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8.2.1895 Erstes Blatt
 
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Schloß mit vorn ickung einer Fallen, egen, 10. 8. 94. Waren Schiebers:

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jährliche« Gehalte ton 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten- und Lectorendienst verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Lekheim, Kr. Groß-Gerau, mit einem nach dem Dienstalter fich bemeffenden jährlichen Gehalte von 900 bis 1000 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Sine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle h der Gemeindeschule zu Kostheim, Kr. Mainz, mit einem naä) dem Dtenstaiter fich bemeffenden jährlichen Gehalte von 10001800 Mk. Zwei mit katholischen Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Lorsch, Kr. BenS- heim, mir nach dem Dienstalter sich bemeffenden Gehalten von 10001600 Mk., bezw. 10001300 Mk. jährlich. Die mit einem kathol. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle on der Gemeindrschule zu JllgeSheim, Kr. Offenbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Dem KreiSrath zu Offenbach, sowie dem kathol. Pfarrer und dem OrtSvorstand zu Jügesheim steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem kathol. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle a i der Gemetndeschule zu Nieder Mörlen, Kr. Friedberg, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk.

Allendorf a. b. Lda., 6. Februar. Der im heutigen Gießener Anzeiger" von Staden gemeldete Schwindel bezüglich eines Schatzes von 600,000 Frcs. ist auch hier versucht worden. Am vorigen Samstag erhielt nämlich Herr Bäckermeister Ehr. Ztnßer einen gleichen Brief aus Barcelona, wie er in Staden eingetroffen ist. Es wäre zu wünschen, daß der Absender des Briefes, der auf diese Weise doch schon Geschäfte gemacht haben muß, durch Vermittelung der zuständigen Behörden entdeckt würde, was aber nicht so leicht möglich sein wird, da er sich Antwort an eine Mittels­person erbeten hat, welche beim Einschreiten der Behörde ihre Mitw'ffenschafr leicht in Abrede stellen könnte.

+ Rnddiogshausen, 5. Februar. Da der hiesige Bei­geordnete, welcher erst kaum vor einem Jahre gewählt wurde, sein Amt freiwillig niedergelegt hat, so wird dem­nächst wieder eine Beigeordnetenwahl stattffihden.

x Wie uns aus Romrod durchaus glaubhaft berichtet wird, sind dort thatsächlich 22° R. Kälte gewesen. Wir geben dieser Mittheilung mir Bezug auf den ArtikelAus dem Vogelsberg" unseres Correspondenten in Nr. 30 des Gieß. Anz." vom letzten Dienstag bereitwillig Aufnahme.

Butzbach, 4. Februar. Im Laufe des Jahres 1894 wurden in der Stadt Butzbach 58 Kinder, 32 Knaben und 26 Mädchen, geboren, 54 Personen, darunter 19 Kinder unter 14 Jahren, beerdigt, 14 Paare getraut. Zugezogen sind 192 Personen, gegen 63 im Vorjahre- weggezogen 73, gegen 53 im Vorjahre.

Aus dem Ried, 4. Februar. Auf dem DampferElbe" ist auch ein hessischer Staatsangehöriger, der in Lorsch be- heimathete Landwirth Philipp Mischler, verunglückt. 15 Jahre hatte er in der neuen Welt gelebt und sich eine Lebensstellung begründet. Es drängte ihm, seine alte Mutter und die sonstigen Verwandten zu besuchen. Von dem Besuche

weg begab er fich auf dieElbe" und fand auf dieser, erst 35 Jahre alt, seinen Tod.

Vo« Main, 5. Februar. Das grauenhafte Schicksal des SchnelldampfersElbe" hat in unserer Gegend die Er­innerung an ein ähnliches entsetzliches Schiffs Unglück aufgefrischt, dem eine Wittwe aus Seligenstadt mit ihren 4 erwachsenen Töchtern als die einzigen Ueberlrbenden auf wunderbare Weise entrann. Am 22. August 1865 verließ nämlich die Wittwe Katharina Löhr von Seligenstadt mit ihren Töchtern Elisabeth, Margaretha, Anna und Franziska mit dem SegelschiffeWilliam Nelson" den Hafen von Ant­werpen, um fich zu ihrem Sohn David Löhr in Newhork zu begeben. Das Schiff verbrannte auf hoher See, und nur dcn 5 genannten Personen gelang die Rettung, indem sie sich an einem Mastbaum festhielten. Nur die Ermahnung der Mutter, auf Gottes Hilfe zu bauen, hielt die Töchter davon ab, sich in baß Wellengrab zu stürzen. So umklam­merten die Unglücklichen viele Stunden lang krampfhaft den Mastbaum, bis sie endlich von einem passirenden Schiffe aus­genommen und nach St. John (New-Foundland) verbracht wurden. Von da aus reisten sie nach Newyork. Die helden- müthigen Leute fanden alle in Amerika das gesuchte Glück. Die gottesfürchtige Wittwe starb am 5. Juli 1892. Sie hinterließ neben ihren 5 erwähnten Kindern 25 Enkel und 12 Urenkel. Die Leichenrede hielt der Pfarrer Freund aus Darmstadt.

Worms, 4. Februar. Am Samstag kam hier eine Ehe zu Stande, die unter den obwaltenden Umständen ziemlich selten sein dürfte. Der glückliche Gatte hat seine Siebzig hinter sich, während die Neuvermählte erst SechSundfünszig zählt. Doch auch da ist der schöne Spruch anzuwenden: Und die Liebe höret nimmer auf," denn die Jetzige ist seine Vierte und derjunge" Ehemann ist ihr Dritter.

Vermischter.

* Frankfurt a. M., 6. Februar. Mit 29 gegen 23 Stimmen hat die Stadtverordneten Versammlung gestern die am 1. April 1895 zu vollziehende Jncommunali- sirung BockenhetmS durch Frankfurt a. M. be­schlossen.

* Berlin, 6. Februar. Die Morgenblätter berichten auS BreSlau: Die Schlußabrechnung des 8. deutschen Turnfestes ergibt ein Deficit von etwa 25,000 Mk., daß durch die Garantie der Stadt BreSlau von gleicher Höhe gedeckt ist. DerLocalanzeiger" meldet ans Sprem- berg: In Pulsberg verbrannten bei einem Brande in einer Stube vier Kinder.

* Breslau, 5. Februar. Der Fleischer Wagner, welcher wegen Verdachtes, den Mord an derGoldelse" begangen zu haben, verhaftet wurde, ist demBerl. Tagebl." zufolge wieder aus der Hast entlasten, weil der Verdacht hinfällig ist.

* lieber die Auffindung des Rettungsbootes derElbe" macht William Wright, Capitän derWild Flower", die die Geretteten aufnahm, folgende Aussage:Tag war es und ungefähr 10 Uhr, als ich ihren Hemdfetzen gewahr

wurde, und als sie mich sahen, stellten fie das Rudern eie. Sie werden umkippen," sagte ich zu meinem Maat,wen» fie fich nicht in Ach: nehmen." Ich winkte ihnen daher mit meinem Hut, um sie zu ermutigen. Und darauf ließ der biedere Skipper baß Angelzeug ausnehmen, toafl ungefähr eine halbe Stunde in Anspruch nahm. Leider trieb mittler* weile daß Rettungsboot allseits - aber dieWild Flower" holte wieder ein und wars ihm ein Tau zu - aber so steif und erfroren waren die Hände der Jnsaffen, daß geraume Zeit dauerte, ehe fie baß Tau an den schlüpserigen Brettern befestigen "konnten. Endlich legte daß Boot an der Leeseite der Schmack an, worauf die Hälfte der Geretteten an Bord kroch. Plötzlich gab daß Tau nach und nochmals schaukelte daß Boot hilfloß auf der See, bis die Schmack nach Aus- hiffung deß Stagsegelß es wiederum einholte. Zwei der Matrosen sprangen dann inß Boot und halfen den Übrigen heraus. Wir mußten fie förmlich heraußheben- sie waren steif und konnten sich nicht bewegen, und als wir sie onsß Deck gebracht, lagen sie hilflos da. Die Frau Fränkin Anna Böcker schwamm im Master auf dem Boden beß Schiffes. Sie glich einem Häuflein Meergras, hatte weder Hut noch Schuhe, nur ein dünneß Wollkleid an. Ihre beiden Hände stccklen in einem Muff. war ein guter Muff. Darauf brachten wir sie alle in die CajÜte hinunter, zündeten alle Feuer an und wärmten fie; nur die Dame schaffte ich in die innere (Sabine, hieß sie sich auSziehen und sich in Decken einhüllen und zog die Thür hinter mir zu. Und bann, als sie damit fertig war, hoben wir sie auf sie sagte kein Wort und wir natürlich auch nicht unb legten sie in einen Bettverschlag, wo wir sie noch in einige Decken mehr einhüllten, unb da ließen wir sie. Fräulein Böcker wurde alS ein sehr blondeß, kindlich aussehendeß Persönchen geschildert, von einnehmenden Manieren und wunderbarer Geduld und Ausdauer. AlS sie aus dem Boote gehoben werden sollte, bat sie, man solle sie in Ruhe lassen, nutze doch nichts. Später aber zeigte sie sich außerordentlich dank­bar unb empfing die unvermeidlichen Jnterwieverß mit der größten Erkenntlichkeit. Soweit biß jetzt bekannt ist, sind von der Besatzung derElbe" ums Leben gekommen: der Capitän v. Gössel, 3 Offiziere, 1 Arzt, 2 Bootßloote, 2 Zimmerleute, 3 Steuerleute, 1 Segelmacher, 11 Matrosen, 4 Zwischendeck-Stewards, 4 Leichtmatrosen, 4 Schiffsjungen, 13 Maschinisten, Electriker und Handwerker, 24 Heizer, 26 Kohlenz'eher, 38 Köche, Bäcker uud Stewards.

Gottesdienst in der Synagoge.

Samßtag, den 9. Februar.

Vorabend 5 ° U6r, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3« Uhr, SabbathauSgang 616 Uhr-

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast.

Freitag Abend 515 Ubr, Samßtag Vormittag 8^ Uhr, Nachmittag 3 Uhr, SabbathauSgang 62° Uhr.

Pfarrer, Lehrer Beamte rc. emps. den vorz. Holländ Tabak btt

B. Becker m Seesen a.H. 10 Pfd.loseim Beutel nur acht Mk.sco 124

Bekanntmachung.

Betr.: Die Stiftungen der Frau Hofgerichtsrath von Krug und ihres Sohnes des Hofgerichtsraths Dr. Karl von Krug. Die diesjährigen Zinsen aus der rubricirten Stiftung sollen an 12 Arme der Stadt Gießen mit je 20 Mk. vergeben werden. Be­werbungen um dieselben sind bis zum 20. d. Mts. schriftlich oder mündlich bei dem Armenamt, Zimmer Nr. 3, vorzubringen.

Gießen, den 5. Februar 1895.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 1197

Verdingung.

Die zum Neubau eines Kasernements für 2 Compagnien Infanterie für das Mannschaftsgebäude weiter erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, wie:

1) Zimmerarbeit,

2) Dachdeckerarbeit,

3) Spenglerarbeit,

4) Lieferung von Guß- und Walzeisen,

5) Schreinerarbeit und

6) Schlofferarbeit

sollen Montag den 18. Februar d. I., Vormittags 11 Uhr, auf dem Stadtbauamte vergeben werden.

Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen daselbst in Zimmer Nr. 5 während der Dienststunden offen. Angebote, auf vorgeschriebenem Formular, sind bis zu genanntem Termine dorthin einzureichen.

Gießen, den 6. Februar 1895.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 1198

Bekanntmachung.

Das Cataster über die außge- führten Drainirungsarbeiten in den Fluren I, III, IV, V der Gemarkung Inheiden und ein Theil in den Fluren III und IV der Gemarkung Feldheim liegt von Montag den 11. d. MtS. an 4 Wochen lang zur Einsicht der Genoffen üvber Wohnung des unterzeichneten Vorstehers offen. Abänderungen und Anträge muffen innerhalb dieser Frist bei dem unter­zeichneten Vorsteher gestellt werden.

Inheiden, den 6. Februar 1895. Der Vorsteher

der Waffergenoffenschaft Inheiden.

Reitz. 1188

Wegen Aufgabe der Oeeononüe.

Große Versteigerung auf dem Hof­gut Wäldershausen, Station Burg- u l' Rieder-Gemünden, Strecke GießenFulda Mittwoch den 13. und Donnerstag den 14. Feb­ruar d. I.

Anfang Morgens 10 Uhr.

Zur Versteigerung gelangen:

12 Pferde, 71 Stück Kühe, Stiere und Rinder, sowie sämmt- liches zum landwirthschaftlichen Be­triebe erforderliche tobte Inventar. Hof Wäldershausen.

925 Ruth.

Verdingung.

Die Arbeiten und Lieferungen zum Ausbau der Löberstraffe zwi schen Bismarck- und Bleichstraße, einschließlich Herstellung der rund »20 Mtr. langen Usermatter längs der Wieseck und der lieber» Wölbung des Klingelbachs, nämlich

1. Erd< und Maurerarbeiten,

2. Steinhauerarbeiten jLungsteine und Mainsandsteine)

3. Pflasterarbeit,

4. Chaussirarbeit,

5. Schlofferarbeit (getheilt in zwei Loose) und

6. Weißbinderarbeit

sollen im Wege des öffentlichen An­gebots verdungen werden und wird Termin hierfür auf unserem Stadt­bauamte auf

Samstag, 16. Febr. d. I., Vormittags 11 Uhr, anberaumt.

Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden aus dem Stadt­bauamte offen und sind Angebote auf vorgeschriebenem Formular, ver- schloffen und mit entsprechender Auf­schrift versehen, bis zum genannten Termin dort einzureichen.

Gießen, 6. Februar 1895.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Gnautb. 1175

Frritsg den 8 Mmsr 1895,

Nachmittags 2 Uhr,

Adler zu Gießen versteigere ich gegen Baarzahlung voraussichtlich bestimmt:

1 Ladeneinrichtung, 1 Eisschrank, Wirtbsttsche unb Stühle, 1 Veloctped, 1 Silber-, 1 Sviegelschrank, 6 Sophas, Gold- unb Poliiurletsten, Gold- unb Silberfachen, Bilder rc.

Engel, 1182_______________Gerichtsvollzieher.

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Montag den 11. Aebraar 1895, Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Hause Waülhorfir. 27

gegen Baariablung versteigert: ;__

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1 Aüllmaschine, 1 Wiege mir Klotz,! räucherte K. Bücklinge empfiehlt billigst

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1177

Geitzler, Großh. Gerichtsvollzieher

bandwe.kszeug; WirthschaftSatru« fi'ienr d Wtrthslische Siüale, Bänke, Bterapparat; Möbel r 1 Sopha, 1 runder Tisch, 1 Weißzeugschronk, 1 Commode, 1 Waschkommode, Spiegel, Bilder, 1 Regulator, 1 Hängelampe, verschiedenes Bettwerk, 1 Pllpchmantel, 1 Säleifstein, 9 Kegel 1 O^chen 1 Theke mit Marmorplatte u Waage, 1 E'ke gestell von Marmor, 1 schrank und verschiedene» kl- Haus« geräihe.

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Aufforderung.

Behufs Regulirung bei der Ge- schäfls-Uebergabe ersuche ich Die« jenigen, welche Forderungen an das Baugeschäft von Wilhelm Stein­bach in Gießen geltend zu machen haben, solche bei mir bis längstens 20. Februar 1895, Mannheim K 1 Nr. 2 einzureichen. 1190

H. Steinbach, Ingenieur.

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