Ausgabe 
7.8.1895 Zweites Blatt
 
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Mittwoch dm 7. August

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Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren.

Hratisöeikage: chießener Kamilienötälter.

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nächst durch Herstellung der Verkehrs- und Unterkunftsmittel , ein reiches Feld emsiger Thätigkeit eröffnet und ließ auch hier in den einzelnen Seclionen einen edlen Wetteifer ent­flammen, um durch Errichtung sicherer Unterkunftshiitten auf den Bergeshöhen in herrlicher Lage nicht nur dem b'S zur höchsten Spitze vordringenden Bergsteiger unterwegs e ne erwünschte Erholungsetappe und Unterkunft mit ihren für diesen Zweck besonders angepaßten practischen Einrichtungen zu bieten, sondern um ebenso sehr auch mit besonderer Für­sorge eine derartige Lage auszuwählen, daß auch minder touristisch geübte Alpenfreunde bis zu diesen Stationen vor­dringen konnten, um in weltentrückter Einsamkeit bei der Berge Gipfelriesen und ihren nebelumwobenen Schneespitzen über sich und dem unermeßlichen Felsenmeere um und unter sich des Hochgebirges Erhabenheit und Stolz nachhaltig zu empfinden. Wie sehr durch die besonders schönen Hüttenlagen die Touristik in ganz neue Bahnen des Verkehrs gelenkt ist,

frage in den Alpengebteten sich erstreckt, erhellt auch aus den von dem Verein begründeten sogenannten Studenten­herbergen, die jedes Jahr meistens vom 1. Juli bis 30. Sep­tember geöffnet sind, und um einem tiefempfundenen Mangel segensreiche Abhilfe zu schaffen, lilltges Logis in besonders erwählten und namhaft gemachten Gasthäusern unserer studen­tischen Jugend zu verschaffen. Berechtigt zur Benutzung derselben sind die Hörer der Universitäten und technischen Hochschulen, auch die Abiturienten von Gymnasien und Real­gymnasien, Realschulen und diesen im Range gleich gestellten Mittelschulen, sobald sie durch genügende Legitimation Seitens der Stvdiranstalt unter Vermittelung des Centralausschuffes und der akademischen Section des deutschen und österreichischen Alpenvereins in Berlin, Graz und Wien und des akade­mischen Alpenvereins in München und Innsbruck sich diese äußerst angenehme Verkehrserleichterung gesichert haben.

Da wir einmal bei diesen Verkehrserleichterungen ver­weilen, die durch die Fürsorge des Vereins geschaffen find, sei auch mit einem Worte auf die erwirkten Fahrpreis- begünstigungen aus einer Reihe der alpinen Eisenbahnen und Dampfschiffen hingewiesen, deren Routen mit der Preisangabe tn den Mittheilungen des Deutsch-Oesterreichischen Alpen­vereins des Oefteren, namentlich während der Reisesaison angegeben werden. Eine mit Photographie versehene Mit­gliedskarte verschafft diese Vergünstigung. ES gab eine Zett, wie Johannes Emmer in seiner Geschichte des Deutsch- Oesterreichischen Alpenvereins im letzten Bande der Zeitschrift uns mittheilt, da diese Begünstigungen sich zuletzt dahin ent- wickelt hatten, daß den Mitgliedern alpiner Vereine auf

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vierteljähriger Avonnementspret«» 2 Mart 20 Pfg. mit Bringerlohn.

Durch die Post oczogw 2 Mart 50 Pfg.

Redoction, Expedition und Druckerei:

Kchukstrahe "glt.L Fernsprecher 51.

Deutsche» Reich.

Berlin, 5 August. Die Kaiserin traf am Sonntag Abend kurz nach T/49 Uhr in Begleitung des Kronprinzen und des Prinzen Eitel Fritz in Station Wilhelmshöhe bet Caffel ein. Von der Station aus, wo die Kaiserin und die Prinzen von der angesammelten zahlreichen Menge aufs Wärmste begrüßt wurden, fuhren die kaiserlichen Herrschaften im offenen Wagen nach Schloß Wilhelmshöhe. Die Dauer der Aufenthaltes der hohen Gäste in Wilhelmshöhe scheint

sämmtlichen Bahnen und Dampfschifffahrtslinien in den öfter- reichifchen Alpenländern Ermäßigungen zugestanden worden waren. Waren damit für die Vereinsmitglieder unläugbare Vortheile geboten, so hatte doch, w>e Emmer mit Recht dcS Weiteren auSführt, die Sache auch ihre Schattenseiten, dajetzt nicht mehr ausschließlich das ideale Jntereffe an den Alpen und den Bestrebungen der alpinen Vereine für den Beitritt bestimmend war, sondern dieser nicht zu selten lediglich aus Rücksicht auf die billigere Reisegelegenheit erfolgte, so daß Manche nur sür das Jahr beitraten, in welchem sie eben eine Sommerfrische aufsuchen wollten." Diese Kreise wandten sich eben dorthin, wo sie die billige Fahrt zu den billigsten Mitgliedsbeiträgen erhalten konnten. Der durchwegs höhere Mitgliedsbeitrag bei dem Deutsch-Oesterreichischen Alpen­verein bot daher eine gewisse Schranke sür das Eindringen solcher Elemente, welche sonst den Vereinsbestrebungen keinerlei ideales Interesse entgegen brachten. Dazu kam, daß diese Fahrpreisbegünstigungen für die deutschen Mit­glieder weniger Werth besaßen, da diese ja zum größten Theile sich der RundreisebilletS bedienten. Mit Recht und Genugthuung hebt dann Johannes Emmer bet Ausfüh­rung dieser Angelegenheit noch zum Schluß hervor, daß dieses durch materielle Rücksichten bedingte Jntereffe an den Alpen keinen Rückschlag ausübte, als die Fahrpreisbegünstigungen reducirt wurden, daß kein Sinken des Mitgliederstandes m Gesammtverein eintrat, sondern die Zunahme eine continuir- liche blieb. Nach dem Bestandsverzeichniffe des deutschen Vereins vom 15. März dieses Jahres ist die Mitgltederzahl auf 33,769 gestiegen, die sich auf 221 Einzelsectionen ver- theilen, als deren letzte unter dem Buchstaben Z die starke sächsische Section Zwickau marschirt, ohne daß hier das Sprüchwort, daß es bei Zwicke zurücke ginge, ominöse Be­deutung hätte, wofür als schlagendster Beweis die Thatsache anzuführen ist, daß noch in dem Märzbestande dieses Jahres die Section Gießen mit einer Mitgliederzahl von 59 Herren verzeichnet ist, während wir thatsächlich jetzt schon auf 83 gestiegen find, was wir an dieser Stelle mit umso freudigerer Genugthuung hervorheben wollen, da bei diesem Mitglieder­bestand die Section ihre Vertreter mit acht Stimmen aus­gerüstet zu den Maßnahmen der Generalversammlung ent* senden kann, so daß gegebenen Falls ihr Votum bei den Be- rathungen sehr zur Geltung kommen kann.

(Schluß folgt.)

Nr. 183 Zweites Blatt

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Der Hietzener Anzeiger m"d)cint täglich, mit Ausnahme deS Montags.

Die Gießener P«mikienvlL11«r werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt.

All- Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entg.-yn.

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Gießener Anzeiger

Kenerat-Mzeiger.

verinifchtes.

* Frankfurt a. M., 5. August. Unser Zoologischer Garten, der am 8. August 1858 an anderer Stelle, als der zweite seiner Art im jetzigen Deutschen Reich, eröffnet wurde, feiert sein 37jährigeS Bestehen am nächsten SamStag mit einem großen Sommerfest. Die schöne Illumination der Parkanlagen mit farbigen Laternen und Gläsern, die reizvolle Einfaffung deS WeiherS mit kleinen Lichtern und eine eigenartige Veranstaltung auf dem Platz vor dem Bären­zwinger wird den Besuchern bei Doppel Concert, das schon am Nachmittag um 5 Uhr beginnt, die zur Feftsttmmung gehörende Augenweide und Unterhaltung bieten. Ein Brillant- Feuerwerk, wie es nur die Scenerie der Burg mit den an­schließenden Anlagen ermöglicht, wird von dem BeleuchtungS- Jnspector der Stadttheater, Herrn Oscar Behrend, ausgefuhrt und dann gibt eS auch wieder einen Tanzboden, auf dem sich die Jugend belustigen kann.

Berliner Gewerbe Ausstellung 1896. Der Geschäfts- führende Ausschuß der Berliner Gewerbe-Ausstellung hat eS ermöglicht, aus städtischem und Privatbefitz soeben zur Ab­rundung des großartigen Geländes der Ausstellung noch weitere ca. 60,000 Quadratmeter (ungefähr 26 Morgen) sich nutzbar zu machen, welche nahe amTheater undAlt- Berlin" belegen sind. Ueber einen beträchtlichen Theil dieser Neu-Erwerbung ist bereits verfügt. Es ist beabsichtigt, auf einem Theile des TerrainS eine große Wasserfläche zu schaffen, auf welcher Modelle aller Typen der Kriegsschiffe un erer Marine im Maßstabe von 1 :25 bestimmt sind, in zahlreichen Bildern alle Evolutionen der Geschwader in Krieg uno Frieden zu veranschaulichen. Nach den detaillirten Plänen des Unternehmens, welchem hervorragende Angehörige der Marine ein empfehlendes Geleit mit auf den Weg gegeben hab n, wird dieses Schauspiel ein ganz eigenartiges und welches der Berliner Ausstellung einen Anziehungspunk sichert, der bisher noch auf keiner anderen Ausstellung, zu sehen war. Wir werden bald in der Lage sein, Ausführliche hierüber berichten zu können.

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr.

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roch unbestimmt zu sein.

Gerüchte über angeblich zu gewärtigende er­hebliche Neuforderungen für die Marine im nächst­jährigen ReichShauShaltsetat waren kürzlich aufgetaucht. Ihnen gegenüber ist indeffen zu bemerken ganz abgesehen davon. daß der nächste Marineetat noch gar nicht aus-

IWUWZUZM ,-wa«-n st°h°n. Höchstens könnte man N°ns°-d-.ung°n in worin der Alp°n°°--in b ler Richtung des rascheren Ausbaues der Kreuzerflotte ent- Würdigung se ner $ r stattliche Reihe der

k-g-nsehen, aber b..!°lb°n würden schwerlich von grbsterer E- 'ft^-ine^

deren Bilder Mm

w Schwierigkeiten in der -erf-ossenen Reich-.

»«sesston. narrioti-schen Kundgebung Sectiouen ihr Dasein verdanken, da besonder- aus diesem

gestaltet-^ch die am Sonntag ^-l^n^Grundsteinlegnng G-bi-.^-in^wahr-^«e^fich^zeigte^ m.t^un tzMMWBZWVWW einen glanzenden Verlauf._________________________________ Stande, indem man ein wohlbegründetes und dauerndes

Ä Anrecht auf all das, was unter der Firma des Deutsch-

Der Deutsche und Oesterreichrsche Alpen- Oesterreichischen Alpenvereins und mit den Mitteln der verein Uni seine Aufgaben. Centralkaffe geschaffen war, im Allgemeinen dem Verein als

5.1... h, ... ... L ...» Ä

(Fortsetzung.) Einklang gebracht wurden. Während man bei dem Bau der

iffienn wir nunm-hr der pra-tisch-u Richtung d-r B-r-in«. -rst-u Hütt-N nur aus Schutz,un!> Unterkunst bedach' «°r,

thätigk-it unS zuwenden, so können wir zuniichst mit Freuden und daher namentlich dieHochregionen sich auderwah ,

darauf Hinweisen , daß gegebenen Falles auch rein sociale huldigte man je spater, desto mehr der Ansicht, daß auch ge

^flickten der Verein ohne jegliches Sonderintereffe in ebnete Wege in den tieferen Regionen mit besserer 3

Lanitär hochhÄger Weise des Oefteren zu erfüllen gänglichkeit der einzelnen Thäler und Höhen, sowie ett^ Gelegenheit gehabt^ hat. Sobald aus den Alpengebieten größeres Maß der Behagltchke t der^Hütten^selbst- n ch jener^Nothschrei erschallt, der uns verkündet, daß in den schaden könne, wie zuletzt auch dieEinführung üon^ob blühenden Alpenthälern z. B. Ueberschwemmungen furchtbare depots auf Grundlage ^neS höchst wichtigen Verprovi

Berhttrungen anrichteten, der Bevölkerung Noth und Ver- tirungssystems (nach Dr. Pott) M 8* b »weiflung brachten, oder Berg- und Lawinenstürze, namentlich wirthschafteten Hütten und im. Zusammenhängedmm n den Ostalpen, oder auch Feuersbrünste größeren Nothstand nicht minder wichtige Hüttenschlüsielfrage durch e ne besondere °u-s°ch.°n, so k°°u.° sich di- V-r-iuSl-ltung In ihrer treff. S^Iünelorbnunjj w « 0e«fle

licken Organisation auf daS Beste bewähren, da sie gleichsam segensreich die Vereinsthatigkeit hinsichtlich Uriterkunst ein ständiges HilfScomits in kürzester Zeit durch jenes: ' - - fithftre(fL erbcflt aud) au8

biß dat, qui cito dat stets die wirksamste Hilfe schaffen konnte. Mit Recht und mit Genugthuung verweist man in dieser Hinsicht, abgesehen von allen anderen Fällen, auf die von ihm hochherzig entfaltete HilfSthätigkeit hin, als im Jahre 1882 über die schönsten Thäler Südtyrols und Karnthens ein Ueberschwemmungsunglück von unerhörter Wucht und Ausdehnung hereinbrach. Ein besonderes Augen­merk richtet dann der Verein auch auf die für die Gebirgs- districte besonders wichtige Frage der Aufforstung, wobei der rationelle Betrieb namentlich den alpinen Gegenden Gute kommt, die nach ihrer Lage und allgemeinen Verhältnissen der staatlichen Fürsorge weiter entrückt find. Die Auf- sorstung kahler Berglehnen mittelst Pflanzung geeigneter Holzarten seitens deS Vereins selbst ober auch seine materielle Unterstützungen der von den Communen begonnenen Arbeiten haben der für die wirthschaftlichen und klimatischen Verhält­nisse wichtigen Culturfrage sich eingehend gewidmet, wie die Festschrift des Jahres 1884 in tabellarischer Ueberficht ein reichliches Verzeichniß der bis dahin fertiggestellten Arbeiten uns bietet. Hat der Verein schon in diesen gemeinnützigen Werken eine anerkennenswerthe Thätigkeit entfaltet, so ist er aber auch in Wahrung eigener Jntereffen seinen Mit­gliedern für ihre Touristik stets ein willkommener Führer gewesenHU- t w _

Verfolgte der Verein in seinem weitgehenden Pro­gramm schon die oben skizzirten culturellen Zwecke, die schon des Schweißes der Edeln werth waren, so war mit dem zunächst liegenden Projekte,Erschließung der Alpen, zu-

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