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12.5.1895 Zweites Blatt
 
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Nr. 111

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erscheint täglich, Bit Ausnahme des MontagS.

Dir Gießener A>«mtrte«ötäl1er werdm dem Anzeiger wdchentlich dreimal beigrlegt.

Zweites Blatt. Somtag de» 12. Mai

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CoaiUe trn» ptw>hjklU».

§. Grebenhain, 8. Mai. Einem Herrn aus London, welcher sich vor 2 Jahren in der Nähe unseres Ortes eine Billa erbaut hatte und stets in der besieren Jahreszeit da- rin wohnt, wurden kürzlich ca. 30 Stück veredelte Stachel' beer« und Johannisbeerstöcke, sowie ein Rosenstock aus dem eingefriedigten Obst- und Gemüsegarten entwendet. Nach langem Forschen gelang es endlich der hiesigen Gendarmerie, eine Anzahl Sträuche bet einem Landwirthe in der Nähe in Beschlag zu nehmen. Der betreffende Landwtrth will diesel­ben von einem Unbekannten gekauft haben.

* Industrie- und GewerbeauSstellung Alkfeld. Nachdem der 1. Mat, der ursprünglich für die Anmeldungen der Aus­steller vorgesehene Endtermin, verstrichen ist, läßt sich mit Sicherheit sagen, daß die Alsfelder Ausstellung frühere der­artige Unternehmungen sowohl durch die Zahl der Aussteller als auch namentlich die Reichhaltigkeit der ausgestellten Ob­jecte übertreffen wird. Bis jetzt haben 122 Aussteller eine Bodenfläche von 1130 qm beansprucht; dazu kommen noch zahlreiche Ansragen. Damit aber der Zweck erreicht wird, ein Bild des oberhesfischen GewerbefletßeS, desjenigen von Alsfeld und Umgebung insbesondere zu liefern, ist noch er­forderlich, daß sich das Handwerk, ob klein oder groß, in Stadt und Land ausnahmslos berhetltgr. Es ergeht deshalb nochmals an alle Handwerker und Gewerbetreibende die Mahnung, alsbald Ausstellungsgegenstände anzumelden. Wer noch länger zögert, läuft Gefahr, wegen Raummangels ab gewiesen werden zu müssen. Und wer überhaupt nicht auS- stellt, dürfte dies demnächst umsomehr bereuen, als die In­dustrie der Provinz, in der richtigen Erkcnnlniß der Kauf­kraft deS Alsfelder Kreises durch ihre starke Bethriligung an der Ausstellung den Kreis der Concurrenten gewiß erweitert, die Coucurrenz einseitig stärkt. Die Zentralstelle deS Landes- gewerbevereinS hat nun eudgiltig die Prämiierung der Aus­steller oberhesfischer Jndustrieerzeugniffe übernommen, die Direction der oberhessischen Eisenbahnen freien Rücktransport der Ausstellungsgüter und freie Rückfahrt der AuSstellungS- befucher gewährt.

-ck. AuS lern Kreise AlSfeld, 8. Mat. Eine eigenthüm- liche Erscheinung bieten die Raps selber (Wintersamen). Obwohl sie schon länger als eine Woche die Blüthenknospen tragen, sind sie bis heute noch nicht zum Blühen gekommen.

Wochcndriesr ans der Residenz.

(Ortginalbericht desGießener Anzeiger".)

Z. Darmstadt, 10. Mai.

(fitem. Theater. - Frühjahrsmesse. Allerlei.

Die vergangene Woche hat uns, trotzdem der Schluß der künstlerischen Wintercampagne unmittelbar bevorfteht, noch eine reiche Fülle von künstlerischen Darbietungen im Concertsaal und auf der Bühne gebracht. Bor Allem muß da deS großen MufikvereinSconcerteS gedacht werden, in dem am letzten Montag die jüngst abgesagte Aufführung von Edgar TinelSFranziskus" statlfand. DaS Werk fand beim Publikum das denkbar größte Interesse und zwar, wie bte Aufführung bewies, mit vollem Recht. Wohl berührt die eigenartige Vermischung geistlicher und weltlicher Motive in Dichtung und Musik, so wie sie dieses Oratorium auf- weist, eigenthümlich, das wurde auch von der hiesigen Fach- kritik ausgesprochen, doch die zahllosen einzelnen Schönheiten der ganzen Composition fesseln den Musikfreund bis zur letzten Note in hohem Grade. Manche Scenen erinnern stark an Richard Wagners JnstrumentirungSkunst und zwar nicht zum Nachtheil für die Wirkung. Jedenfalls hat Edgar Tinel etn geniales musikalisches Talent offenbart und man dars auf dessen weitere Ausbildung und Entwickelung mit Recht gespannt sein. Die hiesige Aufführung übertraf selbst sehr hochgespannte Erwartungen. Orchester, Chöre und Solisten boten unter der vielbewährten Leitung des Herrn Hoscapellmeister de Haan geradezu Hervorragendes. Unter den Solisten ragte Frau Uzielli aus Frankfurt a. M. hervor. Sie hatte die Sopran­partien (HimmelSstimme, Geist der Liebe, Geist der Hoffnung) übernommen und erfreute die Hörer durch den reinen Klang ihrer trefflich geschulten, ausgiebigen Stimme. Den Franziskus sang Herr Hofopernsänger Ernst Kraus aus Mannheim, der als ein aufgehendes Gestirn am Himmel der Kunst gilt. Er besitzt eine prachtvolle, in allen Lagen gleich ansprechende Tenorstimwe und wird bereits im künftigen Winter im Ver­bände der Berliner Hofoper Gelegenheit haben, seine Kunst zu bewähren. Die schwierigen Stellen der Titelpartte ge-

Das intensive Gelb, baß sonst um diese Zett so schön sich . vom maienfrischen Grün des Feldes abhob, bleibt aus und nur ein schmutziges Gelbgrün zeigt sich auf den Rapsäckern. Die Ursache dieser Erscheinung liegt in Millionen von soge­nannten schwarzen Erdflöhen kleinen, glänzend-schwarzen Käferchen, welche die BlÜthcn deS Rapses belagern und gänzlich zerfressen. Es ist wirklich Schade um den Winter­samen, der meist gut durchwintert hatte, und nun völlig zu Grunde gerichtet wird. Wer da weiß, welche Rolle daß Rüböl in den landwirthschaftlichen Haushaltungen spielt, der kann ermessen, welcher Schaden diesen durch die Vernichtung der Rapsernte zugefügt wird. Ueberhaupt scheint der * diesjährige Jahrgang reich an Ungeziefer werden zu wollen. So treten auch jetzt die Maikäfer in großer Menge auf, besonders im Walde. Hier find die jungen Buchen und Eichen im Unterholz voll besetzt von Maikäfern. In vielen Ge­meinden beabsichtigt man wieder wie im vorigen Jahre die Schuljugend zum Einsammeln der Käser zu verwenden. Diese Vernichtungsart Hot fick nämlich als sehr gut erwiesen. Da man noch häufig Maikäser aus dem Boden ackert, so steht beim Eintritt wieder gelinderer Temperatur ein starker Maikäserflug zu erwarten. Ein rechtzeitiges Anordnen der Mittel zur Bekämpfung dieser größten Feinde der Land- wirthschaft erscheint darum dringend angezeigt. Im Obst­garten findet sich gleichsallS eine besondere Erscheinung - die Ansangs reich mit Blüthenknospen besetzt gewesenen Pflaumenbäume weisen jetzt fast gar keine Blüthen auf. Jaj, die unteren Aeste der Bäume sind fast gänzlich kahl und nur an den Spitzen derselben sprießen Blätter hervor. Hier find die Blüthenknospen den kalten Märzuächten zum Opfer gefallen, erfroren und abgestorben. Auch die Birnbäume, die im vorigen Jahre so überreiche Erträgnisse lieferten, blühen schwach. Besser die Aepfelbäume und am besten die Zwetschenbäuwe.

Mainz, 8. Mai. Bet den hiesigen Regimentern wurde dieser Tage Umfrage gehalten, wer von den Soldaten sich den Radfahrern anschließen wollte. ES hat, wie ver­lautet, die Militärbehörde die Absicht, die Zahl der Radfahrer bei den Regimentern zu vermehren, um die­selben bei verschiedenen Dienstzweigen als Ordonnanzen u. s. w. zu verwenden. Das Rad wird den Truppen durch die Militärverwaltung gestellt. Bei Gelegenheit der im Juni hier stattfindenden großen Manöver wird

auf dem Großen Sande ein Zeltlager errichtet werden, worin die Mannschaften des 6. Ulanenregiments während der Dauer ihrer Anwesenheit in Mainz untergebracht werden.

Perfekt, Cattfc* tmö VsUrwirth schäft.

S ver»«thShain, 5 Mat. Die heute hier im Saale deS GastwirthS Psannsttel abaehaltene Versammlung deS landwtrth- fchaftlichen Gauverbandrs Nieder - Moos war sehr zahlreich besucht. Herr Kretsculturtechniker Kunz auS Lauterbach sprach überdie Verbesserung der Gemeindegüter." Redner sührt auS, daß in unserem Dogelsberge sich noch sehr viele und große Flächen Hutwetden befinden, an denen noch viel zu verbessern sei. Es be­finden sich noch ca. 1000 Morgen Weideflächen im Voaelsberge: die Gemeinde Bermuthshain besitzt allein 136 Morgen Weide, und sollte diefe Weidefläche durch Melioration hergestellt werden, so würde der Erlös an Pacht hierfür, nur 5 Mk. pro Hectar, die nette Summe von 680 Mk. jährlich ausmachen und die H rstellungskosten sich schon tm zweiten Jahr decken. Redner hob ferner hervor, daß nicht alle Weideflächen aufzuheben seien; was zu Ackerland geeignet fei, fei als solches anzulegen, auch passendes in Wiesen umzuwandeln. Etn Thetl müsse als Weide bleiben und solle verbessert werden durch Melioration und Düngung, auch sollten diese Flächen abwechselnd beweibet und gemäht werden. Dadurch werde die Weide bedeutend verbessert. Der fchlechte Tbeil der settbertgen Hutweide fei in Wald anzulegen (hier werden jährlich ca. 2 Hektaren verpflanzt). AIS Beispiel führte Redner die Orte Kaulfioß, Breungeshain u. s. w. an, welchen unfer Ort Nachfolgen solle. Die Großherzogliche Staatsregierung unterstütze die Sache, von der zweiten Kammer der Stände feien für Auf­forstungen von Oedungen tm Vogelsberg 10 000 Mk. bewilligt worden. Durch Anlage von Waldungen würden sich auch die klimatischen Vrr- bältnisse in unserem Vogelsberg besser gestalten. Da die hiesigen Landwirthe viel Grundbesitz haben, so sollten die Gemeinden nicht etwa jedem Grundbefitzer einen Theil der Gemeinde Hutweide zu- theilen, sondern die Gemeinden sollten diese Flächen selbst bewirth- schaften. Das Einzelhüten bezeichnet Redner als einen Fehler, daß Vieh solle nur in Heerden gehütet werden, damit kein Schaden ver» ursacht werde. Wenn alle diese Anregungen ausgesührt würden, so würde unteren Landwirthen ein bedeutender Mehr-Erlös und sonstige Vortheile sicher sein.

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; langen dem Sänger ausnahmslos glücklich und so konnte ; seiner Leistung ein großer, wohlverdienter Erfolg nicht fehlen. - Neben diesen Größen gelangte die Kunst der Herren Blaß aus Frankfurt, Geis aus Wiesbaden und Wondra von ' Darmstadt in den kleineren Solopartien zu schöner Geltung. . Ganz ausgezeichnet war die Leistung des Orchesters und nicht zuletzt muß der Sicherheit und Klangschönheit der Chöre gedacht werden, die daS höchste Lob verdienen. So gestaltete sich der Abend zu einem vollen Erfolg für den Musikverein und seinen Dirigenten, und das Publikum, daS den großen Saalbausaal bis auf den letzten Platz füllte, spendete oft begeisterten Beifall.

Dann wäre auch des schönen Concertes des In­st rumentalverei ns zu gedenken, das bereits am vorigen SamStag im Saalbau stattfaud. Unter Herrn Hofconcert- meister PetoS Leitung ernteten die Mitwirkenden, vor Allem die Solisten, Herr Macar Buchner aus Mainz und mehrere Vereinsmitglieder, großen Erfolg.

Im Hoftheater bescheerte uns der Freitag als NovitätGeorgette" von Sardou, ein Gesellschaftsstück aus der Pariser Welt, dichterisch von geringer Bedeutung, aber äußerst gewandt im scenischen Ausbau, wie Alles was Sardou schreibt. Die ausgezeichnete Darstellung verhalf dem Werke zu einem schönen Erfolg, doch fragt eS sich, ob derselbe von Dauer sein wird.

Das Repertoir der Hofbühne steht zur Zeit unter dem Zeichen der Gastspiele auf Engagement. Vtele Mitglieder scheiden mit Ablauf der Spielzeit aus dem Ver­bände des Hoftheaters aus. Am Sonntag gaftirte Frl. Hölldobler aus Stettin als Elisabeth im Tannhäuser. Herr Gerharts sang in der Börstellung zum ersten Male die Titel­partie und erntete für seine Leistung den größten Beifall deS Publikums, in den die Kritik einstimmig einstimmte. Am Dienstag begann Herr Heine vom Königsberger Stadttheater als Tell in Schillers Schauspiel ein Gastspiel auf Engagement. Er soll für das übernächste Jahr als Ersatz für Herrn Edward auSersehen sein, der, w e man mit Bedauern hört, auS dem Hoftheatcrverbande nach 25jährigrr Thätigkeit aus­scheiden soll. Der Erfolg des Herrn Heine wird in der , Presse anerkannt, eine Bestätigung seines Engagements ist I aber noch nicht erfolgt. Der Spiclplan der nächsten Zeit

bringt noch das Gastspiel deS Frl. Walther auß Bremen für baß Fach ber naiven Liebhaberin unb bie Premiere von Cornelius' zweiactiger OperDer Barbier von Bagdad". In bem einaktigen LustspielDie alte Schachtel" wirb sich ; Frau Egli und in Paul HeysesColberg" Herr Dalmonica ; vom Darmstädter Publikum verabschieden. Die neue Spielzeit ! im Hoftheater wird zu Anfang September beginnen. DaS wäre daS was über das künstlerische Leben der vergangenen Woche zu berichten ist, wir fügen noch hinzu, daß die jüngst an dieser Stelle erwähnte Lenbach-AuSstellung beß Kunst- > vereinß jetzt geschlossen ist. Sie hat außerordentlichen Zuspruch ! und Beifall gefunden.

Indessen ist zur Freude ber Darmstäbter Jugenb die Frühjahrsmesse mit ihren Herrlichkeiten herangekommen und auf dem Ludwigs- sowie Ernst-LudwigSplatz treiben die Drehorgeln ber CarousselS und Schaubuden ihr ohrenbetäubendes Spiel, das am künftigen Dienstag sein Ende erreichen wird. UebrigenS ist daS Wetter diesmal der Messe und ihren Be­suchern günstig, der traditionelleMeßregen" hat sich noch nicht eingestellt.

Zu großen sportlichen Thaten rüstet sich ber Rad­fahrerverein Darmstadt für den kommenden Sonntag. Er feiert sein zehnjähriges Stiftungsfest durch ein großes Wettrennen auf der schönen Vereinsbahn an ber Heidelberger Straße. Von nah und fern sind zahlreiche Anmeldungen erster Fahrer eingetroffen, sodaß ein interessanter sportlicher Kamps in Aussicht stehen dürfte. Wir kommen auf den Verlauf ber Veranstaltung im nächsten Briefe zu sprechen.

Zahlreichen Besuch erhielt am letzten Sonntag unsere Nachbarstadt Mannheim von Darmstadl. Etwa 50 Herren besuchten bie dortige Aufführung des Gustav-Adols- Festspieles von Devrtent, baß im vergangenen Jahre in Darmstabt unter Herrn Bassermanns Leitung einen so schönen Erfolg erringen bürste. Die Besucher sprachen fick über bte Mannheimer Aufführung sehr lobend und anerkennend aus, sie wird ihnen Allen im Gedächtniß bleiben, schon deshalb, weil sich mit ihr bie Erinnerung an ein tragisch-komisches Mißgeschick knüpfen wird, das bte Besucher großentheils an ber Heimkehr am Sonntag h'.nderte und sie zum Uebernachteld- in'Mannheim zwang.