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1S95
Nr. 62 Zweites Blatt. Donnerstag den 14. März
vierteljähriger
Amts- und Anzeigeblutt für den Tireis Gieren
Gratisbeilage: Hießener Aamilienblätter.
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Eine große Parthie
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Farbenbranche.
1813
Z.Freidurger Geld-Merie! Ziehung am 15. und 16. März 1895!
Benner Lr Krumm
Vortheilhafte Bezugsquelle aller Artikel der
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer brS 23orm. 10 Uhr.
zu Herren- u. Knaben-Anzügen, Ueberzieher und Hosen passend, geben, um bis zur Uebergabe unseres Hauses zu räumen, weit UtltCt
Das Glück kehrt oft bei Gretscher ein, denn er hat Glücksloose gani allein!
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Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Psg.
Redaction, Expedition und Druckerei:
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j insbesondere für Neubauten. Jede Auskunft ertheilt Chr.
randwirthschastliche Winke und Kathschläge.
A «ns Oberheffen, in der ersten Märzhälfte. vet^achtnnge« (int* oberhesfifche« Landwirth- vor der 1895t ArühlingSeampagne.
(Fortsetzung.)
Wenn eS in den bäuerltchen Verhältnissen besser werden soll, muß der Bauer vor allen Dingen selbst Hand mit anlegen; daS haben wir schon so oft an dieser Stelle gesagt, daß man es nicht zu wiederholen nötbig batte. Wir wiederholen es aber doch noch einmal, um j'den Verdacht zu beseitigen, als «warteten wir lediglich vom Staate die Hilfe, „fcilf Dir selbst, so hilft Dir Gott , das ist ein altdeutfcheS Sprichwort, welche« für alle Zetten volle Geltung b<6aU®cr Bauer kann nicht Knall und Fall zu einer andern Wirth- fchastsmethode überspringen, haben wir in Nr. 61 dfs. Bl. gesagt. ®r muß sich die Kenntn.sse und Fortschritte zu eigen machen, die ihn befähigen, höhere Bruttoerträge auf feinem Grund und Boden zu erzielen. Wir verweisen hier zunächst auf die Fortschritte, welche die Wissenschaft in Beziehung auf die Bodendüngung gemacht bat. Wie viele Tonnen werthoollen flüssigen Düngers laufen noch zwecklos ium Hostbore hinaus, während diese Dungstoft'e auf Wirsen, auf Dickwurzelacker, auf mageren Aeckern, die mit Halmgeirerde bestellt sind, bedeutende Erträge liefern würden. Merkwürdig ist es, daß aerobe in ärmeren Gegenden diese Dungstoffe wenig Beachtung finden während sie in reicheren Gegenden sehr geschätzt und gewürdigt werden. Die Gemüseproduciion in der Nähe großer Städte geschi hl vorzugsweise durch Anwendung von flüsstren Dungstoffen, und welche bedeutende Erträge werden dadurch erzielt! , .. .
Ueber rationelle Felderbestkllung und Gründüngung brachte der Gießener Anzeiger" schon vor drei Jahren mehrere Aufsätze, welche penau auSführten, wie es der Bauer zu machen habe, um höhere Erträge zu erzielen und dadurch den Ausfall zu decken, den die schlechten Preise verursachten. Vorträge und Unterweisungen aller Art hat die Verwaltungsbehörde über diesen Gegenstand, der von der größten Wichtigkeit ist, folgen lassen; wenn wir uns aber fragen: was hat eS bis jetzt genützt? fällt die Antwort recht besch.iden aus. Dem Bauer kann man deßbalb auch nicht alle Schuld aufdürden, denn er hat ganz recht, wenn er nicht gleich mit Schuhen und Strümpfen In die neue Wirthschaftsmethode hineinsprrngt. Gut Ding will Welle haben. Wie oft ist es schon vorgekommen, daß Sachen von den Koryphäen der Wissenschaft °ng> priesen wurden; nach einigen Jahren zeigte eS sich, daß nicht viel dahinter stack. Was
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Gebrüder Scheel.
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Der Sietzeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener AtamtktenSlälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt.
Alle Annonccn-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
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ist auS dem Koch'schen Tuberkulin geworben? D'e Wassercurmethode des Pfarrers Kneipp in Wöirishostn wurde bereits in den 40er Jahren von Dr. Scharfenberg zu Michelstadt i. O. in ^Lont?e t ,n wissenschaftlicher Weise angewandt Streich- und M°ssagedoctoren gab eS früher auch schon. In dieser Beziehung hat die Medtctn einige Aehnlichkeit mit der Agrikultur.
Der Bauer macht aber den F hier, daß er auch daS w> rklich und durch viele Jahre hindurch E probte nicht annimmt und sich zu Nutze macht. Wir wollen einige Beispiele ansübren. ^or eirstgen Jahren wurde in dieser Zeitung darauf aulmerkfam gemacht. welch schöne Erfolge zu erzielen wären, wenn die Leute ihre Se'ämtz'en Haus-, Scheuer- und Siallwände mit Traubenstöcken und feineren Obstsorten bepflanzen würden. Viele haben jene Andeutungen gelesen, aber ob ein Einziger darnach gehandelt möchten wir benve fein Hier handelt es sich um Anlagen, die nicht viel Geld und Arbeit kosten, die aber etwa« eintragen können. Aus verschiedenen hegenden, besonders von der Bergstraße und auS Rheinhessen, kommen Nach^ richten, daß Obstbäume und Weinstocke robbet in derselben Weife gelitten hätten, rote in bem kalten W'nter 1879-80. Die Leute dort würben muthlo« und wollten keine Nachpflmzungen macken. Bei uns hat der Frost — rote bis jetzt untersucht werden konnte — weniger geschadet. Darum sollen die Leute ihre Bäume mit besonderer Sorgfalt pflegen und düngen, auf daß die Lucken, welche der Frost in den beiden südlichen Provinzen riß, von unserer.Seite womöglich ausgefüllt werden können.
Ein deutlicher Fortschritt in unserer Provinz zeigt sich bezüglich der Zusammenlegung der Grundstücke, Feldbereinigung und der Drainirung nasser Bodenlagen. Die Bildung von Wassergenossen- schaften, die vortheilhafte Beschaffung der Meliorationscapitalien bei der LandeScredit- und Lanbetzculturrentenkaste eifern immer mehr an, denn die guten Folgen zeigen fich sehr deutlich. In bart dreißtaer unb vierziger Jahren bieses Jabrhunberts hatten wir ähnliche Erscheinungen. Die großen Ges.tzi über Ablösung ber Grunblasten unb die Constituirung der Ttlgungs'enten warm erschienen, «der nur zaghaft gingen die Leute an die Ablösung heran. Nachdem aber die außerordentliche Wohtthat brr neuen Ge'eha-bnng empfunden worden war, fand die Ablösung flrofcen SIntlanfl. S)te sind jetzt erloschen, manche Steuercommissariate haben gar k ine Tilgungsrenten mehr. In Rheinhessen gab .s sehr wenige, dort halten die Franzosen mit derartigen Abgaben kurzen Proceß gemacht, indem "«L in M. b-uE-n Wr.h-
schäften zurück und verweisen aus die Behandlung deS Stallmistes,
bet nach rote vor daS erste unb wertbvollste Dungmaterial in btt Lanbwirthschaft bleibt. Bei Behandlung dieses Dungstoffe« werden noch die größten Fehler gemacht unb dadurch gehen dem Land.virth alljährlich Hunberre unb Taus nbe verloren. Da aber in> Deutschland viele Hunderttausende solcher Wttthsckaften vorhanden find, beziffert sich ber Verlust auf Mtllonen und abeimalS Millionen. ES wird viel fü'Einführung guter Viehrassen, treffl chen Saatgetreibes, brauch^ barcr Obstsorten unb künstlicker Dungstoffe gethan unb baS ist hocherfreulich. Der Stallmist aber liegt vor bet Tbüt, °lH^rUch ml- weichen ihm hundetttausenbe von Eentnern werthoollen Sticknoffe» unb um biesen Verlust sorgt man sich nicht so, wie es sein sollte.
Recht werthooll ist ber Versuck, welcher im vorigen Jahre mit Bekämpfung ber Maikäferplage gemackt worben ist. Wtrb dieser Versuch eine Reibe von Jahren planmäßig fortgesetzt, so sind dtt Erfolge sicher. Durch Pflege ber Bienenzucht kann noÄ ein ItMncB Stück G ld verbient werben und es ist schade, daß viele Leute, Denen die erforderliche Zeit zur Verfügung stebt, sich so wenig.um biefa außerorbentl ch interessanten Gegenstand kümmern. Wer einmal ein« genaueren E'nblick in bte Imkerei erbaten Ja . tann sich n ck>t mehr so leicht davon trennen, sie ist in vieler Beziehung für den Klein bauern einträglicher unb unterhaltender als das Jägdlen. .......
Eln""°°i>-L°-k- find-, sich .ul d-m L-nd- noch nsichlll» der Fertigkeiten im Waschen, Kochen und Ficken. Als zu Anfang des MonatS Januar die Hasen ungewöhnlich billig wurden, fragte man in dieser Zeituna: Wie kommt es daß d'-k^ute sich d«» werthoolle, billige Wldpret entgehen lassen und statt besten faseriges, zähes Kubfleifch kaufen? Die Antwort ließ £d)t lange auf sich warten, sie lautete-. Weil die wenigsten unserer Bauersfrauen WUb- pret zuzubereiten verst.hen. Wir haben 5)au§baltuna6f4ulen in bm drei P.ovinzen, welche sehr wohlthalig wirken und fleißig besucht werden- Der Besuch kostet aber doch ziemUck ®elb> unb barum werden die Schulen von den wohlhabenderen Bauerntöchtern besuch^ Die minb-r gu' si'u'rten Landwirihe können, burch die zwei schlechtm Jabre 1893 unb 1894 empfinblich beeinträchtigt, ihren Töchinn die Wohlthai d.S Schulbesuches nicht zu Theil werden lasten. In den Städten geht das leichter; dort gibt es Damenvereine, die Vortreff liches leisten, was von uns Landbewohnern anerkannt wird. «« uns wären solche Anstalten besonders am Platze und würden segms- reich wttkem^ Schlußworte werden wir uns erlaubm, noch einige andere Punkte zu berühren, für diesmal fehlt der Raum.
(Schluß folgt.)
1LLLÄÄ Zimm-rmcister Wilh. Arnold
1 Mädeln, Bette«, Gold und SUd»,. . ,
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I unb *..*« empfiehlt fich zur Uebmiahm- °^in,snn..F°ch,«nschl^-nd°n^Arb-ttm,
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gpj 137 Louis Rothenberger Wwe. ' Spenglermeister, Wolkengaste 13, Gießen.
Hauptgewinne 50 000, 20000, 10000, 5 000, 10 ä 1000 Mk. baar u. f. w.
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