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Sonntag den 10. Februar
1895
Nr. 35 ZwettcsBlatt.
Hiehener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Amts» unb Anzeigeblatt für den Areis Gissten.
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Amtlicher Theil.
Bekanntmachung.
Gemäß § 39 der Kreisordnung wird nachstehend das Protocoll über die am 30. Januar d. I. stattgehabte ordent« liche Sitzung de» Kreistage» des Kreise» Gießen zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Gießen, den 6. Februar 1895.
Der Vorfitzende de» Kreistages des Kreise» Gießen, v. Gagern.
Geschehen Gießen, den 30. Januar 1895.
DreitzigfteordentlicheSitzungdesKreistages des Kreises Gießen. ,
Gegenwärtig:
1. Der Vorsitzende, Grohh. Provinzialdirector Freiherr v. Gagern,
2. Großh. RegierungSrath Dr. Melior, 3. Großh. KretSamtmann Dr. Wallau, 4. „ , Dr. Wüst,
5. , RegierungSaffeffor Wolff,
6. die Kreistag-Mitglieder:
Bürgermeister Balser, Albach, , Bopp, Bellersheim,
„ Geißler, Lollar,
Fabrikant Georgi, Gießen, Rechtsanwalt Dr. Gutfletsch, Gießen, „ Hirschhorn, Gießen, Fabrikant Homberger, Gießen, Bürgermeister Koch, B'llingen, Gemeinde-Einnehmer Maid, Watzenborn, Bürgermeister Meyer, Großen Buseck, Oeconom von Oven, Hungen, Bürgermeister Roth, Muichenheim, Gutsbesitzer Sch lenke, Hardthof, Bürgermeister Sommerlad, Wieseck, LandgerichtSrath Dr. Schäfer, G'eßen, Heinrich Velten III., Großen Linden, Oberbürgermeister Gnauth', Gießen, 7. der Kreistngenieur Stahl, 8. der Protocollführer, KreiSamtSgehülfe Schiffnie. Der Vorsitzende eröffnet den Kreistag unter Begrüßung ; der erschienenen Abgeordneten und stellt alsbald die Beschluß- i sähigkeit deS Kreistages fest.
Entschuldigt fehlen die Abgeordneten A. Heß, Gießen,
Feuilleton*
Wochenbriese aus der Residenz
(Ortginalbericht deS „Gießener Anzeiger-.)
Z. Darmstadt, 7. Februar.
„Darmstädter Schloßfreiheit". — Au» der Gesellschaft. - Ball deS Darmstädter Schleppjagd-VereinS.
Schon mehrmals habe ich Ihren Lesern berichtet über de« Abbruch größerer Häulercomplexe in den alten Theileu unserer Stadt, der von Sciien der städtischen Verwaltung veranlaßt und auf deren Kosten ausgeführt wurde. So z. B. von der vor einigen Jahren erfolgten Niederlegung der so- genannnten „Insel", erst neulich von der Entfernung deS alten Schlachthauses und der umliegenden Häuser u. s. w. Bet allen diesen Beseitigungen war der sanitäre Zweck maßgebend, man wollte der fast ausschließlich von kleinen Leuten bewohnten „Altstadt" L'cht und Luft zuführen und durch Abbruch der kleinen, ungesunden Logis der Ueberbevölkerung dieser weniger gesunden Stadttdeile steuern. Heute will ich Ihnen von einem Plane berichten, der in seiner Ausführung den oben genannten Unternehmungen gleichkommt, deffen Gründe aber ganz wo anders zu suchen sind. „Darmstädter Schloßsreiheit" — ein stolzer Ausdruck, wie? — ist das neueste Thema, das allenthalben eifrig besprochen wird, und zwar wird soviel darüber geredet, daS die Grenze, wo da» wirklich Thatsächliche aushört und das dazu Erfundene beginnt, äußerst schwer zu erkennen ist. Ich beschränke m ch deshalb auf die Minhetlung Desjenigen, was mir bestimmt zu sein scheint. Ein Consortium auswärtiger Capitalisten hat fich mit einem diksigen Jmmobiliengeschäft zusammen- zethan und plant die Freilegung deS rechten Vorderflügels des Großherzoglichen SchloffeS. Eö ist dies derjenige Bau, der im Parterre die MannschaftS- und O'fizierSzimmer der Hchloßwache und der GardeuoteroffizierS-Compagnie, i« den
Georg Buderus, Lollar, Commer-ieurath Hehl igen- ftaedt, Gießen, Bürgermeister Otto, Beuern, Professor Dr. Streng, Gießen, Forstmeister Th al er, Gießen und Apotheker Welcker zu Allendorf a. d. Lumda.
Auf Vorschlag deS Vorsitzenden werden die Herren Bürgermeister Roth von Muichenheim und GutSbrsitzer Schlenke zu Hardthof zu UrkundSpe'sonen bestimmt, und der KreisamlSgeh'lse Schiffnie zum Protokollführer beftkllt und durch den Vorsitzenden mittelst Handschlags verpflichtet.
Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten.
Der erste Punkt betrifft
1. die Wahl zweier Mitglieder und zweier Ersatzmänner zur land- und forftwirthfchaftlichen BerufSgevosseaschaft (Art. 7 bei
Ges. v. 4. April 1888) für 1895/1900.
Auf Vorschlag des Referenten, Großh. RegierungSrath» Dr. Melior, werden per Acclamation die Herren Gutsbesitzer Schlenke zu Hardthof und Gutspachter von Oven zu Hungen zu Mitgliedern, und Pachter Hofmann zu Hof- Güll als Ersatzmann wiedergewählt, und für den verstorbenen Pachter Kloch der Großh. Forstmeister Amend von Tret» an der Lumda alS Ersatzmann neu gewählt.
2. Wahl je eine» Wahlmaunes zur Wahl der Vertreter der Arbeitgeber und der Vertreter der Berficherteu in den AoSschoß der Versicherungsanstalt für die Invalidität!- und Alters- Versicherung.
Auf erstattetes Referat des Großh. KreiSamtmann» Dr. Wüst werden Fabrikant Heinrich Schirmer zu Gießen als Vertreter der Arbeitgeber, und Schmied Friedrich Müller zu Gießen als Vertreter der Arbeitnehmer per Acclamation wiedergewählt.
8. Wahl eine! Mitgliedes der PferdemnvernngScommiffio» im Bezirk I (Sroßeu-Liodeo), sowie eine» Taxators im Pferde- autzhebuugrbeztrk Gießen.
Durch AcclamaUon wird der Verwalter Schuchard zu Neuhof bei Leihgestern sowohl zum Mitglied der Pserde- mufterungs-Eomm'sston im Bezirk Großen Linden, als auch zum Taxator im PferdeauShebungSbezirk Gießen gewählt. 4. Wahl eiues weitere» Sachverständige» für die Abschätzung der durch Truppenübungen veranlaßten Flurbeschädigunge».
Auf Bornag des Referenten, Großh. RegierungSrath» Dr. Melior wird der Oeconom Friedrich Helfrich zu Gießen al» weiterer Sachverständiger, bezw. al» Ersatzmann, einstimmig gewählt.
5) Vorlage der KreiSkasserechuung pro 1893/94, und Erstattung des Rechenschaftsberichts hierzu.
Die Uebersicht der wirklichen Einnahmen und Ausgaben der Kreiskasse, sowie der ausführliche Bericht des KceiS- auSschuffeS über die Verwaltung und den Stand der Kreis-
beiden darauf gebautenStockwerken und dem die Ecke flanktrenden Pov llon die Großh. Hofbtbliothek enthält. DaS erwähnte Eon- sortium hat nun die Absicht, das ganze Häusercarre, da» durch die Schirmgosse, die Marktstraße, den Markt und den Sckrloß- graben begrenzt wird, abzubrechen und die beträchtlichen Kosten dafür durch eine Lotterie auszubringen. Die Stadtverwaltung hat mit dem Project absolut nichts zu thun, e» ist eine Privatsache. Die mit den Hausbesitzern eingeleiteten Verhandlungen sind insofern von Erfolg begleitet gewesen, als mit sämmtlichen eine Einigung bezüglich des Kaufpr.ife» ihrer Objecte erzielt wurde, mit zweien sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen, jedoch besteht Hoffnung, daß auch diese zu dem gewünschten Ende gelangen. Die Verträge, welche man einstweilen eingegangen ist, sollen bis zum 1. Oc'vber dieses Jahres lausen, bis zu welchem Zeitpunkt die Unternehmer des Project» die Genehmigung der Staat»- regierung zur Abhaltung der Lotterie zu erlangen hoffen. Betrachten wir nun aber einmal den Zweck deS Unternehmens. Allerdings entstände, wenn die gewünschte Genehmigung erfolgte, ein großer freier Platz, aber was wäre damit gewonnen, wo ja der große Markt, der Ernst Ludwig»-, der Parade- und Theaterplotz unmittelbar an denselben stoßen würden, gesundheitliche Rücksichten also kaum obwalteten? Ferner gewährt da» vis-ä-vis de» Schlöffe», die Hof- apoihtcke rc., nicht einmal einen so Übelen Anblick, die Häuser der Marktstraße würden größtentheilS, wenn sie freigelegt werden, keine besondere Zierde eines freien Platzes bilden, durch den Abbruch der in Frage stehenden Gebäulichkeiten würde aber da» erste Geschäftsviertel der Stadt eine starke Verkleinerung erfahren, und schließlich, wa» thun wir im Grund genommen mit einer Schloßfreiheit bei unserem Schloß, dem doch wohl selbst der eingefleischteste Darmstädter nicht viel architectonische Schönheiten nachzusagen im Stande ist?
Das Kunst- und Gesellschaftsleben der Stadt war in der vergangenen Woche stark beeinflußt — vom Eise. Ja
verbandSangelegenheiten in 1893/94 wird durch den Vorsitzenden vorgetragen und die DiScusfion hierüber eröffnet.
Da sich Niemand zum Wort gemeldet hat, wird die Rechnung der KreiSkaffe pro 1893/94 gutgeheißen, und die unter den Rubriken 23, 23a, 26, 27 und 30 stattgehabte» Creditüberschreitungen zu Lasten der in den Belegen Nr. 112 und 113 nachgewiesenen Deckungsmittel genehmigt.
6) Festsetzung deS KreiSkasievorauschlagS für 1895/96.
Der Entwurf des Voranschlags war den Mitglieder» des Kreistages gleichzeitig mit der Einladung zu dieser Versammlung mitgetheilt worden. Derselbe wird rubrikenweise, mit der Ausgabe beginnend, durchgegangen und die einzelne» Ansätze durch den Vorsitzenden erläutert.
Bei Rubrik 28 gibt der Vorsitzende ein Bild darüber, in welcher Reihenfolge etwa der KreisauSschuß die Erbauung projectirter Kreisstroßen vorzuschlagen gedenke.
Großh. Oberbürgermeister Gnauth wünscht, der KreiS- auSschuß möge in der nächsten, event. in einer außerordentlichen Sitzung de» Kreistags ein bestimmtes Bauprogramm darüber vorlegen, welche Projecte auf eine Reihe von Jahre» nacheinander ausgebaut werden sollen.
Bezüglich de» hier vorliegenden Projecte» einer Kreis- straße von der Staatsstraße Gießen—Marburg nach der Haltestelle Friedelhausen und der LandeSgrenze ist er der Ansicht, man würde bei dem P'vjecte ein Opfer gegenüber den preußischen Gemeinden bringen. Er könne nicht dasür eintreten, daß die Strecke zwischen Stausenberg und der StaaiSstraße, welche fich eben im leidlichen Zustande b'finde, von der Gemeinde Staufenberg nur in gutem Zustande erhalten werde, vielmehr solle der Kret» diese Strecke gleichzeitig Herstellen.
Der Vorsitzende erläutert, weßhalb nicht auch dieser Theil der Straße Stausenberg—Odenhausen in das Projekt heretngezogen wurde. — Bezüglich der Vorlage eine» bestimmten Bauprogramms auf eine Reihe von Jahren bemerkt er, der Kreisausschuß sei der Ansicht, der Kreistag solle fich nicht auf eine zu lange Zeit hinaus in seinen Beschlüsse» binden.
Der Abgeordnete Hirschhorn hält die letztere Angelegenheit ebenfalls für wichtig genug, in einer außerordentlichen Sitzung darüber zu berathen, welche Straßen etwa in den nächsten 5 Jahren zu bauen seien und befürwortet den Antrag de» Abgeordneten Gnauth, worauf beschlösse» wird, den KreisauSschuß zu ersuchen: dem Kreistag ein be- stimm'e» Programm über die Verwendung der in der laufenden F'nanzperiode staatlicher SeitS bewilligten Mittel für Kreisstraßenneubauten, soweit solche dem Kreise Gieße» voraussichtlich zusallen, vorzulegen.
Hierauf kommt Großh. Oberbürgermeister Gnauth aus
vom Eise, so unglaublich eS auch klingen mag. Durch die auf den fünf größeren Schlittschubahnen der Stadt veranstalteten Feste litten die übrigen Arrangements ungemei» hinsichtlich deS Besuches. So war z. B. die Premiöre vo» Paul HeyseS fünsactigem Schauspiel „Die Weisheit Salomos" recht schwach besucht, obwohl der Aufführung des Stücke» die denkbar größte Sorgfalt zugewandt worden war und dieselbe die weitgehendsten künstlerischen Forderungen befriedigen konnte. Die seit einiger Zeit von einer Baronin Osten-Sacken veranstalteten RecitationSabende, die ebenfalls sehr imereffant für weite Kieife sind, leiden an chronischer „Leere" deS Zuhörerraume».
Eine außerordentlich glänzende Festlichkeit hatte der hiesige Schleppjagd-Verein am vergangenen Samstag Abend in den pompös decorirten Räumen der Vereinigte» Gesellschaft arrangirt. Zu dem genannten Verein gehören nur die Glieder der ersten Gesellschaft, besonders der Adel. Man kann sich also denken, daß die Pracht der Costüme an Reichthum und Geickmack nichts zu wünschen übrig ließ. Die Damen waren in Balltoilette erschienen, die Herren deS fest- gebenden Vereins tn rothen Jagdfräcken, schwarzen Kniehosen, Strümpfen und Schuhen- Uniformen der verschiedenste» Regimenker, deren Mitglieder als Gäste geladen waren, er- höhten noch die Abwechselung in dem farbenprächtigen Bilde. DaS Programm deS Abends bestand in einem Ball mit darauffolgendem Souper. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog beehrte das Fest mit Allerhöchst Seiner Anwesenheit. Der hohe Herr war ebenfalls im rothen Frack, im Knopfloch eine weiße Kamelie mit Tannenzwetgen tragend, erschienen und tanzie ebenso wie Se. Großh Hoheit Prinz Wilhelm sämmt- liche Tänze mit verschiedenen Damen der Gesellschaft. Zu dem den Schluß bildenden Souper geruhten Se. Kgl. Hoheit Frau von TreSkow, Se.jGroßh. Hoheit Frau von Bellersheim zu führen.


