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kommen fast alle von fclbst wieder, sie kennen ihre Schule und hängen an ihr, sie wollen lernen und lasten ihren Eltern keine Ruhe, bis diese ihnen auch den Besuch der oberen Abthrilung gestatten, wo sie die schwierigeren, aber auch wichtigsten Fächer lernen 'ollen. DaS ist der beste Beweis dafür, dah die Schulen einem Bedürfnih entsprechen. Die jungen Leute lernen sehr bald verstehen, dah das, was sie lernen, fürs ganze Leben dienen soll. Es macht einem viel Vergnügen zu verfolgen, n ie Eifer und Jnteresie bet den Schülern wächst, je wichtiger die Fächer werden. Es gibt freilich auch Schüler, mit denen wenig oder nichts anzufangen ist, die bleiben am besten von der Schule weg. Wo eben ein junger angehender Landwtrth Lust zum Lernen zeigt, da tollten ihn die Eltern unterstützen, jedenfalls nicht abhalten, eine der für ibn geschaffenen Fachschulen zu besuchen. Gar manche Väter vergessen eben im rang der Arbeit oder aus Oberflächlichkeit die richtige Zeit, ihre Söhne etwas lernen iu lassen, und laden sich dadurch eine Verantwortung auf, die für immer ein Vorwurf bleibt. Andere scheuen die Kosten und bedenken nicht, dah das, was sie dadurch ersparen, niemals Zinsen bringt. Wieder andere glauben, den Sohn der Arbeit wegen nickt entbehren zu können. Ist das aber recht, einen Sohn gerade in den Jahren, wo er Gelegenheit hätte, sich für seinen ganzen zukünftigen Lebensberuf ausbtlden zu können, und gerade in den Monaten, wo die Arbeit am wenigsten drängt, die jungen Leute, anstatt sie etwas lernen zu lasien, für feinen Zweck auSzunützen ? Leider gibt es auch
noch einzelne Altkluge, die sich über alles wegsetzen mit Worten, wie: „9Blr haben ja auch keine Schule besucht und leben doch noch!" DaS kommt mir gerade so vor als wenn einer sagt: »Wir haben ja früher keine künstlichen Düngemittel gehabt, wozu sollen wir sie jetzt auf einmal brauchenI" oder: »Wir haben ja bisher immer Talglichter gebrannt, warum sollen wir denn j tzt Petroleum brennen?" Zum Glück steht die Mehrzahl heute ein, dah die heutige Landwirthschaft eine andere ist und mehr verlangt «18 die frühere, daß es heute gilt alles auszunützen, daß, wer nicht mttkomml, überrannt wird. Möchten doch diese Landwtrthe, ob sie nun selbst Söhne haben oder nicht, für den Besuch der Schulen warm dntreten, sie erfüllen damit ihre Pflicht, wäh'end die andern sich nicht wundern dürfen, wenn sie dereinst von ihrm Söhnen mit Recht Vorwürfe erhalten._______________________________________________________________
Witterurigsbericht vom 13» Cctofcer.
Von dem nördlichen Minimnm, welches stch durch dncn Zuzug vom nördlichen atlantischen Ocean her neuerdings vertieft hat, verläuft eine Furche niederen Druckes über das Onfeegebiet Polen und Galizien zu den unteren Donauländern. Gleichzeitig hat sich das Minimum über West - Europa noch bedeutend verstärkt, sodaß sich die Druckabnahme gegen Norden hin heute ziemlich beträchtlich gestaltet. In Eentral-Europa herrscht demnach bei meist westlichen Winden mdstentheils trübes und regnerisches Wetter.
Zunächst noch trübes, kühles Weiter mit Niederschlägen.
TLirchltcheAnzeigen -er evang.Gemeinde.
Erste Bidelstnnde am Montag, den 14. Oktober, Abends 8 Uhr, im Confirmandenfaal: 1. Brief des PetruS, Cap 1: Trostgruß, HoffnungSztel und Glaubenskrone. Pfarrer Dr. Naumann
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Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß der städtische Friedhof in der Zeit vom 16. October 1895 bis 15. März 1896 von Morgens 8 Uhr bis Abends 5 Uhr geöffnet bleibt und daß die auf dem Friedhof Verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß desselben durch ein Glockenzeichen aufmerksam gemacht werden.
Gießen, den 14. October 1895.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
8549___________________Gnauth.______________________
Alle Diejenigen, welche gelegentlich der Sedanfeier zu dem Fonds für Errichtung eines Kriegerdenkmals beigesteuert haben oder an dem Gelingen des Werkes Jntereffe haben, laden wir zu einer Besprechung auf Freitag den 18. Oktober d. Js., Abends SVa Uhr. in den Saal des Hotel zum Einhorn hiermit ergebenst ein.
Der provisorische Ausschuh.
I- A.:
8536 ______________Jean Kirch._____Pfarrer Dr. Naumann.
Bekanntmachung.
Da ich meine Geschäftslocalitäten zu verlegen beabsichtige, laffe ich Freitag den 18. October, Mittags 3 Uhr, auf hiesigem Rath- hruse meine beiden Häuser, Bauplätze mit Magazinen am Bahnhof, Bauplatz am Solmser Hof, Garten und Baumstücke, öffent- lich zu sehr günstigen Bedingungen meistbietend versteigern.
Bei annehmbarem Gebot wird der Zuschlag sofort ertheilt.
Hungen, im October 1895. 8558
Louis Buch.
Aufgebotsverfthren.
Auf Antrag des Jacob Dern, der Maria Christina Arch, der Anna Elisabeths geb. Dern, Ehefrau des Johannes Burk, und der Elisabetha geb. Arch, Wittwe des Eberhard Da- mvsky, sämmtlich von Watzenborn, werden die Erben der durch Aus- schlußurtheil des unterzeichneten Gerichts vom 19. September 1895 für tobt erklärten Maria Christine Dern, geboren am 6. Februar 1819 zu Watzenborn, Tochter des Melchior Dern und deffen Ehefrau Katharina Elisabetha, geb. Archin, aufgefordert, ihre Ansprüche auf deren etwa 500 Mk. betragenden Nachlaß spätestens in bcm Aufgebotstermine
Donnerstag, den S.Deeember 1895, Vorm. IO Uhr, geltend zu machen und durch Nach- weis ihrer Erbeneigenschaft näher zu begründen, widrigenfalls der Nachlaß den stch meldenden und sich legi- tiuürenben Erben verabfolgt werden wird und sie bei deffen Regelung leine Berücksichtigung finden können.
Gießen, den 20. September 1895. Großherzogliches Amtsgericht.
8156 Zimmermann.
Aufgebot.
Johannes Ebel, geboren am 1. Juni 1805 zu Grosten-Liudeu, ist seit vielen Jahren verschollen.
Sein Kurator Konrad Ebel I. von Lang-Göns hat beantragt, ihn für tobt zu erklären.
Johannes Ebel wird daher migefordert, sich spätestens im Ter- mine
Montag, den S Deeember 1895, Vorm. 11 Uhr, m melden, widrigenfalls er für tobt erklärt und sein Nachlaß den gesetz- litten Erben ausgeliefert werden wird.
Gießen, den 26. September 1895. Großherzogliches Amtsgericht.
8157 Dornseiff._________
Neue Kastanien
L. K.ll.h.L"
Steckbrief.
Gegen den Schnitter Ferdinand König aus Kriescht, geboren am 4. December 1867 zu Glienke, Kreis Bromberg, welcher flüchtig ist und sich verborgen hält, soll eine durch Urtheil des Königlichen Schöffengerichts zu Landsberg a. d. W., vom 2. Juli 1895, wegen Betruges erkannte Gefängnißstrafe von drei Wochen vollstreckt werden. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das nächste Amtsgerichtsgefängniß abzuliefern. V. D. 336/94.
Landsberg a. d. W., 28. Sept. 1895. 8556 Königliches Amtsgericht.
Auch die Erbreiterungs- rc. Arbeiten an den Wegen der Gemeinde Volpertshausen sind zu vergeben und Forderungen bis 16. ds. Mts., Vormittags 9 Uhr, hierhin einzu reichen. $ fcs
Gr.-Rechtenbach, 11. October 1895. 8533 Das Bürgermeister Amt.
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