Ausgabe 
11.12.1895 Erstes Blatt
 
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Depeschm b<i Sorten .fcerett*.

Berlin, 9. Dtcember. DerReichsanzeiger" schreibt im nichtamtlichen Theile seiner heutigen Nummer: Indem verschiedene Blätter die Demission des Minister« v. Köller auf eine Meinungsverschiedenheit desselben mit dem KriegSmtntster zurückführten, find wir zu erklären er* wächttgt, daß die an fich belanglose Thatsache einer Mein­ungsverschiedenheit zwischen den beiden Herren die Ursache des Rücktritt- des Ministers v. Köller nicht ist. Letztere liegt auf einem anderen Gebiete. Deßhalb ist auch die von einigen Zeitungen verbreitete Nachricht, der KriegSmtntster kabe fich mit einer Beschwerdeschrift über den Minister deS jjLpnern an den Kaiser gewandt, eine Erfindung.

Berlin, 9. December. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Die durch die Blätter gehende Nachricht, die grauen Mäntel der Offiziere und Mannschaften sollten nicht weiter beschafft werden, ist nach unserer Kenntniß der Sachlage unbegründet.

Berlin, 9. December. Wie daSBerliner Tageblatt" hört, erfolgte die Ernennung des Freiherrn von der Recke von der Horst zum Minister des Innern nach einer gestern Abend stattgehabten Unterredung de« Kaisers mit dem Reichskanzler.

Berlin, 9. December. Die Entscheidung in der seit längerer Zeit schwebenden Ministerkrisis ist gestern Vor­mittag im Neuen Palais erfolgt. Der Kaiser empfing dort den telegraphisch berufenen Regierungspräsidenten von Düffeldorf, Fr et Herrn von der Recke von der Horst, mit welchem er eine längere Unterredung hatte, die damit endete, daß der Freiherr sich bereit erklärte, daS Portefeuille des Ministers des Innern zu übernehmen. Der neuernannte Minister fuhr darauf nach Berlin und begab fich sofort in daS ReichSkanzler-PalaiS, um dem Reichskanzler von diesem feinem Entschluffe Mittheilung zu machen. - Gustav Wil­helm Eberhard Freiherr von der Recke von der Horst, ist geboren am 2. April 1847 (deS am 26. December 1869 gestorbenen Frhrn. Aug. Ludwig, köntgl. preuß. Wtrkl. Geh. Ober-RegierungSrathS und Ministertaldirectors a. D. Sohn), köntgl. preußischen Regierungspräsident zu Düsseldorf, Ritt­meister o. D.

Berlin, 9.December. DaS Präsidium deS Reichs­tages, Freiherr v. Buol, Schmidt Elberfeld und Spahn, wurde heute Nachmittag 6 Uhr im königlichen Schlöffe zu Berlin vom Kaiser empfangen. Der Kaiser unterhielt fich c-ufs Leutseligste mit den Herren und wünschte den Arbeiten im Reichstage einen gedeihlichen Fortgang. Sodann bemerkte der Kaiser, daß er am 18. Januar, dem 25jährigen Gedenk­tage der Errichtung deS Deutschen Reiches, ein große« Fest im Berliner Schlöffe zu geben beabfichtige. Er hoffe, die Mitglieder des Reichstages, die jetzigen und früheren, be- sonders diejenigen, die der großen Zeit angehört, recht zahl­reich bei fich zu sehen. Besondere polttische Gespräche wurden nicht berührt. Die Audienz dauerte nur wenige Minuten.

Köln, 9. December. DieKöln. Ztg." sagt bezüglich deS neuen Ministers des Innern, er gehöre nicht zu jener Klaffe von Junkern, die am Rhein allseitige Zurück­weisung finden. Der frischere geistige Zug der rheinischen Bevölkerung sei auch ihm eigen. Derselbe sei mit unermüd- licher Arbeitskraft, lebendigem Schaffensdrang, reichen Kennt- ntffen und strenger Unparteilichkeit, namentlich mit frischestem Jntereffe für alle Fragen des soctalpolitischen und wirth- schaftlichen Fortschrittes auSgestattet. Freiherr v. d. Recke wurde bereits gestern vom Fürsten Hohenlohe zu längerer Unterredung empfangen.

Bochum, 9. December. Gestern fand hier in derTon­halle" eine große Katholiken-Verfammlung statt, in welcher der Abgeordnete Fuchs Köln einen anderthalbstündtgen Dortrag hielt. Die Versammlung beschloß, eine Petition an ben Reichstag zu richten, um dem Orden der Redemptoristen in Bochum eine Hauptniederlaffung zu erwirken.

Wiesbaden, 9. December. Der Erfinder des kugel­sicheren Panzers, Schneidermeister Hermann Dow e, ist nach mehrtägigem Krankenlager hier gestorben. Dowe batte sich noch vor acht Tagen mit seiner Begleiterin, der KunstschützinDiana" auf dem Krankenbette trauen lasten. Derselben vertraute Dowe auch daS Geheimniß des kugel­sicheren Panzers an.

Herford, 9. December. Nach der amtlichen Feststellung erhielt Bürgermeister Quentin 8958 und Dr. Weihe 8626 Stimmen.

Rom, 9. December. DerSecolo" meldet aus Kon­stantinopel: Auf Befehl des Sultans wurden drei hohe Palastbeamte ins Meer geworfen, weil sie ein Attentat auf den Sultan mittelst Gift geplant hatten. (?) Petersburg, 9. December. Das hessische Groß- herzogSpaar wird sich morgen mit dem Großfürsten und der Großfürstin Sergius von ZarSkoje Selo nach Moskau begeben.

Konstantiuopel, 9. December. In der Stadt herrscht große Aufregung, da das türkische Comtiv Nachts große Masten von Flugblättern verbreitete, in welchen der Sturz der gegenwärtigen Regierung angedroht und auf die Ab­setzung de« Sultans vorbereitet wird. Viele Berhastungen wurden vorgenommen und umfastende militärische und poli­zeiliche Vorsichtsmaßregeln angeordnet.

ll. Berlin, 10. December. Wie das Depeschen Bureau Herold" erführt, hat die Beschlußkammer beim Landgericht I in der Strafsache gegen die socialdemokratisLen Ver­eine wegen Vergehen« gegen das BereinSgesetz auf Antrag der Staatsanwaltschaft beschlosten, gegen die beteiligten Vor- stände Anklage zu erheben und die vom Polizeipräsidium angeordnete vorläufige Schließung der betreffenden Vereine bis auf Weiteres aufrechtzuerhalten.

Der Krieg von 1870(71,

leichlldert durch Ausschnitte <u5 Zeitung« - Nummern jener Zett (Nachdruck verboten.

11. December.

Der Umzug der Regierung nach Bordeaux, den Herr Gambetta so hübsch mit dem Jntereffe der Truppen zu begründen weiß, war nach dem Verluste von Orleans zur natürlichen Nothwendigkeit geworden,' indeffen dürfte dieser Schritt, trotz aller Phrasen, seinen Eindruck auf die Bevölke­rung Frankreichs nicht verfehlen. Und wenn schließlich auch Bordeaux keine Sicherheit mehr bieten sollte, dann wird wahrhaftig kaum mehr für Gambetta etwas andere« als Eayenne übrig bleiben.

Im Nordoften sind jetzt Abtheilungen der von iem General von Manteuffel befehligten Armee an die Ufer des atlantischen OceanS vorgedrungen. Die 20,000 Ein­wohner zählende und mit einigen unregelmäßigen Befestig­ungswerken versehene Hafenstadt Dieppe ist am 9. Abends von unseren Truppen besetzt worden._________

CoceUs rrnd provinzieller.

Gießen, 10- December 1895.

** Parlamentarisches. Unter den Gesetzentwürfen, welche an die zweite Kammer der Stände gelangt find, befinden sich außer den bereits mitgetheilten u. A. ein Gesetzentwurf, dem die Kammer ihre Zustimmung ertheilen soll: 1. daß vom 1. April 1896 an die Gehalte der Kreis- veterinärärzte, wie folgt, festgesetzt werden: a. für 7 Beamte Gehalte von je 2400 Mk., b. für 6 Beamte Ge­halte von je 2000 Mk., c. für 7 Beamte Gehalte von je 1600 Mk., 2. daß vom gleichen Datum an das pensions- fähige Einkommen aus den Gebühren der KreiSvetertnär- ärzte auf 600 Mk. ermäßigt wird. Ein weiteres An­sinnen an die Kammer richtet sich auf die Ermächtigung der Großh. Regierung, mit dem Zinsfuß für die fortan aus der LandeScreditkaffe zur Auszahlung gelangenden Dar­lehen, insofern und tnsolange die zur Aufbringung der hierzu erforderlichen Mittel auszugebenden 3V2procentigen Staatsschuldverschreibungen durch die Landcreditkaste durch­schnittlich mindestens zum Paricurse veräußert werden können, an Selle von 4 Procent auf den Satz von 33/4 Procent her- abzugehen. Zu den Ergänzungsbauten der Landes- Universität sollen der Regierung 29300 Mk. behufs Vergrößerung de« Keffelhaufes und Beschaffung zweier Dampf­kessel, ferner 1862 Mk. zur Bestellung eines Hilfsarbeiters für den Maschinisten zur Verfügung gestellt werden.

* Delegtrteu Versammluug deS Landesverbandes hessischer Feuerwehren. Auf Einladung des LandeSausschnsteS der hessischen Feuerwehren fand am Sonntag Nachmittag in Frankfurt a. M. imGasthaus zum Storch" die dies- jährige Delegirten-Verfammlung der hessischen freiwilligen Feuerwehren, dtd zahlreich aus allen drei Provinzen des GroßherzogthumS besucht war, statt, lieber die zur Be« rathung gekommenen Angelegenheiten ist zu berichten: Zu Punkt 1, betreffend den Antrag auf Bewilligung von Geld- Mitteln für Führercurse, wurde nach Entgegennahme eines diesbezüglichen Referats von Herrn Feller-Lollar beschlossen, die Angelegenheit, über welche definitive Auskunft der LandeS- brandkammer noch auSsteht, zur möglichst schleunigen Weiter- Verfolgung dem LandeSauSschuffe zu überweisen. Punkt 2. Ein von der Feuerwehr Friedberg durch den Commandanten Damm eingebrachter Antrag:In Zeiträumen von 5 zu 5 Jahren, mit 1895 beginnend, eine Statistik der hessischen Feuerwehren herauszugeben", wurde angenommen und be- schloffen, die für dieses Jahr darnach fällige statistische Aus- stellung 1896 herauSzugeben- der weitere bereits früher auf den Provinzialfeuerwehrtagen behandelte Antrag derselben Wehr aus Einführung einheitlicher Gradabzeichen für die Befehlshaber und Führer auf dem Verordnungswege fand ebenfalls Annahme. Der Landesausschuß, deffen Erweiterung um sechs Mitglieder aus der Tagesordnung stand, soll der nächsten Versammlung bestimmte Vorschläge wegen der Form der Abzeichen unterbreiten. Falls auf dem Verwaltungswege die Angelegenheit nicht zu regeln ist, soll versucht werden, die Einheitlichkeit durch den Landesverband selbst herbei­zuführen. Es wurde als begründet anerkannt, daß die Viel­seitigkeit der Gradabzeichen, wie Helmbüsche, Säbel, Epau- letten, Schärpen rc. die ernste Sache der Feuerwehren nur lächerlich zu machen geeignet erscheine. Der 3. Punkt, Antrag des AusschuffeS:Da bis heute genug Gelegenheit gegeben war, freiwillige Feuerwehren da zu bilden, woselbst Pflicht­feuerwehren bestehen, find letztere von der Mitgliedschaft deS hessischen Feuerwehrverbandes auSzuschließen", wurde an­genommen und weiter beschlossen, daß den Pflichtseuerwehren jeder Zeit daS Recht zustehen soll, an den Verhandlungen Theil zu nehmen, ohne aber ein Stimmrecht ausüben zu dürfen. Auch erhalten Orte ohne freiwillige Feuerwehren keine VerbandSfeste. Dagegen wurde unter anderem ein- gewendet, daß man die Pflichtfeuerwehren nicht so ohne Weiteres abstoßen, sondern erst noch weiter versuchen sollte, daß sie sich zu freiwilligen CorpS umwandeln. Der 4. Punkt, Antrag von Neu Isenburg: Die Stellung von Anträgen muß mindestens vier Wochen vorher in der hessischen Feuerwehr- zeilung bekannt gemacht werden, sand die Zustimmung der Ver­sammlung. Punkt 5, Antrag von Friedberg, behandelt die Frage: Wer bezahlt die Kosten derRäumung derBrandstelle unmittelbar nach gelöschtem Brande. Die Versammlung schloß fich der Auffassung an, daß die Gemeinde die Kosten zu tragen habe, wenn die Räumung unmittelbar nach dem Brande nöthig wird, dagegen fallen diese Kosten der LandeSdrandkammer »der der Versicherungskaffe zu, wenn die Räumung nach der Taxation erfolgt. Für beschädigte AuSrüftungS- und Klei- dungSstücke würden wohl die Gemeinden auszukommen haben. Punkt 6 betrat Mittheilungen über gepflogene Verhand­lungen wegen Ermäßigung der Eiienbahnfahrpreise für Feuer­wehrleute, die zu Feuerwehrtagen reisen (Feuerwehrleute in Uniform auf Militärbillet eventl. einfache Fahrkarte, zur

Rückreise gitig); daS Srgebniß dieser Mittheilungen ist, daß das Großh. Mtmsterium erklärt hat, diese Forderung nicht be. willigen zu können, und wurde beantragt, ter LandeSauS- schuß solle beim LandeSeisenbahnrath dieserhald vorstellig werden. Zam Schluß wurde die beantragte Erweiterung des LandeSauSschuffes von 6 auf 12 Mitglieder (für jede Provinz 4) damit begründet, daß die Ausdehnung der frei- willigen Feuerwehren und dadurch veranlaßte Mehrarbeit dies bedinge, auch eine intensivere Arbeit deS AuSschnffe« angestrebt werden müffe, um allen Ausgaben gerecht za werden, welche an die freiwilligen hessischen Feuerwehren zv stellen find. Der Antrag wurde zum Beschluß erhoben, und sollen bte Wahlen der sechs neuen Landesausschußmitglieder bis zum 1. April 1896 durch die Provinzialverbände vorgenommen werden. Nach Erledigung der Tagesordnung erläuterte Herr Feller von Lollar al« Mitglied deS LandeSauSschuffe« und der BrandverficherungSkamrner die Functionen der letz, teren, und nahm hierbei Gelegenheit, eindringend davor zu warnen, die Landesbrandkammer mit Gesuchen um Unter« stützungen anzugehen, sofern nicht eingehend nachgewiesen sei, daß die HÜlssbedürftigkeit infolge von Theilnahme an Brändeu oder Hebungen eingetreten. Die Anzahl der der Lande«, btandkammer unterbreiteten Gesuche sei eine sehr große, die Gesuche aber zum größten Theil nicht begründet, und vielfach so spät gestellt, daß sie aus ihre Berechtigung gar nicht wehr geprüft werden könnten. Er könne die Versicherung geben, daß die LandeSdrandkammer in der tolerantesten Weise die Gesuche behandle, und daß besonders Herr RegierungSraih Hechler ein warmes Herz für in Noth geratenen Feuer­wehrleute habe. Herr Feller, deffen Angaben von dem Bor- sitzenden deS AusschuffeS, Herrn JustuS, bestätigt wotden, legt besonders den Befehlshabern ans Herz, die ihnen au« ihrem Corps unterbreiteten Gesuche um Unterstützung sorg- faltig zu prüfen, unbegründete Gesuche aber zurückzuweisen. Herr Keller-Mainz bemerkt hierzu noch, daß daS Ansehen der Feuerwehr leide, wenn anS ihrer Mitte unbegründete Gesuche gestellt würden. Ein Antrag der Feuerwthr zu Darmstadt, die künftigen Delegirten-Versammlungen in Darm ftadt abzuhalten, kam, weil verspätet eingereicht, nicht mehr zur Berathung. An den Verhandlungen nahmen über 100 Vertreter theil. Nach Schluß der Versammlung wurde den Delegirten tn ter Feuerwehrftation in der Münzgaffe eine von der Firma Müller u. Co. in Offenbach gebaute Schiebleiter neuesten Systems vorgeführt und verschiedene Manöver, die zur Zufriedenheit ausfielen, damit vor« genommen.

* * Zur Pestalozzi Feier. Welchen Werth man in maß­gebenden Kreisen der Verbreitung von Pestalozzi- Grund­gedanken über die Erziehung und den Unterricht der Jugend in die weitesten Volkskreise beilegt, beweist die Thatsache, daß der Berliner Magistrat der dortigen städ- tischen Lehrerschaft zum Zwecke einer am 12. Januar 1896 zu erfolgenden bühnenmäßigen Aufführung eine« Drama« Pestalozzi", in seinen Ideen und Handlungen, die Summe von 1000 Mk. bewilligt hat. Die« Beispiel ver- dient Nachahmung!

* JunuugSvorstäade Versammlung Am Sonntag Abend waren imRestaurant Feidel" die Vorstände unserer In­nungen versammelt, um über die beabsichtigte Handwerker- Organisation zu berathen. Man beschloß, fich dem Vor- gehen des Wormser Handwerkertages anzuschließen und mtt allen gesetzlichen Mitteln dafür einzutreten, daß die in Preußen geplante Handwerker - Organisation auch bei un« in Hessen eingeführt werde.

* * Plakatsteuer. Die im October vom GastwirthSverein zu Gießen und Umgegend eingeführte Plakats!euer hat dazu geführt, daß genannter Verein auS der erhobenen Steuer 10 Mk. an den Jugendfreund und an die Kleinkinder- bewahranftalt zur Ablieferung bringen konnte. E« verdient alles Lob, wenn in dieser Weise für Wohlthätigkeit-zwecke Gelder aufgebracht werden.

* * Einbruch. In der RestaurationZum Windhof", Gemarkung Heuchelheim, wurde in verfloffener Nacht ein EinbruchSdiedftahl verübt. Die Einbrecher haben Wurst, Schinken und Getränke sowie einige Poftwerthzeichen mit­genommen. Die Kaffe hatte der Wirth vorsorglich in sei« Schlafzimmer mitgenommen.

* * Bergrutsch. Morgen Mittwoch Vormittag 10 Uhr wird in den der Gemeinde Rodheim gehörigen Marmordrüchert bei Bieber, welche zum Theil der Lahnkalk- und Marmor« Industrie Aug. Gabriel jr. zur Ausbeute üderlaffen find, ein größerer Bergrutsch vorkommen. Die Verarbeiten -u dieser MaffenloSlösung von Gestein man erwartet eine Ausbeute von 5070000 Gentner sind soweit gediehen, daß daS gigantische Schauspiel um die angegebene Zeit erfolgen soll.

- d- Hungen, 8. December. Heute sand dahier im Saale desSolmser Hof" eine vom Bunde der Landwirthe einberufene Versammlung statt, welche von Seiten der hiesigen wie auswärtigen Landwirthe gut besucht war. Nachdem Herr Georg Hahn von Bellersheim per Acclama« tion zum Vorsitzenden gewählt, sprach Herr Lucke-Pater«- hausen über die Entstehung und die Ziele be« Bunde« der Landwirthe. Redner betonte die Nothwendigkeit de« Zu- sammenhalteuS aller Landwirthe in den jetzigen schlechten Zeiten, gedachte deS seiner Zeit von Herrn Ruprecht Raufern veröffentlichten bekannten Ausruf«, demzufolge sich der Bund gegründet habe und führte, nachdem er besonder« hcroor- gehoben, daß der Bund der Landwirthe keinerlei Partei- richtung angehöre, auch sich keineswegs um Religwnsiachen kümmere, wie solches von Seiten der Gegner zuweilen vor- geworfen werde, die Zwecke, welche der Bund verfolge, an. Erstens träte der Bund der Landwirthe für den Antrag Kanitz, welcher jetzt wiederum dem Reichstage vorläge, wegen Regelung eines MinimalpreiseS deS Getreide«, ein, damit dem Landwirthe der Ertrag feiner Arbeit gesichert fei. Sodann erstrebe der Bund eine Bcrbefierung der Getreide-