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der Verehrung blicken und wöge es ihm noch recht lange vergönnt sein, an der Spitze der be>sikchen Regierung zu stehen.

Versammlung des Laudwirthschaftlichen Vereins Gießen.

(Schluß.)

Herr Sch lenke, sortfahrend, bemerkt, daß es besonders die in den Kleinbetrieben gebräuchlichen senkrecht stehenden Steigleitern sind, welche viele Unfälle herbeisührten, sowie das in das Scheunengebälk gelegte Knüppelholz, welche Ein­richtung aber auch in den größeren Betrieben theilweise noch vorhanden sei.

Gutsbesitzer Schuchardt vom Neuhof bemängelt die rund Mk. 57 000 betragenden Unkosten der Genossenschaft, die in auffallendem Mißverdälmiß zu den in Höhe von circa Mk. 137 000 gezahlten Renten ständen, und meint, die Sacke müsse sich bedeutend billiger machen lassen, wenn man nicht nur das ganze Unfallwefen, sondern überhaupt die ganzen Wohlfahrtskassen in einen Topf werfe d. h. gemeinsam ver­walte. Provinzial-Director Freiherr v. Gogern wieS da­rauf hin, daß kürzlich in Dresden eine Anzahl von Fach­männern sich mit der Ausführbarkeit derselben Idee befaßt hätten. Auch er halte die Möglichkeit der gemeinsamen Ver­waltung aller Wohlfahrtskassen für durchführbar,- allerdings müßten erst noch Erfahrungen auf diesem Gebiete gesammelt werden und ließe sich später wohl eine dahin gehende Gesetz änderung machen. Gutsbesitzer Güngerich-Heibertshänser Hof kann sich mit der Aufspeicherung eines so großen Reservefonds, zu dem 75100 % der Renten pro Jahr be- nöthigt werden, nicht befreunden. ES würde dadurck mit der Zeit ein riesiges Capital dem Verkehr entzogen,- man solle doch den jährlichen Bedarf wie bei der Landesbrandkasse durch Umlage erheben, wozu brauche man da noch einen Reserve­fonds. Gutsbesitzer Scklenke bemerkt, daß die B ldung deS Reservefonds durch das Gesetz bestimmt werde. Provinzial- Director Freiherr v. Gagern erklärt, daß der Reservefonds nölhig sei, weil die Leistungen der Genossenschaft zum Theil laufende seien,- denn die bewilligten Remen seien doch immer wieder zu zahlen bis der Rentenempfänger mit dem Tode ab- gehe, soweit sie dauernd sind. Dadurch erhöhen sich die Aus- gaben der Anstalt auch von Jahr zu Jahr, und erst nach 3040 Jahren, wenn die ältesten Rentenberechtigten absterben, könne man sich ein rechtes Bild machen, welche Beträge man unbedingt benöthige, um die Verpflichtungen den Berechtigten gegenüber erfüllen zu können.

Herauf nahm Oberverwalter Erb das Wort, um darüber zu sprechen, welche Kartoffelsorten sich am besten be­währt haben und empfahl nach kurzer Darlegung als die empfehlenswerthefte Sorte Magnum-Bonum, ferner Amerikaner oder die englische Sone, auch die Prinz Horn sei nicht schlecht. Bon letzterer Sorte habe Prinz Ludwig von Lich auf 1 qm 1 Pfd. ausgesetzt und 28 P,d. geerntet. Gutsbesitzer Sch lenke empfahl die Germania, mit der er einen Versuch gemacht, als gut und lohnend, und von seinen älteren So.ien Juno.

Es wurde in der Versammlung noch mitgetheilt, daß Georgi Gießen Bestellungen auf Eggendorfer Rübensamen entgegennehme, den die Vereinsmitglieder gemeinsam beziehen wollen, weil sie dadurch eine Preisermäßigung genießen. Auch regte der Vorsitzende an, etwa den Mitgliedern gemachte Offerten für Kraftfuttermittel ihm mitzutheilen, weil der Artikel von verfchiedenen Seiten mit wesentlichen Preis­differenzen angeboten werde, damit die billigsten Offerten be» nutzt werden können.

Zum Schluß unterhielt man sich gegenseitig mit seinen Ersah ungen über künstliche Düngemittel.

j empfohlen gegen Haut-Aussohläge, Haut­jucken, Flechten, Grind, Kopf- und Bart­schuppen, Frostbeulen, Schweissfüsse. 455 Verbesserte Theer-Seife,a35Pf. Theer-Schwefel-Seife, * so pf bei Heinr. Wallach, Marktplatz

tiefsten Schnee ein Punsch improvifirt wurde und dem einzigen Unzufriedenen, dem Magen, kalte Küche in des Wortes ver­wegenster Bedeutung gereicht wurde. Herrlich war die Fern­sicht über die meilenweit verfchneite Landschaft, großartiger noch der Wald; war es doch, als ob das Christkindchen den ganzen, ganze« Wald zur Bescheerung hergerichtet hätte. Stämme, Aeste, Nadeln, auch die grünen Blätter des Brombeerstrauches waren zierlich mit Schneebällchen bedeckt, D-e im scharfen Froste glitzerten. Jedoch die Januarlüiterl' □erboten, sich zu lange an der imposanten Winterlandschaft r>u erfreuen, hinunter ginge nach Fellingshausen zurück. Hatte der Ausstieg mehr als eine Stunde in Anspruch genommen, Io erledigte sich der Abstieg in 12 Minuten. Ja, war es

einmüthigen Erhebung des deutschen Volkes, wo vielfach in den wirthschaftlichen Nölbeu der Gegenwart das Bewußtsein von .der Größe des damals Erreichten verloren zu gehen droht, ist es mehr denn je das Bedürsniß jedes Pairioten, sich die ganze gewaltige Arbeit zu vergegenwärtigen, die damals geleistet werden mußie, um einen 18. Januar und damit die wirkliche staatliche Zusammenfassung der deutschen Stämme zu ermöglichen. W-e anderwärts, wird auch hier beabsichtigt, die Wiederkehr des Tages, der uns das neue Reich brachte, festlich zu begehen. Wie wir hören, soll die Feier Sonntag, den 19. Januar, in Steins Saalbau stattfinden.

** Zur Beachtung. Bei dem jetzt eingetretenen Thau- tt) etter machen wir unsere verehrten Leser darauf auf­merksam, daß bei dem Aufeisen der Cement- und Asphalt» Trottoirs Instrumente zum Hauen und Stoßen nicht ver­wendet werden dürfen. Zuwiderhandlungen sind straffällig und etwaige Belchäd-gungen hierdurch fallen dem betr. Haus- eigentbümer zur Last.

** Bei den im December v. I. abgehaltenen Prüfungen im Hufbeschlag haben folgende Personen bestanden und sind damit befähigt, gewerbsmäßig den Husbeschlag selbständig auszuüben: Heinrich Papst aus Oberselters, Kreis Unter taunus irr Preußen, Michael Schwarz aus Nieder - Olm, Karl Martin aus Wa d - Uelversheim, Johann Jakob Burk aus Gonzenheim, Kreis Obertannus in Preußen, Konrad Heinrich Schmidt aus Habitzheim, Heinrich Seibert au6 Babenhausen, Heinrich Laut aus Wilmshausen, Peter Friedrich auS Böllstein, Adam Lautenschläger aus Wersau, Leonhard Ludwig Rexroth aus Michelstadt, Heinrich Ackermann, aus Groß-Umstadt, Adam Falter aus Winterkasten, Ludwig Schmidt aus Allendorf a. d. Lumda, Johann Georg Peter Mörschel aus Büdingen, Johannes Ludwig aus Ulrichstein, Heinrich Hilß aus Lerdhecken, Georg Emil Ludwig Frank aus Grünberg, Adam Güldner aus Uetzhausen.

** Eon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Schlosser Heinrich Christ aus Oberzwehren von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls und Unter­schlagung- Weinhändler Theobold Deister aus Gau- AlgeSheim von der Staatsanwaltschaft inMainz wegen Bankroils.

E. Schotten, 14. Januar. Hier starb gestern Herr Ober­amtsrichter Fresenius im 68. Lebensjahre.

nn. Darmstadt, 14. Januar. Seine Exce l lenz der Staatsminister Finger beging, wie bereits ge­meldet, gestern seinen 70. Geburtstag und wurde dem Jubilar aus allen Theilen des hessischen Landes, sowie auch aus dem Reiche eine große Anzahl Beweise der Liebe und Verehrung, welche derselbe allenthalben genießt, durch Ueberreichung zahlreicher Geschenke u. s. w. dargebracht. Als erster der Glückwünschenden sandte Kaiser Wilhelm dem Jubilar ein sehr huldvoll gehaltenes Telegramm, während Seine Königliche Hoheit der Großherzog persönlich seine und die Glückwünsche seiner hohen Gemahlin überbrachte und dem Jubilar fein Bild in prachtvollem Rahmen und eigenhändiger Widmung überreichte. Auch Ihre Kgl. Hoheit die Groß­herzogin sandte ein sinniges Geburtstagsgeschenk. Der Großherzog weilte längere Zeit im Hause des Staatsministers und gab demselben in seinem Glückwunsch zu erkennen, daß er denselben noch recht lange in derselben körperlichen und geistigen Frische als seinen Minister und Berather bet sich zu sehen wünsche. Auch vom Großherzog von Baden sowie von sämmtlichen preußischen Ministern waren Glück­wünsche eingetroffen. Die Stadt Worms sowie seine Ge­burtsstadt Monsheim haben ihn zum Ehrenbürger ernannt. Die Militär- und Civilbehörden erschienen bet dem Jubilar durch Deputationen und brachten ihre Glückwünsche dar. Seitens der Ständekammern überbrachten die' Präsidenten der beiden Häuser die Gratulationen, und die nationalliberale Fraction ließ dem Gefeierten ein prachtvolles Blumen- Arrangement überreichen. Auch aus der Bevölkerung wurden demselben viele herzliche Glückwünsche zu Thetl. Mit Stolz kann daher unser Staatsminister Finger auf die Zeichen

Berichtigung.

In den AussatzLandwirlhschattUche Winke und RathschlLge" (couf Nr. 11, zweites B alt vom 13. Januar) hat sich ein sinn­entstellender Drucksehler etngeichltchen. Es heißt in Absatz 2, Zelle 5 denn das Ausüben der Jagd durch die Bauern ist der allererste Punkt 2C. Es muß aber heißen: ist der allerletzte Punkt.

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:ag den 20. Januar wird Bassermann und Gk> :r einmal in Giehen con> dieser Nachricht in iw ne tfuftiininung ju finden, tein bat aber bie Michl, ifie unb ebelfle Gattung sützen, unb \tbtx wW 1 -Mu. 'M MustumS- Toitb auynWM) mit zi nicht bloß in den letzt» i bin bedeutendsten ©tobt« andern ist selbst in Berlii mig dem berühmten Joachim inet worden. Frau Basset« oDoiiiöflen den ClavierM tt op. 44 übernehmen 'M »°°°°. iD« Mchm« » uns btt (Soncertabcnb

°» * * lälde-AuSstellung m Lhuni rt wird und daher Mittm schlossen blei^

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I Dort erwartete bereits die muthigen Kämpen ein ebenso 2 rugales als kräftiges Mahl, bestehend in einer famosen L ^rbswurst>uppe und gutem Sckwarzbrod. Aus dem intensiven § Vertiefen in die wiederholt nachgefüllten Teller konnte man ätlich echten deutschen Hunger, aber wahrlich keine Ueber- miibung oder Ueberanstrengung erkennen. Der finkende Tag führte die Schaar in freudig gehobener Stimmung, ein schönes I Stückchen Gotteswelt im Winterschlaf überrascht zu haben, äuirch Gießen zurück. Als gewissenhafter Chronist darf ich nicht schließen, ohne zu berichten, daß eine Anzahl Unver- i toüstlicher noch Abends nach 10 Uhr im Kaiserhof den Zurück- gebliebenen ihre Erlebnisse m'ttheilten.

** EiSverein. Bei anhaltender günstiger Witterung wird nächsten Donnerstag Nachmittag von 2 Uhr ab die ganze hiesige Regimentscapelle auf der Eisbahn concettiren.

** UnterStenographisches" wird uns geschrieben: Die ^Stenographie hat sich in dem letzten Jahrzehnt eine dm chgreifende Verbreitung, eine Geltung verschafft, die die Wichtigkeit derselben, deutlich erkennen lassen. Was die Tele­graphie dem Weltverkehre, die Telephonie dem localen Ver- kchre, dos ist die Stenographie dem privaten und geschäft­lichen Leben und unter die allgemeinsten Anforderungen an jeden Gebildeten ist die Kenntniß der Stenographie in erster Linie getreten. Der Nutzen der Stenographie besteht darin: 1) daß man das gesprochene Wort im Fluge erfaßt und so nicdersckreibt, daß man es zu jeder Zeit sicher wieder lesen kann/ 2) daß sie als allgemeine Gebrauchsschrift- verwandt werden Fann. Diesen beiden Anforderungen entsprechen nun bie meisten Systeme nicht sie sind entweder lediglich zu dem Zwecke zugeschnitten, Reden wörtlich aufnehmen zu können, oder müssen auf Kosten der Einfachheit und genauen Be­zeichnung auf die praktische Brauchbarkeit verzichten. Das 'System der vereinfachten Stenographie bezeichnet in seiner untci ft en Stufe, der Schulschrift, ebenso genau wie unsere gewöhnliche Schrift, eignet sich aber auch zum wörtlichen Aissnehmcn von Reden in besonders hohem Maße, was durch stmc rattonelle Zeichenauswahl in der Weise, daß den am hüt,fitsten vorkommenden Lauten die sckreibflüchtigften und ^rrbindungSsähigsten Zeichen zugetheilt sind, erreicht wird. iS wird hierdurch die in anderen Systemen vorwiegend große Anzahl Sigel (Kürzungen) überflüssig und dif Schrift lliärter lern- und lesbar. Für den Kaufmann, Beamten usw., welcher die Stenographie neben feinem Berufe erlernen muß, ist dies von sehr hohem Werthe, da er bei geringem Zeit- anfiDanb das System praktisch beherrschen und für sich Milch machen kann. Das System der V. St. kann somit als eine zeitgemäße Vollendung der Schrift bezeichnet werden ii!ib können wir die Erlernung desselben angelegentlichst ivip fehlen. Gelegenheit hierzu bietet sich laut heutigem Inserat in hiesiger Stadt durch den Verein, welcher sich

?raaeÄi,SrahatCt"rre6t bcr mil 8«« Erfolg eingeführt seit 1863, Näh-r- Sluefenft übet dessen Inhalt S°-°dEüig

ertbeuen die (Süterabfertigungen. und blendend reinen Teints, von Aerrten Gießen, den 12. Januar 1895.

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die-Molt strts ;^neten ui melben, da solche sonst' jd)' 0 6 o// hieß, ein IJJ '-V\ der demuächstigen Vertheilung i ^atverge £ai)n^ Berücksichtigung finden können.! 9tnftunbe °z der Zeit ließen, den 5. Januar 1895. i r, kein" ° db 'tz^brüder Weinbera. i. Lia.!

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