wieder in unserem Hause zusammentrafen. Ob der Rittmeister früher schon einen Versuch gemacht hatte, sich Konstanze zu nähern oder ob der Stolz des gräflichen ElternpaareS eine Annäherung überhaupt nicht zuließ, weiß ich nicht. Ich gab Schönau Gelegenheit, Konstanz? HL fig in meinem Salon zu treffen und mit Genugthuung bemerkte ich, daß Konstanze des Rittmeisters Gefühle erwidere. Um dem Hangen und Bangen ei« Ende zu machen, führte ich sie unter dem Chrtstbaum fast gewaltsam zusammen."
Schweigend hatte der Major der Erzählung seiner Gattin gelauscht. Fast unsanft ließ er fie auS seinen Armen
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Weihnachtserzählung von Marte Treuter. (Schluß.)
«ud erhob sich. „
/Du besitzest viel Opfermuth, Alice," sagte er düster. „Wahrlich, eS gehört eine starke Seele dazu, die Nebenbuhlerin dem Geliebten in die Arme zu legen."
„Dem Geliebten?" fragte Alice und blickte betroffen
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In dem großen Festsaal waren die Kerzen deS Christbaumes tief heruutergebrannt. Mit zerzauster Mähne, das Unterste zu oben gekehrt, ruhte das Schaukelpferd friedlich »eben der hölzernen Kanone, der man eS ebenfalls ansah, daß fie schon stark inS Treffen geführt worden war.
Adalbert hatte im Kampfe mit Onkel Schönau für seine geliebte Tante Constanze im wahren Sinne deS Wortes eine ■ Lanze gebrochen.
Lächelnd zeigte die glückliche Mutter ihrem Gatten die Fragmente der ehemaligen Rttterherrlichkeit.
Der Major aber hatte keinen Blick für die Trophäen der Tapferkeit seines ältesten SprößlingS. Schweigend rollte er einen Seffel an de« Kamin, in welchem noch einige Kohlen glimmten, und zog sein geliebtes Weib auf sein Knie.
„Alice, kannst Du mir verzeihen?" fragte er, das schöne Geschöpf leidenschaftlich an sich drückend.
Sie streichelte ihm zärtlich die bärtige Wange.
„Ich muß wohl," lachte fie unter Thräneu. „Du böser Othello!"
„Aber eS war doch sv natürlich," versuchte sich ihr Gatte zu vertheidtgen, „Schönau war Dein Verlobter, er hat Dich geliebt und Du ihn. Was Euch damals trennte, es blieb noch bi» jetzt Jede« räthselhast."
„Heute will tch Dir da» Räthsel lösen," sagte die M«ge Frau ernst. „Konstauze trennte uu»! Sie kam einst auf einige Wochen zum Besuch in mein EfternhauS. Dort lernte fie Schönau kennen. KonstanzenS Schönheit machte vom ersten Augenblick an einen tiefen Eindruck auf ihn. Er
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„Nun ja, denn Du sagtest^mir nicht,^wann Du auf- gehört hättest, ihn zu l i e b e n."
„Wann ich aufgehört hätte, Schönau zu lieben? stammelte die junge Frau, gewaltsam nach Athem ringend. Dann drückte sie die gefalteten Hände aus die stürmisch wogendg Brust — und mit heftig sich überstürzenden Worten kam eS von ihren zitternden Lippen.
„AlS da» Glück über mich kam, daS große, unfaßbare Glück! Als der schöne, ernste, gereifte Mann sein Ange aus daS unbedeutende junge Landmädchen warf, daS ihn laugst: heimlich anbetete, daS sich in Liebe und Sehnsucht nach ihm verzehrt hatte. - Ernst und zurückhaltend mußte eS ihm entgeaentreten, denn er wußte, daß er um ein Mädchen warb, deffen Herz schon einmal einem Anderen gehört hatte.
Und doch waren es die ersten leidenschaftlichen und doch so heiligen Gefühle, welche das Mädchen dem viel ältere« Manne entgegenbrachte.
Es wurde sein Weib, die Mutter seiner Kinder.
Doch mit tiefem Schmerz gewahrte daS W-ib, daß das Herz des heißgeliebten Gatten Mißtrauen erfüllte, daß er an der Treue der Gattin Zweifel hegte, die nicht einmal schwanden, als der Jrrthum aufgeklärt wurde.
Was kann daS arme Weib zu feiner Rechtfertigung thuu, womit kann eS dem Gatten beweisen,, daß sein Herz ihm allein gehört, ihm und seinen Kindern?"
Major riß sein Weib an sich- Lange hielten fie sich in wortloser Seligkeit umschlungen.
An dem Christbaum war eine Kerze nach der andere« verlöscht. Oben an der Spitze, über welcher der wächserne Engel schwebte, jedoch erstrahlte er noch im ungeschwachteu rLi f < *
Und ein Schimmer deS Lichtes der den kleinen Weihnacht-» enge! verklärte, ergoß sich über baß glückliche Paar und wie von Geistermuod ertönte der WeihnachtSgruß:
„Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen."
^MMitternacht war längst vorüber. Still und lagen die Räume der Major von Brand'schen Wohnung. Die Sinder und die Dienerschaft schliefen den Schlaf der
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