Ausgabe 
9.6.1895 Zweites Blatt
 
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Nr. 133 Zweites Blatt. Somit-, dm 9. Juni

1898

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Vermischtes.

* Frankfurt a. M., 4. Juni. Die Verwaltung desZoologischenGartenS beabsichtigt, in diesem Jahr zwei große So mm er feste zu veranstalten, deren erstes für den 22. Juni in Aussicht genommen ist. Ein besonderer Fest-AuSschuß hat sich gebildet und ist eifrig mit den Vor­bereitungs-Arbeiten beschäftigt.

* Frankfurt a. M., 6. Juni. Im Zoologischen Garten wurde wegen des Pfingstfestes der monatliche 20 Pfg.'Tag um eine Woche verschoben, derselbe findet nun am 9. Juni Vormittags bis 12 Uhr statt, Nachmittag und Abend wirkt im Doppel-Concert die Musik der Großh. Hes­sischen Leib * Dragoner unter Herrn Musikdirector Franz Stütze! mit. Montag Abend ist zu Ehren der Haupt­versammlung der deutschen Gesellschaft für angewandte Chemie Extra-Concert der verstärkten Gartencapelle und bei günstiger Witterung werden die Burg­ruine und die Baumgruppen bengalisch beleuchtet.

* Marburg, 3. Juni. Am 4. August d. I. wird daS Jäger-Bataillon Nr. 11 zum.Andenken an den ruhm­reichen Feldzug 1870/71 den Tag der Schlacht bei Weißen­burg feiern und am 6. August das vom Bataillon und ehe­maligen Angehörigen desielben auf dem Schlachtfelde von Wörth errichtete Denkmal enthüllen. Alle ehemaligen An­gehörigen des Bataillons werden zu diesen Festen aufgefordert und gebeten, bis zum 1. Juli an das Geschäftszimmer des Bataillons oder an Herrn Sattlermeister Döring in Mar­burg mitzmheilen, an welchen Festlichkeiten sie theilzunehmen beabsichtigen und ob Privat- oder Hotelwohnung in Marburg gewünscht wird. Folgendes Programm ist aufgestellt: Samstag den 3. August, Abends: Vereinigung im Cafv Quentin, darauf um 9 Uhr Zapfenstreich; Sonntag den 4. August: 6 Uhr Reveille, 10 Uhr Feldgottesdienst, daran anschließend Parade vor der Kaserne, 1 Uhr gemeinschaft­liches Esten, 3 Uhr Abmarsch nach den Scheibenständen zum Preisschteßen, 8 Uhr gemeinsames Zusammensein mit thea­

tralischen Aufführungen; Montag den 5. August: Fahrt nach . Weißenburg und Wörths Dienstag den 6. August: Vor- I mittags Einweihung des Denkmals bet Wörth. Theil- nehmer am Feldzuge fahren auf Militärbillet, im Uebrigen sind Gesellschaftsbillets zu empfehlen. Bemerkt wird, daß die Fahrt auf Militärbillet ca. 9 Mk., auf Gesellschaftsbillet co. 12 Mk. kosten wird.

* Berlin, 5. Juni. Vor einigen Tagen fand in Westend bei Charlottenburg zwischen dem Commerzienrath Bosch und einem Regterungsaffessor von Flügge, einem Sohne des früheren ReichStagsabgeordoelen Flügge, ein Duell unter schweren Bedingungen statt. Trotzdem blieben beide Duellanten unverletzt. Die Veranlassung zu dem Duell gab ein Bries, den v. Flügge an einen Rittmeister a. D. Schultz-Schultzen- stein richtete. In demselben wurden über den Commerzien- rath ehrenrührige Behauptungen ausgestellt. Das Duell endigte damit, daß ein Kartellträger den Assestor v. Flügge gefordert hat.

* Thorn, 5. Juni. Der Arbeiter Th ob er aus Podgarz fand auf dem Artillerie-Schießplätze eine Granate und wollte dieselbe zu Hause entleeren. Die Granate explo- dirte und verwundete fünf Personen, darunter drei schwer. Thober wurde die linke Hand weggeristen und die rechte der- stümmelt. Außerdem wurde er am Kopfe schwer verletzt. An seinem Auskommen wird gezweifelt.

* Wie viel Bier trinkt Berlin? Nach einer Mittheilung desSchwäb. Bierbrauer" gibt es zur Zeit in Berlin 76 Brauerein, die 1,417,000 Centner Braumalz verbrauen. Hieraus wurden 1892/93 2,116,979 Hectoliter untergährtges Lagerbier und 998,661 Hectoliter obergähriges Bier (Weiß­bier, Braunbier) hergestellt, zusammen 3,115,640 Hectoliter. An fremden Bieren wurden in Berlin eingeführt (1893) 284,000 Hectoliter- ausgeführt wurden 352,000 Hectoliter, so daß etwa 3 Millionen Hectoliter zum Trinken verblieben. Der Verkauf an Bier erreicht daher fast 200 Liter für den Kopf der Bevölkerung gegen 95 Liter im vorhergegangenen Cholerajahr.

Eine Attacke mit der Reitpeitsche commaudirt. Am 4. Juni beging tin Pasewalk das Kürassier-Regiment Königin die Erinnerung an den 150. Jahrestag der Schlacht bet Hohenfriedberg, in welcher das damalige Dragoner-Regi­ment Ansbach-Bayreuth, aus welchem das Kürasfier-RVgiment Königin hervorging, die in der Kriegsgeschichte fast einzig dastehende berühmte Attacke unter dem Obersten Otto Martin von Schwerin ritt, die dem Regiment dauernde Ehren brachte. Interessant ist, daß Schwerin diese Attacke mit der Reit­peitsche commandirte. Der Grund dafür ist folgender: König Friedrich II. hatte das Regiment einst in früher Morgenstunde besichtigt und infolge eines unglücklichen Zu­falles wollten die Exercitien gar nicht klappen. In hellem Zorn rief der König:DaS ist ein versoffenes Regiment!" und sprengte davon. Oberst von Schwerin stieß seinen Degen in die Scheide mit dem Ausrufe, er wolle ihn nie wieder im Dienste ziehen, und reichte spornstreichs sein Abschiedsgesuch ein. Dem König that seine Hitze bald leid, der Krieg brach aus und er wollte den bewährten Schwerin nicht entbehren. Als dieser sich auf seinen Vorsatz berief, den Degen nicht wieder ziehen zu wollen, kam vom König die Antwort, dann möge er die Reitpeitsche nehmen. Nach dem großen Siege von Hohenfrtedberg führte Schwerin sein jubelndes Regiment dem Könige mit den Worten vor: Majestät, das sind nun min Süpers (meine Säufer)!" Und der König antwortete, indem er seinen Hut abnahm: Ich hätte die Herren fast nicht wieder erkannt!" Der König und mit ihm sein ganzes Gefolge behielten die Hüte in der Hand, bis der letzte Mann vorübergeritten war. Außer anderen Auszeichnungen besitzt daS Regiment heute vor Allem noch die, bei Paraden u. s. w. allein in der ganzen Armee den Hohenfriedberger Marsch spielen zu laffen.

Kunst-Ausstellung,

nähme des Samstags, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch und Sonntag auch noch von 3 bis 5 Uhr. Eintrittspreis für Ntchtmitglteder an Werktagen 50 Psg., an Sonntagen 20 Pfg.

Feuilleton.

Unser Garten im Ium.

Der deutsche Garten um die liebliche Pfingstzett l Brauchts da Worte?!

Hier ist noch des Sommers Morgen, dem der erschlossene Früh­ling die Blüthenthore geöffnet.

Seht doch hinaus in die entzückende Natur! Schon hat am Spätnachmittag die Schwüle des Tages einer angenehmen thau- dustigen Luftbewegung Platz gemacht, die den Dust der treuen Heepens matronalis durch den Garten trägt, mit dem köstlichen Wohlgeruch der reich erblühten lieben Pfingstnelken vereint.

Die erste Rose wagt sich mit schüchternem Erröthen in die hoffende, sprossende Gartenwelt, der erste gleißende Goldkäfer bringt ihr seine Huldigungen dar.

Nach Beendigungen unserer Gartengeschäfte soll beute unser Schritt hinüber nach dem stillen Gartenteich lenken. Er ist nicht groß; sein Spiegel aber wie ein sinnig tiefes Auge, das stumm, aus dem aber eine ganze Welt von Gedanken spricht.

Hier dicht an dem grünen Ufer, umrauscht von den Erlen und Birken, auf dem Moos am Fuß des alten Etchenstumpfs, strecken wir unS nieder. Unsere Blicke schweifen über das Ganze des stillen vorabendltchen BUdes, und wir fühlen es wieder, was uns seit Jugendtagen gewiß: zur vollen Schönheit und Traulichkeit, auch des kleinen landschaftlichen Sommerbtldes, gehört doch so recht ein kleines Stückchen gespiegelter Himmel Wasser! Hier haben wir es in seiner, ich möchte sagen tiefinnigster Form: im kleinen verfchwiegenen Teich. Kein monotones Murmeln der Quelle, keine Eile und Lachen des plätschernden Bächleins, kein phlegmatisches Rauschen des Wasser­falles; nicht das kraftvolle Ziehen des Stromes, die Majestät und Wucht der See! Stumm blickt er uns tif, stumm gleitet die Abend- und Morgenwolke über feinen Spiegel; aber die reiche organifche Welt, die ihn bewegt, belebt, schmückt, die ihre eigene Sprache spricht, geben ihm das trauliche, wunderbare Gepräge, das auf das unverdorbene Menschengemüth so eigenartig, so gehetmntß- voll wirkt.

Hört Ihrs durch Schilf und Binsen wehen, in traumhaft perlenden Harfenklängen, die anmuthig zur Seele dringen?

Er liegt so still im Abendlicht, So friedlich wie ein fromm Gewissen; Wenn Weste seinen Spiegel küssen, Des Ufers Blume fühlt es nicht;

Libellen zittern über ihn.

Blaugoldne Stäbchen und (Sarmin, Und auf des Sonnenbtldes Glanz Die Waffel spinne führt den Tanz; Schwertltltenkranz am User steht Und horcht des Schilfes Schlummerliede; Ein lindes Säuseln kommt und geht, Als flüstere es: Friede! Friede!"

Die begnadete Sängerin, die diese Aeolsklänge einst wob: sie kannte wie Niemand die Sprache der stillen schtifumrauschten Teich- fpiegel! Und diele große Tochter derrotben Erde", Anette von Droste-Hülshof, ahnte wohl nicht, als sie die Satten zu ihren Schtlfliedern anklang, daß einst ihr blumiges Ruheplätzchen,

dem das Pfingstfest seine erste Rose beut, aufs grüne Ufer eines Sees herabblicken werde, von dem aus, unter Grüßen einer alten trauten Burg im fernen Schwaben die weißen Möven mit munterem Fiügelschlag über sie hinziehen, undblaugoldene Stäbchen" Rast auf ihrer Ruhecypresse halten! ,

Als wir vorhin am Rande des Teiches zu unserem Sitz schritten, konnten wir schon wahrnehmen, welch reiches Leben in und um den Wasserspiegel sich regt: bei jedem Schritt fast stürzten sich unser Nahen förmlich beheroldend einige Teichfrösche in die Fluth. Kleine Mücken schwirren in Tänzen über der Wasserfläche und Schwalben kreisen ihnen zu Liebe wie in genau berech­neten Curoen ganz dicht über dem Spiegel, so daß sie mit den Flügelspitzen oft denselben streifen. Sie Haschen sich von den leicht­sinnigen Lufttänzern und von den in den Binsen ausflatternden viel- gestalteten Wasserinsecten, nach denen ein geübtes Auge übrigens auch in manchem Btnsenbufch Freund Frosch und, seltener, den kleinen Taschensalamander Schnappsprünge ausführen sehen kann. Ja, selbst aus dem stillen Spiegel recken sich blitzschnell hin und wieder Köpfe, um ein gar zu leichtsinnig in die Wassernahe ge- rathenes Kerbthter von der Wasserpflanze wegzuscknappen. Und wie glänzt der Panzer in Purpur und Gold, der Kopf und Fischleib ziert! Goldorfen stnds, Vettern des Karpfen, die hier im Telchwasser ein gemächliches Leben führen und eine die Köchin in Herbsttagen erfreuende Körperfülle sich anzueignen bestreben., .

An unserem moosigen Plätzchen buchtet sich eine kleine Schopf­stelle ein, an der häufig labungspendende Fässer und Gießkannen ihrer Füllung entgegensehen. Wir haben sie ganz nahe vor Augen, so daß wir in dem abendlich durchsonnten Wasser jedes kleine Waster- thierchen über dem moorigen Grund klar erblicken.

Welch reiches Leben! Und doch sehen wir die Welt des Aller­kleinsten, Mikroskopischen noch nicht! Hier trudelt und kugelt eine Gesellschaft kleinster röthltcher Wassermilben vorüber. Voraus die Atax ypsilophoros, die auf dem Rücken kokett ihr Y sehen laßt. Ihr folgen einige Basen, rote die tmktschrothe,doppelzähnige Faden- beinige" (Diplodontus filipes) und die blaugrünesumpfliebende Schauspielerhastc" (Limnesia histrionica). Dann rollt sich, Über: purzelnd, eine Daphnia pulex, ein Wasserfloh, ganz komisch uns mit leinen bäumchenartigen Ruderarmen drohend und winkend, vorüber. Cyklopse kleine Krebsthierchen - die ganze Säckchen von Eiern mit sich schleppen, folgen einäugig seiner Spur. Jetzt naht sich eine Wasserassel mit einer Unmenge langer Beine,buddelt" sich im Grund ein, dann.schnell und taumelnd durchsaust ein Pärchen nied­licher Wasserkäfer mit langen im Schnelltact bewegten Ruderbeinen das seichte Element. Es ist derdurchscheinende Lachenfteund' (Laccophilus hyalinus) mit Frau Gemahlin. Er landet, hupst känguruhartig etn wenig am Ufer herum.Es ist nichts," sagt er und stürzt sich wieder in die Fluthen, um mit seinem Ehegesponst davonzurudern. WaS hat er gesucht?

Jetzt aber landet etwas Größeres! Eshundelte" komisch- gemächlich aus der Teichtiefe heran: ein großer olivenfarbener Waster- käfer, dessen Unterseite beim Schwimmen im prächtigsten Silber gleißt. Er steigt mit seinen pfotenarttgen Vorderbeinen heraus, dann wackelt er, seine langen befransten Ruderbeine nur unbeholfen be­nutzend, den Uferrand herauf, um auf einem Steine Platz zu nehmen und sich behaglich die Fühler zu putzen. Es ist Hydrophilus piceus, ein guter Kerl, der sich friedlich von Pflanzenstoffen ernährt und | keinem Fischchen etwas zu leide thut. Nicht so seine raubgierigen

Vettern, die berüchtigten Dylicusse! Kaum saß er still, da beugte sich in der Nähe ein großes Blatt der Pestwurz zur Seite, und ein Gesicht guckt vor--! Ach, wie breit das Maul, wie warzig und

häßlich, aber mit so guten goldgeringelten Augen.

Ei gutnowed Hybrophilche! wonaus bann?" sagte das gut- - müthige Maul. Es gehörte einer Kröte, die schleppend näher kroch. N'abend Mamsel Bufo; ick wullt man blot en Strämel Luft snappen!" Die Kröte:Guckeste, da haweste recht: nu ich bin nor schnell rlwwer vom Gaarte, e Bädle nemme; sell isch als so ge­sund vor der Nachterwet; muß glel Widder niwwer hopse! Na, un rote gehts bann brunne im Schlamm?" Der Käfer:Je. bu leime Gott: rote schall bat bl bies froeren Tlben gähn? be Kalmus staht ja nich siecht, äwerst bas kribblige Düwelstüg van die Libellenjöhren, bat breiht mt bat Hart in be Brust um: et lat uns nich drift ran- kamen!" Die Kröte:Jessas! was Sie net fache! Aw wer mit Korasch bruf los deß isch mein Pricip bo möcht ich boch ernol sehe, ob beß Pack net ausrelßt!! Hais Ihne benn gebroht?" Der Käfer:Gebroht? Je, bu letwe Tlb: bat olle linke Achterbeen hat es mi fast adsnappt!" . . : , lt, , n .

Unb nun die gegenseitigen weiteren Klagen. Urkomisch! Und manch Erheiterndes, für das hier kein Platz. Der Käfer schildert sein schweres Dasein, die Gartenkröte die Beschränktheit der Menschen und die Klugheit des alten Gärtners Anselm, der ein halb Dutzend ihres Stammes in Salat und Kohl gesetzt. Da werde ihm reich ge­lohnt durch endlose Schnecken-, Raupen- u. s. w. Jagd. Dann erzählte sie zu unserem nicht geringem Staunen dem Wasserkäfer, wie sehr sie mit dem Gartenbau vertraut, ja, alle Arbeiten genau wisse, um ihnen Appetit und die Jagd darnach einzurichten. Pflanzen rühre sie nicht an. Jetzt, im Juni, werde alles leer gewordene um= gegraben, mit Gemüse zum Winter befteüt. Abends, da würde begülli; da drücken sie sich. Winterkohl, Salat, Endivien, Fruh- kohlrabi, (Sarotten, Erbsen unb Buschbohnen würben noch gesäet. Gehackt und behäufelt werbe tüchtig, ba setze es manchen Engerling unb Drahtwurm, manche Tipula ab. Im Spargelwälbchen roerbe borbelaisirt; ba gebe sie Fersenaelb. An den Plnzlrabsällen im Obst­garten, ja, ba hasche sie auch so manchen Racker weg. Und gar in den Erdbeeren! Da habe ihr diegnabrge Frau" schon selbst, als Dank, Fliegen zugeworsen.Man tau!" sagte der Käfer. Auch über die jungen Baumpflanzen wache sie. Tagsüber sitze sie meist in der alten Salbeistaube u. s. ro. Nichts fürchte sie, so schloß sie ab, nur vor ber Mähmaschine habe sie einen heiligen Respect: bie habe mal einen lustigrn Grasfrosch mitten entzwei geschnitten!

Die Sonne sank eben, als sie ihren geschwätzigen Bericht be- enbet, ber Käser sein Haupt barob bebächtlg gewiegt hatte. Mein Schön Dank!" ve.'rieth mich: Beibe stürzten sich kopfüber ins Wasser. Er, um seinem Kalmus zuzuhundeln, sie, wohl ihr Abenbbad zu neb?eänt'er ßinß ber ^f, erfüllte ben Garten unb feine Pfingstpracht mit seinem stillen magischen Vtd)t auf bem Teiche aber spiegelten unb spielten Millionen Silberblicke, umtanzten bie erste sich öffnenbe Teichrose. Dann webte ber geheimnißvolle Nacht­geist durch ben ganzen Garten, stieg zu ben Blumen hinab unb klopfte selbst leise an, an einem Puppensärgchen: Auferstehung in der XobanntSnacbt verheißend! Beim Püppchen des Leuchlkäferchens!

Heinrich Freiherr Schilling.