Ausgabe 
16.5.1895 Zweites Blatt
 
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Der #ie|<ner Anzeiger erscheint täglich, wie Ausnahme deS Montags.

Die Gießener Aamtrieavlälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigrlegt.

1895

Donnerstag den 16. Mai

Zweites Blatt

Gießener Anzeig er

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Alle Annoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Hmtiid?er Tbeil.

Bekanntmachung.

Ss wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Auf­schlags von Fünf vom Hundert pro Monat April 1895 für den Lieferungsverband Gießen pro 1OO Kg betragen: Hafer Mk. 14,56, Heu Mk. 5,50, Stroh Mk. 3,68.

Gießen, den 13. Mai 1895.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.

Bekanntmachung.

Betreffend: Die Maul- und Klauenseuche.

Die zu Calbach und Hof-Rummelsburg, Ge­markung Lißberg, Kreis Büdingen, ausgebrochene Maul und Klauenseuche ist erloschen und die Gehöftsperre auf­gehoben worden.

Gießen, am 14. Mai 1895.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Deutsche» Reich.

Berlin, 14. Mai. Der Kaiser ist zu einem Jagd­aufenthalte nach Wirsch ko witz bei Militsch in Schlesien abgereift. Der geplante Besuch deS Kaisers am Hofe von Stockholm wird im Juli stattfinden, nähere Meldungen über die schwedische Reise deS Monarchen stehen indessen noch aus.

Prinz-Regent Albrecht von Braunschweig hat sich von Berlin auS nach Wien begeben, um dem Kaiser Franz Joseph den ihm vom deutschen Kaiser verliehenen Feldmarschallstab zu überbringen. Bet der Durchfahrt durch Dresden wurde der Prinz-Regent vom König Albert und den Prinzen deS sächsischen Königshauses auf dem Alt- städrer Bahnhofe begrüßt. Die Ueberreichung deS Feld- marschallstabeS an den Kaiser von Oesterreich in der Wiener Hofburg wird unter besonders feierlichen Formen vor sich gehen.

Ms. Hanau, 14. Mai. Maikäferplage. In der hiesigen Gegend herrscht zur Zeit eine geradezu unheimliche Maikäferplage. Namentlich auf dem.Lande ist eS eine wahre Plage, dieses Jnsect. In dem Orte Eichen treten die Mai­käfer so maffenhaft auf, daß eS Abends unmöglich wird, sich in der Nähe des Waldes aufzuhalten, denn förmliche dichte Schwärme fliegen umher! Die Gemeindebehörden machen denn auch bekannt, daß sie für eingesammelte Käfer per Pfund fünf Pfennige zahlen. In Erbstadt hat ein Junge an einem Tage für 7 Mk. Maikäfer abgeliefert und gar in Hofheim, wo die Käferschwärme den Waldungen schädlich werden, wurden am Samstag Abend von einer Anzahl Personen nicht weniger denn 20 Centner Maikäfer abgeltefert, wofür die Gemeinde (ä 5 Pfg. per Pfund) rund 100 Mk. zahlen mußte. Für die arme Bevölkerung ist dieses Einsammeln ein recht einträgliches Geschäft.

Wiesbaden, 10. Mai. Der kühne Weltumradler Franz Lenz hat nach einer vorliegenden Nachricht aus Armenien sein Leben unter den Flintenkugeln von dort ansässigen Landbewohnern lassen «üffen. Lenz, ein geborener Badenser, begann im Januar vor. IS. auf Veranlassung einer amerikanischen Zeitung auf dem Niederrad eine Reise um die Welt, durchquerte Amerika und Asten und gelangte unter vielen Schwierigkeiten endlich bis Kleinasien. Auf einer Landstraße in Armenien ist er nun vor einigen Tagen ermordet aufgesunden worden.

* Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. Eine der inter­essantesten Arbeiten, welche auf dem Ausstellungsplatze für die Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 soeben mit außer­ordentlich viel Kräften in Angriff genommen worden ist, besteht in der Umwandlung des Spielplatzes im Treptower Park in einen See. ES handelt sich da um nichts geringeres, als die Aushebung von ungefähr 48,00( Kubikmetern rasenbelegrer Erde, um zunächst das coloffale Bassin zu schaffen, in welches dann durch mechanische Mittel fließendes Wasser geleitet werden soll. Der Vertrag der Ausstellung mit der Stadt Berlin, der der Treptower Park

gehört, bedingt, daß der letztere nach Schluß der Ausstellung in genau demselben Zustand wieder zurückgegeben werden muß, in welchem er überlasten wurde. DaS jetzt zu schaffende Wasserbassin muß also spater wieder beseitigt, aufgefüllt und mit Rasen belegt werden. Daraus geht hervor, daß die 48,000 Kubikmeter Erde denn der Flächenüthalt des Spielplatzes ist 24,000 Quadratmeter und die Ausschachtung wird 2 Meter tief gehen in der Nähe zu Bergen auf- ;ethürwt werden müffen, und daß man die 24,000 Quadrat­meter auSgeftochenen Rasen ebenfalls aufbewahren muß, weil neugesäeteS GraS nicht schnell genug emporschteßen würde. ES hat einigermaßen Mühe gekostet, den Raum in der Nähe zu finden, um das alles zu bewerkstelligen, schon um die Fuhrkosten nicht allzuhoch anwachsen zu lasten. Jetzt ist man bereits darangegangen, die ca. 1000 Meter Spund­wände, welche ringsum das Wasserbasfin umgeben wüsten, einzurammen, wobei eine große Anzahl Arbeiter nöthig sind. Die Nähe der Spree ermöglicht es, durch die Anlage von Canälen dafür zu sorgen, daß das in dieses Bassin ge­pumpte Master ab- und zuflteßt, andererseits werden große Wastermasten gehoben werden, die dann von der Höhe als Cascaden in diese durch Gondeln zu belebende und mit breiten Anlageftellen zu versehende Wasterfläche hinabstürzen werden. Die herrlichen, jetzt schon vorhandenen, mit vier­fachen Platanenreihen besetzten Promenaden um den so ver- wandelten Spielplatz werden das Bild ungemein beleben, da hier naturgemäß die Stelle ist, an welcher auch die prunkvoll und architectonisch hervorragend auszugestaltenden Restau­rants und die Musik-PavillonS ihren Platz finden werden. Der Arbeitsausschuß hat eben Preise ausgeschrieben für die Herstellung der besten Placate für die Ausstellung. Auch diese werden überall im Reiche weite Verbreitung finden und schon sie werden deutlich darthun, wie das große Haupt­gebäude mit dem davor liegenden Wasterbasfin sich als eine der reizvollsten Schöpfungen geben wird, die Chicago eingeschloflen sich überhaupt jemals auf einer Ausstellung den Besuchern präsenttrten.

AlS Ersatz für Leitern benutzt Otto Gabriel in Berlin eine originelle Steig-Vorrichtung. Dieselbe be- nöthigt nur eine vertical stehende, runde Stetgstange, auf welche zwei Ringschellen lose aufgeschoben find, die seitlich mit Gelenken an diese angeschlostene steigbügelarte Pedale besitzen; von diesen Pedalen geht nach unten eine meiselartige Klaue, welche sich stets gegen das Holz anlegt. Tritt man nun mit den Fußspitzen in die Steigbügel, so wird das Körpergewicht ein Eindringen der Klaue in das Holz ver­ursachen, mithin der betreffende Bügel einen Stützpunkt ge­währen, während beim Hochziehen des anderen FußeS die Schelle der Bewegung unbehindert folgt. Beim Abwärts- steigen genügt ein Festhalten mit den Händen an der Stange, unter Heben der Füße, um allmählich nach unten zu gleiten. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin N.-W.)

Leipzig, 13. Mai. DaS Reichsgericht verwarf die Revision des vom Schwurgericht in Augsburg am 1. April zum Tode verurtheilten Müllers Raup ach aus Rudolstadt, welcher auf feiner Hochzeitsreise seine Frau in den Bodensee gestürzt hatte.

Weil die Ueischpreise in Freiburg i. B- auf einem Stand blieben, der der städtischen Verwaltung ungerechtfertigt schien, eröffnete diese bekanntlich selbst einige Fleischhallen und zwang dadurch die Schlächtermeister, mit den Preisen herunterzugehen. Nun hatten die Fleischer angezweifelt, daß die Stadt bei ihrer Unternehmung Gewinn erztelt habe. Im Stadtrath wurde der Gewinn, obgleich derFleischkrieg" nur etwa drei Wochen gedauert hatte, einschließlich des Werthes deS angeschafften^JnventarS^auf 1121.53 Mk. berechnet.

* München, 13. Mai. Aus dem Dachauer Moos (Oberbayern) wird derMünchener Corresp." berichtet: In Langen-Ketteubach wurden in einer Kiesgrube durch Herabstürzen einer Kieswand fünfzehn Personen ver,- schüttet. Ein Arbeiter und eine Dienftmagd waren sofort tobt Einem Anderen wurde der Brustkorb zerquetscht, mehrere erlitten Arm- und Beinbrüche.

PA. Straßburg i. 13. Mat. Die EröffnungS- feier derj Industrie- und Gewerbe-Ausstellung findet am Samstag den 18. Mai statt. Es ist für dieselbe folgendes Programm entworfen: 1. Mittag 12 Uhr in der Festhalle der Ausstellung: a) Vortrag desHallelujah" auS HändelsMesfiaS" durch den Chor des Konservatoriums mit HWesterbegleitung unter der Leitung deS Directors Pro­fessor Stockhausen, b) Begrüßung der Versammlung durch den Bürgermeister der Stadt Straßburg, c) Anrede des » zweiten Vorsitzenden der Ausstellung I. Schaller. d) Er­

öffnung der Ausstellung durch den Protector, Seine Durch­laucht den Fürsten zu Hohenlohe Langenburg, Kaiserl. Statt­halter in Elsaß-Lothringen. Sodann Rundgang durch die Ausstellung unter der Führung des geschäftsleitenden AuS- chuffes und deS AuSstellungSdirectorS. 2. Nachmittags 4 Uhr: Eröffnung der Ausstellung für daS Publikum. Doppelconcert. 3. Abends 8*/2 Uhr: Empfang im Rath- hause auf Einladung der Stadt Straßburg. Für die Eröff­nungsfeier in der Festhalle und den Empfang im Rathhause ergehen besondere Einladungen. Am 19. Mai wird von 4 Uhr Nachmittags ein großes Volksfest abgehalten mit Concert-AuffÜhrungen an verschiedenen Punkten des AuS- tellungsparkes. Abends Feuerwerk mit Beleuchtung des

SeeS.

* Tabakspfeife in Kigarrenform. Die Zeiten der Tabaks- pfeife, zumal der langen Pfeife, sind vorbei, und besonders auf der Straße hat sich die Cigarre fast ganz die Allem- Herrschaft errungen, wie auch daheim, im WirthShause, selbst auf den Dörfern die gernüthliche, aber etwas umständliche Pfeife immer mehr der allseitig wie eine Patrone fertigen Cigarre weicht. Manch schönes Tabakslied hat dadurch seinen Werth allerdings verloren und wiederum ist die C'garre ttn zu prosaischer Gegenstand, um unsere modernen Dichter zu entsprechenden Gedichten anzuregen. Um nun aber trotz alle­dem der Tabakspfeife ihr altes Recht zu wahren, ihr aber äußerlich die elegante Erscheinung der Cigarre zu verleihen, hat jetzt ein Erfinder eine Einrichtung getroffen, die fich z« gedachtem Zwecke als recht zweckmäßig erweist. Der Pfeifen­kopf ist hierbei in Cigarrenform auS Aluminiumblech ge­fertigt und innen und außen mit Asbest verkleidet, dem außen die Farbe und die Adern der Tabaksblätter gegeben sind. Diese Pseudo-Cigarre hat vorn eine kleine Oeffnung zum Anzünden, hinten ist sie ganz offen, von wo auß sie gestopft und auf eine Cigarrenspitze anfgeschraubt wird, in der sich oben ein mit Schutzkappe versehenes Rohr befindet, während weiter unten ein zum Theil mit Bimsstein gefülltes Rohr eingesetzt ist, welches als Speichelsänger wirkt. Durch diese Einschaltung gelangt der Rauch, vom Übermäßigen Nicotingehalt befreit und abgekühlt, in den Mund des Rau­chers. Die Tabakspfeife kann auch als recht zweckmäßiger Ersatz für Cigaretten gelten und hat diesen gegenüber den Vortheil der längeren Brenndauer und papierfreien Brandes.

literatur rsnd Arrnst.

Soeben ist erschienen: Der deutsche Student am End« deS 19. Jahrhunderts. Von Prosessor Dr. Theobald Ziegler an der Universität Straßburg. In seinem Umschlag 3 oO Marr. Inhalt: I. Das Leben der deutschen Studenten: Die akademische Freiheit. Die akademische Ehre und das Trinken. Die akademische Ehre und die Prostitution. Die akademische Ehre und das über seine Verhältnisse leben. Daß Stipendienwesen. Die akademische Ehre: Mensur und Duell. Verruf. Die studentischen Verbindungen. Der Student und die Politik. Der Student und die sociale Frage. Sociale Bethätigung des Studenten. Die geselligen Bestehungen bet Studenten nach außen. II. Das akademische Studium : Die Motive des Studirens. Die Ausgabe der Universität: Wissenschaft, Beruf, allgemeine Bildung. Die studentische Weltanschauung: Derhältnitz des Studenten zu Religion und Kirche, zu Kunst und Literatur; studentischer Idealismus. Student und Prosessor. Collegienhonorar. Vorlesungen und Seminarübungen. Ferien. Schrisiliche Arbeit«. Promotion und Staatsprüfung. In diesen 16 Vorlesungen, Die im verflossenen Wintersemester an der Straßburger Hochschule vor einer ungewöhnlich großen Zuhörerschaft gehalten worden find, be­handelt Prof. Ziegler das Leben und das Studiren des deutschen Studenten fin de siede nach allen seinen Beziehungen zu den unsere Zeit bewegenden Fragen mit der ibm eigenen Offenheit und frei von aller akademischen Gespreiztheit. Besonders interessant und adudl aber wird das Buch in diesem Augenblick durch die beständige Rück­sichtnahme auf die während deS Winters im deutschen Reichstag und in der Preffe gegen die deutschen Universitäten und die deutsche Wissenschaft gerichteten Angriffe und durch die Erörterung der strittigen Frage über die Betheiligung der Studentenschaft an der socialen Bewegung. Daß das Büchlein überhaupt durchaus von socialem Geiste durchwebt ist, versteht sich bet dem Verfaffer der SchriftDie sociale Frage eine sittliche Frage" von selbst.

.Neueste «rstudunge« «ud «rsakrirngen* aus de» Gebieten der practischen Technik, Electrotechnik, bet Gewerbe, In­dustrie, Chemie, der Land- und Hauswirthschaft ic. (A. Hartlebens Verlag in Wien). Pränumerationspreis ganzjährig für 13 Heft« franco 7.50 Mark. Einzelne Hefte für 60 Psg. in Briefmarken. Diese gewerblich-technische Zeitschrift,welche in ihrem zweiundzwanzigsten Jahrgang erscheint, verfolgt nur rein plastische Zwecke. Die Mit- arbeiter sind nur Männer der Praxis, welche am besten die wirklichen Bedürfnisse der Techniker und Industriellen zu ermeffen verstehen. Die Zeitschrift, reich an Originalbeiträgen und consttuctioen Ab­bildungen, bietet einen vollständigen Ueberblid über alle Fortschritte tm gewerblichen Leben. Besonders werthvoll erscheint es, daß tn dieser Zeitschrift immer praclische Wege zu neuen Erwerbsasten, verbesserte Arbeitseinrichtungen und practische Anleitungen zur Er­höhung der Concurrenzsähigkeit gegeben werden. Dadurch empfiehlt sich dieselbe von selbst für jeden Vorwärtsstrebenden.