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Nr. 89 Zweites Blatt. Mittwoch den 17. April
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Deutsche» Reich.
Berlin, 13. April. Heute früh hat unweit eines Berliner Vorortes ein Zweikampf zwischen Herrn Won Kotze und einem anderen hohen Hof- beamten stattgefunden, bei welchem Herr v. Kotze einen Scduß in den Oberschenkel erhielt. Er wurde in das Kgl. Klinikum übergeführt- sein Zustand ist nicht besorgntßerregend, erfordert aber die größte Schonung. Zweifellos war das Duell vorher in der Gesellschaft bekannt, denn bereits heute früh liefen Nachfragen nach dem Schicksal der beiden Gegner ein. Gestern Abend hatte sich noch der „Union-Club", dem der Verwundete angehört, mit der Angelegenheit des Herrn von Kotze beschäftigt. Die Sitzung fand unter dem Vorsitz beö Bice-Präsidenten Fürsten von Fürstenberg bet verschlossenen Thüren statt- an derselben nahmen u. A. Prinz Heinrich XIX. Reuß und der Hofmarschall Freiherr von Reischach Theil.
Berlin, 13. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt gegenüber anderen Nachrichten, daß die Uebersiedelung des Kaiserlichen HofeS nach dem neuen Palais kaum vor Beginn des Mat erfolgen dürfte.
Berlin, 13. April. Die „Post" schreibt gegenüber dem vor einer Woche vom „Hamb. Corresp." veröffentlichten Programm derEinweihungSfeier desNordostsee- canals, daß ein Programm überhaupt noch nicht festgestellt sei und schon auS diesem Grunde bisher die Genehmigung des Kaisers nicht erhalten haben könne. „Es findet vielmehr", so schreibt die „Poft", „heute Nachmittag 3 Uhr im Hofmarschallamt eine Besprechung darüber statt, zu der der Reichskanzler, die sämmtlichen StaatSsecretäre der ReichS- ämter, die Minister und als Vertreter der kaiserlichen Canalbau-Commission, der Geh. Reg.-Rath Loewe und der Geh. Baurath Fülscher aus Kiel Einladungen erhalten haben. Erst in dieser Sitzung wird ein detaillirteS Programm vorgelegt werden, wofür die Vorarbeiten für heute Vormittag abgeschloffen sind, nachdem noch am Donnerstag die damit beauftragten Herren an Ort und Stelle Erhebungen gemacht haben."
Breslau, 13. April. Der „Breslauer General-Anz." hält seine Meldung über die Aeußerung deSCardinals Kopp zu einem schlesischen Magnaten wegen der BiSmarck-Feter vollständig aufrecht.
Eisenach, 13. April. Eine nationalliberale Vertrauen Sm änner Versammlung beschloß, für die Stich- Wahl Stimmenthaltung zu empfehlen.
Hamburg, 11. April, lieber den gestrigen Empfang der Deputation auß Odessa und der Directoren des Norddeutschen Lloyd beim Fürsten Bjismarck in FriedrichSruh berichten die „Hamburger Nachrichten": Die Deputation, bestehend aus den Herren Dr. Grabbe,
Feuilleton.
Wochendriese ans der Nrsiden;.
(Originalbericht beß „(Siebener Anzeiger".)
Charwoche. — Dom Großherzoglicheu Hofe. — Geschenk der Stabt Darmstadt zum Geburtstage des Fürsten Bismarck.
Z. Darmstadt, 11. April.
Endlich ßiebt es etwas Ruhe, was die Fastenzeit keck verweigerte, das bringt nun doch die Charwoche, die Stille nach dem lärmenden Treiben der an Vergnügungen aller Art wirklich überreichen Wintersaison. Und bis zum letzten Augenblick geradezu hat man sie ausgenutzt diese in sonstigen Jahren, wo Ostern später fällt, gewöhnlich schon viel ruhigere Zeit- im vorigen Briefe berichtete ich Ihnen von großen öffentlichen Concerten, in denen Kunstkräfte bedeutenden Rufes mitwirkten, die noch in die allerletzten Tage der vergangenen Woche fielen und doch stets stark besucht waren, ja im Großh. Hoftheater hatte man sogar noch den SamStag Abend vor Palmsonntag mir Beschlag belegt durch die Aufführung von Wolffs „Preziosa". Auch diese Vorstellung, die nur für Kinder berechnet war, hatte sich eines sehr lebhaften Besuchs nicht nur kleinerer, sondern auch vieler „größerer" Kinder zu erfreuen. Jetzt endlich stehen die Concertsäle verödet, das Hoftheater hat seine Pforten geschlossen und nur im Innern lärmt es weiter, nämlich in den zahlreichen Proben, die besonders in dieser Woche stattfinden für verschiedene Premieren, die unS die Zeit bald nach den Feiertagen noch bescheeren wird. Nur eine musikalische Darbietung großen Stils bringt uns die Charwoche, der Musikverein führt, wie alljährlich ein der Zeit entspreckendes Werk am Charfreitag auf, diesmal die „Matthäus-Passton" von Joh. Seb. Bach. Zu dem Concerte haben mehrere hervorragende auswärtige Kunstkräfte
Cornelius und Liebmann, wurde in einem Zimmer des Erd- geschoffes empfangen und überreichte dem Fürsten eine Adresse der Deutschen in Odessa, in welcher die Gründung einer Bismarck-Stiftung mit bisher 3000 Rubeln zur Erziehung hilfloser Waisen der deutschen Reichsangehörigen mitgetheilt wird. Fürst Bismarck wechselte mit den Herren verschiedene Gespräche über die Herkunft, Heimath, Beschäftigung, Kriegsbetheiligung u. s. w. und hielt dann folgende Ansprache: „Meine Herren! Mir ist Ihre Begrüßung besonders werthvoll in Erinnerung an die Beziehungen, die ich jahrelang mit den Deutschen in Rußland gepflegt habe. Ich bin Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft in Petersburg gewesen, die sie dort etablirt haben, tch bin noch immer in Corre- spondenz geblieben mit den Herren und habe an der Spitze der Deutschen in Petersburg mit ihnen freundschaftliche Beziehungen gehabt, Familienbeztehungen auch, und ich freue mich immer, wenn, wie dies in Rußland doch geschieht, die Deutschen im Auslande zusammenhalten, und ich sehe, wie sie im Ganzen proSperiren. Dazu gehört mit, daß sie mit den Institutionen der russischen Regierung nicht in Opposition und Friction treten, sondern daß sie sich immer erinnern, daß sie im Auslande und unter der Herrschaft deS russischen Kaisers lebens Das ist mir politisch auch immer erwünscht gewesen und dient dazu, die guten Beziehungen zwischen Rußland und dem Deutschen Reiche zu cultiviren, da wir gar keinen Grund haben, mit den Russen zu zanken. Wir wollen nichts von ihnen, wir haben Polen genug und die Russen auch, sie können weder Königsberg noch Posen brauchen- also wir sind in der für Großmächte wünschenSwerthen Lage, daß wir einander nicht zu beneiden haben, und daß keiner von uns beiden etwas besitzt, was dem Nachbar begehrenSwerth erscheint, ein seltsamer Fall in der Politik. Auch außerdem ist kein Grund zur nationalen Antipathie. Der Russe macht sich wohl zuweilen darüber lustig oder ärgert sich mitunter darüber, daß der Deutsche mehr arbeitet, wie er- aber ein Streitgrund besteht nicht. Solche Verhältnisse muß man pflegen und sich darüber freuen, und ich möchte auS meinen politischen Erinnerungen an Sie die Bitte richten, pflegen Sie die politische Freundschaft, die uns und auch der russischen Regierung ein Bedürfniß ist. Wir haben Gegner genug im Auslande und im Jnlande, um nicht für geboten zu halten, daß wir keinen Gegner muthwillig aufsuchen. Im Jahre 1848, zur Zeit der Märzrevolution, da bestand der allgemeine Ruf in Berlin darin: nur vorwärts gegen Ruß« land I Ob nicht der Zweck des ganzen Aufstandes gewesen wäre, daß damit erreicht werden sollte, Rußland anzugreifen, daS weiß ich nicht. Rußland ist jedenfalls ein besserer Nachbar, als mancher anderer- jedenfalls ist mit Rußland als Nachbar leichter zu leben, als eß mit Polen fein würde.
ihre Betheiligung zugesagt, so die Sopranistin Fräulein Joh. Meyerwisch aus Frankfurt, die Altistin Fräulein L. ManifargeS aus Rotterdam, der Tenorist N. Dörter auS Mainz u. a., außerdem wirkt dabei die Großh. Hofmusik und die gesammte eöang. Chorgesangschule mit. Die Leitung deS Ganzen liegt in den bewährten Händen des Herrn Hof- capellmeisters Willem de Haan, lieber den Verlauf der Veranstaltung werde ich Ihnen im nächsten Briefe berichten.
Am Großh. Hofe herrscht fortwährend reges Leben, fast täglich treffen auswärtige Fürstlichkeiten zum Besuche hier ein. Ihre König!. Hoheit die Großherzogin hat sich wiederum vollständig erholt und unternimmt seit Dienstag vor acht Tagen, wenn die Witterung eß irgendwie gestattet, an jedem Nachmittag an der Sette Ihres hohen Gemahls Ausfahrten in einem neuen offenen, prachtvollen Schimmelgespanne in die Umgegend der Stadt. Die hohe Frau steht sehr frisch und rosig aus und wird, wo sie sich zeigt, von den Bewohnern der Residenz freudig begrüßt. Auch die kleine Prinzessin soll sich eines ausgezeichneten Wohlbefindens erfreuen.
Seit einigen Tagen ist in der Ausstellungshalle des Kunstvereins das Geburtstagsgeschenk, welches die Stadt Darmstadt ihrem Ehrenbürger, dem Fürsten Bismarck noch nachträglich nach FriedrichSruh übersenden wird, zur öffentlichen Besichtigung ausgesetzt. Dasselbe besteht, wie bereits früher kurz berichtet ward, aus einer Reihe von Aquarellen, die Ansichten von Darmstadt und deffen Umgebung darstellen. Professor Hermann Müller hat vier solcher gemalt: Einen Blick von der Residenz nach dem Frankenstein und der Bergstraße, das Jagdschloß Kranichstein mit dem prächtigen Teich davor, das romantische Forsthaus Einsiedel mit dem Zugang zum Großherzogl. Saupark und den prächtigen Landsitz weiland des Prinzen Alexander von
Deßhalb bleiben Sie gut deutsch, aber schädigen Sie die russische Freundschaft nicht."
Ausland.
Wien. 13. April. Der deutsch-nationale Turnverein „Germania" in der Wiener Neustadt pflanzt in diesen Tage« auf einem Hügel eine Bismarck-Eiche zum Andenken an den 80. Geburtstag des Fürsten.
Venedig, 13. April. Einer Meldung der „Gazetta di Venezia" zufolge hat die schweizerische Bundesregierung der italienischen Regierung mitgetheilt, daß alle in der Schweiz weilenden italienischen Anarchisten auß- gewiesen werden würden.
Paris, 13. April. Nach einer Nachricht der „Libre Parole" hat Casimir Peri er gestern die Bürstenabzüge seiner Broschüre, betitelt: „Zehn Monate Präsident", zur Durchsicht mit nach seiner Wohnung in Pont-sur-Seine genommen. Daß Interesse Perierß bei der Bearbeitung der Broschüre läßt Enthüllungen über die wahrhaften Demisfionß- gründe erwarten.
Paris, 13. April. Bei einer Haussuchung, welche die Polizei bei verschiedenen Kohlenarbeitern vorgenommen, wurden sieben Dynamitpatronen in einem Garten aus- gesunden. Dieselben waren von einem belgischen Arbeiter versteckt worden.
Bordeaux, 13. April. In der nächsten Woche wird die royalistische Jugend Frankreichs hier einen Congreß abhalten. Auf demselben soll dem Herzog von Orleans ein Ehrendegen angeboten wrrden.
London, 13. April. Die „Daily News" meldet auß Marsch au, die Polizei habe ein Complott gegen daß Leben Schuwalowß entdeckt. Die Polizei nahm drei Verhaftungen vor. Unter den Verhafteten befinden sich zwei Frauenspersonen. — Ferner wird gemeldet, daß in Warschau ein General wegen Hochverrathß verhaftet worden sei.
Madrid, 13. April. Die Königin-Regentin begnadigte anläßlich des Charfreitageß fünf zum Tode verurtheilte Verbrecher.
Petersburg, 13. April. Hiesige Blätter berichten, vom nächsten Schuljahre ab solle an denjenigen Universitäten, an denen medicinische Vorlesungen gehalten werden, auch weiblichen Personen der Zutritt gestattet werden.
Warschau, 13. April. Wie verlautet, hat General- Gouverneur Graf Schuwalow den ihm angetragenen Posten als Minister beß Innern ab gelehnt.
Krakau, 13. April. Hier herrscht Schneesturm und starke Kälte. Auß der Provinz wird bedeutender Schneefall gemeldet.
Battenberg, Schloß Heiligenberg bei Jugenheim. Maler A. Schlegel hat vier Ansichten auß der Stadt hergestellt: den Luisenplatz mit dem noch von der alten Stadtmauer stehenden weißen Thurm, daß Postgebäude und daß „Ständehaus", daß Monument Ludwigs I. mit dem Residenzschloß im Hintergründe, den Marktplatz mit dem altehrwürdigen RathhauS und den umliegenden Geschäftshäusern, so wie sie sich zur Zeit, wo Fürst Bismarck in Darmstadt war, präsen- tlrten, ferner den sogenannten Glockenhof im Residenzschloß mit dem eigenthümlich geformten Thurme, der das Glockenspiel trägt und einem Blick vom Hoftheater aus nach dem Schlosse, besonders die sogenannte Theaterbrücke desselben mit dem Wappenhäuschen, das sie wirkungsvoll abschließt. Sämmtlicke Bilder sind sehr hübsch ausgeführt und finden den Beifall aller Besucher der Ausstellung. Die Adresse, welche mit nach FriedrichSruh, geht, entstammt einem Entwurf des Professors König. Sie zeigt oben links in der Ecke das wohlgetroffene Brustbild beß greifen Fürsten, umrahmt von einem Eichenkranz, ber bie Namen ber berühm- testen Darmstäbter Bürger: Merk, Liebig und GervtnuS trägt, barunter einen Blick auf Darmstabt aus ber Vogelperspective, rechtß baß Wappen ber Stabt unb unten baß beß Laubes, alles in reicher Verzierung. Die prachtvoll ausgeführte Schrift preist Bismarcks Verbienste um baß deutsche Reich unb spricht bie Hoffnung aus, baß er burch die mitgesandten Silber „an unsere Stabt unb an vergangene Tage des Aufenthaltes baselbst freunbllch erinnert werde." Unterschrieben ist die Adresse von ber Bürgermeisterei und dem Ausschuß der Stadtverordneten - Versammlung. Eixe kostbare, in braunem Leder, in baß bas Stadtwappen in raichem Schmucke eingepreßt ist, gehaltene Mappe dient als Hülle für baß hübsche GeburtStagsangebinbe. Möge der Empfänger noch lange sich baran erfreuen!


