Ausgabe 
17.11.1895 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 27l

Erstes Blatt. Sonntag den 17. November

189»

Gst i6 nin h » hitje "U Z> 1 fejenit it Hit mt zu M

Leltersweg 67

in in allen \

UTARIS e-Fefi-Seifi.

9624

marckhering? Rollmöpse, Heringe,

$ »QU, Ederstrahe ches^ Tauerkrm bsen, seu, hneu

9L Noll, Edersiraße 1

ftenog*

bt htvt SchmLv' (fiter als M «J , 50 3 K. Schell Inyj.WSW.l

mhonig,

'5 Fljf das Ml .ile für Hiutpllig tlkim Hitübte!

aumann,

'buh i N, Pufaictrv-nrt.

Mungen.

ZUM liSwV»*»

J tttUl

ä b-n- *** nsss#«*. iSGi^N Mrt3*B,Die 1

5n «hk. wf.w «KaZÄKii^

,ztiamtt'Woh««rn Iskunst ertheilt ^Leolivg, Architw r®ö6twnTSi3is [in tu oermldotn.

'Äi sE

Amts- und rlnzeigeblutt für den Ureis Gieren.

Hratisöeitage: Hießmer Jamirienökätter

Amtlichem Theil

1

1

1

1W - 1 * - ------

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Dorm. 10 Uhr.

vierteljähriger Abo«»cments»relO» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Nedaction, Expedition und Druckerei:

-ch»cgratzeSr.7.

Fernsprecher 51.

Gefunden : 4 Portemonnaies, 3 mit, 1 ohne Inhalt, Taschenmesser, Geld, 3 Damenschirme, 1 Rehfell, 1 Mütze, Düte mit Drahtstiften, 1 Peitsche, 3 Stearinlichter und Laterne.

Sietzen, den 16. November 1895.

Großherzogliches Polizeiamt Gietzen.

I. E.

v. Bechtold, Regierungs-Assessor.

wurf eine Reihe wesentlicher Erleichterungen und Verein- fachungen biete. ES bestand kein Zweifel darüber, daß, wenn das Marken-System beibehalten würde, die vorge- sehenen Erleichterungen und Vereinfachungen als wesentliche Verbesserungen zu begrüßen seien. Gegen den Vorschlag, an Stelle der QuittungSkarteu Beitragsbücher für einen längeren Zeitraum einzuführen, wurden manche nicht von der Hand zu weisende Bedenken geltend gemacht. Bezüglich des Marken-Systems wurde festgestellt, daß dessen Beseitigung mir Freuden begrüßt werden würde. Die Beseitigung em­pfehle sich aber nur, wenn wenigstens etwa» GleichwerthigeS an die Stelle des Marken-SystemS gesetzt würde. Die bis- herigen Vorschläge konnten noch nicht als bedenkenfreie Ver- besserungen angesehen werden und erfordern zunächst eine eingehende Prüfung ihrer Zweckmäßigkeit und Durchführbar­keit. Am Schlüße der Berathungen wurde hervorgehoben, daß die vorliegenden Reform-Vorschläge noch nicht als ge- nügend ausgereist zu betrachten seien. Eine eingehende Prüfung und Durchberathung erfordern auch die Vorschläge des Geheimraths v. Woedtke und deS badischen Ministerial- Directors Dr. Schenkel. Im Lause der Verhandlungen constatirte der Vorsitzende, daß die Dr. Bödiker'schen Vor­schläge trotz deS Hinweises, daß die Verhandlungen über die Vorlagen vertraulicher Natur seien, ohne Wißen und gegen den Willen des Verfaßers anscheinend infolge einer JndtScretion ihrem wesentlichen Inhalte nach ihren Weg in die Presse gefunden hätten. Ebenso seien auch die Freund schen Grundsätze in verschiedenen Blättern zum Abdruck gekommen.

Frattsurt a. M., 15. November. DieFranks. Zeitung meldet aus Konstantinopel: Durch energische Vorstell­ungen NelidowS beim armenischen Patriarchen ist die geplante armenische Demonstration in Pera verhindert worden. Nach Diarbekio gehen 15000 bewaffnete Armenier. Die Situation wird für gefahrdrohend gehalten. Nach osficiellcr Bekanntmachung ist der größte Theil der Reserven eingezogen worden. Die Armee erhält KriegSauSrüstung.

Kiel, 15. November. Das hiesige Landgericht ver- urtheilte heute den Redacteur der soctaltstischen SchleSwig- Holsteintschen Volkszeitung, Poller, wegen Majestät», beletdtguug, begangen durch die Preffe, zu 9 Monaten Gesängniß.

München, 15. November. Die socialdemokratische Münchener Poft" hält trotz deS Dementis derBerliner Corresp." ihre Meldung über die Abänderung deS GereinSgesetzeS aufrecht.

Wien, 15. November. Nach dem WienerVaterland wird die Chefredaction derKreuzzeitung" vom 1. April ab Graf Klinckowström übernehmen.

Wie», 15. November. Heute erschoß sich der Chef einer Wechselstube, Namens Friedrich Freund.

Paris, 15. November. Der Unterausschuß der Weltausstellung im Jahre 1900 hat den Präsidenten der Rechnungskammer gestern über daS Finanz-Programm der Ausstellung gehört. Demzufolge sollen 20 Millionen vom Staate, 20 Millionen von der Stadt und 60 Millionen vom Publikum betgesteuert werden. Sobald der Unter» Ausschuß dieses Projekt genehmigt hat, wird der Kammer ein diesbezüglicher Gesetzentwurf zugehen.

Paris, 15. November. Gestern Abend sind in mehreren Bankgeschäften alle Schriftstücke beschlagnahmt worden, welche sich auf Operationen des Baron Retnach bei der Süd- bahn-Affatre beziehen.

Paris, 15. November. In letzter Nacht wurden in ver- schiedenen Finanzinstituten die Haussuchungen bezüglich der Südbahn-Affatre fortgesetzt.

Paris, 15. November. Der Staats anwalt hat sich gestern in Begleitung von zwei Finanzdtrectoren und mehreren Polizeicommissären nach dem Sitz der Süd bahn-Gesell« schäft begeben. Er hat drei Stunden lang die Corre- spondenzen durchsucht und ein Register beschlagnahmt.

Toulon, 15. November. Trotz des Ausladens der Kohlenvorräthe und der Geschoffe fitzt der PanzerBaudiu" noch fest. Das Flottmachen des Panzers ist deßhalb so schwierig, weil durch den ungenügenden Wasserstand ein Kahn zum Abheben der Rtesengeschütze nicht an daS Schiff heran­gebracht werden kann.

Constantinopel, 15. November. Eine kaiserliche an den Großvezier gerichtete Verordnung fordert den­selben auf, mit de» Reformen in den armenischen VilajetS unverzüglich zu beginnen. Der Großvezier hat infolge deffen sofort die einleitenden Maßnahmen ergriffen. In hiesigen, der Pforte nahestehenden Kreisen erwartet man von einem einmüthigen Vorgehen der Mächte unter Führung Oester- reich-UngarnS eine gute Wirkung. Sie befreie den Sultan von dem gefährlichen Einflüsse M»** -- > r

Depriam de» Bure»»Herold'.

verlt«, 15. November. Die Abberufung des preußischen Gesandten in Hamburg, v. Kiderlen-Wächter, von diesem Posten, behufs anderweiter dienstlicher Verwendung wird heute amtlich publicirt.

Berlin, 15. November. In dem ehrengerichtlichen Ver­fahren gegen den Ceremontenmeister v. Kotze liegt, wie derLoc.-Anz." meldet, das gefällte Urtheil an höchster Stelle zur Bestätigung vor. Dem äußeren Eindruck nach, den die Schrift macht, scheint die Angelegenheit einen für den An­geklagten ungünstigen Gang zu nehmen. Der oberste Kriegs­herr hat das Recht, das Urtheil umzustoßen und die Sache einem anderen wilitärifchen Gerichtshöfe zur Aburtheiluug zu übertragen. , /f , v

Berlin, 15 November. DemLocalanzeiger" wird aus Kopenhagen telegraphirt: Der große englische Dampfer Leo ist, wie verlautet, aus feiner Reife von Odeßa hierher im Kattegat mit der gefammten Mannschaft unter» gegangen.

Berlin, 15. November. DaSBerl. Tagebl." meldet auS Konstantinopel: Auf Chios fand gestern gegen Mitter­nacht ein äußerst heftiges Erdbeben statt. Nähere Nach- richten fehlen noch.

Berlin, 15. November. Die Handelskammern be­schäftigen sich, wie diePoft" erfährt, auf Anregung deS deutschen HandelStages bereits jetzt mit den Forderungen für den neuen deutsch-chilenischen Handelsvertrag.

Berlin, 15. November. DerVorwärts" meldet aus Breslau, daß gegen das Urtheil wider Liebknecht sofort Berufung eingelegt werden wird. DerVorwärts" bemerkt dazu, daß die Verurtheilung Liebknechts, sowie die UrtheilSgründe über das hinausgegangen sind, was man bisher für möglich gehalten hätte. Erlange dieses Unheil RechtSgÜltigkeit, dann werde vogelfrei, wer bei irgendwelchen mißtrauischen Patrioten in' den Verdacht einer Majestäts­beleidigung gerathe.

Berlin, 15. November. AuS der Commission für das bürgerliche Gefctzbuch wird noch berichtet: Bei den Berathungen Über daS Erwerbsrecht für bäuerliche Be- sitzungen wurde der Antrag Goldschmidt, diese Bestimmungen zu streichen abgelehnt und die Landesgesetzgebung für die Regelung dieser Frage bestimmt. Nach dem Diner hat sich der Kaiser mit dem Director der Disconto-Gesellschaft unterhalten und sich Über den Börsenkrach verbreitet. Der Kaiser ist auch auf die vorhergegangene Conserenz mit dem Reichskanzler und dem StaatSsecretär Marschall zu sprechen gekommen und hat zur Erläuterung seines Zuspätkommens in der Commission hinzugesügt, daß zwar keine beunruhigen­den Nachrichten auS Constantinopel eingegangen seien, daß die Depeschen aber keinen Ausschub geduldet hätten. Nachdem der Kaiser die Commission verlaffen hatte, hat er vor seiner Rückkehr nach Potsdam noch den österreichischen Botschafter empfangen.

Berlin, 15. November. Für den Truppenübungs­platz deS Gardecorps in Döberitz bei Spandau haben sich hinsichtlich des Grunderwerbs größere Kosten herausgestellt, als von vornherein anzunehmen war. Wie diePost" hört, wird daher im nächsten Etat eine Nachforderung von 870 000 Mk. zu stellen sein.

Berlin, 15. November. DemBerl. Tagebl." wird auS Petersburg gemeldet, daß Großfürst Wladimir, der als Gast deS deutschen Kaisers die Hosjagd in Letzlingen mitmacht, der Träger eines kaiserlichen Handschreibens an Kaiser Wilhelm sei. Der Brief deS Czaren sei in einem überaus herzlichen Ton abgefaßt und thue in überzeugender Weise den Wunsch Rußlands dar, mit Deutschland die besten Beziehungen zu unterhalten. In Petersburg werde daher dem Briefe eine sehr hohe Bedeutung beigemeffen.

Berlin, 15. November. Im nichtamtlichen Theile des ReichSavzeigerS" wird gegenüber ungenauen und unrichtigen Zeitungsberichten eine gedrängte Darstellung der sechstägigen Berathungen der Sachverständigen-Confercnz behufs Abgabe von Gutachten über eine Revision der Arbeiter- Versicherungsgesetze veröffentlicht. Danach wurde ein umfaßender, aber unverbindlicher Gesetzentwurf deS Reichsraths deS Innern vorgelegt, welcher auf Grund der jetzigen Bestimmungen Vereinfachungen und Erleichterungen des Alters- und JnvaltditätS - Versicherungsgesetzes bezweckt. Der Präsident des Reichsversicherungsamts, Dr. Bödiker, schlägt durch die Zusammenlegung des Unfall- mit dem Alters- und JnvaliditätS - Berficherungsgesetze eine Ab­änderung der grundlegenden Bestimmungen des letzteren Gesetzes vor. Es wurde allseitig anerkannt, daß daS Gesetz vom 22. Juni 1889 mancher Verbesserungen bedürftig sei I und daß der im ReichSamt deS Innern ausgearbeitete Ent-

Alle Annoncm-Bureaux be» In- und 8u»Ianbe» nehme» Anzeigen für benGießener Anzeiger" entgegen.

Bekanntmachung,

betreffend die Maul- und Klauenseuche in Babenhausen.

Zu Babenhausen, Kreis Schotten, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen, und Gehöftsperre angeordnet.

Gießen, den 15. November 1895.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. (Sagern.

Der chlehener Anzeiger erscheint täglich, -mit Ausnahme be» Montags.

Die Gießener I«mtlie«StL1ter werben bem Anzeiger ndchmtlich dreimal bcigdegL

Gichmer Anzeiger

Kenerat-Anzeiger.

Nerrefte

WolffS telegraphisches Correfponbenz-Bureau.

verlt», 15. November. Für die Neuordnung der vekletdungsämter werden auch im Etatsjahre für 1896/97, wie diePost"- erfährt, weitere Forderungen ge­stellt werden. ES sollen danach zwölf Stellen im Range der KegimentScommandeure, zwölf für sonstige Stabsoffiziere, fünf für Hauptleute 1. Klaffe, drei für Hauptleute 2. Klaffe, endlich fünfzehn Stellen für Assistenten neu geschaffen werden, und zwar, wie früher mitgetheilt, active Stellen, während eine entsprechende Zahl noch bestehender inactiver Stellen in Wegfall kommt. Die Handwerkerabtheilungen der Corps- | bckletdungsämter werden bedeutend verstärkt, wofür eine I entsprechende Zahl von Oeconomiehandwerkern der Truppen In Wegfall kommt.

Berlin, 15. November. Die Unteroffizierschule in Bartenstein soll, wie diePost" erfährt, bereits im nächsten Sommer eröffnet werden, während eine zweite Schule derselben Art in Greifs en berg i. S. -um 1. April 1897 geschaffen werden soll. Die Forderungen für daS Personal der Bartensteiner Sckule werden im Etat der Marine-Ver­waltung für daS kommende Jahr bereits erscheinen.

Wie», 15. November. Das Geschwader, welches | Oesterreich Ungarn nach der Levante entsendet, besteht auS den Schiffen:Kaiserin Elisabeth",Tegeihoff",Donau" undMeteor". Daßelbe fteht unter dem Commando des Tontre-Admirals Seemann. Außerdem befindet sich der Sebenico" in Smyrna und derTaurus" in Konstantinopel.

** Loudon, 15. November. Eine der Admiralität aus Chemulpo vom 14. d. M. zugegangene Depesche bestätigt die Nachricht, daß eine zu dem PanzerschiffeEdgar" gehörige Schaluppe untergegangen ist und 48 Mann von der Marine Infanterie ertrunken find.

Konstantinopel, 15. November. Die türkischen Blatter veröffentlichen amtlich die Einberufung von 28 Rebif- Bataillonen im Bereiche des 4. und 5. ArmeecorpS als erfte Maßregel zur Unterdrückung des Aufstandes in Ana­tolien. Der erste StaatSrath, Samin Effendi, zwei Justiz- Äeamte und ein Verwaltungsbeamte find zur Durchführung aller Maßregeln nach Anatolien entsandt - Die gestern seitens de» GroßvezierS den Provinzbehorden ertheilte In- siruction geht dahin, allen Consuln die Einholung von Informationen über die Vorgänge zu erleichtern, damit die Rapporte der Consuln mit den officiellen Rapporten über» einstimmen. - Nach einem in türkischen Kreisen verbreiteten Gerüchte stände ein theilweiser Wechsel der Mitglieder der Controlcommission bevor. Der Vorsitzende der Com» rnifsion, Schafir Pascha, würde wahrscheinlich diesen Posten tierlQnen. DaS Kriegsministerium entfaltet eine reae Tätigkeit: die Ausbringung der Geldmittel bereitet jedoch ^ch Schwierigkeiten. Zwei Divifionsgeneräle deS General- kiabeS find zum 4. Corps abgegangen.

Washington, 15. Nov-mber. Marinesecretar Herbert erklärte, der in Marseille befindliche Admiral Selfridge habe den Befehl erhalten, sofort abzureifen und fich mit dein KreuzerMarblehead" nach demjenigen Theile der Türkei zu beaeben, wo Unruhen am wahrscheinlichsten seien. Die ame.itanlfcien Schiff- bürften K°nst°n,in°p°l nicht d-such-«, werden fich jedoch unter allen Umstanden in der Nahe deS britischen und franzöfischen Geschwaders halten.